FOCUS begibt sich auf BILDzeitungs-Niveau gegen Bischof Tebartz-van Elst

Andreas Englisch schwadroniert und spekuliert drauflos

Das Wochenmagazin „Focus“ will sich in der anhaltenden öffentlichen Debatte um den Limburger Bischof offenbar zunehmend kirchenfeindlich wie der „Spiegel“ und  primitiv wie die BILDzeitung (daneben)benehmen.

Dies ist derzeit umso erstaunlicher, als einige „Leitmedien“ in ihrem Anti-Tebartz-Kesseltreiben bereits auf die Bremse treten oder den Rückwärtsgang einlegen, z.B. die Tageszeitung DIE WELT.

Foto: Bistum Limburg

Foto: Bistum Limburg

Am Montag, den 21. Oktober, veröffentlichte die Polit-Illustrierte „Focus“ online einen teils absonderlichen Artikel von Julian Rohrer unter dem Titel „Mächtiger Mann im Vatikan“  –  gemeint ist Kardinal Quellet, Chef der Bischofskongregation, der  natürlich in der Causa Limburg ein Wörtchen  mitzureden hat.

Der Stil des Rundumschlags zeichnet sich z.B. dadurch negativ aus, daß Tebartz-van Elst mehrfach als „Protz-Bischof“ verunglimpft wird  –  dümmer gehts nimmer.

Wie manipulativ der Redakteur vorgeht, zeigt sich schon eingangs:

„Papst Franziskus, der Demut und Bescheidenheit predigt, empfing den Protz-Bischof, der seinen Amtssitz für rund 40 Millionen Euro  –  unter aller Geheimhaltung, erst zum Schluss gab es eine offizielle Ankündigung der Audienz.“

Die zutreffende Summe beträgt aber 31 Millionen. Der 40-Mio-Betrag ist spekulativ, weil er die möglicherweise zu erwartenden Kosten von Straßenschäden vorwegnimmt, die erst noch festgelegt werden. Zudem konnte der Limburger Bischof diese erst im Laufe der Bautätigkeit auftretenden Spätfolgen nun wirklich nicht vorausahnen.

Zudem wird  – wie so oft –  verschwiegen, daß zum sog. „Amtssitz“ des Limburger Bischofs zahlreiche weitere Gebäude gehören, zb. das Diözesan-Sekretariat, das Bistums-Museum mit dem Domschatz, ein Haus für Ordensschwestern, Kapelle, ein Konferenzgebäude usw.

Sodann wird der ehem. BILD-Reporter und Dauer-Dampfplauderer Andreas Englisch zitiert, der „vermutet, dass der Papst dem Limburger Bischof wohl die Leviten gelesen habe – und klargestellt haben wird, dass er sich seine Bischöfe anders vorstelle.“

Sodann schwadroniert Englisch munter weiter, der Papst habe dem Limburger Bischof wohl folgendes gesagt:

„Halt die Klappe.“ Ich tippe, dass der Limburger Bischof ein Jahr in ein Kloster in Deutschland gehen wird.“

Was Englisch hier „tippt“ bzw. sich aus den Fingern saugt, ist allerdings völlig bedeutungslos  –  das sollte auch FOCUS einmal „checken“.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Scharfe Kritik eines Medienexperten am Kesseltreiben gegen Limburger Bischof

Hasso Mansfeld: „Hysterie“ statt fairer Sachkritik

Gestern veröffentlichten wir in unserem Webmagazin CHRISTLICHES FORUM einen kritischen Artikel über die „Verantwortung der Kontrollgremien“ in der Causa Limburg, worin es eingangs heißt:

„Als Hauptankläger gegen den Limburger Bischof betätigt sich derzeit vor allem der frühere hessische Europaminister Jochen Riebel, der den attackierten Kirchenmann öffentlich als “krank oder raffinierter Betrüger” verunglimpfte.    Limburg-Dom-DSC_0613-2

Obwohl (oder weil?) Riebel seit Jahren dem vom Bischof selber installierten Vermögensverwaltungsrat angehört, sich also durchaus die Frage nach seiner eigenen Verantwortung stellt, tritt der Kontrolleur offenbar die Flucht nach vorne an; er dreht den Spieß kurzerhand um nach der Devise: Der Bischof ist an allem (allein)schuld! 

Soll dadurch von eigener Mitverantwortung bzw. mangelnder Sorgfalt bei der Ausgabenprüfung abgelenkt werden?“

Nun publiziert das „Manager-Magazin“ am heutigen Montag online ein Interview mit Kommunikationsprofi Hasso Mansfeld, welcher genau denselben Punkt anspricht.

Zunächst stellt er nüchtern fest: Mittlerweile hat sich die angebliche Auseinandersetzung über die unterstellte Verschwendungssucht des Bischofs zu einer Hysterie entwickelt.“

Manche Ankläger wollen „eigene Haut retten“

Mansfeld bezeichnet die Debatte als „verlogen“, denn  „die vermeintliche Debatte wurde nicht zuletzt von jenen befeuert, die lange Teil des bischöflichen Wesens in Limburg waren. Und nun durch laute Anklage gegen Bischof Tebartz-van Elst, durch die Forderung nach brutalstmöglicher Aufklärung, ihre eigene Haut retten wollen.“

Der Marketingexperte  –  er ist dreifacher Gewinner des deutschen PR-Preises  –  erinnert an die Mitverantwortung des Limburger Domkapitels  – und weist zudem auf folgendes hin:

„Bischof Tebartz-van Elst hat zu spät reagiert. Er hat nicht bemerkt, wie seine Kritiker die Grundsteinlegung für den Bau des „Diözesanen Zentrums Sankt Nikolaus“ im Mai 2010 langsam als geeigneten Vorwand aufnahmen, gegen den als konservativ empfundenen Tebartz-van Elst selbst vorzugehen.“

Sodann fragt das Manager-Magazin: „Viele Menschen werden wahrscheinlich finden, dass es in der Tat nicht zu frommer Lebensführung passt, mit einem Erste-Klasse-Ticket in ein Dritte-Welt-Land zu fliegen und zugleich in Limburg ein Diözesanzentrum für 31 Millionen Euro zu errichten. Um diese Abneigung auszulösen braucht es doch keine negative Stimmungsmache, oder?“

Mansfelds Antwort: „Das Gefühl wird von jenen geschickt negativ verstärkt, die lange selbst Teil des Systems waren und jetzt durch den lauten Ruf der Anklage, durch den nach der „brutalstmöglichen Aufklärung“ des angeblichen Bau- und letztlich Geldverschwendungsskandals, ihre eigene Haut retten wollen.“

BILD oben: Eingang zum Limburger Bischofshaus (Foto von Dr. Bernd F. Pelz)