Kommunistisches Kuba: 80 Bürgerrechtler verhaftet und mißhandelt

Bereits zwei Tage nach seinem Tod am vergangenen Freitag  (20.1.2012) fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen das Begräbnis des durch Hungerstreiks verstorbenen Bürgerrechtlers  Wilman Villar Mendoza in der ostkubanischen Stadt Contramaestre statt, wie die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet.

Nach Angaben des Bürgerrechtsverteidigers Jorge Cervantes überstieg die Zahl der Sicherheitskräfte die der Einwohner von Contramaestre. Mitglieder der christlichen Gefangenenhilfsorganisation „Frauen in Weiß“ und die aus ganz Kuba angereisten Menschenrechtsaktiven wurden an der Teilnahme am Begräbnis gehindert, so die IGFM.

Sechs „Frauen in Weiß“ (christliche Gefangenenhilfsgruppe) wurden direkt vor dem Friedhof verhaftet.

Insgesamt wurden seit dem Todestag von Wilman Mendoza  80 Systemkritiker festgenommen und mißhandelt.

Die beiden Mitglieder der „Frauen in Weiß“ (Milagros Ramirez und Maritza Romero) sowie der Menschenrechtsaktive Juan  Osoria sind immer noch in Haft.

Wilmar Mendoza starb nach einem 50 Tage dauernden Hungerstreik im Krankenhaus „Juan Bruno Zayas“ in Santiago de Cuba.  Mit seinem Hungerstreik protestierte der 31-Jährige, der nach einer friedlichen Protestkundgebung am 14. November 2011 verhaftet und wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt“ und „Körperverletzung“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde, gegen seine willkürliche Verhaftung und die von der Staatssicherheit erfundenen Anklagepunkte.

Kubanische Bürgerrechtler berichten, dass Villar Mendoza während seiner Haft psychisch und physisch gefoltert wurde. Um seinen Widerstand zu brechen, wurde ihm zeitweise sogar das Trinkwasserverweigert.

Die Bürgerrechtler Angel Moya,  Jorge L. Artiles und der Journalist Guillermo Fariñas, der 2010 mit dem Sacharow-Preis des Euorpäischen Parlaments ausgezeichnet worden ist, wurden festgenommen, als sie in Santa Clara einen friedlichen Protestmarsch aus Solidarität mit Wilman Mendoza und seiner Familie veranstalteten. Nur Guillermo Fariñas konnte inzwischen das Gefängnis wieder verlassen.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html