Opferschutzverband beklagt: „Pro Familia“ bot Pädosexuellen jahrelang eine Plattform

Heutige Pressemitteilung von „netzwerkB“:

Wir nehmen Bezug auf die bislang drei gemeinsamen Beiträge der Journalistinnen Cordula Eubel und Sarah Kramer in der Zeitung „Tagesspiegel“:

Pädophilie-Problem auch beim Verein Pro Familia. 8.10.2013 http://www.tagesspiegel.de/politik/beratungsstelle-fuer-familienplanung-paedophilie-problem-auch-beim-verein-pro-familia/8899344.html

 – Debatte um Pädophilie. Die Probleme von Pro Familia mit der Distanz. 9.10.2013 http://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-um-paedophilie-die-probleme-von-pro-familia-mit-der-distanz/8900526.html

 – Pädophilie-Vorwürfe an Pro Familia. Fragwürdiges Netzwerk. 9.10.2013 http://www.tagesspiegel.de/politik/paedophilie-vorwuerfe-an-pro-familia-fragwuerdiges-netzwerk/8903836.html

Diese Darstellungen zeigen, dass Pädophile mit ihren Positionen über Jahre hinweg bei pro familia eine Plattform fanden. 

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

Buch der Aktion „Kinder in Gefahr“

Zu den Organisationen, die maßgeblich pädophile Positionen unterstützte, zählte die Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität.

In ihr waren auch viele dieser „Experten“ wie Rüdiger Lautmann, Helmut Kentler, Wolf Vogel (hier genannt im Zusammenhang mit pro familia), Walter Bärsch (Vorsitzender des Kinderschutzbunds) oder Michael C. Baurmann (wissenschaftlicher Direktor am Bundeskriminalamt) organisiert.

Vor wenigen Wochen erklärte Heinz Hilgers im Zusammenhang mit ähnlichen Vorgängen beim Deutschen Kinderschutzbund, dass Akteure von pro familia auch bei der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS) „das Sagen“ gehabt haben.

„Humanistische Union“ und AHS arbeiteten zusammen

Zwischen der Humanistischen Union und der „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“ gab es eine Zusammenarbeit. Viele dieser genannte Personen sind auch in der Humanistischen Union organisiert.

Renate Künast, Claudia Roth, die Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sitzen ebenfalls im Beirat der „Humanistischen Union“. Personen wie Rüdiger Lautmann, Helmut Kentler oder Fritz Sack sind oder waren Mitglieder der „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“ und befinden sich im Beirat der „Humanistischen Union“.

Auch in diesem Bereich verlangen wir eine Aufklärung über die Vernetzungen.

Wir sehen hier einen Zusammenhang damit, dass die deutsche Gesetzgebung den Betroffenen von interpersoneller Gewalt und insbesondere sexueller Gewalt ihre Rechte verwehrt. So gibt es kaum wirkliche Regreßmöglichkeiten gegen die Täter, das Thema Schadensersatz für erlittene seelische, körperliche und berufliche Schäden bleibt ein weitgehendes Tabu. Die Regressmöglichkeit der Krankenkassen gegen die Täter wurde vor wenigen Wochen faktisch aufgehoben. 

Kontakt-Daten:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: 04503 892782
presse@netzwerkb.org
www.netzwerkB.org
 

Grüne Abwege: Zerstörung der klassischen Familie durch frühe Sexualisierung der Kinder

Heute erschien in den „Westfälischen Nachrichten“ die Leserzuschrift unseres Autors Rainer Kochinke aus Rheine in gekürzter Form. Wir veröffentlichen hier den Text des katholischen Pädagogen im vollen Wortlaut:

„Die Problematik des institutionalisierten Kindesmissbrauchs betrifft ja nicht nur Herrn Trittin, sondern die ganze Partei der Grünen, die von 1980 bis 1993 die Forderung nach der Streichung des §176 StGB, der den Kindesmissbrauch unter Strafe stellt, in ihrem Bundesparteiprogramm vertrat.

Darüber hinaus fordern noch heute prominente Grüne wie Christian Ströbele und Jerzy Montag die Aufhebung des Inzest-Verbots, ebenso wie die grüne Jugendorganisation.

Das Ganze ist auch kein versehentlich passierter Betriebsunfall, wie ihn die grüne Erklärungsnot jetzt darstellen will. Die Memoiren von Daniel Cohn-Bendit, in denen er von seinen Sex-Spielen mit Kindergarten-Mädchen schwärmt, waren in den achtziger Jahren sicherlich auch den Grünen bekannt, wurden aber niemals kritisiert.

Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft

Das war auch nicht denkbar, denn der ideologische Hintergrund dieser Abartigkeiten waren die gesellschaftsverändernden Thesen von Wilhelm Reich, Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann usw., die ihre Chance zur Zerstörung der traditionellen Familie in der frühestmöglichen Sexualisierung der Kinder sahen. Die Auflösung der Familienstrukturen sollte im Sinne dieser “Sexualwissenschaftler” dann die Etablierung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung mit der staatlichen Regulierung aller Lebensbereiche vorbereiten.

Dieses Konzept war auch Volker Beck, Renate Künast und Claudia Roth bekannt, die im Beirat den Vorstand der Humanistischen Union beraten, der kirchenfeindlichen Atheistenorganisation, die im Juni 2000 in einer “Erklärung zum Sexualstrafrecht” die Pädophilen, also die potentiellen Missbraucher, als “Opfer einer moralischen Politik” bezeichneten.

Es wir höchste Zeit, dass die grüne Frontfrau Katrin Göring-Eckkardt nicht länger nur von “schmutzigem Strom” redet, sondern ihre Aufmerksamkeit endlich dem pädophilen Schmutz zuwendet, der sich bei den Grünen angesammelt hat, aber im Unterschied zu den von ihnen angeprangerten Kirchen noch zu keiner Aufarbeitung im Sinne der Opfer geführt hat.

Das NetzwerkB (Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.) jedenfalls wehrt sich dagegen, von solchen Leuten wie den prominenten Grünen öffentlich vertreten zu werden, und fordert statt dessen in einer Pressemitteilung vom 17.9.2013, “den pädokriminellen Filz aufzudecken”, den sie in der Verflechtung von Pro Familia, Humanistischer Union, Arbeitsgemeinschaft für Humane Sexualität (AHS) und Grünen sehen.“


Fakten zum AHS-Netzwerk und seiner pädosexuellen Ideologie

Wir dokumentieren hiermit grundlegende, derzeit äußerst aktuelle Auszüge aus dem SachbuchDie missbrauchte Republik“, das fundiert über pädosexuellen Auswirkungen der 68er Ideologie und der sog. „sexuellen Revolution“ aufklärt  –  und das vor drei Jahren ausführlich schon vieles von dem enthüllte, was heute als „neue“ Erkenntnis diskutiert wird.

Das vom evangelikalen Theologen Andreas Späth und Prof Dr. Menno Aden herausgebrachte Buch ist bereits 2010 im Verlag Inspiration erschienen.

Hier folgen einige Abschnitte aus dem aufschlußreichen Werk:

Auszug aus dem Kapitel „Die „Arbeitsgemeinschaft für Humane Sexualität“ (AHS)

Die AHS ist ein eingetragener Verein der besonderen Art. Seine Ziele entfaltet der Verein, der enge personelle Verflechtungen mit der Humanistischen Union hatte und hat, auf eine mehrfache Weise:

Bruno Bendig, der ehemalige „Vorsitzende der AHS, war früher Geschäftsführer der ‚Deutschen Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie‘ (DSAP). Nach der Auflösung der Pädophilen-Organisation im Jahre 1983 schloss sich ein Großteil ihrer Mitglieder der AHS an.“ [1]

In dem Buch ‚Pädophilie heute‘ fragt der Sozialarbeiter Bruno Bendig, der Pädophilie ernsthaft für ein „Talent“ hält: „Woher sollen Kinder eigentlich den Umgang mit ihrer Sexualität lernen, wenn nicht von Erwachsenen?“ [2]

Zunächst wird Sexualität als eine Form der Kommunikation definiert, von der nur leider Kinder ausgeschlossen seien. Dieses vermeintliche Unrecht will der Verein bekämpfen. Zitat:

„Sexualität ist eine Möglichkeit der menschlichen Kommunikation. Jeder Mensch muß sexuelle Erfahrungen mit sich und im Einvernehmen mit anderen machen dürfen. Einigen Mitgliedern unserer Gesellschaft wird das Ausüben von Sexualität verwehrt, das Recht auf Sexualität regelrecht abgesprochen: zum Beispiel Kindern, Alten, Kranken, Behinderten, Gefangenen und bestimmten sexuellen ´Minderheiten´. Damit wird vielfach gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verstoßen.“ [3]

Das Ganze läuft also wie üblich unter dem Missbrauch der Stichworte „Selbstbestimmung“, „Menschenrechte“ und „Emanzipation“:

„Die ARBEITSGEMEINSCHAFT HUMANE SEXUALITÄT setzt sich dafür ein, daß das Thema der sexuellen Selbstbestimmung nicht aus der öffentlichen Diskussion verschwindet. Sie tritt zusammen mit verschiedenen Emanzipationsbewegungen dafür ein, daß die Bedingungen für ein menschenwürdiges Erleben und Gestalten von Sexualität verbessert werden.“ [4]

Erklärtermaßen wird dabei versucht, durch die Vernetzung der Interessenten mit (oft auch einschlägig interessierten) Wissenschaftlern politischen Einfluss zu gewinnen:

„Die ARBEITSGEMEINSCHAFT HUMANE SEXUALITÄT will Leute an einen Tisch bringen, die eigentlich solidarisch miteinander verbunden sein müßten: Menschen, die zu ihrer Sexualität stehen, die sich privat oder beruflich mit Sexualität beschäftigen oder darüber forschen. Die AHS bietet ein Forum an: sie versucht eigenes Erleben und Betroffenheit mit dem Anspruch zu verbinden, sexualpolitisch zu wirken.“ [5]

Wie man sich die Konkretion dieser „Rechte“ vorzustellen hat, und mit welch kruden Thesen und Auffassungen von „Recht“ und „Sexualität“ gearbeitet wird, zeigen folgende Zitate aus „Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen – Positionspapier von 1988, aktualisiert 1998/99, Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“, welches auf der seit März 2010 neu ins Internet gestellten Seite der AHS als offenbar nach wie vor gültige Position vertreten wird. [6]

Immerhin wird eingeräumt, es gebe „kein Verfügungsrecht Erwachsener über Kinder“. Dieser Satz kann aber kaum beruhigen, denn sofort wird auf ein angebliches „Recht jedes Menschen auf seine Sexualität“ verwiesen. Für die AHS ist damit aber die angebliche kindliche Sexualität ebenso gemeint ist wie die des Pädosexuellen.

Aus dem postulierten „Grundrecht des Menschen auf sexuelle Selbstbestimmung“ schließen die AHS-Vertreter auf ein „Recht des Kindes auf Entfaltung seiner Sexualität“. Merkwürdig, dass dieses Interesse bei normalen Kindern gar nicht vorhanden ist – jedenfalls solange man nicht jede Entwicklungshandlung als eigentlich sexuell motiviert deutet. Sie geben sich als selbstlose Kinderbefreier und argumentieren entsprechend vehement:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

„All das“ sei  „eine Störung […], was es dem Kind erschwert, unbefangen und lustvoll seine Sexualität kennenzulernen und zu erleben und sie in Einklang mit sich und seiner Umwelt zu bringen.“  „Störend“ sei „vor allem, wenn Erwachsene die sexuelle Wissbegier des Kindes oder dessen Wunsch nach sexuellem Erleben (mit anderen oder mit sich selbst) pauschal abwehren. 

Mit Verboten zu ‚erziehen‘, die durch die Ausnutzung der Abhängigkeit und durch den Aufbau unbegründeter Ängste aufrecht erhalten werden, zeigt besonders im Bereich der Sexualität schlimme Folgen. Eine solche Erziehung stürzt das Kind in einen belastenden psychischen Konflikt zwischen seinen eigenen bewussten Wünschen oder unbewussten Bedürfnissen und den vehementen Ansprüchen von außen.

Eine solche Erziehung kann traumatisierend wirken, indem sie Sexuelles mit dem Ruch des Schlechten, mit Schuldgefühlen, mit Unsicherheit, Angst oder Ekel verbindet; zumindest fördert sie den Reiz, gegen Verbote heimlich zu verstoßen, oder den Reiz, andere bloßzustellen, die sexuelle Tabus in Zweifel ziehen oder Verbote übertreten.“ [7]

Die AHS argumentiert hier zutiefst zynisch: Traumatisierung droht Kindern nicht durch sexuellen Missbrauch, sondern angeblich dadurch, dass seine angeblichen sexuellen Bedürfnisse sich nicht entfalten können. In der Schlussfolgerung führt diese absurde Ansicht zu einer Logik um drei Ecken.

Von Kindern, die „sexuelle Tabus in Zweifel ziehen oder Verbote übertreten“ träumen Pädophile naturgemäß. Eine Erziehung, die solche Fehlentwicklungen vermeidet, könne laut AHS hingegen dazu führen, dass zur Hinnahme pädophiler Akte gefügig gemachte Kinder gleichsam von ihren Spielkameraden bloßgestellt werden könnten – und selbst dafür wird die Schuld noch bei denjenigen Erwachsenen abgeladen, die ihre Kinder ganz normal erziehen.

Auf diese Logik, bei der schon die ganze Angst des Kinderschänders vor der Entdeckung aufscheint, muss man erst einmal kommen. Ohnehin infam ist es – insbesondere in diesem Zusammenhang ­– den Verzicht auf eine Frühsexualisierung der Kinder als schädlich zu diffamieren. Die „wissenschaftlichen Quellen“ werden natürlich nicht genannt, das wenige, was sich in dieser Richtung dennoch erkennen lässt, liegt oft im Umfeld der AHS selbst.

Im Versuch, ihren Gelüsten Rechtfertigendes abzugewinnen, schrecken diese Personen vor keinem „Argument“ zurück:

„Selbstbestimmung setzt das Vorhandensein eines eigenen Willens voraus.  Häufig werden Schwierigkeiten des Kindes, seinen Willen für Erwachsene verständlich auszudrücken, als Willenlosigkeit missdeutet.  Die Frage, ob auch schon beim Kind von einem eigenen Willen gesprochen werden kann, lässt sich allein schon aus dem Wissen um den ‚kindlichen Eigensinn‘ bejahen.“ [8]  prolifeusa

Soweit, so gut. Aber worin besteht er denn nun, der Wille des Kindes in diesem Zusammenhang und wie kann er sich harmonisch in die gewünschte Richtung entwickeln und entfalten?  –  Die AHS weiß Bescheid:

„Nicht vertretbar und als Machtmissbrauch zu bezeichnen und abzulehnen ist der Einsatz unlauterer Mittel.  Als solche müssen gelten:  Irreführungen oder das Vorenthalten von nötigen Informationen, das Versprechen von außergewöhnlichen Vorteilen oder die Androhung von Nachteilen, die Erzeugung unbegründeter Ängste und suggestives Drängen sowie Nötigung und körperliche Übergriffe. […]

Andererseits ist es, ebenso wie in anderen Lebensbereichen, auch in der Sexualität falsch, eine Beeinflussung des kindlichen Willens nur deshalb zu verurteilen, weil dem Kind dadurch bislang Unbekanntes zur Kenntnis gelangt oder neue Erlebnisbereiche eröffnet werden.  Grundsätzlich benötigen Kinder zur Einübung von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung Freiräume für neue Erfahrungen.“ [9]

Hier spürt man gleichsam, wie einschlägig veranlagten Personen der Puls hochgeht. Es ist schon bemerkenswert, dass Vereinigungen wie die AHS in Deutschland legal existieren können und sogar als eingetragener Verein anerkannt sind.

Dies umso mehr, als im Folgenden kurzerhand der Kindesmissbrauch für unschädlich erklärt, die einschlägigen Strafrechtsnormen hingegen als schädlich angeprangert werden:

„Welche Folgen sexuelle Kontakte haben, hängt von deren Gestaltung, von der Persönlichkeit des jungen Menschen und von seinem sozialen Umfeld entscheidend ab.

Wissenschaftliche Untersuchungen und gerichtspsychologische Sachverständige haben immer wieder festgestellt, dass keine primären Schädigungen nachweisbar sind durch Kontakte, in denen die sexuelle Selbstbestimmung des Kindes sowie seine Integrität gewahrt wurden.  In diesen Fällen werden im Gegenteil neutrale bis positive Folgen berichtet. Positiv erfahrene sexuelle Kontakte bereichern und sind deshalb schutzwürdig. […]

Das Strafrecht hat seine Berechtigung, soweit es das Kind vor Machtmissbrauch schützt. Dort allerdings, wo auch vom Kind erwünschte, also einvernehmliche und nicht schädigende sexuelle Handlungen unter Strafe gestellt werden,“ zu denen es  –  wie dargestellt  –  nach Ansicht der AHS wohl auch überredet werden darf, „wird Strafrecht zu Unrecht. Es verstößt dann gegen die im Grundgesetz verankerten Persönlichkeitsrechte und stellt eine nicht verantwortbare Einmischung des Staates in den persönlichen und intimen Lebensbereich dar. Dies ist aufgrund fehlender Differenzierungen im derzeit gültigen Strafrecht unzweifelhaft der Fall. Daher müssen dessen Negativfolgen in den Blickpunkt gerückt werden.“ [10]

Die Autoren ziehen das kühne Fazit, dass es erst das Strafrecht sei, dass bei den  –  freilich von der AHS nicht so genannten  –  Missbrauchsopfern Schäden hervorruft:

„Kinder, die durch die sexuelle Handlung selbst nicht geschädigt wurden, sondern die erst aufgrund einer Einmischung von außen, einer Anzeige oder eines Strafverfahrens tatsächlich zu Opfern werden und Schaden erleiden, sind nicht die Ausnahme.

Sowohl die Tatsache als auch die Methoden der Polizeiverhöre und die Durchführung von Gerichtsverhandlungen verletzen – trotz aller Bemühungen – die Privatsphäre in unverantwortlicher Weise. Mögliche positive Erfahrungen mit der Sexualität werden dadurch nachträglich ins Gegenteil verkehrt.  Aus solchen Verfahren gehen Kinder oft seelisch verletzt und mit tiefen Schuldgefühlen hervor;  schuldbewusst, weil sie etwas angeblich Schlimmes selbst mit verübt haben und schuldbewusst, den befreundeten ‚Täter‘ verraten zu haben.

Auch wenn die Behörden um Diskretion bemüht sind, dringt erfahrungsgemäß immer etwas nach außen und haftet den ‚Opfern‘ als dauernder Makel an. Das Gesetz, das vorgibt, Kinder zu schützen, schadet ihnen in solchen Fällen.“ [11]

Perfider kann man die Justiz kaum diffamieren. Doch auch die Gabe der Sexualität wird beschmutzt: „Sexualität darf nicht nur als Mittel der Fortpflanzung, sondern muss auch als Mittel der Kommunikation und Selbstverwirklichung, als Quelle der Lebensfreude anerkannt und bejaht werden.“ [12]

So kann man mit einigen Vorbehalten auch als Christ argumentieren, doch die AHS bezieht diese Gedanken in abgründiger Weise auf Kinder und auf Pädophile. Vor allem um letztere geht es, auch wenn die AHS gebetsmühlenartig einreden will, es gehe nicht um das Verbot der perversen Gelüste Erwachsener, sondern um „eine durch medizinische, psychologische oder religiöse Vorurteile motivierte Unterdrückung kindlicher Sexualität,“ [13] die einer „wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand“[14] hält und daher „in einer pluralistischen Gesellschaft nicht als Richtschnur der Gesetzgebung dienen“ [15] dürfe.

Natürlich darf auch das Märchen vom unschädlichen Missbrauch nicht fehlen, der freilich gleich in die altbekannte Forderung nach Abschaffung diverser Paragraphen mündet:

„Gleichberechtigte, einvernehmliche und verantwortliche sexuelle Handlungen dürfen – weil sie nicht schädigen – auch zwischen Erwachsenen und Kindern nicht mehr strafbar sein. Nur konkreter sexueller Machtmissbrauch ist als strafbare Handlung zu sanktionieren.“ [16]

Eine nun fast schon unfreiwillig komische Pointe besteht nun darin, dass die AHS den Wunsch bekundet, die Verbreitung dieser halb pathologischen, halb kriminellen Ansichten müsse mit Steuermitteln gefördert werden:

„Von Kommunen und freien Trägern ist zu fordern, dass sie Selbsthilfeeinrichtungen pädophiler Menschen anerkennen und fördern. Diese Gruppen sind eine der wenigen realen Hilfsangebote für Pädophile und ihre Angehörigen. Sie stellen auch einen wirksamen sozialtherapeutischen Rahmen zur Verfügung.  In einer repressionsfreien (aber selbstverständlich nicht rechtsfreien) Atmosphäre lernen dort pädophile Menschen über ihre Wünsche, Nöte, Gefühle, Denk- und Handlungsmuster zu sprechen, was ihnen diese bewusst und der Selbstkontrolle zugänglich werden lässt. […]

Auch Kindern kommen die pädophilen Selbsthilfegruppen, die den ethischen Grundsätzen der Gleichberechtigung, Einvernehmlichkeit und Verantwortlichkeit als obersten Leitzielen verpflichtet sind, zugute. Sie schützen sie durch ihren Einfluss vor möglichen Gewalttaten und Machtmissbrauch. Diese Selbsthilfegruppen tragen zudem durch ihre Veröffentlichungen aus Betroffenensicht zur Versachlichung der Debatte bei.“ [17]

Wer mit schwarzem Humor und Sarkasmus meint, zumindest über dieses Ansinnen lachen zu können, sieht sich spätestens seit den Publikationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die durchaus im Sinne der AHS zur Förderung der Pädophilie tendieren (vgl. Kapitel 2.1.) eines Schlechteren belehrt. Obwohl die AHS selbst längst eine Nischenexistenz fristet, hat sie dieses unwirklich erscheinende Ziel erreicht.

Allerdings sind auch sogenannte Selbsthilfegruppen für Pädophile mit viel Skepsis zu sehen, zumindest wenn sie nicht unter eindeutiger Aufsicht und Führung durch kompetente Mediziner oder auch Bewährungshelfer stehen. Andernfalls kann es so kommen, wie es der Leiter des Dezernates für Sexualstrafdelikte im Polizeipräsidium München, beschrieb, nachdem die dortige Selbsthilfegruppe von der Polizei etwas näher unter die Lupe genommen wurde:

„Wir konnten durch unsere Ermittlungen in keiner Weise bestätigt finden, dass jemals Therapiegespräche oder Selbsthilfegespräche stattgefunden haben, sondern der Eindruck, den diese Gruppe vermittelt hat, war einfach, dass sich hier Gleichgesinnte finden, die letztendlich darüber diskutieren: Wie komme ich an entsprechendes Material, also kinderpornographisches Material, wie komme ich an Kinder, wie bahne ich diese Dinge an, auf welche Dinge muß ich aufpassen, um mich vor dem Zugriff der Polizei zu schützen.“  [18]

Der vielleicht letzte Skandal im Zusammenhang mit der AHS sind die Versuche dieser Kinderrechtler der besonderen Art, eine „Zusammenarbeit“ mit wirklichen Kinderschützern hinzubekommen.

Die Zeitschrift „Emma“ berichtete, dass  im „Herbst 1990 […] die AHS eine ‚künftige Kooperation‘ von Arbeitsgemeinschaft und Kinderschutzbund angekündigt [hatte].“  – Das sei auf einem Treffen, geleitet von Prof. Walter Bärsch, „der damals noch amtierender Präsident des Bundes war, vereinbart worden.“ [19]

Anlass für die Zusammenkunft war laut „Emma“ das eingangs zitierte AHS-Positionspapier „Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen“.

Laut „Emma“ saß Bärsch „lange Zeit mit Lautmann und Kentler im Kuratorium der AHS […] Der Vorsitzende der AHS ist rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt“ [20]

Die „Emma“ enthüllte einst: „Auf den Kinderschutztagen in der Beethovenhalle dankt im Juni 1991 ein bewährter Kinderschützer ab. Es ist Professor Walter Ba[ä]rsch, die ‚moralische Instanz des Kinderschutzbundes‘, dessen Präsident er zehn Jahre lang war und dessen Ehrenpräsident er nun ist.

In Bonn präsentiert die Frankfurter Werbeagentur Lintas den versammelten Kinderschützern eine Plakat-Kampagne zum sexuellen Missbrauch. Die kleinen Lolitas auf den Fotos sind mit Texten wie diesen garniert: ‚Vati war ihr erster Mann.‘ – ‚Immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt, kann Onkel Paul nicht anders.‘ – ‚Sabine ist Papis ein und alles. Sie wird von ihm geliebt. Aber mehr als sie verkraften kann.‘

Murren, teilweise laute Proteste in der Beethovenhalle. Doch es nützt nichts. Die Verträge mit der Werbeagentur sind bereits unterzeichnet. Prof. Walter Ba[ä]rsch und der Vorstand haben einen Alleingang gemacht. Die Basis wird nicht gefragt. Die Lintas-Kampagne ist nicht der erste Ausrutscher des Kinderschutzbundes. 1987 gab er ein Buch über ‚Sexuelle Gewalt gegen Kinder‘ heraus, in dem wörtlich steht: Das Recht auf ‚sexuelle Selbstbestimmung durch die Kinder selbst‘ werde eingeschränkt, ‚indem sexuelle Kontakte zwischen einem Kind und einem Erwachsenen generell, ohne Ausnahme, unter Strafandrohung gestellt werden‘.“ [21]

Wie gesagt, Prof. Bärsch, der eine Dekade den Deutschen Kinderschutzbund führte und danach als Ehrenpräsident fungierte, war Mitglied der AHS.

Weiterer Auszug  – diesmal aus dem Kapitel „Das Geflecht: Humanistische Union – AHS – AG-Pädo“

Die Preußische Allgemeine Zeitung urteilt zutreffend:

„Die AHS gilt unter Opfern sexuellen Missbrauchs als Pädo-Organisation. Dabei wusste die HU, worauf sie sich einließ: Viele der bürgerlich gutsituierten AHS-Aushängeschilder gehörten schon dem Verein ‚Deutsche Studien- und Arbeitsgemeinschaft für Pädophilie‘ an. Organisator der Verbindung von HU und AHS war AHS-Vorstand Johannes Glötzner, der zugleich im Bundesvorstand der HU saß. Erst 2004 distanzierte sich die HU von der AHS, behält die Kontakte und engen personellen Bindungen aber bis heute bei.

Das AHS-Kuratorium ist über Fritz Sack nach wie vor eng an die HU gebunden, der zugleich im heutigen Beirat der HU aktiv ist. Auch im Vorstand der HU sitzen noch viele Anhänger der alten Denkschule, auch wenn der Verband als Ganzer sich von manchem überaus beschämenden Papier distanziert hat. Der Mythos unschädlicher Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen lebt in den Reihen der HU fort.“ [26]

Das Netzwerk als solches ist freilich weit größer und überaus verzweigt. Selbst angebliche Opfer- und Kinderschützer sind verstrickt. An die Öffentlichkeit kommen freilich nur wenige Beispiele. Mitglied der AHS war zum Beispiel „Michael Baurmann: Beamter des Bundeskriminalamtes und Autor des Werkes ‚Sexualität, Gewalt und psychische Folgen bei Opfern‘, erschienen in der BKA Forschungsreihe im Jahre 1983. Michael Baurmann legte seine Ämter in der AHS nieder, als ein Vorstandsmitglied wegen pädosexuellen Verhaltens vor Gericht stand.“ [27]

Aber auch der Psychologe Prof. Dr. Walter Bärsch, der ehemalige Ehrenpräsident des Deutschen Kinderschutzbundes gehörte der AHS an Er trat erst 1994, zwei Jahre vor seinem Tod, auf massiven Druck der Medien und der Fachöffentlichkeit aus dieser Organisation aus. [28]

Die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Hamburg hat noch immer (Stand Sommer 2010) einen angesichts dieser Tatsachen in einigen Punkten durchaus zynischen Nekrolog auf Bärsch in ihren Internetseiten. Zitat:

„Die außergewöhnliche Lebensleistung von Walter Bärsch für Sozialpolitik und Bildungspolitik in Deutschland kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In den Fragen der Jugendpolitik und des Kinderschutzes stellte er nicht zuletzt durch das angesehene und von ihm zu beträchtlichem öffentlichen Renommee aufgewertete Amt des Präsidenten des Deutschen Kinderschutzbundes eine moralische Autorität von Rang dar.

Dem entspricht die Anerkenntnis in den Medien und in der langjährigen Beratertätigkeit für die Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft, Arbeit und Sozialordnung sowie Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. In den Fragen der Drogenprophylaxe und Suchttherapie war Walter Bärsch einer der wenigen Experten, die sich besonders der Nöte benachteiligter Jugendlicher konkret angenommen haben.“ [29]

Wenn man sieht, wo dieser hochgeehrte „Kinderschützer“ überall tätig war, wundert man sich über vieles nicht mehr, etwa die fast schon zum Kindesmissbrauch anstiftende Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Körper, Liebe, Doktorspiele“.

Natürlich bekleidete Bärsch zahlreiche Ehrenämter, durch die er seine „kinderfreundlichen“ Gedanken in vielen gesellschaftlichen Bereichen einbringen konnte.

So war er „Hauptvorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft; Vorsitzender des Bundesfachgruppenausschusses Sonderschulen der GEW; Mitglied der Ausschüsse ‚Sekundarstufe II‘ und ‚Sonderpädagogik‘ der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats; Mitglied der Enquete-Kommission zur Feststellung der Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland; Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. 

Hervorgehobene Ämter waren die Arbeit in der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der zehnjährige Vorsitz des Deutschen Kinderschutzbundes zwischen 1981 und 1991“.  [30]

Es würde den Rahmen selbst dieses Buches sprengen, einmal en detail der Frage nachzugehen, zu welchen konkreten Fragen und mit welchen Ergebnissen und Folgen Walter Bärsch die Bundesregierung beraten und wie er namentlich auf die Bildungspolitik in Deutschland Einfluss genommen hat.

Und gab es womöglich Verbindungslinien zwischen der nun bekanntgewordenen erschreckenden Untätigkeit der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in verschiedenen Missbrauchsfällen* und der Tätigkeit des engagierten AHS-Mitglieds Bärschs in der Synode dieser Landeskirche?

Bärsch war indes nicht der einzige Funktionär des Deutschen Kinderschutzbundes mit befremdlichen Ansichten zum Thema. 1999 hatte sich „Florian Lindemann, seit 2003 Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes in Frankfurt am Main, in die Debatte um sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule eingeschaltet. Der ‚Frankfurter Rundschau‘, die den Skandal um den früheren Schulleiter Gerold Becker damals aufgedeckt hatte, schrieb er einen Leserbrief.[31]

Lindemann übernahm darin die verräterische Formulierung vom „Missbrauch des Missbrauchs“ und kritisierte „profilbedürftige“ Journalisten. Lindemann verharmloste und hintertrieb die Aufklärung, obwohl er später 2010 eingestand, gewusst zu haben, dass Becker „auf Jungs steht“, ja sogar, dass er unter den Schülern „Favoriten“ hatte. Von sexuellen Handlungen will Lindemann, selbst Odenwaldschüler und zur „Familie“ des berüchtigten Gerold Becker gehörend, indes nichts bemerkt haben. [32]

Welche Qualifikation für einen führenden Repräsentanten einer Vereinigung, die sagt, sie wolle Kinder schützen – unter anderem vor sexuellem Missbrauch! Spät, sehr spät wurden Konsequenzen gezogen. Am 15. April 2010 berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Der Frankfurter Kinderschutzbund hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Geschäftsführer Florian Lindemann getrennt.“ [33]

Das faktenstarke Buch kostet nur 11,80 € und kann beim Verlag Inspiration bzw. per Mail (info@verlag-inspiration.de) bestellt werden (portofreie Lieferung).

ANMERKUNGEN:


[1] http://www.emma.de/index.php?id=1257 [Stand: 28.04.2010][2] zitiert nach: Karl Cervik, Was ist Pädophilie? – Annäherung an ein strittiges Thema, Norderstedt 2005, 3. Auflage, S. 42f.[3] http://www.ahs-online.de/wb/pages/aktuelles/neue-webpraesenz.php [Stand: 06.04.2010]
[4] http://www.ahs-online.de/wb/pages/aktuelles/neue-webpraesenz.php [Stand: 06.04.2010]
[5] http://www.ahs-online.de/wb/pages/aktuelles/neue-webpraesenz.php [Stand: 06.04.2010]
[6] http://www.ahs-online.de/wb/pages/veroeffentlichungen/sexualitaet-zwischen-kind-und-erwachsenen.php [Stand 13.04.2010]
[7] ebd.
[8] ebd.
[9] ebd.
[10] ebd.
[11] ebd.
[12] ebd.
[13] ebd.
[14] ebd.
[15] ebd.
[16] ebd.
[17] ebd.
[18] http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2004/00160/ [Stand: 12.08.2004]
[19] http://www.emma.de/index.php?id=1257 [Stand: 28.04.2010]
[20] zitiert nach: Karl Cervik, Was ist Pädophilie? – Annäherung an ein strittiges Thema, Norderstedt 2005, 3. Auflage, S. 59.
[21] http://www.emma.de/index.php?id=1257 [Stand: 27.7.2010]
[26] „Mythos der Unschädlichkeit“ in: Preußische Allgemeine Zeitung vom 6.4.2010
[27] http://www.vachss.de/mission/berichterstattung/ahs.htm [Stand: 06.04.2010]
[28] http://www.sgipt.org/forpsy/falsch/mdm/mdm1.htm [Stand: 06.04.2010]
[29] http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Sonstiges/EWI/EWI13/letzte2.htm [Stand: 06.04.2010]
[30] http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Sonstiges/EWI/EWI13/letzte2.htm [Stand: 06.04.2010]
[31] http://www.tagesspiegel.de/politik/Missbrauch;art771,3083863 [Stand: 14.04.2010]
[32] http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2523324_Missbrauch-an-Odenwaldschule-Lindemann-will-nichts-gewusst-haben.html [Stand: 14.04.2010]
[33]http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~EBB8005F40E464CA0AC38C095F4B107CC~ATpl~Ecommon~Scontent.html [Stand: 15.04.2010]
 
* Diese wiederum waren der Grund für den überstürzten Rücktritt von Bischöfin Maria Jepsen nach dem Bekanntwerden der ersten Missbrauchsmeldungen aus ihrem Bereich. Näheres leicht zu ergoogeln.

Alice Schwarzer über pädosexuelle Irrwege im rotgrünen Milieu: „Die 68er und ihre Erben“

In der aktuellen Ausgabe der Frauenzeitschrift „Emma“ (Okt./Nov. 2013) befaßt sich Herausgeberin Alice Schwarzer auf den Seiten 54 bis 57 ausführlich mit den Gründen und Hintergründen der pädosexuellen Verirrungen in linksliberalen bzw. rotgrünen Kreisen.

Dabei nimmt die bekannte Feministin in puncto „Sex mit Kindern“ kein Blatt vor den Mund.

Unter dem Titel „Die Fortschrittlichen und die Pädophilie“ schreibt sie gleich eingangs:

„Die Empörung war groß, als der Missbrauch von Kindern in katholischen Internaten ans Licht kam. Zu recht. Aber es dauerte länger, viel länger, bis auch die sexuellen Übergriffe der „Kinderfreunde“ in WGs und Kommunen als Skandal empfunden wurden.“

„Es war der linksliberale Zeitgeist“

Zudem stellt die Emma-Herausgeberin klar, daß sich die Kritik nicht allein auf die grüne Partei beziehen sollte:

„Es waren nicht nur die Grünen. Es waren auch nicht nur die 68er. Es war der Zeitgeist, der allerdings war links beziehungsweise liberal. Es war einfach angesagt bei (fast) allen, die sich als fortschrittlich verstanden: Dass doch nichts dabei sei, wenn Erwachsene mit Kindern…denn die wollten es doch auch.“

Guter Buchtitel zum Thema

Guter Buchtitel zum Thema

Alice Schwarzer erwähnt sodann die grün-alternative Tageszeitung „taz“ aus Berlin, die ebenfalls eine „sexuelle Befreiung“ ohne Grenzen auf ihre Fahnen schrieb.

Es seien, so Schwarzer, „die 68er und ihre Erben, die Grünen, die in den ihnen nahestehenden Publikationen“ gewesen, welche „nicht nur das Recht der Kinder auf eine eigene Sexualität propagiert“ hätten, sondern auch das vermeintliche „Recht“ der Erwachsenen auf Sex mit Kindern.

„Inspiriert von der grünen BAG SchwuP“

Hinsichtlich der skandalösen grünen Beschlüsse aus den 80er Jahren (pro Straffreiheit pädosexueller Verbrechen) erläutert die Chefredakteurin der „Emma“, diese seien u.a. „inspiriert“ worden von der grünen BAG SchwuP (Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle); Schwarzer fügt hinzu:

„Der Koordinator der SchwuP, Dieter Ullmann, war da wegen Kindesmissbrauchs schon mehrfach im Gefängnis gewesen. Und übrigens war bei der SchwuP auch der Grüne Volker Beck aktiv.“

Alice Schwarzer erinnert zudem an gewisse Irrwege des linksgerichteten Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“:

„Es war auch die Zeit, in der EMMA beim Presserat einen Antrag auf Rüge wegen Kinderpornografie stellte. Anlass war ein Spiegel-Cover im Mai 1977, auf dem eine 12-Jährige abgebildet war. Titelzeile „Die verkauften Lolitas“. Eva Ionesco, die Tochter des Dramatikers, hat später als Erwachsene ihre Mutter verklagt. Die Fotografin Irina Ionesco hatte die Fotos gemacht und verkauft. Die Tochter fühlte sich missbraucht und forderte die Zensur dieser weltweit von ihr als „Lolita“ kursierenden Bilder. 2012 bekam sie recht, doch nur zum Teil.“

Grüne pro Porno und Prostitution

Die Autorin beläßt es keineswegs bei Enthüllungen über Vergangenes; sie kritisiert die grüne Partei auch hier und heute:

„So waren und sind die Grünen weiterhin gegen jegliche Einschränkung von Pornografie. Und sie sind die Vorreiter einer Verharmlosung von Prostitution, für sie „ein Beruf wie jeder andere“. Das passt zur Verharmlosung des Missbrauchs von Kindern: Die herrschenden Alt-Grünen sind gegen Herrschaftsverhältnisse im gesellschaftlichen Bereich, leugnen jedoch die Machtverhältnisse im Privaten. Das gilt für das Machtgefälle zwischen Freiern und Prostituierten ebenso wie für das zwischen Erwachsenen und Kindern. – Dürfen wir also auch bei der Prostitution, diesem „Beruf wie jeder andere“, nun 30 Jahre warten, bis ihre Verharmlosung und Akzeptanz als Skandal empfunden wird?“

Schwarzer wirft dem grünen Geschäftsführer Volker Beck ausdrücklich „Verharmlosung und Akzeptanz der Prostitution“ vor und zitiert seine vielsagenden Äußerungen hierzu:

„Beck wörtlich: „Wenn Leute etwas anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen oder sozialen Nebenwirkungen gibt, die man dringend unterbinden muss, dann nehme ich das zur Kenntnis und störe mich nicht weiter daran.“  –  Das erklärte Volker Beck jüngst apropos der Prostitution. – Sexualität als Ware. Man kann einen solchen Grad an Zynismus kaum fassen.“

Prof. Kentlers skandalöse Praktiken

Überdies befaßt sich die prominente Feministin mit dem bekannten Pädagogen Prof. Helmut Kentler; er zählt zu den Lieblings-Autoren und einstigen Vorzeige-Figuren der 68er Bewegung:

„Wenn einer wie der renommierte Sozialpädagoge Helmut Kentler, Professor an der Universität Hannover und Gerichtsgutachter, in seinen „wissenschaftlichen“ Schriften allen ernstes den Richtern empfahl, straffällige Jugendliche „bei pädagogisch interessierten Päderasten“ unterzubringen – dann schrie niemand Skandal (nur EMMA), sondern wurde zustimmend genickt. Tatsächlich ergingen Urteile, die „Kinderfreund“ Kentlers guten Rat befolgten und die Jungen den Pädophilen quasi auf Gedeih und Verderb auslieferten. Denn die mussten sich ja auch noch erkenntlich zeigen bei den „Kinderfreunden“. „

Kritische Seitenhiebe erhalten auch die Fernsehanstalten, wobei Alice Schwarzer in den vergangenen Jahren mehrfach öffentlich darauf hinwies, daß es unfair sei, einseitig auf die katholische Kirche einzuprügeln, wie dies in den meisten Presseorganen, Rundfunkanstalten usw. gang und gäbe war  –  und teils heute noch ist:

„Doch auch die Medien dürfen sich durchaus nach ihrer Verantwortung fragen. Ich erinnere mich nur zu gut, wie ich 2010 zu Beginn des Ruchbarwerdens des Missbrauchs in katholischen Internaten in einer Live-Talkshow auch auf den Skandal in der Odenwald-Schule, also im progressiven Milieu, hinwies. Die Moderatorin schnitt mir hart das Wort ab. Als ich im Verlauf der Sendung noch einmal darauf aufmerksam machen wollte, fiel meine Anmerkung ins Leere. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits alles über die Odenwald-Schule auf dem Tisch lag.“

Auch „Humanistische Union“ und GEW gegen Kinderschutz

Aufschlußreich sind zweifellos auch jene Fakten, die Schwarzer hinsichtlich Prof. Rüdiger Lautmann, der „Humanistischen Union“, den Judos,  Jusos und der seit Jahrzehnten links agierenden Gewerkschaft GEW auflistet:

„Der als links geltende Rechtswissenschaftler Rüdiger Lautmann zum Beispiel konnte ungestört weiter an der Universität Bremen lehren, obwohl er bereits 1978 den sexuellen Missbrauch von Kindern als „Straftaten ohne Opfer“ bezeichnet hatte. Auf dem Deutschen Soziologentag im April 1979 war Lautmann dann maßgeblich an dem Antrag beteiligt, den Pädophilie-Paragraphen 176 ersatzlos zu streichen. Wer hätte ihn auch stören sollen?

Zusammen mit Lautmann, der den „Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“ initiiert hatte, forderten die FDP-nahe „Humanistische Union“ ebenso wie die „Schwulengruppen“ der Jungdemokraten, Jungsozialisten und die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ die ersatzlose Streichung des § 176. Wäre das nicht verhindert worden, wäre der sexuelle Missbrauch von Kindern heute in Deutschland straffrei.“


Buch-TIP: „Die missbrauchte Republik“

Rezension von Reinhard Dörner

Buch-Daten: Die missbrauchte Republik, herausgegeben von Andreas Späth (KSBB) und Menno Aden (SWG) im Verlag Inspiration Un Limited, Hamburg/London 2010,  ISBN 978-3-9812110-2-3, Preis 11,80 €

Wochenlang bildeten nahezu bis Mitte des Jahres 2010 die entdeckten Fälle von Kindesmissbrauch die Eröffnungsmeldung in vielen Nachrichtensendungen, häufig mit dem begleitenden Zusatz: „Immer mehr Missbrauchsfälle“.

Guter Buchtitel zum ThemaDie Unisono-Verurteilung bezog sich in fast allen Meldungen auf die katholische Kirche; andere Organisationen wurden schamhaft verschwiegen oder einfach ausgeblendet. In keinem Fall erfuhr der Rezipient, woher denn diese plötzliche Informationsflut kommt, wer denn die „Aufklärer“ sind.

Diesem Mangel hilft eine wichtige Schrift ab, die sich der „Aufklärung über die Aufklärer“ zuwendet, so der programmatische Untertitel.

Das Buch „Die missbrauchte  Republik“ deckt schonungslos die gesellschaftlichen Hintergründe auf, unter denen es zum sogenannten Kindesmissbrauch kommen konnte.

Diese „Aufklärung“ wird gewährleistet durch ausgewiesene Fachleute wie Prof. Albert Wunsch, Gerard van den Aardweg, Christa Meves, Kurt J. Heinz u.a., die z.T. schon vor Jahrzehnten davor gewarnt haben, „wohin die Reise geht“, wenn bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gegengesteuert wird.

Schon das „Geleitwort des Mitherausgebers“ weist auf die Gültigkeit der Werte in unserer Gesellschaft hin. Die Aufsätze aller Autoren wirken so eindringlich wie entlarvend:

„Wer wie Heiner Geißler argumentiert, der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche sei eine Folge ihrer Körper- und Sexualfeindlichkeit, kommt spätestens dann in Erklärungsnot, wenn er die Ursachen der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen in einer Gesellschaft erklären soll, in der es seit der sogenannten sexuellen Befreiung ab den sechziger Jahren nahezu kein Tabu mehr gibt, das der Befriedigung sexueller Bedürfnisse entgegenstünde.“

Daher folgert Weihbischof Andreas Laun vollkommen zu Recht, dass „gefährliche Ideologien und die sexuelle Revolution als Mittäterin“ anzusehen seien.

Auf den Punkt bringt der Autor van den Aardweg das Problem: Missbrauch durch Priester sei „‚gewöhnliche‘ Homosexualität“. Hier rückt van den Aardweg zurecht, was in der medialen Information missachtet wurde: die klare Unterscheidung zwischen Pädophilie und Homosexualität.

Heuchelei damals und heute

Und er vergleicht die „Sittlichkeitsprozesse“ von 1936/37 mit der „heutige(n) Heuchelei: die Partei, die damals pädophile und homosexuelle Priester jagte, war selbst eine Brutstätte solcher Täter und Skandale“.

Andreas Späth ortet einen weiteren Schwerpunkt sexuellen Missbrauchs bei Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen bzw. unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses und verweist damit auf die entsprechenden Paragraphen 174a bzw. 174c.

Gabriele Kuby beleuchtet die staatlichen Formen der Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen, vom Sexualkundeunterricht über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über staatlich unterstützte Vereine wie Pro Familia u.a.m.

Christa Meves entlarvt selbsternannte Sexualaufklärer wie Helmut Kentler und resümiert, dass „alle Prognosen der sogenannten fortschrittlichen Sexisten (…) sich als falsch herausgestellt“ haben. Daher ist es nur folgerichtig, dass Albert Wunsch als Sozialpädagoge und Psychologe sich der Frage zuwendet, wie Kinder gegen Missbrauch geschützt werden können.

„Humanistische Union“: ihre treibenden Kräfte

Ein wichtiges Kapitel schlägt Jürgen Liminski auf, indem er die treibenden Kräfte im Hintergrund benennt. In den üblichen Nachrichten hört man in aller Regel nichts davon, dass Frau Leutheusser-Schnarrenberger im Beirat der Humanistischen Union (HU) ist, ebenso wie die Grünen-Politiker Claudia Roth und Volker Beck wie auch bis zu seinem Tod der Sexualpädagoge Helmut Kentler. Ziel der HU war es immerhin, Pädophilie zu „entkriminalisieren“.

Der für manche Leser möglicherweise wertvollere und gleichzeitig umfangreichere Teil des Buches besteht aus der Dokumentation.

Diese beginnt mit dem „Umbau der Gesellschaft“, zeigt die Vorstellungen der Grünen zu Sex mit Kindern auf, beleuchtet Ziele und Hintergründe der Humanistischen Union, die „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“ die „Arbeitsgemeinschaft-Pädophilie“ und beschreibt das Geflecht der letzten drei Genannten untereinander; sie stellt die „Reformpädagogik zwischen pädoerotischer Grenzüberschreitung und organisierter Kriminalität“ dar und nennt Vertreter der Pädophilenbewegung: Fritz Sack und Lüdiger Lautmann, Helmut Kentler, Psychogruppen, Kindersex und Bombenterror – Die Kommune 2 und schließlich die sog. Stadtindianer.

In einem letzten Teil wendet sich Harald Seubert „Anstelle eines Nachwortes“ in philosophischen Überlegungen den „emanzipatorischen Quellen des Bösen“ zu.

Es folgen kurze Lebensläufe der Autoren sowie ein Personen- und Sachregister.

Dieses Buch ist eine Fundgrube der Information, der Argumentationshilfe und der klaren Linie für alle, die sie (noch) nicht gefunden haben. Wenn es möglich wäre, müßte man es zur Pflichtlektüre für alle Medienschaffenden erklären.

Den beiden Herausgebern gebührt besonderer Dank, dass sie sich als Vertreter evangelischer Kreise so intensiv für die Ehrenrettung kirchlicher Ethik, der katholischen wie evangelischen, stark machen, indem sie die Wahrheitsfrage stellen.

Eine kleine Kritik zur praktischen Arbeit am Buch: Die Fußnoten stehen immer am Ende jedes Aufsatzes bzw. jeder Dokumentation. Um gewinnbringend am Buch arbeiten zu können, gehören die Fußnoten an das Seitenende.

Reinhard Dörner, Vorsitzender des Kardinal-von-Galen-Kreises

Die Erstveröffentlichung dieser Rezension  erschien in „Theologisches“ (Nr. 1-2/2011)