Von links bis rechts: Endzeitschwärmerische Träume von einem goldenen Zeitalter

Von Felizitas Küble

Die Hoffnung stirbt zuletzt – das ist bekannt, verständlich und oftmals auch gut so, vor allem im persönlichen Leben.

Nun gibt es in der Welt des Glaubens und der „Spiritualität“ allerdings Träume, die Schäume sind, weil sie weder der Realität noch der Heiligen Schrift entsprechen. Trotzdem ist die Kraft und Faszination visionärer Zukunftsbilder seit Jahrtausenden ungebrochen.

Dazu gehört auch die uralte und immer wieder neue Vorstellung von einem „goldenen Zeitalter“ am Ende der Geschichte, gleichsam der krönende Abschluß, das positive Finale für die Menschheit.

Wer sehnt das nicht gerne herbei?

Die Sache hat nur einen Haken: Der Wunsch ist hier Vater des Gedankens. Das wird im Neuen Testament deutlich herausgestellt.

In politischer Hinsicht gibt es diese Visionen von der gelungenen „Vollendung“ der Geschichte ebenfalls: Im Marxismus ist es das klassenreine „Arbeiterparadies“, im Nationalsozialismus war es die rassenreine „Volksgemeinschaft“ der Arier….

Doch bleiben wir im „spirituellen“ Bereich:

Die New-Age-Bewegung, die in den 80er Jahren ihren Höhepunkt erlebte, aber auch heute noch ihre geistigen Ausläufer in der Esoterik-Szene aufweist, hat ihren Traum direkt im Namen preisgegeben, denn New Age heißt „Neues Zeitalter“ – gemeint ist ein kommender Äon des „Wassermannes“, womit Friede, Harmonie und Glück verbunden seien. Damit werde das christliche, angeblich so intolerante „Zeitalter des Fisches“ endlich abgelöst.

Um New Age ist es mittlerweile ruhiger geworden, doch umso mehr Lärm, Halleluja-Jubel und Zustimmung gibt es im Kontext charismatischer „Aufbrüche“ und Bewegungen. Auch hier stehen positive Zukunftsbilder im Mittelpunkt, oftmals „geoffenbart“ durch himmlische Eingebungen, einem geistgewirkten „Wort der Erkenntnis“ oder prophetische Einsprechungen:

In der Pfingstbewegung und sonstigen schwarmgeistigen Gruppen – auch im katholischen Bereich – wird eine „weltweite Erweckung“, ein „zweites Pfingsten“ erwartet, eine Bekehrungswelle, die ganze Nationen erfaßt. Das wird in charismatischen Büchern und „Visionen“ seit Jahrzehnten euphorisch angekündigt.

Was wir seitdem in Wirklichkeit erleben ist – insgesamt gesehen – ein weltweiter Schwund des Glaubens, besonders in Europa. Insofern könnte man schon fast von einem „antichristlichen Abendland“ sprechen.

Natürlich gibt es da und dort auch Lichtpunkte, Hoffnungsschimmer – allerdings kommt es uns auf die nüchterne Betrachtung der Gesamtentwicklung an.

Damit nicht genug, gibt es zwei weitere Fraktionen mit ihren speziellen Vorstellung von einem künftigen goldenen Zeitalter:

Nicht wenige Fatima-Anhänger erwarten eine großartige Bekehrung Rußlands und den „Triumph des unbefleckten Herzen Mariens“, wie er drei Seherkindern bei den Erscheinungen von 1917 angekündigt worden sei, freilich unter gewissen Bedingungen (und ob diese nun erfüllt sind oder nicht, darüber gibt es unter Fatima-Fans verschiedene Auffassungen).

Sodann wollen wir monarchisch gesinnte, traditionelle Katholiken nicht vergessen, die zum Teil ebenfalls von besseren Zeiten in der Zukunft träumen. Dabei berufen sie sich bisweilen auf alte „Prophetien“, wonach am Ende der Geschichte ein großer katholischer Herrscher ersteht, der die Kirche nicht nur vor Unbill und Verfolgung beschützt, sondern sie zum glorreichen Triumph führt und eine geeinte Welt des Glaubens errichtet.

Meist bezieht sich diese Träumerei auf einen deutschen Kaiser, der das mittelalterliche Reich gleichsam zu erneuertem Glanze führt. Es gibt aber auch die frankophile Variante, wonach es die französische Dynastie der Bourbonen sei, auf denen das künftige Heil der Völker und Zeiten ruht. Ein typisches Beispiel für diesen Mythos um das edle Blut der Bourbonen und das „heilige Öl“ aus der Königsampulle, mit dem ein Abkömmling von ihnen noch gesalbt werde, ist das Kultbuch „Sire“, das in Frankreich nicht nur in monarchisch-katholischen Kreisen auf großes Interesse stieß, sondern auch hierzulande im traditionellen Spektrum gut angekommen ist. 

Es gibt sie also in den verschiedensten Richtungen und Varianten – von der nichtchristlichen, esoterisch-„emanzipatorischen“ New-Age-Bewegung über politische Ideologien von rechts und links – bis hin zu charismatischen, erscheinungsbewegten und erzkonservativen Strömungen.

Verständlich ist es allemal, wenn Menschen – auch gläubige – sich eine rosige Zukunft herbeisehnen.

Freilich nimmt die Heilige Schrift keine Rücksicht auf Wunschträume damals und heute – und das ist auch gut so. Die Bibel ist ein Buch von eindrucksvoller Nüchternheit und Klarheit, keineswegs geprägt von utopischen Idealvorstellungen, die den Ohren schmeicheln.

Endzeitschwärmereien – von Theologen als Chiliasmus oder Millenarismus bezeichnet  –  finden hier keine Basis, im Gegenteil.

Aus den Endzeitreden Jesu geht klar hervor, daß seiner Wiederkunft in Herrlichkeit eben kein irdisches Friedensreich vorausgeht, sondern ein erschreckender Verfall von Glaube und Sitte, zudem geprägt von trügerischen „Zeichen und Wundern“, von falschen Propheten und irreführenden „Christussen“. Daher fragt der HERR die Seinen: „Wenn ich wiederkomme, werde ich dann noch Glauben finden auf Erden?“

Paulus schreibt in 2 Thess 2,1 ff ebenfalls., daß  v o r  der Wiederkunft Christi  e r s t  ein massiver Glaubensabfall eintreten werde, zudem kommt vorher der Antichrist, ein Weltenbeherrscher, der mit dem Satan im Bunde steht. Für ein „universales Friedensreich“ vor dem zweiten Kommen Christi ist hier schlicht kein „Platz“ frei.

Man bezeichnet die erwähnte religiöse Wunschvorstellung in theologischen Fachkreisen als „Post-Millenarismus“, denn nach (post) diesem goldenen Zeitalter (Millenium) erfolge die Wiederkunft Christi.

Die katholische Kirche hat im Sinne biblischer Nüchternheit den post-millenaristischen Standpunkt stets abgelehnt, so etwa bereits im Mittelalter die Endzeitschwärmerei des italienischen Abtes Joachim von Fiore, der ein großartiges Heilig-Reist-Reich vor dem endzeitlichen Kommen Christi ankündigte.

Auch hinsichtlich der späteren „Botschaften“ von La Salette (dem zweiten Teil, dem sog. „Großen Geheimnis“, der im Unterschied zum ersten Teil nicht anerkannt wurde) hat die Kirche die postmillenaristische Richtung kritisiert. (Die „Seherin“ Melanie hatte in ihren Spät-Visionen von einem weltumspannenden Friedensreich fabuliert, von damit verbundenen „Aposteln der letzten Tage“ usw).

Als Papst Benedikt noch Kardinal Joseph Ratzinger hieß, hat er als Chef der Glaubenskongregation im Oktober 1995 eine Notifikation zur orthodoxen Visionärin Vassula Ryden erlassen.

Darin werden ihr eine Reihe theologischer Irrtümer angelastet, darunter ihre endzeitschwärmerischen Vorstellungen; so heißt es wörtlich in der Vatikan-Note über Vassulas „Botschaften“.

„In chiliastischer Weise wird ein entscheidendes und glorreiches Eingreifen Gottes prophezeit, der im Begriff sei, auf Erden noch  v o r  der endgültigen Ankunft Christi ein Zeitalter des Friedens und des allgemeinen Wohlergehens zu errichten.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Reformen in der EU sind überfällig – Nach dem Brexit gibt es kein „Weiter so“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am Donnerstag, den 23. Juni 2016, haben die Briten darüber abgestimmt, ob sie weiterhin in der Europäischen Union (EU) bleiben oder austreten wollen. Das Ergebnis ist bekannt. Sie haben bei einer hohen Wahlbeteiligung von 72% zu 51,9% für den Austritt gestimmt.   0000009699_3

„Im Kern jedoch“  –  so der Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 25.6.16), Walter Roller  –  „spiegelt das Ergebnis jene Stimmung wieder, die in weiten Teilen der EU herrscht und sich aus zwei Quellen speist: dem Misstrauen gegenüber den Eliten aus Politik und Wirtschaft und dem Unbehagen an einer gleichmacherischen EU, die ohne hinreichende demokratische Legitimation über die Köpfe der Menschen hinweg regiert“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und den Kongreß „Freude am Glauben“

In Brüssel und Straßburg brach nach dem Brexit eine Panik aus. Der EU-Vertrag sieht aber ein Austrittsrecht vor. Wer das nicht akzeptiert, hat ein Demokratieproblem. Auch in der EU bleibt das Volk der Souverän.

Statt sich ernsthaft mit den Gründen der Briten für den Austritt zu beschäftigen, versuchte man, mit den EU-Gegnern in Britannien und in den übrigen EU-Ländern abzurechnen. In einer schwarz-weiß-Malerei hat man wenig zwischen denen, die grundsätzlich ein vereinigtes Europa ablehnen (wie die Französin Marine Le Pen) und jenen, die Reformen wollen, um die EU zu retten, unterschieden. Das Thema Europa ist zu wichtig, um es im Kampf gegen politische Gegner, die als „Rechtspopulisten“ abqualifiziert werden, zu missbrauchen.

Dass die abgehobene Politik der Brüsseler Eurokraten bei den Menschen wenig ankommt, hätte man schon früher aus der geringen Wahlbeteiligung bei Europawahlen wissen können. Es war auch nicht der „britische Krämergeist“, der das Abstimmungsergebnis vom 23. Juni erklärt. Die Aufschrift auf den Plakaten der britischen EU-Gegner „wie want our country back – wir wollen unser Land zurück“, kann nicht mit „wir wollen unser Geld zurück“ übersetzt werden. „Denn der Verdruss über Europa ist auf der Ins40323-90x80el ja nicht ausgeprägter als in vielen anderen Ländern“ (AZ, 25.6.16).

Was sind dann die Gründe der weit verbreiteten Unzufriedenheit?

Sie werden teilweise tabuisiert und verschleiert, um weitermachen zu können wie bisher. In den Medien wurden hauptsächlich die wirtschaftlichen Folgen eines Ausscheidens der Briten aus der EU thematisiert. Die Eurokraten haben offensichtlich vergessen, dass „der Mensch nicht von Brot allein lebt“.

Es mag sein, dass Politiker und EU-Kommissare wissen, wie sie Völker mit Versprechen von Wirtschaftshilfen beeinflussen oder durch Androhung des Entzugs von Subventionen einschüchtern können. Was sie offensichtlich nicht verstehen: dass auch Selbstbestimmung, Patriotismus und religiös begründete Werte für viele Menschen eine wesentliche Rolle spielen.

Die mittel- und osteuropäischen Länder, die jahrzehntelang von den Kommunisten unterdrückt wurden, haben für die genannten Werte ein ausgeprägtes Gespür. Sie sehen sich in der EU als Partner, nicht als Vasallen. Sie sind keine Gegner eines vereinten Europas. Im Gegenteil!muench

Als der Ansturm der Flüchtlinge auf Europa hereinbrach, wurde einigen mittel- und osteuropäischen Ländern mangelnde Solidarität vorgeworfen. Die Kritiker vergessen, dass sich auch westeuropäische Länder kaum solidarischer verhalten haben.

Außerdem wird nicht berücksichtigt, was Prof. Werner Münch (siehe Foto) in seinem Beitrag in der „Tagespost“ (21.6.16) „Realismus statt Rechthaberei“ zur „Willkommenskultur“ der deutschen Bundeskanzlerin mit dem Satz „Wir schaffen das“ klar gestellt hat: „Ohne Erläuterung, was denn dieses ‚wir‘ und ‚das‘ bedeutet und für Folgen haben würde , überraschte dieser Satz Parlamente, Regierungen, Parteien und Kommunen. Sie waren überrumpelt worden. Und die ebenfalls vorher nicht informierten EU-Partner staunten über die Aufnahme-Quoten von Flüchtlingen, die plötzlich jedem Mitgliedstaat verordnet werden sollten.“

Europapolitiker sprechen bei festlichen Anlässen gerne von den europäischen Werten. Was sind das für Werte und wer garantiert sie?  – Das EU-Parlament konnte sich nicht auf eine Präambel mit Gott als Bezugsgröße und Referenzpunkt einigen. Da dürfen die Europäer auf der Hut sein, dass anstelle des unerwünschten Gottes nicht die Ersatzgötter in Form von Ideologien  –  z.B. als Genderideologie  –  von den europäischen Machtzentralen in die Länder hineingezwungen werden.

Was die Reformer der EU wollen, ist die Umsetzung dessen, was in Sonntagsreden gerne unter der Bezeichnung „Subsidiarität“ strapaziert wird, nämlich, dass die größere Gemeinschaft nicht das an sich ziehen soll, was die kleinere selber erledigen kann. Das gilt vor allem für die Schul-, Bildungs- und Familienpolitik.

Reformen stehen jetzt an. Das sprechen auch einige Politiker aus. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer forderte „eine bürgernahe Europäische Union, in der die nationale Identität und die Eigenständigkeit der Regionen gewahrt bleiben“ (AZ, 25.6.16).

Angelika Niebler, die Chefin der CDU-Abgeordneten im EU-Parlament erklärt: „Die Leute wollen nicht, dass in ihr Leben hineinregiert wird. Wir müssen weg von der Regulierungswut. Es müsse klar sein, dass wir in der EU nicht einfach so weiterwursteln können“ (AZ, 25.6.16).

Der frühere französische Verteidigungsminister Jean Pierre Chevenement meint „es sei nicht die Idee von Europa, die durch das Votum eines großen Volkes leide, es seien die Technokraten in Brüssel, die sich nun infrage stellen müssen“ (Tagespost, 25.6.16).

Hat die EU eine Zukunft?

„Die EU hat eine Zukunft, wenn sie auf die großen Fragen eine gemeinsame Antwort findet, die Kritik er Bürger ernst nimmt und sich auf jene Probleme konzentriert, die nur mit vereinten Kräften zu lösen sind. Ein ‚weiter so‘ ist nach diesem britischen Weckruf nicht mehr möglich.“ (AZ, 25.6.16)

Der Austritt von Großbritannien aus der EU war kein revolutionärer Akt. Im Übrigen sollten wir aus der Geschichte lernen, dass Revolutionen nur dann ausbrechen, wenn überfällige Reformen endlos hinausgeschoben werden. Wenn aber eine revolutionäre Situation erreicht ist, genügen kleine Anlässe, um eine Explosion auszulösen.


Glaubenspräfekt Müller und sein erstes Hirtenwort als Bischof von Regensburg

Warnung vor „Verwirrungen im Inneren der Kirche“

Als der katholische Dogmatik-Professor Gerhard L. Müller  am 24. November 2002 zum Bischof geweiht wurde, war auch Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, bei der Feier anwesend.  0012

Schon in seinem ersten Hirtenwort an das Kirchenvolk hat Müller seinen Hirtenauftrag verdeutlicht und betont, daß er die Gläubigen vor jedem Schaden bewahren will, „der durch Anfeindungen von außen und Verwirrungen im Innern entstehen kann“. 

Er fügt hinzu: „Diplomatische Winkelzüge und das Haschen nach Beifall gehören daher nicht zu den Insignien eines katholischen Bischofs. Seine Verkündigung erweist sich in „Geist und Kraft, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützt, sondern auf Gottes Kraft“ (1 Kor 2,4).

Gleich eingangs erinnert der neugeweihte Oberhirte von Regensburg an das eindringliche Mahnwort des hl. Paulus: 

„Gebt Acht auf Euch  und auf die ganze  Herde,  in der Euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.“ (Apg 20,28).

Weiter heißt es in dem Antrittsschreiben Müllers an seine Diözesanen:

„Ein Bischof als Nachfolger der Apostel kann nicht für das Linsenmus des Medienlieblings sein Erstgeburtsrecht verkaufen, als „Apostel das Evangelium von Gott und seinem Sohn zu verkünden“.

„Auf Anpassung der Kirche an den Zeitgeist versessen“

Dabei übte er in seinem Hirtenbrief deutliche Kritik an jenen, die „derart auf die Anpassung der Kirche an den Zeitgeist versessen sind, daß sie nicht einmal mehr merken, wie sie die Kirche in ihrer Glaubenssubstanz aushöhlen. Ihre ganze Energie verschwenden sie im innerkirchlichen Machtkampf.“

Dazu stellt Bischof Müller klar:P1020947

„Die Kirche ist in ihrer Verkündigung und Lehre allein dem Evangelium verpflichtet. Und die Kirche legt das Evangelium so aus, daß es die Menschen von heute anspricht. Treue zum Evangelium und zeitgerechte Verkündigung sind die zwei Seiten derselben Münze.“

Er scheut auch nicht davor zurück, einige weitere Stühle mit einer Deutlichkeit geradezurücken, wie man sie sonst nur von Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda zu hören und zu lesen bekam:

„Wie Sie alle täglich hören und sehen, ist zur Zeit wieder einmal eine Lawine der Diffamierung gegen das Christentum losgetreten worden. In den Augen der Zeitgenossen soll insbesondere die katholische Kirche als eine Gemeinschaft vorgeführt werden, die hinter den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft und der allgemeinen Gesellschaftsentwicklung zurückgeblieben sei.

Der Jugend redet man ein, die Kirche sei etwas von gestern. Für alle negativen Erscheinungen in der Geschichte möchte man die katholische Kirche zum Sündenbock machen  –  etwa nur deshalb, um vom eigenen Versagen abzulenken?

Eine aus der Kulturrevolution der 68er Jahre übriggebliebene Ideologie, die sich selbst als linksliberal anpreist, gibt sich aus als die Wächterin der Errungenschaften des Sozialismus und freigeistiger Aufklärung.“AL-0004

Der neugeweihte Oberhirte von Regensburg weist zudem klar auf jene Doppelmoral hin, welche die Forderung nach Toleranz höchst einseitig propagiert: „Für sich selbst fordert man Toleranz, Christen gegenüber ist man aber höchst intolerant. Doch Toleranz ist ein Prinzip, das nur auf Gegenseitigkeit funktioniert.“

„Tragödien einer Spaß- und Konsumgesellschaft“

Er beschreibt sodann die Krise von Ehe und Familie  – und beklagt den massenhaften „Mord“ (!) im Mutterleib:

„Jeder kennt die Tragödien, die sich hinter den glitzernden Fassaden einer Spaß- und Konsumgesellschaft täglich abspielen. Um nur einige Punkte zu nennen:

Jugendliche, die durch Drogen an Leib und Seele entstellt sind, zerstörte Familien, die Überalterung und der Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme bei gleichzeitigem Mord von 300.000 unschuldigen Kindern im Jahr schon im Leib ihrer eigenen Mutter, der unerträgliche Zynismus und die Gefühlsabstumpfung derer, die an gar nichts mehr glauben und die zu niemandem mehr Vertrauen haben.“

Bischof Müller erkärt außerdem, daß Ersatzreligionen und Ideologien ohne Gott in die Sackgasse führen:

„Keine Ideologie konnte und kann dem Menschen das geben, was er sucht, braucht und erhofft. Alle Weltanschauungen sind von Menschen erdacht und darum wie alles Menschenwerk zum Untergang verurteilt. Retten kann uns allein Gott, unser Schöpfer und Erlöser. Ohne Gott gibt es keine Zukunft des Menschen.“

Am Schluß bittet er ausdrücklich „nicht um das Vertrauen in mich“, denn wir alle könnten versagen und enttäuschen: „Ich werbe um das Vertrauen in Gott. Die Kirche Jesu Christi ist die Gemeinschaft derer, die all ihr Vertrauen auf den dreifaltigen Gott setzen.“

Müller-Fotos: Bistum Regensburg

 


Der „grüne“ Etikettenschwindel und die tiefrote Ideologie der Systemveränderung

Von Jörgen Bauer

Die “Grünen” haben sich als Partei längst von ihren ursprünglichen grünen Zielen gelöst. Es geht ihnen zwar nach wie vor um die Umwelt, aber nicht mehr nur auf den Naturschutz bezogen, sondern hauptsächlich auf die Umwelt” in einem globalen Sinn, der das gesamte gesellschaftliche Leben und damit alle Lebensbereiche umfasst.

Kurzum: es geht ihnen um eine Systemveränderung mit dem Ziel der Einebnung und Gleichmacherei, verharmlosend als “Gleichstellung” bezeichnet. Die Farbe grün und die mit Vorliebe gebrauchte Sonnenblume sind also reiner Etikettenschwindel.

Die neue Ideologie bahnt sich schon seit längerem an: Stichworte sind “sexuelle Revolution”, “Emanzipation”, “Gender”, “Sexuelle Orientierung” und was sonst noch in diese Richtung geht, wozu sich dann zudem Begriffe wie “Ökologie”, “Klimawandel”, “Energiewende”, “Einheitsschulen”, “Inklusion”, “Förderung alternativer Lebensformen” usw. gesellen.

Entscheidende Schaltstellen von 68er besetzt

Seinen Anfang nahm das bereits bei den 68ern, mit ihrem “Marsch durch die Institutionen”, weshalb heute entscheidende Schaltstellen, insbesondere in den Medien, von den 68ern besetzt sind, die damit wesentlich zur Meinungsbildung und damit zur Verbreitung der neuen Ideologie beitragen.

In gewisser Weise typisch ist hier der grüne Spitzenkandidat Jürgen Trittin, einst aktives Mitglied des radikalen, brutal gegen den “Bullenstaat” Bundesrepublik vorgehenden Kommunistischen Bundes (KB), der dann den Grünen beitrat und damit entscheidend zu deren Umwandlung beitrug.

Trittin hat einen Hass auf alles Nationale und einen außergewöhnlichen Hass auf alles Deutsche. Nach der Grundüberzeugung des KBW ist der “Faschismus” Teil der deutschen Natur  –  eine Auffassung, die von Trittin geteilt wird. Das könnte daran liegen, dass sich Trittin durch seinen Vater belastet fühlt, der Mitglied der NSDAP und Freiwilliger in der Waffen-SS  –  zuletzt Obersturmführer  –  (“Kleine KampftruppeTrittin“) war.

Jürgen Trittin hasst alles Deutsche

Trittin, der alles Deutsche ablehnt, hat die ihm vom Deutschen Bundestag zur Verfügung gestellten Visitenkarten abgelehnt  – und sich eigene, ohne “Deutschen”, nur mit “Bundestag” drucken lassen. Die Nationalhymne singt er ohnehin nicht mit.

Trittin ist an einer Schwächung Deutschlands interessiert, und er wird alles unterstützen, was diesem Ziel dient. Erklärbar wird dadurch auch die grüne Vorliebe für “Multikulti” und der Hang, weltweit über das deutsche Asylrecht aufzuklären und “zu uns einzuladen”.

Erklärbar wird auch der Hang zu weitgehenden Zugeständnissen an den Islam, bei gleichzeitiger Ablehnung christlicher Traditionen  –  sowie Forderungen nach einem ungebremsten Zuzug von Ausländern (vor allem in die deutschen Sozialsysteme), denen sich die Deutschen widerspruchslos anzupassen haben, wollen sie nicht als “fremdenfeindlich” gelten.

Grüne als fanatische Moralapostel

Während man das alles noch als “weltanschauliche Sichtweise” (oder Spinnerei) tolerieren kann, bei der es um das Ideal einer totalen Globalisierung unter einer Welteinheitsregierung geht, ist es mehr als bedenklich, dass die Grünen als politische Minderheit die Deutungshoheit über das, was richtig und was falsch ist, an sich gerissen haben und damit als die neuen Pharisäer und Moralapostel auftreten, die jeden “abbürsten” und damit mundtot machen, der ihren Auffassungen widerspricht.

Möglich wird das, weil ihre Anhänger entscheidende Stellen in den Medien besetzen und damit als “vierte Macht im Staat” entsprechende Schützenhilfe leisten.

So werden bei der täglichen Presseschau im Deutschlandfunk, unter Umgehung der tatsächlichen Auflagenverhältnisse, völlig unbedeutende linke Blätter wie die Frankfurter Rundschau und die linksalternative TAZ besonders häufig zitiert. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es einen durchgängigen grünen Zeitgeist in allen Schichten der Bevölkerung gibt.

Wie bei allen Weltverbesserern ist es auch hier so, dass diese langfristig an ihren inneren Widersprüchen scheitern müssen, was schon damit anfängt, dass sich die menschliche Natur nicht ändern lässt. Kurzum: auch bei einer “Machtergreifung” der neuen Weltverbesserer würde weiterhin öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken werden.

Wirklichkeitsfremde Gleichmacherei scheitert

Hinzu kommt, dass jede Form von wirklichkeitsfremder Gleichmacherei immer nur Nachteile bringen kann und dass ein grüner, planwirtschaftlicher Umgang mit der Natur diese mehr schädigt als nützt. Man denke an die umweltzerstörenden Monokulturen von Mais zur Erzeugung von Biokraftstoff.

Jede Art von Planwirtschaft und Gängelei ist immer defizitär. Für eine gelingende Zukunft kann deshalb nur gelten: So viel Freiheit wie möglich und nur soviel Vorschriften wie unbedingt nötig.  –  Und bereits da gäbe es mehr als genug zu tun.media-444757-2

Ehrlich gesagt: Ich habe keine Lust, solange zu warten, bis der gesunde Menschenverstand wieder zum Zuge kommt. Ich werde schon jetzt energisch widersprechen!

Was sagt uns das Wort Gottes dazu?

„Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus, denn in IHM wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“(Kol 2,8 f).

Alle Ideologien und Irrlehren haben  –  da sie aus Teil- und Halbwahrheiten bestehen  –  etwas “Überzeugendes” an sich; gerade darin besteht ihr Verführungspotential, gegen das auch Christen nicht gefeit sind.

Paulus nennt das Maß, das hier angesetzt werden muss. Und dieses Maß ist das Wort Gottes und das, was uns Christus gelehrt hat. Um diesen Maßstab ansetzen zu können, müssen wir im Glauben stehen und uns ausschließlich am Wort Gottes orientieren.

Dadurch werden wir in die Lage versetzt Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.

Auch Ideologien enthalten zutreffende und richtige Aussagen, die allerdings in andere Zusammenhänge gebracht und dadurch verfälscht werden. Hier ist es unsere Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen, indem die Aussagen richtig gestellt und Fälschungen erkannt und ausgesondert werden.

Das kann gelingen, wenn wir das Wort Gottes kennen und uns nicht nur aus den auf einer Linie liegenden Medien informieren.

JÖRGEN BAUER
Am Jagdschlössle 15
89520 Heidenheim
Tel. 07321 / 739115