Der Vatikan droht den vier fragestellenden Kardinälen mit Repressalien

Von Dr. David Berger

Das gab es in dieser Dimension noch nie: Pio Vito Pinto, der Vorsitzender des obersten katholischen Gerichtshofes, der Römischen Rota, hat gleich mehreren Kardinälen angedroht, dass man ihnen die Kardinalswürde entziehen könnte. pressefotoberger11

Der Grund: Sie hatten sich kritisch zu einem dogmatisch tatsächlich höchst zweifelhaften Rundschreiben (Amoris Laetitia) von Papst Franziskus geäußert.

Mit dabei sind – nach den Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen – Kardinäle, die unter dem Vorgänger von Papst Franziskus, Papst Benedikt XVI., als besonders lehramtstreu galten, u. a. die deutschen Kardinäle Joachim Meisner (Köln) und Walter Brandmüller, ein international bekannter Kirchenhistoriker und persönlicher Freund Papst Benedikts XVI.

Zusammen mit den Kardinälen Burke (Malta/USA) und Caffarra (Italien) hatten diese Kichenfürsten einen besorgten Brief an Papst Franziskus gerichtet und ihn gebeten, in der umstrittenen Enzklika angedeutete Pläne, nach denen auch wiederverheiratete Geschiedene die Hl. Eucharistie empfangen können, nicht zu verwirklichen.

Nun will man sie offensichtlich mundtot machen, um die der Ehelehre der Kirche widersprechenden Pläne ungestört und unter dem Jubel der kirchenfernen Medien umsetzen zu können. Wie bereits bei den unter Paul VI. durchgeführten Veränderungen der kirchlichen Praxis, zeigt sich nun auch unter Franziskus:

Die sich selbst als Reformer und Liberale verstehenden Kirchenmänner, die die kirchliche Disziplin an wichtigen Stellen auflösen möchten, gehen gegen ihre Kritiker mit schärfsten disziplinarischen Mitteln vor.

Oder wie es der vor kurzem verstorbene Philosoph Walter Hoeres formulierte: Die heftigsten Toleranzprediger sind fast immer die intolerantesten Menschen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://philosophia-perennis.com/2016/11/30/vatikan-droht-kardinal-meisner-mit-entzug-der-kardinalswuerde/

Ergänzender Artikel hierzu aus kirchenrechtlicher Sicht: http://www.kathnews.de/kann-der-deken-der-rota-die-kardinalwuerde-entziehen

Weiterer Beitrag über KARDINAL MÜLLER in dieser Causa: http://www.katholisches.info/2016/12/02/glaubenspraefekt-mueller-steigt-zu-amoris-laetitia-in-den-ring-und-spricht-klartext/


Die Beichte: Sakrament der Barmherzigkeit

Von Pfr. Dr. Franz Weidemann

Papst Franziskus hat ein Heiliges Jahr ausgerufen, das unter dem Zeichen der Barmherzigkeit stehen soll. Doch mit Barmherzigkeit verbinden die Menschen sehr unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen. Dem Papst geht es vor allem um ein versöhntes Leben mit Gott, wozu die hl. Beichte das privilegierte Mittel darstellt.

Papst Franziskus ruft eindringlich zu Umkehr und Erneuerung und betont dabei immer wieder die zentrale Bedeutung des Bußsakraments. Deshalb möchte ich im Jahr der Barmherzigkeit die Bedeutung des Bußsakramentes erläutern bzw. das vergessene Sakrament in die Erinnerung bringen.  Kreuzkuppel

Auch heute laden Menschen große Schuld auf sich, so dass eine Neuausrichtung auf Christus hin notwendig ist. Umkehr ist die Tür, durch die der Mensch in die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott tritt.

Es geht dabei nicht um ein „abgegriffenes Verständnis“ von Umkehr, sondern um eine Umkehr, die im Herzen beginnt und das ganze Leben auf Gott hin ausrichtet. Bekehrung bedeutet, das alte Leben hinter sich zu lassen und sich entschieden dem Herrn zuzuwenden.

Der Kirche kommt die Aufgabe zu, die Barmherzigkeit Gottes, die sich besonders in der Sündenvergebung zeigt, den Menschen zugänglich zu machen und Abhilfe zu schaffen. Daher besteht nach Papst Franziskus ein innerer Zusammenhang zwischen der Barmherzigkeit und dem Sakrament der Beichte, zu deren regelmäßigen Empfang er die Gläubigen immer wieder einlädt.

In der Generalaudienz vom 19. Februar 2014 sagte er „dass die Vergebung unserer Sünden nicht etwas ist, das wir uns selbst geben können. Ich kann nicht sagen: Ich vergebe mir die Sünden. Um Vergebung bittet man, bittet man einen anderen, und in der Beichte bitten wir Jesus um Vergebung. Die Vergebung ist nicht Frucht unseres Mühens, sondern sie ist ein Geschenk, sie ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, der uns in die Barmherzigkeit und Gnade eintaucht, die unablässig vom geöffneten Herzen des gekreuzigten und auferstandenen Christus ausströmt.“

Er fügte hinzu: „Habt keine Angst vor der Beichte! Wenn man ansteht, um zu beichten, spürt man all diese Dinge, auch die Scham, aber dann, nach der Beichte, geht man frei heraus, groß, schön, versöhnt, weiß, glücklich. Das ist das Schöne an der Beichte!

Gerade in deutschsprachigen Ländern ist das Bußsakrament in der pastoralen Praxis stark vernachlässigt worden und damit auch der Aufruf zur Umkehr und zur Heiligkeit. Man begegnet Gläubigen mit viel gutem Willen, doch gibt es gerade im Hinblick auf die Beichte viele Hemmschwellen: Vorurteile, ggf. ungute Erfahrungen, ein laxes Gewissen, Angst und Unsicherheit über die fehlende Erfahrung mit dem Sakrament. BILD0191

Viele meinen, nicht zu wissen, was sie beichten sollen. Das liegt vielleicht auch ein wenig daran, dass regelmäßige Beichtmöglichkeiten nicht mehr überall angeboten werden.

Kürzlich schrieb Kardinal Meisner: „Der Verlust des Bußsakramentes in der Kirche ist die Wurzel vieler Übel im Leben der Priester und Gläubigen geworden. Und die sogenannte Krise des Bußsakramentes liegt nicht nur darin begründet, dass die Leute nicht mehr zum Beichten kommen, sondern dass wir Priester nicht mehr im Beichtstuhl präsent sind“.

Ist es nicht seltsam, das wir Priester so viel Zeit aufwenden, um an Sitzungen der verschiedenen Gremien teilzunehmen, während das Bußsakrament immer mehr vernachlässigt wird? Priester im Beichtstuhl erinnern an den Vater, der auf die Rückkehr des verlorenen Sohnes hofft. Ein besetzter Beichtstuhl in einer leeren Kirche ist das ergreifendste Symbol für die wartende Geduld Gottes.

Das Sakrament der Beichte zu fördern bedeutet, Gottes Barmherzigkeit den Menschen zugänglich zu machen und den Gläubigen zu helfen, dem Ruf nach Umkehr und Heiligung nachzukommen. Dies wird nur gelingen, wenn man dies selber vorlebt und häufig das Beichtsakrament empfängt.

Die Hl. Beichte ist wie jedes Sakrament eine Begegnung mit Gott, welcher der eigentlich Handelnde ist. Es ist daher wichtig, den Blick auf die Größe dieses göttlichen Geschehens zu richten. Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit bietet dazu eine einzigartige Gelegenheit. media-FZMqzvujo1V-2

Ich möchte Sie zu einer besonderen Erfahrung einladen: beichten Sie doch im Jahr der Barmherzigkeit aufrichtig vor Gott, vor dem Priester, der Christus vertritt, und vor sich selbst. Eine gute Beichte ist eine große Wohltat für die Seele. In ihr wendet uns Gott sein Erbarmen zu, vergibt, schenkt inneren Frieden, erweckt in unseren Herzen neues Leben, sein Leben.

Mein Rat lautet auch: Begnügen Sie sich nicht nur mit der Teilnahme an einem Bußgottesdienst. Sie kann eine Hilfe sein zu Besinnung und Gewissenserforschung, aber die Sünde ist etwas Persönliches und bedarf  –  insbesondere, wenn sie Wichtiges betrifft  –  des persönlichen Bekenntnisses und der sakramentalen Lossprechung.

Auch dann, wenn vielleicht keine schweren Fehler vorliegen, ist es hilfreich, in regelmäßigen Abständen  –  Ostern ist ein guter Anlass  –  eine ehrliche Aussprache zu suchen und die Lossprechung zu erbitten. In diesem Kontext kann das Vorbild von Papst Franziskus anspornen, der nach einem Bußgottesdienst im Petersdom der erste war, der sich hinkniete und seine Sünden bekannte.

Nach langer Zeit wieder einmal zu beichten, kann eine ungeheuer befreiende Erfahrung sein. Erst im Bußsakrament kann man sich ohne Angst seiner eigenen Schwäche, seinen Fehlern stellen und echte Befreiung erfahren, den Beistand des lebendigen Gottes zu einem neuen Anfang. Das lohnt sich, denn „der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte(Ps 103, 8). Seine Liebe macht lebendig. 

So wünsche ich uns allen eine gesegnete Fastenzeit, die für eine bewusste Mitfeiern der Auferstehung des Herrn bereit macht.

 


Berlin: Zahlreiche Bischöfe würdigen den Marsch fürs Leben am 21. September

Pressemitteilung des BVL (Bundesverband Lebensrecht):

Katholische und evangelische Bischöfe unterstützen den Marsch für das Leben am 21. September 2013 in Berlin. In ihren Grußworten brachten die Kirchenvertreter zum Ausdruck, wie wichtig der Einsatz für den unbedingten Schutz menschlichen Lebens gerade in einer Gesellschaft sei, die von Konkurrenz und Profit geprägt ist.06-port-Aborto-Mentalitat

Verliere der Mensch die rechtlichen und ethischen Grenzen einer humanen Gesellschaft aus dem Blick, so laufe der „Zauberlehrling“ Mensch Gefahr, die Kontrolle über sein Tun zunehmend zu verlieren, erklärte Kardinal Rainer Woelki. In seinem Grußwort warf der Erzbischof von Berlin die Frage auf:

„Gibt es in einer globalisierten Kultur noch Grenzpfeiler, die den Unterschied zwischen gut und böse wirksam markieren, oder wird nicht zunehmend alles fließend und bedrohlich beliebig? Dann läuft der „Zauberlehrling“ Mensch zu seinem eigenen Schaden Gefahr, die Kontrolle über sein Tun zunehmend zu verlieren. Gefördert wird diese Entwicklung nicht zuletzt, weil der rettende Blick nach oben, der Blick zu Gott, des ersten und wich-tigsten Garanten jedes menschlichen Lebens verdunkelt wird.“

Kardinal Joachim Meisner, der Erzbischof von Köln, betonte: „Der Wert des Lebens steht in Konkurrenz zu vielem anderen, das nicht als Wert bezeichnet werden kann. Umso mehr müssen wir als Christen in dieser Zeit unsere Stimme erheben, um den unbedingten Wert des Lebens, gerade des schutzbe-dürftigen Lebens am Anfang und Ende menschlicher Existenz, zu verteidigen und als unverfügbar einzufordern.“

„Es geht um nicht mehr und nicht weniger als den Schutz und den geistlichen Kampf gegen eine Verwässerung unseres Grundgesetzes!“, so der Bischof von Eichstätt, Dr. Gregor Hanke OSB.

Den Marsch der Lebensrechtler unterstützen außerdem:

Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, Apostolischer Nuntius in Deutschland
Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer
Dr. Heiner Koch, Bischof von Dresden-Meissen
Dr. Konrad Zdarsa, Bischof von Augsburg
Dr. Werner Thissen, Erzbischof von Hamburg
Dr. Felix Genn, Bischof von Münster
Dr. Markus Dröge, Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg
Hans-Jörg Voigt, Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK)
Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
Mathias von Gersdorff, Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur
Horst Marquardt, Vorsitzender des Kongresses christlicher Führungskräfte.
 
Kontakt:
Bundesverband Lebensrecht e. V., Fehrbelliner Straße 99 in 10119 Berlin
Telefon (030) 644 940 39  /  Fax (030) 440 588 67
berlin@bv-lebensrecht.de
 

Foto: Mathias von Gersdorff


Der Kölner Kardinal vergreift sich im Ton: Burschikose Äußerungen zu Papst Benedikt und Vatikan

Meisner zu Papst em. Benedikt: „so eine halbe Portion“, „ganz der Alte“

Nachdem der Kölner Erzbischof das kirchentreue katholische Spektrum sowie die Lebensrechtsbewegung weltweit durch seine deplazierten Äußerungen über die „Pille danach“ maßlos enttäuschte (hier unsere Artikelfolge), geht er jetzt anscheinend nach der Devise vor: „Ist der Ruf erst ruiniert, spricht es sich ganz ungeniert.“

Am gestrigen Mittwoch, den 8. Mai, zitierte die Tageszeitung „Die Welt“-online  Kardinal Meisners jüngste Äußerungen unter dem Titel: „Benedikt XVI. ist nur noch „so eine halbe Portion““ 

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Was eine seriöse Zeitung sich kaum erdreisten würde, nämlich Benedikt XVI. selber herablassend als „so eine halbe Portion“ zu bezeichnen, erlaubt sich das Oberhaupt des Erzbistums Köln.

Wie „Die Welt“ weiter berichtet, zeige sich Erzbischof  Joachim Meisner „erschrocken über den Gesundheitszustand von Benedikt XVI.“   –  Er habe ihn am 18. März besucht und dabei gesehen, wie schmal er geworden sei,so eine halbe Portion„.

Sodann erwähnt der Kardinal erneut, was er sogleich nach Benedikts Amtsverzicht bereits in den Medien breitgetreten hatte, nämlich daß er „mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden war“.  

„Na und?“, möchte man wohl zurückrufen. Hätte Papst Benedikt den Kölner Erzbischof vorher fragen sollen?

Meisner plaudert weiter aus dem Nähkästchen: „Aber als ich ihn so sah, sind meine Vorbehalte weggeschmolzen.“  –  Geistig sei Benedikt allerdings „ganz fit, ganz der Alte„.

Welch unpassenden Ton gestattet sich der 79-jährige Kardinal gegenüber einem emeritierten Pontifex von 86 Jahren!

Damit nicht genug, bezeichnet Erzbischof Meisner den Vatikan flapsig als „den Laden da“.

Wir zitieren wörtlich die „Welt“:

„Meisner wies darauf hin, dass Franziskus immer noch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta wohne. „Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.“ 

Bereits am 11. Februar 2013 hatte der Kardinal sich in einem Interview mit der linksgerichteten „Frankfurter Rundschau“ unangemessen und herablassend über den damals amtierenden Papst Benedikt geäußert, als ob dieser seine Belehrungen bitter nötig habe. (Siehe hier unser Bericht darüber. )

In einem KNA-Interview am vergangenen Mittwoch wurde Meisner auch zum Kölner Diözesanrat befragt, der sich für die Abschaffung der priesterlichen Zölibats-Verpflichtung und zugleich für die Einführung des Frauenpriestertums stark machte. Hierzu der Kardinal: „Das ist nicht Sache dieses Gremiums, sondern das ist Sache der Bischöfe.“ 

Einspruch, Euer Ehren  –  dies ist keineswegs „Sache der Bischöfe“, sondern des Papstes und des katholischen Lehramts als Ganzes, wobei ein sakramentales Weiheamt für Frauen schon aus biblischen und dogmatischen Gründen nicht möglich ist, also insofern erst recht nicht „Sache der Bischöfe“ ist, streng genommen nicht einmal „Sache des Papstes“, da dieser nicht der HERR, sondern DIENER der kirchlichen Glaubenslehre ist.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Ergänzender Artikel:

https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/13/2-teil-des-verwirrspiels-kardinal-meisners-pillen-erklarung-war-keineswegs-mit-dem-papst-abgesprochen/

 

  


Mit brennender Sorge: Kardinal Meisner und der Dammbruch in Deutschland

Von Carmella Smith  (US-katholische Lebensrechtlerin)

Die Meldung ging um die Welt: „Konservativer Kardinal Meisner erlaubt die Pille danach“. Meisner sprach zwar vordergründig von einer „Pille danach“, die nicht abtreibend wirke. Doch eine solche Pille gibt es nicht.

Gleichzeitig führte er die real existierende „Pille danach“ in den katholischen Krankenhäusern seiner Erzdiözese ein. Seither wird dort mit dem Segen des Kardinals medikamentös abgetrieben. images

Die Erzdiözese Köln rechtfertigte Meisners Schritt mit einer Studie von Kristina Gemzell Danielsson, der Präsidentin von FIAPAC, einem Zusammenschluss europäischer Abtreibungsärzte. Doch Abtreibungsorganisationen leugnen seit Jahren die erwiesene abtreibende Wirkung verschiedenster Anti-Baby-Präparaten.

Sogar James Trussell, ein amerikanischer Befürworter der künstlichen Empfängnisverhütung, stellte die Sachlage hier klar: ec.princeton.edu/questions/ec-review.pdf.

Seine Kernaussage: Die „Pille danach“ verhindert, wenn nötig, die Einnistung einer befruchteten Eizelle und tötet den Menschen in den ersten Augenblicken seines Lebens. Ohne diese Wirkung wäre die hohe Effizienz des Präparats gegen Schwangerschaften unerklärbar.

Kardinal Meisner muss mit Nachdruck gebeten werden, seine falschen Aussagen über die „Pille danach“ zu korrigieren und die Verteilung dieses abtreibenden Mittels in seinen Krankenhäusern zu unterbinden. Die Anwendung der „Pille danach“ ist moralisch nie zu rechtfertigen.

Bereits  fünf deutsche Bischöfe haben die Pille danach in den katholischen Krankenhäusern ihrer Diözesen eingeführt.

Quelle: http://www.cardinal-meisner.org/

Es handelt sich hierbei um eine internationale Initiative des US-amerikanischen Portals: http://webmail.catholic.org/


		

Erklärung der „Europäischen Ärzte-Aktion“ und der Vereinigung kath. Ärzte der Schweiz zur „Pille danach“

GEMEINSAMES SCHREIBEN der beiden Dachverbände an Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der katholischen Kirche:

Mit grosser Besorgnis haben die beiden Ärzteverbände, die Europäische Ärzteaktion und die Vereinigung der katholischen Ärzte der Schweiz die Diskussionen um die „Pille danach“ verfolgt.

Die Erklärung von S.E. Kardinal Joachim Meisner und die Erläuterungen der Pressestelle des Erzbistums Köln zur „Pille danach“ haben zu grosser Verunsicherung und Unruhe innerhalb und ausserhalb der Kirche geführt.

Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirkungsweise der „Pille danach“ ist nicht gesichert und wird in Wissenschaftskreisen kontrovers bewertet. Insbesondere eine ausschliessliche ovulationshemmende Wirkung darf als nicht bestätigt angenommen werden.

Die frühabtreibende Wirkung der „Pille danach“ kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. images (2)

Um mit Laun zu sprechen: »Auch die Möglichkeit einer solchen Wirkung führt bereits zu einem kategorischen Nein auf der Ebene der Moral«… »Wenn das [die Nidationshemmung] aber auch nur möglicherweise so ist, dann müsste jeder, der die Verhütung als Mittel im Kampf gegen die Abtreibung propagiert, mindestens mit gleicher Intensität gegen alle abortiven ›Verhütungs‹-Mittel auftreten«.

In der Literatur bestehen hinreichende Anhaltspunkte für die Wahrscheinlichkeit auch einer nidationshemmenden Wirkungsweise beider zur Zeit verfügbaren „Pillen danach“, allein schon aus pharmakokinetischer und -dynamischer Sicht.

PiDiNa®: Levonorgestrel 1,5 mg (LNG):

LNG muss bis spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, je früher, desto besser. LNG kann die Ovulation hemmen, wenn es 3 Tage vor dem LH-Anstieg eingenommen wird. Vom LH-Anstieg bis zur Ovulation dauert es ca. 18 Stunden.

Als Beispiel zwei Zitate zu Levonorgestrel, das in der LNG-haltigen „Pille danach“ in einer 50-fachen Dosis einer Minipille enthalten ist:

„Levonorgestrel … wirkt auf vielen Ebenen kontrazeptiv. […] Die kontrazeptive Wirkung von Levonorgestrel wird auch dadurch bestätigt, dass es eine Schwangerschaft durch Beeinflussung von Endometrium/Blastozysten unterbrechen kann.“

„Die fertilitätshemmenden Wirkungen von Levonorgestrel werden weiterhin durch seine Fähigkeit, durch Störung des Endometriums/der Blastozyste eine bestehende Schwangerschaft zu unterbrechen, bestätigt.“

Das sind Feststellungen, die durch neuere Studien noch widerlegt werden müssten!

Gemäss Rella spielen insbesondere Störungen der Eileitermotilität mit verzögertem Embryotransport in die Gebärmutterhöhle und eine „gestörte Zeitabstimmung zwischen der Keimes- und Endometriumsentwicklung“ eine wichtige Rolle, „die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einnistung sind (fehlende Phasenkonkordanz)“.

Rella nimmt in mindestens 51% der Fälle eine frühabtreibende Wirkung an.

ellaOne®: Ulipristalacetat 30 mg (UPA):

UPA ist ein Progesteron-Rezeptor-Modulator, verwandt mit Mifepriston (Mifegyne® /RU 486), der Abtreibungspille. Man kann es bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen. Es soll aber auch baldmöglichst nach erfolgtem Verkehr genommen werden.

UPA soll den Eisprung noch hemmen, wenn es kurz vor der Ovulation eingenommen wird. Dies ist aber nur noch zu 8% der Fall, wenn es nach dem LH-Gipfel eingenommen wird4. Bei Einnahme nach dem Eisprung hat es einen Einfluss auf das Endometrium im Sinne einer Abnahme der Schleimhautdicke und der progesteronabhängigen Entwicklung desselben, was einer nidationshemmenden Einwirkung entspricht.

Als Progesteron-Rezeptor-Modulator besetzt UPA die Progesteron-Rezeptoren, beispielsweise im Eierstock, den Eileitern und der Gebärmutterschleimhaut, sodass das natürliche Progesteron dort nicht mehr andocken kann. Dies kommt einem Entzug dieses für die Einnistung und den Schwangerschaftserhalt unerlässlichen Hormons gleich.

Somit kann auch für UPA eine nidationshemmende Wirkung absolut nicht ausgeschlossen werden.

Allein schon die Zeitachse der Wirksamkeit von UPA mit der ‚erfolgreichen’ Einnahme bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr kann nicht nur auf der Ovulationshemmung beruhen. Auch die noch höhere Sicherheit von UPA spricht dafür, da unter UPA nur 2,1% Schwangerschaften auftreten, ohne UPA wären es 5,5%.

Aufgrund der nur rudimentär geschilderten Wirkmechanismen von LNG und UPA darf nicht auf eine ausschliessliche Ovulationshemmung der beiden Substanzen geschlossen werden, sondern muss auch die Nidationshemmung ernsthaft in Betracht gezogen werden.

„Eine Inkaufnahme der Tötung ist ethisch nicht vertretbar“

Für christlich eingestellte Ärzte kann daher die Applikation dieser Pharmaka nicht in Frage kommen.

Die lehramtlichen Äusserungen der römisch-katholischen Glaubenskongregation sind demnach weiterhin gültig und massgebend.

Eine Abwägung zwischen den ovulationshemmenden und frühabtreibenden Wirkungen mit Inkaufnahme der Tötung des Fötus bzw. Embryos ist ethisch nicht vertretbar.

Die ACTIO CUM DUPLICI EFFECTU, also das Prinzip der doppelten Wirkung, wurde von Kardinal Meisner im Zusammenhang mit der Freigabe der „Pille danach“ ebenfalls angeführt.

Gemäss der katholischen Morallehre ist hierfür Voraussetzung, dass nichts in sich Schlechtes im Spiel ist, wie dies beispielsweise im ‚Bioethics Summer Course 2008’ von Prof. Joseph Tham, LC, in Rom, am Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum, erläutert wurde.

Prof. Tham hat die Verabreichung der „Pille danach“ auch im Falle einer Vergewaltigung ausdrücklich abgelehnt, da die Nidationshemmung in sich schlecht sei!

Er sagt hierzu: „It is not permissible, however, to initiate or to recommend treatments that have as their purpose or direct effect the removal, destruction, or interference with the implantation of a fertilized ovum.”

Erlaubt hingegen seien Medikationen, welche die Ovulation, die Spermienkapazitation oder die Befruchtung verhindern. Da dies bei LNG und UPA nicht ausschließlich der Fall ist, sind sie nicht im Sinne der doppelten Wirkung anwendbar!

Man muss sich bewusst sein, dass jede „Pille danach“ vom Grundkonzept her so beschaffen ist, dass die Geburt eines Kindes verhindert werden soll. Somit wäre es illusorisch zu glauben, dass nur die Ovulationshemmung intendiert sei, zumal Vergewaltigungen  –  und natürlich auch sonstiger unvorhergesehener Geschlechtsverkehr   –   nicht nur vor der Ovulation stattfinden, sondern zu jedem Zeitpunkt im Verlaufe eines Zyklus.

Der Zeitraum nach erfolgter Ovulation mit allfälliger Befruchtungsmöglichkeit muss dementsprechend zwangsläufig ebenfalls ‚abgesichert’ sein! Und dies kann bis heute ‚zuverlässig’ praktisch nur durch die Nidationshemmung geschehen.

Die Zukunft der ‚emergency contraception’ sieht diesbezüglich nicht besser aus, wie folgender Ausblick zeigt: „Taken together, there is still a need to develop more effective EC methods. To ensure the highest efficacy and to cover the entire window of fertility, the ideal agents for EC also need to target the endometrium and should be possible to use on demand pre- or postcoitally.“

Hier wird das Endometrium explizit als Zielorgan der Forschung für prä- und postkonzeptionelle Methoden benannt, was wiederum auf die Nidationshemmung hinweist.

Wir bedauern sehr, dass sich durch die aus unserer Sicht übereilte Übernahme ungesicherter wissenschaftlicher Daten eine weitere Aufweichung moralischer Prinzipien und eine fortschreitende innerkirchliche Spaltung abzeichnet.

Die beiden unterzeichnenden Ärztevereinigungen bitten Sie, die unterschiedlichen ärztlichen Bewertungen und Sichtweisen zur „Pille danach“ in Ihre weiteren Erwägungen einzubeziehen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und verbunden im Bemühen um eine wissenschaftlich fundierte Klärung der Faktenlage zu dieser Thematik

Dr. med. Rahel Gürber
Präsidentin der Vereinigung der
katholischen Ärzte d. Schweiz VKAS
____________________________
Dr. med. Bernhard Gappmaier
Erster Vorsitzender der
Europäischen Ärzteaktion e.V.


Kardinal Meisners Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ wirft eine Menge Fragen auf

Der Kölner Erzbischof plauderte am Tag der päpstlichen Rücktrittsankündigung aus seinem Nähkästchen

Am 11. Februar 2013 veröffentlichte die linksorientierte „Frankfurter Rundschau“ (FR-online) ein Exklusiv-Interview ihres Chef-Korrespondenten Joachim Frank mit Kardinal Joachim Meisner unter dem Titel:  „Wie soll das gehen?  Ein Papst im Ruhestand!“

Das Gespräch fand offenbar kurz nach der Rücktritts-Entscheidung von Papst Benedikt statt und wurde noch an jenem Montag online veröffentlicht. Der Kölner Erzbischof gab sich „regelrecht schockiert“ von der Nachricht, die er erst für einen Rosenmontagsscherz gehalten habe.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Daraufhin fragt FR-Reporter Frank   – vermutlich etwas überrascht  –  zurück: „Schockiert?“  –  Diese Nachfrage scheint durchaus berechtigt; immerhin hatte Papst Benedikt bereits im Jahr 2010 im Seewald-Buch angedeutet, daß er bei stark geschwächter Gesundheit zurücktreten wolle; unklar war insofern lediglich der Zeitpunkt.

(Im Interview-Buch „Licht der Welt“ mit dem Journalisten Peter Seewald erläuterte der Pontifex: „Wenn ein Papst zur klaren Erkenntnis kommt, dass er physisch, psychisch und geistig den Auftrag seines Amtes nicht mehr bewältigen kann, dann hat er ein Recht und unter Umständen auch eine Pflicht, zurückzutreten.“)

Hierzu nun die Antwort des Kardinals:

„Solch ein Schritt lag außerhalb meiner Vorstellungen. Früher traten nicht einmal Priester und Bischöfe zurück. Das hat einen durchaus tiefen Sinn: Das geistliche Amt ist ja eine Art Vaterschaft. Und Vater bleibt man doch Zeit seines Lebens. Als dann die Altersgrenze für Bischöfe und Priester eingeführt wurde, habe ich lange Zeit gedacht: Ein Glück, dass wenigstens der Papst auf Lebenszeit amtiert. Dann ist die Kontinuität dieser Vaterschaft gesichert.“

Angesichts dieser Auskunft wüßte man gerne, warum vor einigen Jahren mehrere Pfarrer in der Stadt Köln von  Erzbischof Meisner bzw. seinem Personalschef in den Ruhestand gedrängt werden sollten, obwohl sie die kirchenrechtlich vorgegebene Altersgrenze von 75 Jahren noch gar nicht erreicht hatten. Bestand etwa kein Interesse daran, die hier im Interview so hervorgehobene „Kontinuität dieser Vaterschaft“ bei den betreffenden Pastoren zu wahren bzw. wenigstens gemäß dem Kirchenrecht (CIC) noch ein paar Jahre bis zur vorgesehenen Ruhestandsgrenze abzuwarten?

Zweimal erwähnt der Kölner Erzbischof im oben zitierten Abschnitt Priester und Bischöfe“, die „früher“ nicht zurückgetreten seien bzw. benennt die Altersgrenze für „Bischöfe und Priester

Dazu ist aber festzuhalten, daß das Priestertum durchaus nicht zeitlich begrenzt werden kann (sehr im Unterschied zum Amt des Papstes!), denn die Priesterweihe verleiht dem Geistlichen ein unauslöschliches sakramentales Merkmal.  foto 31.5.2010a - Kopie

Daher kann ein Priester als „Priester“ nicht zurücktreten, sondern nur als „Pfarrer“: sein Pfarramt kennt eine Altersgrenze, aber nicht sein Priestersein. Der Kardinal hat sich daher seltsam unpräzise ausgedrückt.

Danach äußert Meisner allerdings doch noch Verständnis für die päpstliche Entscheidung:

„Allerdings merke ich es an mir selbst, wie ich mit den Jahren doch mehr und mehr in den Seilen hänge. Und insofern ist es schon sinnvoll, dass man auch zurücktreten kann. Nicht weil man nichts mehr tun will. Aber man ist befreit vom „du musst“ und darf stattdessen sagen: „ich kann.“ (…) Man muss ein paar Jahrhunderte zurückblicken, um einen vergleichbar dramatischen Schritt zu entdecken – auch das mag belegen, wie sehr die Kirche dem hektischen Taktschlag des Internet-Zeitalters eine Art Zeitlosigkeit entgegensetzt.

Besteht denn die „Zeitlosigkeit“ der Kirche wirklich darin, daß der Papst auch in einem äußerst geschwächten Zustand sein Amt unbedingt weiter ausführt?

Besteht die Zeitlosigkeit der Kirche nicht vielmehr in ihren zeitlosen göttlichen Geboten, in den Sakramenten des Ewigen und in den unveränderlichen Dogmen des Glaubens?

Sodann stellt der Reporter dem Kardinal die heiße Frage: „Wusste der Papst eigentlich von der Revision Ihrer Position zur „Pille danach“, die Sie nach einer Vergewaltigung nun für ethisch vertretbar erklärt haben?“   Embryo (2)

Hierauf folgt diese Antwort:

„Meine Erklärung war mit der Glaubenskongregation und der Päpstlichen Akademie für das Leben abgestimmt. Ich habe auch mit dem Sekretär des Papstes, Erzbischof Gänswein, darüber gesprochen. Er hat mir gesagt: „Der Papst weiß Bescheid. Es ist alles in Ordnung.“

Wir haben bereits darüber berichtet, daß diese Behauptung durch Meisners eigene Pressestelle dementiert bzw. korrigiert werden mußte: Papst Benedikt kannte vorher weder Meisners Pillen-Erklärung noch hat er sie gebilligt.

Sodann fragt die „Frankfurter Rundschau“: „Sie haben 2005 sehr für die Wahl Joseph Ratzingers geworben. Hat er Ihre Erwartungen erfüllt?“

Der Kardinal erklärt merkwürdigerweise: „Was mich überrascht hat, war seine Fähigkeit, in das neue Amt hineinzuwachsen. Schüchtern wie er von Natur aus ist.“

Der Priester Joseph Ratzinger war in den 60er Jahren einer der jüngsten Theologie-Professoren Deutschlands, er lehrte zB. in Münster, Tübingen und Regensburg und faszinierte seine Studenten, die auch aus anderen  –  etwa naturwissenschaftlichen  –  Fächern in großer Zahl zu ihm in die Vorlesungen strömten. Schüchternheit?  – Wohl kaum, eher bewußte Bescheidenheit und Zurückhaltung.

Sodann erzählt Meisner aus dem Nähkästchen:

„Ich habe bei seiner ersten großen Reise hierher nach Köln zum Weltjugendtag auf dem Schiff immer wieder zu ihm gesagt: „Heiliger Vater, Sie müssen jetzt den Jugendlichen zuwinken! Und zwar nicht nur nach rechts, sondern auch nach links, zu allen Seiten!“   – Bis er mal geantwortet hat: „Dauernd kritisierst du an mir herum!“ – „Ja“, habe ich gesagt, „bis du es gelernt hast, Papst zu sein“. Solche lockeren Töne verträgt der Papst. Er ist wirklich ganz natürlich geblieben.“

Daß der Papst solche Sprüche privat verträgt, spricht sicher für ihn und seinen Humor.  Aber ob es wohl „verträglich“ ist, der Öffentlichkeit – noch dazu ausgerechnet am Tag der verkündeten Rücktritts-Entscheidung des Papstes  –   solche Storys zu servieren?  – Dies dürfte fraglich sein, zumal der Eindruck entsteht, als habe der Kardinal dem Papst damals gleichsam „auf die Sprünge geholfen“.

In dem Interview geht es danach um die sich ergänzenden Eigenschaften des Vorgänger-Papstes (Joh. Paul II.) und des damaligen Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger.   –  Hierzu fragt der FR-Reporter: „Hat Benedikt XVI. im Vatikan das Pendant gefehlt, das er selbst für seinen Vorgänger war?“

Kardinal Meisner Antwort in bezug auf Kardinal Tarcisio Bertone erscheint wiederum äußerst seltsam:

„Der Kardinalstaatssekretär hatte diese Rolle sicher nicht. In der Williamson-Affäre bin ich sogar einmal im Auftrag einer ganzen Reihe von Kardinälen zum Papst gegangen und habe gesagt: „Heiliger Vater, Sie müssen Kardinal Bertone entlassen! Er ist der Verantwortliche  –  ähnlich wie der zuständige Minister in einer weltlichen Regierung.“  –  Da hat er mich angesehen und gesagt: „Hör mir gut zu! Bertone bleibt! Basta! Basta! Basta!“  – Danach habe ich das Thema nie wieder angesprochen.“

Erstens ist es unangemessen, zumal für einen Erzbischof, derlei interne Vorgänge an die Öffentlichkeit zu zerren.  Zweitens ist es völlig untypisch für den zurückhaltenden, von Meisner doch sogar als „schüchtern“ bezeichneten Papst Benedikt, dreimal hintereinander „Basta!“ zu sagen, als würde er gleichsam verbal auf den Putz hauen.

Drittens ist diese Interview-Attacke gegen Bertone zum jetzigen Zeitpunkt aus mehreren Gründen besonders fehl am Platze, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Papst-Vertraute Bertone die hauptsächliche Zielscheibe der „Vatileaks“-Intriganten war, die den Kardinalstaatssekretär (nach dem Papst der zweite Mann in der kath. Weltkirche) mit ihren hinterhältigen Machenschaften „erledigen“ und abservieren wollten. Offenbar war Bertone gewissen Seilschaften innerhalb des Vatikan ein Dorn im Auge.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster