„Tag der offenen Tür“am 22. März im Gymnasium und Internat Ettal

Am Samstag, den 22. März 2014, öffnen die Benediktiner zwischen 10.30 und 18 Uhr die Pforten von Gymnasium und Internat Ettal für die Öffentlichkeit. kloster-ettal-internat

Die Direktoren Frater Gregor Beilhack OSB für das Internat und StD Hubert Hering für das Benediktinergymnasium begrüßen die Gäste. Schüler selbst werden Führungen durch die Gänge und Räumlichkeiten von Schule und Internat anbieten.

Dass Latein eine lebendige Sprache ist, wird den Kindern in zwei Latein-Schnupperstunden um 10.30 und um 14 Uhr demonstriert. Eltern, Kinder und Gäste können sich von der Sportlichkeit in der Ettaler Spezialdisziplin Handball um 13 und um 16 Uhr überzeugen. RTEmagicC_RTEmagicC_kloster-ettal-internat2_jpg

Am Nachmittag gibt es Bastel- und Kletterangebote für Kinder, während die Eltern sich bei Kaffee und Kuchen über Schule, Internat und Tagesheim  –  die Ettaler Alternative zur Ganztagsschule  –  informieren können und mit anderen Eltern, Schülern, Lehrern, Internatserziehern und Direktoren ins Gespräch kommen.

Treffpunkt ist die „Mantelhalle“ des Internats direkt neben der Basilika.

Um 16 Uhr bieten Schülerinnen und Schüler dann sogar etwas Live-Musik zum Kaffee und zum  Abschluss des Tages ist eine Führung speziell mit dem Direktor Hering in der Schule um 16 Uhr und um 17 Uhr mit Frater Benno Rehländer OSB, der einen kleinen Einblick ins Klosterleben und in traditionelle Klosterräume wie den Chor- und Kapitelsaal gibt.

Kontakt für weitere Auskünfte: Pater Thaddäus Schreiber OSB: 015152623633 / Mail: pater.thaddaeus@internat-ettal.de

Internat der Benediktinerabtei Ettal
Kaiser-Ludwig Platz 1 in 82488 Ettal
Tel   08822-74-6635  / Fax  08822-74-6607
 

 


Nigeria: 30 Menschen in einem Schulinternat von Fanatikern ermordet

Im Nordosten Nigerias wurden 29 Kinder und ein Lehrer eines Internats ermordet. Laut Medienberichten sollen sie die Einrichtung nahe der Stadt Potiskum in der Nacht zum 6. Juli mit Gewehren und Brandsätzen angegriffen haben.

Nach AP-Informationen kamen die Angreifer mit Benzinkanistern und setzten das Verwaltungsgebäude sowie einen Schlafsaal in Brand. Zahlreiche Tote hätten wegen der starken Verbrennungen bisher nicht identifiziert werden können. Insgesamt habe das Internat zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 1200 Kinder beherbergt. 76aa47d054

Viele seien in Panik in den nahegelegenen Urwald geflohen. Unklar ist noch, wer genau hinter der Attacke steckt. Vermutlich handelt es sich um Mitglieder der islamischen Terrorsekte Boko Haram.

Erst Mitte Juni hatte die Gesellschaft für bedrohte Völker berichtet, dass Mitglieder dieser extremen Gruppe innerhalb von 24 Stunden mindestens 32 Menschen  –  die meisten davon Jugendliche  –  in Nordnigeria ermordet hätten.

Ein Sprecher der Terrorgruppe hatte nach den Überfällen angekündigt, dass Boko Haram nun auch gezielt gegen Jugendliche vorgehen werde, da sie mit den Sicherheitskräften kooperierten. Hunderte Jugendliche haben sich seit Jahresbeginn in Nordnigeria Selbsthilfegruppen angeschlossen, um die kriminellen Kämpfer aufzuspüren, zu melden oder den Sicherheitskräften zu übergeben.

Bislang richteten sich die Anschläge der Terroristen vor allem gegen Christen und Vertreter staatlicher Organe. Dabei wurden seit 2009 mehr als 3600 Personen ermordet. Von den 165 Millionen Einwohnern Nigerias bekennt sich mehr als die Hälfte zum Islam. Der Anteil der Christen wird auf 40 bis 48 Prozent geschätzt.

Quelle: http://www.idea.de

 


Abt Barnabas Bögle (Kloster Ettal) zur IPP-Studie: „Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Opferverein“

Erklärung anläßlich der Vorstellung der IPP-Studie am heutigen 7. März in München:

Die Studie des IPP bildet einen weiteren wichtigen Schritt in der Aufarbeitung eines dunklen Kapitels in der Geschichte unseres Internats und Klosters.

Diese Studie wurde von uns in Abstimmung mit dem „Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ in Auftrag gegeben. Auch wenn unser Kloster der Auftraggeber der Studie war, so kann doch kein Zweifel darüber bestehen, dass das IPP die Vorkommnisse in unserem Internat nach wissenschaftlichen Grundsätzen objektiv aufgearbeitet hat.

ALTARRAUM im Kloster Ettal

ALTARRAUM im Kloster Ettal

Dies war möglich durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vertretern des IPP, den Vertretern des Opfervereins sowie den Mediatoren und allen, die bereit waren, durch Interviews und Berichte zum Gelingen der Studie beizutragen. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank.

So sehr die IPP-Studie uns auch erneut mit einem dunklen Kapitel unserer Geschichte konfrontiert und deshalb belastet, so sehen wir in der Studie doch auch einen ganz bedeutenden Schritt in der Aufarbeitung unserer Vergangenheit.

Im Rückblick können wir sagen: So schwer der gemeinsame Weg gerade in der Anfangszeit für uns und mehr noch für die Geschädigten war, so war gerade dieser Weg der richtige.

Keine Entschädigungszahlung und keine Therapie kann letztlich das Geschehene ungeschehen machen. Aber das gemeinsame Bemühen, das Geschehene zu begreifen und die Folgen anzuerkennen, hat dazu beigetragen, dass doch eine gewisse Verständigung und  – so hoffen wir  –  ein stückweit wieder Vertrauen möglich wird.

Die Studie gibt uns im Kloster wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Frage, wie es zu den Vorfällen in unserem Internat kommen konnte, welche Fehler in der Vergangenheit bei uns gemacht wurden. Sie hilft uns damit, künftig solche Fehler zu vermeiden und neue Wege einer Kultur des Hinschauens und der offenen Kommunikation zu gehen.

Sie zeigt auch auf, welche Folgen der Missbrauch bei den Geschädigten hatte und immer noch hat. Dies hilft uns nicht nur bei der Aufarbeitung der Fälle der Vergangenheit, es stellt für uns auch eine wichtige Hilfe für notwendige Präventionsmaßnahmen und die Sorge um die fortlaufende Weiterentwicklung unsres Präventionskonzeptes dar.

In diesem Sinne stellt die Studie für uns keinen Abschluss dar! Die Aufarbeitung und das Bemühen unsererseits, weiterhin mit den Geschädigten in Kontakt zu kommen und zu bleiben, bildet auch in Zukunft eine Aufgabe und Herausforderung für uns. Die Erfahrungen der Geschädigten können uns über die aufgezeigten Ergebnisse der Studie hinaus wertvolle Hilfen für unsere weitere Arbeit geben.

Daher sind wir allen dankbar, die diesen Weg mit uns gegangen sind. Dieser Dank gilt besonders auch den Opfern, die bereit waren, trotz ihrer schlimmen Erfahrungen mit uns zusammenzuarbeiten.

Unser Kloster mit Schule und Internat ist nach dem Jahr 2010 nicht mehr wie vorher: Von jedem Leid, das durch unsere Schuld einem der uns Anvertrauten zugefügt wurde, bleibt eine schmerzende Narbe zurück.

Es bleibt unsere Aufgabe, uns verantwortungsbewusster und mit offeneren Augen unseren Herausforderungen in Kirche und Welt zu stellen.

Ettal,  den 7.3.2013
Abt Barnabas Bögle OSB

Opfer-Initiative würdigt Kloster Ettal für seine Aufarbeitung der Vergangenheit: „Mutig und konsequent“

Der „Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ veröffentlichte am heutigen Donnerstag folgende Pressemitteilung:

„Drei Jahre nach Öffentlichwerden der Missstände im Internat des Klosters Ettal wird heute  –  entsprechend des Planes, der am 17. Februar 2011 von Prof. Jentsch bekanntgegeben wurde  –    die vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (ipp) durchgeführte Studie „Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal, Individuelle Folgen und organisatorisch strukturelle Hintergründe“ vorgestellt und veröffentlicht.  

Benedikterabtei ETTAL

Benediktiner-Abtei ETTAL

Ettal geht einen mutigen und konsequenten Weg in der Aufarbeitung Das Kloster Ettal geht damit einen mutigen und konsequenten Weg die Vergangenheit in Zusammenarbeit mit uns, den Betroffenen, aufzuarbeiten.

Bei der Konzeption der Studie, die auf Initiative des „Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ durchgeführt wurde, war es uns wichtig, dass verstanden wird, wie es sukzessive zu den Zuständen kommen konnte, die von Ruf und Selbstverständnis weit entfernt waren.

Dieses Ziel erreicht die Studie des ipp:

Mönche ohne pädagogische Ausbildung mussten meist über 40 Kinder betreuen, hatten keine Anleitung, keine kollegiale Reflexion der Erziehungsarbeit, sondern oftmals gewalttätige Vorbilder.

Der Gruppendynamik der Kinder boten sie nicht Einhalt, sondern verstärkten diese noch. Eltern gaben ihre Kinder ins Internat, sowohl beeindruckt von der Klosteranlage als auch in blindem Vertrauen auf Kloster und Kirche. Von Seiten der Internatskinder wurde  – unbewusst  –  ein Verhalten entwickelt, die Erwartungen der Eltern nicht zu enttäuschen.

Der Verein wird die Umsetzung von Verbesserungen in Ettal kritisch begleiten. Den Dialog mit den heutigen Erziehern, den wir im vergangenen Jahr begonnenen haben, werden wir fortsetzen. Ein Schwerpunkt wird die Rolle und die Vorgehensweisen der Erzieher in der Phase der Reifung der Sexualität und deren Integration in die Persönlichkeit darstellen. Ebenso werden wir darauf hinwirken, dass es ein ausformuliertes Erziehungskonzept vorliegt und dieses überprüfen.

Die Kinder, die das Internat Ettal besuchen, sind nach wie vor nur in den Ferien bei ihren Eltern, so dass den Erziehern eine besondere Verantwortung übertragen wird. Heutige Ganztagesbetreuung muss die Entwicklung von Kindern lenken und nicht nur funktionierende Tagesabläufe sicherstellen.

Die Aktualität der Studie zeigt sich darin, dass zunehmend Ganztagsbetreuung von Kindern eingeführt und gefordert wird und vielerorts keine klaren pädagogischen Konzepte vorliegen und teilweise nicht qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt. Dies ist oftmals dort der Fall, wo aufgrund fehlenden Angebots qualifizierter Einrichtungen die Eltern auf improvisierte Lösungen angewiesen sind, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

Im Quervergleich kommt die Aufarbeitung in Ettal gut voran

Die Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs seit 2010 kommt an vielen Orten nur langsam voran. Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Hr. Rörig, spricht aktuell über große Versäumnisse gegenüber den Betroffenen.

Dies liegt aus unserer Sicht daran, dass im Rahmen der Aufarbeitung notwendige Fragen und Bedürfnisse nicht konsequent beantwortet werden:
1. Was ist wann durch welche Täter geschehen?
2. Erkennt die Organisation der Täter die Geschehnisse an?
3. Wie werden die Opfer entschädigt bzw. erhalten Zeichen tätiger Reue und Hilfen?
4. Sind die Ursachen, die zu den Missständen führen, durch die Organisation erkannt und akzeptiert, sodass sie für die Zukunft eliminiert werden können?
5. Bleibt das Geschehene unvergessen ?

Die Studie ist ein wichtiger Schritt zum vierten Punkt.
Dennoch  –  für viele gilt: Der Verlust der Kindheit wird nicht geheilt. Die Taten nicht ungeschehen gemacht. Die Folgen für den Betroffenen und die Familien bestehen weiterhin.

Es muss seitens des Klosters mehr an die ehemaligen Schüler kommuniziert werden, was sich in der Ettaler Aufarbeitung und zu Prävention getan hat.

Robert Köhler