UNFPA ehrt israelische Hilfsaktion für Kinder

Die israelische humanitäre Hilfsorganisation „Save a Child’s Heart“ (SACH) ist am 26. Juni mit dem Bevölkerungspreis des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) ausgezeichnet worden – und zwar für ihren herausragenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheit.  

Mit Hilfe von SACH wurde seit der Gründung 1996 fast 5000 Kindern aus 57 Ländern, die an einer Herzerkrankung leiden, das Leben gerettet.

Die SACH-Organisation half ihnen, da sie in ihren Heimatländern nicht oder schlecht behandelt werden konnten. Darunter waren auch palästinensische Kinder aus dem Gazastreifen und Westjordanland sowie aus dem Irak und Syrien.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin

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Augsburg: Symposium des Katholischen Familienbundes am 22. September 2018

Ein Symposium des Familienbundes der Katholiken im Bistum Augsburg zum Thema „Auslaufmodell Familie – eine Welt ohne Vater und Mutter?“ – Tagung mit Kinderbetreuung

am       Samstag, 22. September 2018 

von      10.30 bis 15 Uhr

in         Augsburg, Haus Sankt Ulrich, Kappelberg 1.

Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat“ – so lautet Artikel 10 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO. Auch im Grundgesetz stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Staates.

Doch wie sieht die politische, publizistische und gesetzgeberische Wirklichkeit aus?

Man spricht von der „Öffnung der Ehe“ und vom „Recht auf ein Kind“. Im Verbund mit der Entwicklung Fortpflanzungsmedizin rücken „Familien“-Konstellationen von bis zu fünf „Elternteilen“ in greifbare Nähe und lassen den Ruf nach Legalisierung der Leihmutterschaft lauter werden.

Welchen Status und welche Rechte haben die so entstehenden Kinder und die Leihmütter?

Mit einem Symposium greift der Familienbund diese brisanten Entwicklungen auf und unterzieht sie einer Prüfung durch neueste Erkenntnisse der Forschung. Was sagt die Wissenschaft über den Menschen? Was sind die anthropologischen Grundlagen der Familie? Was brauchen Kinder und welche Erfahrungen bieten Bindungsforschung, Psychologie und Medizin? Was sind die Folgen von Leihmutterschaft?

Namhafte Experten beleuchten das Thema Familie aus unterschiedlichen Blickwinkeln und zeigen auf, warum das Leitbild von Familie, wie es in der christlichen Soziallehre grundgelegt ist, die beste Basis für menschliches und gesellschaftliches Zusammenleben und für seelische und geistige Reifungsprozesse von Kindern bietet.

Alle Interessierten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Die Veranstaltung kostet inkl. Mittagsimbiss 5 €, bitte beim Tagungsbüro am Einlass entrichten (Kinder bis 16 Jahre sind frei).

Bitte melden Sie sich bis spätestens 7.9.2018 per Post, Mail oder Fax verbindlich an.

Link zur Veranstaltung: https://bistum-augsburg.de/Verbaende/Familienbund/Veranstaltungen


Pädagogik-Experte Albert Wunsch übt Kritik an einer Ganztagsbetreuung der Kinder

Ein erfahrener Erziehungswissenschaftler äußert sich in einem INTERVIEW skeptisch über das System der Ganztagsschule und das Ausmaß der staatlichen Kinderbetreuung

Herr Dr. Wunsch, zum Thema Ganztagsbetreuung zitieren Sie gerne einen langjährigen Schulleiter: „Was haben wir davon, wenn wir das Elend des Vormittages auf den ganzen Tag ausdehnen?“Warum ist diese  –  wenn auch verkürzte  –  Aussage so wichtig für Sie?

Dr. Albert Wunsch: In kaum in einem anderen Bereich unseres Staatswesens wird so undifferenziert mit Bedarfsäußerungen umgegangen wie im Bereich der Kinderbetreuung. Riefe das Volk, die Steuern abzuschaffen oder das Parken auf Bürgersteigen zu erlauben, es würde ignoriert. Wollen Eltern aber schon morgens um 6.30 Uhr ihr Kind am Kindergarten abgeben, zusätzliche Krippenplätzen oder Ganztagsschulen, schon wird das Ganze als wichtige Bedarfsäußerung aufgegriffen.

Die Frage, ob die Väter und Mütter sich hier überhaupt als Erziehungs-Personen – in Abgrenzung von Eigeninteressen – äußern, bleibt meist unberücksichtigt. Solche Willensbekundungen dürften wegen Befangenheit und offensichtlicher Interessenkollision mit dem Kindeswohl nicht ungeprüft bearbeitet werden.

Es ist leider eine Tatsache, dass viele Eltern auf eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder angewiesen sind, weil die ökonomische Situation dies verlangt, also Doppelverdiener mit Mehrfachjobs.

Es ist nachvollziehbar, dass Notlagen den Entscheidungsspielraum minimieren, zum Beispiel bei starker Finanzknappheit oder bei Alleinerziehenden. Dies schmälert jedoch nicht die Grundsätzlichkeit der Anfrage. Hätte der Nachwuchs eine Chance zum Einbringen seiner Interessen, würden die Kinder als Betroffene ernst genommen und dem Kinder- und Jugendhilfe Gesetz (KJHG / StGB VIII, d. Red.) entsprochen, weil hier die Bedürfnisse der Kinder beschrieben werden und gegenüber den Eltern-Bedürfnissen Vorrang haben.

Auf jeden Fall darf ein zu knappes finanzielles Familien-Budget nicht auf dem Rücken von kleinen oder größer werdenden Kindern ausgeglichen werden. Hier wäre ein Kinderzuschlag für Geringverdiener bei gleichzeitigem Nachweis eines erfolgreich absolvierten Erziehungs-Qualifikations-Seminars die nachhaltigste Maßnahme.

Was fühlen die Kinder, wie kritisch sehen Sie kindliche Entwicklung bei aushäusiger Betreuung?

Kinder wollen in der Regel weder in Kinderkrippen, zu Tagesmüttern noch in Ganztagsschulen. Sie möchten einfach in der Lebenswelt, in die sie hinein geboren wurden, möglichst viele gute Erfahrungen mit ihren Vätern und Müttern machen. Und je älter sie werden, je mehr brauchen sie kompetente Erwachsene, um sich an ihnen orientieren zu können.

Viele Untersuchungen, zum Beispiel die regelmäßigen Shell-Jugendstudien, belegen: „Der größte Wunsch von Kinder ist es, mehr Zeit mit ihren Eltern zu verbringen!“ Oft wird argumentiert, Ganztagsbetreuung sei der „Königsweg“ zu einem stattlicheren Kindersegen. Dieser Irrglaube wird auch durch den Trend in den neuen Bundesländern widerlegt.

Wie das?

Trotz eines superbreiten ganztägigen Betreuungs-Angebotes  –  selbst für Kleinstkinder  –  ging die Geburtenrate nach der Wende rapide nach unten. Besonders in Schweden und den übrigen skandinavischen Ländern geht die Geburtenrate ebenfalls trotz eines Überangebots an Betreuungsplätzen stark zurück. Demnach haben persönliche Wertsetzungen eine viel größere Bedeutung für eine Entscheidung zum Kind als das Vorhandensein von Kinderkrippen oder Ganztagsschulen.

Wenn jedoch prägende Kräfte in einer Gesellschaft immer noch meinen, Mütter und Väter aus dem vermeintlich engen Korridor zwischen Kinderzimmer und Küche in Richtung Erwerbsarbeit befreien zu müssen, werden so gleichzeitig Kinderinteressen und Erziehungsleistungen torpediert. Kinder brauchen Elternhäuser und keine Verschiebebahnhöfe zwischen öffentlich finanzierter Ganztagsbetreuung und familiärem Nachtquartier.

Wo liegt der Irrtum im Denken?

Wer Eltern klar zu machen sucht, dass Kindererziehung und Haushaltsführung recht leicht neben einer außerhäusigen Berufstätigkeit ausgeübt werden kann, hat entweder vom jeweiligen Tätigkeits- und Zeitaufkommen keine Ahnung oder huldigt selbst dem Scheinideal, dass nur der Gelderwerb einen Lebenssinn gibt. Setzt hier kein Kurswechsel ein, geraten noch mehr Kinder mitsamt ihrer vielfältigen Bedürftigkeiten auf den Verschiebebahnhof zwischen Geburts-Elternhaus, Fremdbetreuung und Selbstüberlassung als Ausdruck der nonverbalen Kernaussage: „Du bist mir nicht so wichtig!“ Aber ein Kinderlächeln lässt sich nicht in Gold aufwiegen und es gibt auch keine zweite Chance für originäre Beziehungszeiten mit dem eigenen Nachwuchs.

Ist somit die Ganztagsschule als wundersames Allheilmittel komplett gescheitert?

Zum Einstieg fällt mir folgende Vergleichs-Situation ein: „Wir sind ein sehr bekannter Finanz-Dienstleister mit universitär ausgebildeten Fachkräften. Unser Unternehmen bietet ihnen an, Ihr Geld bei uns einzubringen, damit wir damit arbeiten können. Wir können zwar keine konkrete Rendite versprechen, werden uns aber um eine gute Anlage bemühen. Also – auf eine gute Geschäftspartnerschaft!“ – Ohne besondere hellseherische Fähigkeiten zu haben, nehme ich an, dass ein solches Unternehmen kaum für ihre Geldanlage in Frage käme.

Kaum eine Empfehlung, in der Tat…

Ähnlich aussagelos präsentieren sich öffentliche Schulen ihren „Kunden“: Keine klaren Zielvorgaben, seltenst lässt sich das Konzept einer Schule mit wenigen Worten klar umreißen, statt Qualitätsaussagen und Renditeprognosen werden Hinweise zur Mühewaltung verdeutlicht. Und trotzdem übergeben wir diesen Lern-Dienstleitern unser wertvollstes Gut.

Würden Eltern mit Schulgeld oder einem Wert-Scheck in der Tasche auf die Suche nach der für Tochter und Sohn geeignetsten Schule gehen, müssten sich die Anbieter marktgerecht präsentieren. So würden Unterschiede klar und Schulprogramme deutlich. Verschärft wird dieser Mangel, wenn Schulen sich nun verstärkt als Ganztagsbetrieb etablieren wollen, denn Wenig wird auch durch zeitliche Streckung nicht mehr.

Etwas konkreter vielleicht?

Zur Verdeutlichung ein Streitgespräch: „Es liegt an den größeren Trinkgefäßen, anders ist die hervorragende Qualität des Bayrischen Bieres nicht zu erklären“, so die Äußerung eines begeisterten Nordländers. – „Solch einen Quatsch habe ich noch nicht gehört, von Bierhumpen oder Großgläsern auf den Inhalt zu schließen“, meinte ein Gegenüber. „Es muss an der Zusammensetzung und am Brauverfahren liegen. Qualität lässt sich doch nicht durch quantitative Merkmale erklären.“ Aber die Argumente halfen nicht, unser einfältiger Gerstensaft-Fan blieb bei seiner Auffassung.

Dieses Gespräch ist fiktiv. Real sind die unisono zu hörende Rufe von Politikern unterschiedlichster Richtung: „Ganztagsschulen fördern ein gutes Lernklima und verbessern den Unterricht“. Die stärkste Relativierung dieser „abstrusen Denke“ kam innerhalb der PISA-Folgediskussion per Leserbrief von einem langjährigen Schulleiter: „Was haben wir davon, wenn wir das Elend des Vormittages auch auf den Nachmittag ausdehnen?“

Bereits im Jahr 2015 wurde die erste 24-Stunden Kita in NRW eingeführt. Das ist politisch so gewollt und erinnert auch an die DDR-Erziehung der Rundum-Betreung-mit-Indoktrination?

Auch wenn etwas politisch gewollt ist, muss das Ergebnis deshalb nicht gut sein. Beim Thema Ganztagsbetreuung wird jedenfalls deutlich, dass nicht das Kindeswohl, sondern wirtschaftliche Interessen im Zentrum stehen. So werden die politisch Verantwortlichen nicht müde und betonen fast schon gehirnwäscheartig immer neu, dass Ganztagsbetreuung – am besten direkt nach der Mutterschutz-Zeit – ein wichtiger Bildungsimpuls sei.

Dadurch soll einerseits das schlechte Gewissen von Eltern beruhigt werden und andererseits Arbeitskräfte im Wirtschaftkreislauf bleiben. Somit ist eine 24 Stunden-Kita die Krönung eines Kinder-Entsorgungsprojektes, um so rund um die Uhr willige Arbeitskräfte verfügbar zu haben. Dass dabei Väter und Mütter ihre wichtige Erziehungsaufgabe vernachlässigen, wird um des Profits willen in Kauf genommen.

Es stimmt schon bedenklich, dass für Hunde ein rechtlich geregelter Welpenschutz existiert, bis zu welchem Zeitpunkt sie nicht vom Muttertier getrennt werden dürfen, aber über eine Babyschutzzeit wohl noch nicht nachgedacht wurde. Alle Kinder – besondern die ganz Kleinen – benötigen präsente Väter und Mütter, welche erfüllende Beziehungs-Zeiten garantieren.

Sicher gibt eine Ganztags-Entsorgung von Kindern den Eltern mehr Planungsraum für berufliche oder andere Verpflichtungen. Wahrscheinlich ist eine offizielle Beaufsichtigung besser, als Kinder nachmittags sich selbst zu überlassen. Aber ist es auch förderlich?

Wenn eine Ganztagsschule eine sinnvolle Ergänzung zum Halbtagesbetrieb und kein Etiketten-Schwindel sein soll, dann müsste als erstes ein pädagogisches Gesamtkonzept erarbeitet werden, in welchem die Eltern als aktive Partner verpflichtend einzubinden wären, um den erzieherischen Kurs festzulegen.

Der häufige Hinweis, dass dies doch entfallen könne, weil in der Schule schließlich speziell ausgebildete Kräfte seien, belegt Kurzsichtigkeit. Denn Fachlichkeit sagt nichts darüber aus, von welchem Grundverständnis erzogen wird und welche Werte dabei nicht oder doch eingebracht werden.

Lehrer können ihren Unterrichtsstoff meist gut vermitteln, evtl. auch besser Konflikte oder Motivationsprobleme lösen. Aber gerade die Schule der 68er hat über Jahrzehnte unter dem Vorzeichen von Fachlichkeit deutliche Spuren eines fragwürdigen Wertebewusstseins hinterlassen. Wenn hier kein Konsens angestrebt und gefunden wird, rutscht Deutschland noch mehr in eine konturlose öffentliche Erziehung.

Gibt es die flexible Schule zwischen „fördern“ und „fordern“?

„Schule ist nicht alles, aber ohne gute Schulleistungen ist vieles nichts.“ Auch wenn der Satz recht salopp Realitäten auf den Punkt bringt, lustlos dahindümpelnde Schüler wird er nicht aus der Reserve locken. Als ganzheitliche Wesen können sie weder als abgekoppelt von den Primär-Erfahrungen ihres – wie auch immer wirkenden – „Zuhause“ und den übrigen Bezugsfeldern gesehen werden, noch mutieren sie am Schultor zu frei programmierbaren Festplatten unterschiedlichster Inputgeber.

Wer Schülern im Dreiviertel-Stunden-Takt verschiedenste Mixturen einer curricularen Rezeptur zumutet, sollte sich nicht über „Wort-Durchfall“ bzw. „Verschluss-Symptome der Hirnwindungen“ wundern. Und je unsicherer die Zukunft von jungen Menschen gesehen wird, weil die Familienverhältnisse instabil, die Berufsaussichten trübe und der Lebensraum unter ökologischen Gesichtspunkten düster erscheint, je unsinniger muss es dem Einzelnen vorkommen, mit Elan, Freude und Power – kurz: „motiviert“ – auf diese Zukunft hin in der Schule lernen zu sollen.

Entscheidende Fragen sind aber doch weiter offen?

Weiterhin ist offen, wo die Diskussionen über die nun notwendigen Erziehungsfragen im Zusammenwirken von Eltern und Schule stattfindet. Soll der Nachmittag eine bloße Beaufsichtigungszeit sein? Dann wären auch arbeitslos gewordene Parkplatzwächter in Pausenhallen einsetzbar. Will Schule jedoch wirklich nachmittags ein pädagogisch qualifiziertes Freizeitprogramm durchführen, mit welchen Fachkräften?

Aber vielleicht ist dies ja entbehrlich, weil Eltern ihre Kinder möglichst umfangreich und fraglos der Schule einfach nur überlassen wollen? Und wenn dann die Noten den elterlichen Vorstellungen nicht entsprechen sollten, dann kann ja immer noch per Rechtsanwalt ein gutes Abitur erfolgreich eingeklagt werden, wie unlängst durch die Einflussnahme einer Schulaufsichtbehörde geschehen.

Anschrift des Autors und Copyright: Dr. Albert Wunsch, 41470 Neuss, Im Hawisch 17

Prof. Dr. Albert Wunsch ist Erziehungswissenschaftler, Psychologe, Hochschullehrer und bekannter deutscher Buchautor. Weiterführende Informationen sind den Büchern „Die Verwöhnungsfalle“ und „Abschied von der Spaßpädagogik“ zu entnehmen. Dieses Interview, das der Dipl.-Sozialpädagoge Helmut Zilliken, führte, erschien zuerst bei wertewandelblog.de.


Evangelischer Autor Riehle würdigt die natürliche Familie: Mann, Frau und Kind(er)

Von Dennis Riehle

Wann kann man ein menschliches Konstrukt „Familie“ nennen? Genügt das Prädikat „dort, wo Verantwortung gelebt wird“ bereits aus, um aus einem Miteinander von zwei Personen eine „Familie“ werden zu lassen? 

Zweifelsohne besteht dort, wo Kinder aufwachsen, ein besonders schützenswerter Rahmen, der über den von zwei Erwachsenen hinausgeht. Die homosexuelle Partnerschaft allerdings, wenngleich in ihr Kinder großgezogen werden, erfüllt den Anspruch an eine Familie nur bedingt.

Das Zusammenwachsen der Familie als eine Einheit beginnt mit der Zeugung des Nachwuchses. Denn die leibliche Elternschaft bleibt ein wesentliches Merkmal der Familie, die im Sinne eines mehrheitsgesellschaftlichen Verständnisses die Keimzelle neu entstehenden Lebens darstellt.

Die Bindung von Vater und Mutter an ihre Kleinsten muss schon aus Gründen der Vernunft dort am stärksten sein, wo eine natürliche Verquickung zwischen Herkunft und Heranwachsen gegeben ist. Nicht nur Emotionalitäten bilden sich am authentischsten in der nicht-künstlich geschaffenen Atmosphäre einer Beziehungsebene zwischen dem Kind und seinen Eltern ab.

Der Versuch, die biologische Elternschaft an die soziale anzugleichen und sie zu normieren, muss gleichermaßen so lange misslingen, wie die heterosexuelle Bipolarität von Vater und Mutter Einfluss auf Werte-, Gefühls- und Sozialentwicklung des Kindes hat.

Liebe ist nicht gleich Liebe  –  ein Kind wird um die unterschiedlichen Einflüsse zweier verschiedengeschlechtlicher Eltern schon aus der Sensibilität der Empfindung heraus zu unterscheiden wissen. Vater und Mutter komplettieren mit ihrer Verschiedenheit die Wesensbildung eines Kindes.

Die Startchancen bleiben äquivalent, solange leibliche Elternteile dem Kind mit Geburt an eine mehr oder weniger bewusste Geborgenheit schenken, die sich auch bei gutem Willen nicht nachbilden lässt.

Respektieren wir, dass Familie nach Worten von Papst Franziskus auf heterosexuelle Eltern beschränkt bleibt – ohne dabei die Anstrengungen zu missachten, die all jene aufbringen, die sich dem Wohlergehen von Kindern widmen, egal in welcher Konstellation.

Webpräsenz: http://www.Dennis-Riehle.de

 


GOTT kleidet mich in Gewänder des Heils

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes 61,9-11:

So spricht der HERR: Die Nachkommen meines Volkes werden bei allen Nationen bekannt sein und ihre Kinder in allen Völkern. Jeder, der sie sieht, wird erkennen: Das sind die Nachkommen, die der HERR gesegnet hat.

Von Herzen will ich mich freuen über den HERRN. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn ER kleidet mich in Gewänder des Heils, ER hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der HERR, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern.

 


Mutter-Kind-Beziehung und Geschwister-konstellation prägen die Persönlichkeit

Von Christa Meves

Die Vorstellung, dass der Charakter des Menschen vorrangig von seinen Genen bestimmt wird, wird durch neue Forschungsergebnisse immer nachhaltiger untergraben. So hat sich durch eine internationale Studie herausgestellt, dass sogar Geschwister, die miteinander aufwachsen, interessante, typische charakterliche Unterschiede aufweisen und dass diese Färbung durch ihre Stellung in der Geschwisterreihe bei der entsprechenden Familie hervorgerufen  worden ist (1).

Für mich als praktisch arbeitende Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin wurde also durch neue wissenschaftliche Studien z.B. meine Erfahrung bestätigt, dass es recht häufig einen typischen Ältesten in einer Geschwisterreihe gibt. Er zeichnet sich vom ersten Schultag an als ein aufmerksamer, lernbereiter Schüler aus – mit hoher Konzentrationsfähigkeit.

Begreiflicherweise sind diese ältesten Kinder bei den Lehrern besonders beliebt – weniger bei den neidischen Mitschülern. Doch die leichte Lenkbarkeit ist bei den Ältesten auch bereits in der Kleinkinderzeit zum Ausdruck gekommen. Die Trotzphase fällt manchmal geradezu aus. Die Verbindung – besonders zur Mutter – bleibt meist durch die Kleinkinderzeit ungetrübt.

Auch Großeltern schlägt das Herz höher über ein solches Enkelkind; denn es lässt sich mit anhaltender Freude vorlesen, stellt kluge Fragen und zeigt – ganz gleich ob Junge oder Mädchen – eine hohe Besinnlichkeit.

Natürlich gibt es bei aller festgestellten Typik dieser Art keine 100-prozentige  Treffsicherheit. Sie  bezieht sich grundsätzlich nur auf ein ähnliches Umfeld. Es ist aber erfreulich, dass durch solche Häufigkeiten das Forscherinteresse nach den Ursachen entfacht wird; denn im Vergleich zu den jüngeren Geschwistern ergibt sich, dass dieser Vorrang sich bereits schon nach wenigen Lebensmonaten zu entfalten beginnt.

Wenn sie gesund geboren worden sind, haben älteste Kinder meist viel Freude an wachem Beobachten, ahmen bald schon nach, was ihnen angeboten wird, gleich, um was es sich handelt.

Obgleich die Sprachentwicklung im männlichen Geschlecht meistens hinter der der Mädchen zurückbleibt, kommt der älteste Junge auch hierin im Allgemeinen schneller voran als die jüngeren Brüder. Anders ist es im Hinblick auf die Aktivitäten. Von schnell nachgeborenen Jüngeren werden die Ältesten dabei meist schon bald überflügelt.

Bei meinen Töchtern erlebte ich, dass die um zwei Jahre Jüngere die Ältere an die Hand nahm und den ersten Einkauf  als die Führende betätigte. Nicht selten tun sich die Älteren auch schwer, sich bereits schon im Kindergartenalter in Gruppen mit anderen Kindern wohlzufühlen. Weniger Schwierigkeiten gibt es hingegen bei ihnen in der Schullaufbahn. Sogar ihre Ausbildungen ziehen  die Ältesten meist zügig durch.

Diese praktische Erfahrung hat deshalb längst gelehrt, dass die entscheidende Prägung dieser Charakteristik eine Angelegenheit des Umgangs der jungen Mutter mit ihrem Baby ist.

Wenn die junge Frau sich zunächst voll ihrem Kind widmet, intensiviert sich rasch die Mutter-Kind-Beziehung. Das löst die Nachahmungsbereitschaft des Kindes aus – unter der Voraussetzung allerdings, dass die Mutter stets nah und empathisch ist.

Ja, die neue Forschung hat sogar herausgefunden, dass vieles und häufiges Sprechen der Mutter mit dem Kind den Wortschatz geradezu anheizt und dieser sich dadurch schneller entfaltet. Dabei ist offenbar viel lächelnd zustimmender Blickkontakt das entscheidende Stimulanz.

Was also zeigt dieses Sichtbarwerden der Bedeutsamkeit mütterlichen Verhaltens im Hinblick auf die oft so positive  geistige und seelische Entfaltung des Ältesten? Mit ihm, mit diesem Wunder in ihrer Wiege, beschäftigt sie sich nicht selten noch hauptsächlich. Für ihn hat sie auch noch die meiste Zeit übrig!

Dem Ältesten am ähnlichsten (wenn doch auch unterschiedlich) sind das Einzelkind und das Jüngste, besonders der Nachkömmling. Bei diesem lässt sich nicht selten ein langfristiges liebevolles Aufwachsen unter der Obhut einer Großmutter in Rente feststellen.

Von eindrucksvoller Typik sind die mittleren, ja auch sogar schon die zweiten Kinder. Weniger trifft man hier auf Exemplare von nachhaltiger Angepasstheit. Mama kann  ihre Aufmerksamkeit und Hinwendung nicht mehr so ausschließlich wie dem Ältesten den nachgeborenen Geschwistern widmen.

Dementsprechend wächst in diesen rascher als im Ältesten der Impuls zur Selbstständigkeit und Selbstbehauptung. Vielmehr dominiert hier – und meist schon im sogenannten Trotzalter in der 2 bis 5-Jährigkeit – der kleine Rebell. Er gibt sich viel weniger leicht zufrieden, er betont seinen Anspruch, will sich mit  viel  Nachdruck durchsetzen, kämpft nachhaltig um Vorrang und Autonomie.

Wenn man mit Kindern dieser Art therapeutisch arbeitet, lässt sich auch bald feststellen (jedenfalls wenn das Kind Vertrauen gefasst hat), wo hier der Hase im Pfeffer liegt. Diese Kinder haben grundsätzlich häufiger die Vorstellung, hinter den anderen Geschwistern zurückstehen zu müssen und nicht so wertgehalten zu werden wie meist eins von diesen, oft das Älteste eben oder überhaupt alle anderen.

Handelt es sich dabei um zwei Buben, so kommt es häufiger direkt zu gegenseitigen Rivalitätskämpfen: Jeder will spitze sein!  – Mädchen pflegen sich mehr mit herabsetzenden Worten gegen ein anscheinend favorisiertes Geschwister zu verteidigen, leider also ebenfalls mit Taktiken, die zwar dem seelischen Mangel entsprechen, aber selten besonders erfolgreich sind, weil sie stattdessen Anstoß bei den maßgebenden Erziehenden erregen.

Unter den mittleren Kindern finden sich deshalb viel leichter die „schwarzen Schafe“ in der Familie – besonders unter den Jungen. Bei Jugendgerichtsverfahren zeigt sich sogar, dass sich unter den Pubertierenden, die mit Diebereien oder Gewalttaten  straffällig werden, eher Kinder aus dem Mittelfeld – oft unter vielen Geschwistern – befinden.

Das heißt nicht, dass die mittleren Kinder im Leben weniger erfolgreich sind als die Ältesten. Die vorzüglich eingeübte Durchsetzungsfähigkeit macht (bei allmählich hinzugewonnener Geschicklichkeit) dann auch hartnäckiger konkurrenzfähig.

Solche auf der Praxis beruhenden Erfahrungen machen nicht nur abermals den prägenden Einfluss der ersten Kinderjahre deutlich, sie sind sowohl pädagogisch wie auch als allgemeine Erkenntnis für uns alle über unsere allgemeinen Entfaltungsbedingungen von erheblicher Relevanz; denn als Resultat wird deutlich, worauf es in der Kindheit prägend, aber im übrigen lebenslänglich bei allen Menschen  ankommt: am besten  zunächst von den beiden Eltern – auf jeden Fall aber anfangs von dem dominant Erziehenden, später von den wichtigsten Menschen im Umfeld – wertgehalten und geliebt zu sein.

Am ehesten und am nachhaltigsten kann das Erziehenden gelingen, wenn unterschiedliche Begabungen gefördert und liebevolles Verhalten des jeweiligen Kindes beachtet und gelobt wird – statt mit viel Dressur, mit Strafen  und mit Herabsetzungen zu agieren.

Pädagogisch ist es deshalb im höchsten Maße sinnvoll, sich solcher prägenden Einflüsse durch die Geschwisterkonstellation bewusst zu sein, um den Kindern in ihren Bedürfnissen so gerecht zu werden, dass ihr Lebensmut optimal wachsen kann.

Anm.: (1) Buckles, K. / Munnich, E. (2012). Birth Spacing and Sibling Outcomes. Journal of Human Resources. Vol. 47, No. 3. S. 613 – 642. doi:10.3368/jhr.47.3.613


Staatliche Schieflage heute: Datenschutz – total, aber Schutz vor Pornos – null

Mathias von Gersdorff

Seit Wochen diskutiert ganz Deutschland über die neue „Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“. Kein Wunder: Diese Verordnung der EU zwingt praktisch jeden Gewerbetreibenden, sich mit einem höchst komplizierten und langen Gesetzestext zu beschäftigen, wenn er keine drakonischen Strafen riskieren will.

Man kann sicherlich darüber streiten, ob darin manches nicht doch sinnvoll und einiges von dem, was die Zeitungen verbreiten, übertrieben ist.

Doch eines ist sicher: Wenn unsere Politiker das Leben und die Gewohnheiten im Internet ändern wollen, dann sind sie bereit, mit brachialem Druck ans Werk zu gehen.

Deshalb ist es ein Skandal, dass dieselben Verantwortungsträger seit Jahren hinnehmen, dass das Internet von illegalen, gefährlichen und jugendgefährdenden Inhalten geradezu überschwemmt wird, denn sie tun nichts dagegen.

Hier einige Fakten, um diese verheerende Pornoflut fassbar zu machen:

* Allein in Deutschland schätzte man schon im Jahr 2005  –  also vor dem Porno-Boom im Internet  –  die Anzahl der Süchtigen auf 500.000.
* Immer jüngere Kinder werden süchtig oder gar kriminell. Schon Vierjährige (!) imitieren die Szenen aus Filmen und missbrauchen dabei andere Kinder.
* Kein Wunder, dass inzwischen Therapeuten und Psychologen Alarm schlagen: Die Pornosucht und andere damit verbundene Erkrankungen (wie etwa sexuelle Dysfunktionen) breiten sich wie eine Seuche aus, vor allem in der Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. 
* Noch zu wenigen Mitmenschen ist bewusst, in welcher Gefahr sich unsere Kinder und Jugendlichen, unsere Familien und eigentlich unsere ganze Gesellschaft befinden.

Die Zahlen und Zeugnisse von Ärzten sowie wissenschaftliche Untersuchungen, die den Schaden der Porno-Welle im Internet belegen, sind erdrückend:

Die britische National Society for the Prevention of Cruelty to Children schätzt, dass etwa 10 Prozent der britischen 12- bis 13-Jährigen pornosüchtig sind. Eine Studie der „University of East London“ ergab ein solches Resultat für 20 Prozent der 16- bis 20-Jährigen.

Bei dieser Gefahr für die Kinder geht es nicht nur um einen extremen moralischen Angriff auf die Heranwachsenden (was schon schlimm genug wäre). Nein, es geht um einen schwerwiegenden Angriff auf ihre körperliche und psychische Gesundheit:

Heute weiß man, dass Pornographie in ähnlicher Weise süchtig macht wie Heroin – mit dem gravierenden Unterschied, dass Pornographie nahezu überall und zu jeder Stunde verfügbar ist!

* Das Max-Planck-Institut fand in Studien heraus, dass sich die Gehirnmasse in der gleichen Weise ändert und reduziert, wie das bei Heroinsüchtigen geschieht.
* Der Verhaltenswissenschaftler Ralph DiClemente, der eine 3-Millionen-US-Dollar Studie an der „Emory Universität in Atlanta“ geleitet hat, sagt unmissverständlich: Pornographie verdirbt die Weltanschauung und die Beziehungsfähigkeit von Kindern.
* Dr. Mark Sossin von der New Yorker Association of Early Childhood and Infant Psychologists erklärt, dass Pornographie die Fantasie des Kindes geradezu raubt und sie durch die Porno-Bilder ersetzt.

Dass diese Tatsachen zu einer Kriminalisierung führen können, ist hinlänglich bekannt.

Kein Geringerer als Johannes-Wilhelm Rörig, Bundesbeauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs, erklärte im Jahr 2013:

„Wir verzeichnen einen Anstieg von sexuellen Übergriffen von Jugendlichen auf Kinder bis hin zu Vergewaltigungen. Das liegt auch daran, dass Kinder und Jugendliche heute durch das Internet leichter an Pornographie herankommen und die Hemmschwellen durch die massenweise Verbreitung in den neuen Medien immer mehr abnehmen.“

Deshalb appellieren wir an Politiker und fordern, dass sie einen „Nationalen Aktionsplan gegen Pornographie“ aufstellen:

Unser Alarmruf muss dermaßen laut sein, dass alle Menschen, vor allem solche in entscheidenden Positionen, die Dringlichkeit des Problems erkennen.

Bauen wir zusammen diese große Anti-Porno-Front auf: Unterschreiben Sie bitte heute noch das Bürgermandat „Deutschland braucht einen Aktionsplan gegen Pornographie“, um das Bewusstsein für die Gefahren, denen wir gegenüberstehen, zu wecken: http://www.aktion-kig.org/kampagnen/aktionsplan-gegen-pornographie/

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die damit verbundene Webseite: https://kultur-und-medien-online.blogspot.com/