Intensiver Fischhandel zwischen Ägypten und Israel bereits vor 3500 Jahren

Goldbrassen wurden als Trockenfisch ins Hl. Land transportiert

Bereits vor rund 3500 Jahren herrschte am Rande des südöstlichen Mittelmeers ein reger Fischhandel. Darauf lässt eine Untersuchung von 100 Fischzähnen schließen, die von Fundstätten aus dem Bereich des heutigen Israel stammen.

Die Meeresfische – Goldbrassen, auch Doraden genannt – wurden in der Bardawil-Lagune an der nördlichen Sinai-Küste gefischt und dann von Ägypten nach Israel transportiert. Dieser Fischtransport erfolgte rund 2000 Jahre lang von der späten Bronzezeit bis in die byzantinische Periode rund 300 bis 600 n. Chr.

BILD: Knackgebiss der Goldbrasse: Der große Zahn diente der Sauerstoffisotopen-Analyse und der Längen-abschätzung der Fische. (Foto: Guy Sisma-Ventura, Israel)

„Die Zahnuntersuchungen ergaben, dass die Doraden aus einem sehr salzhaltigen Gewässer kommen müssen, viel salzhaltiger als das Wasser im Mittelmeer“, teilt Prof. Dr. Thomas Tütken von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit. Der Geowissenschaftler war an der Studie gemeinsam mit Kollegen aus Israel und Göttingen entscheidend beteiligt.

Die Bardawil-Lagune hat sich vor 4000 Jahren gebildet, als es nach der Eiszeit zu einer Stabilisierung der Meeresspiegel gekommen war. Die Lagune wurde intensiv befischt und war der Ausgangpunkt für einen ausgedehnten Fischhandel.

Wie archäologische Funde zeigen, war der Fischfang für viele alte Kulturen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In der südlichen Levante wurde Sparus aurata, so der wissenschaftliche Name der Goldbrasse, bereits vor 50.000 Jahren von lokalen Küstenfischern gefangen. „Exotische“ Fische wie z. B. der Nilbarsch wurden bereits vor über 5000 Jahren von Ägypten nach Kanaan transportiert.

Die jetzige Studie zeigt jedoch, in welchem Ausmaß der Handel zwischen den beiden Nachbarn in der späten Bronzezeit zugenommen hat und 2000 Jahre lang bis in die byzantinische Zeit Bestand hatte.

BILD: Karte der archäologischen Fundorte der untersuchten Doradenzähne in Israel mit der entsprechenden archäologischen Periode. Siehe auch die Bardawil-Lagune an der Nordküste des Sinai. (Foto: Thomas Tütken, JGU)

„Die Bardawil-Lagune war offenbar eine große, fischreiche Quelle und Ausgangspunkt der Fischlieferungen nach Kanaan, dem heutigen Israel, obwohl die Doraden auch dort lokal hätten gefangen werden können“, so Mitautor Prof. Dr. Andreas Pack von der Universität Göttingen.

Doraden sind Speisefische, die sich selbst vorwiegend von Krebsen und Muscheln ernähren. Sie haben ein Knackgebiss mit knopfförmigen Zähnen, um die Schalentiere aufzubrechen und an das Futter zu kommen.

In der Studie wurden 100 große Knackzähne von Goldbrassen untersucht. Die Zähne stammen von 12 archäologischen Fundstellen in der südlichen Levante, die teils im Inland, teils an der Küste liegen und einen Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur byzantinischen Periode abdecken.

Die Analysen zeigten, dass die Goldbrassen zum Teil aus dem südöstlichen Mittelmeer stammen, etwa drei Viertel jedoch wuchsen in einem sehr salzhaltigen Gewässer auf. Dafür kommt nur die Bardawil-Lagune in Frage, deren hypersalines Wasser mit einem Salzgehalt zwischen 3,9 und 7,4 Prozent Meerbrassen ein optimales Wachstum ermöglicht. Die Bardawil-Lagune an der Sinai-Küste ist etwa 30 Kilometer lang, 14 Kilometer breit und maximal 3 Meter tief. Sie ist durch einen schmalen Sandriegel vom Mittelmeer abgetrennt.

„Es gab eine Festlandroute von dort nach Kanaan, aber die Fische wurden vermutlich als Trockenfisch auf dem Seeweg transportiert“, fügt Professor Tütken an. Doraden waren damals schon ein beliebter Speisefisch, auch wenn genaue Mengen nicht zu ermitteln sind. Tatsache ist jedoch, dass die gehandelten Fische ab der späten Bronzezeit deutlich kleiner waren als in der Zeit davor.

Der Rückgang der Körperlänge ist nach Einschätzung der Wissenschaftler ein Zeichen dafür, dass die Bestände zunehmend befischt wurden, die Fischfangintensität also gestiegen ist – wie in heutigen Zeiten auch. „Fischfang und Fischhandel haben offenbar stark zugenommen, so stark, dass die Tiere nicht mehr so groß wurden“, sagt Dr. Tütken mit einem Hinweis darauf, dass hier der Beginn einer intensiven Fischnutzung, eine Art „Protoaquakultur“ entstanden ist – die 2000 Jahre lang Bestand hatte.

Weitere Infos: http://www.paleontology.uni-mainz.de/pub_tt.html

 


Gott beruft Abraham zum Vater vieler Völker

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Gen 17,1a.3-9:

In jenen Tagen, als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh deinen Weg vor mir, und sei rechtschaffen!  ???????

Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:

Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham (Vater der Menge) wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.

Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.

Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.

Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu eigen, und ich will ihnen Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

Gemälde: Evita Gründler


Abram überläßt Lot den „besseren Teil“

Wie Abram (Abraham) großzügig Frieden stiftete

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Buch Genesis 13,2.5-18:

Abram hatte einen sehr ansehnlichen Besitz an Vieh, Silber und Gold. Auch Lot, der mit Abram gezogen war, besaß Schafe und Ziegen, Rinder und Zelte. Das Land war aber zu klein, als daß sich beide nebeneinander hätten ansiedeln können; denn ihr Besitz war zu groß, und so konnten sie sich nicht miteinander niederlassen. 

Foto: KOMM-MiT-Verlag

 

Zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots kam es zum Streit; auch siedelten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land. Da sagte Abram zu Lot: Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder. Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenn dich also von mir! Wenn du nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst, gehe ich nach links.

Lot blickte auf und sah, daß die ganze Jordangegend bewässert war. Bevor der Herr Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land Ägypten. Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Lot brach nach Osten auf, und sie trennten sich voneinander.

Abram ließ sich in Kanaan nieder, während Lot sich in den Städten jener Gegend niederließ und seine Zelte bis Sodom hin aufschlug. Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündigten schwer gegen den HERRN.

Nachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram:

Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen. Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben. Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen zählen können. Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner Länge und Breite; denn dir werde ich es geben.

Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich bei den Eichen von Mamre in Hebron nieder. Dort baute er dem HERRN einen Altar.