Das Limburger Domkapitel und seine fatale Rolle in der Causa Tebartz-van Elst

Von Hans-Michael Müller

Das haben sich die Meinungsführer des Domkapitels von Limburg raffiniert aus-gedacht: erst lange drei Monate nach der Annahme des Amtsverzichts von Bischof Tebartz-van Elst durch den Papst gaben sie eine „Erklärung“ ab… am Tag nach Fronleichnam, einem für viele arbeitsfreien „Brückentag“, einen Tag vor einem WM-Fußballspiel der Deutschen. bildma1

Von dieser „Erklärung“ sollte die Öffentlichkeit offensichtlich möglichst wenig Kenntnis nehmen. Das hat ja auch recht ordentlich geklappt. Dabei verschiebt diese längst überfällige Erklärung die Schuldfrage in der „Causa Limburg“ erheblich!

Das Domkapitel gibt zu, dass die Initiative zum Bau eines Bischofshauses auf dem Limburger Dom-berg vom Domkapitel (!) bereits in den letzten Jahren der Amtszeit von Bischof Kamphaus (!) ausging: „Unsere Vorentscheidung hat das Bistum faktisch gebunden.“

Weiter: „Dazu fehlte uns die rechtliche Zuständigkeit.“   –  Und: Das Domkapitel habe im Verlauf der Baumaßnahmen seit 2008 seiner Kontrollpflicht nicht entsprochen, auch nicht der für das Finanzgebaren des Bischöflichen Stuhls.

Im Klartext: Das Domkapitel hat nicht nur „Fehler“ begangen, wie es so verniedlichend heißt, sondern trägt ein gerütteltes Maß an Mitverantwortung und Schuld an den sogenannten „Limburger Verhältnissen“, die bisher in einer vernichtenden Medieninszenierung allein Bischof  T. v. E. angehängt wurden. Limburg-102

Und deshalb kann in Limburg kein Neubeginn erfolgreich sein, wenn nicht zumindest Domkapitular Günther Geis, die starke Machtfigur schon hinter Bischof Kamphaus, sowie der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz und Vukovar ihrem Bischof in die „Verbannung“ folgen.

Es muss ja nicht gleich „Afrika“ sein, wie man so „anteilnahmsvoll“ und „christlich“ Bischof T.v.E. gewünscht hat…

Man tut Herrn Geis wohl nicht unrecht, wenn man davon ausgeht, dass er für und hinter Bischof Kamphaus mit seinem romkritischen Kurs als Generalvikar die „graue Eminenz“, d i e Machtperson im bischöflichen Ordinariat war und (fast) alles gemanagt hat, was Kamphaus dann ausführte.

Als der Donum-Vitae-Förderer Geis unter Tebartz-van Elst durch Generalvikar Kaspar abgelöst und Weihbischof Pieschl die Betreuung der Caritas übertragen wurde, dürfte T.v.E. seine entscheidenden „Fehler“ gemacht haben. Das war wohl zu viel…!

Auch machte sich T.v.E. nicht beliebter, als er im Auftrag von Papst Benedikt klarstellte, dass Laien keine „Seelsorger“ sein könnten, sondern dieser Begriff Priestern vorbehalten sei.

Fest an der Seite von Geis stand und steht der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz und Vukovar. Der hat (um es in der derzeit aktuellen Fußballsprache zu formulieren) auf T.v.E. noch eingetreten, als der schon am Boden lag.

Und dieser Mann soll jetzt mitentscheidend den neuen Bischof aussuchen und damit einen „Neuanfang“ machen dürfen?  – Da stehe Gott vor!

Und müssten die verleumderischen und ehrenrührigen Anschuldigungen des Vermögensverwaltungsrats Riebel über T.v.E. in Presse und Fernsehen nach der Erklärung des Domkapitels jetzt nicht sogar ein Fall für den Staatsanwalt sein?  –  So ehrenrührig darf Meinungsfreiheit nicht sein! Unter Christen schon gar nicht!

Diese kenntnisreiche Stellungnahme unseres Autors Hans-Michael Müller aus Hanau wurde in der „Tagespost“ (DT) vom 5. Juli als Leserbrief veröffentlicht. Die DT ist eine katholische Tageszeitung aus Würzburg.

Limburg-Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Causa Limburg: Bernhard Meusers Irrtümer

Angepaßte Zerrbilder statt objektiver Analyse

Die Nachrichtenseite „kath.net“ veröffentlichte am 14. Oktober überraschend einen Gastkommentar von Bernhard Meuser (siehe Foto) unter dem Titel Die Tragödie des Tebartz-van Elst“.

Obwohl das konservative Internetportal sich ansonsten pro Limburger Bischof positionierte, wurde mit diesem Artikel ein scharfer Anti-Tebartz-Rundumschlag zum Besten (?) gegeben. 0030Denkbar wäre beispielsweise, daß dieser Abdruck von möglichen bischöflichen Unterstützern „verlangt“ wurde.

Meuser ist katholischer Publizist, Verleger (erst Pattloch, dann St.-Ulrichs-Verlag) und heute Leiter des YOUCAT-Instituts in Augsburg.

In seinem Gastkommentar pflegt er einen dramatisch erscheinenden Stil. So heißt es dort über den Limburger Oberhirten:

„In seiner Diözese kann er sich nicht mehr blicken lassen, ohne befürchten zu müssen, einen Volksaufstand auszulösen. Seine Residenz mit Philippe-Starck-Badewanne wird er nicht mehr bewohnen und gewiss auch nicht sein Nachfolger. Der Papst wird ihn des Amtes entheben, wenn Bischof Tebartz-van Elst nicht in allerletzter Minute Einsicht zeigt und selbst seinen Rücktritt erklärt.“

Anscheinend verfügt der Autor über höheres Wissen, das dem „(all)gemeinen Volke“  – bis hinein in oberste Vatikanränge  – noch verborgen ist:

1. Weder der Bischof noch sein Nachfolger werden die Residenz weiterhin „bewohnen“  –  wird sie etwa leerstehen oder abgerissen?

2. Der Papst „wird“ ihn amtsentheben, sofern er nicht selbst zurücktritt.

Vielleicht überläßt der Herr Verleger diese Entscheidung dem Oberhaupt der katholischen Kirche, statt sie verbal vorwegnehmen zu wollen?!

Sodann fährt der Verfasser fort:

„Lange, viel zu lange, habe ich, ein an Rom orientierter Katholik, daran geglaubt, dass es sich um einen Fall von Mobbing handelt: Ein aufrechter, mutiger Bischof, der sich dem liberalen Mainstream verweigert, wird von den üblichen Verdächtigen mit gezielt gestreuten Gerüchten und einer konzertierten Medienkampagne zur Strecke gebracht. Aber so war es nicht.“

Denn, so Meuser, „in Wahrheit“ sei der Limburger Oberhirte „ein Mensch, den ein enger Vertrauter des Bischofs mittlerweile für einen „raffinierten Betrüger“ oder für „krank“ hält.“

Na und?  –  Haben angeblich „enge Vertraute“ automatisch immer recht? 

Wie steht es mit wirklichem „Vertrauen“, wenn der „enge Vertraute“ den Betreffenden öffentlich in die Pfanne hauen, als potentiellen Kriminellen hinstellen bzw. gleichsam eine pseudo-psychiatrische „Diagnose“ abgeben?!

Sodann wird die neue Heldenfigur von Meuser wie folgt vorgestellt:

„Jochen Riebel, der als unbestechlich geltende ehemalige Leiter der hessischen Staatskanzlei und Träger des Päpstlichen Gregoriusordens, war vom Bischof persönlich zum Chef des Vermögensverwaltungsrates der Diözese Limburg gemacht worden. Das Material, das in den letzten Tagen von Riebel und anderen vorgelegt wurde, ist erschütternd.“

Der Autor vergißt zu erwähnen, daß dieser saubere Herr noch Ende Januar dieses Jahres jenen Gregoriusorden persönlich von Tebartz-van Elst angenommen hat  –  nachdem Riebel bereits 2011 gemeinsam mit zwei weiteren Fachleuten vom Bischof in den Vermögensverwaltungsrat berufen worden war.

Unser CHRISTLICHES FORUM hat sich mehrfach und zudem bereits vor über einer Woche  –  am 10. Oktober  – kritisch mit dem unseriösen Treiben Riebels befaßt: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/10/medienverwirrspiel-um-limburger-bischof/

Diverse unrichtige Behauptungen und gezielte Halbwahrheiten des Ex-Politikers sind mittlerweile selbst in der Mainstreampresse bekannt – und sie treten immer deutlicher zutage; sicherlich sehr zum Leidwesen von FAZ und „Spiegel“…

Auch mit folgender Anschuldigung gegen den Limburger Bischof hat Meuser nur das übliche Pressegeheul nachgeplappert: „Er hat Riebel und viele andere getäuscht, belogen und falsch bezichtigt.“

Nach diesem Werfen schwerer Gesteinsbrocken schreibt der Autor beschwichtigend:

„Nun ist es leicht, die Steine in die Hand zu nehmen, um sie auf einen zu werfen, der ohnehin am Boden liegt. Uns steht ein Urteil nicht zu.“

Richtig, aber das hindert Meuser keineswegs, auch noch im letzten Satz eine dreiste Anmaßung („gestörter Mann“) durchklingen zu lassen:

„Vielleicht sieht Gott dann die Tragödie eines armen, einsamen und gestörten Mannes, der besser nie in das Amt gekommen wäre, das ihm nun zum öffentlichen Verhängnis wird.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

PS: Auch der WELT geht mittlerweile mal ein Lichtlein auf: http://www.welt.de/politik/deutschland/article121000232/Zweifel-am-Alleingang-von-Tebartz-van-Elst-wachsen.html


LIMBURG: „Die Welt“ knöpft sich jetzt den Vermögensverwaltungsrat vor

Tim Röhn zur Heuchelei der selbsternannten „Opfer“ des Bischofs

Unter dem Titel „Limburger Vermögensverwaltungsrat ist scheinheilig“ ist die Frage nach der Mitverantwortung dieses Gremiums inzwischen auch in der Mainstream-Presse angekommen  –  heute zB. in der Berliner Tageszeitung DIE WELT (online).

Bislang wurden die drei feinen Herren dieses Rätegremiums, vor allem Jochen Riebel, in den Medien gerne als bedauernswerte Opfer des „betrügerischen“ Limburger Oberhirten präsentiert, vor allem vom „Spiegel“ und der „Frankfurter Allgemeinen“.

Wir haben diesem Unsinn bereits in mehreren Beiträgen widersprochen, z.B. hier.

In einem aufklärenden Artikel befaßt sich Tim Röhn in der WELT nun kritisch mit dieser Legendenbildung. Der Kommentar beginnt mit den Worten:

„Alle drei Mitglieder des Gremiums gerieren sich heute als Opfer von Betrügereien des Bischofs. Dabei handelt es sich um Fachleute, die früher hätten sehen müssen, was sich dort anbahnte.“

Jetzt wird die Frage gestellt, ob sich diese Herren, nämlich Theodor-Michael Lucas, Carl-Friedrich Leuschner und Jochen Riebel, „zu Recht als Opfer gerieren“:

„Sind sie tatsächlich einem betrügerischen Bischof aufgesessen und konnten nichts dagegen tun?“

Dazu meint der WELT-Redakteur, vielleicht auch angesichts jüngster Fakten über den frühen Informationsstand des Gremiums: „Das erscheint eher wie eine weltfremde Vorstellung.“

Der Autor fügt hinzu:

„Diese honorigen Männer haben nicht geahnt, was da auf dem Limburger Domberg entsteht? Haben sie ratlos mit den Schultern gezuckt, als der Bischof ihnen keine Haushaltspläne vorlegte und nichts von seinen Bauplänen erzählte? Haben Sie zwei bis vier Mal jährlich bei einer Tasse Kaffee zusammengesessen und sind zu dem Schluss gekommen: Na, da kann man wohl nichts machen? Heute wollen sie den Anschein erwecken, in diesem Fall ganz unwichtig gewesen zu sein.“

HIER geht es zum zitierten Artikel in der WELT: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article120917465/Limburger-Vermoegensverwaltungsrat-ist-scheinheilig.html

HIER ein interessanter OFFENER BRIEF an den BISCHOF: http://www.freiewelt.net/offener-dankes-brief-an-bischof-tebartz-van-elst-10013070/


Jochen Riebels Rundumschläge: Wo bleibt die Verantwortung der Kontrolleure?

Als Hauptankläger gegen den Limburger Bischof betätigt sich derzeit vor allem der frühere hessische Europaminister Jochen Riebel, der den attackierten Kirchenmann öffentlich als „krank oder raffinierter Betrüger“ verunglimpfte. e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

Obwohl (oder weil?) Riebel seit Jahren dem vom Bischof selber installierten Vermögensverwaltungsrat angehört, sich also durchaus die Frage nach seiner eigenen Verantwortung stellt, tritt der Kontrolleur offenbar die Flucht nach vorne an; er dreht den Spieß kurzerhand um nach der Devise: Der Bischof ist an allem (allein)schuld!  

 Soll dadurch von eigener Mitverantwortung bzw. mangelnder Sorgfalt bei der Ausgabenprüfung abgelenkt werden?

In einem der üblichen Anti-Bischofs-Artikel der BILDzeitung wird heute immerhin darauf hingewiesen: Dem neu gegründeten Vermögensverwaltungsrat sei im Sommer 2011 ein Kostenvolumen in Höhe von 17 Millionen Euro für Um- und Neubauten vorgelegt worden.“  –  Also genau jenem Gremium, als dessen Sprecher der feine Herr Riebel auftritt, der folglich seit Jahren über hohe Millionensummen im Bilde ist.

Nun beleidigt der pensionierte Politiker medienwirksam Bischof Tebartz van Elst, aus dessen Hand er selber noch Ende Januar dieses Jahres gerne den päpstlichen Gregoriusorden angenommen hat: siehe Bericht HIER  –  und Foto HIER.

Dieses merkwürdige Gebaren führt allmählich bei kritischer denkenden Bürger ins Grübeln darüber, ob hier alles noch mit logischen Dingen zugeht.

Nachdem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die gemeinsam mit dem „Spiegel“ seit Monaten zum Sturm auf Tebartz v. Elst bläst, heute sogar interne Bauplanungs-Unterlagen veröffentlichte (Von wem erhalten? Auf rechtswidrigem Wege?), melden sich unterhalb des Artikels eine Reihe Leserstimmen zu Wort, die auch an die Verantwortung der Kontrollgremien erinnern.

So schreibt z.B. Dagmar Eydt heute (13.10.) um 11,46 Uhr folgendes:

„Nur der Bischof?
Genauso müsste man den Jochen Riebel, der jetzt so in die Presse feuert, mal an das Schlawittchen nehmen. Er ist im Verwaltungsrat. Tatenlos zugesehen, wie Gelder fließen. Augen geschlossen. Haushaltspläne angefordert, aber nicht wirklich tätig geworden. Jetzt bringt er einen „kranken Menschen“ an den Pranger. Medienwirksam. Aber Riebel hat zwei drei Jahre nur in der Sache dagesessen. Wenn er mit der Aufgabe betraut ist, die Finanzen einer Organisation zu überwachen, wie ich es lese, warum hat er den „kranken Menschen“, wie er es beschreibt, nicht an den Ausgaben gehindert? Jahrelang sind Rechnungen bezahlt worden.“

Riebel müsste sich in seiner Funktion auch verantworten. Oder war er in der ganzen Bauzeit in Urlaub oder selbst „krank“?

Foto: Dr. Bernd F. Pelz