Musikalisches Großereignis in Regensburg: „Dream of Gerontius“ am 31. März 2017

Am kommenden Freitag, 31. März 2017, wird im Audimax der Universität Regensburg das Oratorium „The Dream of Gerontius“ des englischen Komponisten Edward Elgar aufgeführt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Insgesamt 250 Musiker des städtischen Theaters Regensburg, der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik und des Regensburger Universitätschores werden gemeinsam auf der Bühne sein.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto), Schirmherr der Premiere in Regensburg, sprach von einer „einmaligen Gelegenheit“ sowie von der „gesamten musikalischen Kompetenz Regensburgs“.

Textgrundlage des Oratoriums ist ein Gedicht des seligen John Henry Newman. Es geht um die letzten Dinge: um einen Mann am Ende seines Lebens, der stirbt und erfährt, was ihn nach dem Tod erwartet.

Die Musik ist spätromantisch geprägt, Harmonien und Form nehmen Anleihen bei Richard Wagner. Prof. Stephan Baier, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik, sprach von einem „süffigen Oratorium“. Der Katholik Edward Elgar lebte von 1857 bis 1934.

Bild: Evita Gründler

Das gewaltige Oratorium wird in Deutschland selten aufgeführt.

John Henry Newman konvertierte im 19. Jahrhundert zur katholischen Kirche, wurde später zum Kardinal ernannt und 2010 von Benedikt XVI. seliggesprochen.

Bischof Voderholzer erklärte: „Nun ist es endlich soweit: In der Hauptstadt der Kirchenmusik, wo seit über 1000 Jahren die hohe Kunst des Musizierens kultiviert wird, kommt ,The Dream of Gerontius῾ zur Aufführung.

Karten gibt es im Vorverkauf zu Preisen von 17,90 bis 51,90 Euro. Kartenreservierungen sind telefonisch möglich unter 0941/507-2424
oder Mail kartenservice@theaterregensburg.de

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Kurze theologische Antworten zum Problemfeld der sog. Privatoffenbarungen

Erscheinungen, Botschaften, Visionen, Prophezeiungen: wie soll man unterscheiden, was von Gott kommt, was nicht?

Hier folgen einige Antworten von Theologen und Mystikern auf oft gestellte Fragen:

„Man verschließe den Verstand gegen jede Offenbarung und halte sich schlicht an die Lehre der Kirche und ihren Glauben“.  – Warum sagt das der hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz? mtcarmelpic1

Pater Bonifatius Günther: Dies gilt besonders für jeden Mystiker, für ihn also noch mehr als für den einfachen Gläubigen, weil für ihn größere Gefahren bestehen. Nicht seine mystischen Erlebnisse, sondern sein kindlicher und lebendiger Glaube rettet seine Seele und führt ihn zur Vollkommenheit.

Gibt es Menschen, die besonders anfällig sind für falsche Mystik?

B. Günther: Auf die falsche Mystik fallen besonders gute Priester und fromme Seelen herein. Sie wissen um die außergewöhnlichen Dinge bei den Heiligen, welche von manchen Biographen zu sehr in den Vordergrund gerückt werden. Dies führt dann zur Überschätzung der mystischen Phänomene… Die Seele öffnet dadurch, daß sie nach außergewöhnlichen Dingen Verlangen trägt, dem Teufel Tür und Tor, so daß er sie mit ähnlichen Erscheinungen hintergehen kann.

Sind Privatoffenbarungen eher eine Gefahr für den Menschen?

Pater August Poulain SJ: Kommen sie nicht von Gott – der Fall ist viel häufiger und man erlangt darüber nur schwer Klarheit – so begibt man sich auf sehr gefährliche Wege. Daraus folgt, daß Offenbarungen im allgemeinen eine Gefahr für den Menschen sind. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Welche Autorität haben Privatoffenbarungen?

A. Poulain: Sie haben den Wert des Zeugnisses der Person, welche sie berichtet, nicht mehr und nicht weniger. Diese Person ist aber niemals unfehlbar.

Nun gibt es eine Reihe kirchlich gebilligter Privatoffenbarungen. Was bedeuten sie für uns?

A. Poulain: Die Kirche verpflichtet nie, an Privatoffenbarungen, die Heiligen zuteil wurden, zu glauben. Auch dann nicht, wenn sie dieselben bestätigt (approbiert). Durch diese ihre Bestätigung erklärt sie bloß, daß in ihnen sich nichts gegen den Glauben und die guten Sitten findet, und daß man sie ohne Gefahr, ja sogar mit Nutzen lesen kann..

Hat manchmal auch der Teufel seine Hand im Spiel?

Hl. Franz von Sales: Es kann auch der böse Feind den Verstand in Ekstase versetzen und entrücken; er kann ihm so wunderbare Einsichten geben, daß sie ihn über die menschlichen Kräfte erheben und in Schwebe halten. Er kann auch durch solche Klarheiten dem Willen eine Art eitler, weichlicher, schwächlicher und unvollkommener Liebe geben… 

Was bezweckt der böse Feind damit? Bsp-7

Hl. Franz von Sales: Er tut das, um Gott nachzuäffen, Seelen in die Irre zu führen, Schwachen Ärgernis zu geben und einen Geist des Lichtes vorzutäuschen… Sieht man also einen Menschen, der im Gebet entrückt ist, so daß er über sich hinaustritt und sich zu Gott erhebt, aber kein Gott hingegebenes, höheres Leben führt, seine weltlichen Lüste nicht überwindet, seine naturhaften Willensäußerungen und Neigungen nicht abtötet durch innerliche Güte, Einfachheit, Demut und besonders andauernde Liebe, glaube mir, dann sind diese Entrückungen sehr zweifelhaft und gefährlich.

Stimmt es, daß auch Heilige sich in ihren Offenbarungen und Visionen geirrt haben?

A. Poulain: Der hl. Vincenz Ferrer (1398-1419) predigte die letzten 21 Jahre seines Lebens, daß das Jüngste Gericht nahe bevorstehe. Er wisse das aus einer klaren Offenbarung, und zum Beweise dafür wirkte er überall Wunder. Unter vielen anderen erweckte er zu Salamanca 1412 eine Frau vom Tode, welche man gerade zum Friedhof trug, und welche dann seine Worte bestätigte. Und doch ging diese so gut beglaubigte Weissagung nicht in Erfüllung…

Woher kommt der populäre Hang zu falscher Mystik?

Sel. Kardinal Henry Newmann: Das große Übel, von dem ich spreche (der populäre Hang zu abergläubischer Wahrsagerei und Zukunftsprophezeiungen), entsteht infolge der Vernachlässigung der Heiligen Schrift… Aber große Erbauung und Segen kommt von der Lektüre der biblischen Verheißungen…Christus kennen heißt die Hl. Schrift kennen. Das ist ein Anker.

Quelle und vollständige Zitatenlese hier: http://www.vision2000.at/index/?article=154027_24

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Gehören Privatoffenbarungen zur amtlichen Verkündigung der Kirche?
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Guido Becker: Der öffentlichen Offenbarung, die nach der Lehre der Kirche mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, können Privatoffenbarungen nichts neues an Glaubensinhalten hinzufügen. Privatoffenbarungen sind auch nicht Gegenstand der kirchlichen Lehrverkündigung.
Die kirchliche Anerkennung ihrer Echtheit im Einzelfall besagt nur, dass darin nichts enthalten ist, was gegen den Glauben und die Sitten verstösst. Die Kirche übernimmt, wenn sie Privatoffenbarungen anerkennt, auch nicht die Garantie für den göttlichen Ursprung derselben.
Die Zustimmung des einzelnen Gläubigen zu Privatoffenbarungen kann darum nur mit menschlich-natürlichem Glauben erfolgen und nicht mit übernatürlichem Heilsglauben.
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Quelle: „Theologisches“ vom Jan. 2002, S. 22 (http://www.theologisches.net/files/32_Nr.1.pdf)