Öffentliche „Beichten“ – eine Sumpfblüte, die pastoralen Missbrauch begünstigt

Von Felizitas Küble

Nicht selten wird in schwarmgeistigen, sektiererischen oder sonstwie verstiegenen Gruppierungen von den eigenen Mitgliedern eine Art öffentliche „Beichte“ verlangt oder zumindest erwartet.

Ein Beispiel hierfür ist die „Neokatechumenale Bewegung“, die von einem spanischen Visionär namens „Kiki“ gegründet wurde. Der Kunst- und Ikonenmaler will Botschaften der Jungfrau Maria erhalten haben, die ihm angeblich den „Neokatechumenalen Weg“ gelehrt hätten.

Gemeinsam mit Freunden baute er jahrzehntelang eher hinter den Kulissen sein Werk auf, das keinerlei schriftliche Selbstdarstellungen verbreitet.

Als unser Verlag Ende der 90er Jahre bei einem neokatechumenalen Bekannten wenigstens einen einzigen Prospekt erbat, damit wir uns ein kleines Bild von dieser „Bewegung“ machen können, wurde uns beschieden, es gäbe überhaupt keine schriftlichen Unterlagen, man konzentriere sich auf die „mündliche“ Evangelisation. Ebenso erging es uns übrigens bei der  – gleichfalls recht sonderbaren  – Vereinigung „Das Werk“.

Zurück zu Kiko Arguello, dem charismatischen Gründer, der in seiner Gemeinschaft eine äußerst unkatholische Beichtpraxis einführte, denn im Neokatechumenat findet sie nicht unter dem Beichtsiegel zwischen dem Gläubigen und einem Priester statt, sondern vor der ganzen Gruppe. (1)

Daß hierbei von einem Beichtgeheimnis keine Rede sein kann, versteht sich am Rande, einmal abgesehen davon, daß die Gruppe schließlich nicht aus Priestern besteht, folglich auch nicht den schweren Klerikerstrafen unterworfen ist, welche das Kirchenrecht vorsieht, wenn ein Geistlicher das Beichtsiegel mißachtet.

Die Mitglieder des Neokatechumenats (NK) werden in Gruppensitzungen dazu animiert, sich an besonders schlimme Ereignisse in ihrem Leben zu erinnern und diese zu schildern. Zu öffentlichen Bekenntnissen kommt es auch bei anderen Gelegenheiten, wenn etwa „Sondierungen“ erfolgen, um den geistlichen Werdegang eines Eingetretenen näher zu untersuchen.

Der Historiker Dr. Michaels Hebers schreibt dazu: „Die Disziplin in der Gruppe wird sichergestellt durch öffentliche Beichten, die die Teilnehmer regelmäßig ablegen müssen und bei denen sie vor der ganzen Gruppe von den Katechisten…kritisiert werden  – eine Inquisition im Kleinformat.“(2)

Laut ORF sind Versammlungen und Wortgottesdienste des Neokatechumenat nicht öffentlich. Man legt Bibelstellen aus und erzählt seine „Erfahrungen“ vor der Gruppe, wozu oft das Bekennen eigener Fehlern und Schwächen gehört: „Durch die Dynamik der Gruppe entstehe manchmal ein unangenehmer Druck auf einzelne Mitglieder, erzählen ehemalige Neokatechumenale.“ (3)

Sogar Kinder sind bisweilen diesem Bekenntnisdruck unterworfen, so etwa in der vom NK geführten Pfarrei Herz Jesu in Linz, in welcher eine bischöflich angeordnete Visitation erfolgte: „Kinder mussten öffentlich im Pfarrsaal beichten.“ (4)

Typisch ist es freilich, daß die Gruppe zwar ihrerseits keine Stillschweige-Garantie für öffentliche Beichten übernimmt, andererseits aber für Mitglieder sehr wohl eine Schweigepflicht hinsichtlich interner Vorgänge gilt. Selbst die Schriften Kikos sind laut „Reli-Info“ nur der „obersten Ebene“ bekannt. (5)

Nun hört man hinsichtlich des Themas „öffentliche Beichte“ immer wieder die alte Mär, diese habe es doch schon in der Urchristenheit bzw. in der frühen Kirche gegeben, also könne sie ja gar nicht schlecht sein. Manchmal liest man dergleichen Unfug sogar in theologischen Büchern. 

Allerdings beruht diese Vorstellung auf einer Verwechslung von öffentlicher Beichte und öffentlicher Buße: 

Es gab in den ersten Jahrhunderten nach Christus für schwere Sünden, die der Gemeinde ohnehin bekannt waren (z.B. Glaubensabfall, Ehebruch, Mord, Diebstahl), einen Büßerweg, der z.B. darin bestand, daß der Sünder nur am Wortgottesdienst teilnehmen durfte, nicht jedoch an der Eucharistiefeier.

Zudem war er eine gewisse Zeit zum Fasten oder sonstigen Bußübungen verpflichtet. Mit einem öffentlichen Sündenbekenntnis vor der ganzen Gemeinde hatte das aber nichts zu tun.

Papst Franziskus hat das Neokatechumenat vor vier Jahren eindringlich ermahnt, sich erstens in die Pfarrgemeinden zu integrieren und kein elitäres Eigenleben zu bilden – und zweitens die Freiheit der eigenen Anhängerschaft zu respektieren. Wir haben damals darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/05/papst-ermahnt-neokatechumenale-zur-toleranz-und-zur-kirchlichen-einheit/

Quellenangaben:
1) Siehe unter Punkt 9.3.2: https://de.wikipedia.org/wiki/Neokatechumenaler_Weg#cite_ref-:0_46-0
2) Michael Hebers. Schwarzbuch Kirche. Lübbe-Verlag. S.184
3) https://religion.orf.at/stories/2587842/
4) Artikel „Beste Freunde“ in „Christ und Welt“ vom 17.7.2014 

5) Infos unter Abschnitt „Der Weg“: http://www.relinfo.ch/nk/info.html

WEITERE INFOS mit Warnungen vor einer „Laienbeichte“ ohne Beichtsiegel hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/29/religioeser-missbrauch-durch-die-laienbeichte/


Irak: Islamische Plakate fordern christliche Frauen zum Kopftuchtragen auf

In der Nähe der Kirchen in Stadtvierteln, in denen noch christliche Gemeinden leben, würden Plakate aufgehängt, auf denen Frauen gebeten werden, ein Kopftuch zu traNachrichten_Kopfbalken_1 - Kopiegen.

Die Aufforderung wendet sich direkt an christliche Frauen: auf dem Plakat ist die Jungfrau Maria dargestellt und der Text weist darauf hin, dass auch sie ein Kopftuch trug. Ähnliche Plakate waren in verschiedenen Teilen der Stadt bereits im November aufgehängt worden. 

Wie die irakische Presse berichtet, sollen die Christen in Bagdad das Anbringen dieser Plakate in der Nähe von Kirchen und Klöstern als weiteren Einschüchterungsversuch betrachten, nachdem es dort in den vergangenen Monten bereits zu Entführungen und illegalen Enteignungen von Immobilien gekommen war.

Quelle: Fidesdienst


Medjugorje verbreitet die neueste Himmelsbotschaft der „Seherin“ Mirjana

Von Felizitas Küble

Seit über 33 Jahren „erscheint“ in Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) die Madonna, wenn man den dortigen mtcarmelpic1„Seherkindern“ (die inzwischen längst erwachsen sind) glauben will.

Allerdings sind die mittlerweile zehntausendfachen „Botschaften“, die angeblich vom Himmel kommen, kirchlich nicht anerkannt. 

Zu den Medju-Visionären gehört auch die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo, die stets am 2. Tag jedes Monats eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes“ erhält, die per Newsletter verbreitet wird.

Hier folgt nun der vollständige Wortlaut der jüngsten Erscheinung vom 2.2.2015:

„Liebe Kinder! Ich bin hier unter euch. Ich schaue euch an, lächle euch an und liebe euch, wie es nur eine Mutter kann. 

Durch den Heiligen Geist, der durch meine Reinheit kommt, sehe ich eure Herzen und bringe sie meinem Sohn dar. Schon seit langer Zeit, ersuche ich von euch, meine Apostel zu sein, damit ihr für diejenigen betet, die die Liebe Gottes nicht kennengelernt haben. Ich suche das Gebet, das aus Liebe gesprochen ist, das Gebet, das Werke tut und Opfer bringt. 

Verschwendet keine Zeit damit, darüber nachzudenken, ob ihr würdig seid, meine Apostel zu sein. Der himmlische Vater wird jeden richten, ihr aber liebt Ihn und gehorcht Ihm. 

Ich weiß, dass euch dies alles verwirrt, auch meine Anwesenheit unter euch, aber nehmt es mit Freude an und betet, damit ihr begreift, dass ihr würdig seid, für den Himmel zu arbeiten. 

Meine Liebe ist über euch. Betet, dass meine Liebe in allen Herzen siegt, denn es ist die Liebe, die vergibt, die gibt und nie aufhört. Ich danke euch.“

Zu diesem scheinfrommen Unsinn stellen wir Folgendes fest:

1. Dieser Spruch der vermeintlichen „Gottesmuttter“ enthält gleich drei theologische Fehler: „Durch den Heiligen Geist, der durch meine Reinheit kommt, sehe ich eure Herzen und bringe sie meinem Sohn dar.“  Advocata

A. Der Heilige Geist ist immer ein Gnadengeschenk Gottes. ER kommt nicht durch die (ohnehin unvollkommene) „Reinheit“ der Menschen – das gilt insoweit auch im Falle der makellos empfangenen Madonna, weil deren überragende Reinheit aus einem Gnadenakt des Allmächtigen hervorging. 

B. Zweitens sieht allein GOTT selber in unsere Herzen – und kein Geschöpf, auch nicht das heiligste und erhabenste aller Geschöpfe, nämlich die selige Jungfrau Maria.

C. Drittens ist theologisch nicht klar, inwieweit Maria dem ewigen Gott unsere „Herzen darbringt“. Die selige Jungfrau ist keine geweihte Priesterin  – und unsere unreinen Herzen sind keine vollkommene, keine heilige (Opfer-)Gabe, die Gottes würdig wäre.

2.  Hierzu paßt es freilich, daß die Erscheinung dazu auffordert: „Verschwendet (!) keine Zeit damit, darüber nachzudenken, ob ihr würdig sein, meine Apostel zu sein.“  –  Was heißt hier „meine“ Apostel? Sollen wir etwa nicht CHRISTUS nachfolgen?!  – Die in der Bibel bezeugte, echte Gottesmutter sprach jedenfalls zu den Knechten auf der Hochzeit zu Kana: „Was ER euch sagt, das tut!“  –  Die wirkliche Madonna verweist immer auf ihren göttlichen Sohn, nicht auf sich selber.

3. Sodann schmiert dieses Erscheinungsphänomen den „lieben Kindern“ reichlich viel Honig um den Mund, indem gesagt wird: „Betet, damit ihr begreift, daß ihr würdig seid, für den Himmel zu arbeiten.“  – Stattdessen heißt es in der Heiligen Schrift, wir sollen uns stets bewußt sein, daß wir nur „unnütze Knechte“ sind, die Gott trotz ihrer Unwürdigkeit würdigt, IHM zu dienen.

4. Abschließend fordert die Erscheinung dazu auf: „Betet, daß meine Liebe in allen Herzen siegt, denn es isst die Liebe, die vergibt…“  –  Erstens kann GOTT allein die Sünden der Menschen vergeben; zweitens ist es die Liebe CHRISTI, die in den Herzen siegen sollte  –  und damit dies leichter geschieht, ist seine Mutter unsere Fürsprecherin, die sich gegenüber dem Engel Gabriel selber als „Magd des HERRN“ bezeichnet hat.


Unions-Fraktionschef Volker Kauder besuchte koptisches Kloster in Höxter

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hat am gestrigen Sonntag am Fest zum 20-jährigen Bestehen des koptisch-orthodoxen Klosters der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Mauritius in Höxter teilgenommen.

Dort traf er erneut mit dem koptischen Papst Tawadros II. (siehe Foto) zusammen, der im Rahmen seines Deutschlandbesuchs die Taufkapelle des Klosters weihte. banner-copticpope-copy2

Für Februar kündigte der Fraktionschef eine Reise nach Ägypten an, um sich vor Ort über die Lage der Christen zu informieren. Zur Situation der Kopten in Ägypten und der verfolgten Christen weltweit erklärte Volker Kauder:

„An Weihnachten denken wir besonders an die Christen weltweit, die wegen ihres Glaubens verfolgt oder bedrängt werden. In vielen Ländern ist ihre Situation bedrohlich – beispielsweise in Nordkorea, wo schon das Bekenntnis zum Christentum und der Besitz einer Bibel Grund für eine Verhaftung sein kann.

Auch in Irak und Nigeria, wo sie dem Terror islamistischer Extremisten ausgesetzt sind, leben Christen in ständiger Gefahr.

Anlass zu großer Sorge gibt auch die Lage in Syrien. Der syrische Bürgerkrieg nimmt allmählich den Charakter eines religiösen Konfliktes an, in dem sich verschiedene Fraktionen muslimischer Parteien bekämpfen und die Christen zwischen allen Stühlen sitzen.

Wir dürfen deshalb nicht nachlassen, uns für Religionsfreiheit einzusetzen. Wir müssen unsere Stimme erheben, um den bedrängten Glaubensschwestern und –brüdern zu helfen.

Beim Umgang mit der Frage bedrohter Christen ist es wichtig, die Dinge beim Namen zu nennen. Schon indem wir öffentlich auf ihre Situation aufmerksam machen, können wir Zeichen setzen. Und wenn wir bei Regierungsvertretern der betreffenden Länder immer wieder nachhaken, können wir Erleichterungen für die Christen erreichen.

Speziell in Ägypten gibt es Hoffnung, dass sich mit der neuen Verfassung, die Mitte Januar in einem Referendum beschlossen werden soll, die Situation für die koptischen Christen verbessert. Der Entwurf definiert zwar  –  wie auch die vorausgegangenen Verfassungen  –  den Islam als offizielle Staatsreligion, er enthält aber ein Bekenntnis zu den meisten Grund- und Menschenrechten.

Daher sollte man davon ausgehen können, dass auch die Rechte der christlichen Minderheit nun stärker zur Geltung kommen. Was am Ende zählt, ist die Verfassungswirklichkeit, nämlich dass Christen in Frieden mit ihren Mitmenschen dort leben und sich zu ihrem Glauben bekennen können.

Im Anschluss an das Verfassungsreferendum sind in Ägypten Neuwahlen des Parlaments und des Präsidenten vorgesehen. Wir sind weiterhin bereit, Ägypten zur Seite zu stehen, wenn dort demokratische Regeln, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gewahrt werden. Wir verlangen nicht viel, aber für uns ist wichtig, dass die neue Regierung die Christen schützt.“

Hintergrund:
Für Volker Kauder und Tawadros II. war es bereits die zweite Begegnung. Drei Monate nach seiner Wahl zum weltweiten Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche am 4. November 2012 hatte Tawadros II. Volker Kauder als ersten deutschen Politiker in Kairo empfangen.

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende ist im Verlauf der vergangenen Jahre – insbesondere in Zusammenhang mit dem arabischen Frühling – bereits dreimal nach Ägypten gereist, um sich ein Bild von der Lage der koptischen Christen im Land zu machen. Er sprach dabei jeweils mit Vertretern von Regierung und Opposition sowie von Kopten und Muslimen. In Höxter kündigte Kauder eine weitere Reise nach Ägypten im Februar an.

Von den 80 Millionen Einwohnern Ägyptens sind knapp zehn Prozent Christen, die meisten gehören der koptisch-orthodoxen Kirche an. Sie leiden unter Diskriminierung und immer wieder auch unter Angriffen von Seiten islamistischer Extremisten.

In Deutschland leben schätzungsweise 6000 Kopten. Das Kloster in Höxter in Ostwestfalen ist die Zentrale der koptischen Gemeinschaft in Deutschland, deren Oberhaupt Bischof Anba Damian dort residiert.


HOCHFEST der Verkündigung des HERRN: „Der Engel des HERRN brachte Maria die Botschaft“

Aus der heutigen Festlesung der kath. Kirche: Lukas 1,26-38:

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war einem Mann namens Josef anverlobt, der aus dem Hause David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, du Gnadenvolle, der HERR ist mit dir.  media-373855-2
Maria erschrak über diese Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sprach der Engel zu ihr:

Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. ER wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der HERR, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. ER wird über das Haus Jakob herrschen in Ewigkeit   –   und seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Maria fragte den Engel: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr:

Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Und Maria sprach:  „Siehe, ich bin die Magd des HERRN; mir geschehe nach Deinem Wort.“  –  Danach verließ sie der Engel.