Soll der Papst die Gottesmutter demnächst in Fatima als „Miterlöserin“ definieren?

Von Felizitas Küble

Die „Internationale Marianische Gesellschaft“ (International Marian Association) veröffentlichte zu Neujahr 2017 eine Abhandlung unter dem Titel „Die Rolle Mariens im Erlösungswerk“. Darin wird Papst Franziskus gebeten, er möge bei seinem Besuch in Fatima am 13. Mai 2017 die selige Jungfrau Maria als „Miterlöserin mit Jesus, dem Erlöser“ würdigen.

Wer nun etwa meint, ein solcher Ehrentitel würde allein in der evangelischen Christenheit für Erstaunen sorgen, irrt sich. Dieser Begriff findet sich bei keinem einzigen katholischen Kirchenlehrer der christlichen Antike und des Mittelalters, geschweige hat ihn je ein Konzil verwendet.

Dabei gäbe es durchaus – um einige Windungen und Wendungen herum – eine zutreffende theologische Deutung dieses Ausdrucks, der aber gleichwohl insgesamt mißverständlich bis irreführend bleibt. Daher sollte der Papst auf eine solche Titulierung für die Madonna aus meiner Sicht verzichten.

Der richtige Teil-Gedanke in dem Wort „Miterlöserin“ besteht darin, daß wir Christen alle in einer gewissen Weise MITarbeiter am Heilswerk Christi sind und sein dürfen – durch Gottes Gnade wohlgemerkt.

Der heilige Paulus schreibt, daß wir mit unseren „Leiden ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt“  –  nämlich für seinen Leib, die Kirche (vgl. Kol 1, 24). Zudem erklärt der Völkerapostel: „Wir sind Mitarbeiter Gottes“ (1 Kor 3, 9).

Natürlich ist die Mutter des HERRN in besonderer, ja in einzigartiger Weise MITarbeiterin ihres göttlichen Sohnes, die größte Fürsprecherin im Himmel und Königin der Engel und Heiligen; man kann die selige Jungfrau wegen ihrer herausragenden Stellung im Erlösungswerk gleichsam als „Gefährtin“ Christi bezeichnen, zumal sie fest stand im Glaubensgehorsam und in der liebevollen Treue bis unter das Kreuz. 

Der Begriff „Miterlöserin“ birgt jedoch zahlreiche Irritationen und Mißverständnisse, zumal Maria selber eine Erlöste ist, wie gerade die kirchliche Lehre von ihrer makellosen Empfängnis belegt, denn diese Begnadigung bestand schließlich in einem Akt der Voraus-Erlösung im Hinblick auf das Heilswerk Christi (Bewahrung vor der Erbsünde).

Die Immaculata (unbefleckt Empfangene) ist das vom Schöpfergott hochbegnadete Geschöpf, weil es das Erlösungswerk Christi gibt, das bei Maria schon vorweg und vollständig wirksam werden konnte. Sie ist daher die Erst-Erlöste des Neuen Bundes  –  und zugleich die Voll-Erlöste, auch wegen ihrer Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele.

Aber auch eine vollendet Erlöste wird dadurch nicht zur „Miterlöserin“, vielmehr gehörte auch sie zur erlösungsbedürftigen Menschheit und lebte aus der Gnade Gottes (sie ist die Jungfrau „von Gottes Gnaden“)  –  und sie schöpfte ihre Verdienste und „Privilegien“ aus dem Heilswerk Christi; sie sagte in Freiheit JA zum Höchsten und handelte danach, denn Gott wünscht sich die Menschen nicht als Marionetten, sondern als freie Geschöpfe.

Maria ist also selber eine Erlöste, keine Erlöserin, auch keine „Miterlöserin“. Ihre Vor-Erlösung geschah im Hinblick auf die Verdienste ihres göttlichen Sohnes. Wäre sie an seinem Heilswerk in einem wesentlichen, eigentlichen Sinne mitbeteiligt, dann hätte sie sich gleichsam selber „miterlöst“, was ein Widerspruch in sich selber wäre.

Auch Papst Benedikt hat den Titel „Miterlöserin“ für die Madonna eindeutig abgelehnt und mehrfach seine theologischen Bedenken geäußert, die sich nicht etwa in ökumenischer Rücksichtnahme erschöpfen. (Näheres dazu siehe hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

Es geht keineswegs in erster Linie darum, Protestanten nicht „vor den Kopf zu stoßen“; vielmehr soll die katholische Lehre über Maria und ihre einzigartige Stellung im Heilsgeschehen verdeutlicht werden, ohne sie zu überspannen oder die Schwerpunkte unausgewogen zu verlagern.

Gerade wenn man die kirchliche Tradition (die nicht erst im 17. oder 19. Jahrhundert beginnt!) ernst nimmt, wird man mit  „Neuerungen“ dieser Art vorsichtig sein.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Jugend-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 

 

 


Die IMMACULATA – von GOTTES GNADEN

Von Felizitas Küble

Die makellose Empfängnis der Gottesmutter, der seligen Jungfrau aus Nazareth, ist ein besonderer Gnadenakt des Schöpfers im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, unseres Erlösers. Der Sohn Gottes ist also zugleich auch der Retter Mariens. Auch die Madonna gehört zur erlösungsbedürftigen Menschheit, bekannte sie doch selbst im Magnificat: ‪„Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“  Marienkapelle in Adenau-019

Doch das Heil, das Gott ihr durch die Bewahrung vor der Erbsünde schenkte, ist einzigartig, denn es war eine Heilung von Anfang an, ein Heilsein durch des Himmels Huld. Christi Opfertod am Kreuz wurde für seine Mutter schon im voraus wirksam, weshalb sie die Ersterlöste und Vollerlöste des Neuen Bundes ist, die ‪„neue Eva“, noch herrlicher als die Stamm-Mutter im Paradiese vor dem Sündenfall. Maria ist das wunderbarste Werk Gottes, seine vollkommenste Schöpfung.

Die Immaculata (makellos Empfangene) war sich darüber im klaren, daß ihre Begnadigung, ihre Gottesmutterschaft, all ihre Vorzüge ‪„von Gottes Gnaden“ waren und sind. Dieses Bewußtsein, diese dankbare Begeisterung für den Ewigen, wird vor allem in ihrem Magnificat sichtbar. Der im Lukas-Evangelium bezeugte Lobgesang Mariens ist ein die Zeiten überdauerndes Dankgebet an den Schöpfer, ein erhabener Jubel über die großen Heilstaten Gottes in der Geschichte.

Das beGEISTerte, vom Heiligen Geist inspirierte Dankgebet der Madonna klingt auch heute fort in der Liturgie, im Stundengebet und in vielen Liedern der Kirche. Der Ausdruck „Magnificat“ ergibt sich aus dem ersten Wort dieses Lobgesangs: „Magnificat anima mea Dominum“ – und das heißt: Hochpreist meine Seele den Herrn. – Maria ist die Mutter des Erlösers und zugleich die „Mutter des Glaubens“.

ABRAHAM: Vater des Glaubens – MARIA: Urbild des Glaubens

So wie der Patriarch Abraham als „Vater des Glaubens“ gewürdigt wird, so ist die Gottesmutter ein Leitbild ersten Ranges für uns alle. Als Mutter Christi und aufgrund ihrer Gnadenvorzüge steht sie dem Allmächtigen näher als Abraham. Das Magnificat Mariens endet mit einer Erinnerung an den Erzvater Israels („Abraham und seinen Nachkommen auf ewig“). Marias Rückblick auf Gottes große Heilstaten in der Geschichte ihres Volkes umfaßt also auch den Anfang des Bundes zwischen Gott und den Hebräern durch Abraham.

Orientalische Ikone Maria führt den Glaubensgehorsam Abrahams fort im vollendeten Vertrauen auf Gott in allen Lebenslagen; sie pocht nicht auf „Selbstverwirklichung“, sondern tritt hinter ihrer erhabenen Sendung zurück und bezeichnet sich bescheiden als „Magd des Herrn“ (Lk 1,38), bereit zur ungeteilten Hingabe an den Willen des Höchsten und zur starkmütigen Treue gegenüber seinen Verheißungen: „Mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1,39)

Diese Glaubenshaltung Mariens erinnert uns an Christi Wort auf dem Ölberg vor seinem Leiden: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Dieses „Ja, Vater“ ist die entscheidende Aufgabe für jeden Gläubigen – dieses Wort ist ein Programm für unser ganzes Leben. Maria hat ihr Leben aus Gottes Hand angenommen auch in schwerster Zeit, als sich bewahrheitete, was der greise Simeon im Tempel ankündigte: „Auch Deine Seele wird ein Schwert durchbohren.“ (Lk 2,35). So stand die Madonna treu unter dem Kreuz, als ihr göttlicher Sohn sich opferte für das Heil der Welt.

Zurück zum Magnificat, dem Lobpreis Mariens, der kühne und großartige Gedanken über Gottes Wirken in der Heilsgeschichte enthält. Die auserwählte Magd des Herrn weiß: Gott ist und bleibt der HERR der Geschichte, selbst wenn wir die Wege des Höchsten nicht immer begreifen können. Auch die Gottesmutter ist nicht allwissend, aber fest überzeugt von Gottes Macht und Barmherzigkeit.

Die Mutter des HERRN betrachtet das Schicksal ihres Volkes im Lichte des Glaubens: „Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2,19) – Die Madonna verhielt sich so, wie der Psalmist es empfiehlt: „Ich erwäge alle Deine Werke und will nachsinnen über Deine Taten.“ (Ps 77,13)

Frömmigkeit aus dem Geist Israels

Aus dieser Frömmigkeit der Psalmen Israels lebt Maria; aus diesem „Stoff“ ist auch ihr Magnificat erfüllt. Ihr herrlicher Lobpreis ist nicht nur ein Dankgebet für ihre persönliche Begnadigung, sondern vor allem eine grandiose Gesamtschau über das Heilswirken Gottes mit seinem Volk und der Welt.Marienmonat Mai

Jubelnde Dankgebete von Frauen sind im Alten Bund keine Seltenheit. Die Namensvorgängerin der Gottesmutter, die alttestamentliche Miriam (= Maria), die Halbschwester des Moses und Schwester des Hohenpriesters Aaron, dankte Gott mit Pauke und Gesang, als die Israeliten das Rote Meer trockenen Fußes überschritten hatten und ihren Verfolgern entkommen waren.

So heißt es in Ex 15,19 ff: „Miriam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Miriam sang ihnen vor:   Singt dem Herrn ein Lied, denn ER hat sich hoch und erhaben gezeigt, Roß und Reiter warf er ins Meer.“

Das Lukas-Evangelium berichtet uns von der Begegnung der Gottesmutter mit ihrer Verwandten Elisabeth. Diese wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist Du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes!“ (Lk 1,42) Maria greift diesen Segensspruch Elisabeths in ihrem Magnificat auf: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter!“ – und das bedeutet: alle kommenden Generationen durch die Jahrtausende hindurch.

Doch Maria bleibt nicht beim Jubel über Ihre Erwählung stehen, sondern lenkt sogleich ihren Blick auf den Ewigen selbst: „…denn der Allmächtige hat Großes an mir getan – und Sein Name ist heilig!“

Evangelischer Propst Asmussen: Preisen auch wir sie selig?

Diese biblische Ankündigung der Seligpreisung Mariens hat auch manche protestantische Theologen nachdenklich gemacht, darunter Hans Asmussen, der mit seinem Buch „Maria, die Mutter Gottes“ einst für Aufsehen in der evangelischen Christenheit sorgte. Propst Asmussen schreibt darin:

„Wenn Maria im Magnificat singt, alle Menschengeschlechter würden sie selig-preisen, dann bedeutet dies für die evangelischen Kirchen eine ernste und bleibende Frage: Preisen auch wir sie selig? Oder hatte Maria uns Evangelische nicht im Auge, als sie das Magnificat sang?“

Die Würdigung der Madonna schmälert ja keineswegs die Ehre des Allerhöchsten, im Gegenteil: in der Verehrung Mariens loben und preisen wir das Werk Seiner Hände, das edelste Geschöpf Gottes.

FORTSETZUNG des Artikels in der katholischen Nachrichtenagentur ZENIT hier: https://de.zenit.org/articles/%e2%80%aavon-gottes-gnaden/


8. September: FEST der Geburt Mariens

Von der „Goldenen Pforte“ und anderen Legenden

Der heutige Festtag erinnert an die Geburt der Gottesmutter, aus derem Leib später unser Erlöser, das Heil der Welt, die menschliche Natur angenommen hat, empfangen vom Heiligen Geist. Dieses Glaubensgeheimnis bezeichnet die Kirche als „jungfräuliche Empfängnis Christi“ –  oder kürzer auch Jungfrauengeburt genannt. mutter-anna

Wie sich aus Gesprächen selbst mit glaubensfesten Katholiken, die seit Jahrzehnten treue Kirchgänger sind, immer wieder zeigt, wird nicht nur die „Unbefleckte Empfängnis“ oft mit der jungfräulichen Empfängnis Christi verwechselt.

Manche Gläubige meinen sogar, das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Madonna beinhalte die Lehre, daß Maria nicht auf natürlichem Wege gezeugt worden sei, sondern  – ebenso wie Christus  – jungfräulich empfangen.

Noch vor wenigen Tagen sagte mir dies eine marienfromme Frau, wobei sie sich gleichzeitig selber etwas darüber wunderte, denn die Ehe sei doch heilig und eine natürliche Befruchtung von daher ja „eigentlich“ kein Problem.

Sie berief sich aber auf die Geschichte von der „Goldenen Pforte“. Ich erklärte ihr, daß es sich hierbei lediglich um eine Sage handelt, die in der Heiligen Schrift nicht überliefert ist, sondern aus apokryphen (nicht-kanonischen, kirchlich nicht anerkannten) „Evangelien“ stammt.

Dabei sollen sich Joachim und Anna  – die Eltern Mariens  –  unter der Goldenen Pforte in Jerusalem begegnet sein, was aber nicht bedeuten muß, daß sie dort eine wunderbare Empfängnis erlebt haben. Vielmehr hätten sie wohl, so will es jene Geschichte verdeutlichen, über eine Engelsbotschaft gesprochen, welche ihnen die Empfängnis Marias ankündigte.

Selbst die Namen Joachim und Anna sind biblisch nicht erwähnt, sondern entstammen Legenden aus frühchristlicher Zeit. Es spricht aber nichts dagegen, daß diese Information zutrifft, zumal sie immerhin dem 2. Jahrhundert entspringt. 011_7A

Eine Verehrung der Mutter Anna bzw. der Eltern Mariens ist erst im Laufe der späteren Kirchengeschichte entstanden, vor allem im Spätmittelalter hinsichtlich eines speziellen Anna-Kultes. Diese Verehrung hat sich zumal in Schlesien stark ausgebreitet, wobei vor allem der Wallfahrtsort auf dem Annaberg große Bedeutung erlangte. 

Die Kirche geht also von einer normalen ehelichen Empfängnis und Geburt Mariens aus. Auch die Erzählungen, wonach Maria im kindlichen Alter als Tempeljungfrau nach Jerusalem gebracht worden sei, sind nicht nur legendär, sondern schlicht unsinnig. Es gab im Judentum grundsätzlich keine Tempeljungfrauen oder kleine Mädchen, die im Tempel „erzogen“ wurden. Daran ändern auch allerlei „Privatoffenbarungen“ und diverse Visionen nichts.

IMMACULATA: Maria als Erst-ERLÖSTE des Neuen Bundes

Das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis“ (Maria Immaculata) hat nichts mit einer jungfräulichen Empfängnis Mariens im Leib ihrer Mutter Anna zu tun, zumal die Madonna auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickte.

Die Immaculata-Lehre besagt vielmehr, daß Maria durch eine besondere Gnadengabe Gottes bei ihrer Empfängnis von jedem Makel der Erbsünde bewahrt worden ist – und zwar (so heißt es im Dogma wörtlich) „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers“.

Maria ist also eine Voraus-Erlöste, Erst-Erlöste und Voll-Erlöste durch Christus und für Christus.

Diese gleichsam „vollendete“ Erlösung und göttliche Begnadigung ermöglichte es ihr, als auserwähltes Geschöpf und „Magd des HERRN“ am Heilswerk Christi mitzuwirken. Die Mithilfe der Madonna „von Gottes Gnaden“ ändert freilich nichts daran, daß Christus unser alleiniger und vollkommener Erlöser und daß ER unser einziger Mittler zum Vater ist.

Die Geburt Mariens wird am 8. September gefeiert, das Immaculata-Hochfest genau drei Monate später, am 8. Dezember. Davon ebenfalls zu unterscheiden ist die jungfräuliche Empfängnis Christi, an welche die Kirche am Fest der Verkündigung des HERRN erinnert  – also am 25. März.


Die hl. Katharina von Siena erlebte eine irrtümliche „Marienerscheinung“

Von Felizitas Küble

Zu den solidesten theologischen Standardwerken über Grundfragen der Mystik  – also der außergewöhnlichen „Gnadenerweise“   –  gehört das „Handbuch der Mystik“, das der französische Jesuitenpater August Poulain SJ verfaßte.

Das Buch wurde seinerzeit vom hl. Papst Pius X. ausdrücklich empfohlen sowie  in der quasi-amtlichenvierge_pellevoisin, jesuitischen Vatikanzeitschrift „Civilta Cattolica“ gewürdigt.

Das tiefgründige, systematisch durchdachte Werk wurde 1925 beim Herder-Verlag in deutscher Sprache herausgebracht und umfaßt 564 Seiten.

Der Autor beschäftigt sich in seinem katholischen Kompendium sehr fundiert auch mit dem Themenkreis Privatoffenbarungen / Erscheinungen.

Dabei räumt er unter Auflistung seitenlanger Beispiele ungeschminkt ein, daß auch Selige und Heilige nicht selten durch irrige Visionen getäuscht wurden.

Hierbei ist zu berücksichtigen, daß jene vorbildlichen Katholiken, die zur „Ehre der Altäre“ erhoben wurden, ohnehin keineswegs als unfehlbar zu gelten haben, geschweige sind ihre Ansichten etwa automatisch irrtumsfrei.

Noch viel weniger kann man davon ausgehen, daß bei den von diesen Personen erlebten außerordentlichen Begleiterscheinungen der Mystik immer eine göttliche Einwirkung bzw. himmlische Ursache vorhanden war.

Sogar bei solchen Visionen oder Einsprechungen, die wahrscheinlich durchaus einen übernatürlichen „Kern“ enthalten, haben sich nicht selten menschliche bzw. allzu menschliche Irrtümer eingeschlichen, weil derlei Offenbarungen auch durch individuelle Sinneseindrücke, die Besonderheiten der jeweiligen Sprache und Gefühlswelt geprägt sind.

Aus den zahlreichen Beispielen irriger Erscheinungen bei Heiligen, welche Pater Poulain offen und konkret anspricht, erwähnen wir nun ein Beispiel, das die hier behandelte Problematik anschaulich aufzeigt:

Hl. Katharina: Maria „nicht unbefleckt empfangen“

Die heilige Katharina von Siena gehört zu den bekanntesten Mystikerinnen des Mittelalter; sie wurde 1939 von der Kirche zur „Schutzpatronin Italiens“ erklärt und 1970 von Papst Paul VI. (ebenso wie die hl. Theresa von Avila) sogar zur „Kirchenlehrerin“ erhoben.

1999 hat Papst Johannes Paul II. sie (zusammen mit der hl. Brigitta von Schweden und der hl. Edith Stein) zur „Patronin Europas“ ernannt.

Diese Ehrentitel ändern jedoch nichts daran, daß Katharina von Siena zumindest eine Erscheinung für echt hielt, die aber sicherlich nicht von „oben“ stammte:

Die stigmatisierte Ordensfrau erklärte nämlich, die Gottesmutter sei ihr im Jahre 1377 erschienen und habe ihr unmißverständlich erklärt, sie sei keineswegs unbefleckt empfangen. 

Nun muß man hierzu wissen, daß jene Auskunft damals keineswegs eine allgemeine Empörung auslöste, denn das Dogma von der Immaculata  – also der makellosen Empfängnis Mariens (Bewahrung vor der Erbsünde)   – wurde erst 1854 von Papst Pius IX. verkündet.  P1020947

Im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit war dieses Thema eine unentschiedene Streitfrage unter Theologen, wobei der Dominikanerorden sich an dem namhaften Kirchenlehrer Thomas von Aquin orientierte, welcher die Immaculata-These wegen seiner strikten Auslegung von der Universalität der Erbsünde ablehnte.

Stattdessen plädierte er für eine „Reinigung“ bzw. Heiligung Mariens im Mutterschoß (als sie im Leib ihrer Mutter Anna lebte). Ähnlich argumentierte bereits zuvor der große Marienverehrer und Zisterzienser-Ordensgründer Bernhard von Clairvaux.

Die Wortführer dieser theologischen Richtung nannte man „Makulisten„.

Hingegen vertraten vor allem führende Franziskaner mit zunehmendem Eifer die Auffassung von Johannes Duns Scotus, daß die selige Jungfrau Maria durch einen besonderen Gnadenakt Gottes und im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi von vornherein vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb.

Die Vertreter dieser Strömung wurden als „Immakulisten“ bezeichnet.

Beide theologischen Schulen argumentierten mit biblischen und patristischen Hinweisen, hatten aber auch jeweils „ihre“ dazu passende Erscheinung. Die Immakulisten beriefen sich auf die hl. Birgitta von Schweden, der die selige Jungfrau in einer Vision bestätigt habe, sie sei die unbefleckt Empfangene.

Papst Urban VIII. wußte sich zu helfen…

Die Päpste erlaubten ausdrücklich beide gegensätzlichen Standpunkte. Urban VIII. wurde angeblich gefragt, welche der beiden heiligen Jungfrauen  – Brigitta von Schweden oder Katharina von Siena  – mit ihrer jeweiligen Marienerscheinung denn richtig liege. Er antwortete diplomatisch: Als Privatmann plädiere er für Katharina, als Papst für Brigitta…

Auch das Konzil von Trient vermied eine lehramtliche Festlegung in dieser Streitfrage. Allerdings wuchs die Zahl der bedeutenden Immakulisten beständig, auch in der Volksfrömmigkeit verstärkte sich diese Tendenz. 3068

1854 wurde sodann die Immaculata-Lehre dogmatisiert und damit der jahrhundertelange Theologenstreit endgültig entschieden.

Hätte Katharina von Siena also heute bzw. in den letzten 170 Jahren gelebt, so würde die Kirche eine solche Erscheinung sogleich als unrichtig einschätzen, zumal es sich bei der Immaculata-Lehre um ein Dogma handelt, also einen letztverbindlichen, unfehlbaren Glaubenssatz der Kirche, an dem es aus katholischer Sicht nichts zu deuteln gibt.

„Marienerscheinung“ unterstützte Dominikaner-These

Nun muß man berücksichtigen, daß die hl. Katharina von Siena dem Dominikanerorden angehörte  – und damit wohl jener theologischen Richtung nahestand, welche die Immaculata-Auffassung ablehnte.

Insofern hatte sie eine dazu passende Privatoffenbarung erhalten, die sie als Himmelsbotschaft ansah. Möglicherweise war die Erscheinung im Kern sogar „echt“, doch sie hat nicht alles korrekt aufgefaßt. Mitunter können sich übernatürliche Phänomene und menschliches Mitwirken stark durchdringen.

Seit der erwähnten Dogma-Verkündigung ist jedenfalls sonnenklar, daß sich die Heilige bezüglich ihrer Marien-Auskunft geirrt hat. Dabei ist zu beachten:

Die spezielle Schwierigkeiten besteht nicht etwa darin, daß Katharina nicht an die Immaculata glaubte (das war damals  wie gesagt kein Problem; immerhin konnte sie sich hierbei auf die namhafte Autorität des hl. Thomas berufen).

Der springende Punkt ist vielmehr, daß sie sich bezüglich ihrer Auffassung nicht etwa auf Verstandeseinsichten bzw. theologische Begründungen (welcher Art auch immer) stützte, sondern auf eine Erscheinung   –  und damit ihrer Auffassung quasi einen „himmlischen Stempel“ verleihen wollte. Zumindest wird deutlich, daß jenes Visionserlebnis von ihrem theologischen Denken und Umfeld mitgeprägt war.  023_20A

Das „Handbuch der Mystik“ erwähnte diese Causa Katharina auf S. 330 und fügt hinzu, daß bereits Benedikt XIV. (siehe Abbildung) jene Marienerscheinung kritisch beurteilt habe.

In seinem vielbeachteten Werk über die Selig- und Heiligsprechungen erwähnte der Papst hierzu die Auffassung von P. Lancicius, wonach die Heilige sich offenbar „infolge einer vorgefaßter Meinung“ selber getäuscht habe.

Der Autor, Theologe und Jesuitenpater Carlos M. Staehlin äußert sich hierzu in seinem 1954 in Spanien erschienenen Werk „Visionen, Stigmata und Offenbarungen“. Es folgt ein Zitat aus dem Skriptum der deutschen Übersetzung von Theodor Baumann SJ (S. 381 f):

„Benedikt XIV. prüfte eingehend die berühmte Vision, die der hl. Katharina von Siena im Jahre 1377 zuteil wurde. In dieser Offenbarung teilte die Muttergottes selbst mit, daß sie in ihrer Empfängnis keineswegs unbefleckt geblieben sei. Der Papst zitiert einige Autoren, die in ihrem Bemühen, den guten Ruf der Heiligen als Seherin zu wahren, nicht davor zurückschrecken, die Herausgeber dieser Visionen als Fälscher anzuklagen. Als Lösung dieses Problems bietet der Papst schließlich die Meinung von P. Lancicius dar, wonach es möglich ist, daß die Heilige sich in gutem Glauben geirrt habe und wirklich meinte, die Muttergottes wiederhole ihr in jenen Ekstasen das, was Katharina wohl öfter vorher gehört hatte.“

Pater Poulain spricht angesichts dieser Causa und weiterer Beispiele, die er anführt, auf S. 309 folgende Warnung aus:

Wenn jedoch selbst Heilige getäuscht worden sind, und die Tatsachen sich nicht leugnen lassen, da muß jeder einsehen, daß auch er nach den Regeln der Klugheit vorzugehen hat.“

Amort: „Zahlreiche Widersprüche bei Offenbarungen“

Pater Poulain zitiert zu diesem Themenkreis auf S. 319 den bedeutenden Gelehrten und Kirchenrechtler Eusebius Amort (1692  – 1775), der kritische Werke über Erscheinungen und Visionen herausgab und sich insbesondere skeptisch mit den Privatoffenbarungen der spanischen Nonne Maria von Agreda befaßte.

Amort zieht als Ergebnis seiner gründlichen Studien folgendes Fazit:

„Die Offenbarungen von Personen, deren Heiligkeit und Wissenschaft von den Doktoren und Vorstehern der Kirche approbiert (akzeptiert, gebilligt) wurden, widersprechen sich untereinander, wie jene der hl. Birgitta, der hl. Gertrud, der hl. Katharina von Siena.“

(Es gab übrigens in Bern Anfang des 16. Jahrhunderts den aufsehenerregenden „Jetzer-Prozeß„, bei dem es um betrügerische Erscheinungen ging  – und zwar zu genau demselben Thema der unbefleckten Empfängnis Mariens. Vier Dominikaner wurden infolgedessen nach einem zweijährigem, vom Vatikan selbst angestrengten Verfahren hingerichtet. Die durch jene falschen Visionen entstandene Verwirrung im Volke wirkte sich verheerend aus und begünstigte damit die dortige Ausbreitung der Reformation. Näheres hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jetzer)

Dazu muß man wissen, daß die Kirche mit einer Heiligsprechung lediglich den heroischen TUGENDGRAD der betreffenden Persönlichkeit würdigt  –  und damit aber keineswegs ihre außergewöhnlichen religiösen Erlebnisse bestätigt.Radio Vatikan Dies bringt auch Pater Poulain auf S. 326 wie folgt auf den Punkt:

„Wenn ein Diener Gottes heiliggesprochen wird, bestätigt man seine Tugenden, nicht seine  Visionen.“

Hierzu zitiert der Autor auf S. 307 erneut Papst Benedikt XIV.: „Was hat man von Offenbarungen zu halten“, so fragt er, welche durch den Vatikan approbiert (genehmigt) wurden, also von kirchlich gebilligten Erscheinungen:

„Ich antworte darauf, daß ein Akt göttlichen Glaubens ihnen gegenüber weder notwendig noch möglich ist, sondern nur ein Akt menschlichen Glaubens nach den Regeln der Klugheit, die sie uns als wahrscheinlich und fromm glaubwürdig hinstellen.“

Auf keinen Fall eignen sich Privatoffenbarungen aber dazu (und damit wären wir wieder bei der Causa Katharina von Siena), um strittige theologische Fragen zu entscheiden.

„Katholiken ist es freigestellt, an Erscheinungen zu glauben“

Hierzu zitiert Pater Poulain auf S. 307 seines Handbuchs den sachkundigen Kardinal Pitra:

„Jeder weiß, daß man ganz frei ist, an Privatoffenbarungen zu glauben oder nicht, selbst bei den allerglaubwürdigsten. Auch wenn die Kirche sie approbiert, werden sie bloß als wahrscheinlich, nicht als absolut sicher hingestellt.

Sie dürfen nicht dazu dienen, unter Gelehrten strittige Fragen der Geschichte, Physik, Philosophie oder Theologie zRadioVatikanu entscheiden. Man darf ruhig von diesen Offenbarungen abweichen, selbst von den approbierten, wenn man sich auf solide Gründe stützt.“

Hieraus ergibt sich die (theo)logische Schlußfolgerung:

Wenn ein Katholik an irgendeine „Privatoffenbarung“ eines Seligen oder Heiligen nicht glauben möchte, so ist das sein gutes Recht  – und niemand kann daraus einen berechtigten Vorwuf ableiten, zumal die Kirche es auch nicht tut.

Dasselbe Prinzip gilt allgemein für die kirchlich approbierten Erscheinungen: Das Kirchenvolk darf ihnen seine Zustimmung schenken, muß es aber nicht, denn die göttliche Offenbarung ist mit dem Tod des letzten Apostels bzw. dem Ende der apostolischen Zeit abgeschlossen.

Dies ist nicht „nur“ ein Dogma, sondern sogar ein sog. „Axiom“, also eine Denkvoraussetzung (!) für viele weitere Dogmen und Lehraussagen der Kirche.

Wegen dieses fundamentalen Prinzips sind selbst die sog. „anerkannten“  – also die kirchlich approbierten  – Erscheinungen nicht glaubensverpflichtend, sondern diese Billigung stellt lediglich eine Erlaubnis bzw. Genehmigung dar (Benedikt XVI.: „Es ist gestattet, daran zu glauben“)  –  und bedeutet keineswegs eine verbindliche Bestätigung durch das kirchliche Lehramt.  (Näheres dazu: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/29/was-bedeutet-die-kirchliche-approbation-einer-privatoffenbarung-genau/)

Diese kirchlichen Grundsätze zur göttlichen Offenbarung einerseits und Privatoffenbarungen andererseits sind selbst frommen Katholiken nicht immer bekannt, weshalb es nötig erscheint, sie gelegentlich einzuschärfen.

Leider sind auch die im allgemeinen zu einer gesunden Vorsicht neigenden kirchlichen Untersuchungskommissionen durchaus nicht immer kritisch genug. Welche fürchterlichen Folgen es zeitigen kann, wenn eine bischöfliche Kommission zu wenig skeptisch vorgeht, zeigt z.B. der verhängnisvolle „Fall Stella“ aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. (Bericht hierzu: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45789205.html)

Fundierte Literatur zur Vertiefung: Vorlesung des katholischen Theologen Prof. Dr. Joseph Schumacher aus Freiburg: http://www.theologie-heute.de/MystikvorlesungIEndfassung2014_2015.pdf


IMMACULATA: Hochfest der makellos empfangenen Jungfrau und Gottesmutter

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Gen 3,9-15.20:

Nachdem Adam von Baum gegessen hatte, rief Gott, der HERR, ihm zu und sprach: Wo bist du?  media-373855-2

Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.

Darauf fragte ER: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?

Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.

Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan?  –  Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen.

Da sprach Gott, der HERR, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.

Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. ER wird dir den Kopf zertreten –  und du triffst ihn an der Ferse.

Adam nannte seine Frau Eva – das heißt „Leben“ – , denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

 


Hochfest der Immaculata: „Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau'“

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Genesis 3,9-15.20:

Als Adam von Baum gegessen hatte, rief ihn Gott, der HERR, und sprach: Wo bist du?  0001
Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.

Darauf fragte ER: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.
Gott, der HERR, sprach zu der Frau: Was hast du da getan?  –  Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt  –  und so habe ich gegessen.

Da sprach Gott, der HERR, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. ER wird dir den Kopf zertreten  –  und du triffst ihn an der Ferse.

Adam nannte seine Frau „Eva“ (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg


PAPST: „Die selige Jungfrau Maria soll uns Vorbild und Fürsprecherin sein“

In der Jungfrau Maria öffnet sich die Menschheit auf Gott hin. Das betonte der Papst beim Angelus (dem Engel-des-HERRN-Gebet) am heutigen Samstag zum Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria. RadioVatikan

Weiter ging er auf die Bedeutung Mariens für den Glauben ein: „Zum aktuellen ‚Jahr des Glaubens’ möchte ich betonen, dass Maria aufgrund der Gnade Gottes ohne Erbsünde empfangen wurde  –  aber auch, weil Gott in ihr und ihrem Glauben absolute Bereitschaft und Unterstützung gefunden hat“, so Papst Benedikt in seiner italienischen Ansprache auf dem Petersplatz.

Das strahlende Licht der Jungfrau Maria helfe auch, den wahren Sinn der Erbsünde zu begreifen:  „Maria zeigt uns die vollkommene Gemeinschaft von Gott und Mensch. Zwischen ihr und Gott herrscht die absolute Einheit. Durch die Sünde wird der Mensch von dieser Einheit mit Gott getrennt. Maria aber ist frei von jeder Sünde, sie ist erfüllt von Gottes Gnade und seiner Liebe“, so der Pontifex.

Darin zeige sich, daß man auf den Glauben bauen könne, das Bündnis mit Gott reiße nicht. In Maria habe Gott einen heiligen Ursprung geschaffen, aus dem Jesus Christus, der Retter hervorgehen konnte. So zeige die Immaculata, daß Gottes Treue den wahren Glauben hervorbringe.

Zu den deutschsprachigen Pilgern sprach der Papst: 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

„Der HERR offenbart uns in Maria, dass er in seinem göttlichen Wirken auf die Mitarbeit seiner Geschöpfe zählt. Maria ist bereit, ihren Teil zur Menschwerdung des Gottessohns beizutragen. ‚Mir geschehe, wie du es gesagt hast’ (Lk 1,38), antwortet sie, als der Engel ihr den Willen Gottes verkündet.

Dieser Wille übersteigt die Kraft eines Menschen. Wir können ihm nur folgen, wenn wir uns im Glauben Gott anvertrauen, uns durch die schöpferische Kraft seiner Liebe umwandeln lassen zu neuen Menschen.

Die selige Jungfrau Maria soll uns ein Vorbild sein und Fürsprecherin, damit wir den Willen Gottes in unserem Leben erkennen und danach handeln. Euch und euren Familien wünsche ich einen gesegneten Feiertag!“

Quelle: Radio Vatikan