Evangelische Selbstkritik: „Liebenzeller Mission“ beleuchtet eigene Rolle in der NS-Zeit

„Erschreckende Erkenntnisse“ nun in Buchform

„Wir glauben, dass das unter dem Fluch des Messiasmordes stehende Volk für die anderen Völker der Erde ein Fluch ist.“  – Diesen Satz aus einer Stellungnahme des Aktionskomitees der Liebenzeller Mission (LM) datiert Helmuth Egelkraut in das Jahr 1934 und qualifiziert ihn als offizielle Linie des Liebenzeller Werkes dieser Zeit. rs_book_white_01

Die Forschungsarbeit des ehemaligen Liebenzeller Missionars, die 2015 unter dem Titel „Die Liebenzeller Mission und der Nationalsozialismus“ im LIT-Verlag erschienen ist, enthält noch weitere schockierende Enthüllungen.

So hatte die damalige Leitung der Organisation, die ursprünglich als deutscher Zweig der britischen China-Inland-Mission gegründet worden war, ihre Mitarbeiter angewiesen, keine jüdischen Ärzte mehr aufzusuchen. Wenigstens zwei Christen jüdischer Herkunft, der Prediger Samuel Ostrer und die Ärztin Vilma Lasser, wurden abgeschoben. Anderen Ärzten jüdischer Abstammung wurde in China die Mitarbeit aus biologisch-rassistischen Gründen verweigert. Ein Missionar zeigte die LM gar bei der Gestapo an, weil sogenannte „Nichtarier“ angestellt waren.

Hitler als „Lichtgestalt“ verklärt

Bereits im Jahre 1904 hatten Missionare aus nationalen Gründen für eine Trennung von der englischen Mutterorganisation plädiert. Etwa die Hälfte der China-Missionare der LM war später Mitglied der NSDAP. Unkritisch hatte man die Nazi-Ideologie übernommen, sah in den Deutschen das weit überlegene und von Gott auserwählte Volk und die Verbreitung eines deutschen Evangeliums als deutsche Kulturaufgabe in dieser Welt.

Missionsgründer Pfarrer Heinrich Coerper betrachtete Hitler als „Lichtgestalt, die von Gott erwählt war, der Retter, Helfer und Erlöser Deutschlands zu werden“, setzte sich früh öffentlich in Briefen und Flugschriften für ihn ein und erteilte in persönlichen Briefen Hitler Ratschläge, wie er die Stimmen der Frommen gewinnen und an die Macht kommen könnte.

Sein Nachfolger, Pfarrer Ernst Buddeberg, sah im Führer der deutschen Nationalsozialisten „auch noch Ende 1944 und Anfang 1945 den von Gott erwählten und gesandten Retter Deutschlands, eine pseudoreligiöse Heilsfigur“.  – Auf 531 Seiten beleuchtet Egelkraut  die Organisation, der er zeitlebens verbunden ist. 

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Johannes Gerloff im evangelischen PRO-Magazin: http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/die-liebenzeller-mission-und-der-nationalsozialismus-94415/


Warum betreibt die Hamas eine zynische Politik gegen das eigene Volk?

Das Rezept „Land für Frieden“ hat sich für Israel als wertlos erwiesen. Aus allen Gebieten, die Israel um eines Friedens willen abgegeben hat, wurde es in jüngster Zeit mit Raketen beschossen. Von Eilat am Roten Meer bis Naharija an der Nordgrenze zum Libanon trieb Raketenalarm die Bewohner der Städte und Dörfer in die Bunker. 1403634115528

Israel tut alles, um seine Zivilbevölkerung zu schützen, und ist dabei erstaunlich erfolgreich. Die Disziplin der Israelis, die Voraussicht ihrer Politiker und der technische Fortschritt haben dazu geführt, dass Zigtausende Raketen erstaunlich wenigen Israelis an Leib und Leben Schaden zufügen konnten.

Gleichzeitig scheint die Rechnung der Hamas, die palästinensische Zivilbevölkerung als Schutzschild und tote Palästinenser als Propagandamittel einzusetzen, immer weniger aufzugehen. So makaber das klingt, aber die Totenzahlen spiegeln bei näherem Hinsehen die unterschiedliche Zielsetzung der Konfliktgegner wider.

Israel: „Wir schützen unsere Zivilisten durch Raketen. Die Hamas schützt ihre Raketen durch Zivilisten.“

Israels Premier Netanjahu hat nicht ganz Unrecht, wenn er erklärt: „Wir schützen unsere Zivilisten durch Raketen. Die Hamas schützt ihre Raketen durch Zivilisten.“

Der amerikanische Beobachter Jeffrey Goldberg stellt die Frage: Was wäre, wenn den Palästinensern das Wohl des eigenen Volkes wichtiger wäre als die Zerstörung des jüdischen Staates? Wenn sie heute ihren Beschuss Israels einstellten, würde morgen die letzte israelische Rakete auf Gaza fallen.

Wenn die Palästinenser mit ihrer antisemitischen Hetze aufhörten, ihr nach allen Maßstäben illegales Raketenarsenal vernichteten und sich dem Aufbau eines eigenen Staatswesens widmeten, hätte Israel keinen Grund mehr, den Gazastreifen abzuriegeln.

Historisch gesehen ist die Blockade des Gazastreifens tatsächlich eine Reaktion auf palästinensische Aggression und nicht umgekehrt der palästinensische Terror eine Antwort auf die Abriegelung. Jede Rakete, die in den Gazastreifen geschmuggelt wurde und jetzt in Israel einschlägt, beweist das.

Anstatt sich ihre arabischen und jüdischen Nachbarn zu Feinden zu machen, könnten die Palästinenser eine Brückenfunktion zwischen Orient und Okzident wahrnehmen.

Quelle und vollständiger Artikel von Johannes Gerloff (Jerusalem-Korrespondent) hier: http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2014/07/19/quo-vadis-%C2%BBpalastina%C2%AB/