Finnische Innenministerin löst Kontroverse aus – Evangelischer Erzbischof distanziert sich

„Tiere genießen mehr Schutz als Ungeborene“

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“: Aus dem Mund der  christdemokratischen Innenministerin Päivi Räsänen sorgt dieses Bibelzitat derzeit für eine aufschlußreiche Debatte in Finnland.

ZoomBei den lutherischen Missionstagen in Kankaanpää erklärte die Politikerin, es gebe Fälle, in denen die Bibel über dem Gesetz stehe.
Zugleich kritisierte sie, Tiere genössen in Finnland mehr Schutz als ungeborene Kinder bzw. menschliche Embryonen. Es sei ein Skandal, dass Finnland neben Schweden das einzige Land sei, in dem medizinisches Personal nicht aus Gewissensgründen die Teilnahme an einer Abtreibung ablehnen könne.

Justizministerin Anna-Maja Henriksson bezeichnete die Aussagen als „unglücklich“ für ein Regierungsmitglied und als „falsches Signal“. Auch Finnlands lutherischer Erzbischof Kari Mäkinen schaltete sich in die Debatte ein und erklärte, man könne den Standpunkt der Ministerin teilen oder auch ablehnen, dürfe diesen aber in keinem Fall mit der Haltung der evangelischen Kirche verwechseln.

Der lutherische Bischof von Porvoo, Björn Vikström, sagte, es könne Fälle geben, in denen ziviler Ungehorsam notwendig sei. Die Rolle von Päivi Räsänen als Innenministerin sei aber in diesem Zusammenhang problematisch.

Lediglich der  evangelische Bischof von Turku, Kaarlo Kalliala, erklärte, Gesetze müssten nicht immer richtig sein    und Frau Räsänen habe das Recht auf eine eigene Ansicht, auch wenn sie damit keine Mehrheit vertrete. Zugleich unterstrich er die grundsätzliche Gesetzestreue seiner Kirche.

Quelle: Livenet / Kipa / Jesus.ch