Regensburg: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen einen kath. Priester ein

Oberstaatsanwalt: „Kein ausreichender Tatverdacht“

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen gegen einen Priester aus dem Landkreis Regensburg wegen des gegen ihn erhobenen Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern eingestellt, da sich die Anschuldigungen des Anzeigeerstatters nach der Durchführung intensiver Ermittlungen nicht bestätigt haben.

Ende Juli 2019 hatte der Anzeigeerstatter in einer Mitteilung gegenüber dem Bistum Regensburg sinngemäß behauptet, dass er im Kindesalter von dem Priester sexuell missbraucht worden sei.

Aufgrund der vom Bistum Regensburg daraufhin unverzüglich erstatteten Anzeige hat die Staatsanwaltschaft Regensburg gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg umfangreiche Ermittlungen zur Aufklärung der Vorwürfe durchgeführt.

Insbesondere wurden zahlreiche Zeugen vernommen. Diese konnten jedoch den vom Anzeigeerstatter geschilderten Sachverhalt, insbesondere zum Rahmengeschehen und Kontext der angeblichen Missbrauchshandlungen, nicht bestätigen.

Es ergaben sich damit erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der erhobenen Anschuldigungen, sodass ein hinreichend konkreter Tatverdacht gegen den beschuldigten Priester nicht vorliegt und das Ermittlungsverfahren gegen ihn deshalb einzustellen war.

gez. Oberstaatsanwalt Dr. Markus Pfaller

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/ermittlungen-gegen-priester-wegen-des-vorwurfs-des-sexuellen-missbrauchs-eingestellt-6953/


Verfolgter katholischer Priester Lu Danhua aus China ist „Gefangener des Monats“

Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den katholischen Priester Lu Danhua (siehe Foto) in China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Pfarrer einzusetzen und für ihn zu beten.

Am 29. Dezember 2018 hatten ihn Mitarbeiter des kommunistischen „Büros für religiöse Angelegenheiten“ in der Stadt Lishui (Provinz Zhejiang) aus einem Wohnheim, in dem er lebte, zu einem „kurzen Gespräch“ abgeholt, wie es hieß. Von der Unterredung kehrte er bislang nicht zurück.

Die Behörden teilten später mit, er sei ins nahegelegene Wenzhou gebracht worden, um sich mit neuen Rechtsvorschriften zur Religion auseinanderzusetzen und sich als Seelsorger offiziell registrieren zu lassen.

Die IGFM geht davon aus, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird, möglicherweise in einem Umerziehungslager. Er ist der einzige Pfarrer seiner Diözese Lishui. Sie wird von der Diözese Wenzhou mitverwaltet. Dort amtiert der staatlich nicht anerkannte katholische Untergrund-Bischof Peter Shao Zhumin. Er war seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren bereits viermal inhaftiert.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu wenden. Er solle Auskunft geben, wo der Geistliche festgehalten wird und sich für dessen Freilassung einsetzen.

In China haben staatliche Stellen den Druck auf Christen in den vergangenen Monaten verstärkt. So wurden in manchen Provinzen auf Anordnung von Behörden Kreuze gewaltsam entfernt, Kirchen geschlossen oder abgerissen. Gemeinden werden gedrängt, sich registrieren zu lassen, um sie unter die Kontrolle des kommunistischen Staates zu bringen.

Trotz Diskriminierung und Verfolgung wächst in China  – das Land hat rund 1,4 Milliarden Einwohner – die Zahl der Christen. Sie liegt nach Schätzungen bei bis zu 130 Millionen. Ein großer Teil trifft sich in staatlich nichtregistrierten Gemeinden. Demnach gäbe es mehr Christen als die Kommunistische Partei Mitglieder zählt: 83 Millionen.

Quelle: IDEA-Bericht


Syrien: Jesuitenpater Frans van der Lugt wurde heute in Homs erschossen

Der Ordensgeistliche starb als tapferer Mann des Friedens

Der Jesuit Frans van der Lugt ist am heutigen Montag in der syrischen Enklave Homs von Unbekannten ermordet worden. Wie die zuständige Ordensprovinz bestätigt, sind zwei Bewaffnete gegen 8 Uhr morgens in seine Wohnung eingedrungen, haben den 75-Jährigen zuerst geschlagen und dann mit Kopfschüssen getötet. afc127c26a

Das gab Vatikansprecher Pater Federico Lombardi am heutigen Montagnachmittag bekannt.

Der niederländische Ordensmann, der seit 1964 in Syrien als Seelsorger und Psychotherapeut wirkte, starb im Stadtviertel Bustan al-Diwan, in dem er sich bis zuletzt um Verständigung unter den Menschen und Lebensmittelhilfen für die von syrischen Regierungstruppen eingeschlossenen Einwohner der Altstadt bemühte.

Die Motive der Täter sind vorerst unklar. Mit diesem Geistlichen sei ein „Mann des Friedens“ ermordet worden, der in einer extrem risikoreichen Situation bei den Menschen bleiben wollte, erklärte Lombardi.

Der Jesuitenpater hatte sich bis zuletzt geweigert, die umkämpfte Stadt zu verlassen, solange dort noch Hunger und Not herrschen. Auch nach der Evakuierung von 1400 Bewohnern unter Führung der UNO im Februar 2014 wollte er bei den restlichen Bewohnern ausharren.

In den Vormonaten hatte der Priester eindringliche Appelle aus der drittgrößten Stadt des Bürgerkriegslandes gesandt. Die Lebensmittel seien knapp und ein Verlassen des Stadtviertels aufgrund der Schießereien von allen Seiten unmöglich, so der Ordensmann zu Weihnachten 2013. 

Quelle: Radio Vatikan


Der katholische Priester Dr. Wolfgang Schumacher wird evangelischer Pastor

Er will mit seinem Partner im evang. Pfarrhaus zusammenleben

Dr. Wolfgang Schumacher ist katholischer Priester aus dem Bistum Trier und vor kurzem in die evangelisch-lutherische Landeskirche Bayerns eingetreten.

Er möchte dort in der fränkischen Gemeinde Uehlfeld wirken – und zwar, wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA heute meldet, gemeinsam mit seinem gleichgeschlechtlichen Freund, dem evangelischen Professor Peter Bubmann.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Die beiden Theologen sind eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. Die zuständigen kirchenleitenden Gremien der bayerischen ev. Landeskirche haben dem Zusammenleben des homosexuellen Paares im Pfarrhaus bereits zugestimmt.

Pfarrer Schumacher wirkte über 20 Jahre in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Rupertsberg (Diözese Trier).

In einer per Internet veröffentlichten Erklärung hatte der Priester Anfang Februar 2014 seinen Abschied von der katholischen Kirche und seinen Konfessionswechsel erläutert. 

Zunächst übt er eine  –  größtenteils durchaus berechtigte  –  Kritik an derzeitigen kirchlichen Strukturreformen (z.B. der Zusammenschließung von Pfarreien zu Großeinheiten), welche die Seelsorge und den priesterlichen Dienst erheblich erschweren:

Es kann nicht sein, dass Priester überwiegend Verwaltungsaufgaben wahrnehmen und kaum mehr Zeit zur pastoralen Arbeit in Seelsorge und Gottesdienst finden…Ich möchte wieder mehr direkt mit den Menschen seelsorglich in Berührung kommen und nicht mehr fast ausschließlich Manager sein

Allerdings macht Dr. Schumacher auch theologische und persönliche Gründe für seine Entscheidung geltend.

„Theologisch seit Jahren entfremdet“

So stellt er z.B. fest, er habe sich „theologisch seit Jahren von den Lehren der römisch-katholischen Kirche entfremdet“:

„Ich teile weder ihr Amtsverständnis noch die Ablehnung der Weihe von Frauen und halte viele moraltheologische Entscheidungen des Lehramts für falsch.“

Er erwähnt sein schon früher vorhandenes starkes Interesse an protestantischen und ökumenischen Themen:

„In meiner Doktorarbeit habe ich mich intensiv mit evangelischer Theologie beschäftigt. Ich bin im Laufe der Jahre in einen immer stärker werden Konflikt zwischen meinen inneren Überzeugungen und der Realität der katholischen Kirche geraten.“

Sodann vermengen sich offenbar theologische und persönliche Motive:

„Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Forderung des Zölibats und die Ablehnung des Priestertums der Frau für einen Fehler halte und mitverantwortlich für den derzeitigen pastoralen Notstand. Auch persönlich bin ich nicht mehr bereit, die Lebensform des Zölibats zu akzeptieren.“

Aufgrund dieses Hinweises wurde vielfach vermutet, daß Pfarrer Schumacher demnächst heiraten und eine Familie gründen wolle.

In Wirklichkeit wird er ein weiteres Beispiel für „homosexuelle Pastoren im Pfarrhaus“ abgeben, wie dies seitens der EKD seit vielen Jahren erlaubt ist, wobei diese Praxis allerdings von theologisch konservativen evangelischen Verbänden und Persönlichkeiten mit Berufung auf die Heilige Schrift und die göttliche Schöpfungsordnung deutlich kritisiert wird.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster