Professor Wolfgang Ockenfels weist Vorwürfe von ZdK-Präsident Sternberg zurück

Der katholische Publizist und Professor Dr. Wolfgang Ockenfels (siehe Foto) hat die Kritik für sein Engagement bei der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung zurückgewiesen. „Wir leben in hysterischen Zeiten, in denen auch manche Katholiken durchdrehen“, sagte Ockenfels der Wochenzeitung JUNGEN FREIHEIT.

Zuvor hatte der Präsident des „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK), Thomas Sternberg, dem Dominikanerpater dessen Mitarbeit im Kuratorium der Stiftung als „skandalös“ vorgehalten. „Wie kann ein Dominikanerpater und früherer Berater der CDU sich dazu hergeben, sich im Kontext einer rechtsradikalen Partei zu engagieren?“ teilte er auf Twitter mit.

„Herr Sternberg bewegt sich ‘im Kontext’ einer C-Parteienfixierung und ist von Kopf bis Fuß auf Angela Merkel eingestellt“, kritisierte Professor Ockenfels: „Statt parteipolitische Wahlkampfparolen von sich zu geben, sollte er sich … besser für die Geltung christlicher Sozialprinzipien einsetzen.“

Dies müsse im offensiven Gespräch mit allen Parteien geschehen. „Doch hier fehlt es an der sonst so oft beschworenen Dialogfähigkeit und der Bereitschaft, ‘nach allen Seiten offen’ zu sein und ‘an die Ränder’ zu gehen“, verdeutlichte der Geistliche.

Ockenfels verteidigte die AfD gegen den Vorwurf, sie sei eine rechtsradikale Partei: „Die pauschale Abstempelung der AfD als rechtsradikal ist dem Wörterbuch der Diffamierung entnommen.“ 

Spätestens seit dem Zweiten Vatikanum seien zudem die „Zeiten einer parteipolitischen Bevormundung von Seiten kirchlicher Amtsträger vorbei“. Mittlerweile seien „kirchliche Laien in Ordnungsfragen die eigentlichen Fachleute, die aus eigener Verantwortung zu entscheiden haben, ob, wo und wie sie sich parteipolitisch engagieren“.

P. Ockenfels leitet das Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bonn, das sich dafür einsetzt, Prinzipien der katholischen Soziallehre Geltung in der Politik zu verschaffen. Zudem ist er Chefredakteur der Zeitschrift Die Neue Ordnung. Von 1985 bis 2015 war er Professor für Christliche Sozialwissenschaft in Trier.

Im März hatte die Desiderius-Erasmus-Stiftung Ockenfels’ Berufung in das Kuratorium bekanntgegeben. Dem 27-köpfigen Gremium gehören unter anderem auch der Biologe und bekennende Atheist Ulrich Kutschera, die frühere DDR-Oppositionelle Angelika Barbe sowie der Theologe David Berger an. Vorsitzender ist der Ökonom Max Otte. 

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2018/afd-nahe-stiftung-ockenfels-wehrt-sich-gegen-kritik/

Foto: Andreas Kobs in FaireMedien: https://fairemedien.de/im-internet-wird-zurueckgeschrieben/ockenfels02/


Der Krieg gegen die Familie in unserer Zeit

Von Uwe C. Lay

„Aufhebung der Familie!“  – so proklamierte es einst das Kommunistische Manifest 1872  – eine Parole von vorgestern? Mitnichten.

Ein Meer von Stimmen erhebt sich heuer, um in diese Parole einzustimmen. Die Katholische Kirche definierte den gerechten Lohn als das Einkommen, das ausreiche, um eine Familie zu ernähren. Mitgesetzt ist dabei die Vorstellung, daß der Mann als Familienvater fungiere, der durch seine Arbeit den Unterhalt der Familie erarbeitet, während die Frau ihren Beruf in der Familie als Ehefrau und Mutter ausübt.

Weihnachten feiert  die Kirche nicht allein die Menschwerdung Gottes, sondern auch die Heiligung der Familie:  daß Gott Kind in einer menschlichen Familie werden wollte. Die so geheiligte Familie kann aber nicht nur aus Liebe leben, auch sie bedarf einer materiell-ökonomischen Basis. So übte der hl. Joseph seinen Beruf aus, während Maria den ihrigen in der Mutterschaft Gottes fand. Dem entsprach auch noch das modern-bürgerliche Familienideal. imm032_31A

Aber die Moderne brachte ein neues Ethos in die Welt: die Glorifizierung der Erwerbstätigkeit und die Verachtung unproduktiver Arbeit. Es sei an die Polemik wider die kontemplativen Orden erinnert und an die Herabsetzung der hausfraulichen Arbeit.

Karl Marx, Apologet und radikale Kritiker der Moderne, ließ die Arbeit zu jener Quelle werden, durch die der Mensch sich selbst zum Menschen hervorbringt: der werktätige Mann stand allein im Vordergrund   –  und die Arbeiterin, die oft unter unwürdigen Bedingungen mitarbeiten mußte um der Familie willen, weil das Gehalt des Mannes nicht ausreichte. Wo so sehr die Arbeit in den Focus der Aufmerksamkeit gerückt wurde, dort wurde  die Familie als die Quelle alles menschlichen Lebens leicht übersehen.

Der Mensch, ob Mann oder Frau, sollte zuerst arbeiten, um sich dann daheim zu regenerieren, um dann wieder weiter arbeiten zu können. Wenn der Mensch um der Arbeit und des Wirtschaftens willen da ist, dann kann es den Beruf der Mutter und der Hausfrau nicht mehr geben. Die Familienmutter und Hausfrau  ist dann nur noch eine stille Reservearmee potentieller Arbeitskräfte für den freien Arbeitsmarkt. Emanzipation heißt dann, daß die Frau – wie der Mann –  ihre Berufung ausschließlich in einer Erwerbstätigkeit sehen soll; die Familie soll ihr nur noch ein Hobby neben der Berufstätigkeit sein.

Das ist die landauf und landab propagierte Forderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie: es wird dabei der Primat auf die Erwerbstätigkeit gesetzt und der Wunsch artikuliert, daß Frauen oder Männer zusätzlich auch noch Familie leben sollen. Um der Vereinbarkeit willen werden aber immer mehr Aufgaben der Familie verstaatlicht, von der Krippe über den Kindergarten bis zur Ganztagsschule, damit auch die Mutter so uneingeschränkt wie möglich dem freien Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen kann.imm037_36AA

Und wollen Frauen nicht freiwillig, so werden zumindest die Einkommensschwachen, die auf staatliche Unterstützung  Angewiesenen durch Gesetze zur frühmöglichsten Wiederaufnahme der Arbeit nach der Geburt von Kindern  gezwungen. Die Forderung der katholischen Sozialethik nach dem gerechten Lohn sollte die Ehefrau vor diesem Schicksal bewahren: sie sollte den Beruf der Mutter in der Familie als ihren Beruf auch leben können.

Wie viele Männer verdienen heuer so gut, daß ihr Soloverdienst ausreichte für eine Familie? Daß heuer beide Ehepartner oft beruftstätig sind, das hat viel mehr mit dem zu geringem Einkommen des Familienvaters als mit dem Wunsche der Ehefrau nach einer Selbstverwirklichung im Berufsalltag zu tun! Die Verklärung der Berufstätigkeit zur Selbstverwirklichung und E-Mann-zipation der Frau spielt da dann nur noch die Begleitmusik der ökonomischen Notwendigkeit, weil das Gehalt nicht reicht.

Der „Katholische Frauenverband“ fordert nun etwa nicht im Sinne der Lehre der Kirche einen gerechten Lohn, sondern daß es Frauen erleichtert werden solle, neben der Erwerbstätigkeit auch noch Familienmutter sein zu können. Daß dieselbe Organisation in Hinsicht auf den Fall, daß  Beruf und Familie sich nicht vereinbaren lassen, „Donum Vitae “ für die Ermöglichung der Kindesabtreibung lobt, zeigt den Ungeist dieses Verbandes, der die Frau ganz der Wirtschaft unterordnen will in Übereinstimmung von Deutscher Wirtschaft und dem Deutschen Gewerkschaftsbund in ihrer Polemik wider das Betreuungsgeld!  Foto3

Aber Familie als Nebenjob  –  das klappt nicht! Die demographische Entwicklung demonstriert es uns unübersehbar: es werden in allen westlichen Gesellschaften, in Gesellschaften des Primates der Ökonomie, in denen Familie nur noch gelebt werden kann, wenn das Familienleben nicht die Berufstätigkeit beeinträchtigt, zu wenig Kinder geboren, so daß diese Gesellschaften vom Aussterbungstod bedroht sind. Die Überalterung ist ja nur das Vorzeichen dieser Kultur des Todes.

Um der Ökonomie willen wird nun die Familie zerstört, weil sie nur noch ein Anhängsel an das Wirtschaftsleben sein darf. Aber wenn um des Wirtschaftswachstums willen die Familie als Basis des Lebens zerstört wird, wo sollen dann die zukünftigen für die Wirtschaft  so wichtigen Arbeitskräfte herkommen? Die politische Führung des Westens hat dafür die Antwort gefunden: durch den Import von Menschen aus Ländern mit noch intakten Familienleben.

Zwischen der Propagierung des Multikulti-Ideales und dem Nein zur Familie im eigenen Land besteht so ein engster Zusammenhang: dieselben Kräfte, die hier die Ordnung der Familie auflösen wollen, propagieren zugleich den unbegrenzten Import von Dritte-Welt-Menschen als Arbeitskräfte für den freien Westen.

Das funktioniert aber nur solange, wie es noch Gesellschaften mit intakten Familien gibt, also nicht westlich lebenden. Globalisiert sich aber die Unkultur des freien Westens, zerstörte sich unsere Gesellschaft selbst, weil sie sich ihrer Basis, der Familie entledigt.

Foto: Mechthild Löhr, CDL

Foto: CDL

Die Familie ist nämlich die Grundordnung des menschlichen Lebens, ohne die es kein Überleben geben kann. Gerade darum hat Gott diese Ordnung geheiligt in der Menschwerdung seines Sohnes in der Familie von Joseph und Maria.

Die Moderne kann so gesehen auch verstanden werden  –  beginnend mit der reformatorischen Ablehnung der Marienverehrung  –  als einseitige Fixierung auf das männliche Arbeitsethos und Geringschätzung der Familie als Lebensform, die im Ideal der Mutter  –   in Maria  –   ihre tiefste Manifestation gefunden hat.

Je mehr sich die westliche Kultur von Maria abwandte, umso mehr wird sie zu einer Unkultur des Todes, die im Kampf wider die Familie sich selbst zugrunde richtet!