„Spiegel“-Redakteur verteidigt Seehofers Linie

Der „Spiegel“-Redakteur Jan Fleischhauer hat sich in der Debatte um Flüchtlinge und Kontrollen an der deutschen Grenze für die Position der CSU ausgesprochen.

Innenminister Horst Seehofer  gelte in dem Streit über die Asylpolitik als „der Irre aus Bayern“, obwohl er lediglich wolle, dass an der Grenze wieder das deutsche Recht durchgesetzt werde, schreibt er.

Die Mehrheit der Deutschen stehe in der Frage der Grenzsicherung nicht bei der „in den Medien hochgepriesenen Bundeskanzlerin“, sondern unterstütze die Forderung des Innenministers. 62 Prozent der Deutschen seien laut Deutschlandtrend der ARD dafür, bereits registrierten Flüchtlingen und Personen, die keine Papiere haben, den Weg ins Land zu verweigern.

Er betonte, dass die Vorschläge Seehofers nicht ungesetzlich seien. Er habe das deutsche Recht auf seiner Seite.

BILD: Seehofer spricht vor den Sudetendeutschen Heimatvertriebenen in Nürnberg

Auf den Satz „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ könne sich laut Artikel 16a des Grundgesetzes nicht berufen, „wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist“.

Ferner stehe in Paragraf 11 des Aufenthaltsgesetzes: „Ein Ausländer, der ausgewiesen, zurückgeschoben oder abgeschoben worden ist, darf weder erneut in das Bundesgebiet einreisen, noch sich darin aufhalten, noch darf ihm, selbst im Falle eines Anspruchs nach diesem Gesetz, ein Aufenthaltstitel erteilt werden.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.idea.de/politik/detail/spiegel-journalist-vorschlaege-seehofers-sind-nicht-ungesetzlich-105732.html


„Jüdische Rundschau“ verleiht Preis für „ehrlichen Journalismus“ jenseits von PC

Von Dr. David Berger

Im vornehmen Ambiente des Berliner Hotels Adlon verlieh die „Jüdische Rundschau“ gestern Abend einen „Preis für ehrlichen Journalismus“. Die Feier wurde zu einem Plädoyer gegen Gesinnungsjournalismus. pressefotoberger11

Der Herausgeber der Rundschau an die zahlreich anwesenden Journalisten: Ihr gewinnt keine Glaubwürdigkeit zurück, wenn ihr eure Kritiker einfach in die rechte Ecke stellt!

Die „Jüdische Rundschau“hat zum ersten Mal den von ihrem Herausgeber, Dr. Rafael Korenzecher, gestifteten Preis verleihen.Dazu hatte sich der journalistische und publizistische „Adel“ Deutschlands eingefunden. 

Dem sorgfältig geladenen Publikum redete Rafael Korenzecher in seiner Eröffnungsansprache sehr deutlich ins Gewissen. Eigentlich werde mit dem Preis eine Eigenschaft ausgezeichnet, die das wichtigste Merkmal journalistischen Arbeitens sein müsste, die Ehrlichkeit. Aber es leider in der deutschen Medienlandschaft nicht mehr ist. Dort herrsche weithin ein „Gesinnungsjournalismus“.

Die Grenzen zwischen dem Berichten über Fakten und der subjektiven Meinung des Kommentars verschwänden zunehmend, Kritiker an dieser Entwicklung würden vorschnell in die rechte Ecke gestellt.

Eine Entwicklung, die sich in Headlines besonders krass zeige, die den Leser bewusst in die Irre führen. Gerade im Hinblick auf Israel sei dies in Deutschland überdeutlich.

Ob die „Süddeutsche Zeitung“, deren Israelberichterstattung bereits öfter in den Verdacht geriet, antiisraelische bzw. antisemitische Aversionen zu bedienen, einen Vertreter geschickt hatte, weiß ich nicht.

Aber selbst Jan Fleischhauer vom „Spiegel“, der die Laudatio auf den Preisträger, den amerikanisch-jüdischen Bestseller-Autor Tuvia Tenenbom hielt, musste sich angesichts der Rede Korenzechers wie ein gemaßregelter Schuljunge vorkommen.

Sehr früh zu Beginn seiner Laudatio blieb ihm dann auch die unangenehme Aufgabe, über die peinlichen Buchbesprechungen, die der „Spiegel“ zu Tenenbom publiziert hat, Stellung zu nehmen.

Den vollständigen Bericht von Dr. Berger lesen Sie hier:

Jüdische Rundschau: Ein Preis als Kampfansage gegen den „Gesinnungsjournalismus“


„Spiegel“-Journalist kritisiert evangelische Kirche: Jenseits ist wichtiger als politische Rhetorik

„Evangelischer Kirchentag wie ein Parteitag der Grünen“

Die evangelische Kirche sollte mehr über Himmel und Hölle predigen. Diese Ansicht vertritt „Spiegel“-Autor Jan Fleischhauer in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Nach seinen Worten hat sich die evangelische Kirche ihrer Kompetenz beraubt, nämlich auskunftsfähig über das Jenseits zu sein. Dagegen lebe das kirchliche Führungspersonal auf, wenn es gegen Atomkraft, Klimawandel und Rüstung gehe. Die Kirche müsse sich fragen, ob es ihr gut bekomme, wenn sie sich in Konkurrenz zu weltlichen Erweckungsbewegungen begebe.  slider3-640x360

Der Buchautor erklärt hierzu:

„Gehen Sie heute auf einen Kirchentag, müssen sie den Eindruck gewinnen, sie seien versehentlich auf einem Parteitag der Grünen gelandet. Um die Umwelt kümmern sich auch andere, aber eine Antwort auf die Frage, wie es denn aussieht mit Himmel und Hölle, die kann nur die Kirche geben.“

Die katholische Kirche scheine gegen diesen Trend zur Selbstverharmlosung deutlich stärker immun zu sein. Zudem habe die evangelische Kirche ein Problem mit der Sprache: „Statt das kraftvolle Lutherdeutsch zu benutzen, befleißigen sich die Pastoren einer merkwürdigen Sozialarbeitersprache.“

Selbstverweltlichung des Protestantismus

Er hoffe, dass er im Weihnachtsgottesdienst von „Einlassungen zur politischen Lage“ verschont bleibe, so Fleischhauer. Wenn sich kirchliche Vertreter zu politischen Fragen äußerten, bestehe leicht die Gefahr, dass es „schrecklich naiv“ werde.

Die Kirche habe sich in ihrem Bemühen, nicht abschreckend oder autoritär zu wirken, so gründlich selbstsäkularisiert, dass sich viele Leute fragten, warum sie eigentlich noch in die Kirche gehen sollten, so Fleischhauer, der 2005 aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist.

Besonders in Krisen und bei existenziellen Leidenserfahrungen werde die Kirche gebraucht. Fleischhauer hierzu: „Bei einem Priester oder Pastor darf ich vermuten, dass er über den Tod und den Sinn des Lebens genauer nachgedacht hat als andere.“

Evgl. Kirche ist „spirituell kahl geworden“

Die Kirche verschenke oft die Chance, die Sehnsucht der Menschen nach Gott aufzunehmen:

„Es ist ja nicht wahr, dass die Leute heute weniger interessiert an Transzendenz sind. Sie suchen sie nur immer weniger an den Orten, die eigentlich dafür prädestiniert wären, Antworten auf ihre Fragen zu liefern. Stattdessen blühen die parareligiöse Bewegungen von Yoga-Retreat bis Tantra-Kurs und Ayurveda-Kur.

Ich halte dieses Neuheidentum für Hokuspokus, in mal mehr und mal weniger schädlicher Ausformung. Das Wachstum der Esoterik kann ich mir nur dadurch erklären, dass die Traditionskirche spirituell kahl geworden sind. Es ist mitnichten so, dass der Glaube abstirbt, er sucht sich nur andere Wege.“

Der 51-Jährige arbeitet seit 1989 in wechselnden Positionen beim „Spiegel“. Bekannt wurde er zudem durch sein 2009 erschienenes Buch „Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“ (Rowohlt Verlag).

Quelle: http://www.idea.de


„Spiegel“-Autor kritisiert EKD-Papier zum „erweiterten“ Ehe- und Familienverständnis

Jan Fleischhauer: „EKD betreibt Verweltlichung von innen

Der einstmals linksorientierte, heute aber bürgerlich-konservativ denkende „Spiegel“-Redakteur Jan Fleischhauer befaßte sich in einer am 20. Juni 2013 in „Spiegel-online“ veröffentlichen Kolumne mit der sog. „Orientierungshilfe“ der EKD (Evang. Kirche in Deutschland) zu Ehe und Familie, die zwar nicht im „Stuhlkreis“ (oder doch?) entstand, aber im Rahmen dreijähriger Beratungen einer 14-köpfigen „Expertenkommission“…

Ausgerechnet in einem „Spiegel“-Artikel wird diesem umstrittenen „Leitfaden“ der EKD nun der „spektakuläre Versuch“ einer „Verweltlichung von innen“ vorgeworfen, der einzigartig in der Religionsgeschichte sei. 120505209_B_July und Mike

Für den Autor steht fest:  Die Selbstsäkularisierung der Protestanten strebt einem neuen Höhepunkt zu.“

Die Heilige Schrift ist für den Rat der EKD offenbar nicht mehr verbindlich, wie dieses modernistische Grundsatzpapier zu Ehe und Familie belegt. Hierzu heißt es in der „Spiegel“-Kolumne:

„Alles, was an den biblischen Texten zu streng oder bevormundend wirkt, hat sie soweit entschärft, dass man sich von ihr heute völlig unbesorgt ein Kerzlein aufstecken lassen kann. Man sollte im Gegenzug nur nicht mehr erwarten, dass man weiterhin auch zu den Fragen verlässlich Auskunft bekommt, für die sie bislang das Privileg besaß – also alle, die über das Diesseits hinaus weisen.“

Überall waltet eines weichgespülte Kuschel-Theologie ihres Amtes, die alles versteht und nichts und niemanden verurteilt  – mit Ausnahme der Unternehmer natürlich, wie Fleischhauer zutreffend erläutert:

„Genau besehen gibt es nur einen Bereich, in dem die Kirche noch für sich in Anspruch nimmt, den Sündern heimzuleuchten, und das ist die Wirtschaft. Wer zu den sogenannten Leistungsträgern zählt und damit irgendwie zu den Reichen, kann auf keine Nachsicht hoffen. Da wird selbst der sanfte Nikolaus Schneider, der Käßmann im Amt des EKD-Ratsvorsitzenden nachfolgte, ganz alttestamentarisch. Die Reichen müssten endlich begreifen, dass weniger mehr sei, donnert es dann von der Kanzel.“

Zudem kritisiert der Verfasser, daß bei allem demonstrativem Mitgefühl für Geschiedene von den „seelischen Kosten einer Scheidung für die Kinder“ nur am Rande die Rede sei.

Abschließend heißt es dann mit leichter Ironie:

„Die beruhigende Nachricht ist: Wenn man Heranwachsende nach ihren Zukunftsträumen fragt, steht die Ehe ganz weit oben. Gegen die romantische Natur hat auch die kahle Rationalität der EKD keine Chance.“

Wenn eine Kirche nicht einmal mehr die natürliche Lebensordnung hochhält, von einer fälligen Wertschätzung der göttlichen Schöpfungsordnung, der Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe ganz schweigen, dann sägt sie den Ast ab, auf dem sie sitzt  – falls sie überhaupt noch drauf sitzt.

Martin Luther hat zwar die Ehe bereits als „weltlich Ding“ bezeichnet und ihren sakramentalen Charakter bestritten, doch als bürgerliches Leitbild blieben Ehe und Familie auch im Protestantismus noch erhalten  –  diese Zeit scheint nun vorbei. Die EKD paßt sich dem Zeitgeist nicht nur an (wie seit Jahrzehnten dort üblich), sie rennt ihm sogar voraus.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Spiegel-Redakteur erinnert an die berechtigte Euro-Skepsis von Edmund Stoiber

Der früher linksorientierte, mittlerweile aber freiheitlich-konservativ denkende „Spiegel“-Redakteur Jan Fleischhauer erinnert in einem am 4. Oktober 2012 auf Spiegel-online veröffentlichten Kommentar daran, daß der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber schon frühzeitig vor den „Risiken und Nebenwirkungen“ des Euro-Experiments gewarnt hat.

Allerdings wollte der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl seinerzeit von Bedenken nichs wissen, sondern steuerte hartnäckig und unbelehrbar in Richtung Euro-Zone, offenbar angetrieben von dem Bestreben, unseren europäischen Nachbarstaaten auf diesem Wege bzw teuren Umwege zu beweisen, wie „europafreundlich“ das wiedervereinigte Deutschland doch sei.

Hierzu schreibt der Spiegel-Redakteur nun Folgendes:

„Glaubt man Stoiber, dann war der Euro ein Projekt der Selbstfesselung zur Beruhigung der europäischen Nachbarn. Dieser Lesart zufolge wollte Kohl den anderen europäischen Nationen beweisen, dass der deutsche Riese es wirklich ernst meinte mit seinem Versprechen, ein guter Nachbar in ihrer Mitte zu sein, vor dem niemand mehr Angst haben müsse.“

Der Buchautor und Journalist Jan Fleischhauer fügt hinzu:

Stoiber war einer der ganz wenigen politisch Verantwortlichen, die Bedenken gegen die europäische Währungsunion hatten und diese auch öffentlich äußerten.

Er kann sehr anschaulich erzählen, wie er mit seinen Bedenken abgebürstet wurde; wie man ihn zum Europafeind erklärte und zum „DM-Nationalisten“, der seinen Blick zu fest auf den Münchner Kirchturm gerichtet habe.

Es lohnt sich, diese „Arroganz der Eliten“ noch einmal in Erinnerung zu rufen, sie ist ein Teil der Erklärung, warum die Dinge anschließend so gründlich aus dem Lot gerieten.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-war-helmut-kohl-ein-linker-a-859454.html