9. Dezember: weltumspanneder Gedenktag mit Kerzenleuchten für verstorbene Kinder

Mit einem weltumspannenden Kerzenleuchten sowie mit Gottesdiensten und Andachten gedenken am 9. Dezember Eltern ihrer verstorbenen Kinder. Weltweit ist der zweite Sonntag im Dezember der Gedenktag für Kinder, die aufgrund von Krankheit, Unfall, Früh- oder Totgeburt gestorben sind.  prolifeusa

Wie der Pressesprecher der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Matthias Oelke, auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, richten sich die Angebote der Kirchengemeinden auch an Eltern, die eine Abtreibung verarbeiten wollten. Die Gemeinden seien frei, eigene Akzente zu setzen, so Oelke.

In Sachsen finden u.a. in Dresden, Leipzig und Chemnitz Andachten statt, in der Nordkirche in Rostock, Greifswald und Schwerin. In der mitteldeutschen Kirche sind Eltern etwa in Magdeburg, Wernigerode oder Gera zu Gedenkgottesdiensten eingeladen. Auch die Autobahnkirche Hohenwahrsleben beteiligt sich am Gedenktag.

„Manche Frau hat ihr Kind nie in den Armen halten dürfen, weil es schon vor der Geburt im Mutterleib gestorben ist. Andere mussten die Nachricht eines Unfalltodes von Tochter oder Sohn erleben”, erklärt Pfarrer Peter Herrfurth. Meist dauere es Jahre, ehe diese Eltern ihr Schicksal annehmen könnten.

Die Trauer bleibe, auch wenn sie sich im Lauf der Zeit verändere. Zu oft würden Eltern in ihrer Not allein gelassen. Kaum einer traue sich, offen mit ihnen über ihr totes Kind zu sprechen. Der Gedenktag gebe den Betroffenen eine Gelegenheit bewussten Gedenkens in der Vorweihnachtszeit abseits vom Trubel der Weihnachtsmärkte. „Erinnern ist wichtig, um den Verlust durchleben zu können”, so Herrfurth. 

Bild: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

Die Idee des so genannten „Worldwide Candle Lightning“ (Weltumspannendes Kerzenleuchten) stammt aus den USA, wo 1996 eine Vereinigung verwaister Eltern und ihrer Angehörigen diese Initiative ins Leben rief.

Das Prinzip besteht im rituellen Anzünden einer Kerze für das verstorbene Kind um 19 Uhr. Diese Kerze wird von außen sichtbar an einem Fenster platziert. Durch die stündliche Verschiebung in den unterschiedlichen Zeitzonen ergibt sich bildlich eine Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die ganze Erde wandert.

Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und sie nie vergessen werden.

Im deutschsprachigen Raum wurde der Gedenktag erstmals 1999 begangen und erfährt seitdem immer mehr Zuspruch. Nach Angaben des „Bundesverbandes für verwaiste Eltern in Deutschland“  sterben allein hierzulande jedes Jahr 20.000 Kinder.

Quelle: http://www.idea.de