Das Vatikantreffen in Modesta, das PICO-Netzwerk und der Einfluß von Soros

Von Dr. Edith Breburda

Vom 16. bis 19. Februar 2017 fand in Modesta im Kalifornischen Bundestaat das World meeting of Popular Movement statt. Dieses vom Vatikan organisierte Welttreffen von diversen Volksbewegungen wurde bisher regelmäßig in Rom abgehalten. Papst Franziskus rief diese Bewegung ins Leben. dr-breburda

Diesen Basis-Organisationen, die sich aus ihrer Sicht für soziale, ökonomische und ethische Gerechtigkeit einsetzen, wurde die Möglichkeit gegeben, sich mit Kirchenführern zu beraten.

Das Treffen brachte Menschen aus verschiedenen Ländern, Mitarbeiter des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden und katholische Bischöfe der Vereinigten Staaten zusammen, um u. a. die katholische Soziallehre zu erläutern.

Papst Franziskus adressierte an das Meeting diesen Brief, in welchem es u.a. heißt:

Ich möchte die Arbeit von PICO National Network besonders hervorheben. Ich habe erfahren, dass PICO (People Improving Communities through Organizing) die Abkürzung ist für: „Leute verbessern ihre Gemeinden durch Organisationsarbeit“. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Nachbarn, die sich selbst organisieren, um ihre Gemeinden florieren zu lassen.“

Die linke Webseite Discover the Political Networks sagt über PICO, es sei eine Organisation, die versucht, linksreligiöse Lehren zu avancieren, in denen es vor allem darum geht, die Lebensbedingungen der Armen zu verbessern. PICO ist ein Netzwerk, das hauptsächlich von George Soros finanziert wird.

„Die katholische Kirche und alle Religionen vereinigen…“

Henry John Western, der Herausgeber der kath. Internetseite LifeSiteNews, schreibt im August 2016 über den Multimillionär Soros, der PICO gegründet hat:

Soros versucht, den Vatikan mit seiner politischen Agenda zu infiltrieren. Es geht Soros darum, den Einfluss des Papstes zu nutzen, um Themen der sozialen Gerechtigkeit anzusprechen. Die Kirche müsse sich hauptsächlich um Einkommensungleichheit, Einwanderungsrecht und Strafjustiz bemühen…  Radio Vatikan

Soros war einer der Hauptsponsoren von Hilary Clinton und zahlte im September vor zwei Jahren 650.000 US Dollars für die Reise des Papstes in die USA. Er will Bischöfe für ökonomische und ethische Ideen begeistern.“

Damals sagte PICO: „Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen in Verbindung mit dem historischen Besuch des Papstes in den Vereinigten Staaten dazu beitrugen, anzuerkennen, dass seine Mission und seine Botschaft darin besteht, die katholische Kirche und alle Religionen zu vereinen, um Seite an Seite mit den Armen und Machtlosen zu stehen.“ (1)

Kardinal Rodriguez pries 2013 die Arbeit von PICO’s. Er sagte: “Ich möchte die Bemühungen und ausgezeichnete Gemeindearbeit hervorheben, die sich für ethische und ökonomische Gerechtigkeit einsetzt und bitte darum, PICO zu unterstützen.“

Diese Organisation ist einer der größten Gegenspieler von Präsident Donald Trump. Auf PICO’s Webseite ist ein Statement der Organisation für Resistenz (Widerstand) aufgeführt. Es heißt dort: „Gemeinsam träumen wir. Wir rufen die Kirchen der Welt auf, gegen Präsident Trumps Verfolgung von Einwanderern anzugehen. Muslimen und Farbigen muss Zuflucht gegeben werden. Jetzt ist die Zeit, sich mit ihnen solidarisch zu zeigen.“

Foto: Radio VatikanPapst Franziskus schrieb in seinem an das Treffen adressierten Brief vom 10. Februar 2017: “Leute guten Willens müssen handeln.“ – Er selber ruft auf, Widerstand zu  leisten: „Wir haben heute die Gelegenheit unsere Nachbarn zu helfen. Wahre Menschlichkeit zeigt sich in Resistance.“ –   Weiterhin appelliert er, die Natur zu schützen. Außerdem gäbe es keine Religion, die terroristisch oder kriminell sei.

Sprecher des Vatikans und ein Erzbischof riefen in Modesta dazu auf, Präsident Trump zu boykottieren und gegen seine Einwanderungsregulierungen anzukämpfen. Erzbischof Gomez aus Los Angeles klagt die anteillosen Worte des Präsidenten an, weil sie aus seiner Sicht angeblich Angst und Panik verbreiten: „Obama hat zwar viele Leute deportiert, aber er gebrauchte nie derart harte Worte.“

In der „Kalifornischen Konferenz“ riefen Sprecher auf, soziale Gerechtigkeit walten zu lassen. Die katholische Kirche solle sich zudem – neben anderen Glaubensinstitutionen – mit ihren eigenen ethnischen Handlungen auseinandersetzten.

Investitionen von Soros pro Abtreibung in aller Welt

Henry John Western berichtete ebenfalls, dass Soros viel Geld investierte, um Pro-Life-Gesetze gegen Abtreibung in der ganzen Welt zu eliminieren (2).baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Einer der Bischöfe sagte in Kalifornien: „Einwanderung muss uns mehr beschäftigen als das Recht auf Leben der Ungeborenen. Immigration ist das Schlüsselthema unserer Kirche. Präsident Trump war der Kandidat der Zerrüttung (Disruption). Wir müssen unsere Truppen daran hindern: Wenn sie Familien auseinanderreißen, weil wir (illegale) Einwanderer deportieren.

Wenn sie Flüchtlinge als Feinde bezeichnen. Wenn sie uns einreden, Muslime nicht als Kinder Gottes zu sehen, sondern als Leute, vor denen wir uns fürchten sollten. Wir müssen den Armen helfen, ihnen Essenskarten geben. Keiner hat das Recht uns daran zu hindern, unsere Arbeit zu tun.“

Bischof MeElroy von San Diego erläuterte: „Als gläubige Christen müssen wir Fremde liebevoll aufnehmen. Das hat oberste Priorität. Wir Katholiken müssen außerdem mit der fixen Idee aufhören, uns nur mit Abtreibung zu beschäftigen.“

Widerspruch von Kardinal Burke: „Zuerst die Ungeborenen schützen“

Der amerikanische Kurienkardinal Leo Edmund Burke (siehe Foto) erklärte hingegen im September 2016:

Wir verdrehen die Tatsachen und haben die Orientierung verloren, wenn wir es nicht mehr als das Höchste ansehen, das Leben der Ungeborenen zu schützen und uns Burke-EWTN-Fotostattdessen für das Leben der Armen und Einwanderer einsetzen. Es macht keinen Sinn, sich über Einwanderer aufzuregen, wenn wir das Leben selber nicht mehr in unserer Gesellschaft schützen. Humane Gerechtigkeit beginnt damit, das Geschenk des Lebens als Gottgegeben zu respektieren. So müssen wir zuerst die Ungeborenen schützen.“

Bei all den Diskussionen übersieht man leicht, wie sehr sich Präsident Trump für das Leben der ungeborenen Kinder einsetzt.

Bishop Bawai Soro von der Chaldäischen katholischen Kirche in El Cajon, Kalifornien, war unter den wenigen, der die Anweisungen von Präsident Trump unterstützt. Er selber ist ein Flüchtling aus dem Irak:

Am 11 September 2011 haben wir erlebt, wie radikaler Islamischer Terror aussieht. Präsident Trump muss sich für seien Einwanderungspolitik nicht entschuldigen. Es ist kein Recht, in die USA zu kommen, sondern ein Privileg. Amerika muss seine Bürger zu allererst vor seinen Feinden, die aus anderen Ländern kommen, schützen.(3)

Präsident Trump will hohe Hürden für legale Einwanderer senken

Viele reden heute über illegale Immigration. Wie sieht es jedoch mit legalen Einwanderern aus? Sie warten jahrelang ohne Krankenkasse, oft ohne überhaupt eine Arbeitserlaubnis zu haben. Meist sind sie hochausgebildete Leute. Ihre Ärzte-Approbation wird z.B. nicht anerkannt, und so kann es passieren, dass man im Supermarkt von einem europäischen Urologen abkassiert wird, der in den USA nicht in seinem Berufsgeld arbeiten darf. img_2114

Wenn die US-Einwanderungsbehörde nach Jahren ihren Antrag angenommen haben, müssen sie trotzdem noch Jahrzehnte warten, bis sie ihre Green Card wirklich in den Händen halten. Während der Zeit dürfen sie das Land nicht verlassen. Oder sie dürfen nicht mehr einreisen.

Präsident Trump ist einer der wenigen, der den legalen Einwanderern Hoffnung gibt. Sie sollten nicht zuschauen müssen, wie illegale Einwanderer ihnen vorgezogen werden, illegale sofort alle Unterstützung bekommen und pro-bon- Juristen sich für sie einsetzen. Die Medien und Kirchen nehmen sich ihrer an, und sie bekommen schier unendliche Hilfe von allen Seiten.

Evangelikale hoffen auf Stimmungswandel in Medien pro Trump

Viele Evangelikale sind der festen Überzeugung, dass Präsident Trump derjenige ist, der die Amerikaner wieder zum Glauben zurückbringen wird. Sie behaupten weiterhin, dass die Medien, die ihn jetzt so bekämpfen, bald umschwenken würden.

Unter dem hl. Papst Johannes Paul II. wurde nach einem Heiligen Jahr in den 1980-iger Jahren die Heilige Pforte in Rom mit einem Ziegelstein geschlossen, auf dem der Name von Donald J Trump verzeichnet war, damit dieser an allen nachfolgenden hl. Messen im Vatikan teilhaben kann. Ein Eremit aus Loretto, Thomas Zimmer, hatte das über einen Freund bewirkt und schon damals gesagt, dass Donald Trump Amerika wieder zum Glauben bringen würde (4).

Erstaunlich ist, dass in Kalifornien eine seit Jahren herrschende Dürre überwunden ist. Seit der Inauguration von Präsident Trump fing es an zu regnen. Nicht nur das, man hat mittlerweile fast zu viel Wasser in Kalifornien.

Am 21. Februar begleitete die Enkelin von Dr. Martin Luther King den Präsidenten bei seinem Besuch durch das African American Historische Museum in Washington. Sie ist begeistert in einer Zeit zu leben, in der Gott sichtlich eingreift, so lautete ihr Kommentar.

Anmerkungen:
1) Kevin J Jones: Wie US-Stiftungen um George Soros versuchten, den Papstbesuch für sich nützlich zu machen. CAN 2. Sept 2015
2) Maike Hickson: Soros-funded Organization; Encourages Resistance. 1P5 one Peter. 20 Februar 2017
3) Pete Baklinski: Catholic bishops blistering rebuke of Trump: Now we must all become disruptors, LifeSiteNews, 24. Feb. 2017
4) https://www.romancatholicman.com/hermit-loretos-1980s-premonition-president-trump/
bookcoverimage

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

Fotos: Dr. E. Breburda, Radio Vatikan, Archiv

Advertisements

Brutus und Cassius: Sind kritische Kardinäle mit Cäsarenmördern vergleichbar?

Von Felizitas Küble

Wer im Geschichtsunterricht halbwegs gut aufgepaßt hat, staunt nicht schlecht, wenn er auf „Katholisch.de“, dem Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz, im heutigen Wochenrückblick Folgendes zu lesen bekommt, bezogen auf hochrangige kirchliche Kritiker von Papst Franziskus:  papst_letzter_tag_01

„Denn die Feinde kommen aus den eigenen Reihen. Statt Brutus und Cassius heißen sie diesmal Burke und Caffara.“

Wie kommt die Redaktion dazu, derart schwere Geschütze aufzufahren? Warum sind dort die Nerven derart auf Grundeis?!

Natürlich sollen die beiden konservativen Kardinäle mit jener harten Aussage wohl kaum mit den historisch bekannten Cäsaren-Mördern gleichgesetzt werden.

Es wird aber offensichtlich ein Zusammenhang hergestellt, der beinhaltet, jene beiden Kirchenmänner wollten den Papst „stürzen“, wenngleich nicht gerade mit Dolch und Säbel, aber vielleicht mit dem „Waffen“ des Wortes?

War denn das Portal der Bischofskonferenz auch derart dünnhäutig, als damals Papst Benedikt im Zusammenhang mit der Exkommunikations-Aufhebung der Pius-Bischöfe von einer Reihe deutscher Bischöfe öffentlich kritisiert wurde?

Im Vergleich dazu erscheinen die „Dubia“ (Zweifel), welche einige Kardinäle hinsichtlich „Amoris Laetita“ (AL) geäußert haben, geradezu wie sanftes Säuseln.

Der amerikanische Kurienkardinal Leo Burke ist prominenter Mitunterzeichner jenes vieldiskutierten Briefes an Papst Franziskus, in welchem vier emeritierte Kardinäle den Pontifex um Klarheit in der Auslegung fraglicher Stellen von AL bitten.

Dasselbe gilt für den italienischen Kardinal Carlo Caffara, den früheren Erzbischof von Bologna; er hat bereits vorigen Sommer dazu aufgerufen, das päpstliche Schreiben „Amoris Laetitia“ im Lichte der katholischen Lehrtradition auszulegen. Damit widersprach er Kardinal Schönborn aus Wien, der zuvor genau das Gegenteil verkündet hatte: Man solle die traditionelle Moraltheologie nun gleichsam durch die AL-Brille lesen und hieran messen.

Während es früher auch in vielen bischöflichen Ordinariaten als schick galt, den Papst zu kritisieren, scheint dies heute eine neue Todsünde zu sein, bei der sofort an Brutus und Cassius, die berüchtigten Mörder Cäsars (eines römischen Diktators auf Lebenszeit), erinnert wird.

Wie sich doch die Zeiten ändern….

Foto: Radio Vatikan

 


Statt einer inhaltlichen Antwort beklagt sich der Papst über „böswillige“ Widerstände

Von Felizitas Küble

Die diesjährige Weihnachtsansprache von Papst Franziskus am 22. Dezember vor der vatikanischen Kurie wiederholte zwar nicht die „15 Krankheiten“, die der Papst seinen Mitarbeitern  – darunter vielen Kardinälen   –  noch vor zwei Jahren vorgehalten hatte, doch auch diese jetzige Rede enthielt wieder einigen „Sprengstoff“.    Radio Vatikan
.
Äußerlich ging es um den weiteren Fortgang der vom Pontifex angestoßenen Kurienreform, die angeblich eine Vereinfachung und Verschlankung der vatikanischen Verwaltung anstrebt.
 .
Doch der Umbau der Kurie ist weitaus weniger umstritten als die theologische Richtung des Papstes, insbesondere im Hinblick auf sein Schreiben „Amoris laetitia“, das den Eindruck erweckt, als öffne es eine (Hinter-)Tür zugunsten der Kommunion für Katholiken, die geschieden und wiederverheiratet sind, womit sie die erste und allein gültige Ehe brechen. Eine solche Erlaubnis widerspräche aber der kirchlichen Lehrtradition und auch den klarstellenden Äußerungen der vorigen Päpste.

Vier emeritierte Kardinäle  – darunter der amerikanische Kurienkardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto)  –  hatten dem Papst in einem Schreiben ihre „Dubia“ (Zweifel) vorgetragen, die sich auf Amoris laetitia beziehen und von ihm Klarheit hinsichtlich einiger Punkte erbaten. Nachdem Franziskus monatelang nicht antwortete, haben die sorgenvollen Kirchenmänner ihren Brief veröffentlicht. (Daß dies ihr gutes Recht ist, haben andere Kardinäle bekräftigt, zB. Martino: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/18/kardinal-martino-es-waere-gerecht-wenn-der-papst-den-vier-dubia-kardinaelen-antwortet/)Burke-EWTN-Foto

In seiner Weihnachtsansprache sprach der Papst nun von einer notwendigen Reform der Kirche, die kein Selbstzweck, sondern ein „Prozess des Wachstums“ sei, vor allem aber „der Bekehrung“. Anscheinend meinte er damit vor allem seine theologisch konservativen Kritiker, denn er fuhr fort, daß Hürden auf dem Weg der Veränderung zwar „normal, ja heilsam“ seien.

Aber neben Ängstlichkeit, Trägheit und konstruktiver Kritik gäbe es auch „böswillige Widerstände“, die aus einen „verqueren Geist“ kämen. Diese Verweigerung von Reformen verstecke sich hinter „rechtfertigenden und in vielen Fällen anklagenden Worten und flüchtet sich in Traditionen, Schein, Formalitäten, in das Bekannte.“

Auf „Katholisch.de“, der amtlichen Webpräsenz der Deutschen Bischofskonferenz, heißt es direkt nach diesem Zitat:

„Konkreter wurde der Papst nicht. Die vernehmlichste Kritik an seiner Amtsführung betraf zuletzt Auslegungsunsicherheiten in seinem Schreiben „Amoris laetitia“, wo es um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen geht. Dies ist nun eine Frage von Moral und Recht, und darauf bezieht sich auch Burke, der mit anderen Kardinälen eine Klarstellung des Papstes fordert.“

Somit kommt auch dieses offizielle Portal bei der päpstlichen Äußerung über „böswillige Widerstände“ sofort auf dieses Dubia-Schreiben der Kardinäle zu sprechen, das allerdings völlig sachlich und ohne jede anklagende Schärfe daherkommt  –  von Böswilligkeit keine Spur!

Somit stellt sich die Frage, warum dieser Papst, der so viel von Barmherzigkeit tönt, es selber nicht einmal schafft, die einfachsten Grundsätze von Fairneß und Gerechtigkeit gegenüber einer konstruktiven, ernst zu nehmenden Sachkritik einzuhalten, indem er statt einer inhaltlichen Antwort, die er seit Monaten verweigert, ebenso unberechtigte wie beleidigende Seitenhiebe austeilt.

Quelle für die Zitate: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wohin-der-papst-will

 

 


Lebensrechtler weltweit entsetzt: Papst entläßt Kardinal Burke aus der Bischofskongregation

Raymond L. Burke: eine starke Stimme für das Leben!

Nachdem bekanntgegeben wurde, daß der  –  als unerschrockener Abtreibungsgegner von Lebensrechtlern hochgeschätzte  –  Kardinal Raymond Leo Burke nicht mehr der wichtigen Kongregation für die Bischöfe angehören wird, macht sich weltweit  –  vor allem in den USA  –  große Enttäuschung über diese päpstliche Entscheidung breit.  ab-burke_final-interview

Der frühere US-amerikanische Erzbischof Burke (siehe Fotos) wird zwar weiter seiner Haupttätigkeit nachgehen, nämlich der Leitung des obersten vatikanischen Gerichts (er ist Präfekt der „Apostolischen Signatur“).

Gleichwohl wird seine Entfernung aus der einflußreichen Bischofskongregation (sie ist zuständig für die Ernennung von Bischöfen in der katholischen Weltkirche) seitens führender Lebensrechtlern als unerfreuliches Ereignis aufgefaßt, denn der unerschrockene Kardinal gilt als entschiedener Verfechter einer klaren Marschroute gegen Abtreibung.

Wir haben hierüber im CHRISTLICHEN FORUM seit Jahren berichtet.

Der amerikanishe Kurien-Kardinal war es auch, der im Mai 2013 alle katholischen Bischöfe dazu aufgefordert hat, am jeweiligen „Marsch für das Leben“ im eigenen Land persönlich teilzunehmen und sich keineswegs auf das Absenden von Grußworten zu beschränken.

Zudem war der couragierte Kirchenmann in seiner Amtszeit als US-amerikanischer Bischof vor allem dadurch bekanntgeworden, daß er Pro-Abtreibungs-Politikern öffentlich ins Gewissen redete und erklärte, sie seien laut Kirchenrecht (vlg. can 915 CIC) nicht zum Tisch des HERRN zugelassen. fssp-pa00255 - Kopie

Der unerschrockene Oberhirte wurde in seinen Aussagen und seiner eindeutigen Linie vom damaligen Glaubenspräfekten Joseph Kardinal Ratzinger ausdrücklich unterstützt.

Für die Lebensrechtsverbände in aller Welt war Kardinal Burke quasi ihr „oberster Verbündete in der Vatikanischen Kurie“, wie das amerikanische  Infoportal „Life-Site-News“ erläutert.

Kardinal Burke beteiligte sich am „Marsch fürs Leben“

Auch Virginia Nunziante, die Leiterin des italienischen „March for Life“ (Marsch für das Leben), schätzt den zeitgeistkritischen, unbeugsamen Kirchenmann Burke sehr. Er habe einen besonderen Platz in ihrem Herzen, erklärte sie, weil er der einzige Oberhirte in Italien sei, der sich persönlich am Marsch für das Leben beteiligte. Andere Bischöfe aus dem Vatikan und italienischen Bistümern hätten lediglich Grußworte gesendet. untitled

Die Nachricht von Burkes Entfernung aus der Bischofskongregation beschrieb sie als „eine Tragödie“: „Kardinal Burke ist für uns eine Inspiration gewesen“, sagte sie gegenüber „LifeSiteNews“.

John Smeaton, der Präsident der UK-Gesellschaft zum Schutz ungeborener Kindern, würdigte den Kurien-Erzbischof ebenfalls:

„Furchtloser Beschützer ungeborener Kinder“

„Kardinal Raymond Burke ist ein großartiger Kirchenmann und furchtloser Beschützer ungeborener Kinder, die Mutter Teresa zu Recht die Ärmsten der Armen bezeichnete. Wir brauchen starke Männer wie Kardinal Burke und sein klares Bekenntnis, daß Abtreibung das größte Menschenrechtsproblem unserer Zeit ist.“

Jim Hughes, Präsident der „Koalition für das Leben“ in Kanada, bekräftigte ebenfalls gegenüber LifeSiteNews, Kardinal Burke sei „ein feiner Kerl“: 

„Wir bedauern, daß er nicht mehr bei der Kongregation für die Bischöfe tätig ist und hoffen, daß die päpstliche Entscheidung nicht etwa wegen Burkes starker konservativer Ansichten erfolgte.“

„Eine sehr enttäuschende Entscheidung“

Eine weitere führende Person in der US-Lebensrechtsbewegung, Deal Hudson, bezeichnete die Entfernung Kardinal Burkes von der Kongregation ebenfalls als „eine sehr enttäuschende Entscheidung.“ 

Der Kirchenmann sei von glaubenstreuen Katholiken in Amerika als „einer unserer wichtigsten geistlichen Führer“ angesehen worden. Die Entlassung bedeute in der gegenwärtigen Sitution, daß Kardinal Burke weniger Einfluß haben werde: „Das ist keine gute Neuigkeit für uns hier in den Vereinigten Staaten.“

Austin Ruse, Präsident der katholischen Liga für Familie und Menschenrechte (er betreibt familienfreundliche Lobbyarbeit bei den Vereinten Nationen) erklärte gegenüber LifeSiteNews: „Ich bin untröstlich, dass Kardinal Burke beiseite geschoben wurde.“ 

Er fügte hinzu, dies sei „die schlechteste Kirchen-Nachricht“, die er in letzter Zeit gehört habe. Kardinal Burke sei „ein guter und freundlicher Mensch“, der einen starken Eindruck und Einfluß auf den US-Episkopat (die  nordamerikanischen Bischöfe) ausübe.

Auch Pro-Life-Führer aus Lateinamerika reagierten fassungslos auf die Nachricht von Burkes Sturz:

Christine Vollmer, Präsidentin der lateinamerikanischen „Allianz für die Familie“,  hielt die Meldung zunächst für einen Irrtum und konnte sie kaum glauben. Mittlerweile meint sie, Kardinal Burke sei vielleicht das Opfer einer vatikaninternen Intrige geworden  – und der Papst von falschen Informationen beeinflußt, wie sie gegenüber LifeSiteNews erläuterte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Quelle für die zitierten Äußerungen und das 2. Foto: http://www.microsofttranslator.com/bv.aspx?from=&to=de&a=http%3A%2F%2Fwww.lifesitenews.com%2Fnews%2Fpro-life-leaders-shocked-by-removal-of-cardinal-burke-from-important-vatica


Ökumene für Lebensrecht und Ethik: Vatikan lud führende Evangelikale nach Rom ein

Evangelischer Thomaner-Chor wirkte an der Papstmesse mit

ERKLÄRUNG des evangelikalen BUCER-Instituts:

Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sprach als einziger evangelischer Redner bei einer hochrangigen Begegnung im Vatikan zwischen Kirchenführern, Politikern und Experten auf Einladung des Dignitatis Humanae Institute (DHI).

Thema war der zunehmende Druck in westlichen Staaten auf die christliche Ethik beim Anfang und Ende menschlichen Lebens sowie in Fragen der Sexualethik. Foto1

Dr. Schirrmacher wurde begleitet von Professor Thomas K. Johnson, der die Theologische Kommission in Fragen der Menschenrechte berät.

Die Tagung fand in den Räumen der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften in den Vatikanischen Gärten statt. Teilnahmer waren u.a. 6 Kardinäle, 5 Verantwortliche von Päpstlichen Räten, 15 Minister und Parlamentsabgeordnete sowie 10 Wissenschaftler und Experten, die insgesamt aus 18 Ländern kamen.

Lebensschutz ab der Empfängnis

Schirrmacher und Johnson (siehe Foto) waren die einzigen evangelischen Experten. In seiner Eröffnungsansprache betonte der Ehrenpräsident des DHI, Kardinal Renato Raffaele Martino, der zuvor 16 Jahre Botschafter des Vatikan bei der UN gewesen war, dass überzeugte Christen aller Konfessionen dafür kämpfen müssten, dass Menschenwürde und Menschenrechte keine beliebigen Allerweltsbegriffe würden, die heute dies und morgen das bedeuteten, sondern gemäß des christlichen Ursprungs der Menschenwürde auch den Lebensschutz von der Zeugung bis zum Sterben beinhalteten. Foto4

In der Abschluss-Ansprache dankte Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto), Präfekt des höchsten vatikanischen Gerichts („Apostolische Signatur“), allen Politikern, Menschenrechtsaktiven und Wissenschaftlern, die das Lebensrecht und die göttliche Stiftung von Ehe und Familie verteidigen und hochhallten.

Gebote Gottes stehen unter Beschuß

Schirrmacher betonte in seinem Beitrag, dass in der Offenbarung des Johannes Christen verfolgt würden, „weil sie Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu Christi haben“. Die ungewöhnliche Reihenfolge zeige, dass nicht zuerst das Christsein an sich, sondern die Ethik der Christen unter Beschuss stehe.

So sei in Europa und der westlichen Welt die Freiheit der Ausübung gottesdienstlicher Veranstaltungen praktisch überall gewährleistet. Wenn aber Christen das ethisch ausleben und umsetzen wollten, was sie für gut und nützlich hielten, würden sie zunehmend unter medialen, gesellschaftsdiskriminierenden und dann auch juristischen Druck kommen.

Religionsfreiheit umfasse aber nie nur den Gottesdienst in eigenen Räumen, sondern immer auch das öffentliche Eintreten für die eigenen Überzeugungen und das Leben nach den eigenen Überzeugungen aufgrund der Gewissensfreiheit.

DHI-Präsident für Ökumene mit Evangelikalen

Der Präsident des DHI, der Italiener Luca Volonté, zugleich Fraktionsvorsitzender der European People Parties in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, kündigte eine engere Zusammenarbeit mit evangelikalen Experten an. Es gäbe zu viel Gemeinsamkeiten in Fragen des Lebensrechtes und des Einsatzes gegen Christenverfolgung, als dass man aneinander vorbei arbeiten dürfe. Foto3

Abschluss der Tagung (siehe Foto) war die samstägliche Papstmesse „Petrus und Paulus“ mit ökumenischem Akzent durch eine starke Delegation des Ökumenischen Patriarchats der Orthodoxen Kirche und der erstmaligen Teilnahme eines evangelischen Chores an der Liturgie im Petersdom:

Der Leipziger Thomanerchor sang Teile von Johann Sebastian Bachs Kantate „“Jesus, meine Freude““ und wirkte zusammen mit dem katholischen ältesten Chor der Welt an der Liturgie mit.

Der Präsident des sog. Einheitssekretariats des Vatikan, Kardinal Kurt Koch, begrüßte u.a. den evangelikalen Theologen Dr. Werner Neuer, der für das Zustandekommen dieses einmaligen Ereignisses mitverantwortlich war.

Prof. Schirrmacher: „Das gab es noch nie!“

Schirrmacher kommentierte: „Es war wirklich erhebend und einmalig, die mir von klein auf vertraute Lieblingsmusik meiner Mutter, ‚“Jesus, meine Freude“‘, im Petersdom zu hören. Ein protestantischer Chor als Teil einer Papstmesse, dazu sehr freundliche Worte des Papstes zur Begrüßung, das gab es noch nie.

Es war ein gelungener Abschluss zur Tagung in der Päpstlichen Akademie mit ökumenischer Beteiligung.“

Info-Links:
Thomaner-Chor: http://www.lvz-online.de/kultur/news/leipziger-thomanerchor-singt-bei-messe-im-vatikan-papst-franziskus-bedankt-sich/r-news-a-195295.html
Tagungs-Programm: http://www.bucer.de/fileadmin/dateien/Dokumente/BQs/zu_BQ200-299/zu_BQ262/Conference_and_Irish_College_Information_Packet.pdf
Detaillierte Rednerliste: http://www.bucer.de/fileadmin/dateien/Dokumente/BQs/zu_BQ200-299/zu_BQ262/Confirmed_Speakers-1.pdf

Quelle für Text und Fotos:  http://www.bucer.org/bq.html