3000 Jahre alte Inschrift in Israel entdeckt: Geht es um den Namen des Richters Gideon?

Biblische Überlieferung erneut archäologisch bestätigt

Zum ersten Mal: Bei Ausgrabungen in Khirbat er-Ra’i, nahe Kiryat Gat, wurde eine Inschrift aus der Zeit der biblischen Richter geborgen, die sich auf das alttestamentliche Buch der Richter bezieht.

Die seltene Inschrift trägt den Namen „Jerubbaal“ in alphabetischer Schrift und stammt aus der Zeit um 1.100 v. Chr. Sie wurde mit Tinte auf ein Keramikgefäß geschrieben und in einer Lagergrube gefunden, die in den Boden gegraben und mit Steinen ausgekleidet war.

Das Keramikgefäß ist ein Krug, der etwa einen Liter fasst und möglicherweise eine wertvolle Flüssigkeit wie Öl, Parfüm oder Medizin enthielt. Offenbar hat der Besitzer des Gefäßes seinen Namen darauf geschrieben, um seinen Besitz zu kennzeichnen.

Die Inschrift wurde vom Epigraphik-Experten Christopher Rolston entziffert. Sie zeigt deutlich die Buchstaben yod (oben gebrochen), resh, bet, ayin, lamed, und Reste anderer Buchstaben deuten darauf hin, dass die ursprüngliche Inschrift länger war.

Prof. Garfinkel und Ganor erklären dazu:

„Der Name Jerubbaal ist aus der biblischen Tradition im Buch der Richter als alternativer Name für den Richter Gideon ben Yoash bekannt. Gideon wird zuerst erwähnt, als er den Götzendienst bekämpfte, indem er den Altar des Baal zerbrach und den Aschera-Pfahl abschlug.

In der biblischen Überlieferung wird er dann als Sieger über die Midianiter erwähnt, die den Jordan überquerten, um landwirtschaftliche Ernten zu plündern. Der Bibel zufolge organisierte Gideon eine kleine Armee von 300 Soldaten und griff die Midianiter bei Nacht in der Nähe von Ma’ayan Harod an.

In Anbetracht der geographischen Entfernung zwischen der Shephelah und dem Jesreel-Tal könnte sich diese Inschrift auf einen anderen Jerubbaal und nicht auf den Gideon der biblischen Überlieferung beziehen, obwohl nicht auszuschließen ist, dass der Krug dem Richter Gideon gehörte. In jedem Fall war der Name Jerubbaal zur Zeit der biblischen Richter offensichtlich gebräuchlich.“

Inschriften aus der Zeit der Richter sind extrem selten und in der israelischen Archäologie fast einmalig. Nur eine Handvoll Inschriften, die in der Vergangenheit gefunden wurden, tragen eine Reihe von nicht zusammenhängenden Buchstaben.

Dies ist das erste Mal, dass der Name Jerubbaal außerhalb der Bibel in einem archäologischen Kontext gefunden wurde – in einer Schicht, die auf etwa 1.100 v. Chr. datiert wird.

„Wie wir wissen, gibt es erhebliche Debatten darüber, ob die biblische Überlieferung die Realität widerspiegelt und ob sie den historischen Erinnerungen aus der Zeit der Richter und der Tage Davids treu ist“, sagen die Archäologen.

„Der Name Jerubbaal taucht in der Bibel nur in der Zeit der Richter auf, doch nun wurde er auch in einem archäologischen Kontext entdeckt, in einer Schicht, die aus dieser Zeit stammt. In ähnlicher Weise wurde der Name Ishbaal, der in der Bibel nur während der Monarchie König Davids erwähnt wird, in Schichten aus dieser Zeit am Fundort Khirbat Qeiyafa gefunden.

Die Tatsache, dass identische Namen in der Bibel erwähnt und auch in Inschriften gefunden werden, die bei archäologischen Ausgrabungen geborgen wurden, zeigt, dass Erinnerungen bewahrt und über die Generationen weitergegeben wurden.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Seltene-3000-Jahre-alte-Inschrift-gefunden.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=NL+15.7.2021


Frühchristliche Inschrift in Israel entdeckt: „Christus, geboren von Maria“

Widmung bittet darum, für zwei Verstorbene zu beten

Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde im Dorf et-Taiyiba im Jezreel-Tal haben kürzlich eine Inschrift entdeckt, die Jesus gewidmet ist und sich in einer der Wände eines prächtigen Gebäudes befindet. Die in Stein gemeißelte griechische Inschrift stammt aus dem Rahmen einer Eingangstür aus byzantinischer Zeit (spätes 5. Jahrhundert).

Inschrift: Christus von Maria geboren

Laut Frau Dr. Leah Di-Segni, Forscherin am Institut für Archäologie der Hebräischen Universität von Jerusalem, die den Text entziffert hat, handelt es sich um eine Widmungsinschrift, die beim Gießen der Fundamente der Kirche eingraviert wurde; sie lautet:

„Christus, geboren von Maria. Dieses Werk des gottesfürchtigsten und frommsten Bischofs [Theodo]sius und des elenden Th[omas] wurde aus dem Fundament gebaut. Wer hereinkommt, sollte für sie beten.“

Di-Segni erklärt dazu: „Die Inschrift begrüßt diejenigen, die eintreten, und segnet sie. Es ist daher klar, dass das Gebäude eine Kirche und kein Kloster ist: Die Kirchen begrüßten die Gläubigen am Eingang.“

Theodosius, den der Text als Gründer des Gebäudes bezeichnet, war einer der ersten christlichen Bischöfe. Er diente als regionaler Erzbischof – die höchste religiöse Autorität der Metropole Bet She’an, zu der et-Taiyiba im Tal gehörte.

Quelle und Fortsetzung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Jesus-gewidmete-Inschrift-entdeckt.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+21.01.21


Israel-Museum zeigt älteste antike Inschrift mit dem Ortsnamen „Jerusalem“

​Am vergangenen Dienstag ist im Israel-Museum in Jerusalem die älteste, bisher bekannte Steininschrift des Namens „Jerusalem“ erstmals präsentiert worden.

Die Original-Inschrift und eine Hervorhebung des Wortes „Yirushalaiym“ (Jerusalem)

Bei dem Exponat, das nun Teil der Dauerausstellung ist, handelt es sich um eine etwa hüfthohe Säule mit der Inschrift „Chananiya, Bar Dodalos Mirushalaym“ (Chananiya, Sohn des Dodalos aus Jerusalem).

Die Säule wurde Anfang des Jahres bei Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde in einem Handwerkerdorf aus der Zeit der Hasmonäer entdeckt. Das antike Dorf und damit die Ausgrabungsstätte liegen in der Nähe des ICC und damit an der Einfahrt ins moderne Jerusalem, etwa zweieinhalb km entfernt von der Altstadt.

Danit Levi, die Leiterin des Ausgrabungsteams, erzählte gegenüber der Nachrichtenseite Times of Israel über den Anblick der Inschrift: „Mein Herz begann zu klopfen, und ich war sicher, jeder könne es hören. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich noch nicht mal ein gutes Foto machen konnte.“

Levi datiert die Säule auf 100 v. Chr.; sie sei typisch für jüdische Handwerkerhäuser aus dieser Zeit. Die Inschrift bedeute entweder, dass jener Chaniniya das Haus finanziert oder dass er es bewohnt habe.

Zwar gehörte die Säule ursprünglich zu einem Haus in einem jüdischen Dorf (es finden sich etwa rituelle Badestellen (Mikwot) und auch weitere hebräische Inschriften), sie scheint jedoch anschließend von der Zehnten Römischen Legion weiterverbaut worden zu sein, die Jerusalem im Jahre 70 zerstörte.

Chananiya war möglicherweise einer der Töpfer des Dorfes, in dem Tongefäße für die Bewohner Jerusalems und die Pilger hergestellt wurden. Es sei typisch, so Levi, dass solche Produktionsstätten außerhalb der Stadtmauern lagen, um die Verschmutzung der Stadt zu vermeiden.

Abgesehen von der Lage am Wasser und Lehmvorkommen in der Nähe lag das Dorf aber auch an einem der Hauptwege, die zum Tempel führten. Jerusalem sei zur Zeit des Zweiten Tempels eine Stadt mit 50.000 Einwohnern gewesen – die während der großen Pilgerfeste um hunderttausende Pilger anwuchs.

Quelle (Text/Foto):http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Alteste-Inschrift-des-Wortes-Jerusalem-auf-Hebraisch-vorgestellt.aspx