Christus ist gekommen, um sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mt 20,20-28:

In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
ER fragte sie: Was willst du?  – Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? –  Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen:
Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
Da rief Jesus sie zu sich und sprach:
Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Evang. Ex-Landesbischof von Thüringen gegen Änderung der 6. Vaterunser-Bitte

Prof. Kähler: Bisherige Fassung soll bleiben

Papst Franziskus hat die in Deutschland verwendete Fassung der Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ als „keine gute Übersetzung“ kritisiert. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, sondern der Teufel, erklärte er.

Dazu hat die evangelische Nachrichtenagentur IDEA folgenden Beitrag des früheren thüringischen Landesbischof Prof. Christoph Kähler veröffentlicht:

„Der Wortlaut des Vaterunsers „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Mt 6,13a) ist keine Frage der richtigen Übersetzung, sondern der angemessenen Deutung.

Diese alte Formulierung ist in den deutschsprachigen Gemeinden schon vor Martin Luther nachweisbar und gibt den griechischen Text korrekt wieder…Sehr viele andere deutsche Bibelübersetzungen halten sich ebenfalls an diese alte Fassung und haben diesen Satz nicht verändert, weder in lutherischen noch in katholischen noch in reformierten Bibeln.

Zur angemessenen Deutung biblischer Stellen gehört es, andere Bibeltexte zur Erläuterung heranzuziehen.

BILD: Christus siegt über den teuflischen Versucher in der Wüste

Für die sechste Bitte des Vaterunsers ist an die Versuchung Christi zu erinnern, die in Matthäus 4,1–11 (Lukas 4,1–13) beschrieben wird. In dieser Geschichte ist der Teufel der Versucher, doch der Geist Gottes bringt Jesus Christus in die Wüste, damit der Teufel ihn versuchen kann.

Das bedeutet, Gott lässt die Versuchung am Beginn der Wirksamkeit Jesu zu. So wie er auch den Kreuzestod Jesu zulässt, obwohl ihn der Gottessohn in Gethsemane flehentlich darum bittet, dass dieser Kelch an ihm vorübergehen möge

Das Geheimnis, dass der gütige Vater seinem Sohn und seinen Menschenkindern Leiden nicht erspart, kann und darf klagend ins Gebet genommen werden, also auch in das Vaterunser.

Eine Änderung des Wortlauts aber erspart niemand die dunklen Stunden und Erfahrungen, die sich daraus ergeben, dass Gott solche Versuchungen zulässt.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.idea.de/spektrum/detail/vaterunser-eine-aenderung-des-wortlauts-erspart-niemandem-dunkle-stunden-103541.html

Siehe hierzu die inhaltlich ähnliche Predigt des katholischen Bischofs von Regensburg: https://charismatismus.wordpress.com/2017/11/30/regensburg-bischof-voderholzer-uebt-kritik-an-neu-formulierung-der-vaterunser-bitte/

2. Foto: Dr. Edith Breburda