Kardinal Filoni würdigt Pauline-Marie Jaricot als „Fackelträgerin des Glaubens“

Die Französin gründete das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung

„Pauline-Marie Jaricot, war vom Glauben berührt und gab wie eine Fackelträgerin das Licht weiter, das sie empfangen hat …und in diesem Sinne ist ihre Aktualität gestern, heute und morgen intakt“, erklärte Kardinal Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, am Samstag, am 25. April in Lyon in seinem Vortrag in der Kirche von Saint-Nizier, in der Pauline Marie Jaricot (1799 – 1862) begraben ist.

Anlaß hierfür war ein neuer Internetauftritt zum Leben und Werk der Gründerin des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung.

Pauline-M. Jaricot sei ein “leuchtender Stern” im 19. Jahrhundert gewesen, erläuterte der Würdenträger:

“Die Originalität oder Genialität ihrer Vision bestand nicht nur in der geistlichen Erneuerung, die sie unter Laiengläubigen und arbeitenden Frauen auf den Weg brachte, sondern auch in der missionarischen Tragweite, die von ihrem Herzen ausging…Sie wollte keinen missionarischen Frauen- oder Männerorden gründen, sondern vielmehr die Laien Kraft des Glaubens aller Getauften an der Evangelisierungstätigkeit beteiligen”, erklärte der Kardinal.

“Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker und die Päpstlichen Missionswerke betrachten sie zusammbischofen mit dem heiligen Franz Xaver und der heiligen Theresa vom Kinde Jesu, als eines der tragenden Element der Missionstätigkeit“, sagte der Präfekt weiter. Er wünsche sich, dass „in nächster Zukunft” ihr “beispielhaftes christliches Zeugnis anerkannt und sie unter den Seligen und Heiligen der Kirche aufgenommen wird”.

Am Sonntag, den 26. April, zelebrierte Kardinal Filoni einen Gottesdienst in der Basilika, die Pauline-Marie Jaricot, oft besuchte, “um bei Maria ihre eigenen Ängste und Wünsche vorzutragen und ihrem Schutz die Pläne anzuvertrauen, die ihr weiblicher Geist und ihr brennendes und unbezwingbares Herz hervorbrachte”.

Mit Bezug auf das Evangelium des Tages, in dessen Mittelpunkt Jesus in der Eigenschaft des guten Hirten stand, betonte der Kardinal: „Es entsteht ein Bild der Liebe, der Barmherzigkeit, des Dienstes, der Hingabe und des Altruismus. Gott-Vater ist der Eigentümer der Herde und Jesus ist der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe hingibt, die ihm vom himmlischen Vater anvertraut wurden“.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Kardinal Fernando Filoni reiste als Sondergesandter des Papstes in den Irak

Kardinal Fernando Filoni (siehe Foto), Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, traf sich am Tag nach seiner Rückkehr aus dem Irak, den er als Sondergesandter im Auftrag von Papst Franziskus besucht hatte, mit dem Papst, um über die ihm anvertraute Mission zu berichten. filoni_kardinal_fernando_sz_contentimage

Im Interview mit dem vatikanischen Fidesdienst spricht der Präfekt der Missionskongregation über Einzelheiten der Mission und persönliche Eindrücke während seines Aufenthalts in dem gemarterten Land.

Ihr Besuch fand im Zeichen der humanitären Notlage der Christen und anderer Minderheiten des Nord-Iraks statt. Was haben Sie dort gesehen?

Es war eine Mission unter notleidenden Menschen, insbesondere unter den Christen, die aus Mossul und der Ninive-Ebene fliehen mussten. Sie mussten ihre Häuser und ihr einfaches alltägliches Leben verlassen und wurden in eine unvorhersehbare Situation hineinkatapultiert.

Von einem Tag auf den anderen hatten sie keine Wohnung und keine Kleider mehr, ohne all das, was im allgemeinen selbstverständlich ist und dort auf einmal nicht mehr existiert.

Es gibt dort zum Beispiel bei 47 Grad kein Wasser, um sich zu waschen. Die Menschen schlafen auf den Straßen oder in Gärten, unter einem Baum oder unter einer Plastikplane. Frauen, die sonst einen Haushalt führen, fühlen sich nutzlos und scheinen verwirrt.

Kinder sind vielleicht die einzigen, die das dramatische Ausmaß der Lage nicht erfassen, und laufen spielend umher. Alte Menschen liegen in einer Ecke und Kranke wissen nicht, ob es je wieder einen Arzt oder Medikamente geben wird.  1_0_809751

Wie wurden Sie aufgenommen?

Dass der Papst, da er persönlich nicht kommen konnte, umgehende einen Sondergesandten  –  keinen Diplomaten, sondern einen persönlichen Gesandten – geschickt hat, war für die Menschen ein bedeutendes Signal dafür, dass er ganz nahe bei ihnen sein wollte. 

Und ich habe in den Tagen meines Besuchs bei diesen Menschen gelebt. Ich fühlte mich privilegiert, weil ich ein kleines Zimmer für mich hatte und etwas Wasser, um die Hände zu waschen. Aber ich war ganz in ihrer Nähe.

Ich war dabei nicht in eigener Mission, sondern im Auftrag des Papstes vor Ort. Und mein Zusammensein mit diesen Menschen war ein Zeichen der Verbundenheit des Papstes.

Ich habe christliche und jesidische Siedlungen besucht  – und ich habe am Leben der Ortskirche teilgenommen. Auch Bischöfe, Priester und Ordensleute mussten fliehen und einen Platz zum Schlafen finden.  4077304320

Durch seinen Gesandten wollte der Papst diesen Menschen Mut machen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Bei seiner Rückkehr aus Korea bekräftigte der Papst, dass ein Weg, um den ungerechten Aggressor aufzuhalten, im Schoß der internationalen Organisationen gesucht werden muss.

Die Kirche wird als solche immer gegen einen Krieg sein. Doch diese armen Menschen haben auch ein Recht darauf, dass man sie schützt.

Sie haben keine Waffen und wurden auf feige Art und Weise aus ihren Häusern vertrieben, sie haben nicht gekämpft. Wie kann man das Recht dieser Menschen auf ein würdiges Leben in der eigenen Heimat garantieren? Bestimmt nicht, indem man Gewalt zulässt, sondern in dem man versucht, diese Gewalt unbedingt zu verhindern.

Doch wir können den Aufschrei dieser Menschen nicht ignorieren, die uns anflehen: helft uns, schützt uns!

Wäre es zu diesem Zweck nicht nützlich, zu erfahren, wer die Dschihadisten mit Waffen und Geld versorgt, um zu versuchen, diese Zufuhr zu stoppen?

Diese Apparate und Gruppen sind bestens mit Waffen und Geld ausgerüstet und man fragt sich tatsächlich, wie es möglich sein kann, dass die Zufuhr von Waffen und Ressourcen denjenigen entgangen sind, die solche tragischen Entwicklungen kontrollieren und verhindern sollen.

Oft habe ich gehört, dass man sich die Frage nach der “remote control” stellt, danach, wer die Fäden aus der Ferne zieht. Doch ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht einfach, darauf eine Antwort zu geben.

Quelle: Fidesdienst / 2. Foto: Radio Vatikan  /  3. Foto: frz. Civitas-Institut