Petrus erhält die Schlüssel des Himmelreichs

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mt 16,13-19:

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sprach ER zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

 

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Christlicher Sportstar George Weah wurde zum Präsidenten Liberias gewählt

Der gläubige Christ und Ex-Fußballer George Weah (siehe Foto) schreibt Weltgeschichte: Erstmals seit 73 Jahren ist im afrikanischen Staat Liberia friedlich gewählt worden. Der einstige Sport-Star ist in diesen Tagen in Monrovia vereidigt worden   –  natürlich im Fussballstadion mit 35.000 Anwesenden.

Weah, der u.a.Weltfußballer des Jahres (1995), Europas Fußballer des Jahres (ebenfalls 1995), Torschützenkönig der Champions League (1995), Afrikas Fußballer des Jahres (1989, 1994 und 1995) sowie Afrikas Fußballer des Jahrhunderts wurde, wechselte danach in die Politik.

2014 gelang ihm der Einzug in den Senat. Im Dezember 2017 gewann er die Präsidentschaftswahlen mit 60 % der Stimmen. 

Weah machte in seiner Antrittsrede keinen Hehl aus seinem christlichen Glauben: „Ich habe einen Eid vor euch und vor Gott geschworen. Seid versichert, dass ich euch nicht fallen lasse.“  –  Wiederholt sagte er in seiner Ansprache: „Jesus ist mit uns.“

Der evangelikale Dachverband Evangelische Allianz Liberias (AEL) setzt große Hoffnungen in den neuen Präsidenten. 

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.jesus.ch/themen/gesellschaft/international/afrika/322687-exfussballer_george_weah_als_praesident_liberias_vereidigt.html

Foto: Flickr


In den Glauben der Kirche hineinwachsen: Kritik an These 1 von „Mission Manifest“

Kürzlich erschien im Herder-Verlag das Buch „Mission Manifest“ von Dr. Johannes Hartl (Gründer des „Gebetshauses Augsburg“), dem Zisterzienser-Pater Karl Wallner und dem kath. Schriftsteller Bernhard Meuser, das „Zehn Thesen“ enthält.

Vor allem durch die vielbeachtete MEHR-Konferenz Anfang dieses Jahres sind auch diese 10 Thesen in aller Munde, zumal der Leiter dieser charismatischen Mega-Veranstaltung, Dr. Hartl, zugleich Autor jener Thesen ist.

Der ehemalige evangelische Vikar, Publizist und katholische Konvertit Uwe C. Lay hat sich auf seinem Blog „Nachtgedanken“ mit der folgenden These 1 befaßt:

These 1: Uns bewegt die Sehnsucht, dass Menschen sich zu Jesus Christus bekehren. Es ist nicht mehr genug, katholisch sozialisiert zu sein. Die Kirche muss wieder wollen, dass Menschen ihr Leben durch eine klare Entscheidung Jesus Christus übergeben. Sie ist ja weniger eine Institution oder Kulturform als eine Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte. Wer Jesus Christus als seinem persönlichen Herrn nachfolgt, wird andere für eine leidenschaftliche Nachfolge Jesu entzünden.

Aus der Antwort Lays veröffentlichen wir einige Auszüge:

Es reicht also nicht, katholisch sozialisiert zu sein, ich muß mich zudem Jesus übergeben. Nur: wo im deutschsprachigen Raum – und für ihn sind diese 10 Thesen produziert worden  –  ereignet sich denn noch eine katholische Sozialisation?
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Das setzte ja eine in der Familie gelebte Religiösität voraus, auf die dann der Religionsunterricht aufbauen könnte. Das offenkundige Problem ist doch, daß es weitestgehend keine katholische Sozialisation mehr in den Familien gibt  – und daß dies Defizit auch in keiner Weise durch die kirchliche Jugendarbeit kompensiert wird. (Schweigen wir höflichkeitshalber über die Qualität der Jugendarbeit des BDKJ und anderer kirchlicher Träger!) 
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Aber was soll man von einer plumpen Gegenüberstellung von der Kirche als Institution mit der Vorstellung einer „Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte“ halten?
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Christus hat die Kirche mit ihrer hierarchischen Ordnung geschaffen und erhält sie so auch. Der christliche Kultus verlangt auch eine Organisiertheit, die den Vollzug des Kultes ermöglicht, Tag für Tag, Woche für Woche.
Spontanistische Bewegungen mögen punktuell erlebnisintensiver sein als der geregelte, immer gleich währende Gottesdienst, aber das gerade macht das Wesen des religiösen Kultes aus.
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Wie aber in einer Institution geistliches Leben wachsen kann  – wie etwa die Bildung in einer Schule  –  so ist auch Mutter Kirche, ohne die niemand Gott zum Vater haben kann, eine Schule des geistlichen Wachsens – das sollte sie zumindest sein.
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Warum die Kirche das nicht mehr ist, das ist eine nicht leicht respondierbare Frage. Aber nur weil sie jetzt das, was sie zu leisten hat, eine Bildungsanstalt des christlichen Glaubens zu sein, durch die der Einzelne in den Glauben der Kirche hineingeführt wird, nicht erbringt, nun die Institution als unwesentlich zu disqualifizieren und in das Pathos des Sichentscheidens zu flüchten, hilft nicht weiter. Das Wachsen in den christlichen Glauben hinein kann keine „Entscheidung für Jesus“ ersetzen! 
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„Leidenschaftliche Nachfolge“ klingt gut, das verheißt intensives Leben. Aber ist das nicht ein Stil religiösen Lebens, das immer nur für wenige Auserwählte vorgesehen ist? Machen wir eine Probe darauf: Was, wenn jeder wie der Apostelfürst Paulus sein ganzes Leben in den Dienst Jesu Christi stellte? Leidenschaftlich, intensiv….!
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Lebten alle Christen die Nachfolge wie dieser Apostel, sich an Jesu Leben ausrichtend, das Christentum stürbe in Bälde aus, weil dann alle um des Herrn willen enthaltsam leben würden.
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BILD: Titelseite eines Buches unseres Gastautors Uwe C. Lay: „Der zensierte Gott“
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Wo aber die Leidenschaft der Nachfolge mit den Notwendigkeiten eines Familien- und Berufslebens konfrontiert wird, da muß sich das Leidenschaftliche abkühlen und das religiöse Leben wird sich in gemäßigten Temperaturen abspielen. Die radikale Nachfolge ist eben – gut katholisch  – dem Mönchsstand vorbehalten. 
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Und: Es fehlt dieser ersten These das rechte Verständnis der christlichen Religion – da entscheidet man sich nicht einfach für Jesus und lebt dann leidenschaftlich mit ihm.
Meinem individuellen Glauben geht stets der Glaube der Kirche voran  –  und wie kein Mensch sprechen könnte, gäbe es nicht eine bestimmte Sprache als System, so glaubt auch niemand individuell, wenn nicht durch sein Partizipieren am Glauben der Kirche.
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So wie es keine Privatsprache gibt, sondern nur meine individuelle Nutzung einer allgemeinen Sprache, etwa des Deutschen in meinem Falle, so kann es auch keinen reinen Privatglauben geben.
In den Glauben der Kirche kann man nur hineinwachsen  – und so lange wir auf Erden weilen, werden wir immer nur Schüler im Glauben sein können.
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Quelle und vollständiger Text hier: http://pro-theol.blogspot.de/2018/01/mission-manifest-die-zehn-thesen.html

Der Engel mit dem zerbrochenen Flügel

Von Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann

Das Malheur war passiert, als die Engel den Himmel verlassen hatten, um das Gloria über Bethlehems Feldern zu singen: der Flügel eines kleinen Engel war gebrochen und ohne Flügel können Engel nun mal nicht fliegen. Er purzelte zur Erde und landete vom Wind etwas abgetrieben auf dem mit Stroh gedeckten Stall, in dem das Jesuskind lag.

So beginnt die Geschichte vom „Engel mit dem gebrochenem Flügel“, von der ich Ihnen heute erzählen möchte. Sie ist mir in diesen Wochen des Advents so wichtig geworden, dass ich Sie Ihnen wenigstens in Auszügen nicht vorenthalten möchte.

Schon der Anfang erzählt von uns: wer von uns nicht schon mal aus allen Wolken gefallen ist. Ich denke an so viele Beziehungsgeschichten, wo aus dem 7. Himmel schnell die Hölle wurde. Ich denke an viele Enttäuschungen und Verwundungen, mit denen wir uns durchs Leben schlagen müssen.

Wie viele Träume, die wir uns gemacht haben, sind zerplatzt wie eine Seifenblase. Kaum eine unserer Biografien ist frei davon. Sie alle gleichen dem kleinen Engel, allerdings fallen sie meist unsanft auf den Boden der Realität, während der kleine Engel in unserer Geschichte auf dem Dach des Stalles in Bethlehem landet.

Seine große Sorge war gleichzeitig auch seine große Gewissheit: Gleich, so dachte er bei sich, werden sie nach Dir schauen, irgendeiner wird dich vermissen und mit der Suche beginnen.

Als das Gloria vorbei war und die „Kollegen“ zurückgekehrt waren, blieben die staunenden Hirten zurück. Der kleine Engel zitterte in der Nacht und ihm war klar: er musste in den Stall hinein, wenn er nicht erfrieren wollte.

Kurz vor dem Eingang zum Stall erschrak er und drückte sich schnell in den Schatten der Stallwand. Was würde der Gottessohn sagen, wenn er einen Engel mit gebrochenem Flügel entdeckte? Er kroch hinein in die hinterste Ecke des kleinen Stalls, wo ein Haufen Stroh ihn vor den Blicken verbarg.

Ein gebrochener Flügel. Für Engel eine Katastrophe. Wieder sind wir ein Teil der Geschichte geworden: Grenzen, Unfähigkeiten, Behinderungen, das kennt jede/r. Aber wer gibt es schon gerne zu?

Wie der kleine Engel seinen gebrochenen Flügel versteckt, tun auch wir alles, um unsere Verletzungen, Einschränkungen und Schwächen, unsere Inkompetenzen nicht öffentlich werden zu lassen  – und das ist manchmal ganz schön anstrengend.

Da saß das Engelchen also im Stall von Bethlehem und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Eine Wendung nimmt die Geschichte erst, als nach einiger Zeit Bewegung in den Stall kommt. Draußen war irgend etwas los. Ach wenn er doch auf die Fensterbank hätte fliegen können. Er war so neugierig. Also musste er seine Ohren spitzen.

Das klang nach einer größeren Gesellschaft. „Hier muss es sein!„, hörte er eine Stimme in einer fremden Sprache. Engel verstehen alle Sprachen. „Hier kann es aber nicht sein!„, sagte eine andere Stimme und fügte hinzu, „wir suchen einen König und stehen vor einem Stall.“ –  „Aber der Stern!, flüsterte ein Dritter.

Als der kleine Engel das Wort „Stern“ hörte, wurde er ganz nervös. Ein Stern soll scheinen, am helllichten Tag?  –  Ja, richtig, da stand ein Stern am Himmel und leuchtete mit der Sonne um die Wette. Ein Strahl fiel mitten hinein in den Stall auf das Kind in der Krippe.

Wieder sind wir mittendrin in der Geschichte. Die Erzählung von den drei Weisen fasziniert immer wieder neu. Menschen, die aufgebrochen sind ins Ungewisse, die sich auf einen Weg machen, ohne zu wissen, wohin es geht. Ihr Gespräch vor dem Stall fasst unsere Zweifel ins Wort.

So schön die Geschichte auch ist, kann das denn wahr sein, was die Evangelien erzählen? Ja, „Gott ist so groß, dass er klein werden kann. Gott ist so mächtig, dass er sich wehrlos machen kann und als kleines Kind auf uns zugeht, damit wir ihn lieben können. Gott ist so gut, dass er auf seinen göttlichen Glanz verzichtet und in den Stall herabsteigt, damit wir ihn finden können“ – so wie ihn die drei Männer gefunden haben und nach ihnen viele andere – vielleicht auch wir.

Als die die Weisen aus dem Morgenland den Stall verlassen haben, passiert das, wonach sich der kleine Engel die ganze Zeit gesehnt hatte: Plötzlich ein Rauschen und ein großes Licht. Da stand er: sein Ober-Engel. Endlich: dem kleinen Engel liefen die Tränen übers Gesicht. Endlich: sie hatten ihn also doch nicht vergessen und gefunden. Er konnte gar nicht schnell genug aus dem Stroh hervor kriechen und seine Flügel vom Stroh säubern, denn der Oberengel war sehr pedantisch.

Aber was war das? Er kam nicht zu ihm, sondern rührte Josef an, flüsterte ihm etwas ins Ohr, verließ ihn und den Stall. „Hallo, hier bin ich!“ schrie der kleine Engel. Aber das Licht erlosch und es wurde wieder still. „Das gibt es doch nicht! Du kannst mich doch hier nicht zurücklassen.

Wer bist du denn?„, hörte er ein kleines Stimmchen. Oh je, jetzt hatte sein Schreien das Kind aufgeweckt. Es schaute zu ihm hin, verstecken war nicht mehr möglich. „Komm bitte her„, sagte das Christkind. Der kleine Engel kroch langsam näher, peinlich darauf bedacht, seinen zerbrochenen Flügel zu verstecken. Er hockte sich neben die Krippe, schaute das Kind an und dann brach es aus ihm hervor, er erzählte seine ganze Geschichte. 

Wie er aus dem Himmel gefallen war, mitten auf das Dach des Stalles, wie er sich in einer Ecke versteckt und staunend alles miterlebt hatte. Auch von seinem gebrochenen Flügel erzählte er. „Gebrochener Flügel?„, fragte das Kind, „lass sehen„. Er zeigte dem Kind das zerbrochene Gefieder. Doch was war das? Plötzlich kam neue Kraft in seine Flügel, er konnte beide wieder bewegen. Wenn das kein Wunder ist! Das Kind in der Krippe lächelte nur.

Vielleicht verstehen sie jetzt, weshalb ich die Geschichte liebe: all‘ das, was wir so sehr beflissen voreinander verstecken, unsere Grenzen, Unfähigkeiten, Behinderungen, alles das darf vor diesem Kinde offengelegt werden. An der Krippe hört jedes Versteckspiel auf. Nur dann wird Jesus zum Heiland auch für uns werden.

Und Gott zeigt sich uns im Kind von Bethlehem, wie ER wirklich ist: jung, liebevoll, freundlich, unendlich zugeneigt, verständnisvoll, kindlich glücklich. Und darum beginnt das Evangelium nicht mit einem Trauergesang, sondern mit einem Wiegenlied: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden. Freut euch, heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren“.

HERR, lass an diesem Weihnachtsfest die Liebe des Sohnes in uns allen geboren werden! Lass uns wie Kinder die Augen zu Gott erheben! Gib uns die Gnade, dir zu gleichen! Lass uns Sohn und Tochter werden, so werden wir Christus, deinen Sohn, in der Krippe erkennen, der unser Bruder geworden ist.

Dieses Kind beten wir an. Diesem Kind vertrauen wir uns an  – voller Hoffnung.

 


Regensburg: Pfadfinder bringen das Licht aus Bethlehem in den Dom

Die Hände nicht zur Faust ballen, sondern sich zum Friedensgruß reichen – das war die Botschaft von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der mit hunderten Pfadfinder/innen aus dem gesamten Bistum einen Gottesdienst im Regensburger Dom gefeiert hat.

Anlass war die Ankunft des Friedenslichtes aus Bethlehem, das von dieser Feier aus als Symbol des Friedens in die ganze Diözese ausgesandt wurde.

Noch tags zuvor hatte auf dem Domplatz eine politische Demonstration stattgefunden, bei der sich Palästinenser-Freunde sowie Unterstützer des Staates Israel gegenübergestanden hatten – getrennt von zahlreichen Polizeikräften. „Jetzt aber sind viel mehr Menschen in den Dom gekommen, um friedlich zusammen zu sein“, erklärte der Regensburger Bischof.

Noch in dem Gotteshaus wurde das Feuer auf Kerzen sowie in Laternen weitergegeben.

Aufgrund der Renovierung des Obermünsters fand die Übergabe des Friedenslichtes in diesem Jahr im Hohen Dom St. Peter statt. Bischof Voderholzer nannte während seiner Predigt den Stall von Bethlehem und die Krippe einen Ort des Friedens. „Woher soll der Friede in der Welt kommen, wenn nicht von diesem Mensch gewordenen Gottessohn? Ich weiß es nicht!“ sagte er weiter.

Die Feier im Dom mit der Verteilung der Flammen nannte Dr. Voderholzer ein Bekenntnis zu Christus als Quelle wahren Friedens.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Der römische Hauptmann und sein starker Glaube an die Gottheit Christi

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mt. Mt 8,5-11:

In jener Zeit, als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: HERR, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.

Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

Da antwortete der Hauptmann: HERR, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.

Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.

Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

 


Für mich bedeutet ADVENT: Ankommen bei GOTT und meine Heimkehr zu CHRISTUS

Von Dennis Riehle

Schon bald feiern wir wieder 1. Advent. „Ankunft“, dieses Wort hat für mich in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Ich bin wieder angekommen, zurück in der evangelischen Kirche. Doch es geht nicht in erster Linie um die Institution.

Viel eher bin ich wieder angekommen bei Gott. Nach fünf Jahren Abkehr vom christlichen Glauben, aber einem stetigen Ringen mit den existenziellen Fragen des Lebens, habe ich wieder Heimat gefunden.

Die Kirche hat mir die Türen geöffnet und mich willkommen geheißen. Obwohl und gerade, weil ich manches Mal über sie geflucht habe, weil mich zwischenmenschliche Enttäuschungen hadern ließen und weil ich ernstlich gefragt habe „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, gerade deshalb scheint mich die Kirche mit offenen Armen begrüßt zu haben.

So empfand ich es zumindest. Sie würdigte die Ehrlichkeit, mit der ich um die „Theodizée“-Frage gerungen habe. Sie anerkannte, dass ich mich verlassen gefühlt hatte, von Gott, von der Kirche, von meinen Mitgläubigen. Und sie respektierte, dass ich eine Auszeit brauchte, um meine Gedanken, meinen Glauben neu ordnen zu können.

Und dieser Tage frage ich mich, ob ich das alles schon abgeschlossen habe, ob ich wirklich um meinen Willen, meine Überzeugung und meine Seele weiß. Ob ich in mir aufgeräumt habe, alles sortiert ist, wenn ich mich in den nächsten Wochen auf das Kommen des Herrn vorbereite.

Da rollt eine gewaltige Aufgabe auf uns zu, so singen wir bereits: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eu’r Herz zum Tempel zubereit‘“, heißt es im ersten Lied des ev. Gesangbuchs bei Georg Weissel 1642.

Ja, ist denn mein Herz wirklich schon so weit, dass ich Türen und Tore bedenkenlos für ihn öffnen kann?

In den letzten Wochen des Jahres sieht es bei Vielen von uns nicht danach aus, als wäre alles geregelt. Im Gegenteil: Wir hasten dem nach, was noch zu tun ist, um den Jahresabschluss zurechtzubiegen. Nebenbei sollen noch Geschenke gekauft, Weihnachtsfeiern gefeiert und Postkarten geschrieben werden. Zweifelsfrei, wenn uns ein Gast ins Haus steht, dann wird es schon einmal hektisch.

Doch für Gottes Sohn müssen wir nicht staubwischen, die Gläser nicht polieren, keine Kleidung bügeln. Viel eher müssen wir bereit sein, uns seiner Ankunft zu stellen. Und noch mehr: Wir dürfen bereit sein, ihn in unser Leben zu lassen. Doch was braucht es dafür, dass wir uns in Losgelöstheit zurücklehnen können, seine Gnade anzunehmen?

Ich mache es so, wie es die Kirche getan hat, als sie mich zurücknahm. Unvoreingenommen, zugeneigt, vertraut sein. Tatsächlich bemerkte ich aber auch bei ihr eine gewisse Unsicherheit. Denn als ich mich langsam heranwagte, wiedereinzutreten, da arbeitete ich mich vorsichtig bis zu meiner Heimatgemeinde vor, tastete den Weg ab und erkannte bei vielen Menschen, mit denen ich aus früheren Zeiten in der Kirche noch eng verbunden war, eine gewisse Zurückhaltung.

„Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir?“ – Paul Gerhardt dichtete so 1653. Und es ist wirklich nicht einfach, sich auf jemanden vorzubereiten, mit dem aus ganz verständlichen Gründen Berührungsängste bestehen. Mit Jesus ist es genauso. Da kommt ein König, er zieht bei uns ein – und wir wissen eigentlich nicht, was wir ihm bieten können. Plätzchen, Glühwein, ein paar Nüsse?

Die Kirche hat mir Zuwendung geboten. Sie schenkte mir ein offenes Ohr, sie würdigte meine Bedenken, meine Furcht, meine Unrast. Aber sie ermutigte mich auch in meiner Neugier, in meinem Herzblut, in meiner Leidenschaft für den Glauben. Christus als der, mit dem wir über unser Zweifeln, über unsere Unzufriedenheit mit dem Leid der Welt ins Gespräch kommen können. Mit dem wir aber auch dankbar beten können für all das, was uns Gutes getan wird. An Trost, an Liebe, an Fürsorge.

Geben wir auch Jesus die Chance, seine Verkündigung auf uns wirken zu lassen.

Christus kommt in unsere Herzen, um Frieden zu stiften. Er ist der Friedefürst. Und er will uns versöhnen. Ich habe mich in diesem Jahr mit der Kirche versöhnt. Und  nicht nur deshalb habe ich das Gefühl, dass ich gut auf die Ankunft des Gottessohnes vorbereitet bin. Denn ich habe versucht, auch andernorts Versöhnung zu suchen. Sei es mit manch einem Freund, mit dem schon seit längerem Stillschweigen herrschte. Mit manch einer Entscheidung, die ich getroffen habe, mit der ich im nachhinein aber nicht zufrieden war.

Oder auch mit meinem Leben ganz allgemein. Neue Gelassenheit zu finden, das täte uns auch in den Adventswochen gut. Innerlich brodelnde Konflikte aufzutun und sie zu lösen, zumindest es zu versuchen. Nein, das kann nicht sofort gelingen. Und Jesus nimmt es uns auch nicht übel, wenn wir eben noch nicht völlig frei sind bei seiner Ankunft. Wenn wir noch nicht fertig sind, unser Chaos entwirrt zu haben.

„Sein Szepter ist Barmherzigkeit“, so schreibt es Weissel in der 2. Strophe. Gott ist nachsichtig mit uns, doch er lädt uns ein, die Adventszeit auch dafür zu nutzen, unser Seelenheil zu finden. Endlich einen Schlussstrich zu ziehen unter manch eine Vergangenheit.

All das kann nur funktionieren, wenn wir gleichzeitig auch unsere Geste des Vergebens üben. Sich Zeit nehmen, um nachzudenken, wo vielleicht ein zwischenmenschlicher Kontakt noch gekittet werden kann.

Wenn wir die Vorbereitung auf die Ankunft Jesu dafür verwenden, Versöhnung zu leben, dann können wir ganz gewiss sein, dass alles bereitet ist. Setzen wir Zeichen des Friedens in unserem eigenen, kleinen Kreis, damit Friede werde hier auf Erden. Ich fühle mich erleichtert, dass ich 2017 einen solchen Schritt getan habe. Und nein, ich bin noch lange nicht am Ziel. 

Immer wieder bringt Christus diese Ermutigung mit sich: Vergebt einander, wie auch er vergeben hat! Diese Worte sollen uns begleiten – ob im Advent oder dann, wenn die Tannen schon wieder auf der Straße landen.

Gelegenheit für Liebe ist jederzeit. Vertrauen wir darauf, dass Gott sie uns schenkt.

Unser evang. Gast-Autor Dennis Riehle wohnt in Konstanz und hat folgende Homepage: http://www.Dennis-Riehle.de