Ifo-Präsident Sinn kritisiert „sehr lockere“ Regeln für Preisstabilität in der EU

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat gefordert, den „Zugang zur Notenpresse“ für schwächere Euroländer zu erschweren.
„Mit dem gemeinsamen Euro haben wir ein System, wo jeder sich das Geld drucken kann, wenn er es braucht“, sagte Sinn im Gespräch mit dem Fernsehsender Phoenix. Es gäbe zwar Regeln in der EU, diese seien aber „sehr locker“, monierte der Ifo-Chef.

Der Ökonom ist mit Blick auf Griechenland zudem der Ansicht, daß sich das Land „seit 2008 total mit der Notenpresse finanziert“ habe. Es könne nicht sein, daß sich die Euroländer „nach Belieben“ Geld drucken, wenn sie sich am Kapitalmarkt nicht mehr verschulden könnten.

Außerdem forderte Sinn, daß es Euro-Krisenländern ermöglicht werden solle, „temporär“ aus dem Euro auszusteigen.

Sinn ist der Ansicht, daß die Eurozone an den Rändern schrumpfen müsse: „Wenn einzelne Länder aus dem Euro austreten, dann würde das den Euro stabilisieren“, erklärte der Ifo-Chef am gestrigen Montag im Deutschlandfunk. Man müsse aufhören, den Euro-Austritt zu einer Katastrophe zu stilisieren:

„Man tritt temporär aus, wertet ab, wird wettbewerbsfähig, die Bürger kaufen wieder heimische Produkte, statt Importwaren zu kaufen, sodass die eigene Wirtschaft in Schwung kommt“, skizzierte Sinn seinen Vorschlag eines zeitweisen Austritts aus dem Euro-Raum. Dies würde die Krisenländer „schnell wettbewerbsfähig machen“, glaubt der Ökonom.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur