Den Schutz der Zivilbevölkerung verbessern

Bilder der Verwüstung: Mehr als 170 Tote wurden bislang nach der Unwetter-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vermeldet. Zahlreiche Menschen werden immer noch vermisst.

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Bundesvorsitzenden der Dt. Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (siehe Foto) vom 14. Juli fordert der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeinde-Bundes, Gerd Landsberg:

„Wir sollten das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz ertüchtigen, denn diese Behörde ist für den Zivilschutz lediglich für den „Spannungs- und Verteidigungsfall“ zuständig, nicht aber für den Katastrophenschutz bei nicht-militärischen Gefahren. Dieser ist Ländersache. Hier brauchen wir grundlegende Änderungen.“

Außerdem seien strategische Reserven für Medikamente, Schutzausrüstung und Lebensmittel und Ähnliches notwendig. Es mache auch durchaus Sinn, über eine zivile Reserve nachzudenken, wo qualifizierte Personen bei einer nationalen Notlage gezielt helfen können und zusammenarbeiten.

Gemeinsame Erklärung von DPolG und DStGB

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/zivilbevoelkerungsschutz-neu-aufstellen/


Polizeigewerkschaft mahnt Versäumnisse an, warnt aber vor schnellen Schuldzuweisungen

Die Parlamente haben den Verfassungsauftrag die Regierungen zu kontrollieren. Das hätte in den vergangenen Jahrzehnten auch beim Katastrophenschutz geschehen müssen, ist aber offenbar unterblieben, erklärt die DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft).

DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt (siehe Foto) warnt aber vor Wahlkampfmanövern:

„Wir sind hierzulande mit dem ausfindig machen von Schuldigen immer schnell dabei, aber es geht jetzt darum, sorgfältig zu schauen, was verbessert werden kann und wie die Bürgerinnen und Bürger zukünftig rechtzeitig gewarnt und aktiv in Schutzmaßnahmen einbezogen werden können.

Es ist wenig hilfreich, aus Wahlkampfgründen mit dem Finger auf das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu zeigen. Unser Ziel muss es sein, das Bundesamt zu stärken – personell, finanziell und technisch und dort, wo es notwendig ist, auch mit entsprechenden weiteren Kompetenzen.“

Einen Dank richtete er ausdrücklich an die vielen Helfer – auch die ehrenamtlichen – im Katastrophengebiet.

„In der Ausnahmesituation gehen viele der Menschen, die vor Ort im Einsatz sind über ihre Grenzen hinaus. Polizei, Feuerwehr, THW, Rettungsdienste und zahlreiche Ehrenamtliche zeigen in diesen Tagen, wie Zusammenhalt und Zusammenarbeit zur Bewältigung der Katastrophe beitragen. Der Einsatz wird noch längere Zeit dauern. Wir als Deutsche Polizeigewerkschaft sichern zu, dass wir die eingesetzten Kolleginnen und Kollegen vor Ort nach Kräften unterstützen.“

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/dpolg-bundesamt-fuer-katastrophenschutz-staerken/


Erdbebensicherer Tisch in Israel erfunden

Was tun, wenn die Erde bebt?  – Lange Zeit hieß es, man solle den schnellsten Weg ins Freie suchen. Wissenschaftler empfehlen dagegen, Schutz unter einem Tisch zu suchen. Doch was, wenn der unter der Last herabfallender Gegenstände bricht?

Die israelischen Wissenschaftler Arthur Brutter und Ido Bruno haben für diesen Fall jetzt eine einfache und geniale Lösung gefunden und einen erdbebensicheren Tisch entworfen.

Der Tisch hält ein Gewicht von bis zu einer Tonne aus. Die Idee für den Tisch kam Brutter bereits als Student der Bezalel-Akademie für Kunst und Design in Jerusalem, ehe er sie gemeinsam mit seinem Lehrer Ido Bruno umsetzte.

Zunächst hatte er an einen allgemeinen Schutz bei Naturkatastrophen gedacht. Doch als er die Bilder von zerstörten Schulgebäuden nach dem Beben in Haiti im Jahr 2010 sah, bei dem 200.000 Menschen ums Leben kamen, wurde ihm klar, wie sehr vor allen Dingen Schulkinder von Erdbeben bedroht sind.

Der Tisch hat viele Vorteile: er ist billig in der Herstellung, leicht genug, dass auch Kinder ihn anheben können –  und er kann in Reihen aufgestellt sogar als Korridor auf dem Weg nach draußen oder als Zugang für Rettungskräfte dienen.

Beim israelischen Militär wurde der Tisch bereits getestet, nun durchläuft er weitere technische Härtetests an der Universität für Ingenieurswesen in Padua, Italien.

Brutter und Bruno schätzen, dass weltweit 300 Millionen Menschen vom Risiko eines Erdbebens bedroht werden, weil ihre Schulgebäude nicht sicher genug sind. Für ihre Erfindung bekommen die beiden Lob aus der ganzen Welt. Doch Brutter bleibt bescheiden: es gehe ihm nicht um wissenschaftlichen Ruhm und er hoffe, dass der Tisch gar nicht erst gebraucht werde. 

Quelle: „Dailymail“ vom 8.7./Israel. Botschaft