Krebs überstanden, Kinder weg: Probleme moderner Fruchtbarkeitspraktiken

Von Dr. med. Edith Breburda

Die Chance, Kinder zu haben und dennoch ihre Krebskrankheit erfolgreich behandeln zu können, veranlasste eine junge Frau aus dem Bundestatt Arizona, ihre Embryonen sprichwörtlich auf Eis zu legen. Bevor Ruby Torres sich 2014 einer Krebstherapie unterzog, entschied sich ihr damaliger Freund Joseph Terrell, Kinder anhand einer In-Vitro-Fertilisation zu erzeugen. Die Embryonen wurden danach eingefroren.

Falls etwas schief gehen sollte, wollte man die Embryonen zur Adoption freigeben. So stand es im Vertrag. Dieser wurde dem bald darauf verheirateten Paar zum Verhängnis. Ruby überlebte zwar ihre Krankheit, deren Nebenwirkung, unfruchtbar zu werden, sie so sehr fürchtete, dennoch war der Traum von eigenen Kindern nicht mehr realisierbar.

Wie schon fast zur Gewohnheit geworden, hielt auch diese Ehe nicht lange, sondern nur bis Ruby vom Krebs geheilt war. 2017 ließ sich das Paar scheiden, und damit war das Gericht – wie allgemein üblich – für den Verbleib der Kinder verantwortlich. 

Ruby wollte die Kinder alleine bekommen, aber ihr Ex-Mann protestierte. Er erhob Einspruch, als seine ehemalige Frau seine biologischen Kinder austragen wollte. Eigentlich stand im Vertrag, dass im Scheidungsfalle der andere Partner sein schriftliches Einverständnis geben muss, um die Kinder einem der Partner zuzusprechen.

Das Familiengericht hielt sich an diese Vertragsklausel. Der Einspruch der Mutter kam nur kurze Zeit zur Geltung und wurde vom obersten Gericht von Arizona dann doch nicht stattgegeben. Keines der Elternteile bekam die Kinder. Sie warten weiterhin auf Eis darauf, dass sie eventuell jemand adoptiert. 

Mit diesem Urteilspruch wurde der Mutter abgesprochen, ihre gefrorenen Embryonen auszutragen. Entscheidend für das Gericht war der Wille des Mannes, der seine Kinder nicht von seiner Ex-Frau haben wollte.

Embryos einfrieren erhöht Schwangerschafts-Chancen

Um ein emotionales und manchmal auch logistisches Dilemma auszumerzen, frieren Reproduktionsmediziner Eizellen ein.

Frauen mit späterem Kinderwunsch, teils auch ohne Partner, homosexuelle Paare und Mütter, die sich einer Chemotherapie unterziehen, nehmen oft diese Reproduktionstechnik in Anspruch, weil sie glauben, dies würde nicht nur die Rechte des Vaters, sondern auch die ethische Lage unkomplizierter machen. 

Die Chancen einer eintretenden Schwangerschaft ist jedoch höher, wenn man auf Embryos und nicht auf Eizellen zurückgreift. Nicht alle Embryos überleben ihr Einfrieren und ihr späteres Auftauen. 

Deshalb bevorzugen Reproduktionsmediziner aus rein technischen Gründen robustere Embryos. Obwohl man eigentlich nichts über die Langzeiteffekte weiß, welche die so erzeugten Kinder davontragen. 

Im Dezember 2019 veröffentlichten dänische Forscher eine Studie, in der sie berichteten, dass Kinder, die in ihrem Embryonenstaus eingefroren waren, später Krebs entwickelten. Darüber hinaus sind die gesundheitlichen Konsequenzen einer In-vitro-Fertilisation (künstliche  Befruchtung) wenig erforscht. 

Offene Fragen zur künstlichen Befruchtung (IVF)

Es ist 40 Jahre her, seitdem das erste Baby durch eine IVF entstand. Seitdem haben sich die Fruchtbarkeitsmethoden verändert. Allein der Zugang zu einer künstlichen Befruchtung ist leichter geworden, womit noch im höheren Alter an Nachwuchs zu denken ist.

Trotzdem bestehen viele offene Fragen. Kaum etwas ist über die psychische und physische frühkindliche Entwicklung der Kinder bekannt, die einst als Embryos oder auch nur als Eizelle/Samenzelle eingelagert waren.

In der am 10. Dezember 2019 im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie untersuchte Marie Hargreave mit ihren Mitarbeitern über eine Million (genau: 1.085.172) Kinder, die zwischen 1996 bis 2012 aus eingefrorenen Embryos erzeugt wurden. Von 100.000 dieser Kinder hatten 44,4 Krebs bekommen. 

Eine Fruchtbarkeitsbehandlung war zwar gedacht, Probleme zu lösen, im Endeffekt kommen wir jedoch nicht darum herum, sie heraufzubeschwören. Diese Technologie sollte Unfruchtbaren zum Kind verhelfen. Ohne sie wären sie niemals fähig gewesen,biologische Kinder zu bekommen.

Einer Umfrage (PewResearch 2018) zufolge haben sich 1/3 der Amerikaner entweder selber einer Behandlung unterzogen oder sie kennen jemanden, der dies tat. All das hat nicht nur soziale, ethische und rechtliche Konsequenzen.

TITEL-BILDER: Zwei der sechs bioethischen Sachbücher unserer Autorin Breburda

Man fragt sich: welche Rechte haben Eltern? Was bedeutet es, Vater oder Mutter zu sein? Wer darf sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen? Und welche Instanz kann diese Fragen beantworten? 

Mangelnde Kontrolle in IVF-Kliniken

Im Sommer 2018 wurden in Kalifornien Embryonen vertauscht, so dass die Mutter nicht ihr biologisches Kind ausgetragen hatte. Dies zeigt, dass viele der 500 Fruchtbarkeitskliniken der USA sowie eigentlich der ganze Industriezweig weder einer Kontrolle noch Gesetzen unterliegen. 

Im November 2019 bemerkten Wissenschaftler, dass einige IVF-Kliniken Zusatzbehandlungen anboten, die keinerlei bewiesenen Gesundheitseffekte aufwiesen und eher dazu führten, dass die Frauen unfruchtbar blieben. 

In Großbritannien diskutiert man, ob Tote ihre Samenzellen spenden sollten und man diese als eine Art Organspende ansehen sollte. Man diskutiert allen Ernstes darüber, dadurch den Samenspenderpool zu vergrößern bzw. einer Knappheit von Samenspendern entgegenzutreten. Man ist allerdings über die ethische Ansicht verunsichert. Vor allem: Wer darf spenden und wie viel – in diesem Falle Samen – darf man von derselben Person beanspruchen?

„Moralisch gesehen“, sagt der Bioethiker Arthur Caplan, „ist es das Schlimmste, was man jemandem antun kann, dass man Nachkommen von ihm erzeugt, ohne dass sie ihr Einverständnis dazu gegeben haben.“  – Wie auch? Der Spender ist tot!

Literaturhinweis: Anna Medaris Miller: Cancer survivor must donate frozen embryos after divorce: court ruling. Insider, Jan 28. 2020

Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Verfassungsgericht in Italien: Weiter keine künstliche Befruchtung für Homo-Paare

Das Verbot künstlicher Befruchtung (IVF = In-Vitro-Fertilisation) für homosexuelle Paare ist nach Ansicht des italienischen Verfassungsgerichts nicht verfassungswidrig. Das berichtet die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ unter Berufung auf eine Mitteilung des Gerichts.

Wie die Zeitung schreibt, stehe das Urteil zwar noch aus, die abschließenden Beratungen der Richter tendierten aber in diese Richtung. Anlass der Beratungen seien Anfragen aus zwei unterschiedlichen Gerichtsverfahren in Bozen und Pordenone.

Darin heißt es, das entsprechende Gesetz zur Regelung künstlicher Befruchtung aus dem Jahr 2004 verstoße gegen verfassungsrechtliche Grundsätze. Demgegenüber erachte das Verfassungsgericht die Anfragen als unbegründet. Das kritisierte Verbot stehe nicht in Widerspruch zu den Verfassungsprinzipien, auf die sich die örtlichen Gerichte bezögen.

Im Artikel 5 des „Gesetzes für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung“ heißt es: „Volljährige Paare, die unterschiedlichen Geschlechts sowie in potenziell fortpflanzungsfähigem Alter sind, verheiratet oder zusammenlebend, und bei denen beide Partner noch leben, können Zugang zu medizinisch unterstützten Fortpflanzungstechniken erhalten.“ Verstöße können mit Geldstrafen zwischen 200.000 und 400.000 Euro geahndet werden.

Quelle: ALfA-Newsletter


Münster: Bischof Genns spezielle Vorstellung von seinen Weihe-Kandidaten

Von Felizitas Küble

Am 27. September 2018 berichtete die Tagespost online bereits in ihrem Titel über folgende Merkwürdigkeit: „Bischof Genn: „Vorkonziliare klerikale Typen weihe ich nicht“

Weiter heißt es, der Münsteraner Oberhirte habe während einer Pressekonferenz in Fulda wörtlich erklärt: „Ich kann ihnen dezidiert sagen: Vorkonziliare klerikale Typen möchte ich nicht und werde sie auch nicht weihen.“

Die Bemerkung ist umso erstaunlicher, als sich zuvor Paul Metzlaff von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz darüber äußerte, viele junge Leute seien heute „traditional-postmodern“, was bedeutet, daß sie traditionelle Frömmigkeitsformen schätzen, darunter auch die alte Messe – sprich: „die außerordentliche Form des römischen Ritus“, wie die überlieferte Liturgie amtlich heißt.

Hinsichtlich der Aussage von Bischof Dr. Felix Genn (siehe Foto) verwundert sowohl der Inhalt wie die Form („…klerikale Typen“). 

Dies umso mehr, als derselbe Kirchenmann am kommenden Sonntag, dem 25. November, einen leitenden Reproduktionsmediziner im St.-Paulus-Dom (siehe Foto) zum Ständigen Diakon weihen möchte: Prof. Dr. Stefan Schlatt aus Altenberge.

Der Biologe ist Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CERA) an der Universität Münster: https://www.medizin.uni-muenster.de/cera/

Laut einem Bericht der Westfälischen Nachrichten wird der Professor im Zivilberuf bleiben und sein Diakonenamt nebenberuflich bzw. ehrenamtlich ausüben.

Nun gehört aber zu dem von ihm geleiteten CERA auch das „Kinderwunschzentrum“ der Universität: https://ukm-kinderwunschzentrum.de/index.php?id=kinderwunschzentrum-therapie

Wie zu erwarten, wird dort fleißig die IVF (In-Vitro-Fertilisation) angewandt, also die Reagenzglas-Befruchtung. 

Nun lehnt aber die katholische Kirche grundsätzlich jede künstliche Befruchtung ab – zunächst rein grundsätzlich moraltheologisch, weil der eheliche Akt und die Fruchtbarkeit nicht getrennt werden sollen, weil – vereinfacht gesagt – Leben und Liebe zusammengehören.

Dazu kommt eine konkrete ethische Problematik bei der IVF, weil keineswegs alle Embryonen in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt werden, zumindest nicht sofort; überzählige Embryonen (also befruchteten Eizellen als der kleinsten Erscheinungsform des menschlichen Lebens) werden eingefroren und später eingesetzt  – oder auch nicht, wobei sie dann in Stickstofftanks „verwaisen“.

Selbst wenn keine Vernichtung erfolgt: Wie läßt sich das Einfrieren von Embryonen überhaupt sittlich rechtfertigen und mit der Menschenwürde vereinbaren? Ganz zu schweigen von einer „Entsorgung“. (Näheres hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/kuenstliche-befruchtung-was-passiert-mit-eingefrorenen-embryonen-15180750.html)

In der Webpräsenz des Münsteraner Kinderwunschzentrums heißt es: „Unser Team führt ca. 600 Behandlungszyklen im Jahr mit den verschiedenen Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung durch.“

Somit handelt es sich dabei um eine alltägliche Arbeit dieser universitären Abteilung, die zu dem von Prof. Schlatt geleiteten CERA gehört.

Wie läßt sich dieser Sachverhalt nun mit dem kirchlichen Nein zur Reagenzglas-Befruchtung vereinbaren? Wie steht es sodann mit jener Selbstverständlichkeit, wonach sich ein für die Weihe vorgesehener Kandidat zur Lehre der Kirche bekennen sollte?

Immerhin ist Bischof Genn sehr wählerisch, wenn es um „vorkonziliare klerikale Typen“ geht. Wo bleibt aber seine Sorgfalt, wenn das klare Zeugnis der Kirche in bioethischen Anliegen gefragt ist?

Übrigens befürworten fast alle der am Sonntag zur Weihe vorgesehenen sieben Männer eine Einführung des Frauen-Diakonats (keine Gegenstimme, nur eine zögerliche Enthaltung) – siehe Video in der Kirchenzeitung-online: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/sieben-neue-diakone-fuer-das-bistum-muenster/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Irrwege der Reproduktionsmedizin für homosexuelle Paare und ihren Kinderwunsch

Von Dr. med. Edith Breburda

Am 15. November 2018 berichtete die biomedizinische Presse über den großen Erfolg, wonach gleichgeschlechtlich Partner nun endlich ein Kind haben können [1].

Dieses Statement verwirrt auf den ersten Blick. Es ist unmöglich, aus einer Eizelle eine Samenzelle herzustellen. Man braucht sowohl eine Ei- wie auch eine Samenzelle, um einen Embryo zu erzeugen.

Ist es etwa der Reproduktionsmedizin gelungen, Samenzellen aus Hautzellen herstellen? Kann man die Zeituhr von induziert pluripotenten Zellen soweit zurückzudrehen, dass man noch über das Stadium der embryonalähnlichen Zelle hinaus Keimzellen produzieren kann?

Wissenschaftler behaupten, dies sei schon seit einiger Zeit bei Mäusen gelungen. Es ist zwar ein langer Weg, bis man Versuche von der Maus auf den Menschen übertragen kann, doch Eizellen anders zu gewinnen, als z.B. Studentinnen oder Frauen aus Entwicklungsländern auszubeuten, ist schon lange ein erklärtes Ziel der Forscher.

Wie man weiß, sind Eizellen in der modernen Reproduktionsmedizin der limitierende Faktor. Für einige US-Wissenschaftler ist es sogar unethisch, dass Frauen für gespendete Eizellen kein Entgelt bekommen. Zunehmend diskutiert man, ob eine Ei – oder Samenzellspende unter die gleiche Rubrik fallen sollt, wie jede andere Organspende, unabhängig davon, ob man die davon gewonnenen Embryos für die Stammzellforschung oder die Reproduktionsmedizin verwendet.

Robert Edwards, der Erfinder der In-Vitro-Fertilisation (IVF), erhielt 2010 den Nobelpreis der Medizin. Damals, 1978, als das erste Retortenbaby geboren wurde, waren viele Zeitgenossen skeptisch. Die medizinischen, soziologischen, juristischen und ethischen Fragen der künstlichen Befruchtung sind bis heute nicht beantwortet.

Trotzdem ist die IVF für gleichgeschlechtliche Paare der einzige Weg, Kinder zu bekommen. Aber normalerweise brauchen sie dazu einen Samenspender oder eine Eizellspenderin samt Leihmutter.

So ist es unverständlich, dass Bioscience in seinem Artikel eine neue Methode rühmt und dabei von einem gemeinsamen Kind von zwei Gleichgeschlechtlichen redet.

Doch wenn man genauer hinschaut, schreibt der Forscher: Dank neuer Fortschritte in der IVF ist es nun gelungen, dass gleichgeschlechtliche Paare beide ihr „Baby“ austragen.

Dieser Prozess der reciprocal effortless in vitro fertilisation wurde das erste Mal von Ashley und Bliss Coulter in Anspruch genommen. Sie beide hatten Anteil an ihrem „Wunderbaby“.

Effortless IVF ist ähnlich einer herkömmlichen IVF. Der Embryo wird jedoch nicht in der Petrischale „herangezüchtet“, bis er das Blastozystenstadium erreicht hat und dann in die Gebärmutter entlassen wird; nein, in diesem Fall wuchs der Embryo für fünf Tage in einer Kapsel heran, die in den Gebärmutterhals von Bliss eingeführt wurde. Es war auch die Eizelle, welche Bliss gespendet hatte, und die mit einer Samenzellspende befruchtet wurde.

Danach wurde die INVOcell Kapsel samt Embryo in Ashley’s Reproduktionsorgan übertragen, was Ashley zur Leihmutter machte. Diesen Vorgang nennt man „Reciprocal IVF“.

Es bedeutet nichts anderes, als dass eine andere Frau das Baby austrägt als jene, die ihre Eizelle spendete. Das klingt kompliziert. Am Ende ist es ein ganz einfacher Vorgang, den man schon lange in der Tiermedizin kennt. Sicher, das Ziel ist hier, möglichst schnell Hochleistungstiere bzw. geklonte Tiere heranzuzüchten. Natürlich kann man das nicht vergleichen.

Aber rein technisch ist der Vorgang fast derselbe. Im Falle Coulter wurde diese neue Methode gewählt, damit beide Eltern in einem gewissen Sinne an der „Erzeugung ihres Kindes“ teilhaben können.

Weiterhin schreiben die Wissenschaftler, dass man neben einer reciprocal effortless IVF bereits viele andere Fortschritte in der Reproduktionsmedizin gemacht hat.

Man redet von einer In-Vitro-Maturation, was nichts anderes bedeutet, als dass man unreife Eizellen der Frau entnimmt und diese dann im Labor heranreifen lässt. Diese Methode der Eizellreifung außerhalb des weiblichen Körpers erspart es der Frau, Unmengen von Hormonen zu schlucken, um meist 12 Eizellen auf einmal durch eine Hyper-Ovulation entnehmen zu können.

Der Film „Eggsploitation: Maggie’s Story“ des Centrums für Bioethics and Culture gibt uns einen Einblick, was geschah, als Maggie sich mehrere Male einer Eizellenextraktion unterzog. Sie hatte plötzlich einen Knoten in der Brust; er wurde von der Fertilitätsinstitution nicht ernst genommen. Erst als sie später ihren eigenen Hausarzt aufsuchte, diagnostizierte er Brustkrebs im vierten Stadium, mit Metastasen in der Lunge und in den Knochen. Keiner in ihrer Familie hatte vor ihr diese Krankheit. Diese Art von Krebs sieht man eigentlich nur bei Frauen nach ihren Wechseljahren oder bei Frauen, die drei oder mehr Kinder hatten.

Auch diese Art der Hyper-Ovulation ist aus der Tierzucht bekannt. In den 70iger Jahren war der posthume Nobelpreisträger Edwards enttäuscht, weil seine Methode der In-vitro-Fertilisation nicht die gleiche Erfolgsrate wie bei Kühen aufwies.

Doch dies sei nur einer der Fortschritte, die der Artikel nennt. Man ist bereits fähig, eine ganze Gebärmutter zu transplantieren. (Wir berichteten davon: https://charismatismus.wordpress.com/2016/05/03/transplantation-einer-gebaermutter-haben-wir-bald-noch-mehr-kinder-aus-dem-labor/)

Das Transplantat wird allerdings nur temporär im Körper der Frau verbleiben. Um die Abstoßung des fremden Organs zu verhindern, müssen Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem unterdrücken. Damit dies nicht zu lange erfolgt, darf eine Frau nur zwei Schwangerschaften austragen. Danach wird die Gebärmutter wieder herausoperiert.

Ob zwei Schwangerschaften physiologisch überhaupt möglich sind, wird nicht hinterfragt. Eine Schwangerschaft unter immunsuppressiven Bedingungen aufrecht zu erhalten, ist physiologisch gesehen äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich.

Warum geht es also letztendlich? Neulich konnte man in der New York Times von einer Frau lesen, dessen sehnlichster Wunsch es war, eine Schwangerschaft zu erleben: „Solange ich mich daran erinnern kann, wünsche ich mir all die lästigen Nebeneffekte wie Schwangerschaftsübelkeit, geschwollene Beine, Rückenschmerzen. Diese Erfahrung ist zwar nicht lebensnotwendig, aber ich möchte sie dennoch unbedingt erleben.“

Lindsey war die erste Frau in den USA, bei der eine Gebärmutter eingepflanzt wurde; sie erhielt den Uterus einer verstorbenen Spenderin.

Gleichgeschlechtliche konnten bisher nur über eine Eizell-Samenzellspender die biologischen Kinder eines Partners austragen. Mit einer künstlichen Befruchtung geht eine Pränatal-Diagnostik einher. Embryos, die nicht den Vorstellungen der Mediziner entsprechen, werden vernichtet, tiefgefroren oder an die Forschung gespendet.

Die nächsten Generationen waren in den letzten Jahren die Versuchskandidaten der modernen Reproduktions-Medizin. Die sogenannten „künstlichen Kinder“ wurden zum Maßstab, ob etwas funktioniert oder nicht. Momentan weiß keiner, inwieweit die so erzeugten Kinder gesundheitliche, psychische oder physische Probleme haben.

Die Leidtragenden sind die Frauen, die ausgebeutet werden. Für moderne Reproduktionstechniken braucht man Eizellen, Leihmütter und nun auch Spender-Gebärmütter. Um unfruchtbaren Frauen zum Kind zu verhelfen, nehmen Eizellspenderinnen in Kauf, selber unfruchtbar zu werden.

BILD: Buchtitel von Dr. Breburda: Reproduktive Freiheit – free for what?

Diesbezüglich drängt sich die Frage auf, wo die Grenzen unseres Handelns liegen? Ist es egoistisch, ein Kind zu erzeugen, obwohl es nach allen Regeln der Fortpflanzung nicht natürlich zustande kommen kann?

Sollen wir all die Techniken, die wir zuvor in der Tiermedizin anwendeten, auch für den Zweck nutzen, einen Supermenschen zu schaffen? Viele argumentieren, dass die Produktion eines derartigen Menschen niemals gerechtfertigt werden kann, weil sie konträr zu Personenwürde, Integrität und Identität eines menschlichen Wesens steht.

Sigmund Freud sagte in einem Vortrag über das menschliche Sexualleben: „Die Abkehr von der reproduktiven Funktion ist das gemeinsame Merkmal aller Perversion.“

Der US-Mediziner Dr. Hunnell schrieb am 17. August 2011: Gott verlangt von uns niemals, etwas Unmoralisches zu tun, um unserer Berufung gerecht zu werden. Wenn einige nur durch reproduktionsmedizinische Maßnahmen Eltern werden können, dann trifft auf solche Ehepaare die Berufung für eine biologische Elternschaft nicht zu.“

Anmerkung:
[1] Sasha Mortimer, Breakthroughs in IVF: How a Same-sex couple carried the same Baby. BioSpace Nov. 15/2018: hier online

Unsere Autorin Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

 

 


BVL-Fachtagung in Kassel über „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbabys“

Alternativen zur künstlichen Befruchtung

Die Fachtagung „Kinderwunsch ist menschlich – Selektion nicht“, die der Bundesverband Lebensrecht (BVL) am 29. April 2017 im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Woche für das Leben in Kassel veranstaltete, bot Analysen und Antworten auf Fragen, die im vorausgehenden Auftaktgottesdienst von DBK und EKD im Raum standen:

Wie reagiert unsere Gesellschaft darauf, dass moderne Technologien daran arbeiten, möglicherweise behinderte Kinder umfassend aufzuspüren und das Erbgut des Menschen zu manipulieren? Was tun, wenn der „Kinderwunsch“ erst zu „Wunschkindern“ und schließlich zu „Designerbabies“ führt?

Mit Dr. Susanne van der Velden legte eine Gynäkologin aus der Praxis brillant dar, dass es Alternativen zur künstlichen Befruchtung gibt, die mit fast doppelt so hohen Lebendgeburtsraten (30 – 40 %) bei behandelten Paare aufwarten können wie in konventionellen Reproduktionskliniken.

Die von Dr. van der Velden angewandte NaPro-Methodik ist eine von rund tausend Ärzten seit 40 Jahren entwickelte Diagnostik bzw. Therapie, die das Ziel hat, die Fruchtbarkeit wiederherzustellen und eine natürliche Konzeption zu ermöglichen, ohne Samenspende, Eizellspende oder Leihmutterschaft.

Verzweifelte kinderlose Paare sind häufig bereit, Grenzen zu überschreiten, wenn sie nach kurzer, erfolgloser Behandlung an Reproduktions-Zentren weitergeleitet werden. Vielfach werden dabei die diagnostischen Möglichkeiten auch in Bezug auf den Lebenskontext („Lifestyle“) und mögliche organische Auswirkungen nicht hinreichend angewandt.

„Nicht schwanger zu werden“ ist ein Symptom, dessen Ursache gesucht und häufig gefunden werden kann. Der immense Vorteil für die Paare: Es gibt auf dem „natürlichen Weg“ der Kinderwunschbehandlung kaum Frühgeburten, keine vermehrten Mehrlingsschwangerschaften und nicht mehr Komplikationen als im Durchschnitt, während solche Risiken bei der IVF deutlich erhöht sind. 

Der Bundesverband Lebensrecht fordert die Krankenkassen auf, die vergleichsweise geringen zusätzlichen Beratungs- und Behandlungskosten für „natürliche“ Kinderwunschbehandlungen als Kassenleistung zu übernehmen, statt ausschließlich oftmals ethisch inakzeptable Ausgaben für IVF-Maßnahmen zu tätigen.

Befürchtungen von Kritikern wurden noch übertroffen

Dass Diagnosen und Therapien Grenzen gesetzt sind und „Leben auch erlitten werden muss“, führte Prof. Dr. Ulrich Eibach, Theologe und Klinikseelsorger aus Bonn, aus. Prof. Eibach hat die Entwicklung der künstlichen Befruchtung von Anfang an begleitet und konnte vom bedrückenden Resümee eines IVF-Pioniers in Bonn berichten, der ihm bestätigte, dass es schlimmer gekommen sei, als Kritiker 1979 befürchtet haben: „Die Entwicklung war nicht steuerbar.“  

In seinem Vortrag beschrieb er die fatale Logik einer Legitimationsethik, die zu einer vorandrängenden Spirale angeblichen Fortschritts wird, in der die Vermutung auf negative Folgen nicht zur Vorsicht gereicht, sondern im Gegenteil jede weitere Anwendung gerechtfertigt wird. Aus dem postulierten Ziel, Einzelnen helfen zu können, wird schnell das Ziel der Optimierung der Gattung Mensch.

Diagnostik, ursprünglich als Schritt zur Heilung gedacht, wird zum Instrument der Selektion. Ein gesundes Kind zu bekommen, darf nicht zu einem normalen Anspruch werden. Ohne Gegensteuern wird Schritt für Schritt erneut die Meinung mehrheitsfähig, dass es Kinder gibt, die den Eltern und der Gesellschaft erspart bleiben sollten.

Vorgeburtliche Diagnostik ist Selektion

Dass es sich bei den erweiterten Methoden der pränatalen Diagnostik um eine „Rasterfahndung“ und fast ausnahmslos um Instrumente der Selektion handelt, bestätigte Prof. Dr. Paul Cullen als Mediziner und Naturwissenschaftler, indem er den Bogen weiterspannte:

Wir befinden uns auf dem Weg zum „Enhancement“, der „Vervollkommnung“ der menschlichen Gattung, was weit über den Heilungsauftrag der Medizin hinausgeht. Die transhumanistischen Träume von einer Mensch-Maschine-Verschmelzung sind bereits weit fortgeschritten.

Mit geradezu religiösem Eifer wird ein neues Menschenbild vorangetrieben, welches aber zu einer alten Mehrklassengesellschaft mit neuen, medizinisch geschaffenen Eliten führen wird. Ziel der neuen Verfahren ist einzig die Perfektion der Selektion, wie an der nahezu vollständigen vorgeburtlichen Beseitigung von Down-Syndrom-Kindern zum Beispiel in Dänemark zu erkennen ist.

Widerstand gegen die „neue Eugenik“

Grenzziehungen erweisen sich als illusorisch. Standards werden nicht eingehalten, Indikationen stetig erweitert. Während sich der Ethikrat uneinig ist und bisweilen zu hören ist, dass „die Würde des Menschen ein nutzloses Konzept“ sei, profilieren sich Wissenschaftler und Unternehmen über Eingriffe in die menschliche Keimbahn, ohne Folgen und Risiken für die zukünftigen Generationen der Menschheit abschätzen oder verantworten zu können.

Der Mensch, so das Fazit der Fachtagung, ist mehr als eine Ansammlung von Genen und Algorithmen. Angewiesensein auf Mitmenschen ist eine Grunddimension des Lebens, kein Mangel. Unsere Bestimmung als Mitmenschen ist es, dem Leben zu dienen, Nöte zu lindern und Krankheiten zu heilen.

Politik und Gesellschaft sind aufgerufen, der Ausweitung der „neuen Eugenik“ zu wehren, solange es noch möglich ist.

http://www.bv-lebensrecht.de/fachtagung


Familienverband gegen Staatszuschüsse bei IVF von unverheirateten Paaren

Laut Pressemeldung des Bundesfamilienminsteriums vom 7. Januar 2016 tritt ab sofort eine Änderung der Bundesförderrichtlinie zur „Unterstützung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“ in Kraft.

Um „zeitgemäß“ zu agieren, gewährt Frau Schwesig künftig auch Paaren, die, obwohl sie ohne Trauschein zusammenleben, unter „unerfülltem Kinderwunsch“ leiden, einen Zuschuss zur Finanzierung einer IVF (In-Vitro-Fertilisation) bzw. künstlichen Befruchtung. Baby

Die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., Gertrud Martin, sieht darin einen weiteren Schritt zur Auflösung der Familie durch ideologisch fixierte Individualisierung der Erwachsenen ohne Rücksicht auf die Interessen der Kinder:

„Trotz der schönfärberischen Aussage: ‚ …. Familie ist da, wo Menschen bereit sind, füreinander einzustehen und dauerhaft Verantwortung zu übernehmen…‘ verzichtet Ministerin Schwesig auf jede verbindliche Dokumentierung dieser „dauerhaften“ Übernahme von Verantwortung durch die beteiligten Erwachsenen. Es genügt offenbar, aktuell ein Kind zu wünschen, zu zeugen und zu gebären.

Bei völlig fehlender rechtlicher Bindung zwischen den Eltern wird es ihnen noch leichter gemacht, sich aus der gemeinsamen Verantwortung zu lösen und das Kind dem Vater Staat zu überlassen. Wie schon im Abtreibungs- und Unterhaltsrecht, beim Elterngeldgesetz und beim Rechtsanspruch auf Finanzierung der staatlichen Krippenerziehung, jedoch keinesfalls der Betreuung der Kleinsten in ihrem Elternhaus, spielen die Interessen und die grundgesetzlich festgeschriebenen Rechte eines Kindes keine Rolle. Das Kind ist zur Verfügungsmasse verkommen.

Wir brauchen nicht nur mehr Kinder, wie Frau Schwesig richtig meint. Wir brauchen auch stabile Familien als Grundlage einer gesunden sozialen Entwicklung der Kinder. Aus unserer Sicht ist es widersinnig, die künstliche Befruchtung bei unverheirateten Paaren finanziell zu fördern und gleichzeitig den Eltern, die ihr Kind selbst erziehen wollen, ein Betreuungsgeld von 150 € abzusprechen.“


Die Mißachtung der Schöpfungsordnung und das veränderte Familienbild in den USA

Von Dr. med. Edith Breburda

Im September 2015 werden zwei Millionen Menschen mit Papst Franziskus in Philadelphia das Welt-Treffen der Familien feiern. Dr. Breburda

Ein paar Monate vor diesem Ereignis könnte es passieren, dass der Oberste Gerichtshof der USA die Gesetze für die traditionelle Familie ändert und auch gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. Das Verständnis für Familie und Ehe hat sich seit der sexuellen Revolution geändert.

Wie ist es soweit gekommen?

Die Einführung der Pille in den fünfziger und sechziger Jahren machte es möglich, Sex ohne Folgen erleben zu können.

Die rezeptfreien Pille danach, die jetzt in Deutschland zugelassen wurde, „wird Geschlechtskrankheiten en masse verursachen, den demographischen Wandel und Unterhaltszahlungen für jeden zweiten Mann stoppen”, erläutert der Arzt Dr. Johannes [1].1_0_809751

Der hl. Papst Johannes Paul II. warnte in „Evangelium Vitae“ vor den Gefahren, die der Gebrauch von künstlichen Verhütungsmitteln mit sich bringt: “Der Mensch macht die persönliche Erfüllung zum Mittelpunkt seines Lebenszweckes. Damit strebt er eine egozentrische Freiheit an, die sich von der wahren Freiheit separiert.“

Ego-Freiheit bedeutet, das zu tun, was immer Du tun willst. Wobei die Grenzen des Anderen beachtet werden sollen. Freiheit bedeutet auch Disziplin und Selbstbeherrschung und darf den Menschen nicht versklaven.

Wenn wir den Sex von der Reproduktion bzw. Fruchtbarkeit trennen, machen wir ihn zu einer sterilen Handlung, die nicht mehr ihre eigentliche Intention erfüllt. Mit Hilfe reproduktiver Technologien überlassen wir das Kinderkriegen Mitarbeitern von Fertilitäts-Kliniken und Ei- und Samenzell-Agenturen. DSC05485

Elternschaft wird heute als kommerzielles Vorhaben betrachtet. Kinder werden nicht mehr so gezeugt, wie es die Biologie vorsieht. Sie mutieren zu einem rechtlichen Gegenstand, der den Absichten und Wünschen des Erwachsenen zugeordnet wird.

Liebe ist eine Handlung, ein Versprechen, eine Verpflichtung, ein willentlicher Akt und nicht nur ein Gefühl oder eine Stimmung, die Schmetterlinge im Bauch hervorruft. Wenn die Emotionen vergehen, kann man die Scheidung einreichen. Einen Grund muss man nicht mehr erwähnen. Man handelt ganz so, wie es uns in jeder Soap-Opera (Seifenoper) vorgespielt wird.

Man fragt sich gar nicht mehr, was der Zweck einer Ehe ist. Als eine dauerhafte Beziehung wird sie schon lange nicht mehr angesehen.

Rayan T. Anderson schreibt in seinem Buch: What is Marriage: a Man and a Woman: A Defense, dass eine Ehe immer die Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist. Vater und Mutter geben ihren Kindern Schutz, geborgen aufzuwachsen. Es ist eine anthropologische Wahrheit, dass sich beide Geschlechter ergänzen.

Beide Geschlechter sind notwendig, um neues Leben hervorzubringen. Kinder brauchen Vater und Mutter, erklären uns die Soziologen. Am besten entfalten die Sprößlinge sich, wenn sie von ihren biologischen Eltern großgezogen werden.

Fast die Hälfte der Erstgeburten in den USA haben eine unverheiratete Mutter. Familien sind instabil, wenn Eltern nur zusammenleben, ohne verheiratetet zu sein. Alleinerziehende Eltern sind oft prädestiniert, arm zu sein. Kinder, die ohne Vater aufwachsen, werden häufiger drogenabhängig, kriminell oder werden selber als Teenager schwanger. frage

In der heutigen Hook-up-Kultur, die ubiquitär für amerikanische Universtäten scheint, wird Sex als eine andere Form der Entspannung angesehen. Sex hat keine tiefere Bedeutung mehr und dient nur dem Mann, seine sexuellen Begierden auszuleben.

Die Frau wird abgestumpft, ihre wirklichen Gefühle spielen keine Rolle. Dazu kommen eventuell ungewollte Schwangerschaften, vermehrte Geschlechtskrankheiten, ein erhöhte Gefahr von sexueller Gewalt sowie emotionale und psychische Probleme, die den Weg zu einer authentischen Liebe mit Hindernissen zuschütten [2].

Wie es scheint, streben wir heute eine Ehe an, in der das Geschlecht der Partner in den Hintergrund rückt.

Selbst die italienischen Modeschöpfer Domenico Dolce und Stefano Gabbana betrachten die Naturgesetzte als Norm. Sie stießen mit ihrer Aussage, die sie in einem Interview in der Zeitung Panorama [3] machten: „Wir sind Gay und gegen die Homo-Ehe“ auf Ablehnung.

Die beiden Homosexuellen wurden massiv kritisiert, als sie weiterhin verkündeten, dass nur die traditionelle Familie als authentisch betrachtet werden könne. Kinder sollten ohne künstliche Befruchtung entstehen. Man kann sie nicht von Leihmüttern, die ihre Gebärmutter vermieten, bekommen. Das Leben muss durch einen Akt der Liebe weitergegeben werden.

Leben hat einen natürlichen Werdegang, den wir nicht ändern können. Domenico Dolce wurde sogar noch deutlicher, er sagte: „Kinder der Chemie sind synthetische Babys. Uteri bietet man zum Vermieten an und Samen kann man sich aus einem Katalog aussuchen. Nicht einmal Psychiater sind darauf vorbereitet, mit den Folgen dieser Experimente umzugehen.“

Als sich Elton John, der selber zwei surrogate Söhne mit seinem Partner David Furnish hat, darüber mit der Bemerkung beschwerte, dass diese Ansichten mittelalterlich seien, lenkten die Designer ein.

Sie gaben zu, dass sie die Lebensentscheidungen anderer Leute respektieren. Im Gegenzug forderten sie, Respekt vor unterschiedlichen Ansichten füreinander aufzubringen. BILD0222

Sir Elton John ärgerte sich am meisten über das Statement der Designer, dass Kinder, die für Gleichgeschlechtliche gentechnisch erschaffen werden, in einer bestimmten Weise synthetisch seien:

„Wie kann man es wagen, meine wunderschönen Kinder als synthetisch zu bezeichnen? Schande soll über dich kommen, wenn du mit deinen Zeigefinger wackelst und voreingenommen über die In-Vitro-Fertilisation denkst. Legionen von lieben Menschen, Homosexuellen und Heterosexuellen, haben das Wunder der IVF in Anspruch genommen, um ihren Traum nach Kindern zu erfüllen. Das archaische Denken von Dolce und Gabbana ist nicht mehr zeitgemäß, so wie ihre Mode.“

Doug Mainwaring, ein Schriftsteller, der für das Witherspoon Institute arbeitet, kommentiert den Vorfall:

„Man muss bedenken, dass Sir Elton John 63 Jahre alt war, als er sein erstes Kind mithilfe einer Surrogat-Mutter bekam. Sein Partner David Furnish war 48, und beim zweiten Sohn 50. Wenn der jüngere Sohn aus der Schule kommt, werden die Väter 81 und 68 Jahre alt sein.

Verdienen Kinder nicht biologische Eltern, Mutter und Vater und nicht zwei Opas, wenn ihre Kinder noch klein sind?  – Die beiden mögen zwar ihre Kinder lieben, trotzdem bleibt die Frage, ob das Interesse der Kinder nicht vor den Wünschen egoistischer Eltern Vorrang hat.“imagesCAHIF86C

Normalerweise wird der In-Vitro-Technologie eine Altersgrenze gesetzt, ganz so wie bei der Adoption. Doch Kinder durch den Kauf von Gameten in einem gemieteten Uterus herzustellen, unterliegt keinerlei Regulierung.

Jedes unfruchtbare Paar, das mit einer Adoptionsgesellschaft zusammenarbeitet, weiß, dass es nach einer Altersgrenze von 40 Jahren kein Neugeborenes mehr adoptieren darf. Aber zahlenden weißen Männern, die ihre Familie mit eigens für sie angefertigten Kindern bestücken wollen, scheinen keinerlei Grenzen auferlegt zu sein.

Domenico Dolce erregte mit dem Begriff synthetische Babyss Aufsehen. Aber es gibt im Leben Dinge, die eben nicht geändert werden können. Dass sich Mann und Frau ergänzen, ist unabdingbar. Es handelt sich nicht um eine religiöse Erfindung.

Es ist unabdingbar in unser Herz geschrieben, spiegelt sich in unserer DNA wieder und wir können es überall um uns herum entdecken: Das Naturgesetz.

Es kann nicht ausgetrickst oder verändert werden. Zumindest nicht ohne unvorhersehbare Folgen. Warum haben wir solch eine Eile, den Begriff der Ehe neu zu definieren?

Auch wenn Gerichte vorgeben, die besten Absichten zu haben: Die Leidtragenden sind die Kinder. Wir werden erst darüber erfahren, wenn sie alt genug sind, um uns über ihr Schicksal zu berichten[4].“

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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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INFOs über ihr jüngstes bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/
 
Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Genmanipulationen an menschlichen Embryonen mit unabsehbaren Folgen

Von Dr. med. Edith Breburda

In Großbritannien können Paare ab Oktober 2015 ganz offiziell In-Vitro-Fertilisationen (künstliche Befruchtungen) mit drei Spendern durchführen. Bereits am 3. Februar 2015 hatte das britische Unterhaus eine entsprechende Gesetzänderung vorbereitet.  Dr. Breburda

Genetisch modifizierte Embryos durften bisher nicht implantiert werden. Doch am 24. Februar entschied sich das Oberhaus nach einer langjährigen Debatte, der Implantation genetisch modifizierter Embryonen stattzugeben.

Viele Frauen, deren Eizell-Mitochondrien defekt sind, hoffen darauf, gesunde Kinder haben zu können. Zudem können sie sicher sein, die Erkrankung nicht an ihre Nachkommen weiterzuvererben.

Robert Meadowcroft, Geschäftsführer von Muscular Dystrophy UK, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, bemerkt dazu: „Wir geben Frauen die wertvolle Chance, Erkrankungen aus den Familienstammbaum zu tilgen und die Zahl derer zu reduzieren, die mit den verheerenden Folgen der Erkrankung konfrontiert sind.“

Gegner dieser Innovation sehen in der Technik eine Form der Eugenik. Sie reden von Designer-Babys und unkontrollierbaren Konsequenzen. „Wir öffnen die Büchse der Pandora“, warnt die konservative Abgeordnete des Unterhauses, Fiona Bruce. Punkt-1

Der Fertilitätsexperte der Labour-Partei, Dr. Robert Winterson, verwahrt sich gegen Anschuldigungen, dass sich Ärzte in die Natur einmischen: „Wir versuchen nicht, Gott zu ersetzen, sondern wir versuchen, sein Werk zu verbessern.“

Die Mitochondrien, die außerhalb des Zellkerns im Zytoplasma oder Zellleib liegen, werden nur von der Mutter vererbt, weil bei der Befruchtung nur der Kern der Samenzelle mit der Eizelle verschmilzt. So wird eine Dysfunktion der Mitochondrien, welche auf Mutationen der Mitochondrialen DNA (mtDNA) beruhen, ausschließlich durch die Mutter vererbt.

Bisher konnten kranke Mütter nur Kinder bekommen, wenn sie ein Kind adoptierten oder eine Spender-Eizelle künstlich befruchtet wurde. Andere Möglichkeit bestanden in der Präimplantationsdiagnostik, der Chorionzottenbiopsie, einer Diagnostik von Chromosomenstoerungen bzw. der Amniozentese, einer Fruchtwasseruntersuchung , wobei bei einem kranken Kind eine Abtreibung empfohlen wird. Book

Die britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie hatte 2014 ein Expertengremium einberufen, um die Sicherheit der verschiedenen Methoden des Mitochondrienaustausches zu untersuchen.

Die besten Erfolge wurden mit dem Maternal Spindle Transfer (MST) und dem Pronuklear Transfer (PNT) erzielt. Das Expertenteam ist der Ansicht, dass ohne diese Verfahren eine kranke Mutter die Mutationen der Mitochondrialen DNA an ihre Kinder weitervererben würde und sich dadurch eine tödliche Erkrankung entwickeln könnte.

Um dem Eingriff mehr Sicherheit zu verleihen, sollte die Spender-Mutter der biologischen Mutter so ähnlich wie möglich sein.

Wie findet der Mitochondrienaustausch statt?

Beim MST repariert man zuerst die Eizelle. Vereinfacht gesagt wird der haploide Zellkern, das heißt die Spindel mitsamt den assoziierten Chromosomen aus der mütterlichen Eizelle entnommen und in eine zuvor entkernte Spender-Eizelle, die in ihrem Zellleib gesunde Mitochondrien hat, transplantiert.

Danach findet die Befruchtung unter dem Mikroskop statt. Man injiziert eine Spermie direkt in die Eizelle. Im Fachjargon nennt man das eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion.imagesCAHIF86C

Beim PNT findet der Eingriff am bereits entstandenem Embryo statt. Nach der In-Vitro-Fertilisation wird der diploide Zellkern entnommen und in eine entkernte Eizelle eingepflanzt. Bei beiden Verfahren kann es allerdings dazu kommen, dass beim Transfer der Kerne auch Mitochondrien der Mutter aus Versehen verschleppt werden.

Die Chromsomale DNA besteht aus etwa 25.000 Genen. Sie ist völlig anders organisiert als die aus 37 Genen bestehende Mitochondriale DNA, die einen bakteriellen Ursprung hat. Die Mitochondriale DNA macht nur einen Bruchteil von 0.2 Prozent aller Gene aus. Schätzungen zufolge hat eines von 200 Neugeborenen eine krankhafte Mutationen in seinen Mitochondrien. Eine dadurch bedingte Krankheit tritt in 1:5.000 bis 1:10.000 Fällen auf.

Da die Mitochondrien, vereinfacht ausgedrückt, die Energiequellen des Organismus sind, verursachen sie meist Schädigungen des Nervensystems, der Muskeln und der Augen. Das Ausmaß und die Schwere einer Erkrankung hängt vom Anteil der Mutationen im Vergleich zur unmutierten mtDNA ab.

Eine reife Eizelle kann bis zu 100.000 Kopien der mtDNA enthalten. Der Zufall entscheidet letztendlich, ob eine Krankheit wirklich weitervererbt wird. Deshalb kann ein Kind einen sehr hohen Anteil an mutierten Genen erhalten, während seine Mutter nur geringe Mutationen aufweist. iStock_000014086034XSmall

In den USA wurden zwischen 1997 und 2002 einige Kinder, die drei Eltern haben, geboren. Durch einen Zytoplasmatransfer half man älteren Frauen, die trotz vieler In-Vitro-Fertilisationen kinderlos bleiben, mittels dieser Technik, doch noch dazu schwanger zu werden.

Gealterten Eizellen injizierte man frisches Zytoplasma und die darin enthaltenen Mitochondrien aus einer Spender-Eizelle. Mit Hilfe dieser Verjüngungs Methode wurden Kinder „geschaffen“. Dann verbot die Amerikanische Food und Drug Administration, FDA, die Technik aus Sicherheitsgründen. Großbritannien ist jetzt daran interessiert, was aus diesen Kindern von damals in Bezug auf ihren Gesundheits- und Entwicklungszustand geworden ist [1].

Das Science Magazine hatte am 13.3.2015 eine Warnung von Wissenschaftlern veröffentlicht. Don’t edit embryos hieß es in dem Artikel. Forscher sollen unter keinen Umständen weder das Genom von menschlichen Embryos noch humane Ei- oder Samenzellen manipulieren.

Es geht um eine Technik, die als CRISPR und Zink-Finger Nuklease bekannt ist und die es Wissenschaftlern ermöglicht, Gene auszutauschen bzw. ganz auszulöschen. Heutzutage kann man sehr elegante, präzise mikrochirurgische Eingriffe in das Erbgut einer lebenden Zelle vornehmen. In der Molekularbiologie bezeichnet man den Vorgang als die „clustered regularly interspaced short palindromic repeats“, kurz CRISPR-Cas 9.

Mit diesem Konstrukt kann man Nukleinsäurensequenzen aus dem Erbgut herausschneiden. Für 55 Dollars bekommt man die einschlägige Software, um die Scheren herzustellen, die man benötigt, die gewünschten Gensequenzen herauszuschneiden.

Was allerdings die Folgen eines Eingriffes sind, bei dem man Gene aus dem Erbgut entfernt, weiß man nicht. Wir kennen nicht die Gesetze, die den Organismus regulieren. Wir wissen nicht welche Gene am Ausbruch einer Krankheit beteiligt sind [2].

Die mikrochirurgischen Instrumente ermöglichten es bisher, bessere Tiere zu züchten, um an ihnen die Rolle der einzelnen Gene zu studieren. Man will dadurch auch Gen-Mutationen bei Patienten korrigieren, vor allem Mutationen in Blut-, Muskel- oder Tumor-Zellen.

Wissenschaftler nutzten diese Techniken erst kürzlich, um einen genetisch modifizierten Affen zu erzeugen. Es gibt Hinweise, dass man genau das Gleiche mit menschlichen Embryos versuchen will. Die Studie stehen kurz vor der Veröffentlichung.

„Das ist unsicher und unethisch. Vererbbare menschliche genetische Modifikationen sind sehr risikoreich; ihr therapeutischer Nutzen ist unbedeutend“, protestiert Edward Lanphier und vier andere Wissenschaftler in ihrem Kommentar am 12. März 2015 in dem Magazin „Nature“ [3].

„Man kann nur dann medizinische Eingriffe ethisch rechtfertigen, wenn sie bewiesen haben, sicher zu sein und wenn keine Gefahren auf die nachkommenden Generationen ausgehen“, schreiben einige Forscher.

Sie fordern dazu auf, alle Experimente, die es erlauben, Gene in Spermien, Eizellen oder Embryos zu manipulieren, sofort zu stoppen.

„Man solle erst einmal öffentlich über die wissenschaftlichen und ethischen Folgen derartiger Experimente diskutieren. Vor allem über den jüngsten Einsatz der mitochondrialen DNA-Ersatz-Therapie in England“, betont Lanphier, der Direktor von Sangamo BioScience in Richmond, Kalifornien.

Seine Firma will Menschen mit Gentherapien behandeln: „Es gibt einen großen Unterschied , ob ich Körperzellen genetisch therapiere oder Keimzellen. Dazwischen liegen klare ethische Grenzen“, argumentiert Lanphier.

George Daley, ein Stammzellforscher des Bostoner Kinder-Krankenhauses der Harvard Medical School stimmt damit überein.

„Eine öffentliche Diskussion ist wichtig. Selbst Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass es momentan viel zu früh ist und wir viel zu wenig über die Sicherheit wissen, um auch nur irgendwelche Anläufe zu nehmen, die Keimzellen von Embryos zu manipulieren. Wir brauchen eine ausführliche Diskussion, ob es überhaupt erlaubt sein sollte, solche Technologien zuzulassen“, beteuert er [4].

Anmerkungen:

  • [1] Aho-Ritter A.: IVF: Flotter Dreier per Gesetz. DocCheck, 30.März 2015
  • [2] Albrecht J. und Kastilan S.: Können wir es besser? Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gentechnik, 23.3.2015
  • [3] Lamphier et al.: Don’t edit the human germ line. Nature, 12 März 2015
  • [4] Vogel G.: Don’t edit embryos, researchers warn. Science/AAAS News. 3.13.2015
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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INFOs über ihr jüngstes bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/
 
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Neuer Trend: Späte Mutterschaft durch künstliche Befruchtung und Eizellspende

Von Dr. med. Edith BreburdaDr. Breburda

In den USA konnte man Anfang 2015 in einer Seniorenzeitung lesen, dass eine über 50-jährige Frau mit Hilfe der In-Vitro-Technologien noch Kinder bekommen hat.

Die 59-jährige Sarajean Grainson lebte in ihrer zweiten Ehe mit einem evangelischen Pastor zusammen. Ihr Mann, David Grainson, ist 46 Jahre alt. Als sie heirateten, war Sarajean über 50. Sie hatte schon drei  Kinder aus ihrer ersten Ehe.
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Dass sie noch Kinder haben wollte lag daran, dass sie ihrem Mann die Gelegenheit geben wollte, selber Vater werden zu können, weil er vorher noch nicht verheiratet war.
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Sie wollte ein Kind von ihm. Genetisch gesehen wollte sie seine Kinder, weil sie selber eine Eizellspenderin in Anspruch nehmen musste. Die Familie Grainson ist sich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Den  Stress, den alle neuen Eltern mitmachen, fürchtete sie trotz ihres Alters nicht.
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Sarajean hatte allerdings vergessen, wie anstrengend es war, Mutter von kleinen Kindern zu sein. Sie bedauerte nichts und würde alles wieder genauso machen. „Mit Gott und der Technologie kann man sogar die Menopause überwinden“, strahlt die junge und doch auch alte Mutter.
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In den USA nehmen die über 50-jährigen Mütter zu. Es ist mittlerweile fast ein Trend. 2013 hatte jedes 13. Kind, das in den USA geboren wurde, eine Mutter, die 50 Jahre und älter war. Die meisten wurden durch künstliche Befruchtung schwanger.
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Sarajean G. berichtet über ihren Mann, der sich um ihre Gesundheit sorgte und das Thema Kind in ihrem Alter gar nicht erst ansprechen wollte. Dazu ihr Mann: „Wir haben 2001 geheiratet und dachten erst gar nicht an Kinder. Dann sah Sarajean eine Frau im Fernsehen, die dieses Thema behandelte.“
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Das ist meine letzte Chance“, sagte sich die Frau, die dann mit 51 und 53 Jahren noch Kinder bekam. Es ist eigentlich gar nicht so unmöglich, meint die alte Mutter. 2008 gebar die 70-Jährige Rajo Devi Lohan ein Kind in Indien. Sie wurde die bisher älteste Mutter. 
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Die Geburten bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren verdreifachten sich. 2000 waren es noch 255 Geburten in dieser Altersklasse. 2013 hatten 677 Kinder eine alte Mutter. Die Geburtenrate ist mit der In-Vitro-Fertilisation (IVF), also der künstlichen Befruchtung verbunden.
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Die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Technologien, die so etwas ermöglichen, ist gespalten. Eine Umfrage im Jahr 2014 mit 2000 Probanden in Groß-Britannien zeigte, dass 75 Prozent der Befragten es unakzeptabel finden, wenn Frauen jenseits des gebärfähigen Alters noch Kinder bekommen. US-Bürger wurden diesbezüglich noch nicht interviewt. Experten vermuten aber, dass auch in den USA keine andere Meinung vorherrscht.
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Skeptiker fragen sich, wie lange wohl eine über 50-jährige Mutter fähig sein wird, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Bonnie Steinbock, eine Bioethikerin der Universität in Albany im Staat New York, fürchtet, eine Mutter diesen Alters verfüge nicht über die dazu notwendige Kondition:
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Wie wird sie einem bockigem Zweijährigen behandeln? Vor allem aber, wie fühlt sich das Kind, Eltern zu haben, die so alt sind wie die Grosseltern ihrer Spielgefährten?“, fragt die Ethikerin. Andere Menschen glauben schlichtweg, es sei unnatürlich, im Alter noch eine IVF in Anspruch zu nehmen.  
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Prof. Steinbock sieht bei den älteren Damen, die sich noch zu einem Kind entschließen, eine Zunahme der „prokreativen Freiheit“: „Die Leute sollen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Auch wenn ihre Mitmenschen das beanstanden sollten. Es ist dies letztlich keine Angelegenheit von Nörglern“, behauptet Frau Steinbock. Es gibt einige, welche die Meinung der Bioethikerin teilen.
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Es handelt sich doch um intelligente Frauen. Sie sind nicht dumm oder leichtsinnig“, sagt Dr. Mark Sauer, ein Befürworter der IVF.  Er ist Direktor der Gynäkologie und Geburtshilfe der Universitätsklinik von New York. Er hat sich auf die IVF bei älteren Damen spezialisiert. „Die Frauen sind gesund. Sie verstehen das Risiko, das eine späte Schwangerschaft mit sich bringt. Sie können dadurch auch sterben.“ IMG_5830_ergebnis-150x150
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Die Schauspielerin Laura Leggett Linney wurde mit 49 Jahren schwanger, Halle Berry mit 47, Kelly Peterson war auch schon 48, als sie ein Kind austrug. Die meisten der über 50-Jährigen verdanken ihre Schwangerschaft einer Eizelldonation. Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt schon im Alter von 30 Jahren ab, sagen Medizinexperten.
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Auch Sarajean nahm die Eizelle einer viel jüngeren, anonymen Frau in Anspruch. Die Universitätsklinik von Columbia bietet Spenderinnen 8000 Dollars für eine Eizellengewinnung.
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Für die schwierige Entscheidung, eine Risikoschwangerschaft auf sich zu nehmen, stehen Experten zu Seite. Medizinische Tests geben letztendlich Aufschluss darüber, ob es für die über 50-Jährigen mit Kinderwunsch sicher ist, diesen Schritt zu wagen. 
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Ich würde sagen, bei weniger als zehn Prozent der über 50-jährigen Frauen, die zu uns kommen, ist es keine gute Idee. schwanger zu werden. Das liegt meist an einem hohen Blutdruck. Auch ein fibröser Tumor des Uterus ist ein Hindernisgrund.“

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Eine Studie von 2012 ergab, dass die Gesundheitsrisiken einer Schwangerschaft bei über 50-Jährigen, die eine Spendereizelle benötigen, kaum von denen bei einer jungen Mutter abweichen.
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Allerdings ist eine gute medizinische Betreuung notwendig, die noch lange nach der Geburt anhält. Trotzdem existieren medizinische Risiken. Im Alter ist die Möglichkeit von  Bluthochdruck, Diabetes oder Präeklampsie gegeben. Die Ursachen der Präklampsie, d.h. erhöhter Blutdruck, vermehrte Eiweissausscheidung im Urin, sind unbekannt. Der Bluthochdruck kann zu einer Schädigung anderer Organe führen.
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Manchmal kann man der Schwangeren und dem Kind nur durch einen sofortigen Notkaiserschnitt helfen. Auch sind Fehlgeburten, Frühgeburten oder Mehrlingsschwangerschaften mit einer In-Vitro-Fertilisation verbunden.
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Deshalb sollte jede Frau über 50, die noch ein Kind haben will, zuallererst einen Maternal-Fetal Mediziner aufsuchen Danach steht der Fortpflanzungs-Endokrinologe auf der Liste, empfiehlt Irina Burd, von der John Hopkins School of Medicine.
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Sie können die Gesundheits-Risiken benennen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Manchmal sind die „Schäden“ irreversibel. Ein hoher Blutdruck oder ein sich entwickelnder Diabetes Mellitus könnte bis ans Lebensende bestehen bleiben“, sagt Burd.
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Krankheiten, die das Kind betreffen, wie Down Syndrom oder genetische Abnormalitäten, werden durch eine Spendereizelle von einer jungen Frau reduziert. Manchmal lassen junge Frauen deswegen ihre Eizellen einfrieren, um sie später zu nutzen. vaccine_2_360_250_s_c1
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Mehrlingsgeburten sind durchaus eine Folge der In-Vitro-Fertilisation, da die Ärzte empfehlen, bei Frauen über 40 bis zu vier Embryos einzupflanzen, um die Möglichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft zu erhöhen.
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Eine unter diesen Bedingungen induzierte Schwangerschaft für über 50-Jährige ist nicht billig. Sie kann pro Versuch bzw. Zyklus zwischen 25.000 bis 30.000 US-Dollars kosten, zusätzlich entstehen Kosten für die Eizellspende.
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Versicherungen in den USA tragen meist nicht die Kosten. Trotzdem spielen für einige Paare die Kosten keine Rolle, wenn ihr Ziel darin besteht, noch im hohen Alter Kinder bekommen zu können.
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Elisabeth Gregory, Autorin der Zeitung Ready, geht der Frage nach: „Warum begrüssen Frauen den neuen Trend zu einer späten Mutterschaft?
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Gregory, Direktorin der Gender und Sexual Studien-Programme, ist der Meinung, dass Frauen, die spät im Leben schwanger werden, sehr optimistisch, körperbewusst und fit sind. „Diese Leute sind sehr energiegeladen und meinen, sie hätten die entsprechende Energie, eine Schwangerschaft durchzuziehen“, sagt Gregory, die selber im Alter von 48 Jahren ein Kind adoptiert hat. „Ein Baby zu haben, hält einen fit“, ist ihre Auffassung.
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Einige der älteren Frauen sind zum ersten Mal Mütter. Sie hatten sich entweder auf ihre Karrieren konzentriert oder sind gerade eine neue Partnerschaft eingegangen. Einige bleiben auch weiterhin Single. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind unter den älteren Müttern zu finden. Alle wollen die biologische Mutter sein und nicht Kinder adoptieren, wenn sie älter als 50 sind.
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Eigentlich ist dieser Satz so nicht richtig. Denn ihre Gene sind in dem Kind, welches sie austragen, ja oft nicht vorhanden. Sie greifen meist auf Eizellen einer viel jüngeren Spenderin zurück. Es handelt sich im besten Falle nur um die Gene ihres Partners. Er ist der biologische Vater.
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Einige Paare wollen eine neue Familie gründen, nachdem ihre Kinder aus erster Ehe oder auch aus der gleichen Partnerschaft schon lange erwachsen sind. „Ältere Ehepaare möchten einfach kein leeres Nest haben“, bemerkt Dr. Sauer. Im Grunde wollen sie permanent Eltern bleiben.
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Nicht jede ältere Mutter möchte über ihre Erfahrungen reden, da die Leute so viele Vorurteile haben. Sie fragen sich, warum tut diese Frau so etwasSie ist zu alt. Sie könnte doch leicht die Grossmutter des Kindes sein“, sagte die Psychologin Susan Newman aus New York.
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Cyma Shapiro, Schreiber des Blogs Motheringinthemiddle.com, der speziell Eltern in der Mitte ihre Lebens anspricht, weiß über die vielen Gründe, die ältere Mütter bewegt, nicht in die Öffentlichkeit zu gehen.
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Cyma hat viele von ihnen überall in den USA aufgesucht, um sie zu interviewen. Jedes Mal baten sich die älteren Damen höchste Diskretion aus. Sie fürchteten, ihre Arbeitgeber, Freunde oder Verwandte könnten ihnen Schwierigkeiten bereiten.
In zehn Jahren wird man anders über alte Frauen reden, denen die modernen Technologien ein so spätes Mutterglück bescherten. Dann wird so etwas das Normalste von der Welt sein“, glaubt Shapiro.
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Literaturhinweis: Saraceno J.: Last Chance Babies. Sure they Do it- but should They? AARP Bulletin. Vol 56. 1, January-February 2015

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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Künstliche Befruchtung, Third-Party-Reproduktion und das Leid der Betroffenen

Von Dr. med. Edith Breburda

Bruce Feiler schrieb 2013 einen Artikel in der New York Times, worin er sich über das schlechte Miteinander seiner Familie bei Familienfeiern beschwert. Nach so einer Zusammenkunft fragt sich Bruce immer, wie lange seine Familie noch zusammenhalten und nicht doch bald auseinander fallen wird. Dr. Breburda
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So fing er an nachzuforschen, was eine glückliche Familie ausmacht. Er fand die Studie: Do you Know? des Psychologen Marshall Duke von der Emory-Universität, der Kindern 20 Fragen über ihre Familie vorlegte.
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Sie wurden u.a. gefragt, ob sie wüssten, wo ihre Eltern zur Schule gegangen sind, wo ihre Grosseltern aufgewachsen waren und wem sie in ihrer Familie am ähnlichsten sehen.
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Eine gute emotionale Gesundheit und eine glückliche Kindheit hatten jene Kinder, die die Fragen am besten beantworteten, stellte Duke überrascht fest: “Je besser die Kinder ihre Familienverhältnisse kannten, desto selbstbewusster und erfolgreicher waren sie. Sie hatten ihr Leben unter Kontrolle, wenn ihre Familie funktionierte.“
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Diese Ergebnisse sind nicht verwunderlich, wenn man sieht, wie populär in Amerika die Webseite Ancestry.com ist. Auf dieser Seite werden die Benutzer eingeladen, ihre Herkunft zu erforschen. Der Satz „Wer denkst Du, wer du bist“ zeigt, dass unsere Identität in unseren Vorfahren verwurzelt ist.
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So gesehen ist es unverständlich, dass die heutige Gesellschaft eine Technologie als ganz selbstverständlich annimmt, die Kindern absichtlich ihre Vorfahren, ihre Familiengeschichte und einen Teil ihrer Familie vorenthält.
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Donor-Samen oder -Eizellen von anonymen Spendern für die künstliche Befruchtung eines Wunschkindes in Anspruch zu nehmen: dies ist heute gang und gäbe.
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Die Reproduktionsmedizin kann bei der sog. „Third-Party-Reproduktion“ nur durch Spendergameten, die bei der künstlichen Befruchtung, der In-Vitro-Fertilisation und bei Leihmüttern angewendet wird, ein Kind erzeugen.
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Viele dieser Third-Party-Reproduktions-Kinder sind heute erwachsen und äussern sich entsetzt darüber, was ihnen wiederfahren ist. Sie fühlen sich schrecklich, weil ihnen mit Absicht verweigert wird, was den Schlüssel für eine erfüllte wohlbehütete und frohe Kindheit darstellt: das Wissen um seine Familiengeschichte, wie Dr. Duke das ausdrückt.
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Die Öffentlichkeit erkennt oft nicht diese Ungerechtigkeit und ist der Meinung, diese Kinder sollten eher froh sein, überhaupt am Leben zu sein, anstatt sinnlos über ihren Stammbaum nachzuforschen.
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Man denke nur an die Kinder von Soldaten im Zweiten Weltkrieg, die von ihren Vätern gezeugt wurden, als sie auf Heimaturlaub waren. Nicht wenige der heute 70 bis 75-Jährigen fragen sich noch Jahrzehnte nach ihrer Geburt, ob es wirklich ihr Vater war, den sie erst nach  dem Krieg kennen gelernt haben. Kann man es ihnen verdenken zu zweifeln?
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Wir versuchen, für die Kriegskinder Verständnis aufzubringen, obwohl die heutigen Donor-Kinder oft hören: „Seid still und froh über euer Leben“.  –  Dies sind die Standardworte, die Third-Party-Kinder erhalten, wenn sie versuchen über ihren Schmerz und ihre Trauer zu berichten.
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Alana New, das Kind eines anonymen Samenzellspenders, gründete das Anonymous US Project. Sie beabsichtigt, ehrliche und sichere Informationen über die third-party-reproduction zu vermitteln und sammelt Berichte von Eltern, Spendern und Leihmüttern. Jede Geschichte beleuchtet spürbar die Empfindungen der Kinder:  media-389705-4
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„Danke vielmals, dass Du mir ermöglicht hast zu leben, anonymer Vater. Auch für die Technik, die Dir ermöglichte, anonym zu bleiben. Ich fühlte mich niemals so sehr meiner Rechte beraubt und über den Tisch gezogen“, schreibt eine Betroffene.
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„Ich verabscheue die Frage, woher ich komme. Welche Nationalität habe ich, oder warum bin ich ein Einzelkind? Das Wunschkind mit Hilfe eines Samenspenders zu sein, macht meine Situation nicht leichter. Im Gegenteil, die Frage, woher ich komme, wird immer bohrender.“
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Das California Assembly Committee on Health ist überzeugt: es handelt sich um einen Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Kindern aus der third-party-reproduction die Beziehung zu mindestens einem ihrer biologischen Eltern vorenthalten wird. 
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Anonymous US ist nicht die einzige Webseite, auf der Kinder, die durch eine Samen- oder Eizellspende empfangen wurden, auf ihre Situation aufmerksam machen können.
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Jo Rose, gehört zu ihnen. Sie ist empört, wie unsensibel die englische Zeitung The Guardian war, die ihren Bericht, ein Kind eines anonymen Spenders zu sein, einfach abgewiesen hatte:
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„Was mich bei der ganzen Angelegenheit, wie ich erzeugt wurde, am meisten erschüttert, ist die offenkundige doppelte Moral. Meiner Mutter wurde zugestanden, einen Einblick in das genetische Erbe des Samenspenders zu erhalten. Ich hingegen werde niemals erfahren, wer mein Vater ist, dessen Gene ich in mir trage.“
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Keiner kann mehr daran zweifeln, dass Kinder einer third-party-reproduktion zu dem Schluss kommen, dass sie um ihre Naturrechte beraubt wurden. Unglücklicherweise sieht das die Gesellschaft nicht so. Sie tut sich schwer, die Perspektiven dieser Kinder nachzuvollziehen.
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Die Geschichte von Gracie Cane, einem Teenager aus Großbritannien, verdeutlicht die Situation am besten. Gracie hatte Angst. Es handelte sich bei ihr aber nicht um die Verzweiflung, die jeder Teenager in seinem Stadium durchmachen muss. Nein, sie wurde als Embryo adoptiert, weil sie aus einer In-Vitro-Fertilisation übrig geblieben war. Sie fühlte den Verlust ihrer genetischen Wurzeln besonders deutlich. Aufgrund der Gesetze ihres Staates wird sie niemals in Erfahrung bringen können, wer ihre biologischen Eltern sind.
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„Mein Schmerz darüber ist so akut, dass ich mir oft wünsche, ich wäre niemals geboren worden“, sagt sie. Leute, die von Gracie’s Geschichte hörten, bezeichneten sie als egoistisch. Sie schimpften, sie solle doch dankbar sein, Eltern zu haben, die sie lieben. Viele verglichen ihre Situation mit der einer Adoption eines neugeborenen Babys und betrachteten Gracies Kommentare als widerlich. Scannen0001 (22)
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Es handelt sich in ihrem Fall jedoch nicht um eine klassische Adoption. Trotzdem musste sie versuchen, das Beste aus einer nicht optimalen Situation zu machen. Doch muss man in Betracht ziehen: Gracie war eigentlich kein Wunschkind. Sie wurde nicht absichtlich im Labor gezeugt. Sie war ein Extrakind, auf das man zurückgegriffen hätte, falls ihre Geschwister nicht die Prozedur der In-Vitro-Fertilisation überstanden hätten.
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Das war eigentlich die einzige Chance, die sie ursprünglich hatte, um ihr Leben zu erlangen. Sie weiß, irgendwo da draußen ist die perfekte Familie, die in ihren Brüdern und Schwestern ihre Wunschkinder sehen. Aber sie hat da nicht hineingepasst, obwohl alles in ihr danach verlangt, ihre Eltern und Geschwister kennen und lieben zu lernen.
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Gracie hat wundervolle Adoptiveltern. Doch man sollte wahrnehmen, wie sehr sie den Schmerz fühlt, als Restposten oder Leftover geschaffen worden zu sein. Als eine Art Versicherung, falls ihre Brüder oder Schwestern sich nicht im Uterus ihrer Mutter eingenistet hätten.
Können wir nachvollziehen, was es heißt, im Stich gelassen worden zu sein? Eingefroren darauf zu warten, dass eine Frau kommt, die sie aus dem Gefrierschrank rettet und austrägt?
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Wir müssen in Betracht ziehen, dass sie absichtlich verstoßen wurde. Mit einbegriffen ist auch ihr Familien-Stammbaum, der ihr vorenthalten wird. iStock_000014086034XSmall
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Die katholische Kirche sieht den Schaden, den eine third-party-reproduktion anrichtet. Sie betont die Rechte der Kinder auf ihre biologischen Eltern und betrachtet die Ehe als den Ort, wo Kinder durch die Liebe der Eltern hervorgebracht werden sollten.
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Der Katechismus der Katholischen Kirche hebt hervor, wie schädlich und unmoralisch es ist, wenn eine dritte Person in die natürliche Zeugung von Mann und Frau involviert ist. Künstliche Befruchtung  oder eine Inseminierung führen dazu, dass das Kind seinen wahren Erzeuger niemals kennen lernt.
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Es ist nicht die Absicht der Kirche, unfruchtbare Ehepaare zu belehren. Es geht ihr vielmehr darum, dass bei der third-party-reproduction Kindern das fundamentale Recht genommen wird, glücklich und wohlbehalten in einer Familie aufwachsen zu können.
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Wir können den so entstandenen Kindern kein Stillschweigen über ihre Herkunft auferlegen. Im Gegenteil, sie sind die Personen per se, die uns über die Nebenwirkungen der modernen Reproduktionsmedizin aufklären sollten.

Literatur: Taylor R.: ‘Shut Up, and be grateful for your life’. We need to listen to children conceived through third-party reproduction. National Catholic Register. 20. December 2014
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).