Absurde Welten: ein katholischer Theologe leugnet das ABC des Christentums

Bei Prof. Magnus Striet stapeln sich die Irrlehren

In der „Münsterländischen Volkszeitung“ (MV) aus Rheine  wurde am gestrigen Montag, den 13. Mai 2013, ein ausführlicher Leserbrief von Felizitas Küble veröffentlicht, der sich auf einen MV-Tagungsbericht vom 3. Mai bezieht.

Felizitas Küble befaßt sich in ihrer Zuschrift kritisch mit den Häresien von Prof. Dr. Magnus Striet, einem Fundamentaltheologen, der bis Februar 2010 sogar Dekan der katholischen Fakultät der Universität Freiburg war.  flyerstralsund2

Der aus Westfalen stammende Religionsphilosoph gehört zu den Unterzeichnern des modernistischen  Theologen-„Memorandums“.  Auf der Freiburger Diözesansynode hat er kürzlich als Hauptredner seine Thesen vorgetragen, ohne daß Erzbischof Zollitsch ihm widersprach. Er forderte u.a. kirchliche „Segensfeiern“ für homosexuelle „Partnerschaften“.

Hier folgt der volle Wortlaut des Leserbriefs:

Theologie heißt zwar „Lehre von Gott“, doch manche Theologen fühlen sich offenbar dazu berufen, noch vorhandene Restbestände des Glaubens im Kirchenvolk infragezustellen und abzuservieren. Es erscheint mir geradezu absonderlich, daß der aus Rheine stammende Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet seine agnostischen Ausführungen ausgerechnet im Rahmen der Vortragsreihe „Den Glauben erneuern“ zum Besten geben durfte. Passender wäre doch wohl das Motto „Den Glauben abmontieren“ gewesen.  

 

Hierzu einige Beispiele aus dem Artikel Ihrer Zeitung:

1. Beim Religionsphilosophen Striet stimmen nicht einmal die Zahlen, von den Inhalten ganz zu schweigen. So behauptete er in seinem Vortrag: „Zum Papstbesuch in Deutschland kamen 80.000 Gäste. Das sind genauso viele, wie der BVB bei jedem Heimspiel schafft.“  –
Ich zitiere hierzu die insoweit gewiß unverdächtige „Frankfurter Rundschau“ vom 25.9.2011: „Der Papst hielt fünf große Gottesdienste unter freiem Himmel mit rund 300.000 Besuchern.“

2. Der Vortragstitel lautete: „Von Gott reden im 21. Jahrhundert.“  – Besser hätte gepaßt: „Gott leugnen mit der Auschwitzkeule.“  – Ich zitiere aus seinen Ausführungen: „Wenn es einen handelnden Gott gibt, warum lässt er das Leiden zu?…Kann es Gott geben, wenn es Auschwitz gab?“  –  Die logisch und theologische richtige Fragestellung lautet hingegen: „Warum lassen Menschen solche Verbrechen zu oder begehen sie sogar? Kann die Erbsünde noch geleugnet werden, wenn es Ausschwitz gab?“  P1020947

Statt nun aber einen flachen Humanismus zu „hinterfragen“, statt an Schuld und Tragik menschlicher Existenz zu erinnern, wird Gott  – der an Auschwitz garantiert völlig unschuldig ist – auf die Anklagebank gezogen. Hätten sich die gottlosen National-Sozialisten und die ebensolchen International-Sozialisten an die Zehn Gebote gehalten, dann hätte es Auschwitz ebenso wenig gegeben wie den sowjetischen Gulag. Also genau umgekehrt wird ein Schuh draus!

Ist Gott nur eine Erfindung des Menschen?

3. Sodann äußert Prof. Striet sich laut Zeitungsbericht wie folgt: „Das, was wir Gott und Religion nennen, ist ein Menschheitsprodukt. Der erhoffte Gott ist eine Projektion des Menschen.“  –  Man reibt sich die Augen und glaubt sich im falschen Film: Der Gottesglaube wird von diesem „katholischen“ Theologen als Erfindung des Menschen dargestellt, gleichsam als psychologisches Konstrukt  – vermutlich zwecks Seelentrost und Todesangstbewältigung.

Wahrlich kein origineller Einfall, vielmehr wird lediglich Feuerbachs These wiedergekäut, wonach nicht etwa Gott den Menschen nach seinem Bilde erschaffen habe, sondern vielmehr der Mensch Gott nach seinem Bilde erschuf.  DSC06228

Daß es tatsächlich menschengemachte Gottesvorstellungen gab und gibt, ist unbestritten, doch dies ist kein stichhaltiges Argument gegen den Gottesglauben an sich, denn der Mißbrauch spricht nicht gegen die Sache selbst  –  und der Hinweis auf ein Zerrbild ist kein ernsthafter Einwand gegen das Eigentliche und Originale.

4. Auch mit dem Christusglauben wird bei Professor Strieth offenbar aufgeräumt – genauer gesagt: abgeräumt, bedenkt man seine folgenden Ausführungen: „Schließlich sei der Glaube an den im Juden Jesus von Nazareth menschgewordenen Gott eine Erzählung, die über die Weltgeschichte gelegt ist und die wahr sein könne.“  –  Man beachte: eine „Erzählung“, die wahr sein „kann“.  – Das ist kein Glaube, sondern Agnostizismus pur! 

Der Herr Professor bekennt sich nicht einmal zur Gottheit Christi, obwohl auf diesem Kernsatz das gesamte Christentum beruht, selbstverständlich auch der evangelische Teil hiervon. Wer nicht an die Gottheit Christi glaubt, ist nicht „nur“ kein Katholik, sondern auch kein Christ, denn Christ ist, wer an Christus glaubt: an Christus als den menschgewordenen Erlöser der Welt!

Ist die Kirche nur ein „weltlich Ding“?

5. Wer die Gottheit Christi nicht bekennt, kann natürlich das Wesen der Kirche erst recht nicht begreifen. Kein Wunder also, daß Prof. Striet erklärt: „Die Kirche ist ein weltlich Ding und muss immer wieder reformiert werden.“   –  Die Kirche ist in Wirklichkeit ein göttlich Ding, vom Gottmenschen Christus selbst gestiftet, wenngleich sie aus fehlbaren Menschen besteht. Doch ihre Heiligkeit zeigt sich in den Sakramenten, in der Botschaft des Ewigen, in den Zehn Geboten und im Auftrag der Kirche, die Menschen mit Gott zu versöhnen und zum Himmel zu führen.

Das schließt Reformen nicht aus, doch müssen diese einer wirklichen Erneuerungen in Christus dienen; andernfalls wird nicht reformiert, sondern deformiert, also genau das betrieben, was dieser Fundamentaltheologe offenbar als sein ureigenes Aufgabenfeld betrachtet. image001

6. Angesichts dieser Sachlage paßt es natürlich, daß Prof. Striet die üblichen Dauerbrenner  –  Zölibat, Frauenpriestertum, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene  – ganz im Dämmerlicht und Zwielicht des Zeitgeistes präsentiert, nicht etwa im Lichte des Heiligen Geistes, der die biblischen Schriften inspiriert hat und der unsere Kirche erleuchtet, aber beileibe nicht jeden Theologen.

7. Bevor sich Dr. Magnus Striet über die angeblich „verkrusteten Strukturen des kirchlichen Erscheinungsbildes“ mokiert, die es „aufzuräumen“ gelte, sollte er fällige Aufräumarbeiten an diversen Baustellen seiner eigenen Ideologie vornehmen, statt das Kirchenvolk in Rheine und anderswo ausgerechnet als Theologe mit seinen glaubensfernen Thesen zu behelligen.

Die absurde Krönung des Ganzen lieferte aber wohl der Gemeindepfarrer selbst, hat er doch die Veranstaltung mit den Worten beendet: „Nichts ist besser als Striet.“  – Als wäre es nicht schon trostlos genug, daß der einladende Priester dem Referenten kein Paroli bot, daß er auf kritische Rückfragen verzichtete und damit seine Gläubigen der theologischen Verwirrung überließ, macht er zum Abschied auch noch einen tiefen verbalen Diener vor diesem Vertreter des Agnostizismus.

Felizitas Küble, 48167 Münster