Verfassungsgericht in Italien: Weiter keine künstliche Befruchtung für Homo-Paare

Das Verbot künstlicher Befruchtung (IVF = In-Vitro-Fertilisation) für homosexuelle Paare ist nach Ansicht des italienischen Verfassungsgerichts nicht verfassungswidrig. Das berichtet die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ unter Berufung auf eine Mitteilung des Gerichts.

Wie die Zeitung schreibt, stehe das Urteil zwar noch aus, die abschließenden Beratungen der Richter tendierten aber in diese Richtung. Anlass der Beratungen seien Anfragen aus zwei unterschiedlichen Gerichtsverfahren in Bozen und Pordenone.

Darin heißt es, das entsprechende Gesetz zur Regelung künstlicher Befruchtung aus dem Jahr 2004 verstoße gegen verfassungsrechtliche Grundsätze. Demgegenüber erachte das Verfassungsgericht die Anfragen als unbegründet. Das kritisierte Verbot stehe nicht in Widerspruch zu den Verfassungsprinzipien, auf die sich die örtlichen Gerichte bezögen.

Im Artikel 5 des „Gesetzes für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung“ heißt es: „Volljährige Paare, die unterschiedlichen Geschlechts sowie in potenziell fortpflanzungsfähigem Alter sind, verheiratet oder zusammenlebend, und bei denen beide Partner noch leben, können Zugang zu medizinisch unterstützten Fortpflanzungstechniken erhalten.“ Verstöße können mit Geldstrafen zwischen 200.000 und 400.000 Euro geahndet werden.

Quelle: ALfA-Newsletter


Kinderwunsch-Tage in Berlin warben für rechtswidrige „Reproduktions“-Angebote

Hedwig von Beverfoerde

Am vergangenen Wochenende fanden in Berlin bereits zum dritten Mal die „Kinderwunsch-Tage“ statt.  Tatsächlich verbergen sich hinter der netten Fassade zahlreiche internationale Unternehmen und Kliniken aus dem Bereich der sogenannten Reproduktionsmedizin.

Firmen aus den USA, Spanien, Griechenland, Russland, Polen oder der Ukraine bieten dort ihre teuren und moralisch höchst fragwürdigen technologischen Methoden an, um den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen – um jeden Preis, wie es scheint.

Neben In-Vitro-Fertilisation (künstlicher Befruchtung) und Samenspende finden sich unter den Angeboten auch zahlreiche Praktiken, die in Deutschland verboten sind, wie z.B. Leihmutterschaft, Embryonenspende und Eizellenspende (siehe Embryonenschutzgesetz § 1).

Auch die Präimplantationsdiagnostik (PID) steht als reguläres Hilfsmittel zum perfekten Kind im Programm, die in Deutschland seit 2011 zwar nicht mehr verboten, aber nur unter besonderen Bedingungen erlaubt ist (siehe Präimplantationsdiagnostikverordnung). Die Aussteller kommen zwar aus Ländern, in denen diese „reproduktionsmedizinischen“ Maßnahmen erlaubt sein mögen, in Deutschland ist Werbung für zum Beispiel Leihmutterschaft aber untersagt (siehe Adoptionsvermittlungsgesetz § 13 c und d).

Der Leiter der Tagung, David McAllister von der britischen Eventagentur „F2F Events“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen CDU-Politiker), behauptete in einer Pressemeldung von Juni 2018 zwar, die Teilnehmer erhielten „neutrale Hilfe und Informationen“.

Allerdings forderte nicht nur derselbe McAllister wenige Monate zuvor noch die Legalisierung der Eizellenspende in Deutschland, auch die Realität auf der Veranstaltung sah anders aus: In den kurzen Vorträgen und den zahlreichen Infomaterialien wird für die verschiedenen Angebote im Ausland geworben.

Fotos von Leihmüttern und Eizellenspenderinnen werden gezeigt, die medizinischen und hygienischen Standards der Kliniken vorgestellt und die verschiedenen „Pakete“ erläutert, die man dort bestellen kann. Von „all inclusive Leihmutterschaftsprogrammen“ für 55.000 Euro in der Ukraine oder „Garantien“ auf Nachwuchs durch „unbegrenzte“ Versuche der künstlichen Befruchtung ist die Rede.  

Und die wenigen rechtlichen Hürden in diesen Ländern können die Unternehmen mittlerweile auch leicht umgehen. Bevor beispielsweise in Griechenland der Prozess einer Leihmutterschaft begonnen wird, muss ein Gericht feststellen, dass die rechtliche Mutter auf natürlichem Wege kein Kind bekommen kann. Absurderweise wird dies dem Gericht gegenüber von demselben Arzt festgestellt, der auch anschließend die Leihmutterschaft vorbereiten wird.

Und etwa in Spanien gibt es die sogenannte ROPA-Methode für lesbische Paare nur, wenn sie nachweisen können, zuvor mindestens zwei Jahre in einem Haushalt gelebt zu haben. Für die Ärztin der spanischen Klinik kein Problem: Wenn das Paar das nicht könne, sollten sie dennoch kommen, ihr Notar würde das schon unterschreiben.

Quelle und vollständiger Text hier: https://demofueralle.blog/2019/03/13/schatz-lass-uns-ein-baby-kaufen-ein-bericht-von-der-kinderwunsch-messe-in-berlin/


Ethische Grenzen der Biotechnologie: Gibt es ein „Recht auf Kinder“?

Von Dr. med. Edith Breburda

Viele meinen, sie hätten ein Recht auf Kinder und wenn dieses auf natürlichem Weg nicht möglich ist, hat die moderne Biotechnologie Alternativen gefunden. Dr. Breburda

Das Wall Street Journal berichtete am 27. Juli 2015 von einen Gerichtprozess über den angemessenen Preis, den eine junge Frau für den Erlös ihrer Eizellen erhalten sollte. Der Preis variierte zwischen 5.000 und 15.000 US-Dollars und war hauptsächlich abhängig von der Qualität der gewonnen Eizellen, dem Aussehen, der Intelligenz und anderen Eigenschaften der Spenderin.

„Die Idee, dass Eizellen zu verschiedenen Preisen vermarktet werden können, erinnert an eine moderne Form des Sklavenmarktes. Sollte menschliches Leben nicht in einer liebenden Atmosphäre weitergegeben werden? Eizellen mit einem Preisschild zu versehen, macht deutlich, dass an der ganzen Sache etwas falsch ist“, erläutert der Jesuitenpater James Schall S.J.

Wie neues Leben entsteht, ist keine menschliche Erfindung. Wir verdanken es auch nicht den Wissenschaften, Nachkommen haben zu können. Neues Leben entstand bereits, bevor wir überhaupt darüber nachdachten.

Neues Leben ist an Mann und Frau gekoppelt

Die Frage, wie sich die Menschheit „erneuert“, existiert seit jeher und ist unabdinglich an einen Mann und eine Frau gekoppelt, die sich gegenseitig ergänzen. Ihre Unterschiede machen es möglich, eine Einheit zu bilden, aus der neues Leben hervorgeht. Edith-Breburda

Das Geschäft, menschliche Eizellen und die dazugehörigen Samenzellen käuflich zu erwerben, ist erst seit der In-Vitro-Fertilisation (künstlichen Befruchtung) möglich. Am 25. Juli 1978 wurde das erste Retortenbaby, Louie Joy Brown geboren. Das war auf den Tag genau 10 Jahre nach der päpstlichen Enzyklika Humanae Vitae, die sich mit der Weitergabe des menschlichen Lebens befasst.

BILD: Allein die Liebe zwischen Mann und Frau kann fruchtbar sein (Foto: Dr. E. Breburda)

“Heute ist Sex steril geworden, er hat nichts mehr mit der Zeugung eines Kindes zu tun. Ehe definiert man neuerdings als Freundschaft oder Liebe, die keinen Bezug zu Nachkommen hat“, schreibt der kanadische Journalist David Warren.

Kinder bringt uns nicht der Storch. Der Mensch kann sich nicht selber erschaffen. Der Tod gehört zum Leben und so wird alle hundert Jahre  –  oder auch kürzer  –  die gesamte Menschheit auf dem Planeten durch Nachkommen ersetzt.

Mann und Frau ersetzen sich durch die Geburt ihrer Kinder. Milliarden Menschen haben bisher auf unserer Erde gelebt. Momentan leben 7 Milliarden Menschen auf dem blauen Planeten.

Die Wissenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität zu verbessern. Bereits Plato (427 – 347 v. Chr.) hatte dieses Ziel. Damals durften Eltern nicht wissen, wer ihre Kinder sind und Kinder sollten ihre Eltern nicht kennen. Die Familie wurde als Institution angesehen, die Ungerechtigkeit hervorbringt.

Die Anonymität der modernen Reproduktionstechniken weist diesbezüglich eine Ähnlichkeit auf. Trotzdem ist es sinnvoll, dass Kinder wissen sollten, wer ihre Eltern sind. Durch eine DNA-Analyse kann man heute sowieso herausfinden, wer die Eltern sind.

Und oft hat das immense rechtliche Folgen. Diese Möglichkeit erlaubt es, Eizellenspender oder Samenzellenspender unterhaltspflichtig zu machen. Vielleicht denkt man jetzt erst darüber nach, ob Eizellen verkauft werden sollen, oder ob auch andere Dienste –  wie die einer Leihmutter  – angeboten werden sollten.

Trend zum biologischen Kolonialismus

Wir sprechen von einem biologischen Kolonialismus, wenn wir von unfruchtbaren Paaren reden, die sich ihre Kinder in Asien oder Indien bestellen. Ob die Inanspruchnahme einer Leihmutter letztendlich frauenfeindlich ist, interessiert nicht. Die Gesellschaft ist desensibilisiert. Dass bei einer künstlichen Befruchtung viele Embryos sterben oder im Gefrierschrank landen, scheint nicht weiter verwerflich zu sein. Book

Ob es sich bei einem Embryo um menschliches Leben handelt, ist für viele keine biologische Tatsache, sondern religiöse Anschauungssache[1] (mehr dazu im dem Buch: Reproduktive Freiheit, free for what? vom Juni 2015)[2].

Ein Leserbrief von Colleen Sonderberg im Wisconsin State Journal vom 8. August 2015 ist der Überzeugung, dass soziale Gerechtigkeit unparteiisch sein sollte:

„Die Medien halten sich jedoch zurück, über das Skandalvideo von Planned Parenthood zu berichten. Die Leute diskutieren lieber darüber, zu welchem Zeitpunkt menschliches Leben beginnt, damit sie keine Verantwortung übernehmen müssen.

Es scheint leichter, über Ungerechtigkeiten zu schweigen. Sonst hätte es vielleicht gar keinen Sklavenhandel in Amerika gegeben. Diese Praktiken waren damals legal, womit sie allerdings nicht gerechtfertigt oder moralisch entschuldigt werden können.

So gesehen bleibt eine Abtreibung Mord. Sie stoppt ein menschliches Herz und nimmt ein einmaliges Leben. Wir sind wertvoll, weil wir Menschen sind. Ob wir im Mutterleib sind oder schon geboren wurden, spielt dabei keine Rolle. Wir sind kein Zellhaufen, der auf magische Weise zum Menschen wird, wenn er durch den Geburtskanal rutscht. imagesCAHIF86C

Die Organe, die Planned Parenthood verkauft, sind menschliche Organe. Warum protestieren die Medien nicht und sind darüber empört, dass das grundlegende Menschenrecht, das Recht auf Leben, den Mitmenschen verweigert wird und ihre Organe respektlos verkauft werden.

Das verwundert, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass die Medien mehr als empört waren, als ein amerikanischer Zahnarzt den Löwen Cecil in Zimbabwe abgeschossen hat. Der Schütze wurde dafür vehement zur Verantwortung gezogen.“

Austin Ruse berichtete am 28. Juli 2015 über ein Video, das vom Center for Medical Progress veröffentlicht wurde, von einer Angestellten der Firma Stem-Express, deren Aufgabe es war, Frauen zu finden, die bereit waren, das fötale Gewebe ihrer abgetriebenen Kinder zu spenden. Richter verklagen jetzt die Abtreibungsgegner, die das Video ins Netz stellten[3].

New York Times attackiert Lebenrechtler

Die New York Times hatte am 21. Juli 2015 den Artikel With Planned Parenthood Videos, Activist Ignites Abortion Issue[4] auf ihrer ersten Seite abgedruckt.

Dieser wie auch andere Beiträge, die als Reaktion auf die Skandal-Videos über den Planned Parenthood-Verkauf von Organen geschrieben wurden, attackieren den 26-jährigen Video-Produzenten des Center for Medical Progress, David Daleiden. marsch_2013_photo_dv_447_m

Die New York Times schreibt, dass Daleiden dem Planned Parenthood-Abtreibungszentrum einen profitbringenden Verkauf von Körperteilen von Kindern unterstellt, was angeblich überhaupt nicht der Fall sei.

In dem Artikel wird die Frage gestellt, wie glaubwürdig und integer der Produzent der Videos sei und welche Verbindungen er zu „zwielichtigen“ Abtreibungsgegnern habe. Die Videos erscheinen in einer Zeit, in der die Republikaner ihren Präsidentschafts-Kandidaten ermitteln und man wolle mit den Videos vor allem Lebensrechtler als Wähler gewinnen.

Es geht also am Ende gar nicht mehr um die Tatsache, dass Planned Parenthood Organe von abgetriebenen Kindern verkauft. Stattdessen wird behauptet, das Daleiden nicht einsieht, dass die Forschung mit fötalem Gewebe wichtig ist, um Krankheiten behandeln und heilen zu können. Damit verteidigt die Zeitung die Abtreibungsmentalität, schreibt Sheila Liaugminas am 6. August 2015 in dem Blog Aleteia[5].

Die Behauptung, lebensrettende Forschung zu behindern, ist nicht neu. Auch humane embryonale Stammzellforscher haben so argumentiert. Wenn man den Ungeborenen allerdings die Personenwürde zukommen lassen würde, wie das der Präsidentschaftskandidat und Gouverneur des US-Bundestaates Wisconsin, Scott Walker, schon lange fordert, hätte das Auswirkungen.

Im Juli 2015 tagte ein New Yorker Gericht darüber, ob man zwei Versuchstier-Schimpansen (Hercules und Leo) von der Stony-Brook-Universität das Recht auf Personenwürde zukommen lassen solle. Steven Wise von der Nonhuman Rights Project Gruppe in Florida, der den Fall vor Gericht brachte, sagte:

„Wenn man Schimpansen legal zu Personen erklärt, bekommen sie eine gewisse Integrität und man kann sie nicht mehr als Versuchstiere einsetzten. Auch wenn das allerdings bedeutet, dass man sie nicht mehr einsperren darf[6].“

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Buch-Neuerscheinung vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/