Pater Lothar Groppe wird heute 91 Jahre alt

Von Felizitas Küble

Für den engagierten Jesuitenpater Lothar Groppe gibt es in nächster Zeit einiges zu feiern: Heute  – am 30. Juli –  zum Beispiel sein Wiegenfest, denn der bekannte Publizist wird 91 Jahre alt; morgen gedenkt er seiner Priesterweihe vor genau 59 Jahren – und am 7. September kann der Geistliche sein 70-jähriges Ordensjubiläum begehen.

Der hochbetagte Priester und Publizist hat noch vor zwei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befasst. Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich„. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe erblickte am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des damaligen Majors und späteren Generalleutnants Theodor Groppe das Licht der Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern. Nach Kriegseinsatz studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 (einen Tag nach seinem Geburtstag) durfte er die Priesterweihe empfangen.

Groppe wirkte zunächst an zwei Gymnasien des Jesuitenordens. Später war jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller tätig, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Militärseelsorger, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er zudem Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern hat selber als Schuljunge von 12 Jahren deutlich gegen Hitler Stellung bezogen. Er war mehrfach „Gast“ der Gestapo. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner kernkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Er erhielt zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den erstklassigen Orden „Pour le Mérite„. In der Stadt Hanau, wo er einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt.

Die Tugend der Tapferkeit liegt anscheinend in der Familie Groppe. Auch der Vater des „Schwarzen Generals“ war Offizier und wurde dann Verleger. Im Kulturkampf druckte er die verbotenen Hirtenbriefe des Bischofs von Trier und wurde wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Jahren Festung und hoher Geldstrafe verurteilt.

BILDER: Titelfotos zweier Bücher von Pater Groppe: „Theodor Groppe – der Schwarze General“ und „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im 3. Reich“

Weil Theodor Groppe den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der mutige General verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Bundeswehr-Generalmajor Achim Oster schrieb 1977 über Theodor Groppe: „Er hat das vorgelebt (…), was viele seiner Standesgenossen, sei es aus Schwäche, sei es aus Opportunismus, nicht vorgelebt haben. So bleibt er eine fortwährende Mahnung an eigenes Fehlverhalten und Versagen. Hätte es mehr Groppes gegeben, hätten Hitler und seine Verbrecherbande nicht solch leichtes Spiel mit dem deutschen Volk gehabt.“

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich glasklar an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre. Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, präzise und bodenständig.

Der schwungvolle Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften vom „Theologischen“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des Bundes der Vertriebenen.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor bibelorientierten protestantischen Initiativen.

Mit dem lutherischen Politikwissenschaftler Dr. Klaus Motschmann in Berlin war er jahrzehntelang bis zu dessen Tod befreundet. (Hier ein Nachruf auf Professor Motschmann: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/10/wir-trauern-um-prof-dr-klaus-motschmann/)

Bis heute steht der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen. So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz tatkräftig und kompetent beim Lektorat und der graphischen Erstellung seines Buches über den „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld.  Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche stand im guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda. Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder.

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig. Seit August 2015 lebt der unbeugsame Gottesmann im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin. Seine Freunde und auch ich wünschen ihm  – ad multos annos  – noch viele gute Jahre und Gottes reichen Segen!

Erstveröffentlichung dieses Artikels hier: https://philosophia-perennis.com/2018/07/30/unbeugsamer-gottesmann-in-berlin-pater-lothar-groppe-wird-heute-91-jahre-alt/


Berühmter kath. Straßenprediger: Vor genau 25 Jahren starb Pater Leppich in Münster

Von Felizitas Küble

Der deutschlandweit bekannte Pater Johannes Leppich SJ stammte aus Oberschlesien. Am 16. April 1915 wurde der Geistliche (siehe Fotos) im oberschlesischen Ratibor geboren. Mit 20 Jahren trat er am 29. April 1935 im schlesischen Mittelsteine in das Noviziat des Jesuitenordens ein.

Er starb am 7. Dezember 1992  – bis zuletzt lebte er in „Haus Sentmaring“, dem Seniorenheim der Jesuiten in Münster. (Der Orden ist einige Jahre später aus Münster ausgezogen.)

Leppich war kein üblicher Redner in gepflegten Vortragssälen, er war ein seltenes Phänomen, nämlich ein katholischer Straßenprediger. Das kennt man sonst eher von protestantischen Erweckungspredigern. Das Dach seines Autos  –  ein VW-Kombi  –  war buchstäblich seine Kanzel.

Berühmt wurde er durch seine Volks- und Straßenpredigten in zahlreichen Städten, vor allem Großstädten. In Fulda kommen 40.000 Menschen zu seinem Vortrag, sogar auf der Reeperbahn (!) in Hamburg sind es 20.000 Leute. Auch der „Spiegel“ widmete ihm damals eine Titelgeschichte.

 

Der Geistliche wollte die religiös entwurzelten Massen unserer Zeit direkt „abholen“ und mit der Botschaft Christi in Kontakt bringen. Dazu halfen ihm seine schlagfertige und handfeste Redeweise, die zartere Gemüter auch als derb empfinden konnten.

In seiner kernigen, zugespitzten Art kritisierte er die Mißstände der beginnenden Wohlstandsgesellschaft, Egoismus und mangelnden Einsatz für Menschen in Not.

Wegen seiner eindeutigen Standpunkte und der teils scharfen Sprache nannte man ihn in der Adenauerzeit „das Maschinengewehr Gottes.“

Durch Reisen nach Pakistan, Indien, Thailand und Nordamerika lernte er Armut und Not in der Welt kennen und organisierte zahlreiche Hilfsaktionen.

Die in manchen Hotelzimmern ausliegenden Bibeln gehen u.a. auch seine Anregung zurück, ebenso der bekannte SOS-Auto-Aufkleber („Bei Lebensgefahr ruft einen katholischen Priester“), den unser Christoferuswerk in Münster seit langem  –  auf Leppichs ausdrücklichen Wunsch hin  –  herausbringt. – Näheres siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/09/09/unser-exklusiver-sos-aufkleber-bei-lebensgefahr-ruft-einen-katholischen-priester/

In vielen Städten, in denen P. Leppich tausende Menschen begeisterte, bildete er kleine Gruppen von aktiven Gläubigen. Diese ‚Pater-Leppich-Kreise‘ entfalteten sich zu einer großen Laienbewegung, die sich in den sechziger Jahren ‚Action 365′ nannte.

Bis Ende der 60er Jahre gab es etwa 2000 Teams in 33 Ländern, die auch sozial tätig waren. So haben 80 Mitglieder des Pater-Leppich-Kreises auf dem jüdischen Friedhof in Augsburg neue Wege angelegt und ca. 200 Gräber hergerichtet.

Der Name der „Aktion 365“ bezog sich auf  die Tage eines Jahres und bezog sich auf die Bibel: Jeder Tag sollte mit dem Lesen der Heiligen Schrift beginnen. Leppich brachte dazu eine Bibel mit täglichen Lese-Hinweisen und Kurz-Kommentaren heraus, die sich am praktischen Leben orientierten.

1971 spaltete sich die Bewegung zur Enttäuschung Leppichs. Die „Action 365“ wurde ihm inhaltlich zu unklar und zu ökumenisch; daher rief er neue Pater-Leppich-Kreise in vielen Städten ins Leben.
Der Geistliche konnte nicht „nur“ mitreißend reden, sondern war auch musikalisch begabt (siehe LP).

Günter Stiff, der katholische Jugendschriftsteller und Gründer des Christoferuswerks (das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt), gehörte von Anfang an zur Leppich-Gruppe in Münster und war ein guter Freund des bekannten Straßenpredigers, wobei sie einen kameradschaftlichen, „hemdsärmeligen“, offenherzigen Umgang pflegten. Leppich nahm ihm dabei direkte Kritik nicht übel (und umgekehrt). Ich habe diese Spätphase im Leben Leppichs noch selber in Münster miterlebt.

Der Geistliche übernahm bereits nach dem Krieg die seelsorgliche Betreuung des Flüchtlingslagers Friedland mit seinen vielen Ostvertriebenen, Spätaussiedlern und Rückkehrern aus russischer Gefangenschaft.

Pater Leppich erreichte große Menschenmassen, die mit den üblichen kirchlichen Mitteln nicht zu erreichen waren. Etwa 70 Prozent seiner Hörer waren mehr oder weniger kirchenfern. Viele Suchende hat er zum Nachdenken und manche auch zum Glauben geführt.

Nach seinen Abendansprachen auf den großen Plätzen in Städten gab es auch eine Gelegenheit zur Beichte. Meist waren mehrere Priester dabei bis gegen Mitternacht eingesetzt.

Wenige Tage nach einer Bauchoperation starb er auf der Intensivstation. Zur Beisetzung auf dem Ordensfriedhof in Münster waren so viele Besucher gekommen wie sonst nur selten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Pater Lothar Groppe wird heute 90 Jahre alt

Von Felizitas Küble

Lothar Groppe erblickte am 30. Juli 1927 in Münster (Westfalen) das Licht der Welt  – deshalb ist er heute 90 Jahre alt geworden.

Wir gratulieren unserem langjährigen Freund, redaktionellen MITarbeiter und Mitstreiter, dem katholischen Priester Lothar Groppe, von Herzen zu seinem Wiegenfest, wünschen ihm alles Gute und reichen Segen des Himmels.

Der Jesuitenpater (siehe Foto) wirkte als junger Geistlicher zunächst an zwei Gymnasien des Ordens. Später war jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller tätig, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Militärseelsorger, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter von Radio Vatikan (dt. Sektion).

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Ordenspriester ist nicht nur ein Sohn des Widerstandskämpfers und Anti-Nazi-Generals Theodor Groppe, sondern hat selber als Schuljunge von 12 Jahren deutlich gegen Hitler Stellung bezogen. Er war mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei)  – aber nicht zum Kaffetrinken eingeladen, sondern zum Verhör bestellt. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn den „Schwarzen General“ (schwarz = katholisch). In der Stadt Hanau, wo er einige Zeit gewirkt hatte, ist eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil er den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch deradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Theodor Groppe verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Judenretter“ bekannt und verehrt.

Die  Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT brachte das Porträt von Generalleutnant Groppe auf die Titelseite (siehe Foto), als sie den militärischen Widerstand gegen Hitler würdigte (Graf Stauffenberg und Co); zudem erschien ein Interview mit seinem Sohn Lothar Groppe.

Dieser studierte Jura und trat 1948 in den Jesuitenorden ein. Am 31. Juli 1959  – also einen Tag nach seinem Wiegenfest – wurde Lothar Groppe zum Priester geweiht. (Folglich feiert der Geistliche morgen sein Priesterjubiäum.)

Pater Groppe schrieb regelmäßig für unsere KOMM-MIT-Zeitschrift und unseren  KOMM-MIT-Kalender, zudem veröffentlichte der diverse Broschüren in unserem Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM (CF) betreibt. Auch für das CF schrieb er mehrere Gastbeiträge.

Zu unserem Team, unseren MITarbeitern, Praktikanten und ehrenamtlichen Helfern pflegte er stets einen guten Kontakt (siehe FOTO: bei der Begrüßung eines jungen Ferienhelfers). Einige von ihnen lud er gerne zu seinen Geburtstagsfeiern oder Jubiläen ein.

Zudem publizierte der geradlinige Pater jahrzehntelang in dutzenden von Zeitungen und Publikationen vom „Theologischen“ über die „Preußische Zeitung“ bis zum „Soldat im Volk“; zudem schrieb er z.B. für die evangelische Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der bibelorientierten Evangelischen Notgemeinschaft und war mit dem evang. Politikwissenschaftler Klaus Motschmann befreundet. (Hier unser Nachruf auf Professor Motschmann: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/10/wir-trauern-um-prof-dr-klaus-motschmann/)

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom konservativen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitbegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. Ebenso wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden und vernünftigen Patriotismus (Vaterlandsliebe) und für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die deutschen Heimatvertriebenen und erinnerte immer wieder an ihr Schicksal – auch bei einer weithin bekanntgewordenen Predigt im Kölner Dom.

Im Vorjahr brachte Pater Groppe im hohen Alter von 89 Jahren ein geschichtsträchtiges Buch (siehe gelbe Abbildung) heraus, das sich mit der kirchlichen Rettung von Juden und Judenchristen in Wien während der NS-Diktatur befaßt. (Näheres hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/

Er stand im guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba. In unserem Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ ist auch ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den mutigen Oberhirten von Fulda sowohl als Mensch wie als Bischof.

Das vorletzte Bild zeigt den einsatzfreudigen, couragierten, freundlichen und humorvollen Geistlichen im afrikanischen Busch mit einem Esel.

Der vielseitig interessierte Pater war überall in der Welt herumgekommen, ist mit Bischöfen, Priestern und Laien, mit katholischen und evangelischen Christen aus nah und fern befreundet   –  doch sein größter Freund, sein HERR, Heiland und König ist Jesus Christus  – und der Einsatz für Gottes Reich ist das Herzstück seines Lebens.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Rom: Erzbischof Luis Ladaria Ferrer wird neuer Präfekt der Glaubenskongregation

Wie Radio Vatikan soeben berichtet, hat Papst Franziskus den aus Mallorca stammenden Erzbischof Luis Ladaria Ferrer SJ zum neuen Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation bestimmt. 

Der Jesuitenpater und Theologe war bislang als Sekretär in diesem Dikasteriums tätig; er rückt nun an die Stelle von Kardinal Gerhard Müller, dessen Amtszeit der Papst nicht verlängert hat.

Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer SJ  ist Jurist und seit 1966 Mitglied im Jesuitenorden.

Einen Teil seiner Studien absolvierte er an der als liberal bekannten Jesuiten-Hochschule in St. Georgen in Frankfurt.

Seit Mitte der 80er Jahre dozierte der Geistliche an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, bevor er 2008 als Nachfolger von Angelo Amato zum Sekretär der Glaubenskongregation ernannt und zum Bischof geweiht wurde. 2013 bestätigte ihn Papst Franziskus als Sekretär des Präfekten Müller.

Quelle: Radio Vatikan


Wachsende Verwirrung: Warum äußert sich der Papst als Islamversteher?

Von Dr. David Bergerpressefotoberger11

Nicht nur die deutschen Bischöfe, auch Papst Franziskus fällt in jüngster Zeit durch eine mit linkspopulistischen Zeitgeistigkeiten kompatible, aber für die Kirche höchst gefährliche Islamophilie auf.

Selbst vor einem Vergleich zwischen dem IS-Terror und der kirchlichen Mission schreckt er nicht zurück. Katholische Intellektuelle wie Alexander Kissler schlagen deshalb Alarm. Und auch ein hoch gebildeter spanischer Ordensbruder aus dem Vatikan hat ihm indirekt die „Leviten gelesen“.

Auch wenn es angesichts der Kirchengeschichte abstrus klingt: Die katholischen Bischöfe Deutschlands zeichnen sich derzeit durch ihr völlig kritikloses und auch noch öffentlich ausgesprochenes und von bestimmten Medien als vorbildlich gefeiertes Verhältnis zum real existierenden Islam aus.

Mit solcher „Zeitgeistlichkeit“ fallen sie, wie andernorts gezeigt, nicht nur den Glaubensbrüdern im Nahen und Mittleren Osten in den Rücken, sondern schädigen  – angesichts des im derzeitigen Islam weit verbreiteten Antisemitismus und Anti-Israelismus  –  auch die nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft mühsam wieder aufgebaute Annäherung an unsere älteren Brüder, die Juden. 100714052333-b1-

Dies gilt in ganz besonderer Weise für die geradezu blauäugigen Äußerungen deutscher Bischöfe zur Flüchtlingsthematik, die in der Flüchtlingsbootmesse von Kardinal Woelki am vergangenen Fronleichnamstag in Köln ihren visuellen Höhepunkt erreichten.

Vatikan bietet statt Klärung weitere Irritationen

Bisher war es häufig so, dass man sich bei einem Fehlverhalten oder doppeldeutigen Aussagen des deutschen Episkopats häufig mit den streitbaren, aber fairen, weil klaren Worten aus dem Vatikan trösten konnte. Dies scheint nun anders zu sein.

Denn auch dem römischen Papst scheint das Schicksal seiner eigenen Leute nicht wirklich wichtig zu sein.

Das New Yorker „Gatestone-Institut“ erwähnt in diesem Zusammenhang die Rede von Papst Franziskus vor der UNO, mit der er sich an die Welt wandte und „seine Energie wieder einmal dafür einsetzte, die Umwelt zu verteidigen. In seiner 50-minütigen Rede kam er nur ein einziges Mal auf die verfolgten Christen zu sprechen  –  und vermischte ihr Leid im selben Satz mit dem angeblich gleichen Leid der ‚Mitglieder der Mehrheitsreligion‘, also dem der sunnitischen Muslime.“

Das neben der fatalen Signalwirkung ebenfalls Tragische an diesem Vergleich, das Franziskus offensichtlich nicht sehen will: „Sunniten werden nicht wegen ihres Glaubens massakriert, enthauptet und vergewaltigt; ihre Moscheen werden nicht bombardiert und niedergebrannt; sie werden nicht wegen Abfalls vom Glauben, Blasphemie oder Missionierung eingesperrt oder getötet.“

Warum lässt der Papst die verfolgten Christen im Stich?

Noch fataler freilich erscheinen die jüngsten Aussagen des Papstes zu den Eroberungskriegen der Muslime: In einem Interview mit der französischen Zeitung „La Croix“ sagte Franziskus: „Es ist wahr, dass das Konzept der Eroberung der Seele des Islam innewohnt. Aber man könnte das Ziel des Matthäus-Evangeliums, in dem Jesus seine Jünger in alle Nationen aussendet, als gleichen Eroberungs-Begriff interpretieren.“ 4077304320

Wer weiß, wie der real existierende Islam derzeit Mission betreibt, wie er mit Konvertiten vom Islam zum Christentum umgeht, wie Christen in Ländern, in denen die Scharia gilt, verfolgt werden – und das mit dem Auftreten der Christen in muslimischen Ländern betrachtet, der kann angesichts dieser Papstworte nur den Kopf schütteln.

Man kann sich in diesem Zusammenhang nur wünschen, dass der Papst möglichst bald das von der Terrormiliz ISIS im Internet verbreitete Video anschaut, in dem die brutale Hinrichtung von 21 entführten christlichen Kopten aus Ägypten stolz präsentiert wird.

Richtig hat deshalb der durch seine Loyalität dem Katholizismus gegenüber bekannte Journalist Alexander Kissler in einem die Katastrophe dieses Pontifikates konzis darstellenden Artikel im „Cicero“ bemerkt:

„Das Interview, das Franziskus jetzt der französischen Wochenzeitung „La Croix“ gab, räumt alle Zweifel aus: Dieser Papst ist sich für keine Albernheit und keinen Affront wider die eigene Kirche zu schade. Er buhlt wissensschütter um Beifall vor jenen Tribünen der Welt, die sich von ihm nichts versprechen

Vom massenmörderischen Terror des „Islamischen Staates“ und dessen „Eroberungskrieg“ schlägt er eine direkte Brücke zur Sendung der Jünger durch Jesus, welche im Sinne „derselben Idee von Eroberung“ gedeutet werden könne. Die Kirche als potenzielle Terrororganisation – eine Entgleisung oder mehr? Was mögen sich Christen, die vor fanatisierten Muslimen um ihr Leben rennen, bei dieser kontrafaktischen Zusammenballung denken? Fühlen sie sich von ihrem Oberhirten getröstet, verstanden, aufgerichtet – oder zynisch im Stich gelassen?“

„Größte Bedrohung der westlichen Staaten“

Die katholische Kirche hat freilich noch ganz andere Köpfe, selbst in dem Orden, dem der gegenwärtige Papst angehört. Und das gerade im Vatikan und aus einer Nation stammend, die  –  im Unterschied zum Heimatland des Papstes  –  über Jahrhunderte ihre Erfahrungen mit dem jeweils real existierenden Islam gemacht hat. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Die Rede ist von dem u. a. seit 1974 für die Vatikanische Sternwarte (Specula) arbeitenden, aber weit über den Vatikan hinaus bekannten Astrophysiker und Jesuiten, Pater Manuel Carreira. In einem Interview mit der spanischen Online-Tageszeitung „El Español“ hat auch er sich zum Islam geäußert.

Der reale Islam sei derzeit die größte Bedrohung der westlichen Staaten  – und für die ganze Menschheit; er sei die schlimmste Gefahr, welche „die Menschheit in den vergangenen 2000 Jahren gesehen hat“.

Der Grund: Der Islam sei „völlig unfähig“, aus seinen Grundlagen Respekt vor der Würde des Menschen zu entwickeln. Aufgrund ihres Glaubens seien die Muslime in Europa in einer desolaten Situation: „Entweder sie verweigern den Respekt vor den Menschenrechten, dann werden sie zur inneren Bedrohung Europas, oder sie akzeptieren das europäische Denken, dann werden sie zu Ungläubigen und sind nach islamischem Verständnis zu töten.“

Kurz und gut: der Islam sei nicht mit den Werten, die Europa ausmachen, vereinbar. Daher sieht der Jesuit, der über viele Jahre Mitarbeiter an zahlreichen NASA-Projekten in den USA war, in der Idee des multikulturellen Staates eine „intellektuelle Fehlleistung“.

Zur Erinnerung: Schon 2011 warnte der katholische Erzbischof Louis Sako von Kirkuk im Norden des Irak: „Es gibt gezielte Pläne der Islamisierung der ganzen Welt“.

Unser Autor Dr. David Berger aus Berlin ist Philosoph, Theologe und Publizist; den vollständigen Text seines Beitrags lesen Sie hier: http://www.david-berger.info/#!T%F6dliche-Islamophilie-?-oder-L%E4sst-Papst-Franziskus-die-verfolgten-Juden-und-Christen-im-Stich/c1vx5/57492d850cf2b585410f470a


Frankfurt: Progressive Sonderpastoral mit kirchlicher Segnung homosexueller Paare

Mathias von Gersdorff

Der Rektor der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Oberrad, Prof. Ansgar Wucherpfennig S.J., sagte, „er habe schon homosexuelle Paare gesegnet, so wie andere Priester auch“, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am 11. Dezember 2015. 0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Die Philosophisch-Theologische Hochschule der Jesuiten ist bekannt für ihre extravaganten theologischen Ansätze. Eingrenzend erklärte Wucherpfennig, die Segnungen hätten nicht in öffentlichen Gottesdiensten stattgefunden.

Die katholische Kirche in Frankfurt verstärkt derzeit ihre Seelsorge an homosexuellen Personen. Zuständig sind die Provinzoberin der Pallottinerinnen, Helga Weidemann, und eben Pater Ansgar Wucherpfennig.

Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, der mit seinen Attacken gegen Bischof Tebartz-van Elst weltweit bekannt wurde, steht offenbar einer moraltheologischen Neubewertung der Homosexualität offen. Die FAZ berichtet, Dekan Eltz sei der Auffassung, dass „das neue Seelsorge-Angebot eine Segnungsfeier für Homosexuelle nicht präjudiziere“. Darüber werde aber beim im Januar stattfindenden Stadtkirchenforum gesprochen. 

An diesen traurigen Stellungnahmen zeigt sich einmal wieder, wie gewisse Kirchenkreise in Deutschland gewillt sind, das katholische Lehramt und die Praxis der Weltkirche zu ignorieren, um einen „deutschen Sonderweg“ einzuschlagen. Die Tatsache, dass die letzte ordentliche Bischofssynode es abgelehnt hat, sich mit dem Thema Homosexualität zu beschäftigen, ist für den deutschen Progressismus unerheblich; er ist entschlossen, seine Agenda durchzusetzen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Missionar und Mandarin: Ein österreichischer Jesuitenpater am Hofe des Kaisers von China

Von Susanne Habel

Erich Zettl, ehemaliger Hochschullehrer in Konstanz am Bodensee und gebürtiger Egerländer, stellte in München in einem Bildervortrag einen Landsmann vor: Ignaz Sichelbarth (1708 – 1780) kam als jesuitischer Missionar nach China. Der Missionar malte 35 Jahre lang am Hof des chinesischen Kaisers und wurde dafür zum 70. Geburtstag zum Mandarin ernannt. Neudek-SIchel-9082492

„Ignaz Sichelbarth wurde wohl am 26. September 1708 als Sohn des Malers ,Thadeus Sichelbart‘ in Neudek bei Karlsbad geboren“, begann Zettl seinen Bildervortrag. Schon der Vater sei als Künstler bekannt durch sein Werk „Krönung Mariä“ in der Wenzelskirche in Elbogen von 1696 gewesen, erläuterte Zettl. 1736 trat der 28jährige Ignaz in Brünn in das Jesuitennoviziat ein. Nach dem zweijährigen Noviziat studierte er in Olmütz Theologie, betonte aber auch seine Kenntnisse als „Maler und Stecher“.

BILD: Gedenkstein für Pater Ignaz Sichelbarth in Neudek/Nejdek 

Sichelbarth reiste von Lissabon in Portugal aus in die Mission nach China, wo er 1745 ankam. In Peking waren die Jesuiten damals seit dem ersten „Pionier der China-Mission“, Matteo Ricci (1552 – 1619), am Kaiserhof tätig. Sie durften jedoch bald nicht mehr missionieren, genossen jedoch wegen ihrer Gelehrsamkeit als Astronomen, Mathematiker, Musiker und Maler Weltruf.

Sichelbarth erhielt den chinesischen Namen Ai Qi-meng und wurde dem Kaiser von China, Qian-long, vorgestellt, der von 1736 bis 1795 regierte.

Der junge Jesuit wurde bald nach seiner Ankunft in Peking neben seinem französischen Mitbruder Jean Denis Attiret (1702 – 1768) und dem Italiener Giuseppe Castiglione (1688 – 1766) der dritte Lieblingsmaler des Kaisers Qianlong. Sichelbarth erlebte die Aufhebung des Jesuitenordens durch den Papst 1773 und starb am 6. Oktober 1780 in Peking.

Dort erinnert noch heute eine große Stele mit lateinischer und chinesischer Inschrift an den Missionar und Maler. Auch in Neudek/Nejdek wurde inzwischen eine Gedenktafel errichtet.

Gebildete Geistliche brachten neue Impulse für Kunst und Kultur

Zettl schilderte detailliert den künstlerischen Einfluß der europäischen Missionare auf die stilistische Welt am Kaiserhof in China. Die Missionare, besonders die künstlerisch aktiven Jesuiten Giuseppe Castiglione, Jean Denis Attiret und eben Sichelbarth, hätten aus dem Westen die Errungenschaften der Renaissance- und Barockmalerei mitgebracht und den Chinesen nahegebracht: Das Spiel von Licht und Schatten, auch im Gesicht von Porträtierten, die geometrische Gestaltung von Perspektive und Raum und die individuelle Darstellung besonders der Menschen sowie die Verwendung von Ölfarben seien in der chinesischen Kunst neu gewesen. Sichel-Pferd

Dort hätten zarte, quasi in der Luft schwebende Landschaftsaquarelle, kombiniert mit kalligraphischen Gedichten, Tuschezeichnungen und typisierenden flache Figurengestaltungen vorgeherrscht.

BILD: Sichelbarths Darstellung des Kaiserpferds „Leuchtende Wolke“ (1772)

Unter dem Einfluss der Missionare änderte sich dies, wie Zettl anhand von Bildbeispielen zeigte. Sichelbarth stellte, oft quasi in Koproduktion mit einheimischen Künstlern, große Bildwerke für den Kaiser her. „Die Europäer malten die naturalistischen Gesichter mit Licht und Schattierungen, die Chinesen gestalteten Kleidung und Landschaft“, so Zettl.

Pater Sichelbarth habe unter anderem den Auftrag erhalten, für eine Ruhmeshalle verdiente Kriegsherren und mongolische Fürsten zu porträtieren. Wie ein Kriegsbildreporter sollte der Jesuit auch prunkvolle Schlachtenbilder herstellen. Die Ölgemälde gefielen dem Kaiser derart gut, dass er davon auch in Paris Kupferstiche anfertigen ließ.

Auch zur Darstellung eines buddhistischen Tempels, den sich der Kaiser zu seinem 60. Geburtstag leistete, wurde Sichelbarth verpflichtet: „Der jesuitische Mönch musste den ganzen Kaiserhof als Buddhisten darstellen“, beschrieb Zettl das spirituelle Dilemma, in dem Sichelbarth während seiner ganzen Zeit am Kaiserhof steckte.

Der Kaiser besuchte den Jesuiten zum 70. Geburtstag

Pater Sichelbarth hinterließ etwa 45 bekannte Werke, so acht große Gemälde von Pferden im Museum von Peking und ein historisches Gemälde, das den Sieg der Chinesen über die Tataren 1757 darstellt. Auch zehn Bilder mit Jagdhunden stammen nachweislich von Sichelbarth. Im Nationalen Palastmuseum in Taipeh ist das große Gemälde „100 Hirsche in einer Landschaft“ verwahrt, auf dem Ignaz Sichelbarth vor einer typisch chinesischen Landschaft von Zhang Wei-bang realistisch anmutende Hirsche und andere Tiere zeigt.

An Sichelbarths 70. Geburtstag im Jahr 1777 tauchte Kaiser Qian-long bei ihm selbst auf, ernannte ihn zum Mandarin und überreichte ihm einen handschriftlichen Dank, wie der Jesuit Giuseppe Panzi berichtet.

Zettl kennt sein Forschungsthema gut: Als emeritierter Lehrbeauftragter für Chinesisch an der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung hatte Zettl von 1980 bis 2008 auch mehrfach Lehraufträge für Deutsch an verschiedenen Universitäten und Gymnasien in der Volksrepublik China. Er veranstaltete Ausstellungen an Universitäten in Konstanz, Tianjin und Zürich zu den kulturellen Beziehungen zwischen Europa und China.

„Während eines Aufenthaltes in China stieß ich tatsächlich auf einen Landsmann aus Neudek, der dort gewirkt hatte: den Künstler Ignaz Sichelbarth“, so Zettl, der 1934 in Bernau bei Neudek zur Welt kam. Inzwischen sei das Interesse so groß, daß er 2005 im heutigen Nejdek eine sehr erfolgreiche Ausstellung über Sichelbarth habe zeigen können, schloss Zettl seinen spannenden Vortrag.

Buch-Daten: Erich Zettl: „Ignaz Sichelbarth. 1708–1780“. Konstanz 2014; 115 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Kostenlos erhältlich bei: Erich Zettl, Hebelstrasse 3, 78464 Konstanz, Telefon (0 75 31) 6 45 48, eMail zettl@htwg-konstanz.de

Unsere Autorin Susanne Habel ist Redakteurin und Journalistin in München; von ihr stammen auch die beiden Fotos.