Indonesien: Christlicher Ex-Gouverneur von Jakarta aus der Haft entlassen

Zur Freilassung des ehem. Gouverneurs von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, besser bekannt als Ahok, erklären der ehem. Fraktionsvorsitzende, Volker Kauder, der in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Themen Werte, Religionsfreiheit und Einsatz gegen Christenverfolgung zuständig ist, und der Vorsitzende des Stephanuskreises, Heribert Hirte: 

Der wegen „Blasphemie“ (Islamkritik) verurteilte ehemalige Gouverneur von Jakarta wurde vorzeitig aus der Haft entlassen. Sosehr wir uns alle darüber freuen, haben Verurteilung und Inhaftierung doch gezeigt, dass die Religionsfreiheit in Indonesien unter Druck steht.

Der zunehmende Einfluss des wahabitischen Islam ist eine Herausforderung für andere Religionsgruppen in dem traditionell multireligiösen Land, vor allem auch für die hier lebenden Christen. Der Fall zeigt, wie leicht sich Blasphemie-Gesetze nutzen lassen, um unliebsame Konkurrenz zu beseitigen.

Wir erinnern daran, der Vorwurf der Blasphemie gegen Ahok wurde just anlässlich der Gouverneurswahlen im Februar 2017 erhoben, als dieser gegen einen muslimischen Konkurrenten antrat. In vielen asiatischen Ländern wird das Zusammenleben der Religionen von gewaltbereiten Gruppen in Frage gestellt, gibt es zunehmende Probleme bei der Wahrung der Religionsfreiheit.

Deswegen betonen wir: Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht!


Indonesien: Demos für Religionsfreiheit

Zehntausende Menschen sind im muslimisch geprägten Indonesien für mehr Religionsfreiheit auf die Straße gegangen. Am „Tag der religiösen Harmonie“ demonstrierten allein in der Hauptstadt Jakarta 70.000 Menschen. Das berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am vergangenen Sonntag.

Mit den Kundgebungen wolle die Regierung ein Zeichen gegen zunehmende Übergriffe auf religiöse Minderheiten setzen, heißt es. Religionsminister Suryadharma Ali verlas im Beisein führender Vertreter aller Religionen und Konfessionen eine „Erklärung zur religiösen Harmonie“.

In den letzten fünf Wochen waren fünf christliche Kirchen auf Anordnung der staatlichen Behörden geschlossen worden, im Jahr 2012 waren es laut GfbV mindestens 50.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

Quelle: Radio Vatikan


Ausgerechnet Indonesiens Präsident erhält Staatsmänner-Preis, obwohl er Minderheiten unterdrückt

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono setze sich für religiöse Toleranz ein. Darum möchte ihn die Stiftung „Appeal of Conscience“ am 30. Mai mit dem diesjährigen „World Statesman Award“ ehren, der häufig an bekannte Staatsmänner verliehen wird.

Das Geistlichen-Forum von Jakarta, Banten und Westjava  –  ein Zusammenschluss von christlichen Leitern  –   kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Präsident Yudhoyono kümmert es nicht, wenn in seinem islamisch geprägten Land Minderheitsreligionen unterdrückt werden.

Foto: HMK

Foto: HMK

Das Forum führte im Mai einen Marsch von etwa 50 Personen aus christlichen und muslimischen Konfessionen zur US-Botschaft in Jakarta an, um dort ein Protestschreiben gegen die Entscheidung der Stiftung abzugeben, Yudhoyono zu würdigen.

„Er ist der Präsident der Intoleranz“, sagte Pfarrer Palti Panjaitan von der evangelischen Filadelfia Church. Die „Appeal of Conscience“-Stiftung aus New York sieht sich selbst als „konfessionsübergreifende Koalition von führenden Geschäftsleuten und Religionsführern, die Frieden, Toleranz und die Lösung ethnischer Konflikte fördert“.

Mit dem jährlichen „World Statesman Award“ wurden u.a. schon der kanadische Premierminister Stephen Harper, der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown ausgezeichnet. Der Koordinator des Geistlichen-Forums, Pfarrer Erwin Marbun, zeigte sich entsetzt, dass die Stiftung sich nun für Präsident Yudhoyono als nächsten Preisträger entschieden hat.

Christliche Kirchen sind in Indonesien immer wieder Bulldozern zum Opfer gefallen. Für den Nachrichtendienst AFP ist das ein Beleg für die „durch das Land fegende religiöse Intoleranz“.

„Tatsache ist, dass Präsident Yudhoyono das geltende Recht nicht durchsetzt“, so Pfarrer Marbun. „Sehen Sie sich nur die Schließung der Stätten der Anbetung an, sowohl bei uns Christen als auch bei islamischen Minderheiten.“

Die sich seit 2004 an der Macht befindende Yudhoyono-Regierung hat im Jahr 2006 Vorschriften für Religionsgemeinschaften herausgegeben. Möchte eine solche Gemeinschaft ein gottesdienstliches Gebäude errichten, müssen 60 Personen aus verschiedenen Religionen der Nachbarschaft per Unterschrift zustimmen, und es muss die Genehmigung des örtlichen Religionsamtes erlangt werden.

Quelle: Open Doors Deutschland


Charismatische Weltgebetskonferenz erwartet eine vierte „Welle“ des Heiligen Geistes

Schwarmgeistige Akzente in Jakarta: „Eine neue Welle kommt!“

Das soeben erschienene evangelische Charismatiker-Magazin „Charisma“ (Nr. 161) berichtet auf S. 23 von der jüngsten Weltgebetskonferenz in Jakarta (Indonesien), an der über 100.000 Menschen aus aller Welt teilgenommen haben.

Die Versammlung fand vom 14. bis 18. Mai 2012 in einem großen Stadion in der muslimisch geprägten Hauptstadt Indonesiens statt.

Unter dem Titel „Weltgebetskonferenz setzt frische Akzente“ wird über den Ablauf der Mammutversammlung berichtet, wobei allerdings deutlich wird, daß es immer dieselben „Akzente“ sind, die da gesetzt werden, nämlich die alt-neuen charismatischen Vorstellungen und Zauberworte von einer kommenden weltweiten „Erweckung“, einem „zweiten Pfingsten“ etc, was in diesen Kreisen schon seit Jahrzehnten vollmundig angekündigt wird.

Bereits das Motto dieser internationalen Konferenz ist vielsagend: „A new wave is coming“ ( = Eine neue Welle kommt).

Also erneut eine „Welle“ des Heiligen Geistes, es wäre dann bereits die vierte große Welle, nachdem die dritte Welle mit dem „Toronto-Segen“ in den 80er Jahren verknüpft wird, der  massenhaft schwarmgeistige Phänomene zeitigte (Lachen, Weinen, Brüllen, Hinfallen „im Geist“ usw).

Die Zeitschrift „Charisma“ fährt voll auf die Erwartung dieser „vierten Welle“ ab und begründet sie mit einem Bibelspruch aus dem AT: „Die ganze Erde wird erfüllt werden mit der Erkenntnis des Herrlichkeit des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt“ (Hab 2,14).

Das Schwärmerlager findet für seine Wunschvorstellungen fast immer eine vermeintlich „passende“ Stelle aus der Heiligen Schrift, wobei man aber bei der Auslegung einiges durcheinanderbringt.

Natürlich verbindet die Bibel entsprechende Verheißungen mit der Wiederkunft Christi.

Doch der springende Punkt ist der, daß dies nicht für die Zeit  d a v o r  gilt.

Es wird im Gegenteil vor dem Zweiten Kommen unseres Erlösers eine schlimme Gerichtszeit geben, wozu auch das Auftreten des antichristlichen Weltherrschers gehören wird, wie der hl. Paulus im 2. Thessalonicherbrief ausführt (wobei es sich immerhin um die ältesten Briefe des Apostels Paulus handelt), vgl. zB. 2 Thess 2 ff.  –  oder auch 1 Tim 4,1.

Es ist daher irrgeistig, eine weltweite „Erweckung“ anzukündigen, als ob mit der Erfüllung diverser biblischer Verheißungen schon vor der Wiederkunft Christi zu rechnen sei.

Zudem hat sich ein Teil dieser Ankündigungen bereits zu Pfingsten weitgehend erfüllt (zB. auch Joel 3,1 f).

Doch die Vorstellung einer kommenden „weltweiten Erweckung“, eines „zweiten Pfingsten“ ist ein zentraler Glaubensinhalt der charismatischen Bewegung, den sie sich nicht nehmen läßt, auch nicht von einer nüchternen Bibelauslegung oder kirchlichen Einwänden.

Der Artikel von Rosemaria Stresemann endet bezeichnenderweise mit den Worten: „Wir sind mit der Gewissheit (von der Gebetskonferenz) zurückgekehrt, dass auch unser Kontinent von einer neuen Welle des Heiligen Geistes erfasst wird“.

Danach sieht die religiöse Großwetterlage in Europa aber ganz und gar nicht aus – vielmehr befinden wir uns mitten in einem zunehmenden Glaubensabfall, der sich wohl nicht einfach in Luft auflösen wird.

Nicht ohne Grund stellte Christus einst die Frage: „Wenn ich wiederkomme, werde ich noch Glauben finden auf Erden?(Lk 18,8)

Typisch fürs Charismatikerspektrum ist freilich auch die Verknüpfung von Gebet mit materiellen Erwartungen (Erfolgs-Ideologie, Wohlstands-Evansgelium etc).

So heißt es im erwähnten Artikel: „Das Gebet ist oft ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg.“

Das Gebet als Mittel zum Zweck des Erfolges ist allerdings gewiß keine biblische Sicht, vielmehr steht im Mittelpunkt echten christlichen Betens das Wort aus dem Vaterunser, das uns Christus gelehrt hat: „DEIN WILLE GESCHEHE!“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Indonesien: Islamischer Bezirkschef von Aceh verfügt Abriß von 20 Kirchen

Die Christen des Bezirks Singkil im Süden der indonesischen Provinz Aceh kämpfen um ihre Kirchen. Der Bezirkschef verfügte am 30. April die Schließung von 20 Kirchen und wies die Christen an, sie eigenhändig abzubrechen.

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Kirche in Singkil, Aceh

Am 30. April führten 300 Moslems, darunter Militante der Islamischen Verteidigerfront, vor dem Sitz des Bezirkschefs eine Demo durch und verlangten die Schließung der Kirchen.(…) Gemäß Jakarta-Post stimmte der Bezirkschef dieser Forderung noch am selben Tag zu. Sollten die Christen nicht selbst zum Abbruch schreiten, würden die Behörden handeln, drohte er.

In Schreiben an Staatspräsident Yudhoyono haben die Christen von Singkil gegen die Order protestiert.  Die aktuelle Zahl von 15.000 Gläubigen (über 10 Prozent der Bevölkerung) erfordere heute mehr Gotteshäuser.

Indonesiens Islamisten erreichten 2006, daß der Kirchenneubau erschwert wurde: Für eine Baubewilligung müssen 90 Gläubige den Antrag stellen und 60 muslimische Nachbarn mit dem Bau einverstanden sein. In der Provinz Aceh ist die Hürde höher: 150 Gläubige und 90 zustimmende Muslime.

In der Provinz Aceh, die sich stärker als der Rest Indonesiens nach der arabischen Welt ausrichtet, haben radikale Muslime seit Jahrzehnten das Sagen; auch der Kampf um ein unabhängiges Aceh wurde mit islamistischen Parolen geführt.

Im April konnte der frühere Rebellenchef Zaini Abdullah, der lange in Schweden gelebt hatte, den Gouverneursposten von Aceh erringen. Er tritt für eine konsequente Durchsetzung der Scharia  – des islamischen Religionsgesetzes  –  ein.

Quelle für Text und Foto: evangelische Infoseite http://www.jesus.ch