50-Jahres-Jubiläum der Zeitschrift FELS

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die katholische Monatszeitschrift FELS ist 50 geworden. Was Pater Gerhard Hermes SAC und seine Mitstreiter bewogen hat, den FELS zu gründen, kommt im Vorwort, das er der ersten Ausgabe vorangestellt hat, zum Ausdruck.

Der Grund war die Entwicklung, die die Kirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil genommen hat. Das Konzil war selbst nicht die Ursache davon, sondern dessen bewusste  Fehlinterpretation und ein falsch verstandenes „Aggiornamento“ im Sinne einer Anpassung.

War das Konzil notwendig?

Joseph Ratzinger hat schon Ende 1958 die Situation der Kirche richtig analysiert, als er sagte:

„Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht“.

Der Theologe Ratzinger war nicht nur der Berater des Kölner Erzbischofs auf dem Konzil.

Peter Seewald schreibt in seiner Biographie, dass „Ratzingers Anteil am Konzil nicht marginal, sondern riesig ist… an der Seite von Kardinal Frings war er im Grunde der maßgebliche Spin-Doktor des Vaticanums“.

Christian Schaller ergänzt: „Deshalb war sein Engagement im Vorfeld des Konzils während der Beratungen in Rom und in der flankierenden Vermittlung und nachfolgenden intensiven Rezeption eines der Bedeutendsten innerhalb der theologischen und kirchlichen Wirklichkeit“. (vgl. kath.net. 6.5.2020)

Den Priestern und Ordensleuten, die nach dem Konzil, als sie ihre Erwartungen nicht erfüllt sahen, zu Tausenden der Kirche den Rücken zukehrten, ging es nicht um die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, sondern um Anpassung an die Welt.

Pater Hermes hat darüber nicht gejammert, sondern gehandelt und im FELS den Auftrag der Kirche angemahnt.

Was hat sich seit der Gründung der Zeitschrift in der Kirche verändert?

Man könnte die Entwicklung mit statistischen Zahlen dokumentieren, z.B. an Hand der Kirchenaustritte, am Rückgang der Priester- und Ordensberufe, am verlorenen Bußsakrament, am immer mehr verschwindenden religiösen Wissen etc.

Der derzeitige Zustand der Kirche in Deutschland spiegelt sich im „Synodalen Weg“ wider.

Auf der ersten Sitzung in Frankfurt am Main wurde mit überwältigender Mehrheit beschlossen, selbst die Lehre der Kirche zur Disposition zu stellen. Nur fünf der anwesenden Diözesanbischöfe stimmten dagegen.

Die Themen des „Synodalen Weges“ sind die bekannten Nebenkriegsschauplätze, wie Zölibat, Frauendiakonat, Sexualmoral der Kirche usw., die den Weg zu einer an die Welt angepassten Kirche markieren.

Es sind keine Reformen, die Maß am Wort Jesu nehmen: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“

Eine solche Kirche ist weder Orientierung noch Korrektiv für die Gesellschaft, die in der „weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien (steht), denen zu widersprechen den Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Grundkonsens bedeutet“. (Benedikt XVI. laut kath.net v. 4.5.2020)

Eine Gewissenserforschung und Änderung des Lebensstils sind für uns alle notwendig. Weil wir nicht wissen, ob das geschieht, ist die Aufgabe, die Pater Hermes vor 50 Jahren begonnen hat, noch nicht vollendet.

Unser Autor Prof. Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und ist Herausgeber der Zeitschrift FELS: http://www.der-fels.de/


Heute wird die Kirche von innen gefährdet

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte, die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln.

Diese Reichskirche trug die Forderungen der Nazis mit, z B. die absurden Thesen vom Vorrang der „nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. Dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.

Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigter. Nicht jeder Bischof war ein Löwe wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert.

Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel.

Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft noch gerechtfertigt ist. 

Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.

Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben.

Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.

Unser Autor leitet den Dachverband „Forum deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


„Denkwerkstatt“ über Revolution in der Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Münchner Kirchenzeitung (4.8.2019, S. 31) berichtet Christoph Renzikowski, Leiter der Landesredaktion Bayern der KNA, über eine Veranstaltung der katholischen Akademie in Bayern. Sie wurde auf der Titelseite als „Denkwerkstatt über die Zukunft der Kirche“ angekündigt und trägt den Titel „Ein Hauch von Revolution“.

Zu dieser Veranstaltung waren der Moraltheologe Daniel Bogner, Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und die Tübinger Dogmatikerin Johanna Rahner, „drei ausgewiesene Reformer“, geladen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

„Das Publikum hatte viel Gelegenheit zur Beteiligung“. Es war aufgefordert, über die bekannten Reizthemen abzustimmen: „Für die Abschaffung des Zölibats reichen 10 Minuten. Das Meinungsbild fällt eindeutig aus. Ähnlich die Zustimmung bei der Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern“.

Der Leiter der KNA-Landesredaktion in Bayern konstatiert: „Würde es sich hier um eine verfassungsgebende Versammlung der katholischen Kirche handeln, sähe diese am Ende des Abends völlig anders aus als gewohnt“.

Für die „Rückkehr der Reformdebatte“ hatte die Akademie zuvor eine Umfrage durchgeführt zu Zölibat, Machtstrukturen, Geschlechtergerechtigkeit und Amtsverständnis. Das Ergebnis wurde auf Schautafeln präsentiert.

„Eine richtige Kontroverse kam indes nicht in Gang“, weil der „konservative Widerpart fehlt“.

Wen wundert das? Was sollen auch auf solchen Veranstaltungen Katholiken, die an der Lehre der Kirche festhalten? Die Richtung dieser katholischen Akademie ist eindeutig und bekannt. Die Auswahl der drei „Reformer“ bestätigt dies. Die Stammgäste der Akademie sind jene, die sich in ihrer Haltung für eine „andere Kirche“ immer neu bestätigt sehen wollen.

Die drei „Reformer“ zeigen sich über die Erfolgsaussichten neuer Gespräche (synodaler Prozess) nach den folgenlosen Talkshows der Würzburger Synode in den 70er Jahren, der Diözesansynoden und des dreijährigen Gesprächsprozesses der deutschen Bischofskonferenz skeptisch.

Trotzdem dürfe „die nächste Runde kein Strohfeuer werden „sonst können wir den Laden zusperren“, lautet die These, die auf „starke Zustimmung stößt“.

Die Skepsis ist angebracht, wenn wir die Forderungen des synodalen Prozesses betrachten.

Gefordert werden im Kern die Freistellung der priesterlichen Zölibats Verpflichtung, das Frauenpriestertum, die Änderung der kirchlichen Sexualmoral etc.. Würde dies beschlossen werden, wäre das der Auszug der deutschen Ortskirche aus der Universalkirche, die Spaltung der Katholiken. In jedem Fall werden wir den großen Frust, den die „Reformer“ seit Jahr und Tag herbeiprovozieren, haben.

Der saloppe Vergleich der Kirche Jesu Christi mit einem „Laden“ zeigt die Geisteshaltung der „Reformer“. Die wahren Reformen, die mit Umdenken und Umkehr den Anfang nehmen, kommen den „Reformern“ nicht über die Lippen.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) verdeutlicht: „Die Geschichte zeige, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums und aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Daniel Bogner bedauerte, dass das Kirchenvolk oft „so gering von seinen Möglichkeiten denkt“. Er sieht aber in der Initiative „Maria 2.0“ ein Hoffnungszeichen, deren „Entstehen er in seinem Wohnort Münster aus nächster Nähe beobachten konnte“.

Dazu eine Anmerkung: „Maria 2.0“ entstand in der Münsteraner Pfarrei Heilig Kreuz. Sie hat „über 10.000 Kirchenmitglieder, 120 Messdiener, rund 250 Ehrenamtliche… Die regelmäßige Sonntagskerngemeinde bilden etwa 100 Personen“ (Konradsblatt 30.2019, S. 20).

Der Theologieprofessor Bogner schöpft also seine Zukunftshoffnungen aus dieser „vitalen“ katholischen Gemeinde, in der knapp 1% am Sonntag den Weg zur Kirche finden.

Am Ende der Münchner Tagung stieg der Theologe Bogner „auf die Barrikaden“. Die entscheidende Frage sei doch: „wie fallen wankende Regime?“

Dabei kommt einem der Satz des heiligen Apostels Johannes (1 Joh 2,19) in Erinnerung: „Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn hätten sie zu uns gehört, wären sie bei uns geblieben. Es sollte sich aber an ihnen erweisen, dass sie nicht zu uns gehörten“.


BdkJ-Präses wird neuer Präsident von „missio“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Pfarrer Dirk Bingener wird  – nach der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 22.7.2019 – nächster Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und des internationalen katholischen Missionswerks „missio“ in Aachen. Unter „Missio“ versteht man die Sendung und Wahrnehmung des Missionsauftrags nach dem Wort Jesu.

Ist Pfarrer Dirk Bingener dafür der richtige Präsident?

Er war bisher Bundespräses des Bundes der Deutschen der deutschen katholischen Jugend (BDKJ). Diesem Jugendverband hat Bischof Stefan Oster „Christentum light“ bescheinigt. Dafür wurde er heftig getadelt, der Passauer Oberhirte hatte aber recht.

Die Forderungen des BDKJ sind bekannt: u.a. Änderung der kirchlichen Sexualmoral, das Frauenpriestertum, Aufwertung der Homosexualität, Abschaffung des „Zwangszölibats“. Kurz alles, was wir auch von den Forderungen des „Synodalen Prozesses“ kennen.

Vom „Missionsauftrag“ oder „Neuevangelisierung“ haben wir beim BDKJ nie etwas gehört. Um fair zu sein: Pfarrer Bingener hat diese Forderungen nicht in den BDKJ getragen. Sie waren schon vorher auf der Agenda des BDKJ. Pfarrer Bingener hat sie nur weitergetragen.

Und das genügt im innerkirchlichen Spezltum, aussichtsreicher Kandidat und „Mitglied der Konferenz Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz, in der alle weltkirchlichen Akteure der katholischen Kirche zusammengeschlossen sind“, werden zu können.

Unser Autor Prof. Hubert Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


Wenn Brandstifter den Biedermann spielen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) brachte am 27.10.17 unter der Überschrift „Der Papst braucht Unterstützung“ ein Interview mit Christian Weisner. Im Untertitel heißt es : „Warum und wie Christian Weisner von „Wir sind Kirche“ Franziskus in seinem Reformkurs bestärken will“.

Christian Weisner und die Bewegung „Wir sind Kirche“ sind seit 1995, als sie das sogenannte „Kirchenvolksbegehren“ inszenierten, keine Unbekannten.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN

Dass ihr „Kirchenvolksbegehren“ 1995 mit seiner Unterschriftenaktion 1,8 Mio Stimmen erreicht hat, liegt an drei Umständen:

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte mit seiner Agitation für „Demokratie in der Kirche“  –  unter Anette Schavan als Vorkämpferin  –  Jahre vorher den Weg dafür geebnet.

Die religiöse Unwissenheit des Großteils der Katholiken und die fehlende Bereitschaft der Bischöfe, über die wahren Absichten der „Kirchenvolksbegehrer“ aufzuklären, ließ die Gläubigen ins Messer laufen.

Dieses Verhalten der Bischöfe ist auch deswegen unverständlich, weil im Jahr zuvor in Österreich dieselbe Unterschriftenaktion mit einem Ergebnis von rd. 500.000 Stimmen über die Bühnen ging und alle Diözesanbischöfe von einer Gegeninitative angeschrieben und um ein Hirtenwort gebeten wurden, um die Gläubigen aufzuklären. Es geschah nichts.

„Sollen die Schafe die Hirten hüten?“

Ein Frau schrieb damals: „Sollen die Schafe die Hirten hüten?“

Hinzu kam die mediale Unterstützung der „Kirchenvolksbegehrer“. Selbst in lokalen und regionalen Blättern wurde ihre Botschaft ins letzte Dorf getragen und die Stellen angegeben, in denen man sich in die Unterschriftenlisten eintragen konnte.

Die fünf Hauptforderungen der „Kirchenvolksbegeher“ lasen sich in Großbuchstaben sehr menschenfreundlich:

„Aufbau einer geschwisterlichen Kirche“, „Volle Gleichberechtigung der Frauen“, „Freie Wahl zwischen zölibatärer und nichtzölibatärer Lebensform“, „Positive Bewertung der Sexualität als wichtiger Teil des von Gott geschaffenen und bejahten Menschen“, „Frohbotschaft statt Drohbotschaft“.

Wie immer wurden die eigentlichen Ziele im „Kleingedruckten“ angesprochen. Ziel der „Kirchenvolksbegehrer“ war eine andere Kirche. Jeder kann das im 40-seitigen Dossier von „Publik-Forum“ Nr.2 vom 26. Januar 1996 im Detail nachlesen.

Die Saat war gestreut und wirkt weiter im ZdK, in katholischen Verbänden wie im BdKJ, in den katholischen Frauenverbänden kfd und KDFB ect.

Um das „Kirchenvolksbegehren“ selbst ist es ruhig geworden. Würde Christian Weisner als Sprecher des „Kirchenvolksbegehrens“ nicht immer dann, wenn Medien einen Angriff gegen die Kirche starten, aus der Mottenkiste geholt werden, wie im Interview mit der AZ, würde in dieser schnellebigen Zeit kaum noch jemand darüber sprechen.

Es mutet schon grotesk an, wenn Christian Weisner,angesichts dessen, was die „Kirchenvolksbegehrer“ in ihrem 40-seitigen Strategiepapier über Papst und Hierarchie der katholischen Kirche geäußert haben, sich nun als Unterstützer des Papstes aufspielt und für die Unterschriftenaktion „Pro Francis Pope“ wirbt.

Ein Kostprobe aus dem Strategiepapier soll das verdeutlichen:

„So wird der Gehorsam gegenüber Rom zum eigentlichen Problem für einen Dialog zwischen einem demokratisch, freiheitlich gesinnten Kirchenvolk und einer hierarchischen, diktatorisch strukturierten Kirchenführung. Der Wert dieses Kadavergehorsams muß vom Kirchenvolk öffentlich in Frage gestellt werden und gleichzeitig seine Problematik in bezug auf Dialogmöglichkeiten bewußt gemacht werden“ (S. 16).

Christian Weisner spricht im Interview ganz enthusiastisch von Papst Franziskus: „Ich hätte nicht gedacht, dass Franziskus die negative öffentlich Wahrnehmung der katholischen Kirche in so kurzer Zeit derart ins Positive wenden könnte“.

Er vergaß anzufügen, dass sich die Kirchenaustrittszahlen gegenüber früher wenig geändert haben. Weisner beschwört im Interview den „Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils“ und den „Wunsch nach Erneuerung“: „Wir versuchen , den damaligen Reformkurs am Leben zu erhalten“.

Keine der konkreten Forderungen der „Kirchenvolksbegehrer“, die im Dossier genannt werden, lassen sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil legitimieren. Deswegen versuchen sie auch nicht, entsprechende Quellen aus dem Konzil anzugeben.

Es scheint vielmehr, dass die „Kirchenvolksbegehrer“ glauben, dass ihre alten Forderungen, die Ortskirche zu verändern, durch Äußerungen von Papst Franziskus zur synodalen Kirche, die den Ortskirchen größere Freiräume einräumen, nun doch reifen.


Drückt sich Kanzlerin Merkel um unsere Zukunftsprobleme?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Zukunft wird nicht durch Digitalisierung, Glasfaserkabel und Roboter gesichert, sondern durch Kinder.

Die nicht mehr auszusitzende Frage, ob die Menschen bis 67 oder 69 Jahre arbeiten müssen, wird nicht durch ein markiges Nein entschieden. „Zahlen kann man nicht anschreien“, hat einmal Franz-Josef Strauß angemerkt  – und recht hatte er.

BILD: Prof. Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“ und den Kongreß „Freude am Glauben“

Die Kanzlerin, die als Physikerin „alles vom Ende her denkt“, weiß eines genau: Wenn das Problem der fehlenden Kinder („Beitragszahler“) in voller Härte aktuell wird, ist sie nicht mehr im Amt. Sie kann es sich also leisten, keine Wähler, die sie bei der Bundestagswahl noch braucht, zu verprellen.

Und sie weiß, die Konkurrenten um die politische Macht werden ihr nicht in die Parade fahren, weil sie das Zukunftsproblem der fehlenden Kinder nicht aufgreifen können. Denn auch sie haben Jahrzehnte lang – seit 1968 gehen die Geburtenzahlen zurück – diese Entwicklung tot geschwiegen.

Wenn aber die letzte Mutter vom Kinderzimmer in Arbeit, genannt „Karriere“, gebracht ist, sind die Arbeitskraftreserven aufgebraucht. Dass die Lösung „Frau in Arbeit, Kinder in Kitas“ zu mehr Kinder führt, glauben nur jene, die selber keine Kinder aufgezogen haben.

Der Vorschlag, das Problem über ein Zuwanderungsgesetz zu lösen, „wo wir bestimmen, welche Fachkräfte und Ingenieure wir hereinlassen“, stellt eine besonders inhumane Form nachkolonialer Ausbeutung dar, die Entwicklungsländern jene Kräfte wegnimmt, die sie selber am dringendsten brauchen.

Wir haben seit der geltenden Abtreibungsregelung (Angela Merkel: „Es ist doch alles gut geregelt“) Millionen Kinder abgetrieben, die uns fehlen. Darüber gab es in der TV-Debatte kein Wort.

Wenn schon die politischen Verantwortungsträger nicht mehr die Kraft haben „Schaden vom Volk abzuwenden“, würden wir uns von den kirchlichen Verantwortungsträgern nicht ein mainstream-konformes Schweigen, sondern ein deutliches Wort zur Zukunft unseres Volkes wünschen.


SIGNAL gegen den grün-roten „Bildungsplan“ und für die Rechte der Familien

Mathias von Gersdorff

„Wir verlangen nicht, dass der Bildungsplan 2015 modifiziert wird. Er muss vollständig zurückgezogen werden.“   –  Dieser Satz aus der Ansprache von Professor Hubert Gindert, dem Vorsitzenden des Forums Deutscher Katholiken, subsumiert das Anliegen der vierten Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ der baden-württembergischen Landesregierung am 28. Juni 2014 in Stuttgart. 048a

Gegen diesen „Bildungsplan“ formierte sich im letzten Trimester 2013 erheblicher Widerstand.

Die Petition von Gabriel Stängle mit dem Namen „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“, die von fast 200.000 Bürgern unterstützt wurde, und drei Demonstrationen auf der Stuttgarter Innenstadt, zwangen schließlich die Landesregierung Kretschmann, das Vorhaben um ein Jahr auf 2016 zu verschieben. Zudem wurden Begriffe, welche besonders die Polemik angeheizt haben, entfernt.

Doch das Misstrauen bei den Eltern sitzt dermaßen tief, dass es zu einem richtigen Aufatmen nicht kam.

Der neue Entwurf „droht aber eine bloße Aufhübschung zu sein: In der Anhörung (im Landtag) wurde uns aufgezeigt, dass in den neu benannten Leitperspektiven circa 90 Prozent des ursprünglichen Textes der Leitprinzipien beibehalten sind“, erklärte Karl-Christian Hausmann, stellv. Kreisvorsitzender der CDU in Stuttgart und Mitinitiator des Arbeitskreises Familie in der CDU Stuttgart, auf der „Demo für Alle“ am 28. Juni 2014.

Im Klartext heißt das:

Die grün-rote Landesregierung hält sich die Option offen, nach wie vor die Gender-Theorie in vollem Umfang zum festen Bestandteil des Lehrplans für die Schulen in Banden-Württemberg zu machen. StuttgartJuni20141a#

Es ist wichtig anzumerken, dass sich die Landesregierung bis heute nicht zu den Forderungen der Petition Gabriel Stängles geäußert hat. Die Unterschriften wurden schon am 30. Januar übergeben.

Alles deutet darauf hin, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Bildungsminister Andreas Stoch das Thema aussitzen wollen.

Aus diesem Grund war es außerordentlich wichtig, dass die Verteidiger der Erziehungsrechte der Eltern und einer einwandfreien Schulbildung noch vor den Schulferien mit der „Demo für Alle“ am 28. Juni ein Signal an die Landesregierung sandten.

Das gleichnamige Aktionsbündnis „Demo für Alle“ ist ein Zusammenschluss verschiedener Familienorganisationen, politischer Vereine und Initiativen sowie Familien aus ganz Deutschland.

Auch an den Gegenreaktionen kann man erkennen, wie wichtig es ist, dass der Widerstand gegen den „Bildungsplan“ aufrecht erhalten bleibt.

Zu Gegendemonstrationen rief ein Bündnis auf, zu welchen u.a. die „Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart“, das „Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart & Region“, die „DGB-Jugend Nordwürttemberg“, die „Grüne Jugend Stuttgart“, die „Jusos Stuttgart“, die „Piratenpartei KV Stuttgart“, der „Stadtjugendring Stuttgart e.V.“, die „Ver.di Jugend Stuttgart“ usw. gehören.

Entsprechend aggressiv war die Stimmung gegen die friedlichen Demonstranten der „Demo für Alle“.

Manche linksradikale Chaoten brachten Böller und Schutzausrüstungen mit. Ein Auto wurde beschädigt, es gab Rangeleien mit der Polizei, gegen etliche Chaoten wird man wegen Verletzung des Versammlungsgesetzes Anzeige erstatten.

„Wir stellen uns im Interesse unserer Kinder, unserer Familien und unserer Gesellschaft diesem Kulturkampf“, sagte Professor Hubert Gindert.

Die „Demo für Alle“ konnte nur stattfinden, weil 800 Polizisten die Demonstranten vor den linksradikalen Chaoten schützten. Unter diesen Bedingungen von einem „Kulturkampf“ zu reden, ist sicherlich nicht übertrieben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff  (von ihm stammen auch die beiden Demonstrations-Fotos) leitet die Initiative „Kinder in Gefahr“ aus Frankfurt und betreibt die Infoseite http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/

FOTO-Bericht dieser Familien-Demo siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/06/30/fotos-der-stuttgarter-elternrechts-kundgebung/


Erklärung des Forums Deutscher Katholiken zur „Kölner Kircheninitiative“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die anlaufende Medienkampagne der „Kölner Kircheninitiative“ will nach strategischer Vorplanung auf die Besetzung des freiwerdenden erzbischöflichen Stuhls Einfluss nehmen, um einen ihr genehmen Kandidaten durchzusetzen. 

Foto: Dr. Bernd F. PelzSo wird der Kampf mit einer Kampagne um eine „andere Kirche“ fortgesetzt, wie wir es bereits bei der Ernennung von Joachim Meisner zum Erzbischof von Köln erlebt haben und wie es sich am Beispiel von Pfarrer-Initiativen und derzeit vor allem in der Diözese Limburg abspielt.

Die Erstunterzeichner des Aufrufs der „Kölner Kircheninitiative“ Domkapitular Graf zu Elz und Professor Schüller liefern den Beweis dafür.

Der „Kölner Kircheninitiative“ geht es um Macht und Deutungshoheit über das, was Kirche aus ihrer Sicht ist. Sie fragt nicht danach, welche Kirche Jesus Christus wollte.

Der Versuch der „Kölner Kircheninitiative“, für eine so genannte „Mitbestimmung bei der Bischofswahl“ die Gläubigen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, bedeutet auch eine Form der „Klerikalisierung“ der Laien.

Diese haben die vorrangige Aufgabe, ihren Weltauftrag wahrzunehmen. Nach dem Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus heißt das zum Beispiel, sich um „einsame alte Menschen,  Menschen ohne Dach,  ungeborenen Kinder, um die Frauen, die den neuen Formen der Sklaverei“ ausgesetzt sind, wie überhaupt um Menschen in Not zu kümmern.

Das Forum Deutscher Katholiken ruft die Gläubigen auf, sich nicht durch die Kölner Kircheninitiative verwirren und manipulieren zu lassen!

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


EKD-Papier verursacht erneuten Tiefschlag für die Ökumene

Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“:

Der Rat der EKD hat vor wenigen Tagen zum Thema Ehe und Familie eine sog. „Orientierungshilfe“ herausgegeben. Eine ad-hoc-Kommission aus 14 Mitgliedern, denen u. a. eine Professorin für „Gendersensible Soziale Arbeit“ angehörte, hat über 3 Jahre unter Vorsitz einer früheren SPD-Bundesministerin aus diesem Papier den „normativen Ton kirchlicher Verlautbarungen in der Vergangenheit“ zurückgenommen und sich damit erneut dem Zeitgeist gebeugt.

Foto: M. Löhr, CDL

Foto: M. Löhr, CDL

Durch die Feststellung, dass Familie nicht nur aus Mutter, Vater und Kindern, sondern überall auch dort besteht, wo „Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung übernehmen“, weshalb auch Homo-Partnerschaften „Familie“ seien, hat die EKD ihre Selbstsäkularisierung weiter vorangetrieben. Sie hat die Ehe aus der biblischen Schöpfungsordnung herausgenommen, d. h. die Verbindung von Mann und Frau als nicht mehr schöpfungsgemäß bezeichnet.

Das biblische Fundament der Ehe wird verneint, die Orientierung am Evangelium ist dem Zeitgeist gewichen. Der Genderismus hat über die Treue zu den Glaubensgrundsätzen der Kirche gesiegt.

Nachdem die EKD schon früher dem Import von embryonalen Stammzellen zugestimmt hatte, der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider dem Sterbenden, der eine Suizid-Hilfe fordert, die Hand halten wollte und der Beschluss des Deutschen Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik (PID) auf einen Antrag zurückging, den ein evangelischer Pfarrer im Parlament mitunterzeichnet hatte, verwundert dieser Text nur noch Naive.

Wir stellen fest, dass es in Fragen des ungeborenen Lebens, des Lebensschutzes bis zum Tode und bei Ehe und Familie keine Gemeinsamkeiten (mehr) zwischen der katholischen Kirche und der EKD gibt. Deshalb widersprechen wir auch entschieden dem EKD-Ratsvorsitzenden, dass die „ökumenische Gemeinschaft eine solche Diskussion aushalten müsse“.

Biblische Normen und ethische Grundsätze sind für uns nicht verhandelbar, und wir entscheiden auch zukünftig selbst, was wir „aushalten müssen“. 

Die Deutsche Bischofskonferenz hat bisher nur den Vorsitzenden ihrer „Familienkommission“, Bischof Tebartz-van-Elst, zu einer kritischen Reaktion veranlasst. Jetzt warten wir gespannt auf die offizielle Stellungnahme der katholischen Bischöfe. Da hier weitere Grundfragen der Ökumene-Gespräche tangiert sind, werden sich die Bischöfe ja wohl sehr bald deutlich zu Wort melden. 

Prof. Dr. Hubert Gindert
Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

Kritik am Weltbild-Verlag: Ist Christi Geburt etwa ein Märchen?

 Für Unmut unter Christen sorgt eine Werbung der katholischen Verlagsgruppe Weltbild. Sie bietet die biblische Weihnachtsgeschichte allen Ernstes in der Edition „Nostalgischer Märchenschatz“ an.

Die nach Angaben des Verlages in „kindgerechter Weise“ erzählte Geschichte steht damit in einer Reihe mit den Märchen Aschenputtel, Rotkäppchen und Schneewittchen.     DSC_0233

Der Vorsitzende des papsttreuen Forums Deutscher Katholiken, Prof. Hubert Gindert, übte scharfe Kritik an dem Buch. Damit werde „die unsägliche Skandalserie des Weltbild-Verlags  –  rechtzeitig vor Beginn der Adventszeit  –  fortgesetzt“.

Das Ärgernis liege besonders darin, dass das Unternehmen völlig in kirchlichem Besitz sei. Mit der angekündigten Umwandlung in eine Stiftung ändere sich „offensichtlich nicht das bedenkenlose Geschäft mit dem Mammon, der in Sonntagsreden angeprangert wird“.

Wieder einmal werde das völlige Versagen der Aufsichtsgremien und der Verantwortlichen des Verlags deutlich

„Verrat an der christlichen Wahrheit von Weihnachten“

Der verantwortliche Redakteur des katholischen PUR-Magazins, Bernhard Müller, bezeichnete die Werbung als einen „Verrat an der Botschaft und der christlichen Wahrheit von Weihnachten“. Der Programminhalt von „Weltbild“ stehe damit „im krassen Gegensatz zu dem, was seine Eigentümer, die katholischen Bischöfe, an Weihnachten von den Kanzeln predigen werden“, sagte Müller gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Er erinnerte an die Diskussion über die Verlagsgruppe im vergangenen Jahr. Sie war wegen des Verkaufs pornographischer und esoterischer Bücher in die Kritik geraten. Müller: „Die versprochene inhaltliche Neuausrichtung von Weltbild lässt auf sich warten.“   –  Die von den katholischen Bischöfen vor einem Jahr angekündigte Rückbesinnung auf christliche Grundsätze sei offenbar nicht bis zur Geschäftsführung durchgedrungen.

Verlagsgruppe entschuldigt sich: ein „Fehler“

Die Dt. Bischofskonferenz wollte die Werbung nicht kommentieren und verwies auf den Verlag und den Aufsichtsratsvorsitzenden, den Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Prälat Peter Beer. Dessen Büro wiederum wies auf eine Stellungnahme der Verlagsgruppe hin.

Darin heißt es: „Wir stimmen der Kritik zu, dass es sehr unglücklich ist, die Erinnerung an die Weihnachtsgeschichte, auch wenn sie biblisch korrekt ist, in einer Reihe ‚Nostalgischer Märchenschatz‘ zu platzieren.“ Dies sei ein Fehler gewesen: „Wir können uns dafür nur nachdrücklich entschuldigen.“

Nach Angaben der Unternehmenskommunikation enthält das Buch den Hinweis, dass es sich um eine „wahre Geschichte voll wundersamer Ereignisse“ handele, „die sich vor fast zweitausend Jahren tatsächlich zugetragen hat“.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA