Kamerun: Christliche Frauen bei Angriff durch Terrorbande Boko Haram verstümmelt

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Am 29. Juli haben Angehörige der Terrormiliz Boko Haram ein Dorf im Norden Kameruns überfallen, das zum katholischen Bistum Yagoua gehört. Dies berichteten lokale Ansprechpartner gegenüber KIRCHE IN NOT.

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Demnach hätten die Terroristen bei diesem Übergriff eine Gewaltstrategie angewandt, die sich gegen Frauen richtet: „Sie kamen in der Nacht, gingen in die Häuser und entführten ausschließlich die Frauen“, erzählten die Ansprechpartner.

Die Entführten seien an eine zentrale Sammelstelle am Stadtrand gebracht worden. „Die Terroristen schnitten anschließend jeder Frau ein Ohr ab. Sie drohten ihnen, dass dies nur der erste Übergriff sei und sie zurückkommen würden.“

Die verstümmelten Frauen wurden vom Militär aufgegriffen und in ein 260 Kilometer entferntes Krankenhaus gebracht. Die Ohramputation sei ein neues Instrument von Boko Haram, um diejenigen zu bestrafen, „die auf die Regierung und die Stimmen derjenigen hören, die der extremistischen Ideologie nicht folgen“, so die lokalen Ansprechpartner.

Die Bevölkerung des Dorfes sei angesichts des Übergriffs traumatisiert. Flucht sei jedoch für viele Bewohner keine Option, so die anonymen Ansprechpartner: „Sie leben von der Landwirtschaft und warten gerade auf die Ernte. Wohin sollten sie gehen?“

Quelle: https://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2019/08-01-kamerun-frauen-bei-angriff-von-boko-haram-verstuemmelt


USA unterstützen Afrika im Abwehrkampf gegen radikal-islamische „Boko Haram“

Die Vereinigten Staaten werden künftig die von der islamistischen Terrorbande Boko Haram bedrohten Länder militärisch unterstützen. Dabei sollen Ausbilder, Waffen und Geräte sowie Informationen der Geheimdienste zur Verfügung gestellt werden.  305fe9127f

Die Regierung in Washington gab bekannt, dass zwei Militärflugzeuge sowie militärische Geländewagen und Krankenwagen in Niger zur Verfügung gestellt werden sollen. Bereits vor einiger Zeit wurden in Niger Landeplätze für Beobachtungsdrohnen installiert.

Weitere Drohnen wurden in Burkina Faso, im Tschad und in Kamerun stationiert. Zudem gab Präsident Obama bekannt, dass 300 Soldaten die Armee vor Ort und insbesondere die internationale Task Force im Kampf gegen Boko Haram unterstützen soll, der bereits Soldaten aus Nigeria, Niger, Kamerun, dem Tschad und Benin angehören.

Die Militäroperationen der nigerianischen Armee führten zu einer Rückeroberung verschiedener Gebiete im Norden von Nigeria. Daraufhin kam es jedoch zu zahlreichen Anschlägen der Boko Haram in den Nachbarländern, womit die Terrorgruppe ihre eigene Schlagkraft unter Beweis stellen wollte. 

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


„Vater des Glaubens“ in Kamerun: Festliches Gedenken an Bischof Heinrich Vieter

Was für die Deutschen der hl. Bonifatius ist, jener Missionar, der das Christentum nach Germanien brachte, das ist für die Gläubigen in Kamerun der Pallottinerpater Bischof Heinrich Vieter (siehe Foto). 1

1890 brach er in das afrikanische Land auf, um die Gottes Botschaft zu verkünden. Auch 100 Jahre nach seinem Tod (7. November 1914) ist seine Mission aktuell wie eh und je.

In Gedenken und Dank an Bischof Vieter haben am Sonntag, dem 9. November 2014, anläßlich seines 100. Todestags in Limburg einige Feierlichkeiten stattgefunden.

Mit Domdekan Dr. Günther Geis wurde zunächst ein Hochamt im Dom, wo Pater Heinrich Vieter 1905 die Bischofsweihe erhielt, zelebriert, ehe danach im Missionshaus der Pallottiner ein Festakt gefeiert wurde.

Zu Beginn des Gottesdienstes gab der Provinzial der Pallottiner, Pater Helmut Scharler, einen kurzen Abriß über Leben und Wirken Heinrich Vieters.

Dabei zitierte er einen kamerunischen Priester, der zum 100. Bischofsjubiläum Vieters (2005) davon sprach, daß der Pallottinerpater in Kamerun vielerorts als „Vater des Glaubens“ angesehen wird. 1890 verkündete er in der damaligen deutschen Kolonie den katholischen Glauben, wofür die Kameruner weiter sehr dankbar sind.

Der Festakt nach dem Hochamt begann im Missionshaus der Pallottiner mit einer multimedialen Präsentation von Missionssekretär Bert Meyer, der z.T. mit Original-Fotos den Aufbruch Pater Vieters in Afrika skizzierte.

Hier wurde erneut deutlich, wie der glaubensstarke Geistliche an der Jahrhundertwende trotz erheblicher Widrigkeiten seine Mission für Kamerun verwirklichte. 5

Den Bogen zur Gegenwart schlug der kamerunische Pfarrer Dr. Marcelinus Zang (siehe Foto) mit seinem anschließenden Vortrag über das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus. Dieses sei eine „kleine missionarische Bombe“, sagte der im Usinger Land (Hessen) wirkende Priester, denn es lade uns ein, wagemutig bei der Evangelisierung zu sein.

Beim abschließenden Empfang hatten die rund 100 Gäste, unter ihnen zahlreiche Bischof-Vieter-Anhänger aus dessen Heimatort Cappenberg (heute ein Ortsteil der Stadt Selm), Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung.

VITA von Bischof Heinrich Vieter:

Am 13. Februar 1853 im westfälischen Cappenberg geboren, wäre er gerne Priester geworden. Doch die Familie konnte sich ein Studium nicht leisten; so wurde er Schreiner und arbeitete als Geselle in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz. In Köln wurde er Mitglied der Kolpingfamilie, in der er sein ganzes Leben Heimat und Halt fand. 2

FOTO: Die ersten Missionare in Kamerun (Pater Vieter: Fünfter von links)

Über Bern verschlug es ihn nach Rom  –  und nachdem er schon zuvor bei Diözesen und Orden wegen seines Alters abgelehnt worden war, lernte er hier die Pallottiner kennen und wurde in den Orden aufgenommen. Mit 34 Jahren wurde er zum Priester geweiht  –  und wirkte zunächst in Oberitalien, dann in Brasilien.

Hier ereilte ihn 1890 der Ruf nach Kamerun. Trotz widriger Umstände, trotz Krankheit und ständigem Geld- und Personalmangel gründete er mit seinen Mitbrüdern und den Ordensfrauen der Pallottinerinnen immer neue Missionsstationen. Nicht ohne Grund nennt man bis heute die Pallottiner in Kamerun „Väter des Glaubens“.

Am 22. Januar 1905 erhielt Pater Vieter im Dom zu Limburg die Bischofsweihe zum ersten Oberhirten von Kamerun und setzte sich weiter für die Verbreitung des Evangeliums ein. Dabei waren ihm gute Bildung und eine deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Einheimischen ein großes Anliegen.

Er verstarb am 7. November 1914 im kamerunischen Jaunde.

Kontaktdaten:
Herz-Jesu-Provinz der Pallottiner
Vinzenz-Pallotti-Straße 14 in 86316 Friedberg (Bayern)
Tel.: 0821.600 52-520 Fax: 0821.600 52-506
info@pallottiner.org
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Nigeria: Radikal-islamische Terrorbande „Boko Haram“ greift in Kamerun ein

Die islamistische nigerianische Sekte Boko-Haram weiter ihre Aktivitäten nun auch auf das Nachbarland Kamerun aus, wo es in der Nähe der Grenzstadt Ashigashiya zu Gefechten mit Soldaten der Regierung in Yaoundé kam. kinder_witwe_buzu

Wie aus einheimischen Presseberichten hervorgeht, sollen die Kämpfer bereits den nigerianischen Teil der Stadt belagern und auf dem Vormarsch in den Teil der Stadt sein, der zu Kamerun gehört (die beiden Teile der Stadt sind durch einen Fluss getrennt).

Wie ein einheimischer Beobachter der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtet, sollen dort bei einem nächtlichen Überfall drei Männer auf dem Vorplatz einer katholischen Kirche enthauptet worden sein.

Rund 250 Kilometer von Ashigashiya entfernt haben unterdssen Milizen der Boko Haram nach der Eroberung der nigerianischen Stadt Gamboru Ngala versucht, eine Brücke zu sprengen, nachdem Einheiten der Armee der Regierung in Yaoundé einen Angriff auf die Grenzstadt Fotokol abwehren konnte, wo nigerianische Soldaten zur Verteidigung der Stadt stationiert sind.

Am 27. Juli 2014 entkam der stellv. kamerunische Premierminister einer versuchten Entführung durch die Boko Haram in Kolofata (im Norden Kameruns), während die Frau des Politikers verschleppt wurde, die sich immer noch in den Händen der radikal-islamischen Terrorgruppe befindet. 4077304320

Wie einheimische Quellen berichten, ist der Chefunterhändler bei den Verhandlungen um die Freilassung ausländischer Geiseln der Boko Haram in Kamerun, Abba Malla, seit einigen Tagen verschwunden.

Unter ihnen befanden sich auch die beiden Fidei-donum-Priester und eine kanadische Ordensschwester, die am vergangenen 31. Mai freigelassen wurden.

Der kamerunische Abgeordnete hatte zuletzt ein Telefongespräch mit einem Mitarbeiter geführt, in dem er diesem mitteilte, er werde in den nigerianischen Staat Borno reisen und dort über die Freilassung chinesischer Arbeiter verhandeln, die Mitte Mai im Norden Kameruns entführt wurden.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Kamerun: Papst ernannte Palottiner-Pater Bruno Ateba Edo zum Bischof

Mit Datum vom 5. April 2014 hat Papst Franziskus den Pallottiner P. Bruno Ateba Edo (siehe Foto), Oberer der Dreifaltigkeits-Regio Kamerun und Nigeria, zum Bischof der Diözese Maroua-Mokolo im Nordosten Kameruns ernannt. Ateba_Bruno

P. Bruno Ateba wurde am 20. November 1964 in Zoételé, Kamerun, geboren. 1988 trat er der Gemeinschaft der Pallottiner bei und legte am 15. August 1989 seine erste Weihe ab. Die Priesterweihe folgte am 8. Juli 1995. Nach einem Lizenziats-Studium der Pastoraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar wurde er Rektor der Basilika „Königin der Apostel“ in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde.

Bei der Gründung der pallottinischen Regio Kamerun-Nigeria (2008) wurde P. Ateba ihr erster Regionaloberer. Im Jahre 2011 wurde er wiedergewählt, zudem wählte die Konferenz der Ordensoberen in Kamerun den Pallottinerpater zu ihrem Präsidenten.

Das Jahr 2014 ist für die Pallottiner weltweit und für die Gemeinschaft in Kamerun von besonderer Bedeutung, da am 7. November der 100. Todestag Bischof Heinrich Vieters, des Gründers der Mission in Kamerun, gefeiert wird. So ist bei ihnen die Freude groß, dass Papst Franziskus den Bischofsstuhl von Maroua-Mokolo mit einem Pallottinerpater besetzt.

Quelle und Kontakt:
Provinzialat der Palottiner
Vinzenz-Pallotti-Str. 14 | 86316 Friedberg
Tel. 0821-600 52-520  /  Fax: 0821-600 52-546
mailto:info@pallottiner.org | http://www.pallottiner.org

Kamerun: Pallottiner fördern das Schreinerhandwerk auf ihrer Missionsstation

Riesige Frachtcontainer in den Farben Grün, Orange, Beige und Weiß, wohin das Auge blickt  – und ganz hinten am Horizont ist der tiefblaue Atlantische Ozean zu sehen.

Um zum Hafen zu kommen, hat der kamerunische Pallottinerbruder Laurent Messi Ebi die beschwerliche Fahrt von rund 300 Kilometern –  vom Landesinneren in die ehemalige Hauptstadt des westafrikanischen Landes, Douala  –  im Januar mehrfach unternommen. Container-Transport 2

Die letzten beiden Wochen hat er dann schließlich vor Ort in einer Unterkunft für Ordensleute in Douala verbracht, um sich täglich bei den Hafenbehörden nach dem Container aus Deutschland zu erkundigen.

FOTO: Stolz präsentieren die einheimischen Lehrlinge ihre Maschinen „Made in Germany“

Anfang Februar dann die erleichternde Nachricht: der Inhalt wurde überprüft, alle Papiere stimmen. Die Pallottiner können den Container mitnehmen in die Missionsstation nach Elat-Minkom.

Die rund zehn Tonnen heiße Fracht im Container: Schraubzwingen, Stecheisen, Ziehklingen etc.

Was nach mittelalterlichen Folterinstrumenten klingt, sind tatsächlich Werkzeuge, die im Ausbildungszentrum für Schreinerlehrlinge in Elat-Minkom (Kamerun) eingesetzt werden.

Seit den 80er Jahren betreiben die Pallottiner hier eine Missionsstation mit Kirche, Pfarrhaus, Grundschule mit Sportplatz, einer Krankenstation  –  die von Franziskanerinnen betreut wird  –  und seit 1997 auch mit der Schreinerlehrwerkstatt.

Für genau diese Ausbildungsstätte hat Bruder Bert Meyer, Missionssekretär der Pallottiner, im vergangenen Jahr Maschinen- und Werkzeugspenden in Süddeutschland gesammelt.

„Die Benediktinerinnen aus Tettenweis im Bistum Passau hatten eine Holzbearbeitungsmaschine abzugeben“, erzählt er. „Für den Ausbildungsbetrieb in Kamerun ein echter Segen.“

Hier bekommen die Lehrlinge die Möglichkeit, ihre theoretisch erlernten Kenntnisse an den Maschinen praktisch anzuwenden. Neben drei Pallottinern sind sechs Schreiner und Lehrer für die Handwerkerausbildung von zwölf Lehrlingen verantwortlich.

FOTO: Die praktische Ausbildung kann nun an den aus Deutschland eingetroffenen Maschinen stattfinden.

Die kamerunischen Jugendlichen, unter denen sich übrigens ebenfalls immer wieder junge Frauen finden, leben auch in der Missionsstation oder stammen aus der unmittelbaren Umgebung.

„Ziel des Ausbildungszentrums ist es, zum einen den Jugendlichen, die sich sonst mit Gelegenheitsarbeiten wie Autowaschen über Wasser halten, eine solide Ausbildung zu ermöglichen. Bei vielen, die aus komplizierten Familienverhältnissen kommen, geht es aber auch darum, ihnen Strukturen und Perspektiven zu bieten“, beschreibt Bruder Bert die Einrichtung.

Nach der großzügigen Spende aus dem Kloster Sankt Gertrud im Mai 2013 bemühte sich der Pallottinerbruder darum, weitere Arbeitsmaschinen und Werkzeuge zu sammeln, um sie per Container nach Kamerun schiffen zu können.

Zahlreiche Schreinereien, Werkstätten und Betriebe aus dem süddeutschen Raum steuerten Maschinen und andere Arbeitsgeräte sowie Kisten für den Transport bei oder stellten ihre Räumlichkeiten als Lagerort bis zur Verfrachtung zur Verfügung.

„Wir sind sehr froh und dankbar für dieses Equipment aus Deutschland. Das Holz in Kamerun ist von sehr harter Natur, so dass sich die Maschinen recht schnell abnutzen und ersetzt werden müssen. Im Land selbst bekommt man solch hochwertige Arbeitsmittel entweder gar nicht, oder nur zu horrenden Preisen“, sagt der Missionssekretär.

Am 26. November 2013 konnte das Unternehmen „Containertransport nach Kamerun“ losgehen. In Wessiszell bei Dasing wurde er verplombt und via LKW nach Hamburg gebracht. Per Schiff ging es dann in die kamerunische Hafenstadt Douala, wo der Container fast einen Monat lang im Hafen inspiziert und geprüft wurde.

Bis Anfang Februar, wo er sich dann auf die letzte Etappe seiner Reise machte: von Douala in das 40 Kilometer von der heutigen Hauptstadt Yaoundé entfernte Elat-Minkom, wo die Ladung schon sehnlichst erwartet wurde.

„Außer bei den Spendern der Maschinen möchten wir uns auch herzlich bei den zahlreichen helfenden Händen bedanken, ohne die die Beschaffung, Verpackung, Verladung und Verschiffung nicht möglich gewesen wäre“, erklärt Bruder Bert.

Trotz der hohen Transportkosten hat sich die Aktion gelohnt: „Das Schreinerhandwerk hat große Zukunft in Kamerun, da allerorts gebaut wird und Fachkräfte rar sind. Nun können die Lehrlinge an zeitgemäßen Maschinen ihre Ausbildung erfahren.“

Junge erwachsene Frauen und Männer mit Französischkenntnissen und handwerklicher Begabung können sich übrigens selbst im Rahmen des Freiwilligendienstes MaZ (Missionare auf Zeit – http://www.pallotti-maz.de) ein Bild von der Missionsstation Elat-Minkom machen und dort eine gewisse Zeit mitleben und mitarbeiten.

Kontakt: Pallottiner
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Tel.:  0821.600 52-520  /  Fax:  0821.600 52-506
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