INSA: Gehört zur Bewahrung der Schöpfung auch der Schutz ungeborener Kinder?

Das INSA-Meinungsforschungsinstitut aus Erfurt wollte herausfinden, wie viele der Befragten unter der „Bewahrung der Schöpfung“ auch den Schutz ungeborener Kinder verstehen.

39 Prozent stimmen dem zu.. 28 Prozent sehen dies nicht so und 22 Prozent wissen keine Antwort auf die Frage.

Je älter die Befragten sind, desto häufiger verstehen sie unter „Schöpfung bewahren“ auch den Schutz des Lebens ungeborener Kinder. Der Anteil steigt von 28 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf bis zu 48 Prozent der ab 60-Jährigen. Die jüngsten Befragten sind somit die einzige Altersgruppe, die häufiger die Aussage ablehnt (35 %) als ihr zustimmt. 

Die Unterscheidung nach Religionszugehörigkeit zeigt, dass vor allem die freikirchlichen Christen unter „Schöpfung bewahren“ auch den Schutz des Lebens ungeborener Kinder verstehen (59 %). 52 Prozent der römisch-katholischen Befragten sehen dies ebenso, bei den evangelisch-landeskirchlichen Befragten sind es 45 Prozent.

Auch 40 Prozent der muslimischen Befragten und 36 Prozent der Befragten mit sonstiger Religion bzw. Konfession stimmen zu. Konfessionslose stimmen zu 30 Prozent zu und sind die einzige Gruppe, die häufiger die Aussage ablehnt (36 %) als sie ihr zustimmt.

Union- und AfD-Wähler sind die einzigen beiden Wählergruppen, die absolut-mehrheitlich der Meinung sind, dass unter dem Schlagwort „Schöpfung bewahren“ auch der Schutz des Lebens ungeborener Kinder zählt (52 und 50 %). Bei den restlichen Wählergruppen liegen die Anteile zwischen 31 und 40 Prozent.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de

 


JA zum Lebensrecht – NEIN zum „Bluttest“ bei Schwangeren als Kassenleistung

Stellungnahme des Landeskomitees der Katholiken in Bayern:


Deutsche Katholiken in Südosteuropa: Als die Kirche in den Seelen erwachte…

Von Stefan P. Teppert

Viele Aufbruchsbewegungen prägten den deutschen Katholizismus der Zwischenkriegszeit in der Weimarer Republik. Das Einfache, Spontane und Naturgemäße wurde wiederentdeckt, die Kirche sollte nicht nur äußeres Gefüge sein, sondern Gemeinschaft stiften und „in den Seelen erwachen“ (nach einem bekannten Wort von Romano Guardini).

Viele dieser Anregungen von der Volksbildung über liturgische Erneuerung bis hin zur Jugendbewegung wurden auf die Deutschen in Südosteuropa übertragen.

Diesen Transfer, die Rezeption, die spezifischen Probleme in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie 1919 bis 1939 wollte eine Tagung am 27. Juli 2019 im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen aufzeigen und analysieren.

Dass eine Tagung aber keine Ergebnisse liefern, sondern nur Probebohrungen leisten und Gespräche anregen könne, gab ihr Organisator und Leiter Prof. Dr. Dr. Rainer Bendel (siehe Foto) gleich bei seiner Begrüßung der Teilnehmer zu bedenken.

Als Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen, Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa hatte Bendel das Programm konzipiert und unter der Trägerschaft des St. Gerhardswerks Stuttgart, des Gerhardsforums München und des Vereins Haus der Donauschwaben in Sindelfingen ermöglicht.

Mit einem Rückblick auf die liturgische Bewegung in enger Verquickung mit der Jugendbewegung bot Bendel auch einen fundierten Einstieg in die Thematik, warf Fragestellungen auf, hob Strukturen und Perspektiven hervor, etwa zu Stellung und Selbstwahrnehmung der Kirche in der Gesellschaft und im politischen Umbruchsprozess sowie davon abhängige Richtungsansätze und Problemlösungsmodelle in den verschiedenen Ländern Südosteuropas.

Dass die Liturgie zum Auslöser für eine tiefgehende, aber auch heterogene Erneuerungsbewegung in der Kirche wurde, zeigen ihre beiden Protagonisten Ildefons Herwegen und Romano Guardini.

Bernhard Strehler und Klemens Neumann gewannen in Schlesien Bedeutung für den Ursprung des Quickborn mit seinem Abstinentenverein, seiner Begeisterung für das Singen, das Natur- und Volksverbundene.

Auch der Heimgarten in Neisse wurde zum Impulsgeber für die Jugendbewegung, zum Ideengeber und Träger für ein neues Volksbildungskonzept mit verändertem Gemeindeverständnis und dem neuen Selbstbewusstsein einer freien, sich in die Ordnung fügenden Persönlichkeit.

So bereitete der Rückgriff auf verschüttete kulturelle Traditionen einen Aufbruch der kritischen Gläubigkeit vor, der seine Vollendung im Zweiten Vatikanischen Konzil fand.

Bendel skizzierte die unterschiedlichen Auswirkungen dieser vom reichsdeutschen Katholizismus ausgehenden Erneuerung bei den noch weitgehend barock und durch den Volkstumskampf geprägten Katholiken Ungarns, der Sathmarer und Banater Schwaben in Rumänien sowie im jugoslawischen Banat und der Batschka.

Auf religiöse Aufbrüche im Jugoslawien der Zwischenkriegszeit konzentrierte sich im Anschluss Dr. Angela Ilić (siehe Foto) vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

In einer ersten, von 1918 bis 1929 währenden Phase, eingeleitet durch die Gründung des erträumten, aber letztlich enttäuschenden südslawischen Staates, herrschten starke Zentralisierungstendenzen aus Belgrad, die zur Proklamation der Königsdiktatur und der Auflösung des Nationalparlaments führten.

In dieser Phase mussten sich die Kirchen in Jugoslawien durch die nach dem Weltkrieg erfolgten Grenzziehungen komplett neu organisieren.

Während einerseits starke Magyarisierungsbestrebungen eine Entfremdung der Priester von ihren Gläubigen bewirkte, wurde die röm.-kath. Kirche andererseits zum wichtigen Akteur bei der Abwehr von Slawisierungstendenzen und der Erhaltung der Minderheitenidentitäten auf lokaler Ebene.

Die deutschsprachigen Protestanten suchten ebenfalls nationale Selbstbestimmung und gründeten ihr eigenes Seniorat, später ihre eigene Kirche im Königreich Jugoslawien mit Dr. Philipp Popp an der Spitze der Landessynode.

Zugleich gewann die serb.-orth. Kirche zahlenmäßig und territorial mehr Macht und Einfluss.

In der zweiten, von 1929 bis 1941 dauernden Phase wurden staatlicherseits kirchenfeindliche Verträge mit allen Religionsgemeinschaften angestrebt. Trotzdem gelang es den Kirchen, Freiräume zu wahren.

Die auf den Abschluss eines Konkordats der röm.-kath. Kirche in Serbien mit dem Vatikan erfolgende Krise zeigte jedoch deren eingeschränkte Handlungsspielräume. Die Nähe der Protestanten zum Nationalsozialismus suchten die Katholiken zu meiden.

Als Kriegsverlierer sei es für die Deutschen und Deutschsprachigen im südslawischen Staat allgemein schwierig gewesen. Man könne auch nicht, so Ilić abschließend, über echte Aufbrüche sprechen, sondern nur über regional sehr unterschiedliche Zeichen und Versuche dazu, weil die meiste Energie zur Erkämpfung und Bewahrung der Muttersprache und der Erhaltung der eigenen Identität zur Verfügung stehen musste.

„Ottokár Prohászka und die ungarische Politik“ war das Thema von Dr. Zoltán Tefner (siehe Foto), einem Mitglied der Jakob-Bleyer-Gemeinschaft in Budapest.

Tefner untersuchte, inwiefern und warum der 1858 in Neutra/Nyitra in der heutigen Slowakei in eine mährisch-deutsche Beamtenfamilie geborene katholische Geistliche Prohászka zum Politiker werden konnte, obwohl er für diese Beschäftigung weder Lust noch Berufung verspürte, weil der Staat mit seinen irreligiösen Machtinteressen den Intentionen der Religion widerspricht.

Triebfeder Prohászkas war einerseits die patriotische Idee von Ungarn als unabhängiger, von Österreich getrennter Nationalstaat, andererseits die sozialpolitische Berufung des Katholizismus, wie sie durch Papst Leo XIII. verkündet worden war. Weitere Beweggründe waren sein Antijudaismus und Antimilitarismus. Er wollte das Christentum im Sinne der Freiheit, des Fortschritts und des Sozialismus voranbringen, gewissermaßen eine Synthesen mit diesen Weltanschauungen herstellen.

Sein Leben lang quälte ihn der Argwohn, dass er infolge seiner amtlichen Pflichten charakterlos werden könnte, zugleich wusste er aber auch, dass sich ein Charakter nur im weltnahen Leben ausbildet. Entsetzt von den Gräueln des Ersten Weltkriegs, begrüßte er danach das soziale Programm der Károlyi-Regierung vor allem mit ihrer Bodenverteilung.

Größte Sorgen bereitete Prohászka die seelische und administrative Verstümmelung des ungarischen Christentums durch die Pariser Friedensschlüsse. Mit Ekel und Passivität beobachtete der 1905 zum Bischof ernannte Pazifist von seiner Residenz in Székesfehérvár das Treiben des terroristischen Regimes unter dem Kommunisten Béla Kun, um sich dann der Regierung von Reichsverweser Miklós Horthy anzudienen.

Prohászka wurde Abgeordneter in der Nationalversammlung, setzte sich in Reden für die Kriegsgefangenen und die unteren sozialen Schichten, für ein modernes christliches Ungarn ein, lehnte es aber ab, zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden oder sich auf Parteikämpfe und Machtstreit einzulassen. Im parlamentarischen Leben sind seine Hoffnungen nicht in Erfüllung gegangen. Desillusioniert von den mentalen und moralischen Schwächen des politischen Lebens zog er sich zurück und widmete sich fortan bis zu seinem Tod 1927 überwiegend rein religiösen Inhalten.

Als neuer Vorsitzender des Vereins Haus der Donauschwaben kam Raimund Haser (siehe Foto) zwischen zwei anderen Terminen vorbei, um ein Grußwort zu sprechen. Haser ist nicht nur Mitglied des 16. Landtags von Baden-Württemberg, sondern auch Präsidiumsmitglied im BdV auf Bundes- und Vorstandsmitglied auf Landesebene.

In der CDU-Landtagsfraktion fungiert er als Sprecher für die Angelegenheiten der Vertriebenen. Darüber hinaus ist er Mitglied des Stiftungsrates des Naturschutzfonds Baden-Württemberg und der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes.

In seiner Ansprache plädierte Haser dafür, dass Heimat zwar Identität ermöglichen müsse, aber niemals zur Ausgrenzung des Anderen führen dürfe. Die Bereitschaft, unter einem großen Dach zusammenzugehören, sei genau das, was wir heute in Europa brauchen.

Haser versprach, gut auf das Haus der Donauschwaben aufzupassen, bedankte sich beim seit Monaten ohne Geschäftsführerin auskommenden Restteam für das opferbereite Engagement zur Aufrechterhaltung des Programms und lud die Gäste ein, die Veranstaltungen im Hause auch künftig zu besuchen.

Der Musikhistoriker Dr. Franz Metz (siehe Foto), Geschäftsführer des Gerhardsforums in München, sprach über Kirchenmusik und Chorgesang der Donauschwaben in der Zwischenkriegszeit, der letzten Entwicklungsstufe in ihrer 300jährigen Ansiedlungsgeschichte.

In dieser Epoche gab es zahlreiche Fortschritte und Höhepunkte, beispielsweise die Gründung des Banater Deutschen Sängerbundes 1922 in Perjamosch, zu dessen Zwecken „edle Geselligkeit“ und „vaterländische Gesinnung“ gehörten, auf dessen Fahne „Lied, Volk, Heimat“ zu lesen war, der aber fern der Politik stehen wollte.

Diesem Sängerbund waren 1925 schon 67 deutsche Gesangvereine des Banats beigetreten, man beteiligte sich bei der 200-Jahr-Feier der Ansiedlung 1923, beim Zehnten Allgemeinen Deutschen Sängerfest in Wien 1928, ein Jahr später in Frankfurt a. M.

Metz stellte dann eine Reihe von Musikerpersönlichkeiten vor, darunter den Musikprofessor Hans Eck aus Komlosch (1899-1965), auf den ein Gesangbuch mit dazugehörigem Orgelbuch zurückgeht, das in der Temeswarer Diözese heute noch benutzt wird.

Stefan Ochaba aus Brünn (1904-1948) kam 1924 nach Pantschowa und Werschetz, wo er als Kirchenmusiker, Chorleiter, Pädagoge und Komponist tätig war. Viele seiner Kompositionen, seine Noten- und Instrumentensammlung wurden durch die Partisanen Titos zerstört.

Der Kirchenmusiker, Dirigent und Karansebescher Bürgermeister Fritz Pauck (1886-1965) war auch Obmann des Banater Deutschen Sängerbundes, ihm wurde die päpstliche Auszeichnung „Pro ecclesia et Pontifice“ überreicht.

Für Bischof Augustin Pacha komponierte er ein „Ecce Sacerdos“. Ein letzter Versuch, für die Banater Kirchenmusik etwas zu tun, bevor die kirchliche Organisation unter dem Druck der kommunistischen Diktatur zusammenbrach, war die Veröffentlichung der „Katholischen Kantorlehre“ in Temeswar 1944 durch die Ordensschwester Dr. Hildegardis Wulff (1896-1961).

Der Referent konnte mit seinen Beispielen die Vernetzungen der Banater Kirchenmusik mit Entwicklungen im deutschen Sprachraum, die multiethnische Zusammensetzung der Chöre sowie die Stimmungsänderung während des Dritten Reichs und der kommunistischen Diktatur veranschaulichen.

Zuletzt widmete sich Tobias Schmidt (siehe Foto), ein Kirchenmusiker in Ulm, der in Rottenburg studiert und an seiner Masterarbeit schreibt, zwei Temeswarer Persönlichkeiten im Umbruch der Zeit: den Domkapellmeistern Desiderius Jarosy und Desiderius Braun. Jarosy, 1882 in Lenauheim geboren, war von Kindheit an mit Kirchenmusik und dem kirchlichen Leben vertraut.

Zunächst Lateinschüler am Piaristengymnasium in Pécs, absolvierte er das Szegediner Gymnasium und das Temeswarer Priesterseminar, wurde 1905 zum Priester geweiht, nach Budapest versetzt. 1906 wurde er Domkapellmeister in Temeswar und Chorleiter des Temeswarer Philharmonischen Vereins.

1910-14 lehrte Jarosy an der Budapester Musikhochschule und war Musikprofessor an der Deutschen Lehrerbildungsgesellschaft. 1914 übernahm er das Direktorat der Temeswarer Druckerei und war Schriftleiter und Herausgeber der Banater Musikzeitung. Jarosy, von dem das Diktum stammt, dass von einer eigenständigen Banater Musikkultur keine Rede sein könne, tat zugleich unglaublich viel, um eine solche zu etablieren.

1914 wurde er mit dem Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens ausgezeichnet und 1925 zum Päpstlichen Kämmerer ernannt. Er starb 1932 in Erlau und ist auf dem Lenauheimer Friedhof bestattet. Am Temeswarer Dom erinnert eine Gedenktafel an ihn.

Von seinem Nachfolger als Domkapellmeister (1927-40) Desiderius Braun stammt die Biografie „Leben und Wirken des Desiderius Jarosy“. 1927-31 hatten beide das Amt gemeinsam versehen. Von Braun stammt auch der erste Band der Banater Musikgeschichte (1937), deren zweiten Band er nicht mehr vollenden konnte. Er starb 1940. Zu seinem Gedenken wurde auf der Empore des Temeswarer Doms eine Tafel angebracht.

Prof. Bendel kennzeichnete diese beiden Beispiele für das kirchenmusikalische Wirken in Temeswar als ungarisch fühlend, aber ethnisch deutsch und verglich sie mit dem deutschstämmigen Komponisten Ferenc Erkel (1810-1893), dem Vater der immer noch viel aufgeführten ungarischen „grand opera“ und dem Schöpfer der ungarischen Nationalhymne.

Fotos: Stefan P. Teppert

 


Der Streit um die Frauenpriesterweihe wird zum Katalysator der Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Frauenfrage (Priesterweihe für Frauen) wird in der katholischen Kirche zum Katalysator: Entweder kehrt sie zurück zur Botschaft Jesu und zur Lehre der Kirche oder sie geht weiter auf dem Weg zur Spaltung.

Dies wurde auf der Tagung der Katholischen Akademie in München über die „Sakramentalität der deutschen Kirche“ deutlich. An ihr nahmen rund 140 Seelsorger aus dem In- und Ausland teil (vgl. Konradsblatt Nr. 15.2019, S. 4).

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

Einige Stimmen dazu: Der Fuldaer Pastoraltheologe Richard Hartmann: Die Zeit „fauler Kompromisse“ sei vorbei. Vielleicht „musste erst eine Generation kommen, die nicht wusste, dass es unmöglich ist“.

Im Mai 1994 hatte Johannes Paul II. definiert: Die Priesterweihe für Frauen sei ausgeschlossen.

Dieser Standpunkt, an den sich die Kirche von Anfang an gehalten hat, wurde von seinen Nachfolgern bekräftigt.

Auf der Münchner Tagung wurde die Position der Kirche relativiert und unterlaufen.

„Der Bochumer Bibelwissenschaftler Thomas Söding sagte: ‚Im neuen Testament fänden sich Belege dafür, wie erst zu Beginn des zweiten Jahrhunderts konservative Reformer Frauen aus Ämtern und Diensten der alten Kirche gedrängt hätten.‘“

Abgesehen davon, dass die neutestamentlichen Schriften vor dem zweiten Jahrhundert abgefasst wurden, geben die neutestamentlichen Berichte keine Fundstellen für Södings Behauptung. Söding sprach sich für eine Internationalisierung der Debatte aus, welche die Erfahrungen von Ordensfrauen in Gemeinden Afrikas, Asiens und Lateinamerikas einbezieht.

Die Münsteraner Dogmatikerin Dorothea Sattler meinte, entscheidend sei, „dass Menschen im Handeln von Männern und Frauen Jesus Christus wieder erkennen könnten“.

Der Luzerner Kirchenrechtler Adrian Loretan nannte den „Ausschluss von Frauen aus allen höheren Ämtern der katholischen Kirche als Diskriminierung, die dem Willen Gottes widerspricht“. Sie zu beseitigen, sei eine „Frage der Gerechtigkeit“:

Katholische Theologen und Kirchenjuristen seien es zudem gewesen, „die mit ihrem Denken erst die Grundlagen für Völkerrecht, Rechtsstaatsdenken und Menschenrechte geschaffen hätten“.

„Zukunftsweisend sei der Beschluss der deutschen Bischofskonfernz, jede dritte Leitungsfunktion in den Bistümern künftig mit Frauen zu besetzen“.

Loretan vermengt Weiheämter mit anderen Funktionen, die grundsätzlich von jeder geeigneten Person ausgefüllt werden können. Dass in seiner Argumentation die Machtfrage im Hintergrund steht, wird deutlich. In der Kirche geht es aber nicht um Macht, sondern um Dienst.

Der anwesende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode: „Wir kommen an der Frauenfrage nicht vorbei“. Bode erkannte in dieser Sache durchaus die Gefahr der Spaltung. Der Bischof sah die Spaltung auch für das „Volk Gottes, wenn nichts geschieht“.

Frauenfrage führt zur Scheidung der Geister

In den Demos protestierender Frauen mit dem Schlagwort „Maria 2.0“ zeigt sich, dass selbst die Gottesmutter instrumentalisiert und ihre wahre Haltung „Siehe, ich bin eine Magd des HERRN“ auf den Kopf gestellt wird. Bekannte Katholiken spielen die Steigbügelhalter in diesem Spiel.

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse meint, das Anliegen „Maria 2.0“ „müsse man sehr unterstützen. Es seien dies nämlich heftige Anliegen aller, die ihre katholische Kirche lieben“ (vgl. Kath.net 11. Juli 2019).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt auch die Initiative „Maria 2.0“: Jesus habe „seine Botschaft allen Menschen gleichermaßen verkündet, unabhängig von Geschlecht und unabhängig davon, wer wen liebe“.

Der Benediktinermönch Anselm Grün erklärt: „Eine Theologie, die sich darauf beruft, dass Jesus Mann war und daher nur Männer Priester sein könnten, möchte nur den Status quo hochhalten. Doch diese Theologie sei unhaltbar“.

Pater Anselm Grün hat viele Priester in seiner früheren Zeit beraten. Wie das geschah und wie konform mit der Lehre der Kirche beraten wurde, wäre wissenswert.

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel sieht die Kirche auch wegen der „anhaltenden Ungleichbehandlung der Frau“ in einer Krise. Vogel hat auch früher wegen persönlicher Probleme die Kirche heftig kritisiert.

Diese vier – außer Spahn – ehemals gewichtigen selbsternannten Kirchenlehrer haben erkannt, dass die sogenannte „Frauenfrage“ eine Gelegenheit bietet, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Jene, die das Frauenpriestertum fordern, werden diese Unterstützung dankbar annehmen.

Die Kirche steht tatsächlich in einer Krise, auch deswegen, weil die meisten Nachfolger der Apostel nicht den Mut haben, für das Wort und Handeln Jesu und die Lehre der Kirche einzustehen.


Fairer Umgang mit „rechtem Christentum“

Besprechung von Thomas May

Buch-Daten: Felix Dirsch, Volker Münz, Thomas Wawerka (Hrsg.): Rechtes Christentum? Der Glaube im Spannungsfeld von nationaler Identität, Populismus und Humanitätsgedanken. – Ares Verlag, Graz 2018, 256 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-99081-004-0. – 19,90 €

Der Sammelband mit 11 Einzelbeiträgen von­ Theologen, Philosophen, Politikwissenschaftlern, Historikern und Publizisten unternimmt den Versuch, das Spektrum der politischen Rechten unter dem Aspekt der Christlichkeit zu erfassen und Legitimität, ja Folgerichtigkeit einer reflektierten Verbindung beider darzulegen.

Die Hauptkonfliktlinie verläuft dabei zwischen dem als „böse“ stigmatisierten „rechten“ Christentum bzw. Rechtskatholizismus (diffamierend auch mit „rechtsradikal“ oder „rechtsextrem[istisch]“ etikettiert) im Gegensatz zum „guten“ linken säkularisiert-universalisierten Humanitarismus, der im Zuge der Merkelschen „Flüchtlingspolitik“ für alternativlos erklärt wurde.

In der kontroversen Gemengelage ist es einigen Autoren ein unverzichtbares Anliegen, die weitgehend obsolet gewordenen, sperrigen Konzepte der (deutschen) Nation und des Vaterlandes christlich authentisch und kompatibel einzubringen.

Typologie des Rechtskatholizismus

Der katholische Theologe und Politologe Felix Dirsch entwirft in seinem Beitrag (S. 17–51) in Gegenüberstellung zu „links“ eine Typologie des „Rechten“ im Sinne des Rechtskonservativen und ermittelt anschließend die ihm innewohnenden katholischen Grundsätze und Modi.

Als erste Kategorie firmiert das Realitäts- und Erhaltungsprinzip (versus progressives Lust- und Gütervermehrungsprinzip), das vor allem im naturrechtlichen Denken sowie anknüpfend an Thomas von Aquin in der solidaristischen Doktrin der katholischen Soziallehre seinen Niederschlag findet. Die Gewährleistung des Gemeinwohls ist heute allerdings im Gefolge der Migrations- und Asylkrise durch staatlichen Kontrollverlust und soziale Distension gefährdet.

Bei dem als Zweites genannten Ordnungsprinzip (versus Auflösung) lassen sich die katholischen Linien bis Augustinus und den Aquinaten, der das Verhältnis von Gott und Mensch in einem lebendigen Bezugsrahmen darstellt, zurückverfolgen.

Die biblisch grundgelegte, dogmatisch zentrale Schöpfungsordnung erweist sich als Bastion gegenüber dem postmodern entgrenzten Linksliberalismus, der die binäre Geschlechterordnung aufsprengt und den Menschen über seine biologischen Vorgaben hinaus zum Schöpfer des eigenen Geschlechts ermächtigen will.

Offenkundig ist schließlich auch die Verbindung zwischen tendenziell pessimistischem Menschenbild (versus utopistisch-optimistisches, „gutmenschliches“) und der katholischen Lehre vom „peccatum originale“ (Ur-Sündenlehre), der wegen der geschwächten, dem Irrtum und dem Bösen zugeneigten Menschennatur ein hohes Maß an Realismus zu bescheinigen ist.

Die „rechten“ Prinzipien der ontologischen Ungleichheit (versus Gleichheit), die etwa der hierarchische Aufbau der katholischen Kirche abbildet, und der relativen Homogenität (versus individualistische Freiheitsüberhöhung) führt Dirsch nicht näher aus. 

Im Folgenden skizziert der Autor geschichtliche Ausgestaltungen des Rechtskatholizismus von der Französischen Revolution (Joseph de Maistre) bis ins 20. Jahrhundert (Carl Schmitt, Othmar Spann).

Unter veränderten Bedingungen kommt ihm in der Gegenwart durch die Vielfalt der Auflösung von staatlichen, gesellschaftlichen, sozialen, familiären und kirchlichen Ordnungen zuerst eine stabilisierende Funktion zu, etwa gegenüber dem von Linksintellektuellen propagierten individuellen Hedonismus und egalitären Menschheitskult, der die Willensträgerschaft des Volkes untergräbt.

Auch sind angesichts der Massenimmigration mit Bezug auf die katholische Soziallehre die Eintrittspflicht des Staates für das Gemeinwohl und für den Schutz des Eigenen entschieden einzufordern. Den Exponenten des patriotisch verwurzelten Rechtskatholizismus vor allem obliegt es, der Selbstdegradierung der Kirche zu einer globalen NGO mit dem Papst an der Spitze entgegenzutreten und ein organisch gewachsenes Europa kulturell verbundener Staaten zu fördern.

Entwicklung des konservativen Protestantismus nach 1945

Für die protestantische Seite geht der Theologe, Philosoph und Hochschullehrer Harald Seubert konservativen Strömungen ab 1945 nach (S. 52–74). Dem Geist der Bekennenden Kirche verpflichtete Theologen wie Helmut Thielicke und Walter Künneth konnten noch für zwei bis drei Jahrzehnte eine rege Wirksamkeit entfalten, ebenso der in der EKD einflussreiche Pastor und Publizist Alexander Evertz, der die Politisierung des Glaubens und die Nationvergessenheit der Linksprotestanten geißelte. 

Das Epochenjahr 1968 mit dem befreiungstheologischen „Politischen Nachtgebet“ Dorothee Sölles beim Essener Katholikentag markiert eine Zäsur und die Differenz der in der Folgezeit auseinanderdriftenden Allianz neomarxistischer und historisch-kritischer Kräfte einerseits und des theologisch und politisch konservativen evangelisch-lutherischen Lagers anderseits, das dramatisch an Einfluss einbüßte, obwohl es an institutionellen Gegeninitiativen wie der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Pfarrer Tegtmeyer), der „Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland“ (Bernt von Heiseler) oder der „Konferenz Bekennender Gemeinschaften“ (Peter Beyerhaus) nicht fehlte.

Als eine der bedeutendsten Stimmen des von der Reformation geprägten Konservatismus wirkte der Philosoph Günter Rohrmoser als Hochschullehrer, Publizist und Politikberater (Franz Joseph Strauß, Hans Filbinger) bis in die 1990er Jahre. Aus seiner Sicht musste die lutherische Zwei-Reiche-Lehre zwar tiefstes Ethos sein, durfte aber niemals direkte politische Rezeptur werden.

Evangelische Kirche in Augsburg

Auch dank der Zeitschrift „ideaSpektrum“ ist heute der Dachverband der stark evangelikal ausgerichteten „Evangelischen Allianz“ der mächtigste Widerpart des in der EKD und an den Universitäten etablierten linken Kulturprotestantismus, der seit den 1970er Jahren seinen Siegeszug über die Kirchentage angetreten hat und seither das Bild der Öffentlichkeit prägt.

Ihn bestimmen ein im Namen allgemeiner moderner Religiosität entwertetes, zum Teil eliminiertes Verständnis der Heiligen Schrift, ein vom „gefallenen“ Menschen abgerücktes, evolutionistisch-optimistisches Menschenbild sowie die Umdeutung der christlichen Liebesbotschaft in eine sozial-emanzipatorische, ökologische, humanitaristische Agenda.

Seubert rundet seinen Essay mit zwei alternativen Zukunftsszenarien ab. Das erste wäre, dass ein der Tradition verbundener, theologisch und geistlich erneuerter, von evangelikalen und klassisch evangelischen Kräften getragener Protestantismus wieder mehr Raum und Einfluss in Theologie und Kirche gewinnt; ihm fiele auch der schwierige Spagat zu, einerseits der Liebe zu Deutschland als Kultur- und Heimatraum (Patriotismus) Daseinsrecht zuzuerkennen, anderseits jenen Teil der Rechten zurückzuweisen, welcher den Glauben funktionalisiert und das „christliche Abendland“ nur als Kampfparole missbraucht.

Für wahrscheinlicher hält es Seubert jedoch, dass die neue politische Theologie des Protestantismus, die den christlichen Glauben auf Moralismus und Gefühl reduziert, die evangelische Kirche verstärkt zu einer rotgrünen Agitationseinrichtung umformen wird.

Populismus und Christentum im Zeichen des Globalismus

Der Journalist und Buchautor Martin Lichtmesz(S. 90–116) begreift den „(Rechts-)Populismus“ als Kampfbegriff der säkularen Polit-Religion des „humanitären Universalismus“ (Rolf Peter Sieferle) oder „Globalismus“, der sich geistesgeschichtlich aus liberaler „Religion“ der Menschenrechte und linkem Kulturmarxismus herleitet, zur Feindbestimmung all derer, die in Rückbesinnung auf urdemokratische Impulse Repräsentation, Partizipation und Bewahrung der Eigenen von der politisch-medialen Machtelite einfordern.  

Populisten, die sich als Demokraten und Europäer sehen, halten an der Basis der Nation fest, deren Volk durch Sprache, Abstammung, Geschichte und Kultur verbunden ist – im Gegensatz zu „Brüssel“, das die einst christdemokratische EU unter Berufung auf „Menschenrechte“ und „liberale Demokratie“ in Richtung Immigration („Migrationspakt“), Multikulturalisierung, Islamisierung und „Diversity“ steuert und die Nationalstaaten entmachtet.

Diese Politik erzwingt nach dem katholischen Theologen Martin Schelkshorn eine ideologische Synthese zwischen Christentum und Globalismus; wer sie ablehnt, verstößt gegen den „Geist der Demokratie“, die „Menschenrechte“, die „christlichen Werte“. Umgekehrt wäre eine ideologische Synthese zwischen Christentum und neorechter Ideologie „eine Pervertierung christlicher Moral“. Schelkshorns Sicht wird im Grundsatz von hohen Repräsentanten beider Kirchen geteilt, die sich dem Druck der Globalisten beugen zu müssen glauben, um gesellschaftlich relevant zu bleiben.

Lichtmesz erweist die Unrichtigkeit der schematischen Zuordnung.

Nicht nur Papst Benedikt XV. verwarf im Motuproprio „Bonum sane“ (1920) die Ideologie der „Einen Welt“, die mit einer „noch nie dagewesenen Schreckensherrschaft verbunden“ sei, auch Johannes Paul II. erinnerte in seinem Rundschreiben „Dilecti Amici“ (1985) die Jugend der Völker an ihre vaterländische Verantwortung, die die Pflicht, Volk, Stamm oder Nation zu erhalten, einschließt.

Die Weigerung der ungarischen Bischöfe, ihr Land den Angehörigen einer fremden, häretischen Religion zu öffnen, beruht auf dieser jahrhundertealten Tradition. Anhand der neuen, 2012 unter Viktor Orbán in Kraft getretenen ungarischen Verfassung fokussiert Lichtmesz auf die Korrektur der fatalen Fehlentwicklung: An erster Stelle stehen hier die nationale Identität und Besonderheit, über den Menschenrechten und über liberalen Prinzipien; die Rolle des Christentums wird explizit gewürdigt.

So ist einer Überdehnung der Menschenrechte (wie in den „pluralen“ Demokratien Westeuropas) zulasten der autochthonen Bevölkerung ein Riegel vorgeschoben.

Auf der Basis ethnokultureller Homogenität, unter Einbettung ethnischer Minderheiten in die ungarische „Leitkultur“ und in Übereinstimmung mit dem Solidaritätsprinzip der katholischen Soziallehre kann die Lehre von den „Pflichtenkreisen“ greifen, die bei Thomas von Aquin in den Prioritätenfolge Gott – Eltern (Blutsverwandte) – Vaterland (Freunde, Mitbürger) ausformuliert ist: praktische Nächsten-Liebe vor Fernsten-Liebe. Nur von hier aus ist eine Ausweitung moralischer Verantwortung auf die gesamte Menschheit möglich. Dieser globalen Erweiterungsebene trägt auch Ungarns neue Verfassung Rechnung.

Christentum und Rechtskonservatismus aus theologischer Sicht

Der ostdeutsche evangelische Pfarrer a. D. Thomas Wawerka (S. 173–189) betont die Priorität des Glaubens (Christ sein) gegenüber der konkreten politischen Willensbekundung (rechts sein) – Jesus Christus selbst scheidet beide Sphären voneinander (Mk 10,42–45; auch Mk 12,17; Joh 18,36).

Gemäß der „Ethik“ Dietrich Bonhoeffers sei das Politische zwar als ein Zuständigkeitsbereich in der Welt anzuerkennen, es ist aber nicht der einzige oder absolute; vielmehr gelten auch „Schöpfungsordnungen“ oder „Mandate Gottes“, die dem Zugriff des Politischen entzogen sind.

Als Beispiele nennt der Autor die Familie als Verbindung von Mann und Frau sowie das Volk. Demnach hat christliche Ethik die Einführung der „Ehe für alle“ ebenso als Anmaßung des Politischen zurückzuweisen wie den Umbau der gottgewollten Völker zu multikulturellen Gesellschaften.

Im Anschluss an den Soziologen Theodor Geiger (1891–1952) verwirft Wawerka eine wertefixierte Politik, da sie zwangsläufig zum (linken) totalitären Missionieren führt, das die (rechte) Gegenseite als Feind disqualifiziert und ausgrenzt.

An der Verschmelzung des Politischen mit dem Moralischen seien schon Familien, Freundschaften und Arbeitsverhältnisse zerbrochen. Absolute Werte gebe es in der christlichen Ethik jedoch nicht; Werte sind dem Herrn Jesus Christus untergeordnet, in der Vielfalt relational: dem Vaterland verpflichtet und universal, dem Frieden verpflichtet und wehrhaft. Stattdessen ist eine Politik der Interessen und des Interessensausgleichs zu praktizieren.

Wawerka verlangt eine Wende von der wertepolitischen zur ordnungspolitischen Ethik, zur Rekonstruktion der Ordnungen. Da deren Befürworter und Verteidiger eher unter dem Etikett „rechts“ auftreten, ergeben sich hier in der Tat Schnittmengen mit dem Christentum.

Umsetzung und Widerstand: AfD und IB

Volker Münz, kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, referiert die Bedeutung der Vereinigung „Christen in der AfD“ für seine Partei (S. 160–172). Seit deren Gründung (2013) suchen sich hier Christen aller Konfessionen im Gebet gegenseitig zu stärken.

Trotz seiner nur rund 500 Mitglieder ist der Einfluss der ChrAfD in die Partei hinein (ca. 30.000 Mitglieder, davon etwa 60 Prozent Christen) immens und äußert sich vor allem in der Mitgestaltung des Parteiprogramms nach christlich-konservativen Vorstellungen. Sie haben im Bekenntnis zum Schutz des ungeborenen Lebens, zur Bewahrung der traditionellen Ehe und Familie und in der Ablehnung der unchristlichen Genderideologie Eingang gefunden.

Ferner bekennt sich die AfD zur christlich-abendländischen Kultur und zum jüdisch-christlichen Menschenbild. Der Utopie der multikulturellen Gesellschaft begegnet sie mit dem Konzept der europäischen Leitkultur (nach dem Politikwissenschaftler Bassam Tibi), unter deren Fittichen der Nationalstaat des deutschen Volkes erhalten bleiben soll.

Obwohl die AfD mehr als alle anderen Parteien für eine Politik aus christlichem Ethos stehe, erfährt sie scharfe Ablehnung von meist „fortschrittlichen“ Vertretern der Amtskirchen. Während pauschal die Vorwürfe Populismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Hassrede erhoben werden, fehlt eine kirchliche Würdigung der dezidiert christlichen Positionen der Partei, zu denen Grüne und Linke, aber auch Sozial- und Christdemokraten nicht selten in Widerspruch stehen, wie etwa 2017 bei der Einführung der „Ehe für alle“ oder jüngst bei der gesetzlichen Aufweichung des Werbeverbots für Abtreibungen (§ 219a StGB).

Einer unbegrenzten Aufnahme von Flüchtlingen unter Berufung auf ein universalistisch überspanntes Ethos der Nächstenliebe infolge einer sachwidrigen (theologischen) Vermengung von Individual- und Sozialethik stellt die AfD das Postulat eines auf Recht und Gesetz basierenden verantwortungsethischen Handelns entgegen, für das sie sich auf den Aquinaten und die unverkürzte katholische Soziallehre berufen kann. Ob sich Bischöfe manchmal durch „fundamentalistische“ Rechte unangenehm an das Depositum Fidei erinnert fühlen?

Mit Gegenwind hat die AfD auch vor dem Hintergrund ihrer angezweifelten Verfassungsmäßigkeit zu rechnen. Das berührt die Tätigkeit der nach den Landesschulgesetzen zu politischer Neutralität verpflichteten Lehrer. Dieser Thematik widmet sich der Zeithistoriker und Publizist Stefan Winckler (S. 75–89).

Anhand einer sachsen-anhaltinischen Schule zeigt er auf, wie Lehrkräfte, die 2017 ein „Zeichen gegen Rassismus und Intoleranz“ setzen wollten, Schüler gegen die AfD als Gesamtpartei zu indoktrinieren versuchten: irregulär, weil diesen – „überwältigt“ – keine Chance gegeben wurde, sich durch Pro-und-kontra-Diskussion ein eigenes Urteil zu bilden. 

Der Beitrag zweier Mädchen auf „journalistenwatch“, nach dem AfD-nahe Mitschüler von Lehrerseite beleidigt und bedroht wurden, wird als weiteres Beispiel unerlaubter Meinungslenkung zitiert. Lehrer wegen AfD-Mitgliedschaft mit Disziplinarmaßnahmen zu belegen, hält Winckler für ungerechtfertigt, sofern sie sich im Unterricht nicht parteiisch oder verfassungsfeindlich äußern. Hingegen sollten sie kriminelle Antifa-Aktionen gegen AfD-Politiker, deren Kundgebungen und Wahlkampfstände erörtern dürfen.

Der in den Medien zum Teil hysterisch angefeindeten Identitären Bewegung (IB) gilt der Beitrag der promovierten Philosophin und Aktivistin Caroline Sommerfeld(S. 190–203).

Die Gruppierung französischen Ursprungs wurde von dem Studenten Martin Sellner und einer kleinen Schar 2012 in Österreich und 2014 in Deutschland gegründet. Der siegreichen Schlacht des christlichen Heeres über die Türken am Kahlenberg vor Wien (1683) eingedenk, vertritt sie die Grundidee, dass Völker ein Recht auf Heimat und ethnokulturelle Identität haben. Infolge des Kampfes gegen Islamisierung und Globalismus ist die IB ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.

Über Herkunftsidentität und Kulturchristentum hinaus beharrt die politische Jugendbewegung, die 2017 mit ihrer Aktion „Defend Europe“ zur Beobachtung von Schleusern im Mittelmeer aufhorchen ließ, auf dessen „Gründungsmythos“, auf den historischen Großerzählungen von seiner Abwehr des äußeren Feindes.

Daraus resultiert das Verständnis eines wehrhaften Christentums in der Tradition der milites christiani. Zuinnerst speist sich ihre „Identität“ aus der Heideggerschen „Existierkunst“, durch die der Einzelne in seinen historischen Handlungsauftrag gestellt ist.

Mit Bezug auf Carl Schmitt unterscheidet Sommerfeld zwischen privatem Feind (inimicus) und politischem Feind (hostis).

Der Verzicht auf individuelle Gewalt, wozu sich die IB „metapolitisch“ kämpfend bekennt, widerspricht nicht der Verteidigung Europas gegen den Islam als hostis. Die Widerstandskraft des Christentums sieht die Autorin durch den unterwürfigen nachkonziliaren christlich-muslimischen Dialog mit der dekretierten gemeinsamen Anbetung des „einen Gottes“ (Lumen gentium 16) und die Umdeutung des Liebesbegriffs geschwächt.

Das Ringen mit dem Problem der Wehrhaftigkeit wird für die IB in der Praxis wohl eine Herausforderung bleiben.

Anleihen für einen fairen Diskurs auf Augenhöhe

Ausgehend von den Folgen der „Grenzöffnung“ 2015 sucht der evangelische Pfarrer Lothar Mack (S. 204–229) die Themen „christlicher Glaube“ und „positives Nationalbewusstsein“, deren Gewissheit nach dem Zweiten Weltkrieg fragwürdig geworden war, für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Mittels theologisch-politischer Anleihen bei Autoren wie Helmut Thielicke, Hermann Rauschning oder Walter Bargatzky strebt er eine „Horizontverschmelzung“ an, aus der die Heutigen von den tastenden Antworten der Damaligen lernen können.

Deren radikale Offenheit fernab politischer Korrektheit und kirchlichen Moralisierens repräsentiert vorbildlich eine Gesprächskultur auf Augenhöhe mit dem Anderen, von welcher heute Regierende, Kirchenleitungen und ihre gesinnungsethischen Vasallen in den Medien meilenweit entfernt sind. Diese rote „Diskurshoheit“, die sich unreflektiert in eine rotbraune wandelt und das Gegenüber zum Feind verzerrt, bezeichnet Mack als „moralischen Rassismus“.

Das Bemühen, Christsein und Liebe zum Vaterland neu und tragfähig miteinander zu verbinden, ist beispielhaft in dem von dem protestantischen Adeligen Werner von Trott zu Solz herausgegebenen Sammelband „Der Untergang des Vaterlandes“ (1965) dokumentiert.

In der von ihm initiierten „Gesellschaft Imshausen“, „eine politische Gruppe 47“ („Die Zeit“), trafen sich Sozialdemokraten, Christen und Kommunisten zum vorurteilslosen, parteiübergreifenden Meinungsstreit über alle gesellschaftspolitischen Fragen. Das Programm der Gesellschaft bietet gerade heute eine Anleitung zu freiem gemeinschaftlichen Denken und Handeln angesichts existenzieller Krisen.

Zur Zukunft von Christentum und Islam

Der belgische Althistoriker David Engels (S. 145–159) versucht anhand des Vergleichs mit früheren Epochen der römischen, persischen, arabischen, chinesischen und japanischen Geschichte eine Einschätzung der Zukunftsaussichten von Christentum und Islam in Europa.

Er konstatiert eine zweifache Kluft zwischen Islam und Abendland einerseits und zwischen Liberalismus und Konservatismus anderseits, die sich beide auf „europäische Werte“ berufen (humanistisch versus christlich).

Unbestritten ist der „alte“ Kontinent von Ermüdungserscheinungen gezeichnet, wobei die neue politische Formation der EU keine Überwindung, sondern ein Symptom der Schwäche darstellt. Kurioserweise machen sich ausgerechnet linke und grüne Befürworter der Säkularisierung und Entchristianisierung der Gesellschaft zu Förderern der zunehmenden Islamisierung.

Engels prognostiziert für die nächsten 20 Jahre – von Unruhen, wirtschaftlichem Abstieg und staatlichem Kontrollverlust erschüttert – eine wachsende muslimische Prägung Europas, die sich mittelfristig (die nächsten 50 Jahre) durch den Einfluss von Demographie und Konversion hochrangiger Politiker zum Islam (aus Kalkül oder Überzeugung) verschärft und erst langfristig (während der nächsten 100 Jahre) religiösen Ausgleichserscheinungen weichen wird.

Die Frage des Ab- oder gar Aussterbens des Christentums in Europa sieht der Autor offen. Gute Überlebenschancen räumt er einer reformierten Kirche ein, die sich einerseits kulturell und in der Glaubenswelt auf ihre abendländischen Wurzeln besinnt und anderseits durch Zurückdrängen des Laizismus eine Generation offen zu ihren christlichen Überzeugungen stehender Politiker etabliert. Hier kommen (rechts)konservative und junge traditionalistische Kräfte als Schrittmacher ins Spiel.

Christentum zwischen Universalismus und Partikularismus

Der studierte Philosoph, Germanist und Blogger Daniel Zöllner (S. 230–247) hinterfragt die Rechtfertigung der „Grenzöffnung“ 2015 durch Angela Merkel mit dem Argument der „christlichen Vorstellung der Gotteskindschaft jedes Menschen, aus der die unverletzliche Würde jedes Einzelnen resultiert“.

Falsch daran ist – nebenbei bemerkt – jedenfalls der Begriff: „Gotteskindschaft“ kommt definitionsgemäß nur getauften Christen (nicht Muslimen) zu; „Gottebenbildlichkeit“ wäre korrekt. Im Diskurs prallen die Positionen der universalistischen (pro Grenzöffnung), gesinnungsethischen „Kosmopoliten“ und der partikularistischen (kontra Grenzöffnung), verantwortungsethischen „Kommunitaristen“ in einem „clash of morals“ unversöhnlich aufeinander.

Wider den von Bischöfen erweckten Eindruck, als Christ müsse man sich zum Universalismus bekennen und partikulare, nationale Interessen (bis zur Selbstaufgabe) hintanstellen, deckt Zöllner die geschichtliche Unhaltbarkeit der Position auf:

Dem durch den Völkerapostel Paulus gepredigten Universalismus des Glaubens widerstreitet die stets partikularistische politische Macht. Im Einklang mit Luthers Zwei-Reiche-Lehre und Max Webers Essay „Politik als Beruf“ hält der Autor fest, dass Politik nicht religiös und Religion nicht politisch werden sollte; Politiker, die sich nicht „die Hände schmutzig machen“ wollen und weigern, Übel mit Machtmitteln einzuhegen, werden schuldig.  

Genau dies ist aber erforderlich, wenn die Immigration von Muslimen, deren Religion sich als umfassend geltende, alle Bereiche durchdringende Lebensordnung versteht, die pluralistische Gesellschaft bedroht.

Im Weltbild linker Universalisten nimmt der Migrant fatalerweise die Rolle des absolut unschuldigen Opfers ein; durch Identifizierung mit ihm brandmarken sie von der Warte pharisäerhafter Gutmenschen aus jeden Kritiker als „Fremdenfeind“, „Rassisten“ oder „Nazi“.

Infolge der Gefährdung von Rechts-, Sozialstaat und Demokratie sowie der Vergeudung finanzieller Ressourcen wertet Zöllner die „Flüchtlingspolitik“ der Kanzlerin mit dem Rechtsphilosophen Reinhard Merkel als „moralisches Desaster“. Sie krankt an einem entstellten Christentum, seiner zivilreligiösen Schwundform.

Das vorletzte Wort des (rechten) Christen muss – realistisch in Anerkenntnis des kreatürlichen Unvermögens des Menschen, eine vollkommene irdische Welt zu schaffen – dem Partikularismus gehören; sein letztes Wort wird – Gottes Neuschöpfung des himmlischen Jerusalems erwartend, zu dem die Völker unterwegs sind – universalistisch sein.

Gesamtbewertung des Buches

Die durchwegs soliden Beiträge des Sammelbands zeichnen sich durch hohe Informationsdichte und ein geistig ansprechendes, teilweise anspruchsvolles Niveau aus, das sich sprachlich auch in Form von längeren hypotaktischen Sätzen manifestiert.   

Statt eines geschlossenen Konzepts bieten sie dem Leser „Bausteine“ mit thematischen Schwerpunkten zur Bildung und Reflexion einer biblisch fundierten, durch die christliche Tradition gestützten, rechten oder konservativen Position. Deren Unverzichtbarkeit im heutigen Diskurs steht außer Frage.

Die Autoren bewegen sich im verfassungskonformen Rahmen; eine Nähe zu Gedankengut des sogenannten „Flügels“ um den AfD-Politiker Björn Höcke klingt nirgends an. Es gibt eine Grenze gegenüber rechtlich dubiosen oder gesetzeswidrigen Auswüchsen der rechten Szene. Seubert hat sie in seinem Buch „Der Frühling des Missvergnügens“ (2018) noch schärfer gezogen.

Die Auswahl der Autoren hat protestantische Schlagseite, was in der theologischen Argumentation (Zwei-Reiche-Lehre) stark widerhallt. Demgegenüber wäre ein alternativer oder ergänzender Beitrag seitens eines katholischen Sozialethikers wie Professor Wolfgang Ockenfels und der Piusbruderschaft (FSSPX) wünschenswert gewesen, wie schon andernorts zu Recht vermerkt wurde (vgl. „Sezession“ Nr. 87).

Als ein Plus hätte man sicher auch einen Essay des Romanciers Martin Mosebach oder des Journalisten Alexander Kissler verbucht, der das Wagnis einer Verknüpfung von Konservatismus und Moderne unternommen hat.

Anderseits bietet der nur um wenige Zeilen erweiterte (bzw. gekürzte) Auszug aus dem 2011 erschienenen Buch „Das katholische Abenteuer“ von Matthias Matussek (S. 117–144) kaum Erkenntniszuwachs, obschon die Ausgrenzung des einst gefeierten „Spiegel“- und „Welt“-Journalisten die antikatholische Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft exemplarisch erhellt, wodurch sein mutiges persönliches Glaubenszeugnis sowie seine Bedeutung für das rechtskonservative Lager noch an Gewicht gewinnen.

Die detaillierten Literaturangaben am Ende der meisten Beiträge regen zur vertiefenden Lektüre an. Ein Personenregister für den raschen gezielten Zugriff fehlt leider.

Unser Autor Thomas May aus Sendenhorst (Münsterland) ist Religionspädagoge und Publizist

Dieser Artikel erschien erstmals in der Zeitschrift „Theologisches“, Nr. 7/8 2019, S. 403–412.


„Forum Deutscher Katholiken“ zu Erwartungen an den neuen Bischof von Augsburg

Im Vorfeld der Berufung wurde ein „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ gegründet, der seine „Erwartungen“ an den künftigen Bischof formuliert hat. Diese umfassen die Dialogbereitschaft „Auch in die moderne Gesellschaft und die verschiedenen Milieus hinein“, die „Respektvolle Begegnung mit den Verantwortlichen“ und „Die Anerkennung ihrer (Mit-)Verantwortung“.

Das sind Forderungen, die man auch an andere Führungskräfte richten kann.

Die „Erwartungen“ dieses Initiativkreises gehen aber weiter: Gefordert werden vom neuen Bischof die Zulassung „neuer Formen der Seelsorge“ und der „Mut zu ökumenischen Schritten“, konkret zu einer „gemeinsamen Abendmahlsfeier“.

Wenn „Erwartungen“ wie „ökumenische Abendmahlsfeiern“ aber im Gegensatz zur Lehre der Kirche und zum Versprechen bei der Bischofsweihe stehen, dann können sie nicht erfüllt werden.

Denn der neue Bischof verspricht bei seiner Weihe: „Ich werde die Einheit der ganzen Kirche schützen und deswegen werde ich mich eifrig bemühen, den von den Aposteln überlieferten Glauben rein und unverfälscht zu bewahren“ (eig. Übersetzung aus der geltenden Formel des Treueides, abgedruckt in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 157 (1988) 378 f.,Anm. 93; www.kirchenrecht-online.de/kanon/glaub.html).

Die Forderungen des „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ führen zur Verwirrung unter den Gläubigen und zur Spaltung der Katholiken. Das „Forum Deutscher Katholiken“ lehnt die Forderung dieses Initiativkreises entschieden ab.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“


AfD fordert von Bundesregierung, die Familien steuerlich stärker zu entlasten

Die Bundesregierung „sieht keine Notwendigkeit“, Familien stärker bei den Sozialabgaben zu entlasten. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 19/10440) zum Thema „Die Belastung von Familien mit Steuern und Abgaben“ hervor.

Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Martin Sichert: „Diese Aussage ist erschreckend und zynisch zugleich.“

Die Bundesregierung betont in ihrer Antwort, dass sie das derzeitige Steuersystem nicht grundlegend ändern will und auch bei den Sozialversicherungen keinen Handlungsbedarf sieht. Es bleibt also weiterhin dabei, dass Familien in Relation stärker belastet werden als Alleinstehende bzw. kinderlose Ehepaare.

Sichert wirft der Regierung daher Verantwortungslosigkeit vor:

„Die Geburtenrate in Deutschland ist seit Jahren fatal niedrig. Grund sind auch die ökonomischen Verhältnisse vieler, die sich ein Kind wünschen, es sich aber einfach nicht leisten können! Doch der Bundesregierung ist das offensichtlich egal – sie importiert lieber kinderreiche Familien aus anderen Kulturkreisen.

Erwerbstätige Eltern mit Kindern müssen endlich konsequent entlastet werden. Die Bundesregierung setzt weiterhin auf eine halbherzige Entlastung nach dem Gießkannenprinzip: Alle haben ein paar Euro mehr in der Tasche, aber niemandem hilft das wirklich, schon gar nicht Familien mit Kindern.

Die AfD-Fraktion tritt dafür ein, dass das Familieneinkommen steuerlich auf alle Familienmitglieder aufgeteilt und entsprechend versteuert wird. Dieses Steuermodell soll einen weiteren Anreiz zur Familiengründung schaffen, was durch das derzeitige Ehegattensplitting nicht gegeben ist.“

Sichert hatte die Bundesregierung mit den Vorwürfen des Familienbundes der Katholiken und des Deutschen Familienverbandes konfrontiert. Diese haben in ihrer Untersuchung errechnet, dass die deutsche Durchschnittsfamilie unter das Existenzminimum rutschte.