Pakistanischer Christ zum Tod verurteilt

Ein pakistanisches Gericht hat einen Christen zum Tod verurteilt, weil er „blasphemische Nachrichten“ (Islamkritik) verschickt haben soll.
Wie die italienische Nachrichtenagentur AGI berichtet, habe Asif Pervaiz sich bereits seit 2013 gegen die Vorwürfe verteidigt, die sein Vorgesetzter gegen ihn vorgebracht hatte.

Der 37-jährige Angeklagte hatte sich stets darauf berufen, die ihm zur Last gelegten Nachrichten nur weitergeleitet zu haben. Wie der Anwalt des Mannes mitteilte, werde man beim Hohen Gericht von Lahore Einspruch gegen das Urteil einlegen. Die Vorwürfe hatte ein Vorgesetzter aus der Fabrik erhoben, in der der Christ arbeitete.

Im mehrheitlich muslimischen Pakistan kommt es immer wieder zu Verurteilungen aufgrund des Blasphemiegesetzes, das für Beleidigungen des Propheten Mohammed harte Strafen bis hin zur Todesstrafe vorsieht.

Bis zu 80 Menschen sollen derzeit aufgrund von ähnlich gelagerten Vorwürfen in Haft sitzen; die Hälfte von ihnen wurde zu lebenslänglicher Haft oder zum Tod verurteilt.

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-09/pakistan-blasphemie-tod-verurteilung-christ-gerechtigkeit.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Würdigung einer iranischen Menschenrechts-Verteidigerin durch den Dt. Richterbund

Ein starkes Signal der deutschen Richterschaft: Der Deutsche Richterbund (DRB) zeichnet die bekannteste politische Gefangene im Iran, Nasrin Sotoudeh, mit dem Menschenrechtspreis 2020 aus. 

Der Vorschlag dazu kam von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die sich mit zahlreichen Kampagnen für die Freilassung der bekannten Rechtsanwältin einsetzt und den Rechtsstaat im Iran als „Farce und nicht existent“ bezeichnet.  

Als Rechtsanwältin hat Nasrin Sotoudeh Frauen, Menschenrechtsaktive und Angehörige von Minderheiten vertreten und sich öffentlich gegen den Kopftuchzwang ausgesprochen. Seit mittlerweile 23 Tagen befindet sie sich im Hungerstreik und protestiert damit gegen unfaire Gerichtsverhandlungen sowie gegen die Inhaftierung von Bürgerrechtlern.

„Wir freuen uns sehr, dass der Deutsche Richterbund Nasrin Sotoudehs Engagement für Rechtsstaatlichkeit im Iran mit dem Menschenrechtspreis würdigt. Das ist ein starkes Signal aus den Reihen der deutschen Justiz, das genau zur richtigen Zeit kommt.

Denn der über dreiwöchige Hungerstreik hat die mutige Frauenrechtlerin an ihre körperlichen Grenzen gebracht – ihr Leben ist akut in Gefahr. Durch diesen Preis wird ihr Schicksal nun noch mehr in die Öffentlichkeit gerückt – das ist eine verdiente Ehrung, die gleichzeitig Signalwirkung an das iranische Regime hat“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. 

Zahlreiche Ehrungen für Nasrin Sotoudeh

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet der Deutsche Richterbund weltweit herausragende Persönlichkeiten aus, die sich als Richter, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Nasrin Sotoudeh erhielt im Jahre 2008 bereits den International Human Rights Prize Ludovic –Trarieux und im Jahr 2011 den Menschenrechtspreis der Stadt Florenz.

2012 wurde sie vom Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit gewürdigt. Seit April 2013 gehört die renommierte Menschenrechtlerin dem Kuratorium der IGFM an. Im Jahr 2018 bekam sie den schwedischen Tucholsky-Preis für verfolgte und bedrohte Schriftsteller.

„Diese vielen Ehrungen zeigen, welchen Wert ihr Engagement für die iranische Gesellschaft hat und wie dies weltweit geschätzt wird. Nasrin Sotoudeh muss diesen Hungerstreik überleben und sofort freigelassen werden“, so die IGFM.

Weitere Infos zu Menschenrechten im Iran


Islamisches Patriarchat: „Flüchtlinge“ aus Syrien hielten Frau als Sklavin

Am Tag der Urteilverkündung kam Katbeh A. nicht mehr ins Gericht. Die 19-jährige Frau hat über Monate die Hölle auf Erden erlebt und drei Verhandlungstage darüber berichten müssen.

In den Monaten ihres persönlichen Alptraums war sie von Ahmad E., einem 48-jährigen syrischen Migranten, von Syrien nach Deutschland gebracht, anschließend an seinen Sohn Khaled E. (22) übergeben und von diesem als persönliche Sklavin gehalten worden.

Ein islamisches Patriarchat mitten in Deutschland. Zuerst berichtet hatte darüber die Onlineplattform „Onetz“ und die BILD. Die vorgetragenen Vorwürfe und Details zur Gräueltat der „Flüchtlinge“ klangen dabei wie in einem Horrorfilm.

Mehrmals soll die Frau vergewaltigt und schwer erniedrigt worden sein. Als sie dann einen Sohn gebar, brachte das Vater-Sohn-Gespann A. in ein Flüchtlingslager in die Türkei und wollte sie so von der Bildfläche verschwinden lassen. Doch die junge Frau wehrte sich.

Am gestrigen Montag sind die Menschenquäler dann wegen Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Entziehung Minderjähriger, Nötigung und dem Einschleusen von Ausländern vom Landgericht Weiden in der Pfalz zu geringen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Der Haupttäter Khaled E. wurde sogar nur nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Das Martyrium von Katbeh A. begann, als sie der 48-jährige Ahmad E. in Syrien für die Zwangsheirat mit seinem Sohn auswählte. Über die Türkei, Griechenland und den Balkan wurde die Frau illegal nach Deutschland geschleust und in den Landkreis Neustadt an der Weinstraße gebracht, wo sie auf ihren auserwählten Ehemann traf.

Dieser sparte nicht mit körperlichen Attacken und sexuellen Übergreifen, da die Frau nicht seinen patriarchalischen Vorstellungen entsprach. Unter anderem schlug Khaled E. mit einem Kleiderbügel und einem Gürtel zu und zwang seine Ehefrau, ihm nach Auseinandersetzungen die Füße zu küssen. Hinzu vergewaltigte er seine Zwangs-Ehefrau mindestens viermal.

Birgit Hofmann, die Anwältin der Geschädigten, fasste zusammen, dass der Hauptangeklagte ein gestörtes Verhältnis zur Gleichberechtigung von Mann und Frau hat.  Er trat das Recht der Frau regelmäßig mit Füßen und hat niemals über ein angemessenes Verhalten in seinem Aufenthaltsland Deutschland nachgedacht.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.sebastian-muenzenmaier.de/in-deutschland-syrische-fluechtlinge-hielten-frau-als-sklavin


Iran: Verhaftungen und Kautionsforderungen für christliche Ex-Muslime

Als „äußerst bedrohlich“ bezeichnet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die aktuelle Lage der konvertierten Christen bzw. Ex-Muslime im Iran.

Innerhalb der letzten Wochen wurden 35 bekennende Christen verhaftet. Zugleich fanden dutzende Hausdurchsuchungen statt.

Vier christliche Konvertiten wurden am 1. August 2020 wegen „Verbreitung des zionistischen Christentums“ und „Handlungen gegen die Staatssicherheit“ zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt.

Wie die in Frankfurt ansässige IGFM weiter berichtet, wurde die Familie des iranisch-armenischen Vorsitzenden einer Hauskirche, Joseph Shahbazian, aufgefordert, für die Haftentlassung des Familienvaters umgerechnet rund 150.000 US-Dollar Kaution zu zahlen. Dieser Betrag ist doppelt so hoch wie die bisher höchste Summe, die zur Freilassung eines christlichen Gewissensgefangenen im Iran gezahlt wurde, so die IGFM.

„Willkürliche Verhaftungen und die Kautionsforderungen in absurder Höhe sollen die Opfer und ihre Familien weiter unter Druck setzen und besonders Konvertiten bestrafen. Wir beobachten mit großer Sorge eine Zuspitzung der Verfolgung der Religionsgemeinschaften im Iran, die verdächtigt werden, die Mullah-Diktatur nicht zu unterstützen“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Die verschärfte Unterdrückung von bekennenden Christen, Baha‘i und Sufis hat nach Auffassung von Lessenthin ihre Ursache in der wachsenden Angst des Regimes vor Kritik:

„Die wachsende Armut im Land und die Überforderung durch die Corona-Pandemie führen dazu, dass das Regime demonstrativ immer mehr Härte gegen Andersdenkende zeigt.“

Ramin Hassanpour, Hadi Rahimi und dessen Frau Saeede Sajadpour sowie Sakine Behjati waren bereits im Februar dieses Jahres verhaftet worden.

Am 1. August wurde Ramin Hassanpour aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Hauskirche zu fünf Jahren, Hadi Rahimi zu vier Jahren sowie Sakine Behjati und Saeede Sajadpour zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Für die vier Christen, die der Hauskirche „Church of Iran“ angehören, wurde eine Kaution in Höhe von umgerechnet 30.000 US-Dollar gefordert.

Drei weitere christliche Konvertiten – Farhad Khazaee, Salar Eshraghi Moghadam und Mina Khajavi – wurden nach Kautionszahlungen von 40.000 bis 60.000 US-Dollar aus der Haft entlassen.

Weitere Infos zu Menschenrechten im Iran: www.igfm.de/iran


Türkei: Wird die Chora-Kirche zur Moschee?

Nach der Umwidmung der Hagia Sophia von Istanbul zu einer Moschee fürchten orthodoxe Christen, dass auch der Chora-Kirche ein ähnliches Schicksal drohen könnte.

Die Kirche im Stadtteil Edirnekapi stammt aus dem 11. Jahrhundert; sie steht wegen ihrer Mosaiken zum Leben Jesu und Mariens auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Seit 1948 ist der Bau, der als eines der schönsten Beispiele byzantinischer Kunst gilt, ein Museum; zuvor hatte er seit der Eroberung von Konstantinopel im 15. Jahrhundert lange als Moschee gedient.

Schon im November letzten Jahres hatte der türkische Staatsrat den Museums-Charakter der Chora-Kirche aufgehoben; doch hatten das nur orthodoxe Kreise in Russland und Griechenland bemerkt, während die größere Öffentlichkeit darauf nicht aufmerksam wurde.

Nach der Umwidmung der Hagia Sophia fordern islamische Exponenten in der Türkei nun, auch die Chora-Kirche zu einer Moschee umzuwidmen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-08/hagia-sophia-chora-kirche-moschee-tuerkei-istanbul-umwidmung.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Iran: Sorge um coronakranke Mohammadi

 
Reporter ohne Grenzen (RSF) ruft den Iran auf, die an Covid-19 erkrankte Menschenrechtlerin Narges Mohammadi (siehe Foto) sofort aus der Haft zu entlassen.
Selbst nachdem die gefährliche Lungenkrankheit bei der schwer vorerkrankten Mohammadi diagnostiziert worden ist, verweigert ihr die Justiz bislang die Verlegung in ein Krankenhaus, in dem sie angemessen versorgt werden könnte.
„Wenn Narges Mohammadi nicht umgehend in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses verlegt wird, könnte ihr Leben in akuter Gefahr sein“, sagte RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „Die verzweifelte Lage dieser mutigen Frau zeigt die ganze Menschenverachtung des iranischen Regeims mit seinem Unterdrückungsapaarat. Narges Mohammadi hätte für ihre friedliche Menschenrechtsarbeit niemals eingesperrt werden dürfen. Nun verweigert ihr die iranische Justiz in höchster Not selbst das elementare Recht auf eine angemessene Gesundheitsversorgung.“

Irans Justiz verweigert der 48-Jährigen Mohammadi, die seit 2015 im Gefängnis sitzt, seit Jahren eine angemessene Behandlung ihrer schweren körperlichen und psychischen Leiden. Schon zu Beginn der Coronavirus-Pandemie, die den Iran besonders schwer getroffen hat, warnten RSF und andere deshalb vor den besonderen Gefahren einer Ansteckung für Mohammadi und weitere vorerkrankte politische Häftlinge in Irans überfüllten Gefängnissen.

Mohammadi hatte am 29. Juni erste Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt. Danach verschlechterte sich ihr Zustand schnell, und am 5. Juli verlor sie zeitweise das Bewusstsein. Drei Tage später wurde sie auf Covid-19 getestet, am 11. Juli wurde bei ihr schließlich die Krankheit festgestellt.

In einem offenen Brief vom 13. Juli prangerte Mohammadi die schlechten Haftbedingungen im Zentralgefängnis von Sandschan an, in das sie im Dezember verlegt worden war. Zu wenig Platz und mangelnde ärztliche Versorgung hätten zusammen mit der Nachlässigkeit der Gefängnisleitung zur Ausbreitung des Coronavirus in der Haftanstalt beigetragen.

Seit ihrer Diagnose sei sie ebenso wie elf Mitgefangene bettlägerig, berichtete Mohammadi weiter. Sie zeige Symptome wie extreme Müdigkeit, Unterleibsschmerzen, Durchfall und Erbrechen, erhalte aber keine angemessene Behandlung. Bilder des staatlichen Fernsehens, auf denen sie in einer Nachrichtensendung am 16. Juli in vermeintlich guter Verfassung präsentiert wurde, bezeichnete Mohammadi als inszeniert und ohne ihr Einverständnis aufgenommen.

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten 16 UNO-Menschenrechtsberichterstatter die Bilder als Verletzung von Mohammadis Privatsphäre und zeigten sich besorgt über mögliche weitere Covid-19-Fälle in Irans Gefängnissen, da viele vorsorglich freigelassene Häftlinge inzwischen zurückbeordert würden.

Fortsetzung der Meldung hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/sorge-um-covid-19-kranke-narges-mohammadi


Trauriger Tag: 30 Jahre Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

Am 5. August jährt sich die Unterzeichnung der „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ das dreißigste Mal.

Im Jahr 1990 hat die Konferenz der „Organisation Islamischer Staaten“, heute Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), diese Erklärung beschlossen. Unter dem Schutz der Scharia legitimiert die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ Praktiken, die die Integrität und Würde des menschlichen Wesens angreifen.

Dies betrifft vor allem Frauen und Nichtmuslime, betont die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

„Der Jahrestag ist kein Grund zur Freude, er ist ein trauriger Tag für die Befürworter der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Denn Menschenrechte gelten universell, sind für alle gleich und frei von religiösen Vorschriften wie der der Scharia“, erklärt Martin Lessenthin (siehe Foto), Vorstandssprecher IGFM.

Bis heute haben 55 der 57 OIC-Staaten die Erklärung durch ihre Außenminister unterzeichnet, darunter Ägypten, Iran, Pakistan sowie die Türkei. Aus dem generellen Vorbehalt der Scharia in der Erklärung und dem Schweigen zur vollen Rechtsgleichheit der Frau sowie zum Recht auf religiöse Selbstbestimmung wird deutlich, dass eine konsequente Gleichberechtigung von Menschen muslimischen Glaubens und Nichtmuslimen sowie Männern und Frauen nach der Kairoer Erklärung ausgeschlossen ist.

Bis heute halten die Signatarstaaten am Kern der Kairoer Erklärung fest und orientieren sich bei Abstimmungen im Rahmen des UN-Menschenrechtsrat oder in der UN-Frauenkommission nicht an der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der UNO.

Das Prinzip „Scharia vor Menschenrechte“ wird auch gegen Reform-Muslime eingesetzt. So wurde dem ägyptischen Koran- und Literaturwissenschaftler Nasr Hamid Abu Zaid nach dessen Publikation „Kritik des religiösen Diskurses“ 1992 eine „abscheuliche Beleidigung“ der Religion vorgeworfen.

Mit einer Klage auf Annullierung seiner Ehe mit einer muslimischen Ehefrau konnten sich seine Gegner in zweiter Instanz durchsetzen und Abu Zaid als einen vom Islam Abtrünnigen brandmarken. In der Urteilsbegründung hieß es, er habe bestritten, der Koran sei das dem Propheten Mohammed offenbarte Wort Gottes. Der Wissenschaftler und seine Frau mussten ins Exil gehen.

Weitere Infos zur Kairoer Menschenrechtserklärung

Weitere Informationen zur Scharia, dem islamischen Rechtssystem


Pakistan: Hungern oder islamisch werden?

Die Corona-Pandemie verschlimmert die Situation der Minderheiten weltweit. So werden in Pakistan Christen bei der Vergabe humanitärer Hilfe benachteiligt.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstützt die Betroffenen vor Ort. Um ihre Not zu lindern, hat die IGFM gemeinsam mit der pakistanischen Partnerorganisation „The Voice Society“ im Rahmen eines humanitären Hilfsprojekts Nahrungsmittel an bedürftige Christen verteilt. Rund die Hälfte dieser Gläubigen lebt unterhalb der Armutsgrenze.

„Im Zuge des Lockdowns durch die Pandemie haben viele Christen ihren Job verloren, da sie gegenüber ihren muslimischen Kollegen benachteiligt werden. Viele hungern und wissen nicht weiter. Diese finanzielle Notlage nutzen einige muslimische Organisationen aus. Sie versprechen den Familien die Versorgung mit Nahrungsmitteln, wenn diese zum Islam konvertieren“, erklärt die Bürgerrechtlerin Aneeqa Maria Anthony, die Leiterin von The Voice Society.

Teilweise gehe die Verzweiflung der Menschen sogar so weit, dass Eltern ihre Kinder verkaufen, um sie – dann zum Islam konvertiert – versorgt zu wissen.

Die IGFM fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Christen in Pakistan nicht zu vergessen und die Diskriminierung von Minderheiten in muslimischen Ländern zu verurteilen.

Die Menschenrechtssituation in Pakistan


IGFM bangt um das Leben der inhaftierten Frauenrechtlerin Narges Mohammadi im Iran

Die bekannte iranische Frauenrechtlerin Narges Mohammadi (siehe Foto) hat sich im Gefängnis mit dem Coronavirus infiziert und ist infolgedessen an Covid-19 erkrankt.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) von der in Frankreich lebenden Familie erfahren hat, gibt es in der Haftanstalt keine ausreichende medizinische Versorgung, um die politische Gefangene sowie andere Erkrankte zu behandeln.

Narges Mohammadi wurde wegen ihres Einsatzes für die Gleichberechtigung der Frauen in ihrer Heimat zu einer 16-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die sie seit Mai 2015 absitzt. Im Jahr 2016 wurde sie mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet.

„Seit Beginn der Pandemie sorgt sich die IGFM aufgrund der katastrophalen Gesundheitsversorgung und der mangelnden Hygiene um die politischen Gefangenen in den iranischen Haftanstalten. Es war nur eine Frage der Zeit bis es in den überfüllten Zellen zu Ansteckungen kommt. Die IGFM fordert daher die iranische Regierung auf, Narges Mohammadi und alle politischen Gefangenen umgehend freizulassen, um ihnen eine medizinische Behandlung zu ermöglichen und damit ihr Leben zu retten“, erklärt Martin Lessenthin (siehe Foto)Vorstandssprecher der IGFM.

Narges Mohammadi war Vizepräsidentin und Sprecherin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger, in dem sich die wichtigsten iranischen Menschenrechtler zusammengeschlossen hatten. Die Journalistin wurde im Mai 2015 wegen ihres Eintretens für die Gleichberechtigung von Frauen im Iran sowie wegen eines Treffens mit der damaligen hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton verhaftet und zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Schon vor der Infizierung mit dem Coronavirus war sie sie im Gefängnis erkrankt. Dort wurde sie mehrfach geschlagen und erlitt infolgedessen zahlreiche Verletzungen. 

[Weitere Informationen zu Menschenrechten im Iran]


Rumänien führte den 16. August als Gedenktag für verfolgte Christen ein

In Rumänien wird in Zukunft der 16. August als nationaler Tag des Gedenkens an die weltweite Gewalt gegen Christen begangen werden. Das Plenum des rumänischen Abgeordnetenhauses hat laut dem Informationsdienst der Stiftung Pro Oriente am Samstag einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Jeweils am 16. August werden das Parlamentsgebäude, die Regierungsgebäude in Bukarest und in den Provinzen, der Triumphbogen in Bukarest und der Mogosoaia-Palast – er eines der bekanntesten Kulturdenkmäler Rumäniens – in Solidarität mit den verfolgten Christen rot beleuchtet werden.

Die rote Beleuchtung im Zeichen der Solidarität mit den verfolgten Christen war zunächst von der internationalen päpstlichen Hilfsorganisation „Kirche in Not“ in Rom (Kolosseum) eingeführt worden.

In Rumänien sollen am neuen nationalen Gedenktag auch die staatlichen rumänischen Medien in besonderer Weise über die Verfolgung von Christen in Vergangenheit und Gegenwart berichten. Der 16. August ist in Rumänien zugleich der Gedenktag der Brancoveanu-Märtyrer, die 1992 von der rumänisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen worden sind.

Constantin Brancoveanu war – unter osmanischer Oberhoheit – von 1654 bis 1714 Herrscher der Walachei. 1714 wurde er von den islamischen Osmanen aufgrund falscher Anklagen nach Konstantinopel gebracht und dort gemeinsam mit seinen vier Söhnen hingerichtet.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-06/rumaenien-einfuehrung-gedenktag-verfolgte-christen-kirche.html

Gemälde: Evita Gründler