Der christliche Glaube ist die tragende Basis der europäischen Völker

Hauptgottesdienst beim 70. Sudetendeutschen Tag

„Es gibt keine andere tragfähige Klammer als den christlichen Glauben, der das vereinte Europa zusammenhalten kann. Die Seele Europas ist das Christentum und das Wasserzeichen ist das Kreuz Christi.“

Das hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer während des Gottesdienstes am Sonntagvormittag beim 70. Sudetendeutschen Tag in Regensburg betont.

BILD: Bischof Voderholzer und seine Mitzelebranten bei der Festmesse in Regensburg

Über die Tatsache, dass Bischof Rudolf als Hauptzelebrant dem Festgottesdienst zum Sudetendeutschen Tag vorstand, freute sich in seiner Begrüßung Monsignore Dieter Olbrich, Präses der sudetendeutschen Katholiken und Geistlicher Beirat der Ackermann-Gemeinde.

Auch Bischof Rudolf hieß die Gottesdienstbesucher in der Bischofsstadt Regensburg willkommen. Er verwies auf die seit 1951 bestehende Patenschaft Regensburgs für die Sudetendeutschen und auf seine eigenen böhmischen Wurzeln.

„Es ist für mich eine große Ehre und Freude, dieses Pfingstfest hier feiern zu dürfen“, stellte er fest. Er erinnerte an den letzten deutschen Weihbischof in Prag, Dr. Johannes Nepomuk Remiger, dessen Todestag sich am 21. Mai zum 50. Mal jährte und dessen Bruder als Pfarrer in der Heimat von Voderholzers Mutter  –  in Kladrau  – gewirkt hatte.

In seiner Predigt nahm der Bischof auf die vielen Völker beim Pfingstwunder Bezug und schloss daraus, dass „die Kirche vom ersten Tag ihres Bestehens völkerumspannend und universal“ gewesen sei, zumal das Wort katholisch „das Ganze umspannend“ bedeute.

Diese Integrationsfunktion der Kirche gelte historisch besonders für Europa, von den Galliern und Germanen bis heute zu den Bayern, Franken, Schwaben und Sudetendeutschen.

Die musikalische Begleitung des Festgottesdienstes oblag den Böhmerwälder Musikanten unter der Leitung von Kurt Pascher. 

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Die Schauspielerin und Schriftstellerin Inge Thürkauf: katholisch – kritisch – konsequent

Der folgende Beitrag von Felizitas Küble erschien in der aktuellen Ausgabe von THEOLOGISCHES:

Die langjährige Autorin der Zeitschrift „Theologisches“, Inge M. Thürkauf (geb. Hugenschmidt), vollendete am 21. Mai 2019 ihr 80. Lebensjahr.

Die gelernte Schauspielerin und Schriftstellerin entstammt einem evangelischen Elternhaus und wurde am 21. Mai 1939 geboren. Mit ihrem späteren Ehemann, dem Naturwissenschaftler Prof. Max Thürkauf  –   der am 21. Mai 1925 das Licht der Welt erblickte –  konnte sie stets gemeinsam den beiderseitigen Geburtstag feiern.

Nach ihrer Schauspielausbildung ist die junge Frau an verschiedenen Theatern in Deutschland und der Schweiz engagiert; zugleich wirkt sie an Fernsehfilmen mit. 1965 begegnet sie dem Chemiker und Philosophen Prof. Max Thürkauf und wird seine Frau. 

Das Ehepaar wendet sich zunächst der Anthroposophie zu, findet aber danach zur katholischen Kirche, worauf 1981 glaubensstark die gemeinsame Konversion erfolgt.

Seit dieser Zeit spielt Inge Thürkauf selbstverfasse Stücke besonders über christliche Heilige und Vorbilder (Einfrautheater), z.B. über die tapfere Dorothee von Flüe (Frau des Schweizer Nationalheiligen KIaus) oder die judenchristliche Märtyrerin Edith Stein.

Sie ist eine treue Weggefährtin ihres Mannes, auch als dessen Konflikt mit dem chemisch-physikalischen Institut zu seiner Entlassung führt und er danach als Fluglehrer arbeitet. Zugleich veröffentlicht Max Thürkauf zahlreiche Werke über naturwissenschaftliche und religiöse Themen aus einer theologisch konservativen Sichtweise. Seit seinem Tod am 2. Weihnachtstag 1993 ist Inge Thürkauf bemüht, die gehaltvollen Gedanken und das Werk Ihres Mannes durch Verbreitung seiner Bücher und Schriften weiterzutragen.

BILD: Auch über die judenchristliche Ordensfrau Edith Stein hat Frau Türkauf ein Theaterstück geschrieben und vielfach selbst gespielt

Sie engagiert sich zudem als freie Publizistin und Vortragsreisende zu grundlegenden und aktuellen Themen. So verfasst sie aufklärende Schriften über die „falschen Propheten von New Age“,über  Anthroposophie, Esoterik und die feministische Bewegung. Schon früh warnt sie gründlich und fundiert vor der „Gefahr des Genderismus“, widerlegt neomarxistische Thesen und multikulturelle Ideologien.

Vor allem befasst sich die vielseitige Autorin mit der weltweiten Christenverfolgung und der wachsenden islamischen Bedrohung der europäischen Nationalstaaten. Besonders ihr vielbeachteter Vortrag „Eurabia – eine Kolonie des Islam“ findet weite  Verbreitung in deutschsprachigen Ländern. Auch auf der traditionellen „Sommerakademie“ Anfang August 2018 referiert sie über die politischen Versäumnisse im Umgang mit den Anhängern der Religion Mohammeds.

Zugleich beschäftigt sich die konsequent katholische Schriftstellerin weiterhin mit religiösen und ethischen Themen, so etwa in ihrer Schrift „Die Frau, die Liebe und Humanae vitae“ (Christiana-Verlag 2010).

In ihrer Veröffentlichung „Vollendet in kurzer Zeit“ (Gustav-Siewerth-Akademie 2007) schreibt sie über den seliggesprochenen Märtyrer Marcell Callo, der im März 1945 als NS-Opfer im KZ starb. Mit ihrer Publikation „Der Priester als Mann Gottes im Widerstreit des Zeitgeistes“ (Christiana-Verlag 2010) will sie Sinn und Sendung des katholischen Priestertums verdeutlichen.

Frau Thürkauf ist zudem u. a. als Mitherausgeberin des „Athanasius-Boten“, durch Beiträge im Webmagazin CHRISTILCHES FORUM und in verschiedenen Printmedien  tätig; sie ist sodann Mitautorin in dem Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ (KOMM-MIT-Verlag 2015) über Erzbischof Johannes Dyba, den sie als „glaubensstarken Oberhirten“ und „mutigen Mahner“ würdigt, dem das „Charisma des Bekennens“ zu eigen gewesen sei (siehe Buch-Titel rechts).

Dabei zitiert sie ein treffendes Wort ihres Mannes Max Thürkauf: „Die Wahrheit der Botschaft Christi ist zeitlos. Die Aufgabe der Theologen kann es nicht sein, das Christentum dem Zeitgeist anzupassen. Ist es doch gerade das Unzeitgemäße, welches das Christentum auszeichnet.“

 


Wie eine Charismatikerin die „Geisttaufe“ bei Alan Ames und „Totus tuus“ erlebte

Von Felizitas Küble

Seit gut dreißig Jahren schreibe ich kritisch über das sogenannte „Ruhen im Geist“; es handelt sich hierbei um eine Sonder-Erfahrung bzw. angebliche „Geisttaufe“ aus der protestantisch-pfingtlerischen Bewegung, die seit sich 1968 auch in der katholischen „Charismatischen Erneuerung“ ausbreitet.

Diese Entwicklung wurde seit 1981 verstärkt durch die umstrittene „Erscheinungsstätte“ Medjugorje und indische Heilungsprediger, die in Deutschland landauf-landab ihre Exerzitien durchführen.

Fotos (1,3): Pattayablatt

Auf der Webseite „Gott lebt“ finden sich einige persönlicher Zeugnisse aus der Charismatik, darunter auch diese folgende Geschichte über eine „Geisttaufe“: http://gott-lebt.de/eine-geisttaufe/
Die Autorin hat zweimal den  – wie ich ihn nenne  –  „Hammersegen“ erlebt, also das Rückwärtsfallen in Trance – und zwar erst bei dem australischen „Seher“ Alan Ames und später bei der Medjugorje-Gruppe Totus tuus.
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BILD: Bei einem „Heilungsgottesdienst“ sind Frauen und Männer per Hammersegen nach rückwärts gefallen
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In charismatischen Kreisen wird gerne behauptet, dieser Vorgang habe überhaupt nichts mit „Bewußtlosigkeit“ zu tun, die Betreffenden „Geisterfüllten“ seien vielmehr im Geiste hellwach, lediglich ihr Körper sei rücklings auf den Boden gekippt.
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Nun habe ich allerdings seit Jahrzehnten zahlreiche Gespräche mit Menschen geführt, die mit diesen Phänomen selber konfrontiert wurden. Noch gestern rief eine Betroffene bei mir an, die vor einigen Jahren bei dem Heilungsprediger Alan Ames nach dessen „Segnung“ nach hinten fiel und „im Geiste ruhte“. Doch war ihr Geist im Sinne des Verstandes wie vernebelt, denn sie fühlte sich nach dieser Erfahrung „wie berauscht“.
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Zunächst ging es ihr tagelang großartig nach diesem „Hammersegen“, sie fühlte sich wie auf einer Wolke und schien emotional zu „schweben“ – doch dann kam die Ernüchterung, sie fiel in ein seelisches Loch, psychosomatische Beschwerden und Depressionen stellten sich ein, die bis heute anhalten – und dies nach vielen Jahren. Heute warnt sie ihren Bekanntenkreis vor allem Schwarmgeistigen, schließlich mußte sie teures Lehrgeld bezahlen.
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Leider ist diese Frau nicht das einzige Opfer des „Hammersegens“; diese melden sich bei mir schon seit Jahrzehnten. Ein Bekannter fühlte sich nach diesem Ereignis allerdings nicht im „7. Himmel“, sondern wurde von dauerhaften Panikattacken geplagt.
(Weitere Infos über das Wirken von Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/)
Vor einer Woche erhielt ich ebenfalls einen Anruf einer Familienmutter, die ähnliche  – noch schlimmere – Erfahrungen aus der protestantisch-pfingstlerischen Szene mitteilte; gottlob hat sie danach den „Ausstieg“ geschafft.
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BILD: Der Charismatiker Alan Ames verteidigt das „Ruhen im Geist“ in seiner Publikation
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„Als Alan Ames mir die Hand auflegte, verlor ich augenblicklich die Besinnung. Es war wie bei einer Vollnarkose, von einer Sekunde auf die andere war ich völlig weg; ich kam erst einige Minuten später wieder zu mir, als ich auf dem Boden lag.
Meine Tochter sagte mir später, dass es etwa 8 bis 10 Minuten gedauert hat. Sie sagte: Mama,du hast vielleicht gestrahlt! Und deine Augen waren weit aufgerissen.

In diesen Minuten hatte ich ein mystisches Erlebnis.

Ich kann wirklich sagen: GOTT EXISTIERT – ICH BIN IHM BEGEGNET!

 Zuerst dachte ich, so ist es, wenn man stirbt; denn ich hatte anfangs nicht mehr das Gefühl in meinem Körper zu sein – der Körper war total bewegungslos, die Beine wie gelähmt.

Dann erfüllte mich die GEGENWART GOTTES TOTAL; ich fühlte SEINE UNBEGREIFLICHE LIEBE, eine nie erlebte GLÜCKSELIGKEIT und FREUDE durchströmte mich.

Ich spürte die GEGENWART GOTTES in meinem Herzen; mein Herz klopfte so stark, dass ich dachte, es springt mir aus der Brust. Dann ging ein warmer STROM durch meinen ganzen Körper: vom Herz in die Arme und in die Hände bis in die Fingerspitzen – die Hände brannten und kribbelten; dann durch den ganzen Körper bis in die Beine, in die Füße bis in die Fußzehen.

Auch die Füße kribbelten und brannten. Es waren Minuten TOTALER GLÜCKSELIGKEIT – HALLELUJA !!!

Zunächst lachte ich vor Freude und Glück – dann aber musste ich weinen angesichts meiner eigenen Armseligkeit. Wie konnte es geschehen, dass GOTT einem armseligen Menschen so direkt begegnen konnte?

Erst nach einigen Minuten kam ich wieder richtig zu Bewusstsein. Man musste mir aufhelfen und mich an den Platz zurückführen. Es war mir, als käme ich aus einer anderen Welt.“

Leider hat diese Betroffene den Unterschied zwischen einem religiösen Gefühlsrausch (den auch jemand bei einem Drogen-Trip erleben kann – oder etwa im Spiritismus oder Schamanismus) verwechselt mit einer wirklichen Gotteserfahrung.

Der allmächtige Gott ist nicht „von Sinnen“, der Heilige Geist wirkt nicht gegen den Verstand und ER lähmt nicht unser Bewußtsein. Wir sollen Gott – wie die Bibel ermahnt – im „Geist und in der Wahrheit“ anbeten, nicht in Trance bzw. einer emotionalen Sinnlichkeit und Berauschtheit.

Die Dame gelangte sodann zu einem Treffen der Medjugorje-Bewegung „Totus tuus“. (Näheres über diese Gemeinschaft hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/29/spiritueller-missbrauch-in-der-charismatischen-jugend-gemeinschaft-totus-tuus/)

Nun schildert sie ihr weiteres charismatisches Erleben:

„So war ich mit einer Wallfahrtsgruppe in einem Gebetszentrum. Es war dort zufällig ein indischer Priester, Pater Josef. Er war mit der Jugendgruppe „TOTUS TUUS“ dort und es fand ein Lobpreisgottesdienst statt…

Als ich dann am Schluss zum Einzelsegen ging, passierte das Gleiche wie bei Alan Ames: ich sank wieder nieder, erlebte wieder diese Glückseligkeit und Freude, dieses Strömen durch den ganzen Körper. Inzwischen weiß ich, dass man dies „Ruhen im HL. Geist“ nennt und dass es eine Erfahrung des Heiligen Geistes ist.“

Nachdem die Autorin zweimal den Hammersegen erlebte, ging es entsprechend weiter auf der charismatischen Erfahrungs-Treppe:

„Eines Tages – im September 2003  –  betete ich um die „Gabe des Lobpreises“ ; ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Da geschah es, dass plötzlich aus meinem Mund fremdartige, mir unverständliche Laute flossen.

Es entwickelte sich daraus ein Art Sprechgesang, ähnlich wie ein Psalm. Obwohl ich keine Silbe davon verstand, erbaute sich meine Seele sehr daran. Es war etwas Wunderbares geschehen: ich hatte die Gabe des Sprachengebetes erhalten.“

Die Seele „erbaut“ sich wohlgemerkt „sehr“ an etwas, das die Frau „mit keiner Silbe“ versteht, Hauptsache, es ist „etwas Wunderbares geschehen“.

Zudem ist die Verfasserin offenbar nicht darüber informiert, daß Paulus ausdrücklich schreibt, die Zungenrede diene nicht nur der persönlichen Erbauung, weshalb sie durch jemanden in der Gemeinde ausgelegt werden solle.

Daher wolle er in der christlichen Gemeinschaft „lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden – damit ich auch andere unterweise – als zehntausend Worte in Zungen“ (1 Kor 14,19).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Plädoyer für die katholische Jugendbewegung

Rezension von Felizitas Küble

Buch-Daten: P. Gerold Schmitz: Die Katholische Jugendbewegung. Vom Aufbruch zum Abstieg. 4,50 €, Sonderpreis nur 1,95 € hier: https://www.fe-medien.de/Die-Kath-Jugendbewegung

Der Autor untersucht den Werdegang der Katholischen Jugendbewegung „von den Anfängen bis zu den Neuaufbrüchen“, so verkündet es der Untertitel.

Mit „Neuaufbrüchen“ sind konservative, kirchentreue  Jugendinitiativen gemeint, die sich in Abgrenzung zum Bund der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) entwickelten.

Hinsichtlich des BDKJ schildert der Verfasser die glaubensbegeisterte Aufbruchstimmung Ende der 40er Jahre über Phasen der Ermüdung bis hin zur heutigen Linkslastigkeit und unentwegten Kirchenkritik dieses von Bischöfen bezuschußten Dachverbands.

Der Autor ist Pater des Franziskanerordens und beurteilt die derzeitige Arbeit des BDKJ sehr kritisch. Dabei wird deutlich, daß der schleichende Abstieg dieses „offiziellen“ katholischen Dachverbandes schon Mitte der 60er Jahre begann: Bereits vor 35 Jahren war kaum noch etwas übrig von dem religiösen Elan der Gründerzeit.

Der BDKJ geriet ins Fahrwasser der 68er Revolte und so in ein Distanzverhältnis zur „Amtskirche“. Dennoch wurde der bischöfliche Geldhahn nicht zugedreht, so daß der zeitgeistkonforme Jugendverband, der sich kirchenkritisch bis antikirchlich gebärdet, gut und gerne von den Finanzmitteln der von ihm so vielgescholtenen „Amtskirche“ lebt.

Einige Beispiele: 1971 verweigerten die Bischöfe zum ersten Mal in der Geschichte des BDKJ die Zustimmung zu dessen neuer Bundesordnung. 1984 kam es zum Streit zwischen BDKJ und Bischofskonferenz wegen klassenkämpferischer und obszön-blasphemischer „Songbücher“ der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), eines Teilverbandes des BDKJ.

1989 protestierte der BDKJ gegen Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto), weil dieser – in Abgrenzung zum BDKJ – die „Katholische Jugend Fulda“ ins Leben rief. Der konservative Oberhirte wollte damit den BDKJ in seine Grenzen weisen. Die anderen Bischöfe folgten seinem Beispiel jedoch nicht.

Der BDKJ wandelte sich so von einem glaubensstarken Verband in ein Sammelsurium grün-alternativer Strömungen. Die Zeit markiger „Bekenntnistage“ und glaubensfroher Lieder war abgelaufen. Frömmigkeit wurde ersetzt durch Gesellschaftskritik, Bekenntniseifer durch Revoluzzertum, christliche Inhalte durch sozialistische Parolen.

Der Verfasser beschränkt sich in seinem sowohl sachkundig wie flüssig geschriebenen Buch nicht auf die Darstellung der (Abwärts)Entwicklung im BDKJ – dies wäre wohl ein allzu trostloses Unterfangen. Dem Autor geht es um die „Katholische Jugendbewegung“ im umfassenden Sinn – und diese reicht weit über den BDKJ und die kirchenoffizielle Verbandsarbeit hinaus.

Das Buch schildert den Aufbruch der „Jugendbewegung“ Anfang des Jahrhunderts, beginnend mit dem Wandervogel in Berlin. Im Gefolge dieses Phänomens entstanden verschiedene Richtungen der „bündischen Jugend“ in und außerhalb der christlichen Kirchen.

Die jungen Romantiker stellten keine einheitliche Bewegung dar, sondern eher einen bunten Flickenteppich: vielfältig in seiner Struktur, aber miteinander verbunden durch ein gemeinsames „Lebensgefühl“, das sich in starker Naturverbundenheit, Lagerromantik und Kritik am „Spießbürgertum“ ausdrückte.

Auf katholischer Seite wurde die Aufbruchstimmung der Jugendbewegten lebendig vor allem im Jugendbund „Quickborn“ und im katholischen Schülerbund „Neudeutschland“ sowie dem Mädchenbund „Heliand“. Auch im kirchenoffiziellen „Jungmännerverband“ erhielten Ideen und Lebenswelten der Jugendbewegung einen starken Einfluß, ohne jedoch spezifische katholische Glaubensinhalte zu verdrängen. Die Harmonie zwischen Kirche und Jugendbewegung war gelungen.

Unter der NS-Diktatur wurde die bündische Jugend im allgemeinen und die katholische Jugendbewegung im besonderen massiv verfolgt und verboten.

Aus den Trümmern der NS-Diktatur entstanden wieder jugendbewegte katholische Gruppen. Doch seitens der Kirchenleitung wurde das Einheitsmodell eines Dachverbandes gegenüber dem früheren Nebeneinander selbständiger Bünde bevorzugt. So entstand 1947 der BDKJ.

Wenngleich dieser zunächst glaubenskonservativ ausgerichtet war, zeigte sich bald der Nachteil des Einheitsgedankens, indem sich eine selbstherrliche Kaste hauptamtlicher Berufsjugendlicher herausbildete. Der bürokratische Wasserkopf mit dem Jugendhaus Düsseldorf als Zentrum weitete sich immer stärker aus, verbunden mit einem drastischen Linksdruck und einem zunehmenden Abstand zu Glaube und Kirche.

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT


„Kopten ohne Grenzen“ zur Boykottaktion von Maria 2.0: „Lasches Christentum“

Von Felizitas Küble

Die Internetseite „Kopten ohne Grenzen“ hat sich am 11. Mai 2019 kritisch zur feministisch-katholischen Initiative „Maria 2.0“ geäußert und in diesem Zusammenhang von einem „laschen Christentum“ gesprochen, das sich nicht mehr an den Geboten Gottes orientiert:  https://koptisch.wordpress.com/2019/05/11/der-kirchenboykott-rueckt-naeher/

Der Autor des Kommentars erklärt, die „Kernforderungen“ der Initiative würden einen „Boykott gegen Jesus Christus selbst“ darstellen – vor allem, weil die Gläubigenwegen weltlicher Forderungen, die den Initiatorinnen offensichtlich wichtiger sind als GOTTES Gebote, von den Sakramenten der hl. Messe abgehalten“ würden, womit die „Vereinigung zwischen JESUS selbst und dem Kommunizierenden“ boykottiert werde.

BILD: Koptischer Gottesdienst in Münster mit Bischof Anbe Damian

Zudem heißt es in dem Artikel:

„Ob bei der gesamten Aktion der HEILIGE GEIST oder eher sein bösartiger Gegenspieler seine Hand im Spiel hat, mag jeder für sich entscheiden. Papst Johannes Paul II. hat ein für allemal verboten, Frauen zu Priesterberufen zuzulassen. Damit ist das Thema im Grunde durch.“

Hinsichtlich der Forderung nach Abschaffung des Pflichtzölibats schreibt die Koptenseite:

„Der Zölibat ist im übrigen nicht verantwortlich für die Missbrauchsfälle in der Kath. Kirche, eher die Homosexualität in Verbindung mit Pädophilie sind hier im wahrsten Sinne die Triebfeder für diesen Missbrauch, da in der Regel Jungen und abhängige Männer Opfer waren.“

Aus Sicht des Verfassers ist der „alles entscheidende Punkt 3“ des Forderungskatalogs von Maria 2.0 entscheidend:

„Die Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen? Homosexualität, Pädophilie, Mehrehe, Ehe für alle, Genderideologie soll offensichtlich sündenfrei gestellt werden. Das aber verbietet das Wort GOTTES.

In der evangelischen Kirche ist alles Erwünschte vorhanden: Frauenpriestertum, kein Pflichtzölibat, freiere Sexualmoral und kein Amtsverständnis betreffend das Priesteramt und vielfach nur noch symbolhafte Wandlung, nicht wie in der orthodoxen und katholischen Kirche die verkündete Realpräsenz JESU in Brot und Wein nach der Wandlung in das Fleisch und Blut CHRISTI.

Wiederverheiratung kein Problem entgegen der verschärften Forderung Jesu zum Thema „Ehebruch“. War die damalige sexuelle Lebenswirklichkeit in Sodom und Gomorrha nicht auch Lebenswirklichkeit dort?  Wie hat GOTT auf diese Lebenswirklichkeit reagiert?

Dieses lasche Christentum, welches sich nicht mehr nach GOTTES Geboten ausrichtet, sondern nach dem Willen der Menschen, welcher absolut gesetzt werden darf und soll, bietet den breiten Weg an, der eben nicht in den Himmel führt“.

 


Mehrheit der Kirchenmitglieder ignoriert die Fastenzeit – Fast jeder dritte Moslem fastet mit

Das Erfurter INSA-Institut wollte in einer repräsentativen Umfrage wissen, inwiefern die Befragten die Fastenzeit nutzen, um zumindest eine Zeit lang auf irgendetwas zu verzichten. 21 Prozent tun dies, 68 Prozent nicht. Frauen fasten etwas häufiger als Männer (23 zu 19 %).

Die Fastenzeit hat einen religiösen Hintergrund. Von den christlichen Befragten sind es die römisch-katholischen, welche am häufigsten  fasten (32 %). Die evangelisch-landeskirchlichen Befragten tun dies zu 21 Prozent, die freikirchlichen zu 27 Prozent.

Auch 31 Prozent der islamischen Befragten werden in der aktuellen Fastenzeit fasten. Befragte mit sonstiger Religion bzw. Konfession fasten zu 17 Prozent und auch 14 Prozent der konfessionslosen Befragten wollen fasten.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de


Uriella, die Gründerin, „Sühnebraut“ und Prophetin der Sekte Fiat Lux verstorben

Von Felizitas Küble

Vor wenigen Tagen verstarb die pseudo-katholische Sektenführerin und Endzeitprophetin Erika Bertschinger-Eicke, von ihren Anhängern „Uriella“ genannt, im Alter von 90 Jahren.

Die von der Schweizerin gegründete religiöse Sondergruppe „Fiat Lux“ (= Es werde Licht) gab sich ein frommes Mäntelchen, verbunden mit dem Verehren von Fatima-Bildern, Marien- und Herz-Jesu-Statuen.

Zugleich propagierte man dort kirchlich abgelehnte „Marienerscheinungen“ wie z.B. jene von Garabandal.

Die durch Weltuntergangs-Prognosen bekanntgewordene Sekte aus Ibach wird nun von Uriellas viertem Ehemann Icordo weitergeführt.

BILD: Kritisches Buch aus der evangelischen Kirche: „FIAT LUX – Uriellas Orden“

„Fiat Lux“ ist wie viele esoterisch geprägte Strömungen sehr asketisch orientiert; ihre Mitglieder müssen auf vieles verzichten, was für gläubige Christen (in Maßen  konsumiert) selbstverständlich ist, z.B. Fleisch und Alkohol.

Die Kirchengeschichte zeigt, daß die meisten Abspaltungen und „erleuchteten“ Sondergruppen großen Wert auf Fasten, Verzicht, Askese und „Abtötung“ legten, teils verbunden mit dem Bestreben, dadurch zu einer religiösen „Bewußtseinserweiterung“ zu gelangen.

Typisch für die esoterische Gnosis – bereits in der frühen Christenheit präsent – ist ein ausgeprägter Engelskult, der weit über die katholische Verehrung der Engel hinausgeht. Als Engelsnamen kennt die katholische Kirche ausdrücklich nur die drei Erzengel Gabriel, Rafael und Michael, weil diese Namen biblisch bezeugt sind.

Hingegen erklärte „Uriella“, die sich als auserwählte Botin Jesu verstand, sie stehe im direkten Kontakt mit dem Engel „Uriel“, einem Namen, der schon im Kontext des von der „Seherin“ M. Bitterlich gegründeten „Engelwerks“ bekannt wurde.

Wie die meisten Neuoffenbarungen und visionären Strömungen kündigte Frau Bertschinger-Eicke mehrfach den Weltuntergang an, besonders vor dem Jahr 2000, verbunden mit einem folgendenschweren Computercrash. 

Ein weltweites göttliches Strafgericht prophezeiten Ende der 90er Jahre auch andere Gruppierungen, die von „göttlichen“ Einsprechungen einer begnadeten Person geprägt waren, zB. die  erscheinungsbewegte „Marianische Priesterbewegung“ um den italienischen Visionär und Priester Don Gobbi.

Typisch für die Szene gab es bei ihr auch ein „Wunderwasser“, das sie ihren Fans verkaufte. Wegen ihrer umstrittenen „Heilmethoden“ kam es zu mehreren Gerichtsverfahren gegen Uriella, zudem gab es einen Strafprozeß wegen Steuerhinterziehung, der ihr fast zwei Jahre Haft auf Bewährung aufbrummte.

Uriella befand sich immer wieder in einem Zustand der Trance, wenn sie ihre Sonderoffenbarungen empfing. (Angebliche Botschaften des Himmels werden in der katholischen Kirche als „Privatoffenbarungen“ bezeichnet, im evangelischen Bereich als „Neuoffenbarungen“.)

Die Sektengründerin will hunderte von Christus-Kundgaben empfangen haben. Kennzeichnend für derlei Phänomene ist die Verbindung von „Zuckerbrot und Peitsche“, von Kitsch einerseits und Panikstimmung (etwa gegenüber kritischen Stimmen oder hinsichtlich „göttlicher Strafgerichte“) andererseits.

Typisch für süßlich-sentimentale Botschaften ist z.B. folgende vermeintliche Einsprechung Jesu an Uriella:

„Mein kostbares Töchterchen. Du bist umgeben von einem wunderbaren Gewand, das aus lauter Sonnenblumen besteht. Diese Blumen strahlen, denn sie sind aus lauter Gold…. Durch diese Strahlenkraft, die über Dir und um Dich herum wirkt, so brillant wird Deine Wohnung sein in Meines Vaters Haus. Ich danke Dir für Deine Liebestätigkeit, die Früchte trägt.“ 

Wie viele selbsternannte Visionärinnen betrachtete auch sie sich als besonders begnadete „Sühnebraut“ Jesu, wie es in einer Eigenwerbung heißt:

„Als Sühnebraut CHRISTI trägt sie das Leid der Erde und Menschheit mit… Schon dreimal durfte sie jeweils in der Karwoche einen Hauch der Qualen der Passion des HEILANDES an Körper, Seele und Geist durcherleben. Auf ihrer Bereitschaft, freiwillig Leid auf sich zu nehmen, beruhen viele Heilungen von Patienten, auch in Notsituationen.“ 

Was Uriella von sonstigen „katholischen“ Opfer-/Sühneseelen unterscheidet, ist ihre Verbindung mit esoterischen Elementen (vom UFO-Glauben bis zum Spiritismus). Das hatte immerhin den Vorteil, daß sich der Zulauf erscheinungsbewegter Kreise zu ihrem Werk in recht engen Grenzen hielt.

Weitere Infos und Hintergründe dazu hier: http://www.relinfo.ch/ofl/info.html#11