Aus der Kreuzweg-Andacht von Kardinal Ratzinger zum Karfreitag im Jahre 2005

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„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12, 24). Der HERR deutet damit seinen ganzen irdischen Weg als Weg des Weizenkorns, der nur durch den Tod hindurch zur Frucht führt.
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ER deutet sein irdisches Leben, sein Sterben und   Auferstehen auf die heiligste Eucharistie hin, in der sein ganzes Geheimnis zusammengefasst erscheint. Weil ER seinen Tod als einen Akt der Hingabe, der Liebe vollzogen hat, darum ist sein Leib in das neue Leben der Auferstehung hinein verwandelt worden. Darum ist ER, das fleischgewordene Wort, nun unsere Nahrung zum wirklichen, zum ewigen Leben hin…
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So wird der Kreuzweg zu einem Weg ins eucharistische Geheimnis hinein: Die Volksfrömmigkeit und die sakramentale Frömmigkeit der Kirche verbinden sich und gehen ineinander.
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Das Beten des Kreuzwegs ist so verstanden als ein Weg in die innere, geistliche Kommunion mit Jesus hinein, ohne die die sakramentale Kommunion leer bliebe. Der Kreuzweg erscheint als „mystagogischer“ Weg.

Glaube ist mehr als Gefühl

Diese Sicht steht einem bloss sentimentalen Verstehen des Kreuzwegs entgegen, deren Gefahr der HERR in der 8. Station den weinenden Frauen von Jerusalem entgegenhält. Blosses Gefühl reicht nicht; der Kreuzweg soll eine Schule des Glaubens sein – jenes Glaubens, der seinem Wesen nach „in der Liebe wirksam“ wird (Gal 5, 6).

Aber das bedeutet doch keinen Ausschluss der Gefühle. Die Väter haben als ein Grundlaster der Heiden ihre Fühllosigkeit angesehen; sie führen damit die Vision Ezechiels weiter, der dem Volk Israel die Verheissung Gottes weitergibt, dass ER das Herz von Stein aus ihrer Brust nehmen und ihnen ein Herz von Fleisch geben werde (Ez 11, 19)…

Der mit-leidende Gott, der Mensch wurde, um unser Kreuz zu tragen, will unser steinernes Herz verwandeln und uns zum Mit-leiden rufen; uns das „Herz von Fleisch“ geben, das nicht an der Not des anderen vorübergehen kann, sondern sich verwunden lässt und zur heilenden und helfenden Liebe führt.

Was NACHFOLGE bedeutet

Damit kehren wir wieder zurück zu Jesu Wort vom Weizenkorn, das er selber in die Grundformel christlicher Existenz übersetzt, die so lautet: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren ins ewige Leben“ (Joh 12, 25  – vgl. Mt 16, 25; Mk 8, 35; Lk 9, 24; 17, 33: „Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“).

Damit sagt ER uns zugleich, was der Satz bedeutet, der in den synoptischen Evangelien diesem Zentralwort seiner Botschaft vorangeht: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16, 24).

In all diesen Worten zusammen deutet ER uns selber, was „Kreuzweg“ ist – wie wir ihn beten und gehen sollen: Der Kreuzweg ist der Weg des Sichverlierens, das heisst der Weg der wahren Liebe.

Diesen Weg ist ER uns vorangegangen, diesen Weg will uns der gebetete Kreuzweg lehren. Und damit sind wir wieder beim gestorbenen Weizenkorn – bei der heiligsten Eucharistie angelangt, in der immerfort die Frucht von Jesu Sterben und Auferstehen unter uns gegenwärtig wird… 

Quelle und FORTSETZUNG hier: https://www.papstbenediktxvi.ch/?m=7&s=6


Bayern: CSU begrüßt Karlsruher Urteil zum Schutz der „stillen“ Feiertage

„Wir freuen uns, dass das Bundesverfassungsgericht die bayerischen Regelungen zum Schutz von stillen Feiertagen als grundsätzlich verfassungsgemäß ansieht“, so Gudrun Brendel-Fischer, stellv. Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Dies hat das Gericht in einem heute veröffentlichten Beschluss festgestellt. bayern

Joachim Unterländer, Vorsitzender des Sozialausschusses, macht deutlich, dass die CSU-Fraktion bestimmte Feiertage wie den Karfreitag weiterhin speziell schützen möchte:

„Das Gericht sagt eindeutig: ‚Der Gesetzgeber kann das Ausmaß des Feiertagsschutzes gesetzlich ausgestalten. Insoweit steht es ihm frei, für bestimmte Tage einen über die bloße Arbeitsruhe hinausgehenden äußeren Ruhe- und Stilleschutz zu schaffen.‘

Daran werden wir im Grundsatz auch nicht rütteln. Man kann fast jeden Tag im Jahr ausgelassen feiern. Der Karfreitag und anderen hohe christliche Feiertagen sollen aber der inneren Einkehr dienen und daher im wahrsten Sinne des Wortes ‚still‘ begangen werden. Man darf dabei auch den Wert für alle Bürger nicht verkennen: An diesen Tagen sollen sie sich im Kreise ihrer Familien erholen.“

Wie man die vom Gericht gewünschte „Möglichkeit einer Ausnahme von stillschützenden Unterlassungspflichten“ gestalten könnte, möchte die Fraktion nicht übers Knie brechen.

„Wir werden den Beschluss nun sorgfältig prüfen“, erklären Brendel-Fischer und Unterländer. Für die beiden CSU-Politiker steht allerdings fest: „Eine Abwägung im Einzelfall und unter bestimmten Umständen darf keinesfalls zu einem Freibrief für diejenigen werden, denen es nur um weitere Tanzveranstaltungen geht.“
 


Jemen: Der entführte Priester Uzhunnalil ist wahrscheinlich noch am Leben

Fast einen Monat nach dem Attentat auf ein kirchliches Pflegeheim in Aden (Jemen), bei dem vier Mutter-Teresa-Schwestern zusammen mit 12 weiteren Personen ermordet wurden, ist noch nicht bekannt, wo sich der indische Salesianerpater Tom Uzhunnalil (siehe Foto) aufhält, der von den islamischen Terroristen verschleppt wurde. csm_uzhannalil_tom_frater_header_715_sc_csi16_68ccc536a6

“Es vergehen Tage und wir wissen immer noch nicht, wo er sich aufhält. Wir können nichts bestätigen und nichts dementieren. Wir hoffen und beten für ihn“, sagte der Apostolische Bischof von Südarabien, Bischof Paul Hinder im Gespräch mit dem Fidesdienst.

In den vergangenen Tagen waren Nachrichten verbreitet worden, wonach der katholische Priester am Karfreitag hingerichtet worden sei. Am 28. März hatte Bischof Hinder von einer “berechtigten Annahme” gesprochen, dass Pfarrer Uzhunnalil sich noch in den Händen seiner Entführer befindet.

Am Dienstag, den 29. März, hatten die Salesianer in einer offiziellen Verlautbarung betont: “Wir hoffen, dass wir von denjenigen, die sich um die Angelegenheit kümmern, bald positive Nachrichten erhalten: die indische Regierung, das Apostolische Vikariat Südarabien und die Ordensprovinz Bangalore”, erklärte Don Filiberto Plasencia.

Quelle: Fidesdienst


Unionsfraktion: Besinnung auf „Jesu Sterben für uns Menschen“ von großer Bedeutung

CDU/CSU veranstalten Fachgespräch über Gewalt gegen Christen Von Julia Kesenheimer geschickt

Am Karfreitag und am Osterfest gedenken Christen weltweit des Todes Jesu und feiern seine Auferstehung und das ewige Leben. Dazu erklärt der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung:

„Vor dem Hintergrund des menschenverachtenden Terroranschlags in Brüssel liegt dem Karfreitag und den Ostertagen in diesem Jahr eine besondere Schwere, aber auch eine besondere Botschaft inne.

Karfreitag als Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu für uns Menschen erinnert uns an die eigene Endlichkeit, aber auch an Themen wie Verrat und Vergebung. Die Auferstehung am dritten Tage verheißt das ewige Leben und symbolisiert traditionell Neuanfang und Hoffnung.284991[0-0-600-369]-Jesus-Statue-Afrika

Die Besinnung auf diese Wurzeln und die darin liegende Kraft gewinnt in diesen Tagen besondere Bedeutung.

Wenn religiöse Fanatiker und Menschenfeinde versuchen, die Oberhand über unser Leben und unsere Freiheit zu gewinnen  –  und das inzwischen nahezu weltweit  – bedeutet dies nicht nur eine konkrete Aufgabe für Sicherheitsbehörden. Es ist vielmehr gemeinsame gesellschaftliche Pflicht, ein stärkeres Bewusstsein für die den christlichen Werten entsprungenen Grund- und Freiheitsrechte zu entwickeln und diese zu verteidigen.

Dazu gehört auch die Gabe der Differenzierung und die gemeinsame Solidarität mit allen, die unter dem Terror leiden – ob Christen, Juden oder Muslime.

Es gilt, frühzeitig zu reagieren, wenn sich religiöse Intoleranz abzeichnet und beispielsweise ein Grundrecht wie Religionsfreiheit bedroht wird.

In den letzten Wochen mehrten sich Berichte über Mobbing und Gewalt gegen Christen und andere religiöse Minderheiten in Flüchtlingseinrichtungen. Für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag steht außer Frage, dass diese Akte in keinem Fall hinnehmbar sind. Aus diesem Grund wollen wir uns verstärkt mit den Vorfällen auseinandersetzen und laden zu einem öffentlichen Fachgespräch am 11. April in den Deutschen Bundestag ein.“


BKA befürchtet Terror-Anschläge in Deutschland: an Karfreitag oder Ostern?

Die Sicherheitsbehörden befürchten offenbar, daß Deutschland ein terroristischer Anschlag unmittelbar bevorsteht. Nach Informationen der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT wird mit Anschlägen in einer deutschen Großstadt gerechnet. Banner-Probeabo-690x240

Wie die JF erfuhr, sei auch ein Hinweis bei den Sicherheitsbehörden eingegangen, der auf einen Anschlag am Karfreitag in München oder Berlin hindeute. Dies werde derzeit geprüft. Auch Auswertungen der sozialen Netzwerke legten die Vermutung nahe, daß ein Terroranschlag in Deutschland unmittelbar bevorstehe.

Das Bundeskriminalamt teilte auf Anfrage der JF mit: „Nach wie vor gilt, daß Deutschland im Fokus des internationalen Terrorismus steht. Die jüngsten Anschläge in Belgien haben erneut gezeigt, daß die Gefährdung durch den Terrorismus hoch ist und auch in Deutschland eine ernstzunehmende Bedrohungslage besteht.“  – Konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen lägen jedoch nicht vor.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/sicherheitsbehoerden-anschlag-steht-unmittelbar-bevor/


Der Kreuzweg führt zur Auferstehung

Unser neues Poster aus dem ECCLESIA-Plakatdienst:

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Regensburger Bischof Voderholzer feierte die Karfreitagsliturgie im Dom St. Peter

Mit zahlreichen Gläubigen hat Bischof Rudolf Voderholzer am Karfreitagsnachmittag im Regensburger Dom St. Peter eine Gedenkandacht an Jesu Leiden und Sterben gefeiert. 150403_Karfreitag 3

Schweigend zog der Regensburger Oberhirte mit dem Domkapitel und den Priesteranwärtern in die Kathedrale ein und streckte sich vor dem Altar aus. Die Stille des Gedenkens an den Tod Jesu endete mit einem Gebet des Bischofs.

Die Liturgie am Karfreitag ist Mittelteil der Liturgie des „Triduum Sacrum“, an den drei heiligen Tagen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Daher hat sie weder eine liturgische Eröffnung noch eine Entlassung.

Dem Wortgottesdienst mit Schriftlesungen, der Leidensgeschichte Jesu und den Großen Fürbitten folgten die Kreuzesverehrung und die Kommunionfeier.

Nach den Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament trugen die Passionssänger der Regensburger Domspatzen die Johannespassion vor.

Zusammenhang von Christi Opfertod und Paschamahl

In seiner Predigt richtete der Bischof zuerst den Blick auf eine Besonderheit der Johannespassion, die Datierung der Kreuzigung Jesu am Vorabend des jüdischen Paschafestes, zu dem Zeitpunkt, an dem im Jerusalemer Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden.

Christus ist das wahre Lamm Gottes, von dem es schon zu Beginn des Johannesevangeliums aus dem Munde des Täufers heißt: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“

„Am Holz des Kreuzes hing das Heil der Welt“

Die folgende Enthüllung und Verehrung des Kreuzes Christi wird von katholischen wie orthodoxen Christen gleichermaßen in der Liturgie des Karfreitages praktiziert. 150403_Karfreitag 1

Vor den Altarstufen enthüllte Bischof Rudolf nach und nach das verhüllte Kruzifix, begleitet vom lateinischen Ruf „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit“ – „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen“, den die Gläubigen mit „Venite adoremus“ „Kommt lasset uns anbeten“ beantworteten.

Zuerst verehrten der Bischof und die Priester das Kreuz mit einem Kuss, dann die anwesenden Seminaristen durch eine Kniebeuge.

Während der Diakon das Kreuz, begleitet von zwei Akolythen, durch den Mittelgang trug, hatten die Gläubigen die Gelegenheit zur Kreuzesverehrung. Dabei sangen der Chor der Domspatzen und die Gemeinde „O du hochheilig Kreuze“.

Gemeinsam mit den Gläubigen betete Bischof Rudolf das Vaterunser, empfing den Leib Christi und dann alle Anwesenden. Mit dem Schluss- und Segensgebet endete die Karfreitagsliturgie, jedoch ohne den Entlassungsruf, da sich diese Feier in der Osternacht fortsetzt.

Kartage und Karwoche:

Die Karwoche ist die „Heilige Woche“ (lateinisch hebdomada sancta), die sich vom Palmsonntag bis zur Osternacht erstreckt. Vielerorts werden, da ab dem Gloria am Gründonnerstagabend Orgelspiel und Glockengeläut verstummen, die Gläubigen mit Holzklappern zu den liturgischen Feiern eingeladen, eine Aufgabe, die von den Ministranten- oder Jugendgruppen oft übernommen wird. Auch der Brauch der heiligen Gräber, eines Nachbaues des Grabes Christi, oft reichlich illuminiert, ist mancherorts üblich. Mit der Liturgie am Karfreitagnachmittag beginnt die Grabesruhe.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg