Christus ist der menschgewordene Gottessohn

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Phil 2,6-11:
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Jesus Christus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ER entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; ER erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der HERR“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.
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Seht, Gott, der Heiland aller Welt!

Seht, Gott, der Heiland aller Welt,
als König seinen Einzug hält.
In seiner Hand ruht Gottes Kraft,
die Würde, Macht und Weltherrschaft.
Nun ist erfüllt des Wartens Zeit,
der HERR herrscht in Gerechtigkeit.

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Wir sahen Gottes Wunderstern,
er führte uns zu Christ, dem HERRN.
Er führt uns leuchtend zum Altar:
Der Glaube nimmt die Gottheit wahr;
die Liebe knüpft das Bruderband,
der HERR wird unseres Heiles Pfand.

So preisen wir dich, König Christ,
daß du der Welt erschienen bist.
Dem Vater auch im Himmelreich,
dem Tröster, der ihm wesensgleich,
sei Ehre, Ruhm und Dank geweiht,
jetzt und in alle Ewigkeit.

J. Solzbacher (1949) nach dem Vesperhymnus „Audi benigne conditor“

 

 


Hymnus zum Fest der Geburt Marias

Du große Herrin, schönste Frau,
hoch über Sternen steht dein Thron.
Du trugst den Schöpfer, der dich schuf,   DSC_0045_k
und nährtest ihn an deiner Brust.

Was Eva einst verloren sah,
gibst du im Sohne reich zurück.
Der Himmel öffnet sich in dir;
zur Heimkehr steht der Weg uns frei.

Du Pforte für den Königssohn,
des neuen Lichtes helles Tor,
in dir grüßt jauchzend alle Welt
das Leben, das du ihr geschenkt.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
Gott, den die Jungfrau uns gebar,
Lob auch dem Vater und dem Geist
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.


Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,    0013
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich wie ein Held.

Vernimm’s, und siehe die Wunder der Werke.
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bin’s, und werde sein, der ich sein werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin’s! Mich liebe von ganzem Gemüte,
Und nimm an meiner Gnade teil.

Christian Fürchtegott Gellert

HINWEIS: Beethoven vertonte die ersten beiden Strophen dieses Hymnus.

Foto: Felizitas Küble


Altkirchlicher Hymnus: Christus stieg vom Himmel auf die Erde – und kehrte wieder zum Vater zurück

Hl. Ephräm (um 306 – 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer, 1. Hymnus zur Auferstehung (vgl. SC 502, S. 279):

Der Hirte aller, ER stieg herab,
und suchte Adam, das verlorene Schaf,
nahm es auf seine Schulter und stieg zum Himmel auf.
Zum Opfer hat ER sich gemacht, dargebracht dem HERRN der Herde. 

Gesegnet sei sein Herabstieg zu uns!

ER hat sich, Leben schaffender Tau und Regen,
herabgelassen auf Maria, das dürstende Land.
Weizenkorn, hineingesenkt in die Erde;
hinaufgestiegen wieder als Erntegarbe und neues Brot.

Gesegnet sei seine Opfergabe!

Aus der Höhe herabgestiegen für uns ist die Macht,
aus dem Schoß der Jungfrau leuchtete die Hoffnung uns,
aus dem Grab erschien für uns das Leben,
dem Vater zur Rechten, dem Königsthron für uns.

Gesegnet sei seine Ehre!

Von der Höhe herabgeflossen ist er wie ein Strom;
herausgewachsen wie ein Schößling aus Maria;
gehangen am Holz wie eine Frucht,
stieg er in den Himmel auf als Erstlingsopfer.

Gesegnet sei sein Wille!


Christus-Hymnus zu Karfreitag

 
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Du hast, o HERR, am Kreuze die Arme ausgestreckt,
um alle heimzuholen, die sich von dir gewandt.
Gib, daß durch unser Wirken die Welt erkennen kann,
was du für uns getan hast, als du am Holze starbst.
In deinem Geist zu wirken, hast du uns ausgesandt.
So laß uns als Erlöste für alle glaubhaft sein.
Damit die Welt erkenne, wie sehr du uns geliebt,
und wie der Vater wartet, bis uns dein Geist vereint.  
 
(Stundengebet der Abtei Kellenried)
 
Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Bittgebet zum Heiligen Geist

 
Komm, Heil’ger Geist,                                                                                
vom ew’gen Thron,
eins mit dem Vater und dem Sohn;
durchwirke unsere Seele ganz
mit deiner Gottheit Kraft und Glanz.
 
Erfüll mit heil’ger Leidenschaft
Geist, Zunge, Sinn und Lebenskraft;
mach stark in uns der Liebe Macht,
daß sie der Brüder Herz entfacht.
 
Laß gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.

Aus dem altchristlichen Hymnus: Nunc, Sancte, nobis, Spiritus   (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)


Singe, wie der Welt Erlöser starb – und dennoch Sieg errang!

Pange lingua gloriosi proelium certaminis

Preise, Zunge, und verkünde
den erhabnen Waffengang;
auf das Kreuz, das Siegeszeichen,
singe den Triumphgesang.
Singe, wie der Welt Erlöser
starb und dennoch Sieg errang.

Denn verblendet aß sich Adam
einst vom Baume das Gericht;
doch der Schöpfer voll Erbarmen
wollte sein Verderben nicht
und hat selbst den Baum erkoren,
der den Fluch des Baumes bricht.

Gottes Plan, uns zu erlösen,
hat verlangt die Opfertat,
und des Vaters ew’ge Weisheit
macht zuschanden den Verrat
und verlieh barmherzig Heilung,
wo der Feind verwundet hat.

So ward in der Zeiten Fülle
uns gesandt des Vaters Sohn,
er, der Schöpfer aller Welten,
stieg herab vom Himmelsthron
und ward Fleisch und ward geboren
und ward einer Jungfrau Sohn.

Als nach dreißig Erdenjahren
für den HERRN die Stunde kam,
daß er unseres Heiles wegen
Tod und Leiden auf sich nahm,
wurde er erhöht am Kreuze,
dargebracht als Gotteslamm.

Seht den Essig, seht die Galle.
Dornen, Nägel, Speer voll Wut
seinen zarten Leib durchbohren
Wasser strömt hervor und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
werden rein durch solche Flut.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten HERRN, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit.

Gesungener Hymnus nach der Melodie von „Tantum ergo sacramentum“


Das Kreuz steigt aus der Nacht empor – ein Kreuz-Hymnus aus der christlichen Antike

Des Königs Fahne tritt hervor, das Kreuz steigt aus der Nacht empor,
an dem das Leben für uns starb und Leben durch den Tod erwarb.

Verwundet hing der HERR daran, aus der durchstochnen Seite rann,
vermischt mit Wasser, heilges Blut, zu löschen unsrer Sünden Glut.

Was David sah im hehren Bild, auf Golgotha hat sich’s erfüllt;
das Kreuz ist des Erlösers Thron, vom Kreuz herab herrscht Gottes Sohn.

O schöner Baum, wie stehst du ganz im königlichen Purpurglanz!
O edler Stamm, o hoher Wert, daß dich so heilge Last beschwert.

Du bist die Waage, welche hält, das Lösegeld der ganzen Welt,
an der die Siegesbeute prangt, die Gott der Hölle abverlangt.

O Kreuz, durch das uns Hoffnung sprießt, in deinem Sieg sei uns gegrüßt!
Vermehr den Frommen Gottes Gnad und tilg der Sünder Missetat.

Dank sei dir, o Dreifaltigkeit, und Lob und Preis in Ewigkeit,
daß du durch Christi Kreuz und Tod uns hast erlöst aus jeder Not.

Aus dem Hymnus „Vexilla regis“ des Venantius Fortunatus (6. Jahrh.)


Pfingstsequenz: Veni, Sancte Spiritus – Komm, Heiliger Geist

Der lateinische Urtext der Pfingstsequenz stammt aus dem 12. Jahrhundert

Veni, Sante Spiritus, Et Emitte caelitus, Lubis tuae radium.

Veni, pater pauperum,
Veni, dator munerum,
Veni, lumen cordium.

Consolator optime,
Dulcis hospes animae,
Dulce refrigerium.

In labore requies,
In aestu temperies,
In fletu solacium.

O lux beatissima,
Reple cordis intima
Tuorum fidelium.

Sine tuo nomine
Nihil est in homine,
Nihil est innoxium.

Lava quod est sordidum,
Riga quod est aridum,
Sana quod est saucium.

Flecte quod est rigidum,
Fove quod est frigidum,
Rege quod est devium.

Da tuis fidelibus
In te confidentibus
Sacrum septenarium.

Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.

 

Komm, o Geist der Heiligkeit
aus des Himmels Herrlichkeit
sende Deines Lichtes Strahl.
 
Vater aller Armen Du,
aller Herzen Licht und Ruh,
komm mit Deiner Gaben Zahl!
 
Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, o süßer Seelenfreund!
 
In Ermüdung schenke Ruh,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der Tränen weint.
 
O Du Licht der Seligkeit,
mach Dir unser Herz bereit,
dring in unsere Seelen ein!
 
Ohne Deinen Gnadenschein
steht der arme Mensch allein,
kann nicht gut und sicher sein.
 
Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht,
 
Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irre geht!
 
Heiliger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft!
 
Gib Verdienst in dieser Zeit
und dereinst die Seligkeit
nach vollbrachter Wanderschaft.
 
Übersetzung: Autor unbekannt
 

(2. Übersetzung)

Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstere Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst Du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o Du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne Dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile Du, wo Krankheit quält.

Wärme Du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das Dir vertraut,
das auf Deine Hilfe baut,
Deine Gaben zum Geleit.

Laß es in der Zeit bestehn,
Deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Übertragung von Maria Luise Thurmair
und Markus Jenny (1971), Fassung aus dem „Gotteslob“

 
(3. Übersetzung)
 
Komm, o Geist der Heiligkeit!
aus des Himmels Herrlichkeit
sende deines Lichtes Strahl!Vater aller Armen du,
aller Herzen Licht und Ruh’,
komm mit deiner Gaben Zahl!Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, du süßer Seelenfreund!

In Ermüdung schenke Ruh’,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der trostlos weint.

O du Licht der Seligkeit,
mach dir unser Herz bereit,
dring in unsere Seelen ein!

Ohne Dein lebendig Wehn
nichts im Menschen kann bestehn,
nichts ohn’ Fehl und Makel sein.

Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht.

Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irregeht.

Heil’ger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner Gaben Siebenzahl.

Spende uns der Tugend Lohn,
laß uns stehn an Deinem Thron,
uns erfreun im Himmelssaal.

Heinrich Bone 1847