„Forum Deutscher Katholiken“ bekundet Solidarität mit Kardinal Woelki

Der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer hat die Berichterstattung über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche als „Hysterisierung“ bezeichnet. Er spricht von einer „Generalabrechnung“  mit der Kirche.

Besonders fällt Fischer die „Zeit-Taktung“ der Empörung und Skandalisierung auf. So hat beispielsweise ein Blatt, die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ), allein vom 30.Januar bis 25. Februar neunmal (!) negativ über Kardinal Woelki berichtet (30.1.,2.2.,4.2.,5.2.,9.2., 22.2.,23.2.,24.,25.2.).

Der Tenor dieser Berichterstattung ist immer der Gleiche: Woelki halte ein Gutachten unter Verschluss – obwohl jeder weiß, dass ein neues umfangreicheres und unabhängiges Gutachten am 18. März veröffentlich wird.

Die Titelüberschriften der AZ-Artikel sind bezeichnend: „Krise im Erzbistum Köln spitzt sich weiter zu“, „Woelki sollte seinen Stuhl räumen“, „Am Ende“. Es wird von einem „massenhaften Austritt aus der Kirche in Köln“ gesprochen. Man hütet sich aber, konkrete Vergleichszahlen anzugeben.

Inzwischen pfeifen es die Spatzen vom Dach: Kardinal Woelki ist einer der Kritiker des „Synodalen Weges“, der den Durchmarsch für eine „andere Kirche“ behindert. Deshalb soll er abtreten.

Die Geschichte kennt andere Fälle aus der NS- und der DDR-Zeit,  in der Repräsentanten der Kirche moralisch abqualifiziert wurden, um die Kirche zu treffen.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus und dankt ihm für seine Standfestigkeit!

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender (hubert.gindert@forum-deutscher-katholiken.de)


Pfeiffer: Marx-Kritik an Woelki ist „verlogen“

Der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer hält die Kritik am Kölner Kardinal Woelki für „verlogen“. Er denke dabei besonders an den Münchner Kardinal Reinhard Marx (siehe Foto). Dieser hatte es als „verheerend“ bezeichnet, dass Woelki ein Gutachten zum Umgang von kath. Geistlichen mit Missbrauchsvorwürfen unter Verschluss hält.

„Das ist ein so verlogener Umgang mit Woelki“, kritisierte der ehem. SPD-Justizminister von Niedersachsen:
„Wenn jetzt Marx über Woelki herfällt, dann ist das im Glashaus sitzen und mit Steinen werfen, weil er dasselbe getan hat. Marx ist der Hauptschuldige dafür, dass wir zehn Jahre nach Entdeckung des Missbrauchsthemas immer noch keine Transparenz haben“.

2013 hatte die Bischofskonferenz einen Aufarbeitungsvertrag mit Pfeiffers Kriminologischen Forschungsinstitut gekündigt. Der Streit hatte sich an der Veröffentlichung kircheninterner Dokumente entzündet.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://web.de/magazine/regio/nordrhein-westfalen/kriminologe-pfeiffer-kritik-kardinal-woelki-verlogen-35572374

Foto: Laura Mohr


Namhafte Katholiken unterzeichneten eine Petition für Kardinal Woelki

Von Felizitas Küble

Schon nach wenigen Tagen haben sich weit über 1000 Unterzeichner mit einer Online-Petition solidarisiert, die sich für „Fairness in der Kirche“ einsetzt und dies auch gegenüber dem derzeit hart attackierten Erzbischof von Köln fordert: https://fairness-in-der-kirche.de/die-unterstuetzer/

Laut „Welt am Sonntag“ vom 8. Februar hat der Vatikan bereits entschieden, daß sich Kardinal Woelki kirchenrechtlich korrekt verhalten habe. Zuvor hatte der Kölner Oberhirte den Papst um Klärung gebeten hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe angeblicher Vertuschung im Missbrauchsfall eines inzwischen verstorbenen Klerikers: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/08/wams-vatikan-steht-hinter-kardinal-woelki/

Die erwähnte Fairness-Petition, die von dem bekannten Publizisten Martin Lohmann (siehe Foto) moderiert wird, ist von namhaften Katholiken unterzeichnet worden, darunter den Historikern Dr. Michael Feldkamp und Michael Hesemann, vom früheren Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Werner Münch ebenso wie vom Papst-Biographen Peter Seewald oder dem ehem. Chef von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen SJ.

Vor allem aus Kreisen der Lebensrechtsbewegung haben sich leitende Persönlichkeiten der Petition angeschlossen, darunter Prof. Dr. Paul Cullen (siehe Foto), Vorsitzender der Ärzte für das Leben und führender Labormediziner im Münsterland, Dr. Bernward Büchner (Juristen für das Leben) oder Cordula Mohr (ALFA-Vorsitzende Nordmünsterland, CDL-Vorständlerin in NRW).

Zu den Solidarisierenden gehören außerdem namhafte Publizisten wie Regina Einig (Tagespost), die Theologin Petra Lorleberg (kath.net), die Verlegerin und Buchautorin Ursula Zöller (FELS, ehem. Bildpost, Neue Kath. Frauenbewegung), Jürgen Liminski (Tagespost, Junge Freiheit, FELS), außerdem Verbandsleiter wie Prof. Dr. Hubert Gindert oder Alois Fürst zu Löwenstein (beide Dachverband“Forum Deutscher Katholiken“) oder Reinhard Dörner (Kardinal von Galen-Kreis) und viele weitere Persönlichkeiten des katholischen Spektrums


Solidaritäts-Petition für Kardinal Woelki

Wir, die Initiative für Kardinal Woelki, erklären, dass wir unserem Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, unser Vertrauen aussprechen. Wir bitten ihn, gegen alle Anfeindungen von verschiedenen Seiten auch weiterhin in Einheit mit dem Heiligen Vater seine Aufgaben als Oberhirte der Erzdiözese Köln wahrzunehmen.

Begründung

Am 28.1.2021 hat der „Diözesanrat der Katholiken“ im Erzbistum Köln beschlossen, die aktive Mitarbeit am „Pastoralen Zukunftsweg“ vorübergehend auszusetzen. Gleichzeitig wird die Bistumsleitung aufgefordert, persönliche Verantwortung bezüglich der Aufklärung von Missbrauchsfällen zu übernehmen.

Der Erzbischof habe „als moralische Instanz vollständig versagt“. Das „unerträgliche Verhalten der Bistumsleitung“ habe dazu geführt, dass „das Vertrauen der Menschen in die Kirche nachhaltig zerstört und nicht mehr reparabel“ sei…

Die von der Lokalpresse in diesem Zusammenhang geführten und geradezu rufschädigenden Attacken gegen Kardinal Woelki erwecken den Eindruck, der Bistumsleitung sei es nicht daran gelegen, das Leid der Opfer zu lindern und die Täter zu bestrafen, sondern Vorfälle weiterhin zu vertuschen.

Hauptargument in der Sache der Missbrauchsfälle ist neben dem Publikationsstopp des Rechtsgutachtens der Münchner Kanzlei Westphal Spilker Wastl denn auch der Vorwurf, Kardinal Woelki habe möglicherweise Missbrauchsfälle in seiner Diözese vertuschen wollen. Die Vermutung des Erzbistums, dass dieses Rechtsgutachten methodische Mängel aufweise, wurde in einem zweiten Gutachten inzwischen bestätigt.

Das erste Gutachten nicht zu veröffentlichen, wird demgegenüber in der Stellungnahme des „Diözesanrates“ als „fragwürdig“ bezeichnet, ohne auf die Kritik des zweiten Gutachtens einzugehen, das dem Münchner Gutachten neben schweren methodischen Mängeln auch Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte vorwirft.

Quelle und FORTSETZUNG der Petition mit Unterzeichnungs-Möglichkeit hier: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-sprechen-erzbischof-rainer-maria-kardinal-woelki-das-vertrauen-aus-kirchekoeln

Weitere Petition dazu hier: https://fairness-in-der-kirche.de/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Bundesgerichtshof-Jurist Fischer kritisiert Medienkampagne gegen Kardinal Woelki

Von Felizitas Küble

Professor Thomas Fischer ist nicht irgendwer, sondern Vorsitzender Richter am 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs. Zudem ist er Verfasser des Standard-Kommentars zum Strafgesetzbuch und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu Fragen des Strafrechts.

Der angesehene Jurist hat sich unter dem Titel „Absolute Absolution“ gestern auf SPIEGEL-online kritisch mit dem medialen Wirbel befaßt, der sich seit Monaten gegen den Erzbischof von Köln in der Öffentlichkeit austobt, aber auch und gerade in kirchlichen Kreisen bunteste (Sumpf-)Blüten treibt.

In der Kampagne gegen den Kardinal sind wichtige juristische Grundsätze der Fairneß und Sorgfalt vielfach unter die Räder einer allseitig geforderten „Empörung“ geraten, wie Professor Fischer in seinem ausführlichen Beitrag bemängelt: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/kardinal-woelki-vertuschung-nach-sexuellem-missbrauch-im-erzbistum-koeln-kolumne-a-2be0571e-da33-4111-a2fc-995698a0d42d

Einleitend schreibt dazu der gewiß nicht kirchenfromme „Spiegel“:

„Im Schatten des Kölner Doms ist der Teufel los, die Aufklärung der örtlich-katholischen Missbrauchs- und Vertuschungsgeschichte stockt. Das Publikum debattiert derweil über Gutachten – die es gar nicht kennen kann.

Aber auf Fakten kommt es bekanntlich nicht an, wenn es durchaus genügt, sich einem allgemeinen „Schrei des Entsetzens“ anzuschließen.

Anlaß hierfür ist anscheinend überaus aufregende Tatsache, daß der Kölner Erzbischof ein von ihm beauftragtes Gutachten einer Münchner Kanzlei zur Missbrauchsaufarbeitung in seinem Bistum nicht veröffentlicht hat, da er erst von fachlicher Seite wissen wollte, ob es dafür geeignet ist.

Daher hat er zwei hochrangige Juristen beauftragt, um offene rechtliche Fragen erst einmal zu klären. Die Experten kamen zu einem sehr kritischen Urteil, was Kardinal Woelki ernst genommen hat.

Da stellt sich die schlichte Frage: Na und? Warum auch nicht?

Eben dies meint auch der erwähnte Richter am Bundesgerichtshof.

Wie unsachlich die derzeitige Medienkampagne gegen Woelki bisweilen abläuft, zeigt schon die liberale Zeitung „Christ und Welt“, die den Partner jener Münchner Rechtsanwaltskanzlei behaupten läßt, er sei Opfer eines „Gewaltangriffs“ seitens des Kölner Erzbischofs geworden.

Diese Klage kommentiert Professor Fischer mit leichter Ironie: „Dass jetzt sogar Kardinäle gewaltsam gegen Rechtsanwälte vorgehen, ist wirklich unerhört…“ Allerdings, so der Autor weiter, sei folgender Sachverhalt doch „beruhigend“: „Auf allen drei Fotos sieht Herr Rechtsanwalt Wastl von Westpfahl Spilker Wastl (WSW) zum Glück unversehrt aus“.

Er schreibt sodann satirisch weiter:

„Der Gewaltangriff vom 30. Oktober 2020 bestand darin, dass der Kardinal Woelki aus Köln ein Gutachten, das WSW in seinem Auftrag erstellt hatte, »unter Verschluss« zu halten beschloss. Dieser Angriff hält seither an, was Rechtsanwalt Wastl verbittert und die deutsche Öffentlichkeit auf das Unterhaltsamste durch die Zeit des Heimbüros bringt…

Weitere medienkritische Infos samt Petition zur Causa Woelki hier: https://fairness-in-der-kirche.de

Protest-Artikel gegen die Treibjagd auf Woelki in der Webseite Philosophia Perennis von Dr. David Berger: https://philosophia-perennis.com/2021/02/05/kirchenzerstoerer-bischof-baetzing-blaest-zur-hetzjagd-auf-kardinal-woelki/


Betrachten sich unsere Bischöfe als Erfüllungsgehilfen der Regierung?

PRESSEMELDUNG des Zussammenschlusses petrustreuer Vereinigungen:

Die katholische Kirche in Finnland „handelt nicht in Funktion der Regierung … und kann sagen, was sie will – und das tut sie auch, denn sie ist nicht an politische Interessen gebunden … sie ist eine Kirche, die keine Angst hat.“ (Aus dem Lebenszeugnis eines Christen in nordischen Ländern).

Darf die Kirche in Deutschland noch sagen, was sie will?

Das Verhalten der „Hirten“ erweckt den Eindruck, dass die katholische Kirche vorauseilend Erfüllungsgehilfin der Regierung geworden ist. Vergleichbares haben die Katholiken bereits seit dem Kampf um den Lebensschutz in den 90er Jahren erleben und hinnehmen müssen. War es doch Kardinal Lehmann, der in Absprache mit Kanzler Kohl die Kirche auf einen Beratungsschein festgelegt hat, den man als Voraussetzung zur Tötung der ungeborenen Kinder benötigt.

Hat sich die Situation zu Zeiten von „Corona“ geändert?

Waren es nicht die Kirchen  –  die Bischöfe!  –  die im vorauseilenden Gehorsam den Gläubigen den Zugang zu den Gottesdiensten und Sakramenten versperrt haben?

Dabei sprach Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, im ZDF davon, „dass in seinem Bundesland Gottesdienste nie verboten wurden“. In diesem Kontext betonte er ausdrücklich das „Grundrecht der Religionsfreiheit“.

Schulden die Gläubigen die Beschneidung ihrer Grundrechte also dem vorauseilenden Gehorsam der Bischöfe?!

Als „Aufseher“, als Episkopen hätten sie die vorrangige Pflicht, im Verein mit dem Staat genau dieses Recht der Gläubigen zu garantieren. Statt dessen verlängerten sie die Frist der gottesdienstlosen Zeit von sich aus z.T. über Ende April hinaus, so z.B. der Bischof von Münster.

Fernsehübertragungen von Gottesdiensten sind mit einem häufig zitierten Wort von Politikern im Bundestag „der Duft der leeren Flasche“ und mit der realen Begegnung mit dem Sakralen im Gottesdienst nicht im geringsten vergleichbar, trotz aller Bemühungen, den Teilnehmern am Bildschirm die „Geistige Kommunion“ zu erklären und nahezubringen.

Es stimmt hoffnungsvoll, dass Kardinal Woelki von Köln die Öffnung der Gottesdienste in seiner Diözese vorbereiten lässt. Werden die anderen Bischöfe gleichziehen?

Mit Recht zitiert er: „Das ist ein Menschenrecht, ein Freiheitsrecht, eine Recht auf freie Religionsausübung, das ist von der Verfassung her garantiert.“

Dürfen Bischöfe dieses Verfassungsrecht unterlaufen, indem sie mit Rücksicht auf einen Virus Gläubige aus der Sakramentenspendung ausschließen, auch und gerade im Falle des Todes? Hätten Menschen früherer Zeiten so gehandelt, z.B. in einer Pest-Pandemie, in der ganze Regionen entvölkert wurden, wären Menschen ohne den Trost des Glaubens und die Stärkungen der Kirche zugrunde gegangen  –  ist dies verantwortliche Seelsorge?

gez. Reinhard Dörner, Vorsitzender


KNA-Chef: Die Bischofsmehrheit hat sich nicht vom Vatikan „provozieren“ lassen

Von Felizitas Küble

Am 26. September veröffentlichte das kirchenamtliche Kölner „Domradio“ in seiner Online-Ausgabe einen ausführlichen Kommentar von Ludwig Ring-Eifel, dem Chefredakteur der offiziösen KNA (Katholischen Nachrichtenagentur).

Unter dem etwas verwunderlichen Titel „Kritik aus Rom hat die Bischöfe inspiriert“ fragt sich der Leser, worin denn diese „Inspiration“ besteht, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz mit großer Mehrheit beschlossen hat, ihren „Synodalen Prozess“ munter fortzuführen, obwohl aus dem Vatikan ein deutliches Stoppschild für den bisherigen Kurs eingereicht wurde.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen stellt sich heraus, was Ring-Eifel damit wirklich meint, denn er schreibt:

„Die Bischöfe brachten in Fulda das Kunststück fertig, sich von den unterschiedlichen Mahnungen aus Rom weder provozieren noch entmutigen zu lassen.“

Der Brief des Papstes und die kritischen Einwände zweier Dikasterien des Vatikan werden hier kurzerhand als „Provokation“ bewertet, die man gleichsam links bzw. rechts liegenließ.

Rund 12 Gegenstimmen zum Statut des „Synodalen Weges“

Zudem waren es keineswegs „die“ Bischöfe, die sich von Rom in ihrem  Reformeifer nicht bremsen lassen wollen, denn in der weiteren Folge seines Artikels räumt der Autor ein, es habe bei der Abstimmung zur Satzung des Synodalen Wegs „etwa ein Dutzend Gegenstimmen“ gegeben. Über mögliche Enthaltungen schweigt er sich aus.
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Rund 12 Gegenstimmen sind bei 64 anwesenden Bischöfen und Weihbischöfen immerhin fast 20% – das ist eine beachtliche Minderheit.
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Bei der Abstimmung zum „Synodalen Prozess“ im Frühjahr gab es lediglich fünf Enthaltungen. Folglich hat sich die Schar der theologisch konservativen Kritiker massiv erhöht – und dies sogar angesichts der Tatsache, daß das endgültige Statut in einigen Punkten gemäßigter als der vorherige Entwurf ausgefallen ist.
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Zwei katholische Würdenträger haben sich öffentlich zu ihrem NEIN bekannt, nämlich Kardinal Woelki (Köln) und Bischof Voderholzer (Regensburg). Der Regensburger Oberhirte (siehe Foto) hat seine Entscheidung mit einer sehr entschiedenen und fundierten Erklärung begründet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/09/26/persoenliche-erklaerung-von-bischof-dr-rudolf-voderholzer-zum-synodalen-prozess/
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Sodann beschreibt Ring-Eifel, das skeptische Schreiben des päpstlichen Nuntius sei zwar in der Bischofskonferenz ausführlich debattiert, aber teils „entschieden zurückgewiesen“ worden:
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„Erzbischof Nikola Eterovic hatte die Bischöfe u.a. gemahnt, keinen nationalen Sonderweg einzuschlagen, der zu einer Abtrennung von der Weltkirche führen könnte. Dies wurde von nicht wenigen Bischöfen als Unterstellung empfunden und entschieden zurückgewiesen.“
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So läuft das also bei „nicht wenigen“ Bischöfen: Kritische Worte aus Rom werden schlicht als „Unterstellung empfunden“, als handle es sich dabei um haltlose Besorgnisse, die man einfach vom Tisch fegt.
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Gerade diese „lässige“ Reaktion ist ein weiterer Beleg dafür, wie berechtigt das vatikanische Stirnrunzeln über kirchliche „Sonderwege“ in Deutschland tatsächlich ist.
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Frauenbewegung dankt Bischöfen, die das Statut des „Synodalen Wegs“ ablehnen

Neben Bischof Voderholzer und Kardinal Woelki haben weitere Bischöfe auf der Herbst-Vollversammlung der DBK gegen das Statut für den „Synodalen Weg“ gestimmt.

Die katholischen Oberhirten Voderholzer und Woelki fordern eine Neuausrichtung, welche die Bedenken und Anregungen des Papstbriefes aufnimmt und die Evangelisierung als Ausgangspunkt aller Überlegungen wählt.

Zu seinem Abstimmungsverhalten hat Bischof Rudolf Voderholzer eine persönliche Erklärung herausgegeben. Hierzu erklärt für die Neue katholische Frauenbewegung (NkF) deren Sprecherin Susanne Wenzel (siehe Foto):

„Die Neue katholische Frauenbewegung dankt den Bischöfen, die gegen das Statut des „Synodalen Weges“ gestimmt haben. Besonders dankbar sind wir dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) für die deutlichen und mutigen Worte seiner persönlichen Erklärung.

Gleichzeitig sind wird bestürzt und beunruhigt darüber, dass sich ein Bischof zu einer Erklärung genötigt sieht, wonach er auch weiterhin zur Lehre und Glaubensverkündigung der katholischen Kirche steht.

Wie muss die Auseinandersetzung während der Sitzung der Bischöfe in Fulda gelaufen sein, dass eine solche persönliche Erklärung zur Abstimmung über die Satzung des „Synodalen Weges“ überhaupt als notwendig erachtet wird?

Die Mehrheit der deutschen Bischöfe scheint fest entschlossen, den „Synodalen Weg“ wie vorgesehen zu gehen – trotz wiederholter Mahnung auch aus Rom. Und offenbar auch ohne Rücksicht auf Verluste.

Gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte Bischof Voderholzer im Juli einen alternativen Vorschlag zur Ausrichtung des „Synodalen Weges“ gemacht, der den von Papst Franziskus wiederholt betonten „Primat der Evangelisierung“ tatsächlich berücksichtigt.

Die Abstimmung darüber im Rat der Bischöfe haben sie deutlich verloren.

Auch Kardinal Woelki hatte in seinem Impulsreferat auf der Herbst-Vollversammlung noch einmal darauf hingewiesen, dass Dreh- und Angelpunkt eines Dialogprozesses die Evangelisierung als eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche ist. Auch er hat schließlich dem Statut auf der Vollversammlung der Bischöfe nicht zustimmen können.

Doch die Bischöfe unter der Führung von Kardinal Marx schlagen alle Bedenken und Änderungsvorschläge in den Wind. Der „Synodale Weg“ soll gegangen werden wie vorgesehen, so die klare Devise des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Ist der Druck, den das ZdK (Zentralkomitee der dt. Katholiken) aufgebaut hat, so groß?

Nicht nur aus Sicht der NkF scheint die Spaltung der Kirche in Deutschland von den Protagonisten des „Synodalen Weges“ bewusst in Kauf genommen zu werden. Erste Risse sind bereits deutlich zu Tage getreten und werden mit der Erklärung von Bischof Voderholzer nun noch deutlicher sichtbar.

Wir stimmen mit dem Regensburger Oberhirten darin überein, dass der Missbrauch vorgeschoben wird, um einen gewaltigen Umbruch der katholischen Lehre – zumindest in Deutschland – einzuleiten.

Dies ist eine nicht hinnehmbare Instrumentalisierung des schlimmen Missbrauchs. Dabei ist eine wirkliche Auseinandersetzung darüber, wie den Opfern noch Gerechtigkeit widerfahren und wie künftig Missbrauch verhindert werden kann, nicht nur wünschenswert, sondern sogar dringend geboten.

Auch die NkF hat bereits eine völlige Neuausrichtung des „Synodalen Weges“ im Sinne des Papstbriefes gefordert (s. hierzu unsere Meldung vom 16. August 2019 https://frauenundkirche.files.wordpress.com/2019/08/pm-umkehr-auf-dem-synodalen-weg.pdf).

Die dringend notwendige Evangelisierung in unserem Land kann nicht gelingen, wenn sich Bischöfe mit zweifelhaften Ideen der „Moderne“ anzubiedern suchen und die katholische Lehre auf dem Altar des Zeitgeistes opfern.

Bischof Voderholzer sagt zu Recht, dass die thematische Ausrichtung der Foren an der „Realität der Glaubenskrise in unserem Land vorbeizugehen scheint“. Mit der vorgesehenen Ausrichtung des „Synodalen Weges“ wird die Glaubenskrise in unserem Land noch verstärkt. Die Arbeitspapiere der vorbereitenden Foren lassen das erahnen. Der Glaubensabfall wird so nicht aufgehalten werden.

Mit seiner Erklärung hat Bischof Voderholzer seinen Amtsbrüdern unmissverständlich gesagt, was zu sagen war.

Der Hinweis, dass sie sich mit den beim „Synodalen Weg“ beabsichtigten Ergebnissen ausserhalb der katholischen Kirche stellen, ist deutlich. Keiner der Bischöfe, die für die Satzung zum „Synodalen Weg“ gestimmt haben, kann später behaupten, er habe die Auswirkungen nicht gewollt oder nicht beabsichtigt.

Jetzt ist die Zeit, sich zu entscheiden: „Eurer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ (Matth 5, 37). Alle müssen sich nun der Frage stellen: Wollen wir den Bruch?“

www.frauenundkirche.wordpress.com


Synodaler Weg: Eigener Satzungsentwurf von Bischof Voderholzer und Kardinal Woelki

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte entschieden, im Rahmen eines sog. „Synodalen Prozesses“ Weichen für die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu stellen. 

Papst Franziskus begrüßte in einem Brief an die deutschen Katholiken den Weg, mahnte aber gleichzeitig an, die Neuevangelisierung in den Mittelpunkt der Beratungen zu stellen und bei der Themensetzung die Einheit und Gemeinschaft der katholischen Kirche zu wahren.

Nun schrieb Kardinal Marc Quellet, der Präfekt der Kongregation für die Bischöfe, einen Brief an Kardinal Reinhard Marx, den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz.

Darin stellt er zum Entwurf über das Statut für den Synodalen Weg fest, es entspreche weder den Maßgaben des Papstes noch dem Kirchenrecht.

Zu den Kritikern des von Rom beanstandeten Statuts zählt auch der Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto):

„Ich kritisiere die konkrete Gestaltung, nicht den Weg als solchen. Papst Franziskus hat uns in seinem Schreiben vom 29. Juni ausdrücklich zu diesem Weg ermutigt.

Er hat freilich sehr deutlich auch die Leitplanken aufgerichtet, die einem solchen Synodalen Weg die Richtung geben und ihn davor bewahren, in den Straßengraben der Spaltung abzurutschen: Primat der Neuevangelisierung; Beachtung des ’sensus ecclesiae‘; Rücksicht auf die Einheit mit der Weltkirche.“

Bischof Voderholzer betont durchaus die Notwendigkeit von Reformen und eines Neuaufbruchs im Glauben:

„Der Neuausrichtung auf Christus – und das ist der einzige Sinn von ‚Reform‘ in biblischer Perspektive – bedarf es immer; sowohl des Einzelnen wie auch der Kirche insgesamt. Aber was im Vorfeld des Synodalen Weges – auch mit großer theologischer Gelehrsamkeit bemäntelt – als Reform vorgeschlagen wird, ist bei genauerer Betrachtung die Aufgabe des katholischen Profils und die Preisgabe wichtiger Elemente.“

Gemeinsam mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte der Regensburg Oberhirte deshalb einen alternativen Entwurf zur Satzung des Synodalen Weges in die Diskussion eingebracht.

Bischof Voderholzer dazu:

„Dieser Entwurf entspricht dem Reformverständnis der Kirche, er richtet sich nach den Maßgaben von Papst Franziskus, in ihm sind alle Punkte berücksichtigt, auf die Kardinal Marc Quellet in seinem Schreiben an Kardinal Reinhard Marx kritisch hinweist und vor allem: er stellt genau die Herausforderungen in den Mittelpunkt aller Beratungen, vor denen die Kirche hier und jetzt wirklich steht.“

Hier finden Sie den alternativen Satzungsentwurf und eine Zusammenfassung des Entwurfs, in dem Kardinal Woelki und Bischof Voderholzer die wesentlichen Inhalte und Merkmale des Entwurfs darstellen.

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/synodaler-weg-alternativer-satzungsentwurf-von-bischof-voderholzer-und-kardinal-woelki-6946/


Wie kann die Kirche „Brücken bauen“?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Papst hat den Beinamen Pontifex, d.h. Brückenbauer. Aber auch von Bischöfen verlangt man, wie jetzt vom Nachfolger des Bischofs Huonder von Chur, dass sie Brückenbauer seien.

Da es nicht nur im Bistum Chur Katholiken gibt, die in wesentlichen Fragen der katholischen Lehre gegensätzliche Positionen vertreten, sind die Anmerkungen von Bischofssekretär Christoph Casetti von einer Bedeutung, die über Chur hinausreicht.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Christoph Casetti erklärt: „Er (der Bischof) soll Brücken bauen und so die Einheit in der Diözese wieder herstellen. Doch wie kann er diejenigen vereinen, die sich grundsätzlich nicht einig sind in den Fragen wie z.B. … Ist Jesus wirklich der Sohn Gottes und nicht nur der Menschensohn, der Sohn Josefs? Ist er wirklich von den Toten auferstanden oder geht einfach seine Sache weiter? Können nur Männer Priester werden? Können die wiederverheirateten Geschiedenen zur hl. Kommunion gehen oder nicht? Kann die ‚Ehe für Alle‘ von der Kirche anerkannt werden? Ist nur die natürliche Familienplanung erlaubt oder muss die Kirche endlich die Verhütung frei geben?“ (Tagespost, 11.4.2019).

Solche Gegensätze könnten nach Casetti nur „um den Preis eines völligen Relativismus in Bezug auf die Glaubenswahrheiten und die daraus folgende Lebenspraxis vereinigt werden.“

Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass wir uns in einer geistigen Auseinandersetzung befinden, die totalitären Charakter hat. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur mit den Gegnern außerhalb der Kirche, sondern auch mit denen in ihrem Inneren statt.

Das derzeitige Kampffeld sind die sexuellen Missbrauchsfälle. Sie werden instrumentalisiert, um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Es wird nicht die nahestellende Frage gestellt, was die Ursachen sind, die zu den Missbrauchsfällen geführt haben.

Wer sie auf den Tisch bringt, wie die Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller oder jetzt Benedikt XVI., der wird mit den medialen Mitteln als Störenfried niedergemacht oder totgeschwiegen.

Der totalitäre Charakter zeigt sich darin, dass alle Medien, profane und kirchliche, aktiviert werden, damit die entscheidenden Fragen unter dem Deckel gehalten werden. Wie soll ein Bischof, der sich an die Lehre der Kirche hält, Brücken bauen, wenn unter den Brückenbogen die Kräfte, die eine andere Kirche wollen, ihre Politik weiter beinhart verfolgen?

Bei der Instrumentalisierung der sexuellen Missbrauchsfälle geht es um die Zukunft der katholischen Kirche.

Der amerikanische Publizist George Weigl hat in seinem Offenen Brief an Kardinal Marx nach der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz, die den „synodalen Weg“ für die Kirche beschlossen hat, festgestellt: “Die deutsche Kirche – der Katholizismus meiner Vorfahren – stirbt. Er wird nicht durch ein Abziehbild des sterbenden liberalen Protestantismus wiederbelebt“ (Kath.net vom 28. März 2019).

Wie sollte der Brückenbauer aussehen? Kardinal Woelki geht den aktuellen Fragen nach: „Was wollen die Menschen? Was wird von der Kirche erwartet? …Wo muss sie sich anpassen, weil sie sonst keine Akzeptanz mehr findet?“

Woelki beantwortet diese Fragen damit: Für die Kirche „ergeben sich schnell Forderungen, die Kirche müsse aufgeben, was ‚überholt‘ ist, sie müsse ‚zeitgemäß‘ werden und habe ohne Zugeständnisse an die Forderung von Menschen und Medien schlicht keine Zukunft mehr. Weiter: die Kirche müsse die ‚Lebenswirklichkeit‘ anerkennen, sich ‚neu erfinden‘.“

Der Kölner Erzbischof antwortet darauf: “Wie groß der mediale Handlungsdruck und die öffentlichen Erwartungen auch sein mögen, die Kirche könne sich keine Veränderungen ihrer Lehre abtrotzen lassen, wenn diese dem Geist des Evangeliums widersprechen“.

Woelki weiter: „Das gilt nicht nur für die … Dogmen, wie die Dreifaltigkeit oder die Gottessohnschaft Christi, sondern auch für andere grundlegende Fragen… die Schöpfungsordnung, gegenseitige Hinordnung von Mann und Frau, ihrer grundsätzlich auf neues Leben hin offene Liebe und Treue…“

Woelki nennt in diesem Zusammenhang die übrigen aktuellen Forderungen in Bezug auf Zölibat, Homosexualität, Sex vor der Ehe. Schließlich: Die Kirche „muss nicht erfunden, sondern wieder aufgefunden werden, von neuem gesucht werden“. (Die Tagespost vom 28.3.2019)

Der Kern des Problems bei den sexuellen Missbrauchsfällen und dem beschlossenen „synodalen Weg“ liegt in der Weigerung, den Forderungen Jesu am Beginn seiner Mission nachzukommen: „Denkt um, kehrt um und glaubt an das Evangelium.“

Als nun Benedikt XVI. emeritus, was er „aus der Rückschau heraus zu einem neuen Aufbruch beitragen könne“, geäußert hat – nach Kardinal Müller „Die tiefgründigste Analyse der Genese der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche in Fragen der Sexualmoral und intelligenter als alle Beiträge beim Gipfel der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammen“ (Info@eurient.de, 13.4.2019) – setzte in profanen Medien, aber auch innerkirchlich, ein Sturm der Entrüstung ein.

Kardinal Müller merkt dazu an: „Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuern zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre in Widerspruch stehen“.

Wie Benedikt XVI. konstatiert Kardinal Müller: „Wir kommen nur aus der Krise, wenn das Übel beim Namen genannt wird“.

Jene „Katholiken, die der heiligen Schrift, der apostolischen Tradition und dem Lehramt treu sind“, werden als „konservative Katholiken“ kaltgestellt oder mundtot gemacht. Dazu – so Kardinal Müller – ist ihnen „jedes Mittel, auch das der Verleumdung und Ehrabschneidung recht“. (Info@eurient.de 13.4.2019)

Wie können da Brücken gebaut werden?