Die Bistumsleitung Essen polemisiert gegen das Vigano-Manifest und Kardinal Müller

Von Felizitas Küble

Mit dem Kirchenrecht pflegen einige Bistumsleitungen kein sehr inniges Verhältnis, stattdessen umso mehr mit dem Zeitgeist – oder dem, was diese Herren dafür halten.

Am 11. Mai 2020 erschien z.B. auf der amtlichen Internetpräsenz der Diözese Essen eine scharfe Attacke auf den „umstrittenen“ Vigano-Aufruf, der auch von Kardinal Müller unterzeichnet wurde: https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-und-generalvikar-pfeffer-wenden-sich-gegen-corona-aufruf-konservativer-bischoefe/

Das großformatige Foto dort zeigt Bischof Franz-Josef Overbeck und rechts neben ihm seinen Generalvikar Klaus Pfeffer, wobei dieser Geistliche erkennbar seine kirchenrechtliche Pflicht mißachtet, als Priester eine Klerikerkleidung zu tragen (mindestens Kollar = römischer Kragen). Eine Krawatte und ein Kreuzlein am Revers sind beileibe kein Ersatz dafür.

Aber nicht „nur“ das Kirchenrecht wird links liegen gelassen. sondern auch das ABC der Fairneß:

Unter dem Titel „Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer wenden sich gegen Corona-Aufruf konservativer Bischöfe“ wird dem Vigano-Manifest vorgeworfen, es enthalte „krude Verschwörungsmythen“ (gemeint ist damit wohl vor allem die Warnung vor einer Weltregierung), wobei „keine Fakten und Belege präsentiert“ würden.

Hierzu sei klargestellt:

1. Ein öffentlicher Appell ist keine Doktorarbeit und enthält üblicherweise keine Fußnoten. Vielmehr handelt es sich um einen „Weckruf“, der zum Nachdenken anregen, zu Diskussionen aufrütteln und zu diesem Zwecke sicherlich auch „provozieren“ will.

2. Generalvikar Pfeffer veröffentlichte seinen Rundumschlag ausgerechnet im „Spiegel“. Bernhard Zand, der Auslandskorrespondent dieses Hamburger Magazins, hat selber am 19.3.2020 eine Weltregierung vorgeschlagen, um die Corona-Pandemie besser zu bewältigen:

„Krisen wie diese bräuchten eine Art Weltregierung – so vorläufig und unvollkommen sie unter dem Druck der sich überschlagenden Ereignisse auch sein mag. Solche Krisen brauchen Abstimmung und Zusammenarbeit weit über nationale Grenzen, ja über Kontinente hinweg.“  (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-krise-wir-brauchen-eine-weltregierung-a-058a25cf-646a-466f-a969-7a40a517feb0)

Auch von anderer Seite ertönt jetzt verstärkt der Ruf nach einem Weltstaat  –  wie kürzlich hier im CF aufgelistet: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/13/weltregierung-eine-verschwoerungstheorie/

Weiter heißt es auf der Bistumsseite Essen, den Generalvikar mache es „fassungslos“, wenn „hochrangige Vertreter“ der Kirche „so etwas“ verbreiten. Danach werden Kardinal Müller sowie der chinesische Kardinal Zen namentlich erwähnt, die das Vigano-Manifest unterzeichnet haben.

Sodann wird auf einen Text von Ruhrbischof Overbeck verwiesen, der den speziellen Beitag der Kirche in der Corona-Krise wie folgt beschreibt: „Solidarität zu üben als deutliches Zeichen der Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl und für soziale Gerechtigkeit einzusetzen“.

Geht es dem Oberhirten von Essen nur noch um das „Gemeinwohl“ und die „soziale Gerechtigkeit“? – Von Gott und seinem Reich steht hier kein Wort.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Bistum Regensburg (1), Dr. Bernd F. Pelz (2)


Der „gute Ruf“ von Kardinal Müller – und wie man ihn weiter beschädigt

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten freut sich das „konservative Lager“  – und hier vor allem das familienorienterte Spektrum  – darüber, daß es mit Kardinal Gerhard Müller einen hochrangigen Kirchenmann als Unterstützer vorweisen kann, der nicht „nur“ gelehrte Bücher schreibt, sondern auch wortstark und charakterfest auftritt.
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Zu diesen familienbewegten Persönlichkeiten, die sich zugleich kritisch mit der Gender-Ideologie befassen, gehört nicht zuletzt der Publizist und Journalist Jürgen Liminski, der selbst kinderreicher Familienvater ist (einer seiner Söhne leitet die NRW-Staatskanzlei).
Allerdings fragt man sich, was ihn dazu bewegt haben mag, am 12. Mai 2020 in einem Kommentar unter dem Titel „Der gute Ruf“ in der JF-Wochenzeitung dafür zu sorgen (sicherlich unbeabsichtigt, wie zu hoffen ist), daß der gute Ruf von Kardinal Müller noch weiter beeinträchtigt wird. (Quelle: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2020/der-gute-ruf-2/)
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Zunächst lobt der Autor den derzeit von fast allen Seiten attackierten Würdenträger als „begnadeten Dogmatiker“ und gesteht ihm zu, als Präfekt der Glaubenskongregation eine „solide Arbeit geleistet“ zu haben: „solide“ –  das ist immerhin besser als nichts…
Sodann erzählt Liminski dem Leser, Müller habe sich nach seiner Quasi-Amtsenthebung zurückgezogen und „geschwiegen“, wobei dann in der „Stille“ sein Ansehen gewachsen sei. In Wirklichkeit hat der Kurienkardinal diverse Vortragsreisen  – auch durch Deutschland  –  unternommen, fleißig Bücher geschrieben und zahlreiche Interviews gegeben –  von Schweigen keine Spur.
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Vielleicht wollte der Autor mit seiner Bemerkung andeuten, es wäre besser gewesen, Müller hätte sich weiterhin auf diese (herbeigeschriebene) „Stille“ konzentriert…?
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BILD: Ein Titel aus der Auswahl guter familienbewegter Bücher von J. Liminski
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Nachdem danach bezüglich der kath. Kirche in Deutschland eingeräumt wird, „etwas mehr zur Selbstbehauptung“ in der Coronakrise wäre schon wünschenswert gewesen, kommt Liminski auf den Vigano-Aufruf zu sprechen, über den sich die veröffentlichte Meinung derzeit allenthalben empört – bis weit hinein ins kirchliche Lager.
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Dieses von Kardinal Müller mitunterschriebene Manifest warnt u.a. davor, die derzeitige Pandemie zu missbrauchen, um damit unverhältnismäßig Bürgerrechte einzuschränken und zudem eine künftige Weltregierung, „die sich jeder Kontrolle entzieht“, zu forcieren.
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Liminski kritisiert, der ehem. Glaubenspräfekt habe auf die Gegenstimmen reagiert, indem er die Kritiker in das „trübe Licht der Intoleranz gestellt“ habe.
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Zwar distanziert sich der Autor von „Kübeln von Häme und Hybris“ (gemeint sind damit wohl besonders scharfe Attacken gegen Müller), doch fragt man sich, warum er dem Kardinal zugleich vorhält, dieser habe darauf mit dem Intoleranz-Vorwurf reagiert – als ob dies nicht allzu berechtigt wäre! 
Damit nicht genug, schreibt Liminski weiter, Müller habe sich verrannt mit „in der Tat kruden Theorien von einer Weltregierung und Totalüberwachung“.
Wie angeblich „krude“ diese Besorgnis über einen womöglich künftigen Weltstaat  ist, kann hier gerne nachgelesen werden: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/13/weltregierung-eine-verschwoerungstheorie/
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Liminski belehrt den Kardinal sodann über das Einmaleins der Weltpolitik, denn Milliardäre wie Gates und Soros würden auf dem „Weg der Beeinflussung“ agieren, wofür man keine „Weltregierung“ benötige. – Na und? Als ob mit einer solch beiläufigen Einlassung das grundsätzliche Thema bereits erledigt wäre, schließlich geht es hierbei nicht in erster Linie um die Herren Gates und Soros.
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Doch Kardinal Müller scheint mit beiden Beinen fest auf der Leitung zu stehen, glaubt man Liminskis Lamento: „Solche simplen Zusammenhänge und Nicht-Zusammenhänge hätte auch ein Kardinal Müller schnell begriffen, wenn er denn politisch besser beraten wäre.“
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Ja, hätte der Ex-Glaubenspräfekt erst bei Herrn Liminski nachgefragt, bevor er ein Manifest unterzeichnet, dann wäre jetzt alles in Butter.
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Vergessen wir aber nicht den „springenden Punkt“, erläutert der Autor weiter: „Jede große Organisation hat automatische Filter. Die hatte der Kardinal auch, als er noch im Amt war.“
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Jetzt fehlt dem hochrangigen und gelehrten Kirchenmann wohl einfach das ihn umgebende und beratende Personal. Auf die Idee, daß der „begnadete Dogmatiker“ (Liminski über Müller) auch selber denken kann, scheint er nicht zu kommen.
In diesem arrogant-süffisanten Stil geht es fröhlich-ironisch bis zum Schluß weiter:
„Seit Müller nun ein Fürst mit Titel, aber ohne Land und konkrete Verantwortung ist, ist er offenbar Beratern ausgeliefert, die selbst niemandem Rechenschaft abzulegen haben.“
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Persönlichkeiten aus dem „Umkreis“ des Kardinals würden sich weder um ihren eigenen Ruf noch um den von Müller „scheren“.
Umso mehr aber wohl Jürgen Liminski mit seinem ebenso überflüssigen wie oberlehrerhaften Sermon über einen Würdenträger, der derzeit ohnehin schon von fast allen Seiten angegriffen wird.
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Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
 Müller-Fotos: Bistum Regensburg
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Die ultralinke „taz“ diffamiert Kardinal Müller

Von Felizitas Küble

Unter dem dramatischen Titel „Ein Kardinal auf wirren Abwegen: Angekommen im braunem Milieu“ polemisiert die „taz“ aus Berlin gegen den ehem. Glaubenspräfekten Gerhard L. Müller: https://taz.de/Ein-Kardinal-auf-wirren-Abwegen/!5681562/

Auf „Abwegen“ befindet sich freilich nicht der hochintelligente Kardinal und gelehrte Dogmatiker, sondern vielmehr diese ultralinke Tageszeitung aus Berlin, wobei allein schon der unterirdische Verweis auf das vermeintlich „braune Milieu“ zeigt, daß bei dieser Redaktion die Nerven offenbar völlig blankliegen.

Eine faire Sachkritik an dem von Kardinal Müller unterzeichneten Manifest wäre natürlich unbenommen  – einmal abgesehen davon, daß dieser –  derzeit von fast allen Seiten angefeindete –  Würdenträger selber dazu aufgerufen hat, in eine kritische Debatte einzutreten – und zwar ausdrücklich auch über „seinen“ Appell.

Doch eine solch besonnene Haltung ist die Sache rotgrüner Meinungswächter nicht – weder in noch außerhalb der Kirche.
Stattdessen wird Müller von der „taz“ als  –  so wörtlich – „irrationaler Hardliner am rechten Rand der katholischen Kirche und „tiefschwarzer Flügelmann“  herabgesetzt und ihm „krudeste Weltverschwörungstheorien“ sowie „Wahnideen“ vorgeworfen.

Statt sich mit dem „umstrittenen“ Weckruf der hochrangigen Unterzeichner in seriöser Weise auseinanderzusetzen, wird die braune Keule geschwungen und auf jedwede Sachauseinandersatzung verzichtet.

Die teils überaus wütenden Reaktionen auf den von Müller mitunterzeichnete Aufruf bestätigen – natürlich ungewollt – doch gerade das, was die Autoren des Manifests an dem derzeitigen Corona-„Krisenmanagement“ in Kirche und Welt kritisieren:

Mangelnde Sachlichkeit, Panikmache, Angst-Erzeugung, Schwarzweiß-Denken, Verweigerung einer offenen Debatte.

Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Müller kritisiert die „Verbannung der Liturgie“ als Beleg für Verweltlichung

Wie das Kölner Domradio berichtet, hat sich Kurienkardinal Gerhard Müller gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Das sei inakzeptabel, zumal die Kirche „keine dem Staat untergeordnete Behörde“ sei, betonte er im Interview mit dem italienischen Portal „Daily Compass“.

Gerade angesichts der jetzigen Nöte vieler Menschen sei die Kirche verpflichtet, eine „Perspektive des ewigen Lebens im Lichte des Glaubens“ anzubieten.
Mit einem Messverbot werde man dieser Aufgabe aber nicht gerecht; die Kirche dürfe nicht zu einer bloßen Abhängigen des Staates gemacht werde, kritisierte der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Vorsichtsmaßnahmen zur Virus-Eindämmung seien berechtigt, aber die „Verbannung der Liturgie“ betrachte er als Beleg für ein „säkularistisches Denken“, das nun auch inmitten der Kirche angekommen sei. Kein Oberhirte habe das Recht, die Eucharistie derart einzuschränken.

Bischöfe hätten sich nicht als Staatsbeamte zu verhalten, ihr „oberster Hirte“ sei vielmehr Christus selbst.

Foto: Bistum Regensburg

 


Kardinal Müller: Im Herzen der Christen erklingt das Danklied der Erlösten

Die Krise der Kirche ist von Menschen verursacht und kann nur durch das einzig wahre „Gegengift“ zur Verweltlichung geheilt werden: Die Wahrheit des Evangeliums Christi, wie Kardinal Gerhard Müller in seiner Neujahrs-Predigt sagte.

Deutlich warnt der ehem. Präfekt der römischen Glaubenskongregation vor einer aggressiven „Selbstsäkularisierung“ der Kirche.  

Nicht wenige „lechzten“ heute nach einer „Zivilreligion“, einem Katholizismus ohne Dogmen und Sakramente, sagte der Kardinal. Wer der Kirche vorwerfe, sie hinke 200 Jahre hinter der Zeit her, erhebe einen falschen Vorwurf.  „Modernisierer“ würden katholische Positionen als „rechts“ oder „traditionalistisch“ denunzieren, um ihre Fortschrittsideologie durchzusetzen, erklärte Müller weiter.

Gleichzeitig spielten andere Katholiken die „Musterschüler der Aufklärung“, die sogar „versprechen, die versäumten Lektionen der atheistischen Religionskritik schnell nachzuholen“.

Der Preis für den Eintritt der Kirche in die „Internationale der Weltreligionen“ sei aber der „Verzicht auf ihren Wahrheitsanspruch“.

Der deutsche Kurienkardinal feierte am 1. Januar 2020 die hl. Messe im US-amerikanischen Phoenix.

CNA Deutsch veröffentlicht die redigierte deutschsprachige Fassung der Predigt:

Lieber Brüder und Schwestern in „Jesus dem Christus, dem Sohne Gottes“ (Mk 1,1).

Wenn wir uns am ersten Tag des Neuen Jahres begegnen, wünschen wir uns wechselseitig ein Glückliches Neues Jahr. Als Christen sehen wir das in dem tieferen Zusammenhang, dass wir alle Gottes geliebte Söhne und Töchter sind.

Als Katholiken verbinden wir unser Wohlwollen für die Mitmenschen mit der wunderbaren Erfahrung, dass alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige im Licht Gottes einen Sinn hat. Wenn in der hl. Messe das Opfer Christi für das Heil der Welt gegenwärtig wird, danken wir Gott dafür.

Wir danken Gott, dass er die Welt erschaffen hat und uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen. Wir danken ihm, dass er um unseres Heiles willen Mensch geworden ist und dass er uns den Hl. Geist geschenkt hat.

Wir danken ihm für die Kirche, die im Glauben unsere Mutter geworden ist. Sie ist der Leib Christi, in den wir durch die Taufe und das Bekenntnis des katholischen Glaubens eingegliedert worden sind.

Wir danken ihm für die Familie, in der wir heranwachsen durften und für unsere Freunde, die uns im Leben treue Begleiter sind. Und wenn Gott uns zur Lebensform der Ehe berufen hat, danken wir für unseren Ehemann bzw. unsere Ehefrau sowie die Kinder, die wir lieben, weil sie Gottes Geschenk an ihre Eltern sind.

Wir Christen haben ein musikalisches Lebensgefühl. In unserem Herzen singt und klingt das Danklied der Erlösten.“

Quelle und FORTSETZUNG der Müller-Predigt hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-kirchenfursten-lechzen-nach-einer-zivilreligion-ohne-sakramente-5548


Kardinal Gerhard Müller wurde von Bochumer Pfarreigremien ausgeladen

Von Felizitas Küble

Für Mittwoch, den 6. November 2019, war in der St.-Elisabeth-Kirche in Bochum-Gerthe (Ruhrgebiet) eine Podiumsveranstaltung mit Kardinal Gerhard Müller  – dem ehem. Präfekten der vatikanischen Glaubenskongegation – und der Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis vorgesehen.

Thema des Gesprächsabends: Die gegenwärtigen Herausforderungen der Weltkirche.

Daraus wird aber nichts, wie verschiedene Lokalmedien sowie das offiziöse kirchliche Portal „Katholisch.de“ heute berichten.

Kurienkardinal Müller (siehe Foto), der frühere Bischof von Regensburg, muß von der Kirche in eine Halle ausweichen, nämlich in die „Alte Lohnhalle“ in Bochum-Wattenscheid. (Beginn ist dort um 19 Uhr. Eintrittspreis 15 Euro; Abendkasse ab 18 Uhr geöffnet. – Adresse: Lyrenstraße 13 in 44866 Bochum.)

Zu verdanken haben die Interessenten diesen „Umzug“ den innerkirchlichen Protesten gegen den theologisch konservativen Würdenträger Müller  – genauer: Der Gegenwind kam zunächst aus den Gremien der Elisabeth-Gemeinde. Sowohl Kirchenvorstand wie Pfarrgemeinderat wandten sich gegen die geplante Podiumsveranstaltung, wobei es eher praktische Gründe gewesen sein sollen.

Als wäre es nicht schon merkwürdig genug, wenn ein vatikanischer Kardinal von einer katholischen Kirchengemeinde ausgeladen wird, hat sich der Katholikenrat von Bochum damit auch noch ausdrücklich solidarisiert – und damit wird die Sache ernster.

Der Vorsitzende Lothar Gräfingholt – ein Rechtsanwalt und kommunaler CDU-Politiker  –  erklärte sogar, der Katholikenrat habe zunächst erwogen, eine Protestmahnwache von „Maria 2.0“ gegen die Müller-Veranstaltung zu unterstützen. Nachdem dessen Tagung aber verlegt wurde, sei diese Überlegung  „hinfällig“ geworden.

Man fragt sich nicht nur, welch merkwürdiger Geist bzw. Ungeist bei diesem „Katholikenrat“ herrscht, sondern wartet darauf, was der zuständige Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zu diesen Äußerungen Gräfingholts zu sagen weiß.

Oder „solidarisiert“ er sich etwa auch mit dieser Aktion gegen Kardinal Müller?

Ausgerechnet jene „reformkatholischen“ Kreise, die so gerne von Toleranz und Dialog reden, lassen einen hochrangigen Theologen und Kirchenmann  – Müller ist nach wie vor Mitglied der Glaubenskongregation  –  nicht einmal zu Wort kommen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 


Papst Franziskus meint, Kardinal Müller sei gut, aber „wie ein Kind“

Wie von verschiedenen Medien berichtet wird, habe Papst Franziskus kürzlich geäußert, Kardinal Gerhard Müller sei zwar gut, aber „wie ein Kind“. 

So meldet z.B. PAZ-Online folgendes:

„Franziskus hat sich in der päpstlichen Maschine auf dem Weg nach Maputo (Mosambik) über sein Verhältnis zu dem im Jahr 2017 aus dem Amt entlassenen Chef der Glaubenskongregation Kardinal Gerhard L. Müller geäußert. Der ehem. Regensburger Bischof hatte den Papst zwischen 2012 und 2017 häufiger kritisiert.

“Kardinal Müller ist wie ein Kind. Er hat gute Absichten, der Papst mag ihn, er ist gut, aber er ist wie ein Kind“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) auf die Frage, was er davon halte, dass Kardinal Müller wiederholt geäußert hatte, dass er theologisch das Pontifikat von Papst Franziskus zu retten versucht habe.“

Ob der Pontifex den früheren Glaubenspräfekten wirklich „mag“, sei dahingestellt, wenn er ihm gleichzeitig unterstellt, wie ein Kind zu sein, was immer das heißen mag.

Foto: Bistum Regensburg

 

 


Kardinal Müller bekräftigt Zölibat der Priester

Nun hat sich Kardinal Gerhard Müller präzise, scharfsichtig und pointiert zu Wort gemeldet… Verschiedene Medien haben den neuesten Beitrag des ehem. Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre dokumentiert: Die Lektüre lohnt sich…

Kardinal Müller benennt viele Schwächen, aber ein eklatantes Defizit des Amazonien-Arbeitspapiers. Wenn über den priesterlichen Dienst gesprochen werde, so widmeten sich die Verfasser den „soziologischen Notwendigkeiten der globalen Welt oder den traditionellen Organisationsformen amazonischer Volksstämme“.

Hätte Christus erst eine Umfrage veranstaltet, dann wäre er der Kreuzigung entgangen – und die „soziologischen Notwendigkeiten“ für einen politischen Befreier hätten auch bestanden. Der HERR wäre dann auf einem Schlachtross nach Jerusalem eingezogen und nicht auf dem Fohlen einer Eselin. Er hätte auch nicht die Bergpredigt gehalten, sondern eine kämpferische Rede.

Der Aufstand der Massen hätten die römischen Besatzer vielleicht vertrieben…Aber Erfolg ist keiner der Namen Gottes, das wusste auch der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber….

Die Kirche sei, so Kardinal Müller, als Stiftung Christi nicht befugt, sich aus „soziologischen Notwendigkeiten“ heraus neue Weihe-Ämter auszudenken oder den Zölibat abzuschaffen. Wenn in Südamerika sich eine Tür für „viri probati“ öffne, dann würde das auch in Deutschland begeistert aufgenommen, „wo der Zölibat keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr hat und viele verheiratete Theologen bereitstünden, um als Priester die Lücken im zölibatären Klerus zu füllen“.

Kardinal Müller bekräftigt zudem: „Die Substanz der Sakramente entzieht sich der Vollmacht der Kirche. Und man kann nicht mit isolierten Elementen aus Schrift und Tradition und bei Nichtunterscheidung von dogmatisch verbindlichen Entscheidungen und Entwicklungen in Nebensachen sich jeweils ein neues Modell von Priestertum zusammenbasteln.

Nicht die von Pastoralstrategen entwickelten Priesterbilder sind wichtig, sondern nur das eine Bild Christi, des Hohepriesters des Neuen Bundes, das der Seele des Geweihten unauslöschlich eingeprägt ist und in dessen Namen und Kraft die Bischöfe und Priester die Gläubigen heiligen, lehren und leiten (Presbyterorum ordinis 2; 12).“ 

Quelle und vollständiger Artikel aus CNA hier: https://de.catholicnewsagency.com/article/der-zolibat-ist-der-lebensstil-jesu-christi-0622


Wie kann die Kirche „Brücken bauen“?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Papst hat den Beinamen Pontifex, d.h. Brückenbauer. Aber auch von Bischöfen verlangt man, wie jetzt vom Nachfolger des Bischofs Huonder von Chur, dass sie Brückenbauer seien.

Da es nicht nur im Bistum Chur Katholiken gibt, die in wesentlichen Fragen der katholischen Lehre gegensätzliche Positionen vertreten, sind die Anmerkungen von Bischofssekretär Christoph Casetti von einer Bedeutung, die über Chur hinausreicht.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Christoph Casetti erklärt: „Er (der Bischof) soll Brücken bauen und so die Einheit in der Diözese wieder herstellen. Doch wie kann er diejenigen vereinen, die sich grundsätzlich nicht einig sind in den Fragen wie z.B. … Ist Jesus wirklich der Sohn Gottes und nicht nur der Menschensohn, der Sohn Josefs? Ist er wirklich von den Toten auferstanden oder geht einfach seine Sache weiter? Können nur Männer Priester werden? Können die wiederverheirateten Geschiedenen zur hl. Kommunion gehen oder nicht? Kann die ‚Ehe für Alle‘ von der Kirche anerkannt werden? Ist nur die natürliche Familienplanung erlaubt oder muss die Kirche endlich die Verhütung frei geben?“ (Tagespost, 11.4.2019).

Solche Gegensätze könnten nach Casetti nur „um den Preis eines völligen Relativismus in Bezug auf die Glaubenswahrheiten und die daraus folgende Lebenspraxis vereinigt werden.“

Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass wir uns in einer geistigen Auseinandersetzung befinden, die totalitären Charakter hat. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur mit den Gegnern außerhalb der Kirche, sondern auch mit denen in ihrem Inneren statt.

Das derzeitige Kampffeld sind die sexuellen Missbrauchsfälle. Sie werden instrumentalisiert, um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Es wird nicht die nahestellende Frage gestellt, was die Ursachen sind, die zu den Missbrauchsfällen geführt haben.

Wer sie auf den Tisch bringt, wie die Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller oder jetzt Benedikt XVI., der wird mit den medialen Mitteln als Störenfried niedergemacht oder totgeschwiegen.

Der totalitäre Charakter zeigt sich darin, dass alle Medien, profane und kirchliche, aktiviert werden, damit die entscheidenden Fragen unter dem Deckel gehalten werden. Wie soll ein Bischof, der sich an die Lehre der Kirche hält, Brücken bauen, wenn unter den Brückenbogen die Kräfte, die eine andere Kirche wollen, ihre Politik weiter beinhart verfolgen?

Bei der Instrumentalisierung der sexuellen Missbrauchsfälle geht es um die Zukunft der katholischen Kirche.

Der amerikanische Publizist George Weigl hat in seinem Offenen Brief an Kardinal Marx nach der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz, die den „synodalen Weg“ für die Kirche beschlossen hat, festgestellt: “Die deutsche Kirche – der Katholizismus meiner Vorfahren – stirbt. Er wird nicht durch ein Abziehbild des sterbenden liberalen Protestantismus wiederbelebt“ (Kath.net vom 28. März 2019).

Wie sollte der Brückenbauer aussehen? Kardinal Woelki geht den aktuellen Fragen nach: „Was wollen die Menschen? Was wird von der Kirche erwartet? …Wo muss sie sich anpassen, weil sie sonst keine Akzeptanz mehr findet?“

Woelki beantwortet diese Fragen damit: Für die Kirche „ergeben sich schnell Forderungen, die Kirche müsse aufgeben, was ‚überholt‘ ist, sie müsse ‚zeitgemäß‘ werden und habe ohne Zugeständnisse an die Forderung von Menschen und Medien schlicht keine Zukunft mehr. Weiter: die Kirche müsse die ‚Lebenswirklichkeit‘ anerkennen, sich ‚neu erfinden‘.“

Der Kölner Erzbischof antwortet darauf: “Wie groß der mediale Handlungsdruck und die öffentlichen Erwartungen auch sein mögen, die Kirche könne sich keine Veränderungen ihrer Lehre abtrotzen lassen, wenn diese dem Geist des Evangeliums widersprechen“.

Woelki weiter: „Das gilt nicht nur für die … Dogmen, wie die Dreifaltigkeit oder die Gottessohnschaft Christi, sondern auch für andere grundlegende Fragen… die Schöpfungsordnung, gegenseitige Hinordnung von Mann und Frau, ihrer grundsätzlich auf neues Leben hin offene Liebe und Treue…“

Woelki nennt in diesem Zusammenhang die übrigen aktuellen Forderungen in Bezug auf Zölibat, Homosexualität, Sex vor der Ehe. Schließlich: Die Kirche „muss nicht erfunden, sondern wieder aufgefunden werden, von neuem gesucht werden“. (Die Tagespost vom 28.3.2019)

Der Kern des Problems bei den sexuellen Missbrauchsfällen und dem beschlossenen „synodalen Weg“ liegt in der Weigerung, den Forderungen Jesu am Beginn seiner Mission nachzukommen: „Denkt um, kehrt um und glaubt an das Evangelium.“

Als nun Benedikt XVI. emeritus, was er „aus der Rückschau heraus zu einem neuen Aufbruch beitragen könne“, geäußert hat – nach Kardinal Müller „Die tiefgründigste Analyse der Genese der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche in Fragen der Sexualmoral und intelligenter als alle Beiträge beim Gipfel der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammen“ (Info@eurient.de, 13.4.2019) – setzte in profanen Medien, aber auch innerkirchlich, ein Sturm der Entrüstung ein.

Kardinal Müller merkt dazu an: „Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuern zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre in Widerspruch stehen“.

Wie Benedikt XVI. konstatiert Kardinal Müller: „Wir kommen nur aus der Krise, wenn das Übel beim Namen genannt wird“.

Jene „Katholiken, die der heiligen Schrift, der apostolischen Tradition und dem Lehramt treu sind“, werden als „konservative Katholiken“ kaltgestellt oder mundtot gemacht. Dazu – so Kardinal Müller – ist ihnen „jedes Mittel, auch das der Verleumdung und Ehrabschneidung recht“. (Info@eurient.de 13.4.2019)

Wie können da Brücken gebaut werden?


Kardinal Müller erinnert an die heilige Agnes

„Es ist besser, für Christus zu sterben, als den Glauben zu verraten“, sagt Kardinal Gerhard Müller. Sein Blick richtet sich auf eine Darstellung der heiligen Agnes, einer Blutzeugin aus dem 3. Jahrhundert. Am Ort ihres Martyriums hat man ein Gotteshaus zu ihrem Gedenken errichtet; sie ist Kardinal Müllers Titelkirche in Rom.

Die barocke Kirche Sant’Agnese in Agone liegt im Herzen der Stadt, direkt an der Piazza Navona. Für Kardinal Müller ist besonders wichtig, dass sie einer Märtyrerin geweiht ist: „Das Blut der Märtyrer ist der Hinweis auf Christus, auf das ewige Leben, das uns hoffentlich im guten Sinn, nämlich im Himmel bevorsteht.“

Der hl. Agnes wird am 21. Januar gedacht. Sie war noch ein junges Mädchen, als sie das Martyrium erlitt. Wer heute die ihr geweihte Kirche besucht, kann zentrale Etappen ihres Lebens nachvollziehen.

Vor ihrem Reliquienschrein wird Kardinal Müller nachdenklich: „Viele denken, es kommt allein auf das irdische Dasein an.“ Glaube aber heiße mehr, „seine ganze Hoffnung, sein ganzes Leben, den ganzen Ernst seines Daseins auf Jesus Christus zu setzen.“ 

Auch heute wird eine große Zahl an Christen verfolgt, gibt Kardinal Müller zu bedenken. Da gibt es einerseits physische Bedrohung, z.B. in islamisch oder kommunistisch geprägten Ländern wie auch in Diktaturen, die eine totalitäre Herrschaft über den Menschen beanspruchen.

Aber auch in Europa gebe es Diskriminierung von Christen, nämlich immer dann, wenn ein Mensch „für seine christliche Überzeugung an den Pranger gestellt wird.“ – Insofern sind Märtyrer wie Agnes wichtige Vorbilder: „Sie ermuntern uns im Glauben“, sagt der Kardinal.

Quelle und vollständiger Artikel von Julia Wächter hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/zum-festtag-der-heiligen-agnes-kardinal-muller-fuhrt-durch-seine-titelkirche-santagnese-4184