„Kath.net“ und der jahrelange Botschaftsunfug von der „Warnung“

Der folgende Beitrag stammt von unserem Leserkommentator mit Nicknamen „GsJC“, einem bewährten Experten in puncto „Warnungs“-Botschaften.

Diese weitverbreiteten, aber irrgeistigen Visionen einer anonymen „Seherin“ hat er in den letzten Jahren nach Strich und Faden auseinandergenommen, teils in Artikeln, teils in Leserbriefen hier im CHRISTLICHEN FORUM.

Nun folgt seine gründliche Recherche zu den jüngsten Vorgängen und Hintergründen in dieser aufschlußreichen Causa:

Das katholisch-konservative Internetportal „Kath.net“ hat jetzt mit einem weiteren Artikel erneut kritisch Stellung gegen die „Warnung“ bezogen.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Dies verwundet umso mehr, da „Kath.net“ jahrelang bis März 2013 die Bücher jener selbsternannten Visionärin über den angegliederten „Kath.shop“  –  mit Bibelzitaten garniert  –  beworben und verkauft hat.

Vielleicht ist es auch der Versuch einer Wiedergutmachung, nachdem warnende Kommentare und Schreiben an „Kath.shop“ in der Vergangenheit unbeachtet blieben.

Der kritische Kath.net-Artikel von Michael Hesemann ist vordergründig betrachtet eine ordentliche Zusammenfassung der Ereignisse. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der Autor im wesentlichen nur aus vorhandenen Artikeln zusammengetragen hat, was verwundert, aber auch nicht unüblich ist.

Der Verfasser sollte aber zurückhaltend sein und Zusammenhänge nicht als „billig“ bezeichnen, die er selber nicht intensiver recherchiert hat. Das ist dann auch wieder „billig“, zumal die Zusammenfassung spät kommt und sich der Autor auf keine eigenen Artikel und Erkenntnisse aus der Zeit vor der Veröffentlichung der Hintergründe zur „Warnung“ in seinem Beitrag stützen kann.

Die „Seherin“ und der Geldsegen

Ebenso wird übersehen, dass es Mary Carberry selber war, die den finanziellen Aspekt in einem ihrer Interviews mit eingebracht hat. Hier darf an die Aussage erinnert werden, dass ihre Internetseite sehr viel Geld gekostet hat und sie es selber war, die sich früh über die „bösen Seher“ echauffiert hat, denen es nur um das Geld geht.

Man kann Schwerpunkte in der Betrachtung und Entstehung dieses „Warnungs-Unfugs“ durchaus anders setzen, aber „billige“ und abfällige Kommentierung bei Nichtwissen ist unangebracht. Da ist es besser, selber nach den Ursachen zu forschen, als sich auf Internetseiten nur mit kritischen Argumenten zu bedienen und diese neu zu verpacken.

Dass die Verkaufsmaschinerie inzwischen weiter läuft und mit neuen „Botschaften“ gut geschmiert wird, dürfte niemandem entgangen sein. So wird auch Mary Carberry als erfahrene Geschäftsfrau, aus ihrer Zeit mit dem irischen „Seher“ Joe Colemann, sehr schnell erkannt haben, wie sich solche „Erscheinungen“ vermarkten lassen.

Visionärin Carberry und „Little Pepple“

Dass sich Joe Coleman inzwischen von Carberry distanziert und nicht wünscht, dass sein „guter Name“ in Zusammenhang mit Carberry genannt wird, ist ein weiteres sichtbares Zeichen dafür, wie es in einer Szene drunter und drüber geht, wo jeder meint, etwas von ganz „oben“ hören zu dürfen. 

Dass Mary Carberry Kontakte nach Australien zur Sekte des inhaftierten William Kamm alias „Little Pebble“ und dessen geistigen Sprachrohen, dem falschen Bischof  Broussard und Fr. Marie Paul hat, ist ebenfalls gesichert.

Dass es bei der Sekte des „Little Pebble“ auch und wesentlich um Geld geht, darüber wissen die Sekten-Aussteiger zu berichten, deren Geld nicht für den gespendeten  Zweck Verwendung fand und sich fragen: „Wo ist das Geld hin ….?“

Zitat:
…Where is the money gone, that was given in donations for Our Lady’s Mission??? The community at Nowra looks like a dump, unorderly, and dirty – like their leader!...
http://awolfamongthesheep.com.au/ex-membersspeak.html
Zitat Ende

„Die Gemeinschaft von Nowra sieht aus wie ein Dreckstall, unordentlich und schmutzig  –  wie ihr Leiter“, heißt es im letzen Satz.

Ja – so sieht es in der ganzen Szene aus. Auch geistig ist das ein ungeordneter Dreckstall, sich widersprechend, Denkverbote erteilend und dabei maßlos überheblich. 

„Botschaften“ als Droge für Naive

Aber diese Art von „Botschaften“ sind eine willkommene Droge für die Art von Gläubigen , die sich gerne auf diese einfache Weise das Profil verpassen lassen, zu einer kleinen auserwählten Anhängerschaft zu gehören. 

Dass Mary Carberry (Mary McGovern), die mit Preisen ausgezeichnete IT-Expertin, sich für Ihre zu vermarktende „Seher-Story“ mehr als vierundzwanzig (!) Internetdomains sichern ließ, lässt auch keinen „billigen“ Schluss zu, dass es in der Verbreitung der „Botschaften“ nicht auch darum ging, ordentlich Kasse zu machen.

Eine solche Domainsicherung kostet ebenfalls Geld! Da wurde geklotzt, nicht gekleckert und betriebswirtschaftlich vorrausschauend gedacht, denn die Sache muss sich schließlich auch rechnen.

Dafür spricht, wie seit Februar 2013 (!) bekannt, die Domainsicherung der Hauptseite bis zum Jahr 2022. Wenn Frau Carberry zehntausend Euro als Vorschuss hätte aufbringen müssen, um in die „Seher-Szene einzusteigen, wäre uns der „Warnungs-Unfug“ bestimmt erspart geblieben.

Leider reicht es in der „Privatoffenbarungs-Szene“ mit ein paar Sprüchen und einem „Herz- Schmerz-Bekehrungserlebnis“, bei den besonders „Kleinen im Glauben“ nach Herzenslust und Laune zu punkten und bereitwillig die Geldbörse zu öffnen. 

Dass diese besonders „Kleinen im Glauben“ nach wenigen Zeilen erkannt haben, dass diese „Botschaften“ nur von ganz oben kommen können, ist ein weiteres Phänomen dieser Szene. Aber wer am Anfang zustimmt und sich  mit ein paar „himmlischen Schmuseeinheiten“ für die Sache gewinnen lässt, der wird gewiss auch bis zum bitteren Ende unbelehrbar durchhalten und mit untergehen.

Visionsbewegte Gebetsgruppen als Club der „Eingeweihten“

Schließlich hat man den Himmel selbst gefragt und in den gegründeten Gebetsgruppen, der besonders Eingeweihten, sind nur Gleichgesinnte und Schulterklopfer zugelassen. In diesen Gruppen wird dann das Phantasma gepflegt, die wahren Retter der Kirche zu sein.

Auf Geheiß der „Seherin“ gehört es dann bei der „Warnungs-Anhängern“ auch zum guten Ton und Benehmen, den Papst mit Dreck bewerfen zu dürfen und alle diejenigen Kardinäle, die ihn gewählt haben, als „Mitglieder der bösen und geheimen Freimaurergruppe“ zu bezeichnen, die von “ S A T A N“ angeführt wird („Botschaft“ Nr. 399, April 2012).

Was für geistige Verrenkungen dabei innerhalb der Anhängerschaft in kürzester Zeit vollbracht werden müssen, sei an nachfolgendem Beispiel verdeutlicht.

Martin Roth aus Köln ist der deutsche Übersetzer der „Warnungs-Seite“ und mit engsten Kontakten zu Mary Carberry auch am Buchverkauf beteiligt. Den Buchverkauf hat Roth als Gewerbe angemeldet. sievernich

Martin Roth und die Sievernich-Botschaften

Roth betrieb auch eine Zeit die Seite  – „www.sievernich.eu“  –  mit den „Botschaften“ an Manuela.

(Zu Sievernich: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/20/gab-es-in-sievernich-botschaften-des-himmels-an-die-seherin-manuela/)

Er gehört noch heute zum Förderverein der sog. „Blauen Gebetsoase“. In den Anliegen der Verbreitung von Gebeten rund um diesen nicht kirchlich anerkannten „Erscheinungsort“ führte Roth auch Schriftverkehr mit Kardinal Meisner, dem Erzbischof von Köln. Diesen Schriftverkehr veröffentlichte Roth mit Aktenzeichen auszugsweise im Internet.

Zitat (Klammersetzung von mir):
(Martin Roth schreibt:)
Zum Schluss vielleicht noch ein Auszug aus dem Brief Kardinal Meisners zu Sievernich vom 9. März 2005:
(Kardinal Meisner antwortet:) Aktenzeichen JR.-Nr.: 105 200 ) 87:
„… Dankend bestätige ich den Eingang Ihres Briefes vom 19. Februar 2005 und des beigefügten Informationsmaterials. Wie Sie wissen, hatte ich an keinem der von Ihnen vorgelegten Gebete etwas auszusetzen; entsprechend ging ich ohnehin davon aus, dass Sie einer guten Intention folgen. Ihre Erläuterungen lassen mich nun die Zusammenhänge noch besser verstehen. Mögen die Vorgänge in Sievernich dazu beitragen, dass die Menschen unserer Zeit tiefer aus der endgültigen Offenbarung Christi leben, wie es der Katechismus der Katholischen Kirche (n. 67) als Kriterium für echte Privatoffenbarungen fordert!
Mit meinen bischöflichen Segenswünschen zum bevorstehenden Osterfest“
http://www.marienforum.net/showthread.php?166-Die-heilige-Mutter-Gottes-in-Sievernich&s=907d873734520061b3a9b1b5cfa7d274&p=4768&viewfull=1#post4768
Zitat Ende

Es ist der gleiche Kardinal Meisner, den Roth aktuell auf seinen Internetseiten für seine Segenswünsche, Freundlichkeit und den Zuspruch aus dem Jahr 2005 als Wolf im Schafspelz bezeichnet, der von S A T A N angeführt und den Papst gewählt hat. Heute macht Martin Roth mit dem Verkauf dieser Unverschämtheiten in Buchform Geld.

Es stellt sich die Frage, warum Roth in den Anliegen der „Warnung“ nicht auch Kardinal Meisner kontaktiert und ihm entsprechendes Informationsmaterial zur Begutachtung vorgelegt hat! Welcher Intention folgt Martin Roth heute?

Der Kölner ist noch immer im Impressum der Internetseite „http://www.sievernich.eu/sievernich-f/impressum/impr_1.htm“ zu finden.

Vor diesen Leuten und dieser Szene kann man als Katholik nur eine dringende „Warnung“ aussprechen. Sie sind nichts weiter als Fähnlein und Spielzeuge im Wind der Macht des Bösen  –  und wer sich ihnen nähert, setzt sich der Gefahr der geistigen Verunreinigung aus.

HINWEIS: Unser CHRISTLICHES FORUM hat bereits seit Sommer 2011 vor der WARNUNG gewarnt  – mit 19 insgesamt Artikeln: https://charismatismus.wordpress.com/category/botschaften-warnung-kritik/