Abdel-Samad: Schafft Europa sich selber ab?

Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad hat vor einer Selbstabschaffung Europas gewarnt. „Ich habe Angst davor, daß sich Europa selbst aufgibt – durch Gleichgültigkeit, Opportunismus und Relativismus“, sagte Abdel-Samad in einem Interview mit der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. Facebook-Zitat-Stein

„Es gibt etwa in Deutschland die Tendenz, daß je mehr Einwanderer kommen, je ‘bunter’ und vielfältiger die Gesellschaft wird, desto einfältiger und gleichförmiger die Meinungen werden“, mahnte der in Ägypten geborene Publizist. Teile der Medien würden die Meinungsvielfalt freiwillig einschränken.

Eine Gefahr sei auch, „daß wir im öffentlichen Raum ein Wertevakuum zulassen, das dann gewisse islamische Kräfte besetzen“. Es gebe den islamistischen Traum, „Europa durch die Geburtenrate zu erobern“. Zudem verfolgten einige Islamverbände „die einstige Strategie der Grünen vom ‘Marsch durch die Institutionen’“.

Der AfD mahnte er eine „Selbstreinigung“ an, sonst könne sie „eines Tages kippen und die legitime Islamkritik denen zum Opfer fallen, denen es nur um Haß gegen Moslems geht“.

Abdel-Samads politische Heimat sei nicht die AfD, „gleichwohl ist die Partei legitim, und man sollte sich fair und inhaltlich mit ihr auseinandersetzen“.

Quelle: https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2016/je-bunter-die-gesellschaft-desto-einfaeltiger-die-meinungen/


Robert Spaemann zu den „Dubia“: Die vier Kardinäle haben korrekten Weg eingehalten

Kürzlich gab der bekannte katholische Philosoph Prof. Dr. Robert Spaemann ein Interview zum umstrittenen päpstlichen  Schreiben „Amoris Laetitia“. Das Gespräch wurde in Italien und im englischen Sprachraum veröffentlicht. Die traditionsorientierte Initiative PMT (Pro Missa Tridentina) hat den Text im Originalwortlaut zur Verfügung gestellt:Foto Michaela Koller

1) Was denken Sie über die Entscheidung von vier Kardinälen, zuerst ihre “Dubia” dem Papst zu unterbreiten und danach den Brief bekannt zu geben?

Mit den vier Dubia erfüllen die Kardinäle ihre Pflicht, als „Senatoren“ der Kirche dem Heiligen Vater mit Rat beizustehen. Es handelt sich hier um einen wirklichen Notfall, in dem eine Spaltung der Kirche droht.

Der oberste Schlichter in der Kirche ist der Papst. Zu bedauern ist es, dass nur vier Kardinäle in dieser Sache initiativ geworden sind. Die Weigerung des Papstes, auf den Appell der vier Kardinäle zu antworten, erfüllt mich mit großer Sorge, weil das oberste Lehramt abtaucht.

Natürlich ist es schwer, eine Doppelrolle zu spielen, einerseits als Partei, andererseits als Richter. Und die Rollen dürfen nicht vermischt werden. Und niemand kann dem Papst diese Doppelverantwortung abnehmen.

Die vier Kardinäle haben den korrekten Weg eingehalten. Der Papst ist der erste Adressat der Dubia. Meines Erachtens hätte das Schreiben zwar über die Glaubenskongregation laufen müssen. Aber jedenfalls haben die Absender keinen „öffentlichen Brief“ geschrieben, sondern sich unmittelbar an den Heiligen Vater gewandt. Die Öffentlichkeit haben sie erst aufgesucht, nachdem der Papst sich weigerte, zu antworten.

„Tiefe Abneigung des Papstes zu JA-oder-NEIN-Entscheidungen“papst_letzter_tag_01

2) Wie interpretieren Sie die Stille Papst Franziskus‘ gegenüber Bedürfnissen, die von einer objektiven Situation der Verwirrung der Gläubigen motiviert sind? Wenn auch nur wegen der verstärkten Desorientierung der Massenmedien?

Der Papst hat offenbar eine tiefe Abneigung gegenüber Ja-oder-Nein-Entscheidungen. Aber Christus, der HERR der Kirche, stellt seine Jünger oft vor solche Entscheidungen. Gerade in der Frage bezüglich des Ehebruchs schockiert er die Apostel durch die Einfachheit und Klarheit seiner Lehre.

3) Vielleicht besteht die tückischste Rechtfertigung, um in einigen Fällen die Kommunion für geschieden Wiederverheiratete zu öffnen, in dem Hinweis, dass diese Personen nicht der Sakramente beraubt werden dürften, da es nicht möglich sei, ihre subjektive Situation zu bestimmen. Die Objektivität solle nicht auf Kosten der Subjektivität gehen. Was können Sie uns in dieser Hinsicht sagen?

Es ist ein großer Irrtum, zu denken, die Subjektivität sei der letzte Maßstab für die Spendung der Sakramente. Zwar ist jedes Handeln gegen das Gewissen schlecht, aber Handeln aufgrund eines irrenden Gewissens ist es ebenfalls. Das lehrt ganz eindeutig der heilige Thomas von Aquin. Auf diese Weise kann ein „casus perplexus“ entstehen. Gelöst werden kann die Perplexität nur durch „Bekehrung“, durch Öffnung des Gewissens für die objektive Wahrheit. Der Ort der Auffindung der Wahrheit ist einerseits die Vernunft, andererseits die Offenbarung Gottes.

4) In den Dubia Nr. 2,4,5 wird der Heilige Vater gefragt, ob man einige Lehren «die auf der Hl. Schrift und der Tradition der Kirche beruhen», noch für gültig halten müsse. Ist es nicht schockierend, dass man sich fragen muss, ob man den Quellen der Offenbarung noch vertrauen solle?

„Wollt auch ihr gehen?“, diese Frage stellt Jesus seinen Jüngern, als die Menge vor den Worten Jesu die Flucht ergreift. Petrus argumentiert nicht, sondern fragt nur: „Wohin sollen wir denn gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Quelle (englischsprachig): http://www.onepeterfive.com/robert-spaemann-it-is-deplorable-that-only-four-cardinals-have-taken-the-initiative/

Fotos: Michaela Koller, Radio Vatikan

 


Glaubenspräfekt Müller über Migration und Moral, Kinderehen und Sittengesetz

Im September dieses Jahres erschien im Herder-Verlag das programmatische Buch „Die Botschaft der Hoffnung“ mit dem Untertitel: „Gedanken über den Kern der christlichen Botschaft“.

Darin antwortet Kurienkardinal Gerhard Müller (siehe Foto) auf die Fragen des Theologen Prof. Dr. Carlos Granados, einem spanischen Alttestamentler. 

Dabei beklagt der Glaubenspräfekt z.B. den Niedergang der westlichen Kultur und Größe:

„Diese westliche Kultur, die sich auf der Grundlage falscher philosophischer und theologischer Ansätze eingeredet hat, sie bräuchte Gott nicht als Fundament des Seins und des Menschen, hat nicht nur den Glauben, sondern auch die Hoffnung und damit ihre Größe verloren.“

Redakteur Clemens Fütterer von der Medienplattform „O-Netz“ aus der Oberpfalz nahm die Neuerscheinung zum Anlaß, ein Interview mit dem Präfekten der Glaubenskongregation zu führen und ihm einige Fragen hinsichtlich der Buchthemen zu stellen.

Das Bistum Regensburg gehört in die bayerische Region Oberpfalz. Kardinal Müller war Bischof von Regensburg, bevor der von Papst Benedikt nach Rom berufen wurde, um dort sein Amt als „Hüter des Glaubens“ wahrzunehmen.

Das erwähnte Interview erschien am heutigen 2. Dezember 2016 auf O-Netz unter dem Titel: Gerhard Kardinal Müller für den „mühsamen Weg“.

Derzeit sehr aktuell wirkt die Stellungnahme des Glaubenspräfekten zur Asyl- und Einwanderungspolitik. Er erklärt, daß wir heute vor der Herausforderung ständen, zwei jeweils berechtigte Prinzipien miteinander in Einklang zu bringen:

„Einerseits müssen wir aus christlichen und humanitären Gründen offen sein für Menschen, die als Flüchtlinge unsere Hilfe suchen und brauchen. Andrerseits gibt es das Anliegen, die gewachsene kulturelle Identität eines Landes und Volkes zu bewahren. Es können fremde Kulturen auch kreativ integriert werden, ohne dass die eigene Sprache und Lebensweise an den Rand gedrängt werden.“ mueller-cover

Hinsichtlich der osteuropäischen Staaten, die von westlichen Politikern und Medien wegen ihrer restriktiven Asylpolitik vielfach harsch kritisiert werden, erklärt Kardinal Müller:

„Wir müssen bedenken, wie unseren östlichen Nachbarn die schreckliche Erfahrung präsent ist, dass z.B. ein Stalin durch einen radikalen Bevölkerungsaustausch ganze Kulturen und Staaten ausgelöscht hat. Bei der Kritik an unseren osteuropäischen Nachbarn sollten wir in Westeuropa zurückhaltender sein.“

Sodann unterscheidet der Glaubenspräfekt zwischen Hilfeleistung bei akuter Notlage und einer „gezielten Politik der Einwanderung von Menschen in unsere klassischen Nationalstaaten“. Er erwähnt, daß das „enge Zusammenleben von Deutschen, Polen, Italienern, Spaniern, Franzosen in einem einzelnen europäischen Land kaum noch als Problem empfunden“ werde.

Anders sieht es allerdings aus, so Müller weiter, „wenn es sich um Zuwanderer handelt, die sich in Religion, Kultur, Mentalität und dem moralischen Wertekanon erheblich von uns nicht nur unterscheiden, sondern die uns nicht verstehen können.“

Er erwähnt dabei als Beispiel, daß Kinderehen nicht nur „unserer Kultur“ widersprechen, sondern nach christlicher Auffassung „auch dem natürlichen Sittengesetz“ widerstreiten  – und dieses Sittengesetz gehe „der staatlichen Gesetzgebung voraus“, sei also fundamental gültig und bindend.

Zudem warnt der Kardinal davor, die vielzitierte Religionsfreiheit nur interessengeleitet zu vereinnahmen, sie aber nicht wirklich zu respektieren:

„Man soll von der Religionsfreiheit nicht nur dann reden, wenn man sich in einer Minderheit befindet, sondern auch dann, wenn man einmal einer Mehrheit angehören sollte. Die grundlegenden Menschenrechte darf niemand nur funktional anerkennen, wenn sie einem gerade einen Vorteil bringen, sondern man muss sie prinzipiell sich zu eigen machen als moralische Maximen unter allen Bedingungen.“

Quelle für die Interview-Zitate aus O-Netz: https://www.onetz.de/amberg-in-der-oberpfalz/vermischtes/interview-mit-dem-praefekten-der-glaubenskongregation-gerhard-kardinal-mueller-fuer-den-muehsamen-weg-d1714224.htm

Erstes Foto: Bistum Regensburg


Fußballer Jérôme Boateng ist gläubiger Christ

Der Profifußballer Jérôme Boateng ist einer der Stars der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern München; der evangelische Christ betet vor jeder Partie um Bewahrung im Spiel. Beim Interview mit „SportBild“ verrät er, was ihm sein Glaube bedeutet: flyerstralsund2

Heute findet es der Abwehrspieler am schönsten, wenn er allein in einer Kirche sitzt; er schätzt „diese Stille und Ruhe, um in mich zu gehen und nachzudenken“.  – Zu Gottesdiensten nimmt der 28-Jährige öfter seine Töchter Lamya und Soley mit.

Boateng sagt weiter: „Ich spreche für mich ein kurzes Gebet vor der Abfahrt zum Spiel und bevor ich den Rasen betrete.“  – Der Sportler bittet z.B. darum, „dass meine Mitspieler und ich nicht verletzt werden“.

Nach Toren und Einwechslungen zeigt er mit seinen Händen nach oben zum Himmel, um seinen Dank auszudrücken. Boateng bekräftigt: „Der Glaube gibt mir Kraft.“

Quelle und FORTSETZUNG der Nachricht hier: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/jerome-boateng-vor-jedem-spiel-ein-gebet-97898/


Polizeichef Wendt kritisiert Migrationsamt: „Derzeit macht sich der Staat künstlich dumm“

In einem Interview mit der „Westdeutschen Zeitung“ nimmt Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Stellung zu aktuellen Fragen der Terror-Abwehr, Sicherheits- und Asyl-Politik.

Der deutschlandweit bekannte Polizistenchef (siehe Foto) äußert sich dabei kritisch darüber, daß es keinen generellen Zugriff der Nachrichtendienste auf die Daten des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gibt – siehe hierzu folgender Ausschnitt aus dem erwähnten Interview:csm_Vorsorge-Zivilschutz-n24_1ebd65f848

Muss der Zugriff der Nachrichtendienste auf die zentrale Flüchtlingsdatenbank verbessert werden?

Wendt: Auf Antrag gibt es diesen Zugriff ja schon. Wenn sie jemanden haben, von dem sie glauben, dass er beobachtet werden muss, bekommen sie die Daten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Aber dass es keinen generellen Zugriff gibt, halte ich für falsch. Man stelle sich vor, Personen werden im europäischen Ausland registriert und ihre Fingerabdrücke liegen beim BAMF vor, möglicherweise aber unter anderen Personalien. Das können wir zurzeit nicht überprüfen.

Damit macht sich der Staat selbst künstlich dumm. Ich halte die Weigerung des BAMF, Daten herauszugeben, für einen innenpolitischen Skandal.

Innenminister Thomas de Maizière scheint aber mit Frank-Jürgen Weise sehr zufrieden zu sein.

Wendt: Ich weiß nicht, was ihn reitet, Herrn Weise als Gralshüter der Trendwende beim BAMF hervorzuheben. Ich glaube nicht, dass Herr Weise ein guter Behördenleiter ist.

Er hat die Prozesse beschleunigt. Aber das Kriterium der Qualität hat er völlig außer Acht gelassen. Es geht nur noch um Schnelligkeit und darum, die Verfahrenswege zu verkürzen und die Verfahrenszahlen zu erhöhen. Wir müssen uns endlich der Tatsache bewusst werden, dass das BAMF auch eine Sicherheitsbehörde ist.

Quelle für das Interview: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/wendt-ein-erheblicher-rueckschlag/


Polizeichef Wendt kritisiert Kontrollverlust bei der Einreise von Ankömmlingen

Einrichtung von Transitzonen wurde versäumtcsm_Vorsorge-Zivilschutz-n24_1ebd65f848

Nach der Festnahme eines terrorverdächtigen Syrers in Leipzig hat der Bundesvorsitzender der Dt. Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (siehe Foto), die Arbeit der Sicherheitsbehörden gelobt. Gegenüber dem Nachrichtensender N24 sagte er, die Polizei habe besonnen gehandelt und alles zur Ergreifung des mutmaßlichen Täters in die Wege geleitet.

Kritisch sieht Wendt hingegen die mangelnde Identifizierung der Flüchtlinge, die seit dem letzten Jahr nach Deutschland kamen.

„Lange Zeit hatten wir einen Kontrollverlust in dieser Hinsicht“, erklärt Wendt: „Und der ist auch noch nicht beendet. So sind die Flüchtlinge zwar registriert worden, aber wir wissen in vielen Fällen nicht, wer sie wirklich sind. Insofern wäre die Einrichtung von Transitzonen, wie sie kurz diskutiert worden waren, richtig gewesen.“

Wendt im TV-Interview: http://www.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/9257178/-das-koennen-einige-tausend-sein-.html

HINWEIS: Vor einem Jahr erklärte der Chef der Dt. Bundespolizei-Gewerkschaft, Ernst G. Walter, daß Transitzonen eine wirksame Grenzsicherung und Grenzkontrolle zur Voraussetzung haben: https://charismatismus.wordpress.com/2015/10/19/bundespolizeigewerkschaft-soll-deutschland-aus-dem-schengen-abkommen-austreten/


Dr. David Bergers Interview mit Felizitas Küble

Der Berliner Philosoph, Theologe und Autor Dr. David Berger (siehe Foto) veröffentlichte auf seiner Internetseite PHILOSOPHIA PERENNIS ein Interview mit Felizitas Küble; sie ist die ehrenamtliche Vorsitzende des Christoferuswerks, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt. pressefotoberger11

Zugleich leitet sie den katholischen KOMM-MIT-Verlag in Münster nach dem Tod des jugendbewegten Verlagsgründers Günter Stiff.  

Unter dem Titel „Sand im Getriebe der Welt“ wurde dieser Artikel am Sonntag, den 9. Oktober, veröffentlicht. Die Fragen Bergers bezogen sich sowohl auf persönliche wie auf religiöse und politische Themen. 

Dr. Berger ist unseren Lesern seit einiger Zeit als Gastautor bekannt. Nachdem er sich immer kritischer sowohl mit dem Islam(ismus) wie auch mit ultralinken Kreisen befaßte und außerdem als homosexueller Publizist auch die Funktionärselite der schwulen Szenerie skeptisch aufs Korn nahm, wandten sich viele früheren Mitstreiter von ihm ab; er verlor dabei auch seinen Posten als Chefredakteur der Zeitschrift „Männer“.

In diesem Interview geht es nicht allein um den persönlichen Werdegang der Verlegerin und besondere Ereignisse in ihrem „Verlagsleben“, sondern auch um grundsätzliche Themen in Kirche und Welt.

Näheres hier:

Sand im Getriebe der Welt – Ein Gespräch mit Felizitas Küble