Ecuador: Jesuit Emilio Moscoso Cardenas seliggesprochen – Beim Rosenkranz ermordet

Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, hat am 16. November im Olympiastadion von Riobamba die Seligsprechung von Pater Emilio Moscoso Cardenas, dem ersten Märtyrer Ecuadors, vollzogen.

Emilio Moscoso wurde am 21. August 1846 in Cuenca geboren und am 4. Mai 1897 mit 51 Jahren, während der Revolution mit ihren kirchenfeindlichen Attacken ermordet.

Nach seinem Jurastudium trat er der Gesellschaft Jesu (SJ) bei, wurde 1877 zum Priester geweiht und studierte in Frankreich und Spanien. Nach einer dreijährigen Tätigkeit an einer Schule in Peru kehrte er nach Ecuador zurück, zuerst an das Collegio San Luis (Quito), dann an das „Collegio San Felipe Neri“ (Riobamba), wo er 1892 zum Rektor ernannt wurde.

Am 2. Mai wurde P. Moscoso zunächst verhaftet, kam aber auf Druck der Bürger, die die Arbeit der Jesuiten schätzten, am nächsten Tag wieder frei.

Am 4. Mai drangen Soldaten gewaltsam in die Jesuitenschule ein und stießen, nachdem sie die Kapelle verwüstet hatten, auf Pater Moscoso, der in seinem Zimmer den Rosenkranz betete, und ermordeten ihn kaltblütig.

Zum Abschluss ihrer Vollversammlung nahmen alle katholischen Oberhirten Ecuadors an der feierlichen Seligsprechung teil.

Quelle: Fidesdienst – Gemälde: Evita Gründler

 


Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. Nobember  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der mutige General verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis heute steht der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


Ankum: Jüdischer Autor Moisei Boroda erhielt den christlichen August-Benninghaus-Preis

Von Felizitas Küble

Wie bereits im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, fand im Ankumer Dom (Bistum Osnabrück) am vergangenen Samstag, dem 20. Juli, eine Gedenkfeier für den Jesuitenpater August Benninghaus statt, der 1942 im KZ Dachau aufgrund von Schikanen und Hunger verstarb.

Nach der Märtyrer-Vesper in der Pfarrkirche St. Nikolaus wurde die Erinnerung an diesen tapferen Priester im Pfarrgemeindehaus fortgeführt, wobei der August-Benninghaus-Kreis eine besondere Ehrung vornahm:

Der jüdische Komponist und Literat Dr. Moisei Boroda erhielt in dieser Feierstunde den August-Benninghaus-Preis überreicht (siehe 1. Foto), weil er sich seit Jahrzehnten für das Andenken christlicher Märtyrer in der NS-Diktatur einsetzt, vor allem für die Würdigung katholischer Priester, die ihr Leben hingaben für Glaube und Gerechtigkeit.

Gründer und Leiter dieses Kreises ist der in Dinklage lebende Künstler und Autor Hermann Rieke-Benninghaus (siehe 2 Foto).

Der katholische Familienvater ist ein Verwandter des Märtyrer-Priesters und engagiert sich gemeinsam mit Angehörigen und Freunden seit langem für die Erinnerung an diesen glaubensstarken Blutzeugen in schwerer Zeit, nicht zuletzt durch seine Buch-Biografien über Pater Benninghaus.

An der Preisverleihung nahmen auch die Frau des Buchautors sowie seine Tochter Theresa und einer der Söhne teil (siehe 3. Foto), zudem die Frau von Dr. Moisei Boroda (siehe außen rechts); außerdem der leitende Pfarrer und ein Pastor des Gemeindeverbunds Ankum sowie weitere Gläubige aus nah und fern.

Familienvater Rieke-Benninghaus begründete seine Preisverleihung nicht zuletzt mit der biblischen Gemeinsamkeit von Juden und Christen durch das Alte Testament.

Zum Zeichen der Solidarität mit Juden – die in letzter Zeit vor allem durch moslemische Migranten vermehrt attackiert werden – setzte er sich die Kippa auf, eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Dr. Boroda trug eine weiße Kippa und der Preisverleiher eine dunkelblaue (siehe 4. Foto).

Der Redner erinnerte sodann an die befreiende Wahrheit und Wirkung der Zehn Gebote, die mit den Worten beginnen: „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hat.“

BILD: Felizitas Küble notiert wichtige Äußerungen aus den Ansprachen der Redner (Foto: M. Kaiser-Haas)

Gerade die göttlichen Zehn Gebote des Judentums beleuchten sowohl den Zuspruch Gottes für den Menschen wie auch seinen Anspruch an den Menschen.

Diese Zehn Gebote sind das Grundgesetz des Ewigen und letztlich „Gebote der Freiheit“, denn wer GOTT gehorcht, macht sich unabhängig von Menschen; er befreit sich von Menschenfurcht und falschen Gebundenheiten.

„Der unbegreifliche Gott ermöglicht es dem Menschen, über sich selbst hinauszuwachsen“, betonte Rieke-Benninghaus. Danach folgte die Urkundenverleihung und die Übergabe eines großen August-Benninghaus-Bildes. Die Preisverleihung wurde von den anwesenden Gästen mit großem Beifall beantwortet.

BILD: Dr. Boroda und seine Frau Sophie (hinten links) unterzeichnen eine Petition des Christoferuswerks für die Einführung eines „Festes der Zehn Gebote“

In seiner frei gehaltenen Ansprache würdigte Dr. Boroda seine gute Zusammenarbeit mit Monika Kaiser-Haas, der Vizepräsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (siehe Foto: im Gespräch auf dem Kirchplatz) und mit unserem CHRISTLICHEN FORUM.

Er bedankte sich vor allem bei Hermann Rieke-Benninghaus und dessen Familie sowie bei seiner Frau Sophia, die ihn in seinem Einsatz für christliche Märtyrer aktiv unterstützt.

Hinsichtlich seiner Heimat  – der Preisträger stammt aus Georgien  – verwies er auf ein Interview mit ihm, das im Frühjahr dieses Jahres in der Zeitschrift THEOLOGISCHES veröffentlicht wurde.

Das Gespräch zwischen Dr. Boroda und der Verfasserin dieser Zeilen beinhaltet vor allem die Unterdrückung von Christen und Juden in der sowjetisch-kommunistischen Zeit, aber auch das jahrtausendelange gute Verhältnis zwischen Christen und Juden in Georgien, das in Europa geradezu einzigartig positiv dasteht.

Unter den katholischen Priestern, die ihm als Märtyrer der NS-Diktatur besonders am Herzen liegen, nannte Dr. Boroda in erster Linie den seligen Karl Leisner, sodann den Berliner Dompropst Lichtenberg sowie Carl Lambert aus Österreich, aber auch Pater Franz Reinisch, der den Fahneneid auf Hitler verweigerte, was ihm das Leben kostete.

Das größte Augenmerk legte er in seiner Rede aber auf Pater August Benninghaus, der die Menschen durch seine Exerzitien „zum Guten erzogen“ habe. Seine klare Glaubenshaltung sei von der NS-Diktatur nicht geduldet worden, so daß er als Blutzeuge des Glaubens starb.

BILD: Pastor Tietje bedankt sich bei Dr. Boroda für sein Engagement zugunsten christlicher Märtyrer

Aus Sicht des jüdischen Komponisten wäre eine Seligsprechung von P. Benninghaus höchst erfreulich, um sein Andenken und sein Vorbild zu würdigen. So wie dieser Geistliche es vorgelebt habe, müsse unser „Dienst vor dem Allmächtigen“ aussehen, denn das sei die wahre „Heiligung des Namens Gottes“.

Dr. Boroda unterschied klar zwischen christlichen und jüdischen Blutzeugen auf der einen Seite – und jenen irregeleiteten „Märtyrern“ im Islam auf der anderen Seite, die als Selbstmordattentäter andere Menschen und sich selbst ermorden.

Er selber komme aus Georgien, „einem tief christlichen Land“, wie er betonte. Er empfahl eine Urlaubsreise nach dorthin, vor allem zum Besuch der Kirchen in Georgien; dort werde man „im Geist und in der Seele“ gleichsam „nach oben getragen“.

BILD: Dr. Boroda im Altarraum des Ankumer Doms bei der Gestaltung der Lichtbildschau über Pater Benninghaus

Nach seinem Vortrag gab es eine rege Diskussion. Dabei erwähnte Dr. Boroda auf eine entsprechende Frage hin die Gemeinsamkeiten zwischen dem Nationalsozialismus und Kommunismus-Bolschewismus.

Trotz gewisser Unterschiede sind sich diese beiden totalitären System „im Wesen gleich“, da sie gottlos und menschenverachtend seien, erläuterte der jüdische Schriftsteller. Es habe sich in beiden Diktaturen – der roten und der braunen – um einen „Terrorstaat“ gehandelt.

Eine andere Besucherin fragte ihn nach seiner Einschätzung des Vaterunsers, das man vorhin gemeinsam beim Gedenkabend in der Kirche gesprochen habe.

Dr. Boroda würdigte dieses Gebet Christi mit begeisterten Worten, denn es zeige Gott als den liebenden Vater, es sei gehaltvoll und gehe in die Tiefe, zugleich verständlich verfaßt und für alle Menschen einleuchtend. Er halte es für eines der schönsten Gebete überhaupt.

Abschließend erwähnte er die heutige Verfolgung von Christen und Juden durch den militanten Islam im Nahen Osten, Arabien und Nordafrika. Christen sollten sich näherkommen und in gegenseitiger Achtung „Hand in Hand“ für das Gute und die Gerechtigkeit eintreten.

Gottes Liebe sei wie ein Brillant, erläuterte er weiter: In jeder Epoche leuchte eine andere Seite dieses Edelsteins auf und zeige uns die überragenden Eigenschaften des Allmächtigen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Der Jesuitenpater August Benninghaus SJ war ein mutiger Märtyrer in der NS-Zeit

Von Hermann Rieke-Benninghaus     

August Benninghaus  wurde am 7. November 1880 in Druchhorn geboren. Am 26.4.1900 trat er in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek (Niederlande) ein. Am 24. August 1913 wurde er vom Kölner Erzbischof Kardinal von Hartmann in Anwesenheit seiner Eltern in Valkenburg zum Priester geweiht.

Bis 1941 wirkte Pater Benninghaus als Exerzitienmeister und Volksmissionar im Kettelerheim im westfälischen Münster.

Sein offenes Wesen brachte ihn unausweichlich in Konflikt mit der Gestapo. Bereits während einer Gebetswoche 1934 in Ankum mußte sich P. Benninghaus wegen einer Predigt vor dem NSDAP-Ortsgruppenleiter verantworten.

Am 27. Juni 1941 wurde er von der Gestapo in Münster festgenommen und in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt.  An seinem Verhaftungsort in der Nähe der Ludgeri-Kirche in Münster ist ein „Stolperstein“ der Stadt seinem Gedenken gewidmet.

Im KZ wurde er von zwei SS-Männern derart verprügelt, daß er stürzte und auf eine Tischkante aufschlug. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung, von der er sich bis zu seinem Tode nicht erholte.

Am 11. März 1942 wurde Pater Benninghaus in das KZ Dachau verlegt, wo die katholischen Priester im Sonderblock 26 zusammengezogen wurden. Von den Ordensleuten gehörte ein überdurchschnittlich hoher Anteil  –  etwa 25 Prozent   –  dem Jesuitenorden an. 

P. Benninghaus war mit der Häftlingsnummer 29.373 im Block 24/1, dem zusätzlichen Invalidenblock, vorgesehen für die Vergasung in Schloß Hartheim.

Besonders hart traf ihn der Ausspruch des Lagerführers: „Das deutsche Volk hat euch ausgestoßen“. Er war doch Deutscher und überzeugter Diener Gottes zugleich.

Zeugen berichten, er habe am Karfreitag, dem 3.4.1942, auf die 3. Etage der Bettkiste steigen müssen. Von dort sollte er das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen. Völlig entkräftet hat er es nach vielen Schlägen mit schwacher Stimme schließlich getan.

Infolge Hungers, ständiger Kopfschmerzen und Schwäche verschlechterte sich sein körperlicher und geistiger Zustand immer mehr, bis er schließlich in das Krankenrevier eingeliefert wurde. Am 20. Juli 1942 ist er dort verhungert, er war nicht ganz 62 Jahre alt.

Am 31. August 1942 fand eine Beisetzung mit einer Urne auf dem Ankumer Friedhof statt. Auf dem Grabmal stehen die Worte: „Märtyrertod Dachau“.

Die Gemeinde Ankum hat zu seiner Würdigung eine Straße am Ortseingang von Ankum nach Pater Benninghaus benannt. Im Artländer Dom erinnert eine Bronzeplatte an ihn. Die Ankumer Oberschule ist nach ihm benannt.

Der August-Benninghaus-Preis wird jährlich verliehen, in diesem Jahr am 20. Juli in Ankum.

Die Auszeichnung erhält der jüdische Komponist Dr. Moisei Boroda aus Georgien im Rahmen einer abendlichen Gedenk- und Feierstunde im Haus Kirchburg. Der seit langem in Herne lebende Autor (siehe Foto) engagiert sich seit langem für das Gedenken an die christlichen Märtyrer in der NS-Zeit. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/muenster-juedischer-kuenstler-dr-mosei-boroda-wuerdigt-christliche-maertyrer-der-ns-diktatur/)

Die katholische Kirche hat Pater Benninghaus in ihr Martyrologium aufgenommen. Sein Gedenktag ist der 20. Juli.

 

 


Theologin Müllner zur Causa Wucherpfenning: Der Streit um Bibel und Homosexualität

Von Felizitas Küble

Seit Wochen hält die Debatte um Jesuitenpater Ansgar Wucherpfenning an. Dem Neutestamentler wurde durch den Vatikan das Rektorenamt für die Hochschule St. Georgen verwehrt, weil er sich nicht im Sinne der kirchlichen Lehre zur Homosexualität äußerte, sondern gleichgeschlechtliche Beziehungen billigte.

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Ausgerechnet auf der Webseite „Katholisch.de“ der Deutschen Bischofskonferenz verteidigt die katholische Theologin Ilse Müllner aus Kassel nun die Positionen von Professor Wucherpfennig in einem Interview, das Madeleine Spendier mit ihr führte: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/an-keiner-stelle-verurteilt-die-bibel-homosexualitat
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Unter dem Titel „An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität!“ wurde dieses Plädoyer für den Frankfurter Jesuiten am 16. Oktober veröffentlicht. 
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Frau Prof. Müllner startet gleich mit der Behauptung, aus der Bibel lasse sich „überhaupt nicht ableiten, wie man sich heute als Christ oder als Christin mit Blick auf das Thema Homosexualität positionieren muss“.
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Bekanntlich hat sowohl das AT wie das NT homosexuelle Handlungen deutlich verurteilt, z.B. Levitikus 18,22 und Römer 1,26-27.
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Doch das ficht die Theologin nicht an. In typischer Manier modernistischer Exegese erklärt sie, jene biblischen Aussagen müsse man in ihrem kulturellen und „sozio-historischen“ Zusammenhang verstehen und auslegen.
Bei der damaligen Verurteilung gleichgeschlechtlicher Praktiken sei es allein um das Machtgefälle gegangen, nämlich um Abhängigkeitsverhältnisse, so etwa von älteren zu jüngeren Männern usw.; sie fügt hinzu: „Die Vorstellungen von einer homosexuellen Partnerschaft gab es damals noch nicht. Davon spricht man erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts.“

Einmal abgesehen von dieser überraschenden Auskunft widerspricht sich die Theologin selbst, wenn sie am Ende des Interviews nahelegt, zwischen David und Jonathan habe es eine homosexuelle Liebesbeziehung gegeben.

Auf die Frage „Gibt es Bespiele für eine homosexuelle Beziehung in der Bibel?“ erwähnt sie außerdem Rut und Noomi; in beiden Fällen seien die „Lebensbeziehungen von großer Tiefe und Verbindlichkeit“. Um diesen Gedanken zu untermauern, fügt sie hinzu: 

„Interessant ist, dass Zitate aus der Rut-Erzählung gerne in der Hochzeitsliturgie verwendet werden: „Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.“ Das verspricht eine Frau einer anderen, das sagt die Schwiegertochter zu ihrer Schwiegermutter, die wenigsten wissen um diesen Zusammenhang.“

Die Exegetin läßt erstens den Zusammenhang unerwähnt, daß die nichtjüdische Schwiegertochter mit ihrer hebräischen Schwiegermutter ins Heilige Land zog, daß sie zweitens bald danach geheiratet hat, daß diese Geschichte ingesamt nicht den geringsten Anhaltspunkt für das Thema „gleichgeschlechtliche Lebensbeziehungen“ liefert.

Die biblisch-christliche Botschaft ist klar und aus sich heraus logisch: Sexualität gehört allein in die Ehe zwischen Mann und Frau. Diese Schöpfungsordnung Gottes, bereits im Paradiese gestiftet, hat einen doppelten Sinngehalt, nämlich Leben und Liebe, Fruchtbarkeit und gegenseitige Hilfestellung.

Selbst wenn nun homosexuelle Handlungen nicht allein zur Lustbefriedigung erfolgen, sondern im sogenannten „Kontext einer Lebensbeziehung“ (was hierbei ohnehin die Ausnahme darstellt), so kann diese „Partnerschaft“ nicht der Fortpflanzung dienen; zudem geht es dabei nicht um den göttlichen Schöpfungsplan einer gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau.

An diesem schlichten Sachverhalt ändern auch die pseudo-exegetischen Sprünge und Ausflüchte der Theologin Müllner nichts, die sie auf dem Portal der Bischofskonferenz (!) widerspruchslos ausbreiten kann.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen an Jesuitenpater Samir verliehen

Priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg gewürdigt

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat am Samstag in der Residenz im bayerischen Eichstätt dem ägyptischen Jesuitenpater Professor Pater Samir Khalil Samir ihren Sonderpreis für sein Lebenswerk verliehen.

Samir sei einer der „großen Multiplikatoren des Christlichen Ostens“, sagte Archimandrit Andreas-Abraham Thiermeyer, ehem. Gründungsrektor des Collegium Orientale und vor seinem Ruhestand Beauftragter für Flüchtlingsseelsorge der Diözese Eichstätt in seiner Laudatio.

BILD: Pater S. Khalil Samir und die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller

Er zeichne sich durch Furchtlosigkeit und Klarheit aus, vor allem wenn er eine entschlossene Stellungnahme der Imame zur Bestialität der IS-Terrororganisation fordere. Samir bezeichne es zudem als Drama, dass die Mehrheit schweige, während mutige, große islamische Denker ihre Kritik vorgebracht haben.

Der Geistliche und Wissenschaftler habe so nicht nur Wesentliches zur Bündelung des Detailwissens der Fachwelt durch regelmäßige Kongresse sowie Enzyklopädien und Publikationsreihen beigetragen. „Unser Preisträger ist jemand, der nicht nur in der Wissenschaft, in elitären Zirkeln, sondern auch weltkirchlich geachtet und gehört wird“, unterstrich Thiermeyer.

Pater Samirs Botschaft an den Westen, die er in zahlreichen Medienkommentaren und Interviews verbreitet habe, sei eindeutig:

„Achtet auf die Menschenrechte, auf die Religionsfreiheit, sie ist ein unaufgebbares Grundrecht. Sie ist der „Lackmustest“ für alle anderen Freiheiten. Ein globaler Friede ohne Frieden zwischen den Religionen ist nicht möglich. Vergesst die Christen und ihre Verdienste im Nahen und Mittleren Osten nicht. Tretet vernehmlich für sie ein.“

Thiermeyer zeichnete in seiner Rede den priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg Samirs im ständigen Wechsel zwischen Europa und Nahost nach, der von dramatischen Ereignissen wie einem Bürgerkrieg und einer Feuersbrunst und glücklichen Fügungen gekennzeichnet ist.

BILD von links nach rechts: Archimandrit Andreas Thiermeeyer, Oliver Maksan, M. Koller, Pater Samir, Stiftungsgründer Wolfgang Link

Zu den Glücksmomenten zählten Begegnungen mit Menschen, die ihn in seinem Einsatz für das arabisch-christliche Erbe bestärkten. Darunter war auch der frühere Jesuiten-General Pater Pedro Arrupe, der ihn – nach einem Gebet um die richtige Entscheidung – 1973 ermuntert habe, die Arbeit für das arabisch-christliche Erbe aufzunehmen.

Um Deutsch zu lernen, reiste Samir in den siebziger Jahren nach Regensburg und besuchte eine Veranstaltung an der dortigen Universität. Der Professor, der diese leitete, hieß Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.. „Die erste Begegnung also mit dem, der ihn dann einige Jahrzehnte später als Papst Benedikt XVI. bat, vor seinem Schülerkreis über den Islam zu referieren, und ihn 2009 zum Mitarbeiter für die Nahost-Sondersynode 2010 berief“, berichtete Thiermeyer.

Den Menschen Samir Khalil Samir skizzierte die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller (siehe Foto), der sich durch einen „Geist mit großer Klarheit“ auszeichne. Er sei ein Pater mit „herzlicher Verbindlichkeit“, humorvoll, offen und voll des Respekts vor seinen Gesprächspartnern. Koller kennt Samir bereits seit 2010 durch regelmäßige Zusammenarbeit, u. a. an einem gemeinsamen Buch.

Der Vorstand der Stephanus-Stiftung habe sich dazu entschlossen, mit der Auszeichnung das Lebenswerk dieses Preisträgers zu würdigen, das im Dienste des geistigen Erbes der arabischen Christen stehe. „Pater Samir hat dabei aber nicht allein durch seine Forschung, sondern auch durch sein Auftreten in den Medien und gegenüber Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft den Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein der Bedrängten und Verfolgten geebnet“, unterstrich Koller.

In einem Gespräch mit dem Moderator Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, rief Samir zu mehr Mut im Dialog auf. Die Unterschiede müssten ebenso wie die Gemeinsamkeiten benannt werden.
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„Die Konzepte des Christentums und des Islam sind grundsätzlich verschieden“, erklärte er. Trotz aller Gewalt solle niemals vergessen werden, auf Frieden hinzuwirken. Samir warnte zugleich vor säkularen Konzepten in Europa, die die prägende Rolle des Christentums verleugneten.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier.
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Der Preis ist nicht dotiert. Professor Samir lebt wieder in Ägypten und erhält von der Stephanus-Stiftung eine Unterstützung für Projekte vor Ort.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier
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Pater Samir Khalil Samir: Mit nicht einmal 18 Jahren trat Samir 1955 ins Noviziat des Jesuitenordens ein und wurde hauptsächlich in Frankreich, jedoch auch in den Niederlanden, ausgebildet. Im Juli 1968, nun vor 50 Jahren, empfing er die Priesterweihe im koptischen Ritus. In seiner islamwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Al-Ghazzāli (1058-1111), der die aristotelische Logik in die islamische Jurisprudenz und Theologie einführte und in einer zweiten Dissertation mit dem arabisch christlichen Denker Abū Zakariyyā Yaḥyā Ibn ‘Adī al-Takrītī (893-974), auf den sich Averroes, gestorben 1198, von Thomas von Aquin als „der Kommentator“ des Aristoteles bezeichnet, wiederum berief. An der Universität Saint-Joseph in Beirut begründete Samir das Forschungs- und Dokumentationszentrum CEDRAC zur Erforschung des christlich arabischen Literaturerbes. In Beirut unterrichte er auch Imame über das Christentum. Im Jahr 2015 leitete er das Päpstliche Orientalische Institut (PIO) in Rom. Die Wissenschaft und Öffentlichkeit verdankt Samir mehr als 60 Werke und mehr als 1.500 Artikel.
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Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren.
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In diesem Jahr nahm den Hauptpreis Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, ehemals Bischof von Hongkong, in Empfang, für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China. Über das Ereignis wurde weltweit berichtet. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat im Ruhestand. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.
Stephanuspreis: Der Stephanuspreis wird seit 2006 verliehen. Mit dem Sonderpreis der Stephanus-Stiftung wurde hingegen erstmalig im Jahr 2008 eine Leistung geehrt. Damals ging der Preis an den katholischen Prälaten Helmut Moll für seine Redaktionsarbeit am Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts.
Die Redaktion Idea empfing den Preis 2011 für ihre nachhaltige und vorurteilsfreie Berichterstattung über Bedrängnis und Verfolgung von Christen.
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Im Jahr 2012 erfolgte die Verleihung an Schwester Hatune Dogan aufgrund ihres Kampfes für Religionsfreiheit. Erst wieder im Jahr 2017 kam es zu einer Sonderpreisverleihung: Thomas Schirrmacher, Präsident des Internationalen Rates der IGFM und stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, nahm ihn für sich und sein Team der Redaktion des Jahrbuchs Religionsfreiheit in Empfang.
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Rückfragen unter: stephanuspreisverleihung@gmail.com

 


Osnabrück: Gedenktag für Pater August Benninghaus am 20. Juli 2017 in Ankum

In Ankum bei Osnabrück veranstaltet der Benninghaus-Freundeskreis am Donnerstag-Abend, den 20. Juli 2017, einen Gedenktag für den im KZ Dachau verstorbenen Märtyrerpriester August Benninghaus SJ, der vor seiner Verhaftung jahrelang in Münster gewirkt hat. 

Der mutige Jesuitenpater (siehe Foto) war am 20. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau im Alter von 61 Jahren verhungert. 

Seine tapfere Haltung brachte ihn in Konflikt mit den herrschenden braunen Machthabern. Bereits 1934 mußte er sich wegen einer Predigt in Ankum bei Osnabrück vor der NSDAP verantworten. (Die Ankumer Oberschule ist nach ihm benannt.)

Ab 1928 wirkte er als Diözesanpräses der Männergemeinschaften in Münster (Westfalen). Seine volksmissionarische Seelsorge im Kettelerheim wurde von den Nationalsozialisten argwöhnisch beäugt.

Am 27. Juni 1941 war der Geistliche ins KZ Sachsenhausen verbracht, dort krankenhausreif geschlagen und im Frühjahr 1942 ins KZ Dachau verlegt worden (dort waren insgesamt über 3000 katholische Priester inhaftiert). Münster erinnert durch einen sog. „Stolperstein“ vor der Königsstr. 35 an diesen Märtyrer des Gewissens.

Der Gedenktag in Ankum beginnt mit einer hl. Messe um 18,30 Uhr in der St.-Nikolaus-Kirche. Eine Stunde später erfolgt im Haus Kirchburg die Verleihung des August-Benninghaus-Preises 2017. 

Prälat Dr. Helmut Moll aus Köln hält einen Vortrag über diesen Bekennerpriester: „Vor 75 Jahren im KZ Dachau gestorben“.  –  Professor Moll ist im Erzbistum Köln zuständig für die diözesanen Seligsprechungsverfahren. Nach seiner Rede besteht die Möglichkeit zu Fragen und Gedankenaustausch.

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

HIER ein Info-Video über den Märtyrer: https://youtu.be/46eRtxL-hz4
WIKI-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Benninghaus