Der Genderwahn in Absurdistan greift jetzt sogar den „Lesbenfrühling“ an

Von Felizitas Küble

Wer kennt nicht den alten Spruch: „Die Revolution frißt ihre Kinder“ – und so manche Ideologie treibt immer wildere Sumpfblüten, so daß sogar einstige Anhänger unter die Räder kommen, wenn sie dem immer stärker um sich greifenden Wahn nicht zu folgen vermögen bzw. ihre Restvernunft nicht am Sargnagel eines verderblichen Zeit(un)geistes abgeben wollen.

Seit vielen Jahren werden wir mit dem Kürzel LGBTIQ (und ähnlichen Varianten) konfrontiert, was für Lesben – Gay (=Schwule) – Bisexuelle – Transgender – Intersexuelle – Queere steht, wobei die Inhalte dieser „bunten“ Community auch meist einen linksque(e)ren Eindruck hinterlassen.

Dabei geht es um das „Canceln“ und somit Ausgrenzen und Anprangern von Personen, die sich nicht zeitgeisthörig dem Genderwahn unterwerfen oder denen man aus dem irrsinnigsten Gründen „Rassismus“ unterstellen kann – vielleicht weil sie noch von „Schwarzfahren“ oder „Schwarzarbeit“ reden?

Gleichwohl trügt der Schein weitgehend, denn in Wirklichkeit dürften gleichgeschlechtlich orientierte Personen, die sich mit ihren Füßen noch auf dem Boden der Realität befinden und nicht im gegenderten Wolkennebel gelandet sind, an deren wahnwitzigen Ideen durchaus keinen Gefallen finden.

Denn wenn das Geschlecht letztlich nur ein soziales Konstrukt ist und in Wirklichkeit frei gewählt werden kann, wenn Transgender und Geschlechtsumwandlungen als „schöne neue Welt“ propagiert werden, dann bleibt letztlich jedwede Identität auf der Strecke – logischerweise auch die männliche Identität von Schwulen oder wie weibliche von Lesben oder Feministinnen etc.

Kein Wunder also, daß sich EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer und Gender-Erfinderin Judith Butler bereits vor Jahren in aller Öffentlichkeit „gezankt“ haben, denn Frauenemanzipation und Genderismus passen eben nur auf den ersten Blick auf eine Kuhhaut.

Dazu kommt, daß große Teile der Trans-Szene sich mit der intoleranten Cancel Culture identizieren, die vermehrt aus den USA nach Europa herüberschwappt und eine Art Radikalisierung der längst bekannten „Political correctness“ darstellt.

Canceln richtet sich – wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe im Titelblatt schreibt – vornehmlich gegen den „weißen Mann“ – besonders den „alten“ weißen Mann. Letztlich ist dies ein umgedrehter, ein anti-weißer Rassismus im heuchlerischen Gewand des „Antirassismus“.

BILD: Transgender-Werbung auf einem Plakat in der Kölner Innenstadt

Als Verstärker tritt überdies die damit verwandte „Wokeness“ in Erscheinung, gleichsam eine revolutionäre „Wachsamkeit“ gegenüber allem und jedem, was sich jenseits einer ultralinken Mentalität befindet.

Diese „Vorrede“ scheint sinnvoll, um die nachfolgende Meldung angemessen „einordnen“ zu können:

In der EMMA-Zeitschrift Nr. 4/2021 wird auf S. 33 unter dem Titel „Cancel Culture gegen Lesben?“ darüber berichtet, daß das Lesbenfrühlingsteffen, das seit 47 Jahren in Berlin stattfindet, derzeit von Genderseite massiv attackiert wird.

Man reibt sich die Augen und staunt nicht schlecht, immerhin knöpfen sich Genderisten ansonsten überwiegend die Konservativen oder zumindest klassisch-liberale Zeitgenossen vor.

Jetzt geht es wild zu gegen Teile des mehr oder weniger eigenen Spektrums.

Das Frauenmagazin beklagt, das Lesbenfest sei als „faschistoid“ und „menschenverachtend“ beschimpft worden – doch der Shitstorm hatte anscheinend sehr handfeste Folgen:

Die Bremer Frauenbeauftragte streicht den zugesagten Zuschuss, die Magnus-Hirschfeld-Stiftung „distanziert“ sich…Es hagelt Boykottaufrufe.“

Was war passiert?

Dazu schreibt EMMA: „Referentinnen aus dem In- und Ausland hatten angekündigt, sich mit den problematischen Entwicklungen des Transaktivismus beschäftigen zu wollen…Inzwischen kommen auf einen Jungen, der das Geschlecht wechseln will, 14 Mädchen.“

Sodann wird eine Untersuchung der Britin Angela Wild erwähnt: „Die Befragten schildern einen „großen Druck“, dem Lesben ausgesetzt sind, wenn sie nicht mit biologischen Männern Sex haben wollen, die sich „als Frauen definieren“ – bis hin zu Vergewaltigs- und Todesdrohungen und körperlichen Übergriffen.“

Auf dem Lesbenfrühlingstreffen (LFT) sollte also eine berechtigte Problematisierung derartiger Ausuferungen des Trans-Phänomens erfolgen. Doch dann folgte der Gender-Vorwurf, so EMMA: „Das LFT schließe Transfrauen aus und sei „transfeindlich“ und „transphob“. Das brachte die Boykott-Lawine gegen das LFT ins Rollen.“

Somit ist klar: Kritische Debatten über Gender bzw. Geschlechtsumwandlungen oder offene Diskussionen über „Identitätsfragensind nicht erwünscht, auch keine wissenschaftlichen Erörterungen; derartige Freiräume werden „gecancelt“, gewoked und so lange fanatisch bekämpft, bis auch die letzte denkerische Unabhängigkeit – mag sie nun von Heteros oder von Homos vertreten werden – aus dem öffentlichen Raum verschwindet.

Foto: Heidelore Puttkamer


Historiker Michael Wolffsohn beleuchtet Israelfeindlichkeit von linksliberaler Seite

Von Felizitas Küble

Der deutschjüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto) ist als erfolgreicher Autor und Vortragsredner öffentlich bekannt. In diesem Jahr erschien sein neues Buch „Tacheles“ mit dem Untertitel: „Im Kampf um die Fakten in Geschichte und Politik“.

Am 28. April veröffentlichte er in der zeitgeistkritischen NZZ (Neuen Zürcher Zeitung) einen kritischen Aufsatz über das „antisemitisch-antizionistische Muster der Linken“.

Israelfeindlichkeit und Aversion gegen Juden beschränken sich keineswegs auf das rechtsextreme Spektrum, auch nicht auf den politischen Islam; vielmehr gilt dies seit Jahrzehnten auch für das ultralinke Lager und einen erheblichen Teil der selbsternannten „Linksliberalen“.

Man denke beispielsweise an die berüchtigte Israel-Allergie der „Süddeutschen Zeitung“, die selbst vor offen antisemitischen Karikaturen nicht haltmachte: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/03/israelhas-suddeutsche-zeitung-begibt-sich-mit-karikatur-ins-sturmer-abseits/

In seinem NZZ-Artikel befaßt sich Wolffsohn auch mit dem Politologen Achille Mbembe aus Kamerun und seinen anti-israelischen Entgleisungen. Diese Ikone vieler Linksliberaler sollte die Eröffnungsrede zur Ruhrtriennale halten, die zwar wegen Corona abgesagt wurde, was aber nichts am Problem als solches ändert.

Der Verfasser weist darauf hin, daß sich Antizionisten gerne auf linke Juden aus Israel oder sonstwoher berufen, um für ihre Vorurteile gegen Israel eine Art jüdisches Schutzschild zu präsentieren. Daß es diese „israelischen Außenseiter“ gibt und sie unentwegt ihre Bücher produzieren, ist übrigens ein Beleg für die freiheitliche Demokratie dieses jüdischen Staates – und auch für das breite Meinungsspektrum unter Juden (vonwegen „aller unter einer Decke“).

FOTO: Titelbild eines der zahlreichen Bücher Wolffsohns: „Deutschjüdische Glückskinder“

Wolffsohn verweist dabei auf Judith Butler und Noam Chomsky. Frau Butler ist als „Begründerin“ des Genderismus weltbekannt; ihre jüdische Herkunft hindert sie nicht an ihrer Agitation gegen Israel bei gleichzeitiger Vorliebe für die arabische Seite und die islamische „Sache“.

Kein Wunder, daß die israelische Botschaft in Deutschland überhaupt nicht erfreut war, als ihr im Jahre 2012 der Adorno-Preis in Frankfurt verliehen wurde. Wir haben die entsprechende Meldung damals veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/31/israels-botschafter-in-deutschland-kritisiert-verleihung-des-adorno-preises-an-judith-butler/

Zurück zu Prof. Wolffsohns Aufsatz in der NZZ, in dem der Autor klarstellt, man könne manchen Linksliberalen durchaus zugutehalten, daß sie sich über ihren unterschwelligen Antisemitismus selber nicht so ganz im klaren sind; freilich ändert dies nichts  – auch das schreibt Wolffsohn  – am objektiven Sachverhalt.

Das gilt auch für den bereits erwähnten und in Deutschland gern hofierten Historiker Achille Mbembe, der heute im südafrikanischen Johannesburg doziert.

Wolffsohn hält dessen „philosophische Kost“ für eine „ziemlich dünne Suppe“: „Im Kern ist sie ein postkolonialistischer Um- und Aufguss Frantz Fanons. Wilde Vergleiche von Israel und Nazis oder südafrikanischer Apartheid, wobei Israel, versteht sich, schlimmer sei….Mehr Ideologie als Philosophie oder gar Empirie.“

Der Apartheid-Vorwurf gegen den jüdischen Staat ist ohnehin unsinnig, zumal arabische Israelis dieselben Bürgerrechte wie Juden haben (allerdings eine Pflicht weniger, denn der Wehrdienst bleibt ihnen erspart). Natürlich gibt es auch arabische Parteien und Parlamentarier in Israel – und in der Knesset wird zweisprachig geredet.

Von soviel Freiheitsrechten wie in Israel können Muslime in islamischen Ländern nur träumen, weshalb sich immer mehr Israelo-Araber aus eigenem Interesse mit dem jüdischen Staat identifizieren.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Foto-Quelle und Webseite von Prof. Wolffsohn: http://www.wolffsohn.de/

 


Doktrin gegen die Vernunft: Gender und die „Dekonstruktion der Geschlechter“

Mathias von Gersdorff

US-amerikanische Nutzer von Facebook können neuerdings eine von 58 sexuellen Identitäten für ihre Profilangaben wählen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Damit wird in diesem sozialen Netzwerk die in Frageform formulierte Zielvorgabe Judith Butlers in ihrem bekanntesten Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ aus dem Jahr 1990 implementiert:

„Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorien stören, die die Geschlechter-Hierarchie (gender hierarchy) und die Zwangsheterosexualität stützen?“

Für Judith Butler ist die „Geschlechtsidentität“ ein Produkt der politischen und kulturellen Machtverhältnisse. Die „binäre Beziehung“ Mann und Frau dient der Aufrechterhaltung einer Machtkonstellation. Um diese zu überwinden, muß der Begriff „Geschlecht“ bzw. „Gender“ überwunden werden.

„Die Kategorie ‘Geschlecht’ ist die politische Kategorie, die die Gesellschaft als heterosexuell begründet“, zitiert Butler die Feministin Monique Wittig (1935-2003).

Um diese „Machtstrukturen“ bzw. die Polarität Mann-Frau zu überwinden, soll das Geschlecht nicht mehr als „innere Wahrheit“ der Identität gelten, sondern als eine Inszenierung aufgefaßt werden. Dies soll durch das Anstiften einer „Geschlechter-Verwirrung“ (Gender Trouble) geschehen.

Butlers Ausgangspunkt war eine Kritik des klassenkämpferischen Feminismus. Dieser  –  so Butler  –  würde die Gegensätze zwischen den Geschlechtern verstärken. Vielmehr sollte ein Verwischen der Geschlechtsgrenzen angestrebt werden. BILD0222

Susanne Schröter beschreibt die epochale Bedeutung Butlers in „FeMale  –  Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern“:

„Ende der achtziger Jahre begann man, die sorgfältig errichteten Differenzierungsmerkmale zwischen beiden Kategorien (Männlichkeit und Weiblichkeit, Anm. d. Verf.) teilweise wieder abzutragen, und seit dem Erscheinen von Judith Butlers Buch ‘Gender trouble’ (…) ist es populär, von Geschlecht als sozialer Konstruktion zu reden …“

Facebooks Maßnahme hätte von Judith Butler selbst stammen können. Es hätten auch 580 oder 5.800 sexuelle Identitäten sein können, das Ergebnis wäre dasselbe: Das Geschlecht wird nicht als fest, sondern als willkürlich aufgefaßt. Das Geschlecht ist vielmehr ein Fluidum von Daseinsformen.

Überraschend ist ein solcher Schritt nicht, denn von Anfang an strebten die Verfechter der „Homo-Ehe“ oder der „gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ viel mehr an als nur die Durchsetzung der Homosexualität als gesellschaftliche Norm. Sie wollten die Überwindung der Polarität der Geschlechtsformen.

Die Literatur dazu ist reichlich. So kritisierte der kanadische Soziologe Michel Dorais 1999 in seinem Buch „Éloge de la Diversité Sexuelle“ (Lob der sexuellen Vielfalt, es folgt eine eigene Übersetzungen aus dem Französischen):

„Seitdem wir angefangen haben, die Schubladen Männer und Frauen, männlich und weiblich, heterosexuell und homosexuell zu kreieren, haben wir aus dem Auge verloren, was ein sexualisiertes Sein und was eine Bevölkerung in ihrer Vielfalt sind.“

Nach Dorais hat sich der Mensch in einer „binären Logik“ unterjochen lassen und folgert: „Wir leben in einem sexuellen Apartheid-Regime.“  –  Dorais paraphrasiert Simone de Beauvoir und postuliert: „Man ist nicht als Mann oder Frau geboren, man wird erst dazu.“  –  Diese Fiktion sei zu überwinden.

„Fluidum von Geschlechtsdaseinsformen“

Daß es zumindest für einen Teil der Homo-Lobby von Anfang an um viel mehr ging, als um die Einführung von Sonderrechten für homosexuelle Personen, dokumentiert Stefan Timmermanns „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte in Schulen“, „Keine Angst, die beißen nicht!“.

Er schreibt: „Ein solcher Perspektivenwechsel muß zusätzlich mit einer Relativierung der Kategorien sexueller Orientierung sowie der Kategorien der Geschlechter einhergehen. Denn die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‘Männer’ oder ‘Frauen’ bzw. ‘Hetero’- oder ‘Homosexuelle’ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologistischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann.… In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‘Gut’ und ‘Böse’ hinaus“.

Hier wird deutlich, daß es beim Gerede von „Akzeptanz sexueller Vielfalten“ im baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ in Wahrheit um die Implementierung einer Ideologie und einer revolutionären Anthropologie geht und nicht um die Bildung eines Klimas der Toleranz, wie das die Befürworter der grün-roten Regierung verharmlosend behaupten.

Für die Sozialingenieure steht schon seit langem fest, daß auch in den Schulen diese Dekonstruktion der „Geschlechtsidentitäten“ hin zu einem Fluidum von „Geschlechtsdaseinsformen“ vorangetrieben werden soll.

So schreibt Helga Bilden in dem Sammelband „Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven“ aus dem Jahre 2001 im Aufsatz „Die Grenzen von Geschlecht überschreiten“:

„Identitäten, auch Geschlechtsidentitäten, sind nicht klar, eindeutig und selbstverständlich, wie sie es früher zu sein schienen. Sie müssen neu gedacht werden: kontingent, fluid, nur zeitweise fixiert.“

Jutta Hartmann, eine weitere Exponentin der Dekonstruktionspädagogik, schreibt in „Vielfältige Lebensweise. Dynamisierungen in der Triade Geschlecht – Sexualität – Lebensform/kritisch-dekonstruktive Perspektiven für die Pädagogik“, erschienen 2002:

„Geschlecht, Sexualität und Lebensform als gänzlich gesellschaftlich hervorgebracht begreifend, arbeite ich eine Vorstellung von Handlungsfähigkeit heraus, die die Möglichkeit bewußter Aktivität gegenüber Normen und ein Neuentwerfen von Existenz- und Lebensweisen beinhaltet.“

„Hinterfragen der Heterosexualität“

Die Durchsetzung solcher pädagogischer Zielvorstellungen geschah dermaßen schnell, daß der oben zitierte Stefan Timmermanns zusammen mit Elisabeth Tuider schon im Jahr 2008 das Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ veröffentlichen konnte.

In diesem Buch sind viele sexualpädagogische Methoden  –  im wesentlichen sind es Gruppenspiele  –  für den Schulunterricht enthalten. Durch diese sollen die Schüler ihre sexuellen Identitäten hinterfragen.

Timmermanns schreibt: „Ein Sich-Einlassen auf das Verlassen von eindeutigen Identitätsvorstellungen kann bereichernd sein.“  –  Eines der Gruppenspiele in Timmermanns Buch heißt offen „Warum werden Menschen heterosexuell?“  –  Das Ziel des Spieles: „Die Jugendlichen sollen Heterosexualität als Norm in Frage stellen.“

Inzwischen hat das Projekt „Sexuelle Vielfalt“ die Schulen erreicht:

In Berlin wurde 2011 im Rahmen der Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ein Sexualkundeunterricht eingeführt, der Kindern ab dem ersten Grundschuljahr beibringen soll, was „sexuelle Vielfalt“ ist. Bekanntlich sind solche Programme in Baden-Württemberg und anderen Bundesländer vorgesehen.

So revolutionär der Schritt Facebooks auch ist, ganz unerwartet kommt er nicht. Glücklicherweise gab es in der realen Welt harsche Reaktionen gegen diese Entwicklung. Vor allem Franzosen lassen sich diese Indoktrination nicht gefallen, doch auch in Deutschland ist die Reaktion gegen den „Bildungsplan 2015“ für hiesige Verhältnisse heftig. Ähnliche Reaktionen gibt es überall auf der Welt.

Der Genderismus ist keine Bürgerbewegung

Ebenso hat sich (reichlich spät) die katholische Kirche gerührt. Die Bischofskonferenzen Portugals, Polens und der Slowakei sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, haben in letzter Zeit Pastoralbriefe gegen den „Genderismus“ veröffentlicht. P

apst Benedikt XVI. erklärte zu dieser revolutionären Ideologie am 21. Dezember 2012, also wenige Wochen vor seinem Rücktritt: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“

Er führte aus: „Der Mensch bestreitet, daß er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, daß sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern daß er selber sie macht.“

Sollten diese Reaktionen Beständigkeit entwickelt, ist es nicht naiv, anzunehmen, daß sie entscheidend das Vordringen des „Genderismus“ schwächen.

Diese Doktrin ist wider die Vernunft und widerspricht der wahren Anthropologie. Hinter ihr gibt es keine relevante Bürgerbewegung.

Der Genderismus ist im wesentlichen ein Produkt von Lobbyarbeit und Medienkampagnen und konnte nur aufgrund der mangelnden Reaktion überhaupt so weit kommen.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie des Webmagazins „Kultur und Medien heute“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“

Foto: Evita Gründler


Israels Botschafter kritisiert Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler

Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman hat dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, einen Brief geschrieben, in dem er gegen die Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises an die Philosophin Judith Butler protestiert.

In dem Schreiben bringt der Diplomat seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, daß ein Preis, der nach einem Menschen benannt ist, der unter den Nationalsozialisten wegen seiner Ansichten und seiner Herkunft verfolgt wurde, an eine Person verliehen wird, die dem Staat Israel gegenüber keine Toleranz und Liberalität erkennen läßt.

In dem erwähnten Brief heißt es wörtlich:

„Ohne Zweifel mag das akademische Wirken Butlers im sozialwissenschaftlich-philosophischen Bereich außerordentlich und preiswürdig sein, jedoch verwundert es, dass die Stadt Frankfurt eine Person, die wiederholt zum kulturellen und akademischen Boykott Israels aufgerufen hat, ausgerechnet mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis auszeichnen wird.

Das Kuratorium hat es bei seiner diesjährigen Entscheidung zur Preisvergabe leider versäumt, die Moralphilosophin an ihrer eigenen Moral zu messen – denn zwischen dem akademischen Werk Judith Butlers und ihrer persönlichen antiisraelischen Agenda, die sie nicht müde wird, in ihrer Position als international renommierte Wissenschaftlerin öffentlichkeitswirksam zu verfechten, herrscht eine groteske Diskrepanz.“

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin