Warum die Zelebration zu GOTT hin besser ist

Von Felizitas Küble

Als Kurienkardinal Sarah – Präfekt der Gottesdienstkongregation –  vor zwei Jahren einige liturgische Klarstellungen vornahm, war die Aufregung groß.

Der römische Würdenträger aus Afrika (siehe Foto) ermutigte die Priester, die heilige Messe „ad Deum“ (zu Gott hin) zu feiern; man spricht auch von der Zelebration „versus orientem“ (zum Osten hin) bzw. von einer Ausrichtung des Priesters „zum Altar hin“.

Die heute meistverbreitete Praxis ist hingegen jene „versus populum“ – also zum Volk hin, der Priester wendet sein Angesicht dabei der Gemeinde zu.

Manchmal hört man die Behauptung, diese neue Ausrichtung sei vom 2. Vatikanum beschlossen worden bzw. sie sei eine Vorschrift der Liturgiereform nach dem Konzil.

Diese These ist in beiden Varianten falsch. Das Vatikanische Konzil hat sich zu dieser Frage überhaupt nicht geäußert, geschweige zum Bau von „Volksaltären“ aufgefordert. Durch die Liturgiereform wurde die Ausrichtung „versus populum“ zwar erlaubt, aber nicht vorgeschrieben. Auch nach dem NOM (neuen Meßbuch) ist die frühere Zelebration zum Altare hin weiter möglich.

Es wäre auch gleichsam „verrückt“, wenn es anders wäre, denn immerhin besteht diese klassische Priester-Orient-ierung seit zweitausend Jahren, sie war schon in der frühen Kirche die übliche Gebetsausrichtung des Priesters, der Diakone, der Meßdiener – und der Gemeinde.

Wohlgemerkt: Auch die Gläubigen wandten sich gemeinsam mit dem Geistlichen „zum Altar hin“, der meist „geostet“ war, also nach Osten hin ausgerichtet. Das hatte eine symbolische Bedeutung, denn es galt das Leitwort, das bereits die alttestamentlichen Juden kannten: „Aus dem Osten kommt das Licht“. So sind die Synagogen bis heute immer geostet, damit der Schrein mit den Thorarollen „gen Osten“ steht. 

Diese Orient-tierung hat auch eine eschatologische (endzeitliche) Bedeutung und beinhaltet in zeichenhafter Weise, daß wir „dem HERRN entgegengehen“. Wir erwarten den einst wiederkommenden Christus, der für uns Gläubige das „Licht der Welt“ ist.

Obwohl das nachkonziliare neue Meßbuch also auch die frühere Zelebrationsrichtung gestattet, findet sie in der Praxis kaum noch statt  – natürlich mit Ausnahme der „alten Messe“ nach dem überlieferten Ritus, dort ist diese Meßfeier „zum Altare hin“ ohnehin selbstverständlich und verpflichtend zugleich.

BILDER: Traditionelle hl. Messe in der Kapelle von Schloß Assen beim Sommerfest 2018

Was ist nun theologisch und liturgisch besser, aber auch „pastoral“ geeigneter?

Zunächst sind folgende Fakten zu bedenken:

  1. Die Ausrichtung „ad Deum“ (zu Gott, zum Altar hin) ist die frühchristliche und seit fast zweitausend Jahren übliche Form der Zelebration. Sie besitzt somit den Vorzug des Ursprungs und der beständigen Überlieferung. Diese kommt nicht von ungefähr, sondern beruht wiederum auf theologischen Gründen.
  2. Auch die Ostkirchen – sowohl die unierten Kirchen wie die orthodoxen Konfessionen  – praktizieren diese Liturgie-Ausrichtung „ad Deum“ bis heute, ebenso die altorientalische koptische Kirche (Ägypten, Äthiopien).

Wie steht es nun mit dem Einwand, durch die neue Zelebrationsrichtung „zum Volk hin“ sei eine stärkere Gemeinsamkeit zwischen dem Priester und seiner Gemeinde erkennbar, da sie sich sozusagen „einander zuwenden“?

Der Gleichklang des Betens und Feierns besteht aber doch gerade in einer gemeinsamen (!) Gebetsrichtung, nämlich daß sowohl der Geistliche wie die Ministranten und das Kirchenvolk einmütig zum Altar hin ausgerichtet sind.

Im Mittelpunkt der heiligen Messe steht nicht der Mensch, auch nicht der Priester, sondern GOTT – und daher wenden sich  b e i d e  dem Höchsten zu, dessen Erhabenheit und Gegenwart durch den Altar versinnbildlicht wird. 

Das Mindeste ist aber ein Kreuz auf dem Altar, so daß sich Priester und Gemeinde wenigstens zu diesem Kreuz als dem symbolischen Zentrum der Feier hinwenden. Aber in vielen Kirchen finden wir kein Kreuz auf dem Volksaltar.

Die Ausrichtung „zum Altar hin“ gilt konkret für das sakramentale Meßopfer, also für die Eucharistiefeier im engen Sinne. Der Wortgottesdienst wurde auch früher größtenteils zum Volk hin vollzogen, etwa die Lesungen in deutscher Sprache oder auch die Predigt. Hier geht es nicht um Gebete, sondern um das Hören auf Gottes Wort und des Priesters Auslegung.

Somit dürfte klar sein, daß gerade die neuzeitlich so beliebte Argumentation hinsichtlich der „Gemeinschaft“ von Volk und Priester für die Zelebration zum Altare hin spricht, denn hierbei findet eine einheitliche Gebetsausrichtung statt, man schaut gemeinsam in dieselbe Richtung – nicht jedoch bei der neu-liturgischen Variante „versus populum“.

Zudem wollte man doch angeblich von der Priester-Zentrierung abkommen, also eine allzu starke Betonung des Zelebranten vermeiden, auf daß das „wandernde Gottesvolk“ nicht zu kurz komme etc.

Auch hierbei ist das Gegenteil erreicht worden: Durch die Zelebration zum Volke hin steht der Priester weitaus mehr Mittelpunkt als früher, seine Gestik ist ständig gegenwärtig, sein Gesicht unentwegt sicht-bar, was vor allem bei der heiligen Wandlung unangemessen wirkt, denn der Liturge am Altar ist lediglich Statthalter Christi, der eigentliche Opferpriester (und auch die Opfergabe selbst) ist aber unser HERR.

Die Gläubigen sollen sich nicht auf die (Privat-)Person des Priesters, sondern auf den „ewigen Hohenpriester“ konzentrieren, auf Christus also!

Dazu kommt, daß es vermutlich für die innere Sammlung und Andacht des Geistlichen auch nicht sehr förderlich ist, wenn er ständig im Blickkontakt zu seiner Gemeinde stehen muß. Nicht einmal beim Höhepunkt der heiligen Messe darf er mal kurz alleine sein, auch dort wird ihm vom Kirchenvolk ins Gesicht geschaut.

Es ist also für die Andacht und Frömmigkeit sowohl des Priesters wie der Gemeinde besser, wenn der Zelebrant zum Altare hin zelebriert!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 

 


Kardinal Sarah hat seine Teilnahme an der „Liturgischen Tagung 2017“ abgesagt

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Stellungnahme der „Internationalen Liturgischen Tagung“:
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Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass Kardinal Sarah (siehe Foto) seine Teilnahme an der 18. Liturgischen Tagung absagen musste. 1b5b8-cardinal_robert_sarah
Der Kardinal sah sich gezwungen, seine bereits zwischen November 2015 und April 2016 dreifach (auch schriftlich) zugesicherte Anwesenheit bei unserer Veranstaltung und damit auch seine Wortmeldungen zurückzuziehen (aus terminlichen Gründen).

Wir bedauern dies umso mehr, als Kardinal Sarah durch seine Äußerungen auf der Konferenz „Sacra Liturgia 2016“ in London das Augenmerk der Öffentlichkeit erneut auf die Impulse gelenkt hat, die aus dem Motu Proprio Summorum Pontificum Benedikts XVI. für die Weiterentwicklung der Liturgie der lateinischen Kirche erwachsen und die unter dem Begriff der „Reform der Reform“, den Kardinal Ratzinger im Jahre 2002 geprägt hat, eine Neubewertung des Novus Ordo Missae nach einer fast fünfzigjährigen Geschichte von Fehlentwicklungen und liturgischen Mißbräuchen zur Aufgabe machen.

Kardinal Sarah bedauert in seinem Brief vom 13. Oktober an uns, dass er nicht in der Lage ist, teilzunehmen, und schreibt:

 „Ich denke besonders an den Vortrag, den ich am Freitag, dem 31. März, halten sollte mit dem Titel: „Die Bedeutung des Motu proprio Summorum Pontificum für die Erneuerung der Liturgie in der Lateinischen Kirche“, und auch an die Predigt während der Messe am folgenden Tag in der Abteikirche von Rolduc.
Ich wünsche nichtsdestoweniger, dass dieser großartige Liturgische Kongress sehr erfolgreich sei, und ich versichere Sie, dass mein Gebet die Teilnehmer und ihre Überlegungen zu diesem so wichtigen Thema begleiten wird.“ slider3-640x360

Wir bitten alle bereits angemeldeten Teilnehmer, die nun zu Recht enttäuscht über den Umstand sind, daß wir auf Kardinal Sarah in Herzogenrath als großen Unterstützer unseres Anliegens verzichten müssen, ihre Zusage zur Teilnahme nicht zurückzuziehen, sondern zu bedenken, dass gerade jetzt ein Zusammenhalt jener notwendig ist, die das Anliegen Papst Benedikt XVI. einer „Reform der Reform“ weitertragen möchten.

Erzbischof Alexander Sample, der eine ganze Woche in Herzogenrath zubringen wird, ist ein herausragender Vertreter der liturgischen Bewegung, die mit den Impulsen Papst Benedikts XVI. versucht, die liturgische Praxis der Gegenwart durch die Wertschätzung der klassischen Liturgie zu sanieren. Er wird uns sowohl als Zelebrant und Prediger als auch als Gesprächspartner umfänglich in Herzogenrath zur Verfügung stehen.

Dr. Guido Rodheudt, Pfarrer
Egmont Schulze-Pellengahr

Quelle: http://www.liturgische-tagung.info/

Sind Allah und der biblische Gott identisch?

Von Martin Lohmann

Wie soll man reagieren auf den Terror? Hat die Terrorwelle etwas mit dem vielfach unkontrollierten Flüchtlingsstrom, der seit Merkels Tür- und Grenzöffnung Europa und vor allem auch Deutschland verändert hat, zu tun?   Lohmann5

Sind alle Freiheit und Menschenwürde hassenden Brutalmörder immer nur Einzeltäter? Wer oder was hat sie mental gespeist?

Haben diese Täter, die sich auf ihren Islam berufen, wirklich gar nichts mit dem Islam zu tun? Ist man ein Hetzer und Hasser, wenn man sich um die Sicherheit sorgt und gegen mörderische Hetze und tödlichen Haß ist?

Ist man ein gefährlicher Fundamentalist, wenn man für das Fundament der Freiheit, des Respekts und der wehrhaften Toleranz plädiert?

Sind islamistische Halsdurchtrenner und Kopfabschneider oder triebgesteuerte und frauenverachtende Vergewaltiger nur im seltenen und dann ganz überraschenden Einzelfall psychisch gestört? Sind die traumatischen Erfahrungen auf der Flucht ein Grund für Haß und Gewalt? Haben nicht auch christliche Flüchtlinge schwere Traumata?

Warum haben es aufgeklärte, friedliebende und toleranzbereite Muslime offenbar so schwer in einem bislang unaufgeklärten Islam? Ist der Haß von Muslimen auf friedliebende Christen muslimisch?

Wenn die Leere nichts mehr mit Lehre zu tun hat

Sind Mohammed und Christus vergleichbar? Ist es tatsächlich derselbe Gott, an den Christen und Muslime glauben? Wo also läge dann das Problem?

Die barbarische Tat, bei der einem alten, friedfertigen und treuen Priester Gottes unter Anrufung Allahs und angeblich in seinem Namen während der heiligen Messe in Frankreich der Kopf abgeschnitten wurde, wirft nicht nur Fragen auf, sondern produziert vielfach pure Wut.

Aber auch peinliche Sprachlosigkeit bei jenen, die als medienaffine und applausgeneigte Bischöfe ansonsten gerne das sagen, was hoffentlich gut ankommt. Wenn es gar Kardinäle sind, die als Zeichen ihrer stets gebotenen Bereitschaft, für die Wahrheit Christi einzustehen, einst den blutroten Purpur verliehen bekamen, denen wenig oder gar nichts einfällt, dann wird es dramatisch  –  und offenbart eine Leere, die nichts mehr mit der Lehre zu tun hat.foto-dcubillas-www_freimages_com_

Kardinal Rainer Woelki versteht es, mit markigen Worten vor der Kulisse seines Domes, der nicht seiner ist, aufzutreten. Manches gerät dann schon mal wohl klingend, aber sachlich falsch.

Da kann dann auch ein Erzbischof sehr rasch in parteipolitische Niederungen hinabsteigen oder abrutschen, die er dann – unter Umgehung wirklicher theologischer Kenntnisse – auch mit vermeintlich geistreichen vergleichenden Gleichsetzungs-Sprüchen von Kirchturm und Minarett garniert. Differenzierung? Fehlanzeige…

Kardinal Sarah warnt, Kardinal Woelki beschwichtigt

Gar nicht gut angekommen sind jetzt aber bei vielen die von ihm in seiner Spur unkritischer und weitgehend anspruchsfreier Willkommenskultur zelebrierten Gleichsetzungen von Allah und Gott. Während ein Robert Kardinal Sarah aus Guinea, der in Rom die Kongregration für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung der katholischen Kirche leitet, nach dem Mord an Abbé Jacques Hamel vielen aus dem Herzen sprach, als er sagte: „Wie viele Tote braucht es, wie viele abgeschlagene Köpfe, bis die europäischen Regierenden die Lage begreifen, in der sich der Westen befindet?“, hörte man von Woelki nichts Hilfreiches.

Andere verstiegen sich in von Äquidistanz gesteuerte Allgemeinplätze mit Betroffenheits-Tremolo, als gehe es eher allgemein darum, daß jetzt Haß zwischen Religionen gesät werden solle. Sät das Christentum etwa Haß? Wer schneidet denn wem den Kopf ab? 

Derweil schweben nach wie vor Woelkis gut gemeinte Kommentierungen im Raum, mit denen er von demselben Gott der Christen und Muslime träumt. Da besteht nun dringend Aufklärungs- und Korrekturbedarf.

Daß ein Kardinal besser daran täte, in erster Linie die vernachlässigte und verwaschene Glaubens- und Missionskraft der Christen zu stärken, sei nur am Rande erwähnt. Auch sei ausdrücklich betont, daß es keine Alternative zur Willkommenskultur geben kann. Aber nicht zum Null- oder Minustarif!

Willkommenskultur darf keine kardinale Einbahnstraße sein. Sie verlangt nach klaren Regeln und Pflichten auch bei jenen, die willkommen sind und sein müssen. Allein Gefühliges nützt nichts, schadet eher – auch wenn es aus einem Kardinalsmund kommt.

Der Gott Israels ist auch Gott der ChristenMoschee-Bonn-4

Natürlich gibt es Verbindungen zwischen den „Gottesbildern“. Juden, Christen und Muslime glauben an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Jahwe, der Gott Israels, wird kein anderer, weil er nach christlichem Glaubensbekenntnis seinen Sohn sandte und die Dreifaltigkeit offenbarte. ER ist und bleibt derselbe.

Beim später entstandenen Islam hingegen sieht es anders aus. Das in Sure 2,163 formulierte Bekenntnis zur Einheit und Einzigartigkeit Gottes ist eben auch  –  wie der Theologe Ulrich Nersinger festhält  –  „bewußt und konkret gegen die Inkarnations- und Trinitätslehre der Christen gerichtet“.

Daher heißt es auch in Sure 5,73: „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‘Gott ist der Dritte von dreien’, wo es doch keinen Gott gibt außer einem einzigen Gott.“  – Denn fälschlicherweise stellt der Koran die Dreifaltigkeit Gottes als göttliche Familie dar, also bestehend aus Gott, Jesus und seiner Mutter Maria.

Derselbe Gott? Und: Sind etwa Mohammed als Prophet und Jesus Christus als Sohn Gottes und Gott vergleichbar? Ist es wirklich derselbe Gott, der nach christlicher Erkenntnis sich als liebender Vater zeigt, barmherzig, gerecht und verzeihend ist und mit seinem Geschöpf in Dialog tritt? Der uns durch die Heilige Schrift, die eben nicht ein Koran ist, wissen läßt, daß ER die Liebe ist?

Der biblische Gott liebt den Sünder, nicht die Sünde

Von dem es im Johannesbrief (1 Joh 4,48) heißt: Wer nicht liebt, kennt Gott nicht. Ein Gott, der zum Respekt aufruft, zur Feindesliebe, zum Vergeben, der Freiheit will und selbst den Sünder, nicht aber die Sünde liebt. Ein Gott, der niemals zum Töten aufruft oder einlädt. Derselbe Gott?   image001

Ist es derselbe Gott, wenn einerseits Liebe geboten und Gewalt verboten wird, andererseits im Namen Allahs die  –  auch gewaltsame  –  Unterwerfung zum Islam gefordert ist? Ist es derselbe Gott, wenn das Nutzen der – einerseits gegebenen und andererseits verbotenen – Religions- und Gewissensfreiheit mit dem Tode bestraft wird?

Wie kommt ein deutscher Kardinal auf die abenteuerliche Idee, ernsthaft in einem Kommentar zu behaupten, daß sich Christen und Muslime „gerade auch in unserem politischen Handeln allein dem einen und wahren Gott verpflichtet“ wissen?

Wo sind denn die Gemeinsamkeiten bei Religionsfreiheit, Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau durch nicht abgestufte Personen- und Menschenwürde?

Es gibt Gemeinsamkeiten, zweifellos. Aber eben auch eklatante Unterschiede zwischen Allah und Gott.

Nicht nur Kardinäle sollten wissen, daß Jesus von Nazareth der Christus und Gottessohn ist, der in gebotener Toleranz sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Drunter und billiger ist nun mal nicht mehr christlich.

Unser Autor Martin Lohmann aus Bonn ist katholischer Theologe, Publizist und führender Lebensrechtler (Vorsitzender des „Bundesverband Lebensrecht“)

HIER ergänzend die Klarstellungen von Kardinal Müller (Präfekt der Glaubenskongregation) zu diesem Thema: https://charismatismus.wordpress.com/2015/04/04/kardinal-g-muller-zum-islam-muslime-und-christen-glauben-nicht-an-denselben-gott/

 


Kardinal Sarah hat recht: Zelebration zum Osten hin ist liturgisch erlaubt

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Petersplatz mit Gero P. Weishaupt

Die Aufregung war groß, als Kardinal Sarah, der Präfekt der Gottesdienstkongregation anlässlich einer liturgischen Tagung in London vorige Woche die Priester er

mutigte, unter Berücksichtigung der pastoralen Klugheit am dem 1. Adventssonntag dieses Jahres die heilige Messe zum Osten (ad Deum / versus orientem) zu zelebrieren.

Kardinal Vincent Nichols, der Erzbischof von Westminster, in dessen Diözese die Tagung stattfand, hat umgehend einen Brief an die Priester seines Bistums geschrieben, mit dem er sie aufforderte, der Aufforderung von Kardinal Sarah nicht zu folgen. Er begründete seine Verweigerung u. a. mit geltenden Bestimmungen.

Was aber sind die geltenden Bestimmungen? Was sagt das liturgische Recht der Kirche hierzu?

Bekanntlich hat sich das Zweite Vatikanische Konzil zur Zelebrationsrichtung nicht geäussert. Ebensowenig wird in der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Konzils etwas über die Errichtung neuer Altäre vorgeschrieben.

Das erste nichtkonziliare Dokument, das hierüber etwas sagt, ist die Instruktion Inter Oecumenici vom 26. September 1964, die mit ihren Normen den Anspruch erhebt, eine konkrete Ausführung der Liturgiekonstitution zu sein. Der Text der Instruktion sei hier zuerst lateinisch und dann in meiner deutschen Übersetzung zitiert:hv2001_07

„Praestat ut altare maius extruatur a pariete seiunctum, ut facile circumiri et in eo celebratio versus populum peragi possit…”(Sacra Congregatio Rituum[1964] 898, Nr. 91).

„Es ist besser, dass der Hauptaltar von der Rückwand getrennt errichtet wird, so dass man ihn leichter umschreiten und auf ihm die Feier zum Volk hin erfolgen kann.“

An dem gesamten Satz fällt zweierlei auf

  • die Hauptaussage des Satzes ist die Trennung des Altares von der Wand (a pariete seiunctum)
  • es wird nur eine Empfehlung ausgesagt in Bezug auf die Trennung des Altares von der Rückwand (praestat = es ist besser; es ist wünschenswert
  • es wird nur von einer Möglichkeit der Zelebration zum Volk hin als Folge der Trennung des Altares vom der Rückwand gesprochen (ut … possit= so dass … kann).

Fasst man also die lateinische Konjunktion ut konsekutivisch auf, wäre die Umschreitung und die Zelebration eine Folge der Freistellung des Altares. Durch diese kausallogische Änderung der Aussagen wäre der Hinweis auf die Zelebration nochmals abgeschwächt. Es kommt dem Gesetzgeber auf die Möglichkeit der Trennung des Altares von der Rückwand an, nicht auf die Zelebration versus populum. Letzteres bleibt eine untergeordnete Nebenaussage.

Die Instruktion von 1964 spricht nur von der Möglichkeit der Zelebration zum Volk hin. Es handelt sich hier also auf keinen Fall um eine Vorschrift. Anders ausgedrückt: Die Zelebration versus populum (zum Volke hin) wäre durch „Inter Oecumenici“ zwar erlaubt, nicht aber verpflichtet.

Quelle und Fortsetzung hier: http://www.kathnews.de/die-zelebration-versus-orientem-ist-geltendes-liturgisches-recht


Aus Maria Magdalenas Gedenktag am 22. Juli wird jetzt liturgisch ein Fest

Maria Magdalena wird liturgisch aufgewertet: Ihr „gebotener Gedenktag“ am 22. Juli wird künftig in der ganzen römisch-katholischen Kirche als „Fest“ eingestuft.

Thomas von Aquin bezeichnete Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“, denn sie folgte Christus nicht nur bis unters Kreuz, sondern wurde nach Angaben des Johannes-Evangeliums auch zur ersten Zeugin seiner Auferstehung. So zitiert das Schreiben der vatikanischen Gottesdienstkongregation, welches die Aufwertung erklärt, den großen Kirchenlehrer.  tochterzion

Maria Magdalena sei es auch gewesen, die den verzagten Aposteln die Frohe Botschaft von Jesu Auferstehung brachte  –  diese Heilige sei das entscheidende „missing link“ (fehlende Glied) zwischen der Karfreitags-Bestürzung und dem Osterjubel.

Mit einem Dekret vom 3. Juni namens „Apostola Apostolorum“ hat der Papst nun entschieden, Maria Magdalena im liturgischen Fest- und Heiligenkalender den Aposteln gleichzustellen; ihr Fest bleibt der 22. Juli, auch die Texte in Messfeier und Stundenbuch bleiben. Neu ist, dass nun ein eigener Präfations-Text hinzu kommt: dies ist der Fall nur bei wenigen anderen Heiligen.

So haben alle Apostel bis auf Petrus und Paulus dieselbe Präfation; im deutschen Messbuch haben ausschließlich Elisabeth von Thüringen und Hedwig eine eigene. Die sogenannten „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus haben, am 29. Juni, ein eigenes Hochfest.

Die Messbücher werden angepasst, wie das von Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation, unterzeichnete Dekret festlegt.

Quelle und weiterer Text von Radio Vatikan hier: http://de.radiovaticana.va/news/2016/06/10/liturgie_maria_magdalena_wird_den_aposteln_gleichgestellt/1236162


Afrikanische Bischöfe wollen auf der Synode konsequent die kirchl. Ehelehre verteidigen

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Der afrikanische Katholizismus ist entschlossen, hinsichtlich der vatikanischen Familiensynode entschlossenen Widerstand zu leisten gegen anmaßende Forderungen vor allem aus Deutschland; deren Delegation bestehet aus Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode.

Dies berichtet der bekannte italienische Vatikanist Sandro Magister

Vom 8. Bis zum 11. Juni fand in Accra (Ghana) eine Tagung mit wichtigen afrikanischen Kirchenvertretern statt, darunter die Kardinäle Robert Sarah, Christian Tumi (Kamerun), John Njue (Kenia), Polycarp Pengo (Tanzania) und Berhaneyesus D. Souraphiel (Äthiopien). Ebenso waren weitere Bischöfe aus allen afrikanischen Ländern vertreten. Veranstalter war das „Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar“ (SECEAM).

Kurienkardinal Robert Sarah (siehe Foto), ein deutlicher Kritiker der „Reform“-Vorschläge von Kardinal Kasper, erklärte unumwunden:1b5b8-cardinal_robert_sarah

1) Die Kirche muß ohne Furcht die Lehre Christi über die Ehe verkündigen.
2) Auf der Familiensynode sollen die Bischöfe Afrikas mit einer Stimme und mit Klarheit sprechen.
3) Die Synode muß die Familie vor zerstörerischen Ideologien und politischen Strategien schützen.

Sehr kritisch äußerte sich Edouard Ade, Generalsekretär der Westafrikanischen katholischen Universität, zum großen Einfluss Deutschlands in der Familiensynode. Ausdrücklich nannte er Kardinal Kasper und seine Rede vor dem Konsistorium Anfang 2014.

Im Schlusscommuniqué werden die Synodenväter aufgerufen, sich nicht von den irreführenden Lehren hinsichtlich der Familie beeindrucken zu lassen, welche zur Verwirrung beitrügen.

Mit großer Sorge beobachtet man in Afrika die Krise von Ehe und Familie in manchen westlichen Nationen, vor allem in Ländern wie Deutschland, Frankreich und der Schweiz, und die Bereitschaft einiger Bischöfe, Änderungen hinsichtlich der geschieden-Wiederverheirateten und der Homosexuellen einzuführen, die nicht der katholischen Lehre entsprechen.

Unser Autor Mathias v. Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“