Alexander Kissler über „Sterbehilfe“, Abtreibung, Organspende

„Der Mensch verliert, der Tod siegt!“

Der bekannte Publizist und FOCUS-Autor Dr. Alexander Kissler hat sich am 8. März 2012 in FOCUS-online gegen „Sterbehilfe“, Abtreibung und Organ-Entnahme bei Sterbenden geäußert. Sein engagierter Beitrag kommt bereits in der Einleitung ungeschminkt zur Sache: „Der Tod ist neuerdings ein Meister aus Holland„.

Dr. Kissler fährt fort: „In den Niederlanden will eine Sterbehilfe-Organisation eine Sterbeklinik eröffnen und hat bereits ein „Sterben auf Rädern“ im Angebot. Die Klinik ist eine Sterbestation, in die von Mitte des Jahres an kommen kann, wer sich professionell ums Leben bringen lassen will. Das „Sterben auf Rädern“ meint mobile Ärzteteams, die seit Anfang März die Niederlande bereisen, mit tödlichen Spritzen im Gepäck. An alles ist gedacht.“

Auch beim Thema Abtreibung und Kindstötung bietet der Autor Klartext:
„Am meisten gefährdet wieder einmal der Mensch das menschliche Leben. Schon gibt es sogenannte Medizinethiker, die der Kindstötung das Wort reden. Im Journal of Medical Ethics stand jüngst zu lesen: In allen Fällen, bei denen Abtreibung erlaubt ist, sollte auch die Tötung nach der Geburt statthaft sein.
Die „Kosten für die potentiellen Eltern“ in sozialer, psychischer, wirtschaftlicher Hinsicht könnten eine „Abtreibung nach der Geburt“ rechtfertigen. Auch könne der „Stand der geistigen Entwicklung“ der „potentiellen Person“  –  des bereits geborenen Babys  –  gegen deren Lebensrecht sprechen. Der Säugling habe keine „Ziele“ und keine „wohlentwickelten Pläne“ – im Gegensatz zu den Erwachsenen mit ihren Interessen und Rechten.“
Schließlich wendet sich Dr. Kissler gegen die staatliche Organspende-Offensive, weil dabei der „sterbende und also noch lebende Mensch für „hirntot“ erklärt“ werde.
Zuletzt stellt der Autor fest: „Wo ein Apparat und eine Industrie das Leben klassifizieren, siegt der Tod. Wir müssen künftig das menschliche Leben viel stärker vor dem menschlichen Zugriff schützen. Sonst wird man die Menschen an ihrer Unmenschlichkeit erkennen.“
Quelle und vollständiger Artikel hier:

http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/sterbehilfe-abtreibung-organspende-schuetzt-den-menschen-vor-dem-menschen_aid_721861.html


Empörung über Kindsmord-Rechtfertigung in englischem Fachjournal

In der englischsprachigen Welt sorgt ein wissenschaftlicher Beitrag über die moralische Bewertung von Kindesmord im Vergleich zu Abtreibung für Empörung.

In medizin-ethischen Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“ argumentieren zwei in Melbourne tätige Akademiker, aus logischer Sicht müsse erlaubt werden, Neugeborene zu töten, deren körperlicher oder geistiger Gesundheitszustand im Rahmen der Gesetzeslage eine Abtreibung gerechtfertigt hätten.

Der „moralische Status“ eines Babys sei dem eines Fötus gleichzusetzen, „insofern beiden noch jene Fähigkeiten fehlten, die die Zuerkennung eines Rechtes auf Leben rechtfertigen würden“, so Alberto Giubilini und Francesca Minerva.

Der Vize-Vorsitzende einer britischen Parlamentariergruppe zum Lebensschutz, Lord Alton, sagte der Zeitung „Catholic Herald“, die Veröffentlichung eines solchen Beitrags in einer Fachzeitschrift dokumentiere den „Morast“, in den die medizinische Ethik und die Gesellschaft geraten seien.

„Persönliche Vorlieben“ hätten die Heiligkeit und die Zulässigkeit eines „Andersseins von Leben“ in den Hintergrund gedrängt. Es sei schockierend, wie „Meinungsführer in medizinischen Berufen sich der traditionellen Anschauungen des Heilenden entledigt“ hätten.

Quelle: Radio Vatikan

Unsere Meinung hierzu: Das moralische Entsetzen über diese brutalen  Thesen zur Ermordung behinderter Neugeborener ist einerseits völlig berechtigt, andererseits wird bei jenen Empörten, die sich nicht zugleich klar gegen Abtreibung äußern,  Doppelmoral und eine gewisse Heuchelei erkennbar, zumal die beiden kritisierten Autoren sich ausdrücklich darauf berufen, daß Behinderte nach Gesetzeslage straffrei im Mutterleib vernichtet werden dürfen – und daraufhin den Vergleich mit behinderten Neugeborenen beziehen.

Wo bleibt also die moralische Entrüstung über die Massenabtreibung?