Evang. Bischof Dröge fordert mehr Rechte für Christen in der Türkei

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hat die Türkei zu einer offenen Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich aufgerufen und mehr Rechte für Christen gefordert.

„Ich wünsche mir, dass auch in der Türkei frei über das Thema diskutiert werden kann und die rechtliche Stellung der Christen verbessert wird“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg am 17.1.2012 bei einem Besuch des Lepsius-Hauses in Potsdam.

Es sei ermutigend, daß inzwischen erste Schritte dazu gemacht worden seien, sagte Dröge. Die Besitzrechte an Kirchen und Grundstücken der evangelischen Gemeinde in Istanbul seien jedoch nach wie vor ungesichert.

Bischof Dröge würdigte die Arbeit des 2011 eröffneten Lepsius-Hauses als wichtigen Beitrag zur Erinnerung an geschehenes Unrecht, zur Versöhnung und Verständigung.  Es sei erfreulich, daß die Begegnungsstätte nun mit Leben gefüllt werde.

In dem ehem. Pfarrhaus im Potsdamer Unesco-Weltkulturerbe hat der evangelische Theologe Johannes Lepsius (1858-1926) im Ersten Weltkrieg den Völkermord an bis zu 1,5 Millionen christlichen Armeniern dokumentiert und Hilfsaktionen organisiert. Lepsius gilt auch als einer der Vorreiter der Erklärung der Menschenrechte.