Impfstoff gegen Multiple Sklerose entdeckt?

Einen aussichtsreichen Ansatz für eine neue Therapieoption gegen Multiple Sklerose (MS) haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz und des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Transregio Sonderforschungsbereich 128 entdeckt. 

Sie fanden heraus, dass bei MS-Patienten auf der Oberfläche bestimmter T-Zellen das Protein Prohibitin hochkonzentriert vorkommt und dass dieser Effekt mit einer hohen Aktivität der mitogenaktivierten Proteinkinase (MAPK) CRAF einhergeht.

Die Forscher konnten im Modell zeigen, dass sich die Interaktion zwischen Prohibitin und CRAF mittels eines Polysaccharid-Impfstoffs unterbrechen und somit ein Anstieg an anti-entzündlichen regulatorischen T-Zellen erreichen lässt. Dadurch nimmt die Schwere der Erkrankung im Versuchsmodell der MS ab. Diese Forschungserkenntnis haben die Wissenschaftler kürzlich im The EMBO Journal veröffentlicht.

Gegenwärtig gilt: MS ist nicht heilbar. Es lassen sich lediglich auf therapeutischem Wege die Symptome lindern. Vor diesem Hintergrund lässt der vielversprechende Ansatz der Wissenschaftler aus der Cell Biology Unit, der Klinik für Neurologie und des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für eine neue Therapieoption gegen MS aufhorchen.

Im Versuchsmodell der Multiplen Sklerose haben die Wissenschaftler um Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp und Univ.-Prof. Dr. Krishnaraj Rajalingam von der Universitätsmedizin Mainz herausgefunden, dass auf der Oberfläche von Interleukin-17 (IL-17) produzierenden Th17-Zellen (eine Subpopulation von T-Zellen) die Proteine Prohibitin 1 und 2 hochreguliert sind. IL-17 ist ein Botenstoff des Immunsystems.

„Diese verstärkte Oberflächenexpression der Prohibitine 1 und 2 ging mit einer gleichermaßen hohen Aktivität der MAP Kinase CRAF und der nachgeschalteten MAP Kinase Signalweiterleitung einher. Diese Beobachtung machten wir nicht nur bei gesunden Menschen, sondern auch für Th17-Zellen von Patienten, die an MS leiden“, unterstreicht Prof. Dr. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz. MAP Kinasen werden durch Wachstumsfaktoren aktiviert.

Es kommt zu einer mehrstufigen Signalkaskade (i.S. einer Signalweiterleitung), die letztlich grundlegende biologische Prozesse wie beispielsweise das Zellwachstum reguliert. In vielen Tumorerkrankungen sind Bestandteile dieses Signalweges verändert, was unter anderem ein verstärktes Wachstum von Tumorzellen begünstigen kann.

Auf Grundlage dieser Erkenntnis wollten die Mainzer Wissenschaftler herausfinden, ob und gegebenenfalls wie sich die Interaktion zwischen Prohibitin und CRAF nicht nur unterbrechen sondern verhindern lässt. Im Rahmen ihrer Studie verwendeten sie unter anderem den von der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zur Behandlung von Typhus zugelassenen Impfstoff Vi Polysaccharid.

Dieser Impfstoff unterbricht die Interaktion zwischen CRAF und Prohibitin und stellt somit eine neue Art von Kinasehemmer dar. Es zeigte sich, dass dieser Impfstoff in der Lage ist, die Aktivität von CRAF in behandelten Zellen stark zu verringern. „In weiterführenden Untersuchungen im Krankheitsmodell konnten wir zeigen, dass die Anzahl anti-entzündlicher regulatorischer T-Zellen anstieg und sich dadurch die Intensität der MS deutlich verringern ließ“, so der Zellbiologe Prof. Dr. Krishnaraj Rajalingam, Leiter der Cell Biology Unit.

„In einem nächsten Schritt planen wir, diese Erkenntnisse auch auf andere Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise die rheumatoide Arthritis zu übertragen“, so der Inhaber einer Heisenberg Professur für Zellbiologie und Fellow des Gutenberg Forschungskollegs der Johannes Gutenberg-Universität.

Auch der Sprecher und Koordinator des FZI, Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp, bewertet den neuen Ansatz als Erfolg versprechend, zumal Wirkstoffe, die in der Lage sind, Kinasen zu hemmen, bereits als Therapieform Einzug in die Patientenversorgung gehalten haben. „Die zielgerichtete Therapie von Tumor- sowie Autoimmunerkrankungen mittels Kinasehemmern ist ein vielsprechender Ansatz, der bereits klinische Anwendung findet.“

Quelle und 2. Foto: Universitätsmedizin Mainz


Kenia: Kirche und Staat führen Tests zur umstrittenen Anti-Tetanus-Impfung durch

Die katholische Kirche und das Gesundheitsministerium in Kenia werden gemeinsame Tests durchführen, die prüfen sollen, ob der Impfstoff der jüngst durchgeführten Anti-Tetanus-Impfung Spuren von Beta HCG enthält, das die Fruchtbarkeit bei Frauen beeinträchtigt. 76aa47d054

Dies wurde am 18. November im Anschluß an ein Treffen zwischen dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz und Erzbischof von Nairobi, Kardinal John Njue, und Vertretern des Gesundheitsministeriums bekannt gegeben.

“Wir haben uns auf einen gemeinsamen Test des Impfstoffs geeinigt, der jeweils von drei Vertretern des Gesundheitsministeriums und der katholischen Kirche durchgeführt wird”, sagte der Leiter des Medizinischen Dienstes, Dr. Nicholas Muraguri.

“Am Mittwoch (19. November) werden wir festlegen, wo der Test durchgeführt werden soll, welches Labor und welche Technik dafür genutzt werden”, so Dr. Muraguri weiter, der sich künftig eine bessere Absprache zwischen der kath. Kirche und dem Gesundheitsministeriums bei landesweiten Impfkampagnen wünscht.

Die Bischöfe hatten den Verdacht geäußert, daß es sich bei der Impfkampagne für Frauen im Alter von 14 bis 49 Jahren um eine Maßnahme der staatlichen Geburtenkontrolle handelt. Bei Labortests waren Spuren von Beta HCG gefunden worden.

Quelle: Fidesdienst – Foto: HMK


Israel: Wissenschaftler entwickelt Impfstoff gegen den tödlichen Ebola-Virus

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Wie die Times of Israel berichtet, war Dr. Leslie Lobel nicht überrascht, als er von dem jüngsten Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika hörte, immerhin der weitläufigste seit seiner Entdeckung 1976 im damaligen Zaire.
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Dr. Lobel, Virologe an der Ben-Gurion-Universität im Negev, hat solch einen Ausbruch lange vorausgesagt.Die schnelle Verbreitung der Krankheit in Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria hat die dringende Notwendigkeit der Entwicklung des Impfstoffs, an dem Lobel und sein Team seit nunmehr zwölf Monaten arbeiten, vor Augen geführt. Dabei untersuchen die Wissenschaftler das Immunsystem von Ebola-Überlebenden aus Uganda.
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Der Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch über den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Etwa zehn Tage nach der Infizierung mit dem Ebola-Virus beginnen die Symptome aufzutreten.

Anfänglich gleichen die Symptome jenen einer Grippe, aber in der Hälfte der Fälle treten innere Blutungen auf. Danach beginnen Blutgefäße im Körper an Flüssigkeit zu verlieren. Dies führt zu sehr niedrigem Blutdruck und zerstört innere Organe.

Bei vorigen Ausbrüchen endeten zwischen 60 und 90 Prozent der infizierten Fälle tödlich.

“Dieser Ausbruch ist letztlich nur eine logische Folge von dem, was bisher geschah“, sagt Lobel über die Epidemie, die seit März bereits 1600 Menschen das Leben gekostet hat.

“Es ist ein Resultat davon, dass die Welt unaufmerksam wurde, wenn es um die Bekämpfung von Infektionskrankheiten geht. Seit den 1970er Jahren gab es zu wenig Überwachung oder Entwicklung von Expertise im Umgang mit solchen Krankheiten“, sagt er.

Zusätzlich erwähnt Lobel die Globalisierung und die Erderwärmung als Faktoren, die den gegenwärtigen Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers begünstigt haben. Beide hätten die ökologischen Nischen von Fledermäusen gravierend beeinträchtigt. Viele Wissenschaftler glauben, dass die Tiere dem Virus als Reservoir dienen.

Laut dieser Theorie infizieren Affen und Menschen sich, nachdem sie Nahrung zu sich nehmen, die in Kontakt mit Speichel oder Kot von Fledermäusen kam, oder indem sie Oberflächen berühren, die mit den Ausscheidungen in Berührung waren, und sich danach Augen oder Mund reiben.

“Die Schuld der Fledermäuse wurde tatsächlich nicht bewiesen. Für das Marburg Fieber (ausgelöst durch einen ähnlichen Virus) wurde es demonstriert, aber nicht für Ebola“, sagt Lobel.

“Aber Fledermäuse sind wahrscheinlich trotzdem das Reservoir. Es macht Sinn, weil sie nicht weit fliegen und normalerweise nicht in Kontakt mit Menschen kommen. Das würde das begrenzte Ausmaß der bisherigen Ausbrüche erklären“.

Lobel und sein Team arbeiten mit dem US-Militär und dem Uganda Virus Research Institute zusammen, um einen Weg zur Übertragung der Langzeit-Immunität gegen die Krankheit durch die Verwendung von menschlichen monoklonalen Antikörpern zu entwickeln.

Die Zusammenarbeit mit dem US-Militär war ein wichtiger Faktor, da die Ben-Gurion-Universität auf Grund der Sicherheitslage im Nahen Osten nicht mit dem Ebola Virus arbeiten kann. Außerdem ist die Betreibung von Hochsicherheitslaboren mit einem enormen Kostenaufwand verbunden, weshalb es nur wenige auf der Welt gibt.

Das Ziel des Teams ist es, eine passive Impfung von vorgeformten Komponenten des Immunsystems zu entwickeln, die sofortigen Schutz gegen das Virus bieten würden.

“Das wäre sehr viel schneller als die aktive Impfung, die das US-Militär bereits produziert, die sich bei Affen als wirksam gezeigt hat”, so Lobel. “Ein aktiver Impfstoff entfaltet seine Wirksamkeit nach etwa einen Monat.”

Lobel sagt, dass die Entwicklung nur eine Frage der Zeit sei, zum Greifen nahe sei sie aber noch nicht.

Quelle: http://itrade.gov.il/germany/israelischer-wissenschaftler-entwickelt-impfstoff-gegen-ebolavirus/#sthash.lByrDRuX.dpuf