Niederlande: Tswi Herschel überlebte NS-Zeit als jüdisches Kind in christlicher Familie

​Der Israeli Tswi Herschel (78) überlebte als Kind versteckt bei einer christlichen Familie in den Niederlanden die Shoa. Die israelische Botschaft in Deutschland brachte ihn gestern (27.1.) aus Anlass des Holocaust-Gedenktages zu einem Online-Zeitzeugengespräch mit Schüler/innen des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums in Oranienburg zusammen.

Kurzbiografie 

·         Tswi Herschel wurde am 29. Dezember 1942 in Zwolle, einer kleinen Stadt in den von den Nazis besetzten Niederlanden, geboren. Im Januar 1943 musste die Familie Zwolle verlassen und zog nach Amsterdam, wo Twis Vater nichtjüdische holländische Freunde kontaktierte und diese um Hilfe für seinen neugeborenen Sohn bat.

·         Im März 1943 nahm eine protestantische holländische Familie das Baby Tswi bei sich auf. Tswi lebte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bei seiner Pflegefamilie.

·         Tswis Eltern wurden im Juni 1943 in das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden verschleppt. Einen Monat später deportierte man sie in das Vernichtungslager Sobibór, wo sie kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

·         Tswis Großmutter, die einzige noch lebende Verwandte, nahm ihn nach dem Krieg zu sich, um ihn in einem jüdischen Umfeld zu erziehen.

·         Tswi wuchs auf, heiratete und bekam zwei Töchter. 1986  wanderten Tswi und seine Familie nach Israel aus. Seit 1991 erzählt Tswi Herschel Jugendlichen und Erwachsenen in Israel und Europa seine Geschichte.

Zeitzeugenfilm

Ca. 16 Minuten, Englisch mit deutschen Untertiteln: Wessen Kind bist Du? Die Geschichte von Tswi Herschel: https://www.yadvashem.org/de/education/testimony-films/josef-herschel.html

Quelle: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Online-Zeitzeugengespr%C3%A4ch-mit-Tswi-Herschel.aspx

Foto oben: Johannes Püschel


Shitstorm: Kleopatra darf nicht so „weiß“ sein

Kritiker haben den Machern einer neuen Kleopatra-Verfilmung vorgeworfen, die Hauptrolle zu weiß besetzt zu haben.

Die israelische Schauspielerin Gal Gadot, die die ägyptische Königin verkörpern soll, sei aufgrund ihrer Herkunft nicht für die Rolle geeignet.

Nutzer der sozialen Medien warfen den Produzenten vor, damit sog. „whitewashing“ zu betreiben, jene Besetzungspraxis, bei der schwarze Rollen an weiße Schauspieler vergeben werden.

Die israelische Botschaft hingegen lobte die Entscheidung. „Eine Ikone spielt eine andere“, betonten sie.

Quelle und vollständige Nachricht: https://jungefreiheit.de/kultur/2020/kleopatra-zu-weiss/


Erklärung der Israelischen Botschaft in Berlin zum Terroranschlag in Halle

​Wir sind geschockt und erschüttert von den brutalen Terroranschlägen gestern Mittag in Halle, während jüdische Betende in den Synagogen in ganz Deutschland versammelt waren um Yom Kippur zu begehen, dem heiligsten Tag im Judentum.

Gemeinsam müssen wir jede Form von Extremismus ablehnen und vereint gegen solchen sinnlosen Terror vorgehen.

Wir möchten den deutschen Sicherheitskräften unsere Wertschätzung für ihre Mühen ausdrücken, die Sicherheit aller jüdischen Institutionen und Gläubigen an diesem heiligen Tag zu gewährleisten und vertrauen darauf, dass alle Maßnahmen ergriffen werden um die Täter zu fassen und sie umgehend der Justiz zuzuführen.

Unser tiefstes Beileid gilt den Opfern und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit. Sie werden in unseren Gedanken und Gebeten sein.

 


Terrorüberlebender hielt Vortrag in Berlin

Asael Shabo war 9 Jahre alt, als er im Jahre 2002 einen Terroranschlag in Itamar überlebte. Er musste mit ansehen, wie seine Mutter und drei seiner Geschwister von einem Terroristen erschossen wurden.

Asael Shabo verlor sein rechtes Bein, das Knie war von neun Kugeln zertrümmert. 

Mit viel Kraft und Überlebensmut überwand er dieses traumatische Erlebnis. Dabei half ihm besonders die psychologische Behandlung, die durch Spenden von Keren Hayesod ermöglicht wurde.

Heute ist er erfolgreicher Rollstuhl-Basketballspieler.

Am Donnerstagabend (19.9.) erzählte Asael Shabo bei einem Empfang in der Residenz der israelischen Botschaft in Berlin seine inspirierende Geschichte.

Er sprach über den Schicksalsschlag, seine lange und schwierige Genesung und die Rolle, die der Sport dabei spielte, wieder Hoffnung und Mut zu fassen.

Quelle (Text/Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Terrorueberlebender-Asael-Shabo-in-der-Botschaft.aspx


Israelischer Diplomat verabschiedet sich nach fünf Jahren mit Plus und Minus

Nach fünf Jahren kehrt der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Israelischen Botschaft in Berlin, Rogel Rachman, zurück nach Israel. Zum Abschied berichtet der jüdische Diplomat (siehe Foto) über die vergangenen Jahre in Deutschland, schildert positive und negative Erfahrungen. Wir dokumentieren seinen Abschiedsbrief vollständig:

Liebe Freunde,

heute enden für mich fünf aufregende Jahre als Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel in Deutschland. Es waren Jahre voller wunderbarer Projekte und sehr interessanter Begegnungen und Interaktionen mit verschiedenen Menschen im ganzen Land. Aber es war auch eine sehr herausfordernde Aufgabe für mich, sowohl persönlich als auch beruflich.

Auf privater Ebene lag das hauptsächlich an der Geschichte unseres Volkes. In meinem Elternhaus sprachen wir nicht viel über die Shoa, und doch war das Thema immer präsent. Meine Mutter wollte niemals deutschen Boden betreten, doch als ich israelischer Diplomat wurde, sagte sie: „Jetzt, wo mein Sohn ein stolzer Diplomat eines starken Landes ist, das der sichere Hafen für alle Juden ist, jetzt kann ich dorthin fahren. Das ist meine Antwort für diejenigen, die versucht haben, mein Volk zu vernichten.“

Seit ich vor genau 35 Jahren an einem Jugendaustausch mit Deutschland teilnahm, wollte ich nach Deutschland kommen. Ich hatte das Gefühl, dass die Deutschen verstehen, was ihre Vorfahren getan haben, und dass sie entschlossen sind, sich für die Sicherheit des jüdischen Volkes und des jüdischen Staates einzusetzen.

So betonte es auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset, als sie sagte, dass die Sicherheit des Staates Israel Teil der deutschen Staatsräson sei. Während meiner Tätigkeit als Diplomat habe ich so viele deutsche Freunde getroffen, die sich immer wieder engagierten.

Die zweite Ebene war die berufliche, und die Herausforderungen hier waren viel größer. Neben all den wunderbaren Menschen und Freunden, die ich getroffen habe, habe ich auch die wachsende Zahl antisemitischer Ereignisse wahrgenommen, von denen einige durch reinen Hass auf Juden gekennzeichnet waren und andere angebliche „Kritik an Israel“ darstellten. Letzteres wurde leider immer mehr zu einer fast „legitimen“ Möglichkeit, Antisemit zu sein.

Ich würde zum Beispiel sagen, dass ein gewaltsamer Angriff auf eine Synagoge zweifellos ein antisemitischer Akt ist.

Als im Jahr 2014 ein Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal verübt wurde, gaben die Täter Wut auf Israel als Motiv an. Wenn dann ein Richter dieser Argumentation folgt und in seinem Urteil den Anschlag als politischen Protest und Kritik an Israel wertet – und nicht als Antisemitismus – dann muss eigentlich jeder erkennen, dass es ein Problem gibt.

Vor einigen Jahren sah ich eine Umfrage, die mich überraschte und Unverständnis bei mir erzeugte. Die Umfrage stellte fest, dass rund 70 Prozent der Israelis Deutschland gegenüber positiv eingestellt sind, während nur 30 Prozent der Deutschen Israel gegenüber positiv eingestellt sind. Die Frage, die mir instinktiv in den Sinn kam, war: „Was haben wir euch angetan?“

Ein anderes Phänomen, das ich merkwürdig fand, war die Tendenz, die bilateralen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland mit dem Konflikt im Nahen Osten zu verknüpfen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass einige Menschen denken, sie müssten jedem Projekt einen palästinensischen Aspekt hinzufügen, um politisch korrekt zu sein, auch wenn es inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergibt.

Und beim Lesen und Anschauen einiger Medienberichte über Israel könnte man sich bisweilen tatsächlich fragen, ob in den dortigen Redaktionen journalistische Integrität optional, aber kein Muss ist.

Auf einer Abschiedsparty bat mich kürzlich jemand, nach fünf Jahren in Deutschland eine positive Erfahrung und eine Enttäuschung zu nennen.

Meine Antwort war, dass ich froh war, so viele Freunde und Unterstützer des Staates Israel getroffen zu haben, und andererseits war ich enttäuscht zu sehen, wie viel Hass auf denselben Staat noch immer existiert. Was mich optimistisch bleiben lässt, ist meine Überzeugung, dass letztendlich das Positive siegen wird.

Nach fünf Jahren stehe ich nun einer neuen Herausforderung gegenüber, sowohl persönlich als auch beruflich, während ich so viele gute Freunde und wundervolle Erinnerungen zurücklasse.

Deshalb verabschiede ich mich nicht, sondern sage Auf Wiedersehen.

Rogel Rachman​

Quelle (Text / 1.Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Rogel-Rachman-verabschiedet-sich.aspx


Israel: Zwei Juden durch Terrorangriff ermordet, der Rabbi hinterläßt 12 Kinder

​Bei einem Terrorangriff in der Nähe von Ariel in Samaria wurden gestern (17.3.) ein israelischer Soldat getötet und zwei weitere Personen schwer verletzt. Einer der Verwundeten erlag heute Morgen seinen Verletzungen.

Nach ersten Ermittlungen griff der Terrorist den Soldaten Gal Keidan an einer Straßenkreuzung mit dem Messer an, entwendete sein Gewehr und tötete ihn. Mit dem Gewehr schoss er auf weitere Personen und verletzte dabei einen weiteren Soldaten und einen Zivilisten schwer.

Der Zivilist, Rabbiner Achiad Ettinger, verstarb heute Morgen im Krankenhaus in Petach Tikwah. Der verletzte Soldat befindet sich in kritischem Zustand. Der Terrorist wurde wohl von heraneilenden Soldaten durch Schüsse verletzt, konnte aber fliehen. Nach ihm wird derzeit gesucht.

Der getötete Soldat Gal Keidan stammte aus Beer Sheva. Er wurde 19 Jahre alt.

Der getötete Rabbiner Achiad Ettinger stammte aus Eli in der Nähe von Ariel.  Der 47-Jährige hinterlässt 12 Kinder.

Quelle: Times of Israel – Foto: Israelische Botschaft in Berlin


Israel ehrt Dr. Andor Cziller und Anna Zeitler als „Gerechte unter den Völkern“

Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller sind am vorigen Donnerstag in München posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt worden.

Die Auszeichnung, die das Jerusalemer Holocaust-Gedenkzentrum Yad Vashem vergibt, wurde von der israelischen Generalkonsulin Sandra Simovich gemeinsam mit der bayerischen Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner an Familienangehörige der beiden Retter überreicht.

BILD: Generalkonsulin S. Simovich und Georg Zeitler, Enkel von Anna Zeitler (Foto: © StMUK)

Die Generalkonsulin hob bei der Veranstaltung hervor:

„In Israel war es von Anfang an wichtig, bei der Erinnerung an die ermordeten Juden auch die nicht-jüdischen Retter hervorzuheben. Es ist mir daher eine große Ehre, heute diese bedeutende Ehrenauszeichnung meines Staates posthum an Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller zu vergeben.

Ich möchte ganz offiziell, aber auch persönlich, Danke sagen für Ihre Zivilcourage, menschliche Werte jederzeit hoch zu halten. Ich kann Ihnen versichern, wir werden Sie nicht vergessen. Sie sind als Vorbilder im Gedächtnis unseres Staates verewigt.“

HIER die Rettungsgeschichten:

Anna Zeitler (1896 – 1977):
Bei Kriegsausbruch lebte die jüdische Familie Szlamkiewicz in der polnischen Stadt Krzepice. Die Söhne Josef und Shlomo wurden 1940 deportiert. Sie überlebten einige Arbeitslager und den Todesmarsch vom KZ Blechhammer, einem Außenlager des Vernichtungslagers Auschwitz, ins KZ Groß-Rosen, von wo aus sie mit einem Zug in das KZ Buchenwald transportiert wurden.

Im März 1945 wurden Josef und Shlomo mit anderen Häftlingen von Buchenwald aus auf einen weiteren Todesmarsch geschickt. Eines Nachts gelang den beiden die Flucht und sie versteckten sich im Wald. Die SS verfolgte sie und Josef gelang es, einen SS-Mann zu überwältigen. Er trug nun dessen Uniform und Waffe, und da er Deutsch sprach, taten die Brüder so, als sei Josef der Bewacher des Häftlings Shlomo. 

So erreichten sie den Bauernhof von Anna Zeitler in Wiesau, die ihnen zu essen gab und einwilligte, sie in der Scheune unterzubringen. Obwohl sie sehr bald herausgefunden hatte, dass Josef und Shlomo verfolgte Juden waren, versteckte und versorgte Anna Zeitler die beiden drei Wochen lang – bis zur Befreiung durch die Amerikaner – und rettete ihnen so das Leben.

Die Ehrung nahm der Enkelsohn von Anna Zeitler, Georg Zeitler, entgegen. Es reisen zudem 18 Angehörige der beiden geretteten Brüder Josef und Shlomo aus den USA an, darunter ihre Kinder, Enkel und Ur-Enkel.

Dr. Andor Cziller (1908 – 1974):
Die jüdische Familie Csillag lebte in Budapest. Aufgrund der antijüdischen Gesetze musste Tibor Csillag im Jahr 1941 sein Geschäft nominell an den Christen Dr. Andor Cziller übergeben. 

Nachdem die NS-Truppen Ungarn im März 1944 besetzt hatten, versuchte Andor Cziller, die Familie Csillag vor der Deportation zu bewahren. Er gab ihnen die persönlichen Ausweisungsdokumente seiner Familie. Außerdem mietete er eine Wohnung in einem Vorort von Budapest, in die er mit dem Ehepaar Tibor und Erzebet Csillag, ihrer kleinen Tochter Lidia sowie Erzebets Schwester Magdola Gaspar einzog.

Bis zur Befreiung durch die russische Armee lebten die vier verfolgten Juden mit falscher Identität mit ihrem Retter Dr. Cziller in der Wohnung zusammen. Dank seiner Hilfe konnten sie den Holocaust überleben.

Schließlich verliebten sich Andor Cziller und die gerettete Magdola Gaspar, sie heirateten und bekamen eine Tochter. Die Familien des Retters und der Geretteten sind somit verwandt.

Die Tochter von Dr. Andor Cziller, Andrea Rothe, nahm die Ehrung für ihren Vater entgegen.  Die Familie der Geretteten reiste mit fünf Personen aus Großbritannien an, darunter eine 1936 geborene Überlebende.

Quelle: Botschaft des Staates Israel – Link zur Newsletter-Meldung: http://newsletter.israel.de/i/4O3ojirJtfu-OmADsQUWnr08LitXUW29eu35ZNT8tvE


Hintergrund-Dossier der israelischen Botschaft

Die Botschaft des Staates Israel in Berlin hat zum „Großen Marsch der Rückkehr“ ein Dossier erstellt, in dem detailliert auf die Hintergründe dieser jüngsten Konfrontationskampagne der Hamas gegen Israel eingegangen wird.

Themen sind unter anderem die Ziele, Vorbereitungen, Strategien und Aktivitäten der Hamas im Rahmen des sog. „Großen Marschs der Rückkehr“, außerdem die Reaktion der Israelischen Verteidigungskräfte (ZAHAL) und die durch COGAT koordinierten Hilfslieferungen in den Gazastreifen, die von Israel der verschärften Lage zum Trotz fortgeführt und von der Hamas immer wieder sabotiert werden.

Das Dossier kann auf der Webseite der Botschaft abgerufen und heruntergeladen werden.

Zum Dossier »


Israel zerstörte einen Terror-Tunnel

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben am Sonntagmorgen die Zerstörung eines Terrortunnels der Hamas beendet, die Samstagabend begonnen hatte.

Der Tunnel verlief unter dem Übergang Kerem Shalom und erstreckte sich von der palästinensischen bis zur ägyptischen Seite der Grenze.

Der Tunnel nahm seinen Anfang in der Stadt Rafah und hatte eine Länge von etwa 1,5 Kilometern. Israel arbeitet zurzeit am Bau einer unterirdischen Grenzbefestigung, die das Graben von Tunneln in Zukunft verhindern soll. Die unterirdische Barriere soll gegen Ende des Jahres fertig sein.

Israel sah sich gezwungen, den Übergang Kerem Shalom bis auf weiteres zu schließen, um die Sicherheit der Anwohner auf beiden Seiten zu gewährleisten.

Der Bau eines Tunnels genau unter dem Übergang, über den die gesamte Lieferung von zivilen Gütern in den Gazastreifen abgewickelt wird, zeigt, dass die Hamas, die den Tunnel errichtet hat, es darauf anlegt, der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu schaden, um Israel in schlechtem Licht erscheinen zu lassen.

Quelle: Israelische Botschaft in  Berlin


Drei Deutsche wurden von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt

Am vergangenen Dienstag hat in der israelischen Botschaft in Berlin eine Yad Vashem-Feierstunde für die „Gerechten unter den Völkern“ stattgefunden. Geehrt wurden Reinhold und Charlotte Großmann sowie Hedwig Koslowski. 

Auf den Tag genau 75 Jahre zuvor, am 21. November 1942, hatte das Berliner Ehepaar Reinhold und Charlotte Großmann die von Deportation und Ermordung bedrohte Jüdin Gertrude Sandmann bei sich aufgenommen.

BILD: Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff mit Klaus-Dieter, Andreas und Julius Hain (dem Enkel, Ur-Enkel und Ur-Ur-Enkel der Gerechten Reinhold und Charlotte Großmann)

Weil Reinhold und Charlotte Großmann und Hedwig Koslowski sich entschieden, Gertrude Sandmann zu helfen, und sie unter Gefährdung ihres eigenen Lebens von November 1942 bis April 1945 versteckten und versorgten, konnte sie die Shoa überleben. Ihre Lebensretter sind nun von der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen worden.

Bei der Feierstunde in der Botschaft überreichte Botschafter Jeremy Issacharoff die Yad Vashem-Urkunde und die Medaille an den Enkel und den Urenkel von Reinhold und Charlotte Großmann. Mit Enkel Klaus-Dieter Hain (Sohn von Sonja Hain, geb. Großmann), Ur-Enkel Andreas Hain und Ur-Ur-Enkel Julius Hain waren drei Generationen der Familie vertreten.

Die Rettungsgeschichte:

Als sie im November 1942 von der Deportation bedroht ist, trifft die Malerin und Grafikerin Gertrude Sandmann eine mutige Entscheidung: Sie beschließt, unterzutauchen. Sie verlässt ihre Wohnung, ohne ihren persönlichen Besitz mitzunehmen. Als Täuschungsmanöver lässt sie dort einen Abschiedsbrief zurück, in dem sie ihren angeblichen Selbstmord ankündigt.

Seit 1927 ist Gertrude Sandmann mit der Kunstgewerblerin Hedwig Kozlowski liiert. Ihre Lebensgefährtin wird von der Gestapo verhört, als diese den Abschiedsbrief findet. Doch Hedwig Koslowski hält den Verhören stand. Sie ist es gewesen, die bei Freunden ein Versteck für die Untergetauchte gefunden hat.

Am 21. November 1942 nimmt das Ehepaar Charlotte und Reinhold Großmann die verfolgte Jüdin in ihrer Wohnung in Berlin-Treptow auf. Anderthalb Jahre versteckt sich Gertrude Sandmann danach in der Wohnung im Zimmer der 11-jährigen Tochter Sonja und wird von der Familie und von Hedwig Koslowski mit allem Lebensnotwendigen versorgt.

Da Gertrude Sandmann nicht entdeckt werden darf, kann sie bei Luftangriffen nicht wie die übrigen Hausbewohner in den Keller gehen. Im Juni 1944, als die Angriffe der Alliierten auf Berlin immer massiver werden, beschließt sie, das Versteck zu wechseln.

Hedwig Koslowski bringt ihre Lebensgefährtin in eine kleine Laube in Biesdorf, die eine Freundin ihr überlassen hat. Als es in der unbeheizten Laube im Oktober 1944 schließlich zu kalt wird, nimmt Koslowski Sandmann in ihrer eigenen Wohnung in Schöneberg auf. Bis zur Befreiung im April 1945 bleibt Gertrude Sandmann in dem Versteck.

Nach der Befreiung bleibt die Überlebende in Berlin, wo sie wieder als Malerin und Grafikerin arbeitet. Sie stirbt 1981 im Alter von 88 Jahren.

Quelle (Text/Foto): http://newsletter.israel.de/i/PwkkRvLo2vK1GUmiWZye0WPMXMmc84va