Seliger Pfarrer Emilian Kowcz: Märtyrer der katholischen Ostkirche und Retter der Juden

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester Emilian Kowcz aus der Ukraine, der am 24. April 2001 von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen wurde, ist ein wahrer „Pontifex“, ein Brückenbauer zwischen den Völkern; als Retter vieler Juden in schwerer Zeit dient er zugleich der Verständigung zwischen Katholiken und Juden.

Außerdem gehörte der Priester (auf ukrainisch hieß er Omeljan Kowtsch) zur griechisch-katholischen Kirche des orthodoxen (ostkirchlichen) Ritus, die seit Jahrhunderten mit Rom verbunden ist (unierte Kirche).

Der am 25. März 1944 im KZ Majdanek verstorbene Geistliche wurde am 24. April 2009 in Kiew feierlich zum „Patron der Seelsorger“ für die katholisch-ukrainische Ostkirche ernannt.

Bereits 10 Jahre zuvor, am 9. September 1999, proklamierte der „Rat der Juden“ in der Ukraine den Märtyrerpriester zum „Gerechten der Ukraine“.

Katholiken und Juden sind sich einig in der Wertschätzung und Würdigung dieses vorbildlichen Pfarrers, dessen Leben und Wirken geprägt war von seinem seelsorglichen Einsatz für die katholischen Gläubigen, aber auch von seiner Wertschätzung der Juden, in denen er das „Volk des Alten Bundes“ erkannte und ihnen ihren Messias Jesus Christus nahebringen wollte.

Der am 20. August 1884 in Kosmach (Galizien, Westukraine) geborene Emilian Kowcz studierte in Lemberg und Rom. Nach erfolgreichem Abschluß kehrte er in die Ukraine zurück und heiratete, wie dies in der griechisch-katholischen Ostkirche vor der Priesterweihe üblich und kirchenrechtlich erlaubt ist; seine Ehe wurde mit sechs Kindern gesegnet.

1911 erhielt Emilian Kowcz die Priesterweihe; er war zunächst als Kaplan und danach als Militärgeistlicher tätig.

Ab 1922 wirkte er als Pfarrer in einem Lviver (Lemberger) Bezirk, wobei er mehrfach von der polnischen Besatzungsmacht verhört und verhaftet wurde. Allein von 1925 bis 1934 wurde sein Pfarrhaus ca. 40 mal nach „antipolnischem Propagandamaterial“ durchsucht, was mehrere Gefängnisaufenthalte zur Folge hatte. Die Situation wurde nicht einfacher, nachdem dieses Gebiet 1939 von den Sowjets besetzt wurde.

Die Menschen in seinem Gemeindebezirk Peremyshljany setzten sich etwa zu gleichen Teilen aus Polen, Ukrainern und Juden zusammen. Als deutsche Truppen 1942 in die Stadt einmarschierten, wurde die rote Diktatur durch eine braune ersetzt, der International-Sozialismus durch den National-Sozialismus; der Kirchenhaß blieb unter dem Hakenkreuz im wesentlichen derselbe wie unter dem Sowjetstern.

Die Nazis richteten ein Ghetto für Juden ein und führten weitere antijüdische Maßnahmen durch, womit sich Pfarrer Emilian keineswegs abfand, wobei ihm seine Furchtlosigkeit später das Leben kosten sollte.

Als die NS-Schergen ausgerechnet an einem Sabbat Sprengstoff in die mit betenden Menschen gefüllte Synagoge warfen und danach die Tür von außen verriegelten, eilten Nachbarn zu Pfarrer Emilian und schilderten ihm diese Greueltat. 

Sofort rannte der Priester mit einigen Helfern zum Tatort. Da er gut deutsch sprach, schrie er die Nazi-Aktivisten derart an, daß diese sich verunsichert von der Synagoge zurückzogen.

Zusammen mit seiner Helferschar riß er die Tür des brennenden Gebetshauses auf und rettete viele Juden vor den Flammen, auch den Rabbi von Bels. Zudem warnte er seine Gläubigen in Predigten und Exerzitien davor, sich von judenfeindlichen Parolen und Provokationen der neuen Machthaber beeinflussen zu lassen.

Die Rettungsaktion des unerschrockenen Geistlichen sprach sich bei Juden in der Region überall schnell herum. Nicht nur einzelne, sondern ganze Gruppen von Juden kamen zu ihm und wollten sich taufen lassen. Manche waren von seiner christlichen Haltung und seinem tapferen Format beeindruckt und wollten daher das Christentum dieses ungewöhnlichen Mannes kennenlernen; andere glaubten, sich durch die Taufe vor der Judenverfolgung schützen zu können.

BILD: Der leidende Christus mit einem jüdischem Gebetsschal in der Sankt-Bernhard-Kirche von Münster

Pfarrer Emilian befand sich im Dilemma: einerseits wollte er gerne Juden retten, andererseits ist die Taufe kein „Mittel zum Zweck“, um vor dem KZ zu bewahren. Auch jene Juden, die sich als innerlich aufgeschlossen für das Christentum erwiesen, bedurften immerhin einer theologischen Vorbereitung.

Nach langem inneren Ringen und einem Gespräch mit seinem griechisch-katholischen Metropoliten entschied sich der Priester für einen „mittleren Weg“, nämlich für die Taufe von Juden zu „Minimalbedingungen“: wenn diese zum Erlernen des Glaubensbekenntnisses bereit waren.

Er erklärte den taufwilligen Juden aber auch, daß der Eintritt in die Kirche sie nicht automatisch vor dem KZ bewahren wird, da die braunen Machthaber auch Judenchristen verfolgten, allerdings nicht im gleichen Ausmaß wie ungetaufte Juden.

Auch dieser Einsatz des Priesters für bedrängte Juden war der NS-Besatzung ein Dorn im Auge. Am 30. Dezember 1942 wurde Pfarrer Emilian ins Gefängnis nach Lviv (Lemberg) gebracht. Dort bot ihm ein Offizier der Gestapo (Geheime Staats-Polizei) die Freilassung an, wenn er das Taufen von Juden beende:

„Wissen Sie nicht, daß es untersagt, ist, Juden zu taufen?“
„Nein.“
„Wissen Sie es jetzt?“
„Ja.“
„Werden Sie weiter Juden taufen?“
„Natürlich.“

Daraufhin verlegte man den „Unbelehrbaren“ ins KZ Majdanek bei Lublin, das erste KZ der SS im besetzen Polen. Dort setzte er seine Seelsorge unter den Mitgefangenen fort, hörte die Beichte von Häftlingen, segnete Kranke und Leidende und feierte heimlich den Gottesdienst in der byzantinischen Liturgie. Er wollte für möglichst viele Menschen eine „Brücke in die Ewigkeit“ sein, ihnen Glaubensmut und Gottvertrauen zusprechen und die Sakramente spenden.

Nach Weihnachten 1943 erkrankte er schwer und wurde ins Lager-Lazarett verlegt, wo er am 25. März 1944 verstarb, angeblich an den Folgen einer Thrombose im rechten Bein. Andere Quellen sprechen von einem Tod in der Gaskammer. Wie dem auch sei: Es war der Heimgang eines heldenmütigen katholischen Priesters und Brückenbauers zwischen den Völkern sowie zwischen Christen und Juden.

Der Märtyrer Emilian Kowcz wurde durch Papst Johannes Paul II. im Jahre 2001 in Kiew zusammen mit 26 Opfern des sowjetischen Regimes seliggesprochen; er war der einzige der 27 Kanonisierten, der von den Nationalsozialisten umgebracht wurde.
Sein kirchlicher Gedenktag ist  – wie bei den meisten Seligen oder Heiligen – sein Todestag, nämlich der 25. März.
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Erstveröffentlichung dieses Artikels in der Monatszeitschrift DER FELS (Nr. 7/2011)  –  1. Foto: Joachim Schäfer – www.heiligenlexikon.de 

Berliner: Rabbiner Yehuda Teichtal wurde im Beisein seiner Kinder attackiert

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Yehuda Teichtal, wurde vergangenes Wochenende von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt.

Der Angriff fand in der Nähe einer Synagoge im Bezirk Wilmersdorf statt, in der Rabbiner Teichtal zuvor den Gottesdienst geleitet hatte. Nach der Anzeige von Rabbiner Teichtal, der sich während des Angriffs in Begleitung eines seiner Kinder befand, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

BILD: Eingangshalle der Synagoge von Münster (Foto: Felizitas Küble)

Rabbiner Yehuda Teichtal:

„Wir müssen leider feststellen, dass die Aggressionen gegen Juden sowohl auf den Schulhöfen als auch auf den Straßen Berlins ein Eigenleben entwickelt haben. Ich bleibe aber weiterhin überzeugt: Die meisten Menschen in Berlin wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen.

Die meisten Berlinerinnen und Berliner wollen, dass Jüdische Menschen ihr Judentum offen leben können, ohne Angst zu haben, beschimpft, bespuckt oder gar geschlagen zu werden. Natürlich werden wir uns jetzt nicht verstecken, sondern bauen weiter auf Liebe, Toleranz, Dialog und Bildung.“

Quelle und FORTSETZUNG der Meldung hier: http://www.jg-berlin.org/beitraege/details/gemeinderabbiner-bespuckt-und-beleidigt-i962d-2019-07-31.html


AfD kritisiert muslimischen Al-Kuds-Marsch in Berlin wegen Juden- und Israelhaß

Auch in diesem Jahr (1. Juni) zieht der anti-israelische Al-Kuds-Marsch wieder durch Berlin. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg bezeichnet ihn als „Marsch des Hasses“. 

Es gibt eine Gegendemonstration am Samstagnachmittag (15 Uhr) am Ku’damm unter dem Motto: „Kein Islamismus und Antisemitismus in Berlin – Gegen den Kuds-Marsch.“

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat sich dem Aufruf zur Gegendemonstration angeschlossen und erklärte, dass an diesem Tag in unerträglicher Weise gegen Israel und Juden gehetzt werde. Klein appellierte zugleich an die Menschen in Berlin und bundesweit, als Zeichen der Solidarität eine Kippa zu tragen.

Beatrix von Storch (siehe Foto), Mitglied des AfD-Bundesvorstands und Antisemitismus-Beauftragte der AfD-Bundestagsfraktion, erklärt anlässlich des Al-Kuds-Marsches in Berlin:

„Der grassierende Antisemitismus in Deutschland trägt vor allem ein muslimisches Antlitz, auch wenn diese Tatsache von der Bundesregierung, den Altparteien und zahlreichen Medien fast immer negiert wird.

Das unerträgliche Ritual des jährlichen Al-Kuds-Marsches in Berlin an diesem Samstag verdeutlicht in erschreckender Weise, wie „normal“ der muslimische Antisemitismus, der sichtbare Hass und die Alltagsgewalt gegen Juden mittlerweile geworden sind.

Es sind in Deutschland nicht nur Rote und Grüne, die sich oftmals durch einen als „Israel-Kritik“ getarnten Antisemitismus mit radikalen muslimischen Migranten solidarisieren. Auch die CDU-Staatssekretärin Grütters duldet antisemitische Aktivitäten der BDS-Aktivisten in ihrem Verantwortungsbereich (Jüdisches Museum in Berlin).

Die von Merkel geförderte muslimische Masseneinwanderung hat die Lage für Juden in Deutschland weiter verschärft, sodass in diesen Tagen die Bundesregierung in Person des Antisemitismus-Beauftragten Klein einräumen musste, dass das Tragen der Kippa in der Öffentlichkeit gefährlich sein könne.

Alain Finkielkraut nannte jetzt in der „Jungen Freiheit“ diese Massenzuwanderung „dumm und selbstmörderisch“ und konstatierte: „Die Völker Europas wollen als Nationen überleben“. Als AfD sehen wir diese Gefahr und wir sind die einzige Partei, die deutlich vor diesem importierten muslimischen Judenhass warnt.“

 


Koran und Christi Botschaft sind unvereinbar

Margret von Falck

Über den Islam wird in der Kirche, auch in der kirchlichen Presse, meist einseitig „informiert“ und aus Unkenntnis die Gefahr des Islam bagatellisiert. Es fehlt eine sachliche Auseinandersetzung über die Frage: Was ist der Islam wirklich?

Dieser Artikel möchte dazu einen kleinen Beitrag leisten:

Seit über 70 Jahren leben wir in Westdeutschland in Freiheit und (wachsendem) Wohlstand, aber auch in der Gefahr, unsere christliche Freiheit und damit uns selbst zu verlieren.

Wer den Allah der Muslime mit dem Gott der Juden und Christen gleichsetzt, wer für sog. Offenheit und Toleranz und Dialoge eintritt, kann in der Menge baden. Alle anderen, die nicht dem Mainstream entsprechen, stehen in der Gefahr, abgestraft zu werden.

Folglich schwindet das Bewusstsein dafür, wofür Kirche überhaupt steht: für die Botschaft von unserer Erlösung durch Jesus Christus und für die Verkündigung seines Leidens und Sterbens und seiner Auferstehung. Gott wurde Mensch um unsertwillen, für jeden und jede von uns, auch für Behinderte, Kranke und Gesunde. Er will, dass wir leben und uns mit Wort und Tat zu ihm bekennen.

Hier hat unser Gespräch mit den Muslimen anzusetzen. 

Heute sind alle Grenzen verschwommen. Hauptsache, man ist nicht „rechts“, sondern „offen“ für alles Neue, auch für den Islam.

Viele wissen nicht, dass das Wort „Islam“ nicht, wie es viele Moslems uns glauben machen möchten, Frieden bedeutet, sondern Unterwerfung (unter Allah).  Dass sich der Islam auf den Koran, die Scharia, das Leben Mohammeds und die Hadithen gründet, schiebt man möglichst beiseite bzw. befasst sich erst gar nicht damit.

Wer bei uns in der Kirche hat wirklich den Koran mit seinen ca. zweihundertmaligen Aufforderungen „Tötet die Ungläubigen“ gelesen? Wen kümmert es, dass Mohammed den Muslimen als größter Feldherr aller Zeiten gilt, der die ersten Judenpogrome und in acht Jahren fast achthundert Kriegszüge durchgeführt hat?

Wen interessiert es, dass Juden im Koran als Schweine, Hunde und Affen bezeichnet werden, die man umbringen muss? (Das ist aus islamischer Sicht „Gottes Wort!“ –  Jedes Wort des Koran gilt als eine Abschrift des unveränderlichen Urkoran, der im Himmel ist.)

Wen lässt das tausendfache Sterben derer, die sich in der weiten Welt zu Christus als dem Sohn Gottes bekennen, nicht zur Ruhe kommen?

Es gilt im Islam als Shirk = Beigesellung, nämlich als die größte, unvergebbare Sünde, Gott etwas „beizugesellen“, sich also zu Jesus als dem Sohn Gottes zu bekennen.

Um vermeintlicher Toleranz willen verleugnet man ihn lieber und nimmt sein Kreuz ab, um den Dialogpartner nicht vor den Kopf zu stoßen. Stattdessen versucht man, gut Freund mit Islamverbänden und Moscheevereinen zu sein und sie zu unterstützen.

Wenn man aber den Islam anerkennt, dann verleugnet man Jesus Christus. Wollen wir das? Das hat nichts mit einer Verurteilung von Muslimen zu tun: Die Menschen sind uns wertvoll, nicht aber ihre Ideologie. Auch Jesus liebt uns sündige Menschen, aber nicht die Sünde, von der wir uns beherrschen lassen.

Seit über 70 Jahren gibt es in Westdeutschland und seit dem Fall der Mauer vor 29 Jahren in ganz Deutschland – Gott sei’s gedankt! – Meinungs- und Pressefreiheit. Trotzdem wird selten über die Wahrheit im Islam berichtet, geschweige denn klar gesagt, dass er antichristlich ist, weil er die Gottessohnschaft Jesu Christi sowie sein Leiden, Sterben und Auferstehen leugnet.

Auch dass es Juden gibt, die sich zu Jesus Christus bekennen, obwohl sie Juden bleiben – die sog. Messianischen Juden – möchte man bei uns in der Kirche nicht wahrhaben und schließt sie vom Deutschen Evangelischen Kirchentag aus, weil sie „den Dialog stören“. Und dabei waren die Apostel Jesu und die erste Gemeinde in Jerusalem Judenchristen!

Unsere Gast-Autorin Margret von Falck ist evangelische Religionslehrerin und Theologin; sie wohnt in Bielefeld


Buchempfehlung: Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich

Von Dr. Eduard Werner

Buch-Daten: Ludger Born, Lothar Groppe: Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich. Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien. Gerhard Hess Verlag 2016, 292 S., ISBN 978-3-87336-582-7, 19,80 €

Der erste Bericht über die Arbeit der „Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ in Wien stammt vom ersten Leiter dieser Hilfsstelle, Pater Ludger Born SJ.

Die Verfolgung der Juden begann in Wien fast zeitgleich mit der Verfolgung der Katholiken und zwar am 7. Oktober 1938 mit dem Sturm der Hitler-Jugend auf das Erzbischöfliche Palais und am 8. Oktober 1938 mit dem Sturm auf das Churhaus am Stephansplatz.

Dabei wurde klar, dass das formale Entgegenkommen des Kardinals gegenüber Hitler von diesem nicht belohnt wird. Die ersten Hilfen für damals schon bedrängte Juden organisierte Pater Bichlmair inoffiziell.

Als dieser jedoch im November 1939 verhaftet wurde, gründete Kardinal Innitzer die Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken.

Es fällt auf, dass die Hilfsstelle in Wien von Anfang an frei arbeiten konnte, während die Hilfsstellen in Berlin, in Hamburg und in Freiburg streng geheim arbeiten mussten.

Trotzdem wurden auch von den 23 Mitarbeiterinnen der Wiener Hilfsstelle neun nach Polen deportiert. Offiziell durfte nur die Israelitische Kultusgemeinde die Rechtsvertretung von Juden wahrnehmen. Bevor es um die Beschaffung von Lebensmitteln, Geld und Wohnungen ging, bettelte P. Born um Einreise-Erlaubnisse bei ausländischen Staaten.

Die brasilianische Delegation beispielsweise verlangte für eine einzige Einreise-Erlaubnis die Hinterlegung von 39.000 Reichsmark. Eine Summe, die nur ganz wenige Juden aus eigener Kraft aufbringen konnten.

BILD: Der Autor des Buches ist der Jesuitenpater Lothar Groppe, Sohn des Anti-NS-Generals und Widerständlers Theodor Groppe

Insgesamt 51 kirchliche Häuser und Klöster beteiligten sich auf Bitten Innitzers an der Versorgung der Hilfssstelle.

P. Groppe – selbst Sohn eines Judenhelfers – hat nun den Arbeitsbericht Borns überarbeitet und durch neue Materialien ergänzt. Er hat die diskriminierenden Vorschriften des NS-Regimes dargestellt, sowie einen Überblick über die materiellen und psychologischen Hilfsmaßnahmen der Kirche angefügt.

Er resümiert am Ende mit einem Befund von Dr. Margarete Sommer, der Leiterin der Berliner Hilfsstelle: „Die Verfolger waren wirklich alles andere als Christen. Die Entchristlichung der Menschen hat diese Verfolgung erst möglich gemacht.“

In der Tat waren die Nazigrößen und Judenverfolger höchstens abtrünnige Christen, wenn sie überhaupt jemals Christen waren. 

Ein Bildteil rundet das eindrucksvolle Buch ab.

Veröffentlichungen über das NS-Regime sollten solche Studien über bischöfliche Hilfsstellen nicht ausblenden, wenn sie ein gerechtes Urteil anstreben. Die Rettung jedes Einzelnen unter Lebensgefahr ist ein Aufstand der Menschlichkeit.

Pater Lothar Groppe gebührt Dank und Anerkennung für diese wertvolle Arbeit.

Quelle: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=7397

DIESES BUCH von Pater Groppe kann zum Sonderpreis von 14,80 € (statt 19,80 €) und zudem portofrei von uns ausgeliefert werden: Tel. 0251-615151  – Mail: felizitas.kueble@web.de


Evangelische Würdigung: Papst Pius XII. und seine Rettungsaktionen für Juden

Von Jörn Brauns

Es ist der 13. Februar 1945. Kapelle der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Israel Zolli, Oberrabbiner von Rom, empfängt das Sakrament der Taufe von Monsignore Traglia. Als Taufnahmen wählt er den Namen Eugenio  –  als Ausdruck seiner Dankbarkeit gegenüber Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli).

Israel Zolli stammte aus Brodly (damals Kronland Galizien der Österreichisch-Ungarischen Monarchie), wo er am 17. September 1881 geboren wurde. Er studierte an der Universität Wien, besuchte das Rabbinerkolleg in Florenz, wurde Oberrabbiner 1918 im gerade zu Italien geschlagenen Triest, der jahrhundertealten habsburgischen Hafenstadt, und übernahm 1938 das Amt des Oberrabbiners von Rom.

BILD: Erinnerung an Papst Pius XII. auf einer deutschen Gedenkbriefmarke 

Die Mehrheit seiner Gemeinde gehörte zu den Anhängern Mussolinis, nur eine Minderheit war zionistisch orientiert. Etliche Juden hatten unter dem Duce lange Zeit führende Stellungen im Staat inne. Der Faschismus in Italien war ebenso wenig antisemitisch wie die ständestaatlich geordneten Staaten Spanien und Portugal. Erst als die Abhängigkeit Mussolinis von Hitler zunahm, wurden 1938 auch in Italien rassistische Gesetze eingeführt.

Zolli hatte gute Verbindungen nach Deutschland und ahnte, was mit der Besetzung Roms im September 1943 auf die jüdische Gemeinde zukommen würde. In der Tat wurde diese aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden fünfzig Kilo Gold aufzubringen. Ansonsten würden Mitglieder der Gemeinde deportiert werden.

Zolli bekam nur 35 Kilo zusammen. Er begab sich heimlich  in den Vatikan und bekam sofort vom Papst Pius XII. die Zusage für die noch aufzutreibenden fünfzehn Kilo, die auch am Nachmittag desselben Tages bereit standen.

BUCH: Das Buch „Der Rabbi von Rom“ über Zolli ist leider vergriffen

Ungeachtet dessen begann die sog. Judenaktion. Der Papst gab daraufhin die Weisung, Kirchen und Klöster für die Verfolgten zu öffnen. Auch Zolli ging in den Untergrund. Allein in Castel Gandolfo, dem Sommersitz der Päpste, befanden sich zeitweilig bis zu 8000 Flüchtlinge.

Zolli hatte die Leistungen des Papstes zur Rettung der verfolgten Juden in einem Buch „Antisemitismus“ festgehalten:

„Das außergewöhnliche Werk der Kirche für die Juden Roms ist nur ein Beispiel der ungeheuren Hilfe, die von Pius XII. und den Katholiken in aller Welt mit einem Geist unvergleichlicher Menschlichkeit und christlicher Liebe geleistet wurde. Die Beschreibung dieses Werkes in seiner ganzen Tragweite wird eine der leuchtendsten Seiten menschlicher Geschichte darstellen, ein wahrer Triumph des Lichtes, das von JESUS CHRISTUS ausgeht“.

Vorher schon hatte Zoller in seinem Tagebuch notiert:

„Kein Held der Geschichte hat ein tapfereres und stärker bekämpftes Heer angeführt als Pius XII. im Namen der christlichen Nächstenliebe. Bände könnten über seine vielfältige Hilfe geschrieben werden. Doch wer wird jemals erzählen, was er alles tat?

Er steht wie ein Wächter vor dem heiligen Erbe des menschlichen Leids. Er hat in den Abgrund des Unheils geblickt, auf das sich die Menschheit zubewegt. Die Größe der Tragödie hat er ermessen und vorausgesagt: als klare Stimme der Gerechtigkeit und Verteidiger des wahren Friedens.“

BILD: Menora (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Zolli starb am 2. März 1956, dem Jahrestag der Papstwahl von Eugenio Pacelli. Seine Gebeine ruhen auf dem Camp Verano, der riesigen Totenstadt im Westen Roms.

Der jüdische Religionswissenschaftler Pinchas Lapide, am 28. November 1922 in Wien geboren, hat das Wirken Pius XII. zur Rettung der Juden in seinem Buch „Rom und die Juden“ eindrucksvoll beschrieben – und dabei erwähnt, wie aufgrund seiner geheimen Anweisungen 700.000 bis 860.000 Juden gerettet wurden.

Ruth Lapide, Bibelwissenschaftlerin und Ehefrau des verstorbenen Pinchas Lapide, bestätigte dies noch einmal am 28.11.2003 bei einem Pressegespräch in Wien. Sie stellte fest, dass zwar einseitig das Fokussieren auf die Mitschuld der Katholischen Kirche herausgestellt wird, jedoch protestantische Kirchenkreise, das Rote Kreuz und die USA bei dieser Betrachtung geschont werden.

„Die Schlacht um den Ruf von Papst Pius XII. ist eine der historisch bedeutendsten Schlachten in den Kulturkriegen“, meint der Rabbiner David G. Dalin, Professor für Geschichte und Politik an der „Ave Maria Universität“ in Florida. Dalin hatte in seinem Buch „The Myth of Hitlers Pope“ herausgearbeitet, wie sehr dieser Papst verleumdet und der Holocaust für ungute Zwecke missbraucht wird.

Dalin sieht den Grund darin, dass die heutigen linken Deutungseliten die Tragödie des jüdischen Volkes für ihre ideologischen Zielsetzungen verwenden, für die Angriffe auf das Papsttum und gegen die traditionelle katholische Lehre.

Dalin schlägt seit langem vor, den Papst auszuzeichnen mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“. Mit dieser Würdigung  – der sich aus dem Satz des Talmuds ableitet: „Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt“ – sollen gottesfürchtige Nichtjuden ausgezeichnet werden, die nicht an die Einhaltung aller 613 jüdischen Gebote und Vorschriften der Tora und ihrer mündlichen Auslegungen, die in der Mischna und Gemara gesammelt wurden, gebunden sind.

Entscheidend für diese Personengruppe ist, dass sie den ethischen Prinzipien folgen, wie sie in den Noachidischen Geboten zu finden sind.

Verleumdet wurde auch Eugenio Zolli, Roms ehemaliger Oberrabbiner. Er wurde verstoßen und starb in Armut. Keine Straße, kein Platz, kein Gedenkstein erinnert an ihn in Rom. Dennoch: „Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt.“

Unser Autor Jörn Brauns ist evangelischer Christ (der SELK zugehörig), ehem. Offizier der Bundeswehr und er lebt in München


Israel: Vier Schüler finden antike Goldmünze

Bereits im Februar 2019 entdeckten vier Schüler aus dem Kibbuz Yifat im Jesreel-Tal auf den Feldern eine Goldmünze auf dem Boden; sie erkannten sofort, dass dies ein bedeutender Fund war und berichteten ihrem Geographie- und Geschichtslehrer Zohar Porshyan davon, der sich an die israelische Altertumsbehörde wandte.

Die Schüler übergaben die Münze an den Diebstahlinspektor der israelischen Antiquitätenbehörde und zeigten ihm die genaue Stelle des Fundortes. Distelfeld verlieh den Jungen Zertifikate für ihre Aufmerksamkeit und umsichtige Reaktion: „Es ist ungewöhnlich, einzelne Goldmünzen zu finden. Da sie sehr wertvoll waren und die Personen gut Acht gegeben haben, sie nicht zu verlieren, bedanke ich mich bei den Schülern und ihrem Lehrer für ihre staatsbürgerlichen Dienste.“

Die Numismatikerin, eine Expertin für Münzdruck, Dr. Gabriela Bijovsky erklärte: „Die Goldmünze ist ein Solidus, der vom Kaiser Theodosius II. in Konstantinopel (heute Istanbul) um 420 – 423 n. Chr. geprägt wurde. Ähnliche Münzen sind aus dem ostbyzantinischen Reich bekannt, aber dies ist die erste ihrer Art, die in Israel entdeckt wurde. Eine Seite zeigt das Bild des Kaisers und die andere das Bild der Göttin des Sieges, die den Stab des Kreuzes hält.“

Theodosius II. war einer der einflussreichsten Kaiser des Byzantinischen Reiches.

Yair Amitzur, Chefarchäologen der Israelischen Altertumsbehörde erklärte:

„Der von der Altertumsbehörde initiierte Sanhedrin-Wanderweg erzählt die Geschichte der jüdischen Vormachtstellung in Galiläa zur Zeit der Mischna und des Talmud in der römischen und byzantinischen Zeit. Es ist symbolisch, dass die Goldmünze, die am Sanhedrin Wanderweg entdeckt wurde, die Periode dramatischer Ereignisse widerspiegelt, in der der Sanhedrin in Galiläa nicht mehr aktiv war und das Zentrum des jüdischen Lebens von Galiläa nach Babylon verlegt wurde.“

Quelle (Text / Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/1600-Jahre-alte-Goldm%C3%BCnze-gefunden.aspx