Kuba: Journalisten wegen unabhängiger Berichterstattung über Hurrikan verhaftet

Die kommunistische Polizei in Kuba hat drei einheimische Journalisten, die über die Hurrikanschäden in der Stadt Barica (Provinz Guantánamo) berichten wollten, in der vergangenen Woche verhaftet, meldet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). csm_igfm_poster_art-09_6946dac2d0

Makel González Vivere, Journalist des unabhängigen Online-Magazins „Diarien de Cuba“ („Tagebuch aus Kuba“) und die Leiterin der Internetseite „Periodismo de Barrio“ („Journalismus aus dem Stadtviertel“), Elaine Díaz, wurden am 12. Oktober in Baracoa festgenommen. Alejandro León Velázquez wurde am 14. Oktober gemeinsam mit einem der bedeutendsten Vertreter der kubanischen Demokratiebewegung, Rolando Rodríguez Lobaina, festgenommen. Die drei Journalisten und der Bürgerrechtler werden gegenwärtig auf Polizeistationen in Baracoa verhaftet.

Vom 4. bis 5. Oktober fegte der Hurrikan Matthew über Kuba und hinterließ dabei vor allem in den östlichen Provinzen eine Spur der Verwüstung. Auf ganz Kuba wurden rund 1,3 Millionen Menschen aus ihren Häusern evakuiert, davon alleine 15.432 in der ostkubanischen Stadt Baracoa. Einige sind in staatlichen Zentren untergebracht. Die Lebensmittel werden knapp, es gibt vorerst keine Elektrizität.

Berichte über die Schäden, die der Hurrikan tatsächlich angerichtet hat, toleriert das kubanische Regime allerdings nur von dem Parteiorgan der kommunistischen Partei (KP) Kubas, der Tageszeitung „Granma“, oder aber von ausländischen Medien. RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin kritisiert, dass das kubanische Regime einmal mehr das Wohl der Kubaner zugunsten der eigenen Interessen opfert. „Dass die Polizei Journalisten verhaftet, nur weil sie unabhängig über Hurrikanschäden berichten wollen, stellt einen massiven Angriff auf die Pressefreiheit dar“, so Lessenthin.

Die IGFM fordert zudem, dass auch nichtstaatliche Organisationen Hilfsgüter für die Hurrikanopfer ohne Umweg über die kubanischen Behörden direkt zu den Opfern bringen können. So könnten Opfer auch dann Hilfe erhalten, wenn sie keine Anhänger des Regimes sind. Nach Angabe der IGFM erhalten Kritiker von den Behörden überhaupt keine Hilfsgüter. Private Hilfe würde oftmals von Mitarbeitern der Regierung beschlagnahmt und auf dem Schwarzmarkt verkauft.

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Kuba: Kommunistisches Regime beschlagnahmt Hilfe für Hurrikan-Opfer

Beamte der kubanischen Staatssicherheit haben am vergangenen Sonntag gesammelte Hilfsgüter für Opfer des Hurrikans Matthew beschlagnahmt.

Der Hurrikan fegte vom 4. bis zum 5. über die Karibikinsel und hinterließ dabei schwere Schäden. Die bedeutendste Organisation innerhalb der kubanischen Demokratiebewegung, die Patriotische Union Kubas (UNPACU), sammelte daraufhin für die Opfer. Anzeige-Kuba-Flagge-Gitterstaebe_8a1367f180

Der Sprecher der Bürgerrechtsbewegung, José Daniel Ferrer, berichtete der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dass es sich bei den Hilfsgütern um Kleidung und Bargeld in Höhe von 500 konvertierbaren kubanischen Pesos (CUC, rund 450 Euro) handelt.

Nach Informationen der IGFM verspreche die kubanische Regierung zwar Hilfe für die Hurrikanopfer, in der Realität komme aber nur ein kleiner Teil der gesammelten Hilfsgüter aus dem In- und Ausland an – der Rest würde an Funktionäre des Regimes verteilt oder sogar auf dem Schwarzmarkt verkauft. Zudem würden Anhänger des Regimes bei der Verteilung klar bevorzugt. Kritische Bürgerrechtler bekämen überhaupt keine Hilfsgüter.

Auf ganz Kuba wurden rund 1,3 Millionen Menschen aus ihren Häusern evakuiert. Einige wurden in staatlichen Zentren untergebracht, doch die Lebensmittel werden knapp, es gibt vorerst keine Elektrizität. Obwohl nach öffentlichen Angaben bisher keine Todesopfer zu beklagen sind, stellen die Sturmschäden für zahlreiche Kubaner eine existenzielle Bedrohung dar.

Auch als 2012 der Hurrikan Sandy über Kuba zog, beschlagnahmte die kubanische Staatssicherheit Hilfsgüter der oppositionellen Organisation „Pastores por el Cambio“ („Pastoren für den Wandel“). Auch damals landeten konfiszierte Güter auf dem Schwarzmarkt.

Weitere Infos: www.menschenrechte.de/kuba


Kommunistisches Kuba: Hurrikan-Hilfe bei Opfern nicht angekommen

Katholischer Pfarrer kritisiert Korruption des Castro-Regimes

Der Großteil der ausländischen Hilfsgüter für die Opfer des verheerenden Hurrikans Sandy ist nicht bei den Opfern in Kuba angekommen, sondern zu Regierungsinstitutionen und Militär „umgelenkt“ worden.

Das kritisierte der katholische Pfarrer José Conrado Rodríguez in Santiago de Cuba. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, handelte es sich bei den Hilfsgütern vor allem um Baumaterialien, doch nach wie vor seien allein in Santiago de Cuba immer noch rund 100.000 Familien obdachlos. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Im Oktober 2012 forderte der Hurrikan Sandy in Kuba 11 Menschenleben, es entstanden Schäden in einer Höhe von rund zwei Milliarden US-Dollar. Die Menschen in Santiago de Cuba sind nach Angabe der IGFM verzweifelt und frustriert, Baumaterialen seien rar und würden auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preise gehandelt.

Pfarrer José Rodríguez schreibt in einem offenen Brief an die Kommunistische Partei vom 16. Juni: “Bestürzt mussten wir feststellen, dass die Regierungseinrichtungen in Rekordzeit saniert waren, während die Hurrkan-Opfer weiterhin kein Dach über dem Kopf haben.”

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin kritisiert die Korruption des Castro-Regimes aufs Schärfste und erinnert in diesem Kontext daran, dass im November 2012 zwölf Mitglieder der Vereinigung “Pastoren für den Wandel” mit Hilfsgütern für die Hurrikan-Opfer festgenommen wurden. Die Behörden beschlagnahmten die Hilfsgüter und verkauften sie später zu erhöhten Preisen weiter. “Wieder einmal hat das Regime von Raúl Castro bewiesen, dass es das Wohl der Menschen jederzeit dem eigenen Führungsanspruch unterordnet”, so Lessenthin.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/laender/kuba/